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Die Causa Wartenberg - Teil 4 (alt) - Druckversion

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Seiten: 1 2


Die Causa Wartenberg - Teil 4 (alt) - Federlehrling - 27-05-2011 18:29

Moin.
Hier nach längerer Pause Teil 4 meiner Geschichte aus dem Motivationsprojekt. Teil 1 gibt's hier.
Viel Spaß Icon_smile
Lehrling


Stand: 24.12.2011



Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber und schon wieder fand er bei ihm kein Gehör.
»Nun?«
»Ich habe den Mann nicht erschossen!«
»Oh, wir erinnern uns? Wie überaus erfreulich! Keine Drogen diesmal?«
»Herr Pünder, glauben Sie mir, ich ...« Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf.
»Passen Sie auf.« Pünder schlug mit mit der Faust auf den Tisch. »Klartext jetzt: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr weiter. Wir kriegen Sie. Für beide Fälle.«
»Herr Pünder, ich sage Ihnen doch, ich war es nicht!« Panik durchwob Wartenbergs Stimme, ließ sie kippen. »Ich bin spazieren gegangen. Ich brauche gerade viel Luft, die Haft hat mich ...«
»Das ist Pech«, fiel ihm Pünder ins Wort. »Spazieren gehen werden Sie jetzt auf absehbare Zeit nicht mehr.«
Wartenberg schloss die Augen. Seine Unterlippe zitterte; die Hände krampften um die Tischkante, bis die Gelenke weiß hervortraten.
»Das hätten Sie sich überlegen sollen, bevor Sie jemandem das Licht auspusten.«
»Herr Pünder!« Wilke stand die ganze Zeit hinter seinem Mandanten. »Den Schuldspruch überlassen Sie bitte dem Gericht.«
»Ja, ja.« Der Kommissar winkte ab. »Dann erzählen Sie doch einmal von Ihren Erinnerungen. Wo Sie doch ausnahmsweise haben.«
Wartenberg atmete zwei-, dreimal tief durch, fand allmählich zu seiner Fassung zurück.
»Ich bin spazieren gegangen.«
»So weit weg von zu Hause?«
»Weit? Nein. Also, ja. Ich habe früher dort in der Nähe gewohnt. So ganz bin ich noch nicht in der neuen Umgebung angekommen.«
»Wie lange wohnen Sie dort?«
»Zwölf Jahre.«
»Ich sagte wohnen, nicht wohnten. An Ihrem neuen Wohnort.«
Wartenberg spürte, wie das Blut unter seine fahle Haut schoss.
»Ich ... Zwölf Jahre. Aber zu Hause ist es für mich noch immer nicht. Es zieht mich zurück, immer wieder zurück zu meinem Elternhaus. Meine Mutter lebt nicht mehr dort, aber die vertrauten Häuser - mir gibt das Sicherheit. Deshalb bin ich mit dem Wagen dorthin gefahren, zum Spazierengehen. Luft schnappen, einmal richtig durchatmen, verstehen Sie? Jetzt, nach der Entlassung?«
Pünder hob die Augenbrauen.
»Und dann hörte ich den Schuss. Ich war wie gelähmt. Die vertrauten Mauern, die Geborgenheit, die Ruhe eines Zuhauses - all das geriet ins Wanken.«
»Haben Sie den Schuss abgegeben?«
»Ich sage doch: Nein!«
»Haben Sie den Schützen gesehen?«
Wartenberg schüttelte den Kopf.
»Wissen Sie was?« Pünder lehnte sich über den Verdächtigen, rückte ihm näher, bis Wartenberg die Poren seiner Haut hätte zählen können. »So etwas nennt man Schutzbehauptung, Wartenberg. Schutzbehauptung. Das wird Sie nicht retten.«
Wartenberg blickte verunsichert hinauf zu seinem Anwalt. Er schluckte, als er Wilkes ernstes Gesicht sah.
»Sie sind doch Journalist, nicht wahr?«, setzte der Kommissar nach, »Ich hoffe, die Stories, die Sie sonst schreiben - pardon: geschrieben haben - ich hoffe, die waren besser.«
Pünder wandte sich um und ließ die beiden Männer allein im Verhörraum zurück.

Ein kurzer Blick genügte ihm, um alles Wesentliche in seiner Umgebung zu erfassen. Eine Seitengasse. Nur in dem schummrigen Hof um die Straßenlaterne an der Hauswand wich die Dunkelheit einem goldenen Schein, der Rest der Gasse lag düster-grau da. In regelmäßigen Abständen zerfetzte Blau das Zwielicht und schnitt scharfe Schemen an die Wände. Seine Sicht blendete über in gleißendes Weiß, als ihn der Leuchtkegel einer Lampe erfasste. Rufe hallten von den Wänden wider. Silhouetten laufender Männer kamen auf ihn zu. Die Bewegungen wirkten abrupt, auf groteske Weise zerrissen im blauen Flackern.
Er rollte sich weg, ging in die Hocke, ein Knie auf dem Boden. Rechts vor sich ein Kleinwagen, auf dem schmalen Bürgersteig direkt zur Rechten ein stählerner Müllcontainer, eine Hauswand im Rücken.
Kühl und schwer wog eine Pistole in seiner Hand. Er spürte die strukturierte Oberfläche des Kunststoffgriffstücks, den kaum merklich federnden Widerstand des Abzugs am Zeigefinger. Der Daumen löste die Sicherung, die Linke lud durch. Es war eine einzige fließende Bewegung, ein Automatismus, aberhunderte Mal einstudiert. Die linke Hand fuhr hinab zur Unterseite der rechten Faust, stützte den Waffenarm, gab Halt beim Zielen. Der Zeigefinger krümmte sich, brach den Widerstand. Es krachte, als die Ladung zündete und Blei in Richtung des heranstürmenden Mannes spie. Für einen Moment leuchtete die Gasse weißlich-gelb auf, als Blitze aus dem Lauf schlugen. Er sah die Grimasse eines Mannes, der erkannte, dass sein Leben bald endete. Als das Projektil die verschreckten Züge zerriss, den Kopf in den Nacken schleuderte, war das Licht bereits verblasst.
Der Schlitten gab die Hülse frei. Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug, nahm eine neue Patrone seine Stelle ein. Der Abzug schnellte zurück, bevor sich der Zeigefinger aufs Neue krümmte. Wieder ein Knall, flackerndes Mündungsfeuer. Ein weiteres Projektil, das sich aus dem Lauf wand und ein heranstürmendes Gesicht zur Maske erstarren ließ.
Lock and load.
Er hechtete aus der Deckung, sprintete von Schatten zu Schatten, den Kopf unten. Hörte, wie hinter ihm weitere Schüsse die nächtliche Ruhe zerrissen. Er stürzte in einen Hauseingang auf der rechten Seite, presste sich in den Winkel zwischen Wand und Boden. Schritte näherten sich auf der Straße, Taschenlampen erleuchteten Pflaster und Fassaden. Knappe Befehle vermischten sich mit dem Paukendonner in seiner Brust. Jemand rannte vorbei an seinem Versteck. Weitere folgten. Die Anspannung wich, er wagte zu atmen. Dann ein Lichtkegel; er starrte direkt hinein, sah nur noch blendend-weiß.
Kalter Schweiß rann über sein Gesicht, den Rücken hinab, ließ das Hemd an der Brust kleben. Er kniff die Augen zusammen, hörte seine Zähne knirschen und wartete auf sein Ende.
Es blieb aus.
Langsam öffnete er die Augen. Es war dunkel und kühl, doch nicht feucht. Er suchte die Waffe, doch da war nichts. Er tastete sich die Wand entlang, stieß auf einen Tisch, einen Verschlag, eine Pritsche.
Wartenberg hatte geträumt.

Philipp Zurheyden ließ sich auf den Rücken fallen. Die Daunen des Kissens rauschten, als sich der Hinterkopf seinen Weg hineinbahnte. Sein Körper bebte. Gedehnt ließ er die Luft aus seinen Lungen ströhmen, als er spürte, wie sie ihren Kopf auf seine Brust legte. Stirn und Wangen glühten, ihr Atem war heiß. Das lange, nussbraune Haar klebte an ihm. Behutsam glitt er mit der Hand ihre Schläfen entlang, strich eine Strähne hinter die Ohren, liebkoste mit den Fingerspitzen die Ohrmuschel. Eine wohlige Gänsehaut kam über ihn, als ihre Hand an seinem Brustkorb hinauffuhr und sich an seine Wange legte. Ihr Körper schmiegte sich an den seinen, ihr Fuß strich mit der Sohle über die Innenseite seiner Waden. Zurheydens Herzschlag beschleunigte sich. Er umarmte sie fest und zog sie auf sich. Sie kicherte und fing an, an seinen Ohrläppchen zu knabbern, biss ihn sanft in die Unterlippe. Er grub sich tiefer in ihre Arme, gab sich ganz hin, verschmolz mit ihr zu einer liebenden Einheit.
Viel zu früh riss der Wecker Zurheyden aus dem Schlaf, doch er war auf der Stelle wach. Er lehnte sich über seine Freundin und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
»Guten Morgen, Schatz!«
Ein Murren kam zurück.
»Ela, wir müssen aufstehen.«
Sie drehte sich noch einmal um.
Zurheyden betrachtete ihren Rücken. Die runden Schultern, ihre schmale Taille. Unter der Bettdecke zeichnete sich die Hüfte ab. Seufzend riss er sich los von dem Anblick, riss sich los von den Gedanken an die letzte Nacht, die vor seinem inneren Auge aufs Neue vorbeizogen. Allzu gern hätte er sich wieder zu ihr ins Bett gelegt, doch er musste in den Landtag. Geduscht und rasiert.
Er wandte sich um und tappte ins Bad. Suchte nach neuer Zahnpasta, schnitt sich fast beim Rasieren, fluchte, als die Kontaktlinsen nicht ins Auge rutschen wollten. Dann eben mit Brille.
Ein Pott Kaffee im Stehen und los.
Plenum.
Der Landtagspräsident trat vor ihn und hielt Zurheyden die Urschrift der Landesverfassung entgegen. Der Artikel, der den Amtseid enthielt, prangte in großen Lettern auf dem ehrwürdigen Papier. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet, als er die rechte Hand hob, Daumen, Zeige- und Mittelfinger nach oben gereckt. Machte man das so? Oder schloss man die Hand? Zuvor hatte er sich nie Gedanken dazu gemacht, doch jetzt war es zu spät. Drei Finger gereckt, zwei gebeugt - sagte das etwas aus? Berief er sich unbewusst auf die Dreieinigkeit? Es gäbe Schlimmeres. So oder so: Ein Zurück gab es nicht mehr. Der Gedanke an eine öffentliche Blamage machte ihm dennoch Angst. Er spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wie Schweiß auf seine Stirn trat, in Perlen hinabrollte, vernehmbar auf das Hemd tropfte. Er bemerkte, dass seine Hand zitterte, dass seine Stimmbänder sich belegten.
»Ich schwö...« Aus den Augenwinkeln nahm er wahr, dass sich alle Abgeordneten des Landtages erhoben hatten. Von der Presseempore blickten unzählige Kameras herab. Er stand im Mittelpunkt, dort, wo er immer hatte stehen wollen, und seine Stimme versagte.
»Verzeihung. Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, seine Freiheit verteidigen, Verfassung und Recht wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber Jedermann üben werde.« Zurheyden blickte vom Verfassungstext auf und sah dem Landtagspräsidenten in die Augen. »So wahr mir Gott helfe.«
Die Abgeordneten applaudierten. Zurheyden taumelte wie in Trance zur Regierungsbank, schüttelte Hände, tauschte Höflichkeiten aus und nahm neben dem Ministerpräsidenten Platz.
Geschafft.

Weiter zu Teil 5


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Dreadnoughts - 27-05-2011 21:32

Moin.

(Rex noch nicht da?)

Rückschau auf Teil 3:
Zitat:Der Apathie-Vorschlag gefällt mir. Aber noch mal konkret die Frage: Hast du auch Rex' Röntgenblick-Assoziation?
Ja. Wenn ich so darüber nachdenke, assoziiere ich solch einen Blick in einer derartigen Situation. Neben den Menschen, die nervös herumlaufen würden, da zu eng.

Zitat:*Graaah!* Wie übel! Dread, du bist eben doch der literatopische Meister in der Disziplin Soziolekt ... kommt rein
Wenn Du noch einmal - wenn noch irgendwer - dieses böse M-Wort (es sei denn, im Zusammenhang mit Minesweeper) sagt, dann kündige ich hier.

Zitat:Also kursiv, meinst du? Oder was? Wär auf jeden Fall nur konsequent hinsichtlich der anderen Zitate in der wörtlichen Rede.
Du gehts sparsam mit Kursiv um, aber bei zitierten Sätzen würde ich es immer benutzen. Um abzugrenzen, hervorzuheben, etc.

Zitat:Du meinst, durch das "dachte er" wird es deutlich, dass es sich um "internes Vokabular" handelt? Wird die Bedeutung klar? Also, dass es sich um den "Parlamentarischen Untersuchungsausschuss" handelt?
Hm. Ansonsten so:
Zurheyden unterdrückte ein Schmunzeln.
Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss in Sachen Silperdink, dachte er. PUA Puff - die Landtagsflure fließen über von derben Scherzen.


Zitat:Federlehrling bereitet diese Rückmeldung gerade im Regionalexpress vor und grüßt beim Vorbeifahren an der schwarz-gelben BuLi-Hauptstadt mal prophylaktisch aus dem Fenster ...

a) Brav. Mrgreen
b) Das sind Meister!

Anmerkungen zu Teil 4:
Zitat:Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber und schon wieder fand er kein Gehör.
Der zweite zitierte Satz erscheint mir etwas zu lang geraten. Ich würde empfehlen, ihn zu teilen, um die Eindringlichkeit des 'unds' zu unterstreichen.

Vorschlag:
Zitat:Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber. Und schon wieder fand er kein Gehör.

Im Gesamtzusammenhang ...
Zitat:Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber und schon wieder fand er kein Gehör.
»Und
... liest sich das letzte 'und', welches in der direkten Rede auftaucht allerdings nicht so gut. Man könnte versuchen, es durch ein aufforderndes 'also' zu ersetzen.

Vorschlag:
Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber und schon wieder fand er kein Gehör.
»Also?«


Zitat:»Oh, der Herr erinnert sich? Wie erfreulich! Keine Drogen diesmal?«
»Herr Pünder, glauben Sie mir, ich ...« Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf.
»Passen Sie auf, Wartenberg: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr weiter. Wir kriegen Sie. Für beide Fälle.«
Ich weiß, dass Dialoge schwierig sind. Nichtsdestotrotz hast Du hier ein Problem:
(Kommissar) »Oh, der Herr erinnert sich? Wie erfreulich! Keine Drogen diesmal?«
(Journalist) »Herr Pünder, glauben Sie mir, ich ...« Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf. (Leser liest als Letztes den Namen Wartenberg, weiter geht es mit dem Kommissar)
»Passen Sie auf, Wartenberg (warum nochmal den Namen erwähnen?): Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr weiter. (Hier vielleicht eine dramaturgische Unterbrechung à la 'Pünder lehnte sich zurück und verschränkte die Arme') Wir kriegen Sie. Für beide Fälle.«


Ich würde zu folgendem Vorschlag tendieren:
»Oh, der Herr erinnert sich? Wie erfreulich! Keine Drogen diesmal?«
Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf.
»Herr Pünder, glauben Sie mir, ich ...«
»Passen Sie auf, Sie Klatschreporter*: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr weiter.« Pünder grinste**. »Wir kriegen Sie. Für beide Fälle.«


Wahlweiser Einbau aus dem 'Lästeratopia-Baukasten': ( Icon_wink )
*-> Ich nehme nicht an, dass Pünder sowas sagen würde, zumal ein Anwalt dort steht. Nur als Beispiel.
**-> Pünder schlug mit der Hand auf den Tisch. (Unterstreichen der Ansage.)
**-> Pünder lehnte sich mit verschränkten Armen zurück. (Verschränkte Arme, abweisende Geste.)

Zitat:»Ich bin spazieren gegangen. Ich brauche gerade viel Luft, die Haft ...«
»Das ist Pech«, fiel ihm Pünder ins Wort. »Spazieren gehen werden Sie jetzt auf absehbare Zeit nicht mehr.«
Verwirrung.
Er 'ist' spazieren gegangen - das bezieht sich auf den Tathergang? Er 'braucht' gerade viel Luft - Tathergang? Und was soll 'die Haft' in dem Satz?
->Er ist spazieren gegangen, da er gerade viel Luft (wegen?) der Haft braucht? Tathergang? Haftaufenthalt? Beides vermischt?
(Vielleicht passt auch einfach nur die gegenwartsbezogene Form von 'brauchen' hier nicht.)

Zitat:Die Unterlippe zitterte; die Hände krampften um die Tischplatte, bis die Gelenke weiß hervortraten.
'Krampften um die Tischplatte?' Merkwürdiges BIld, nicht eher 'verkrampften sich in die Tischkante'?

Zitat:»Herr Pünder!« Rechtsanwalt Wilke stand die ganze Zeit hinter seinem Mandanten. »Den Schuldspruch überlassen Sie bitte dem Gericht.«
Genau. Da gibts zwar auch schwarze Schafe, aber man (versucht) ja immer an das Gute zu glauben, lieber Pünder. Auch wenn ich annehme, dass Herr Federlehrling Sie deswegen als Darsteller ausgesucht hat, weil Sie eigentlich alt und verbittert sind.
Jedesmal solche Taugenichtse mit irgendwelchen schwindeligen Ausreden. Und jetzt wieder Mord. Ja, die Drogen, die Zeit, alles nicht mehr so wie früher, wo Sie sich vielleicht noch in Stukenbrock für den Polizeidienst beworben hatten. Was war das noch für eine Zeit, Pünder. Den 3000-Meter-Lauf als Sportdisziplin zu absolvieren, ... alles geben, bis die Lunge platzte - aber hey, nur noch der letzte Psychoest. Dann war man drin.
Aber all der Optimismus, all der Stolz mit dieser Uniform, das Gemeinschaftsleben, das Zusammengehörigkeitsgefühl auf den jeweiligen Dienststellen - irgendwie war man doch nur Fremdkörper in einer verlogenen Welt, einer mordenden verlogenen Welt.
Was für eine Wohltat, morgens einen Kaffee und eine Kippe - in aller Ruhe im Büro, bevor die Dunkelheit in den Alltag einbrach. Rauchen ist tödlich? Ein Witz, nicht wahr? Es gibt doch viel sichere Methoden.
Ja, es war eigentlich nie einfach, aber den Humor, den behielt man. Egal, ob man stinkende Wasserleichen vor sich hatte, wo bereits komisches Zeug aus den Augenhöhlen krabbelten. Oder strangulierte Männerkörper in Badewannen in einem bizarren Etablisement unter der Erde in einem schimmeligen Kellergewölbe. Humor hat uns immer geholfen, auch wenn einige mittlerweile besser als die Briten sind, nicht wahr?
Trotzdem, glauben Sie ein wenig an das Gute. (Und es gibt Schlimmeres, als ein drogenlastiger Journalist unter Mordverdacht.)

Zitat:»Ja, ja.« Pünder winkte ab. In spöttischem Unterton fuhr er fort: »Dann erzählen Sie doch einmal von Ihren Erinnerungen, Herr Wartenberg, wo Sie doch ausnahmsweise welche zu haben scheinen.«
Ich kann mich wahrlich nie zu Einschüben innerhalb direkter Reden mit Doppelpunkt begeistern. Das wirkt für mich immer wie (!): "UND GEZ MIT ANSAGE!" *hust*
Zudem würde ich (!) in der Regel mit einem eingeschobenen Satz arbeiten, den zweiten kann man für eine erneute Unterbrechung gebrauchen.
Vorschlag:
Pünder winkte ab.
»Ja, ja«, sagte er und in seiner Stimme lag ein spöttischer Unterton. »Dann erzählen Sie doch einmal von Ihren Erinnerungen, Herr Wartenberg, wo Sie doch ausnahmsweise welche zu haben scheinen.«


Zitat:Wilke legte seine Linke auf die Schulter seines Mandanten, fast schon väterlich. Wartenberg atmete zwei-, dreimal tief durch, fand ein Wenig zu seiner Fassung zurück und setzte den Bericht fort.
»Ich bin spazieren gegangen.«
Konkludentes Handeln in Verbindung mit dem objektiven Empfängerhorizont. *hust* Nee, Spaß beiseite: (<-)
Das markierte Ende liest sich wie eine überflüssige Botschaft an den Leser, in meinen Augen eine Regieanweisung. Die braucht es hier nicht, da aus dem Verlauf klar wird, dass Wartenberg fortfahren wird. Daher finde ich folgende Formulierung stimmiger: (Ich hör ja schon mit den Doppeldingens auf.)
Wilke legte seine Linke auf die Schulter seines Mandanten, fast schon väterlich. Wartenberg atmete zwei-, dreimal tief durch und fand ein Wenig zu seiner Fassung zurück.
»Ich bin spazieren gegangen.«


Zitat:Wartenberg schüttelte den Kopf.
»Wissen Sie, was das sind?« Der Pünder lehnte sich über den Verdächtigen, rückte ihm näher, bis Wartenberg die Poren seiner Haut hätte zählen können. »Ich sage es Ihnen: Schutzbehauptungen sind das, Wartenberg. Schutzbehauptungen. Das wird Sie nicht retten.«
Zuerst die Anmerkung, dass der Name sehr häufig verwendet wird. Dann wieder die Dialogproblematik. Wer wird als letztes genannt und wer spricht danach? Zudem, soll es wirklich 'der Pünder' heißen?
(Und wieso 'lehnte sich über'? W. sitzt doch, die Hand von Wilke auf seiner rechten Schulter -> er liegt also nicht. Oder ist P. so groß?)

Vorschlag:
Wartenberg schüttelte den Kopf, als sich der Kommissar langsam vorbeugte.
»Wissen Sie, was das sind?« Pünder rückte ihm näher, bis sein Gegenüber die Poren seiner Haut hätte zählen können. »Ich sage es Ihnen: Schutzbehauptungen sind das, Wartenberg. Schutzbehauptungen. Das wird Sie nicht retten.«


Zitat:Der Journalist blickte verunsichert hinauf zu seinem Anwalt. Wartenberg schluckte, als er Wilkes ernstes Gesicht sah.
Im Grunde ändert sich die Sicht hier nicht, also der Blick des Lesers, der Wartenberg folgt. Daher ist es meiner Meinung nach nicht so optimal, beide Sätze mit Wartenberg/dem Journalisten beginnen zu lassen. Ein 'und' würde ganz gut wirken.
->Der Journalist blickte verunsichert hinauf zu seinem Anwalt und schluckte, als er Wilkes ernstes Gesicht sah.

Zitat:Sie Journalisten stürben für eine gute Story.
Schwerer Satz, ja. Wolltest Du es mal so probieren? Oder den Satz mit 'Sie' beginnen lassen? Andernfalls würde auch die normale Form "Journalisten sterben ..." als allgemeiner Ausspruch des Kommissars gut aussehen.

Zitat:»Sie Journalisten stürben für eine gute Story. Offenkundig. Und noch etwas, Wartenberg: Sie leben noch. Die Story taugt nicht.«
Zynismus? Habe mich schon gefragt, wann er auftaucht. Icon_wink

Zitat:Pünder wandte sich um und ließ die beiden Männer allein im Verhörraum zurück.
Wird nicht ganz klar - stand er schon, oder irritierte das 'und schon wieder saß er P. gegenüber' vom Anfang? Ja, auch wenn es nach Korinthenkackerei aussieht - aber lass ihn doch vorher aufstehen, den Stuhl missmutig zurück an den Tisch schieben. (Was ist das eigentlich für ein Untergrund? Und was für Stühle? Holz auf PVC? Oder was anderes, was vielleicht gräßlich quietscht, ratscht bei der Bewegung? Hört sich doch an, wie ein Fallbeil von der Guillotine? Armer Wartenberg ... Mrgreen )

Zitat:Die Dunkelheit wich nur um die Straßenlaterne an der Hauswand einem goldenen Schein, der Rest der Gasse lag in grauem Zwielicht.
Ich weiß nicht, vielleicht liegt es an meinen Augen, aber irgendwie ergibt das wenig Sinn. Straßenlaterne, an der Hauswand, einem goldenen Schein - und ein 'um'? Mir scheint, die Tatbestandsvoraussetzungen sind nicht in einer einheitlichen Reihenfolge. (Ich-bin-ja-schon-still ...)

Vorschlag:
Die Dunkelheit wich nur dem goldenen Schein der Straßenlaterne an der Hauswand, der Rest der Gasse lag in grauem Zwielicht.

Oder:
Die Dunkelheit wich nur vor dem goldenen Schein der Straßenlaterne an der Hauswand zurück, der Rest der Gasse lag in grauem Zwielicht.

Zitat:Männer kamen gelaufen.
Nicht eher 'angelaufen'? Von allen Seiten? Oder rannten durcheinander? Oder kamen vor irgendwoher angelaufen? Schnellen Schrittes? Liefen auf ihn zu?
Nur so ist der Satz arg karg.

Zitat:Er spürte die griffig strukturierte Oberfläche des Kunststoffs
Also, erstmal ein Lob für den technischen Ablauf - aber dann kommt leider der Korinthenkacker wieder hervor. Ist die ganze Pistole aus Kunststoff? Mrgreen Ansonsten würde ich hier vom Griffstück schreiben - dann wäre allerdings das 'griffig' anzupassen.

Zitat:als die Ladung zündete und Blei in Richtung des heranstürmenden Mannes schleuderte.
Okay, wir sind hier in einem literarischen Forum, von daher ist die Metapher mit dem Blei soweit in Ordnung. Nur für den kleinen 'Waffenmechaniker' in mir zur Beruhigung: (Zeitraffer) Schlagbolzen trifft auf Zündplättchen, Zündung, Projektil (die Spitze) bewegt sich durch den verjüngten Lauf (alternativ durch einen Lauf mit Zügen und Feldern, ist wie Schienenverkehr, das Projektil bohrt sich mit der Außenhaut in diese Züge und Felder, wird dadurch um seine eigene Achse gedreht und erreicht dadurch nach Austritt aus der Mündung eine gesteigerte Geschwindigkeit und stabilisierte Flugbahn) und tritt mit einer V-Null aus, die ich hier nicht berechnen will. Mrgreen

Zitat:als Flammen aus dem Lauf schlugen.
Keine Flammen, eher kurze Blitze. Sieht aus, als wenn jemand mit Blitzlicht ein Foto schießt. Nur schneller.

Zitat:Er sah die Grimasse eines Mannes, er erkannte, dass sein Leben bald endete.
Vor Schreck ist dort bereits ein 'd' abgehauen.

Zitat:Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug, nahm eine neue Patrone seine Stelle ein.
Nur Anmerkung.
Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug, presste die Feder des Magazins eine neue Patrone nach oben. (Dann bewegt sich der Schlitten erst wieder vor, nimmt die Patrone dabei mit und drückt sie in den Lauf - wenn man so will. Ansonsten Patronenlager. Aber nur zur Kenntnis.)

Zitat:Der Abzug schnellte zurück in die Ausgangsposition, bevor sich der Zeigefinger aufs Neue krümmte.
Nicht wenn der Hahn gespannt ist, dann bleibt der Abzugsbügel ein Stück hinten - da ja der Hahn durch die Schlittenbewegung nach hinten bereits gespannt ist. (Techniker.)

Zitat:Knappe Befehle mischten sich mit dem Paukendonner in seiner Brust.
Ich würde sogar zu 'vermischten' raten, da eindringlicher.

Zitat:Wartenberg hatte geträumt.
Philipp Zurheyden ließ sich auf den Rücken fallen.
Die Trennung zwischen Wartenberg und Zurheyden benötigt eine Leerzeile, ansonsten wird das Bild (mit Wartenberg in der Zelle und dem Traum) vermischt mit der Person Zurheydens.

Zitat:Er spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wie Schweiß auf seine Stirn trat, in Perlen hinabrollte, vernehmbar auf die Brust tropfte.
Steht er da etwa nackt? Mrgreen Nee, im Ernst. Vielleicht 'Hemd'?

Zitat:und Gerechtigkeit gegenüber Jedermann üben werde.« Geschafft! Zurheyden blickte vom Verfassungstext auf und sah dem Landtagspräsidenten in die Augen. »So wahr mir Gott helfe.«
Die Abgeordneten applaudierten. Zurheyden taumelte wie in Trance zur Regierungsbank, schüttelte Hände, tauschte Höflichkeiten aus und nahm neben dem Ministerpräsidenten Platz.
Das markierte Wort passt dort nicht an die Stelle, da der Eid ja noch nicht zuende ist. Zudem würde es am Schluss eine ganz andere Dynamik entfalten, siehe so.
->und Gerechtigkeit gegenüber Jedermann üben werde.«
Zurheyden blickte vom Verfassungstext auf und sah dem Landtagspräsidenten in die Augen. »So wahr mir Gott helfe.«
Die Abgeordneten applaudierten. Zurheyden taumelte wie in Trance zur Regierungsbank, schüttelte Hände, tauschte Höflichkeiten aus und nahm neben dem Ministerpräsidenten Platz.
Geschafft!


Scusi - lang geworden.

LGD.

Edit 23:00 Uhr:
Okay, ich habe gerade das Ende von Teil 3 nochmal gelesen. Dann macht die Szene mit Pünder am Anfang doch Sinn, da Wartenberg 'erneut' dort sitzt. Nunja, *hust* ich weiß selbst wie scheiße es sein kann, wenn man Offensichtliches irgendwo in den Textkörper einbaut und dann übersieht man es. Tut mir Leid, echt. (Ich lass alles mal so stehen, kann ruhig jeder sehen, dass auch ich mich verrennen kann.)

Dann macht auch die Traumsequenz von Wartenberg doch irgendwo Sinn, scheint wohl zur zweiten Tat zu passen.

Insgesamt gesehen übt die Geschichte schon ihren eigenen Reiz aus und erinnerte mich an ähnlich spannende Geschichten, wie beispielsweise Tejas 'Götter der Germanen' oder Saryns 'Myriels Dream'. Aber wie gesagt, jede Geschichte ist wie ein Schiff - und selbst Schiffe einer Klasse sind untereinander unterschiedlich. Alles und Jeder/Jedes hat seinen eigenen Charme. Icon_wink

Ist schon spät, ich sitze hier eigentlich seit 19:00 Uhr dran. Ich mach mal Feierabend. Bis morgen.

LGD.


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - rex noctis - 28-05-2011 11:01

Hi federlehrling,

Zitat:(Rex noch nicht da?)

Verdammt. Mrgreen

Naja, ich werde mal loslegen...

Zitat:Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf.
»Passen Sie auf, Wartenberg

Kleine Wiederholung, nicht zu schlimm, aber doch störend. Vorschlag:
"Der Journalist schüttelte erschöpft den Kopf. "Passen Sie auf, Wartenberg...""

Zitat:ein Wenig

ein wenig

Zitat:»Haben Sie den Schuss abgegeben?«
»Ich sage doch: Nein!«
»Haben Sie den Schützen gesehen?«
Wartenberg schüttelte den Kopf.

Ich würde dort irgendwo noch einmal Wartenbergs Verzweiflung einfließen lassen. Der Typ muss doch völlig außer sich sein, würde ich noch mal kurz mit einem Satz beschreiben.

Zitat:Pünder wandte sich um und ließ die beiden Männer allein im Verhörraum zurück.

So, kurzes Fazit des ersten Absatzes:
Ich finde die Darstellung von Pünder nicht so wirklich gelungen. Es ist doch unwahrscheinlich, dass ein Mann, der gerade wegen Mordes angeklagt wurde und aus der U-Haft entlassen wurde, gleich wieder jemanden erschießt. Da müssen zumindest leichte Zweifel aufflackern. Ansonsten: Die Story nimmt ihren Lauf, es geht weiter und wird rätselhafter. Bin gespannt auf die Auflösung...

Zitat:Die Dunkelheit wich nur um die Straßenlaterne an der Hauswand einem goldenen Schein, der Rest der Gasse lag in grauem Zwielicht.

Schöne Beschreibung. Pro

Zitat:Inmitten des Flackerns nahm er eilige Personen wahr.

Klingt irgendwie komisch mit dem "eilige Personen". Vorschlag:
"Inmitten des Flackerns nahm er einige Personen wahr, die eilig in seine Richtung liefen." Vielleicht irgendwie so?

Zitat:Er sah die Grimasse eines Mannes, er erkannte, dass sein Leben bald endete.

Das "er" und das "sein" ist bezugslos, entweder bezieht es sich auf den Täter oder auf das Opfer.

Zitat:Er stürzte in einen Hauseingang auf der rechten Seite, presste sich in den Winkel zwischen Wand und Boden. [...]
Kalter Schweiß rann über sein Gesicht, den Rücken hinab, ließ das Hemd an der Brust kleben.

Ich dachte, er liegt? Dann kann der Schweiß nicht auf den Rücken tropfen.

Zitat:Wartenberg hatte geträumt.
Philipp Zurheyden ließ sich auf den Rücken fallen.

Icon_shockedIcon_shockedIcon_shocked Tut mir leid, das geht zu schnell. Da gehört eine Leerzeile rein.

Zitat:Er grub sich tiefer in ihre Arme, gab sich ganz hin, verschmolz mit ihr zu einer liebenden Einheit.
Viel zu früh riss der Wecker Zurheyden aus dem Schlaf, doch er war auf der Stelle wach.

Vielleicht wieder eine Leerzeile?

Zitat:Er stand im Mittelpunkt, dort, wo er immer hatte stehen wollen und seine Stimme versagte.

Ich würde ein Komma nach wollen setzen, damit klar ist, dass der Relativsatz zu Ende ist.

So, das wär´s.
Fazit:
Hat mir gut gefallen, wie schon die vorangegangenen Teile. Besonders der Traum hat mich neugierig gemacht, wie´s nun weitergeht. Mal sehen...
Gern gelesen,
rex


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Federlehrling - 29-05-2011 13:30

Moin Dread.

Zitat:Ja. Wenn ich so darüber nachdenke, assoziiere ich solch einen Blick in einer derartigen Situation. Neben den Menschen, die nervös herumlaufen würden, da zu eng.
Das fasse ich mal als ... "Genehmigung" auf? Rex hatte bemängelt, dass man das wörtlich nehmen könnte. Wartenberg als Quasi-Marvel-Superheld, der durch Stahl und Beton gucken kann ...

Zitat:Wenn Du noch einmal - wenn noch irgendwer - dieses böse M-Wort (es sei denn, im Zusammenhang mit Minesweeper) sagt, dann kündige ich hier.
Hier wird nicht gekündigt Icon_aufsmaul

Bei der PUA-Geschichte baue ich jetzt auf den verständigen Leser. Schließlich taucht das Wort "Parlamentarischer Untersuchungsausschuss" in der wörtlichen Rede im Absatz davor auf. Sieht jetzt so aus:
Zitat:Zurheyden unterdrückte ein Schmunzeln. PUA Puff, dachte er. Die Landtagsflure flossen über von derben Scherzen.

Und jetzt zu den neuen Anmerkungen ...

Zitat:Der zweite zitierte Satz erscheint mir etwas zu lang geraten. Ich würde empfehlen, ihn zu teilen, um die Eindringlichkeit des 'unds' zu unterstreichen.
Done. Ich wollte erst mit einem Komma hantieren, aber das sah komisch aus.

Zitat:... liest sich das letzte 'und', welches in der direkten Rede auftaucht allerdings nicht so gut. Man könnte versuchen, es durch ein aufforderndes 'also' zu ersetzen.
Oder ein "Nun?". Die Dopplung muss jedenfalls nicht sein.

Zitat:Nichtsdestotrotz hast Du hier ein Problem
Allerdings Smiley_emoticons_blush

Zitat:»Oh, der Herr erinnert sich? Wie erfreulich! Keine Drogen diesmal?«
Wartenberg schüttelte erschöpft den Kopf.
»Herr Pünder, glauben Sie mir, ich ...«
»Passen Sie auf, Sie Klatschreporter*: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr weiter.« Pünder grinste**. »Wir kriegen Sie. Für beide Fälle.«
Das Voranstellen der "... schüttelte den Kopf"-Passage finde ich gut, "Klatschreporter" und "Grinsen" passt wohl eher nicht so, war ja auch offenbar nicht ganz ernst gemeint Icon_wink
Ich glaube, ich lasse Pünder einfach ein bisschen laut werden.
Pass auf, Freundchen: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr." Pünder stand auf und schlug mit der Faust auf den Tisch.*
"Wir kriegen sie", zischte er. "Für beide Fälle."

* Ich will den Satz nicht ausufern lassen, kriege die Geste aber nicht so formuliert, wie ich sie gern hätte. "Mit der Faust auf den Tisch" klingt nach der Unterseite der Hand. Ich würde ihn gern mit den Knöcheln voran auf den Tisch hauen - boxen? - lassen, da schwingt viel mehr Drohung mit (Pass auf, Wartenberg, nächstes mal sitzt du drunter!)

Zitat:Verwirrung.
Er 'ist' spazieren gegangen - das bezieht sich auf den Tathergang? Er 'braucht' gerade viel Luft - Tathergang? Und was soll 'die Haft' in dem Satz?
->Er ist spazieren gegangen, da er gerade viel Luft (wegen?) der Haft braucht? Tathergang? Haftaufenthalt? Beides vermischt?
(Vielleicht passt auch einfach nur die gegenwartsbezogene Form von 'brauchen' hier nicht.)
Das ist immer das Problem, wenn einem die Geschichte wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Mir ist die Szene völlig klar Icon_wink
Wartenberg hat durch die U-Haft ein kleines Trauma, was enge Räume und die Unmöglichkeit, mal eben frische Luft schnappen zu können, das er damit "behandelt", dass er eben in der Zeit in Freiheit viel spazieren geht (also: "Er ist spazieren gegangen, da er gerade viel Luft (wegen?) der Haft braucht?."

Zitat:'Krampften um die Tischplatte?' Merkwürdiges BIld
Wirklich? "In" die Tischplatte gehen die Finger ja nicht, sondern nur um sie herum (Ja, ich weiß, das hat was von "Kann ich da mal durch?" - "Nee, durch geht nicht, nur vorbei" ... ). Und "krampfen" zu "verkrampfen" ... Ich finde, Letzteres klingt einfach nicht.

Zitat:Genau. Da gibts zwar auch schwarze Schafe, aber man (versucht) ja immer an das Gute zu glauben, lieber Pünder. Auch wenn ich annehme, dass Herr Federlehrling Sie deswegen als Darsteller ausgesucht hat, weil Sie eigentlich alt und verbittert sind.
Jedesmal solche Taugenichtse mit irgendwelchen schwindeligen Ausreden. Und jetzt wieder Mord. Ja, die Drogen, die Zeit, alles nicht mehr so wie früher, wo Sie sich vielleicht noch in Stukenbrock für den Polizeidienst beworben hatten. Was war das noch für eine Zeit, Pünder. Den 3000-Meter-Lauf als Sportdisziplin zu absolvieren, ... alles geben, bis die Lunge platzte - aber hey, nur noch der letzte Psychoest. Dann war man drin.
Aber all der Optimismus, all der Stolz mit dieser Uniform, das Gemeinschaftsleben, das Zusammengehörigkeitsgefühl auf den jeweiligen Dienststellen - irgendwie war man doch nur Fremdkörper in einer verlogenen Welt, einer mordenden verlogenen Welt.
Was für eine Wohltat, morgens einen Kaffee und eine Kippe - in aller Ruhe im Büro, bevor die Dunkelheit in den Alltag einbrach. Rauchen ist tödlich? Ein Witz, nicht wahr? Es gibt doch viel sichere Methoden.
Ja, es war eigentlich nie einfach, aber den Humor, den behielt man. Egal, ob man stinkende Wasserleichen vor sich hatte, wo bereits komisches Zeug aus den Augenhöhlen krabbelten. Oder strangulierte Männerkörper in Badewannen in einem bizarren Etablisement unter der Erde in einem schimmeligen Kellergewölbe. Humor hat uns immer geholfen, auch wenn einige mittlerweile besser als die Briten sind, nicht wahr?
Trotzdem, glauben Sie ein wenig an das Gute. (Und es gibt Schlimmeres, als ein drogenlastiger Journalist unter Mordverdacht.)
Icon_lachtot
Sehr schön, aber woher wusstest du, dass Pünder in Stukenbrock angefangen hat? Mrgreen

Zitat:Pünder winkte ab.
»Ja, ja«, sagte er und in seiner Stimme lag ein spöttischer Unterton. »Dann erzählen Sie doch einmal von Ihren Erinnerungen, Herr Wartenberg, wo Sie doch ausnahmsweise welche zu haben scheinen.«
Ist besser. Ich glaube, ich verzichte aber auf das "sagte er". ("Ja, ja." In seiner Stimme lag ...)
Ich mag auch keine Doppelpunkte, und Zwei-Satz-Einschübe sind wirklich nicht ideal.
* Federlehrling fragt sich, warum er nicht auf Dreads Lösung gekommen ist ...

Zitat:Das markierte Ende liest sich wie eine überflüssige Botschaft an den Leser, in meinen Augen eine Regieanweisung. Die braucht es hier nicht, da aus dem Verlauf klar wird, dass Wartenberg fortfahren wird.
Stimmt. Kommt raus.

Zitat:Wartenberg schüttelte den Kopf, als sich der Kommissar langsam vorbeugte.
»Wissen Sie, was das sind?« Pünder rückte ihm näher, bis sein Gegenüber die Poren seiner Haut hätte zählen können. »Ich sage es Ihnen: Schutzbehauptungen sind das, Wartenberg. Schutzbehauptungen. Das wird Sie nicht retten.«
Besser, danke.

Zitat:Ein 'und' würde ganz gut wirken.
Allerdings.

Zitat:Schwerer Satz, ja. Wolltest Du es mal so probieren? Oder den Satz mit 'Sie' beginnen lassen? Andernfalls würde auch die normale Form "Journalisten sterben ..." als allgemeiner Ausspruch des Kommissars gut aussehen.
Der schrieb sich so von selbst ... Mir ist klar, dass so niemand spricht, aber irgendwie ist es doch dabei geblieben ...
Ich habe Pünder oben jetzt schon mal ins "Du" wechseln lassen. Hier passt das auch ganz gut, finde ich: "Ihr Journalisten sterbt ..."

Zitat:Zynismus? Habe mich schon gefragt, wann er auftaucht. Icon_wink
Eben.

Zitat:Wird nicht ganz klar - stand er schon, oder irritierte das 'und schon wieder saß er P. gegenüber' vom Anfang? Ja, auch wenn es nach Korinthenkackerei aussieht - aber lass ihn doch vorher aufstehen, den Stuhl missmutig zurück an den Tisch schieben. (Was ist das eigentlich für ein Untergrund? Und was für Stühle? Holz auf PVC? Oder was anderes, was vielleicht gräßlich quietscht, ratscht bei der Bewegung? Hört sich doch an, wie ein Fallbeil von der Guillotine? Armer Wartenberg ... Mrgreen )
*Hust* Bisher saß er, hätte ich ihn nicht heute beim Überarbeiten zwischendurch aufstehen lassen Icon_wink Vielleicht lass' ich ihn dennoch ein bisschen auf- und abtigern. Gummisohlen auf PVC quietschen lassen?
* Federlehrling bekommt beim Gedanken daran eine Gänsehaut *brr*
Irgendwie so etwas. Ich überlege mir was.

Zitat:Ich weiß nicht, vielleicht liegt es an meinen Augen, aber irgendwie ergibt das wenig Sinn. Straßenlaterne, an der Hauswand, einem goldenen Schein - und ein 'um'? Mir scheint, die Tatbestandsvoraussetzungen sind nicht in einer einheitlichen Reihenfolge. (Ich-bin-ja-schon-still ...)
In meinem Kopf bildet die Straßenlaterne so einen goldenen Hof, ist aber eher funzelig und erleuchtet bei weitem nicht die ganze Gasse. Hmm.

Zitat:Nur so ist der Satz arg karg.
"Männer hetzten in seine Richtung" - besser?

Zitat:Also, erstmal ein Lob für den technischen Ablauf - aber dann kommt leider der Korinthenkacker wieder hervor. Ist die ganze Pistole aus Kunststoff? Mrgreen Ansonsten würde ich hier vom Griffstück schreiben - dann wäre allerdings das 'griffig' anzupassen.
Danke für die Blumen! Und das, wo ich noch nie im Leben eine Pistole in der Hand gehabt habe ...
Wahrscheinlich ist eher nur das Griffstück aus Kunststoff. Aber wenn der Lauf aus Stahl ist, dann spürt er den ja gerade nicht in der Hand, oder? Wär's besser, wenn ich ein "in der Handfläche" einfüge?
--> "Er spürte den griffig strukturierten Kunststoff in der Handfläche, den leicht federnden Widerstand ..."?

Zitat:Okay, wir sind hier in einem literarischen Forum, von daher ist die Metapher mit dem Blei soweit in Ordnung.
Was schmeckt dir daran nicht? Ich dachte, Geschosse hätten bis heute einen Bleikern (in einem härteren Mantel). Ok, "schleudern" ist vielleicht etwas ... nun, aber wenn ich dem Leser mit Zügen und Feldern (oder vielleicht doch dem Polygonlauf?) komme, dann bin ich ihn an der Stelle wahrscheinlich los Icon_wink

Zitat:Keine Flammen, eher kurze Blitze. Sieht aus, als wenn jemand mit Blitzlicht ein Foto schießt. Nur schneller.
Stimmt. Ich hab extra noch Mündungsfeuer-YouTube-Videos gesucht und hatte eine ähnliche Assoziation. Und ich Held schreibe etwas von Flammen ... Na ja. Kurze Blitze, also.

Zitat:Vor Schreck ist dort bereits ein 'd' abgehauen.
Alte-Leute-Test Icon_ugly

Zitat:Nur Anmerkung.
Danke.
Abgesehen davon muss es aber "nahm eine neue Patrone ihre Stelle ein *Verbessern-geh ... grml*

Zitat:Nicht wenn der Hahn gespannt ist, dann bleibt der Abzugsbügel ein Stück hinten - da ja der Hahn durch die Schlittenbewegung nach hinten bereits gespannt ist. (Techniker.)
Korrekter wäre also ein "Der Abzug schnellte zurück in die Ausgangsposition, bevor ..."?

Zitat:Ich würde sogar zu 'vermischten' raten, da eindringlicher.
Jops.

Zitat:Die Trennung zwischen Wartenberg und Zurheyden benötigt eine Leerzeile, ansonsten wird das Bild (mit Wartenberg in der Zelle und dem Traum) vermischt mit der Person Zurheydens.
Oh, das war ein Unfall. Ich habe die Geschichte versuchsweise in Lyx geschrieben. Wenn man da Texte herauskopiert, dann kommt hier im Editor hinter jedem Absatz eine Leerzeile, das heißt, beim Einstellen editiere ich die immer wieder schön heraus. Hier sollte allerdings eine stehen bleiben ...

Zitat:Steht er da etwa nackt? Mrgreen Nee, im Ernst. Vielleicht 'Hemd'?
Ja, wie denn sonst? Soll doch die ganze Republik sehen, was da für ein heißer Kerl zum Minister gemacht wird. Der wird da im Chippendales-Outfit vereidigt. Nur Manschetten, Kragen und Fliege Icon_ugly
Ok, ok, du kriegst dein Hemd ...

Zitat:Zudem würde es am Schluss eine ganz andere Dynamik entfalten, siehe so.
Das stimmt. Ok, geht ans Ende. Erst dachte ich, ich schmeiße es ganz raus, aber am Ende gefällt es mir noch mal besser.

Zitat:Scusi - lang geworden.
Wieso scusi? Ich bin dankbar für jeden Hinweis!

Zitat:Edit 23:00 Uhr
(...)ich sitze hier eigentlich seit 19:00 Uhr dran
O ha! Du hast echt was gut bei mir, Dread ... [Bild: Smiley_Verneigen.gif]

Moin Rex!
Vorab nur kurz Danke für den Kommentar, ausführliche Rückmeldung kommt noch! Icon_smile

Beste Grüße,
Lehrling


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Dreadnoughts - 29-05-2011 20:52

Eine Rückmeldung, wenn es genehm ist.

Zitat: Zitat:Ja. Wenn ich so darüber nachdenke, assoziiere ich solch einen Blick in einer derartigen Situation. Neben den Menschen, die nervös herumlaufen würden, da zu eng.

Das fasse ich mal als ... "Genehmigung" auf? Rex hatte bemängelt, dass man das wörtlich nehmen könnte. Wartenberg als Quasi-Marvel-Superheld, der durch Stahl und Beton gucken kann ...
Hm. Ja, aber als Metapher doch durchaus zu gebrauchen in der Situation.
(Und was heißt 'Genehmigung'? Willst Du Dir erst alles von mir absegnen lassen? Kollege - dann wiaste nie featich!) Icon_wink

Zitat:Bei der PUA-Geschichte baue ich jetzt auf den verständigen Leser. Schließlich taucht das Wort "Parlamentarischer Untersuchungsausschuss" in der wörtlichen Rede im Absatz davor auf. Sieht jetzt so aus:
Und sieht gut aus.

Zitat:Oder ein "Nun?". Die Dopplung muss jedenfalls nicht sein.
Warum nicht?

Zitat:Pass auf, Freundchen: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr." Pünder stand auf und schlug mit der Faust auf den Tisch.*
"Wir kriegen sie", zischte er. "Für beide Fälle."
* Ich will den Satz nicht ausufern lassen, kriege die Geste aber nicht so formuliert, wie ich sie gern hätte. "Mit der Faust auf den Tisch" klingt nach der Unterseite der Hand. Ich würde ihn gern mit den Knöcheln voran auf den Tisch hauen - boxen? - lassen, da schwingt viel mehr Drohung mit (Pass auf, Wartenberg, nächstes mal sitzt du drunter!)
Hm. Also, 'schlug mit der Faust auf den Tisch' reicht nach meinen Empfindungen völlig aus. Und bei den Knöcheln vielleicht eher klopfen - probier mal, mit den Knöcheln zu schlagen. Tut etwas weh. Icon_wink
Um natürlich Pünders Überlegenheit darzustellen, kann man auch (in Anbetracht des juristischen Beistandes vor Ort) mit dem Zeigefinger arbeiten. Vielleicht erhoben? Oder der Zeigefinger zeigt auf Pünders Auge, im Sinne von 'Ich lass Dich nicht mehr aus den Augen.' Aber da wäre zweimal 'Auge' - schwierig. Oder er klopft mit dem Zeigefinger auf den Tisch. Und zwar senkrecht.

Zitat:Wirklich? "In" die Tischplatte gehen die Finger ja nicht, sondern nur um sie herum (Ja, ich weiß, das hat was von "Kann ich da mal durch?" - "Nee, durch geht nicht, nur vorbei" ... ). Und "krampfen" zu "verkrampfen" ... Ich finde, Letzteres klingt einfach nicht.
Ich hab da nochmal drüber nachgedacht, ich denke, die Größe passt nicht.
Tisch'platte' ist vor meinem inneren Auge größer, als Tisch'kante'. (Ja, Korinthenkackerei, ich weiß.)
Von daher: ... krampften um die Tischkante ... (?)

Zitat:Sehr schön, aber woher wusstest du, dass Pünder in Stukenbrock angefangen hat?
Vielfache Antwortmöglichkeiten - bitte kreuzen Sie an:
[] Ich war schonmal dort als Teilnehmer.
[] Bekannter Ort in Verbindung mit 'Polizei' und 'Ausbildung'.
[] In Anbetracht der Tatsache, dass Münster in NRW liegt, in derselbigen auch eine junge Dame agiert, bei der es manchmal um Kekse ging und selbige auch aus der Stadt kommt, die es nicht gibt, lag die Verbindungsannahme nahe, dass Sie durchaus von Stukenbrock in der Gegend von Ostwestfalen-Lippe weiß und dieses Wissen mit Dir geteilt hat - vielleicht auf Nachfrage nach dem Motto: 'Sach ma', wo weaden eigentlich die Polizisten ausgebildet? Weißte da watt?'
[] Meine Frau hat das Laminat vor unserem Schlafzimmer schön gewischt und gebohnert, was ich nicht mitbekam. Als ich nach einer Siesta aus dem Bett stieg, wusste ich noch nicht, wie hart der Übergang von teppich zu Laminat werden sollte. Zugegeben: es wäre unter Wettbewerbsbedingungen eine schöne Kür geworden - leider fand diese nicht statt. Stattdessen schlug ich mit dem Kopf derart hart auf, dass ich eine Vision hatte von Raumschiffen im Mondorbit, merkwürdigen grünen Männchen und einem Typen namens Pünder, wie er schwer atmend die 3000 Meter in Stukenbrock zwecks Einstellung absolviert.
*hust*

Zitat:* Federlehrling fragt sich, warum er nicht auf Dreads Lösung gekommen ist ...
Wenn ich es nicht genau wüsste, würde ich sagen, Du hast die Technikerkrankheit, die auch Teja mal befallen hatte. *husterchen*
Ich denke, Du machst Dir zuviele Gedanken beim Satzbau. Bei Dialogen schreib am Besten erstmal nur die direkten Reden auf, dann schau, wo Du ein paar 'indirekte' Sätze zur Unterstützung brauchst.

Zitat:"Männer hetzten in seine Richtung" - besser?
Jepp.

Zitat:Aber wenn der Lauf aus Stahl ist, dann spürt er den ja gerade nicht in der Hand, oder?
Nein, eigentlich nicht, es sei denn, die Linke ergreift den Schlitten und zieht ihn zum Laden nach hinten.

Zitat:Was schmeckt dir daran nicht? Ich dachte, Geschosse hätten bis heute einen Bleikern (in einem härteren Mantel). Ok, "schleudern" ist vielleicht etwas ...
'Schleudern' lässt an mehrere Bleikugeln denken, und da entwickelt sich das Bild einer Schrotflinte. Icon_wink Hier ist es nur ein Projektil - ja. Ich denke, es lag am 'Schleudern'.

Zitat:Korrekter wäre also ein "Der Abzug schnellte zurück in die Ausgangsposition, bevor ..."?
Meine Intention war nicht, dass es zu technisch wird. Ich meine, eine kürzere Form würde an der Stelle reichen - Beispiel:

Der Schlitten gab die Hülse frei. Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug, nahm eine neue Patrone ihre Stelle ein. Der Schlitten schnellte in die Ausgangsposition/wieder nach vorn - nur kurz, bevor sich der Zeigefinger aufs Neue krümmte. Wieder ein Knall, flackerndes Mündungsfeuer. Ein weiteres Projektil, das sich herauswand aus dem Lauf und ein heranstürmendes Gesicht zur Maske erstarren ließ.

Zitat:Ok, ok, du kriegst dein Hemd ...
Collection 'Wartenberg' by Federlehrling - oder was? Icon_ugly

Zitat:O ha! Du hast echt was gut bei mir, Dread ...
Bitte? Ich kann Dich echt nicht ver*st***. Scusi, die Inter***verbin***g bricht grad* mal wi*de* ab ... Naja, i*h sag er*tm*l, b*s demn*chs*.

LGD.


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Sternchen - 30-05-2011 16:34

Hallo Lehrlingsmodkrieger,

ich hab immer noch ein breites Grinsen ins Gesicht, sehe keinen Grund eine Rezension anzufangen, weil ich mir das hier nicht entgehen lassen will, und bin bereit, mich köstlichst amüsieren zu lassen. Vielleicht mehr als du möchtest, aber was solls. *schmunzelt* Ich kann nix dafür, es ist einfach köstlich amüsant.

Wartenberg fühlte sich elend. Schon wieder saß er Kriminalhauptkommissar Pünder gegenüber. Und schon wieder fand er kein Gehör.
=> Ja, es gibt Dinge, die ändern sich einfach nicht. Wenn ich Pünder wäre, würd ich allerdings auch nimmer groß zuhören und mich verarscht fühlen. Mrgreen

»Pass auf, Freundchen: Ich habe Sie am Arsch. Nach diesem Ding helfen Ihnen die Drogen von vorgestern auch nicht mehr." Pünder stand auf und schlug mit der Faust auf den Tisch.

=> Irgendwas stört mich. Also das Freundchen passt mit dem, was folgt. Entweder er wechselt ins du, oder er soll das "Freundchen" sein lassen. Wirkt unpassend und das mein ich nicht aus seiner Sicht, sondern aus der Sicht des Lesers, bzw. aus meiner. Der hat doch gar keinen Grund, sich erst am "du-Freundchen" zu vergreifen und dann wieder ins Sie zu wechseln. So unbeherrscht oder dergleichen wirkt er nicht.

"Wir kriegen sie", zischte er. "Für beide Fälle.«
»Herr Pünder, ich sage Ihnen doch, ich war es nicht!«

=> Mischt du hier irgendwie Anführungszeichen? Icon_wink

»Das ist Pech«, fiel ihm Pünder ins Wort. »Spazieren gehen werden Sie jetzt auf absehbare Zeit nicht mehr.«
=> *lach*

Wartenberg schloss die Augen. Die Seine Unterlippe zitterte; die Hände krampften um die Tischplatte, bis die Gelenke weiß hervortraten.
=> Huiii, ein Strichpunkt. Icon_wink
~ Anm.: würd ich besser finden.

Wilke legte seine Linke auf die Schulter seines Mandanten, fast schon väterlich. Wartenberg atmete zwei-, dreimal tief durch, fand ein Wenig zu seiner Fassung zurück.
=> mit "und fand" fänd ichs persönlich flüssiger.

»Wie lange wohnen Sie dort?«
»Zwölf Jahre.«

=> Häh? Icon_irre

Pünder hob die Augenbraue.
* Sternchen grinst süffisant und mag Pünder

»Ich dachte immer«, fügte der Kommissar hinzu, »ihr Journalisten sterbt für eine gute Story. Offenkundig. Und noch etwas, Wartenberg: Sie leben noch. Die Story taugt nicht.«
=> Geht bei mir nicht ganz auf, aber es soll wohl, ne Pointe sein. Was ich mich übrigens grad frage, will Pünder denn gar nicht nach Zeugen fragen, irgendwelche Leute, die Wartenberg gesehen haben könnten beim spazieren. Ich meine, wenn er dort aufgewachsen sind, dort öfters langlatscht, dann kennt ihn vielleicht jemand und irgendwer kann was bezeugen?

Ein kurzer Blick genügte ihm, um den Raum zu erfassen: Eine Seitengasse.
=> Wieso "Raum"?

Die Dunkelheit wich nur um die Straßenlaterne an der Hauswand einem goldenen Schein, der Rest der Gasse lag in grauem Zwielicht. In regelmäßigen Abständen zerfetzte Blau das Zwielicht und schnitt scharfe Schemen an die Wände.
=> Wortwiederholung.

Seine Sicht blendete über in gleißendes Weiß, als ihn der Leuchtkegel einer Lampe erfasste.
=> Klingt ja ganz unglücklich. Meinst du, seine Sicht wurde geblendet von gleißendem Weiß, als ihn der Leuchtkegel einer Lampe erfasst?

Rufe hallten von den Wänden wieder. Männer hetzten in seine Richtung. Ihre Bewegungen wirkten abrupt, auf groteske Weise zerrissen im blauen Flackern.

=> An der Stelle und in Verbindung mit den zwei oder drei Sätzen zuvor ist mir das ein wenig zu ruckartig erzählt. Das sind Gewehrschüsse, keine Sätze. Was ja auch gut ist, aber manchmal möcht man es hallen hören. Also irgendwie diesen Nähmaschinentakt unterbrochen sehen.

Er rollte sich weg, ging in die Hocke, ein Knie auf dem Boden. Rechts vor sich ein Kleinwagen, auf dem schmalen Bürgersteig direkt zur Rechten ein stählerner Müllcontainer, eine Hauswand im Rücken.
=> wir wärs mit "direkt neben sich"?

Er spürte die griffig strukturierte Oberfläche des Kunststoffs, den leicht federnden Widerstand des Abzugs am Zeigefinger.
=> Leicht federnd? Abgesehen davon, dass da nix federn darf (zumindest meiner Erfahrung nach mit einem Gewehr = Abzug bombenfest, trotzdem leicht zu bedienen) umschreibt das Wort selbst mit dem "leicht" davor für mich eine zu große Bewegung. Ich würd das Detail, wenn ich du wäre, ganz sein lassen. Ansonst müsstest du etwas passenderes finden, aber das würd schwer werden.

Es war eine einzige fließende Bewegung, ein Automatismus, der griff, nachdem er den Ablauf aberhunderte Mal einstudiert hatte.
=> Griff

Er sah die Grimasse eines Mannes, der erkannte, dass sein Leben bald endete.
=> "in wenigen Sekunden" wäre wohl treffender als "bald". Bald könnt auch morgen sein, ist immer so ne Sache.

Der Schlitten gab die Hülse frei. Noch bevor sie auf dem Boden aufschlug, nahm eine neue Patrone ihre Stelle ein.
=> würd ich mit nem "und" verbinden, damit es wieder flüssiger wird.

Knappe Befehle vermischten sich mit dem Paukendonner in seiner Brust.
=> Guter Satz.

Die Anspannung wich, er wagte zu atmen.
=> Eher Strichpunkt als Komma, oder nicht?

Er tastete sich die Wand entlang, stieß auf einen Tisch, einen Verschlag, eine Pritsche. Wartenberg hatte geträumt.
=> DAS hat Wartenberg geträumt? Sehr interessant ...

Allzu gern hätte er sich wieder zu ihr ins Bett gelegt, doch er musste in den Landtag. Geduscht und rasiert.
=> So ein Pech aber auch. *G*

Er spürte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wie Schweiß auf seine Stirn trat, in Perlen hinabrollte, vernehmbar auf das Hemd tropfte.
=> Mit "vernehmbar" hab ich meine Probleme. Er trägt doch ein Metallhemd, oder?

»Verzeihung. Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Wohle des Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, seine Freiheit verteidigen, Verfassung und Recht wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber Jedermann üben werde.«
=> Schwört man das Tatsächlich so? Wenn ja, dann frag ich mich, wie ernst die Menschen sowas noch nehmen können, nach der Spitzenleistung so mancher Minister. *G*

So, das war es leider wieder einmal. Der Teil war weniger amüsant, aber immer noch unterhaltsam. Ab und an sprachlich nicht mehr ganz sooo sauber, dennoch durchaus lesenswert. Wartenberg hockt wieder ein, der Arme. Langsam verkommt er zum passiven Jammerlappen. Nun ja, groß ist seine Wahl nicht, aber ich dachte, er hätte mehr Pfeffer im Hintern und würd sich nicht ganz so schnell beide Beine brechen lassen. Nun. Der liebe Anwalt Wilke tut sein Notwendigstes und ist immer noch von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Ich hingegen habe mich gerade gefragt, ob du jemals geschrieben hast, also wirklich gezeigt hast, durch Wartenbergs Augen, dass er es nicht war. Es passiert ja alles immer ohne Anwesenheit des Lesers; rückblickend erzählt. Das würde zwar seiner Art widersprechen, aber auch nur den Eindrücken, die man bisher gesammelt hat und das waren ja grundsätzlich nicht viel, außer ganz zu Beginn. Von daher, ich glaub und bleib ab sofort ein bisschen misstrauischer.

Während Wartenberg seinem Lieblingskommissar gegenübersitzt, darf Philipp ein Nummerl schieben. Ein emotionsbehaftetes mit Elisabeth Hartenbusch; wer immer das auch ist. Werden wir wohl noch erfahren, oder hab ich was überlesen? Nun ja, am Ziel angelangt scheint er ja zu sein. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie viele Teile werden das denn? Ich könnt mir jetzt alles und nichts vorstellen, wenn ich an die Fortführung der Geschichte denke.

Hat mir auch wieder gut gefallen! Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Federlehrling - 07-06-2011 22:43

Moin!

Danke für die Rückmeldung, Dread!
Ich habe das "Schleudern" durch ein "Speien" ersetzt. Ich hoffe, das ist besser?

Und nun zu dir, Sternchen - tut mir Leid, die Antwort habe ich in den letzten Tagen nicht unterbekommen. Jetzt aber ... Icon_wink

Zitat:=> Irgendwas stört mich. Also das Freundchen passt mit dem, was folgt. Entweder er wechselt ins du, oder er soll das "Freundchen" sein lassen. Wirkt unpassend und das mein ich nicht aus seiner Sicht, sondern aus der Sicht des Lesers, bzw. aus meiner. Der hat doch gar keinen Grund, sich erst am "du-Freundchen" zu vergreifen und dann wieder ins Sie zu wechseln. So unbeherrscht oder dergleichen wirkt er nicht.
Hmm. Pünder ist manchmal ein bisschen barsch, aber eigentlich ein korrekter Kerl. Ich denke schon, dass er sein Gegenüber siezt. *Seufz* Die Stelle ist wirklich unschön ...
Vielleicht streiche ich einfach den ganzen Quatsch am Anfang und lass' ihn den armen Wartenberg direkt am Arsch haben. Nur, dann doppelt sich das "Ich" ... Hmmpf.

Zitat:=> Mischt du hier irgendwie Anführungszeichen? Icon_wink
Oha, da habe ich wohl im Editor herumgepfuscht ... Danke für den Hinweis!

Zitat:~ Anm.: würd ich besser finden.
Done.

Zitat:Geht bei mir nicht ganz auf, aber es soll wohl, ne Pointe sein. Was ich mich übrigens grad frage, will Pünder denn gar nicht nach Zeugen fragen, irgendwelche Leute, die Wartenberg gesehen haben könnten beim spazieren. Ich meine, wenn er dort aufgewachsen sind, dort öfters langlatscht, dann kennt ihn vielleicht jemand und irgendwer kann was bezeugen?
Ich fürchte, ich muss noch mal an die Stelle ran. Pointen sind nicht so meins, und der Kalauer da spielt nicht gerade in der obersten Liga ...
Und wieso sollte Pünder fragen? Die wissen doch, dass er da war, haben ihn doch da aufgegriffen. Oder meinst du für sonst, für die regelmäßigen Spaziergänge?
* Federlehrling vertraut da auf Pünders Ermittlungsfähigkeiten Icon_wink

Zitat:=> Wieso "Raum"?
Besser "Umgebung"?

Zitat:=> Wortwiederholung.
Verflixt, ich bin auch blind. Danke!

Zitat:=> Klingt ja ganz unglücklich. Meinst du, seine Sicht wurde geblendet von gleißendem Weiß, als ihn der Leuchtkegel einer Lampe erfasst?
Na ja, stell' dir einen Film vor, jemand befindet sich in einer düsteren Kammer, und dann reißt jemand die Tür auf und er starrt in die Sonne. Bild weiß. Die Szene meinte ich. Ist nicht optimal, ich weiß, ich lasse es aber erst einmal so und denke ein bisschen darauf herum! Danke trotzdem!

Zitat:=> An der Stelle und in Verbindung mit den zwei oder drei Sätzen zuvor ist mir das ein wenig zu ruckartig erzählt. Das sind Gewehrschüsse, keine Sätze. Was ja auch gut ist, aber manchmal möcht man es hallen hören. Also irgendwie diesen Nähmaschinentakt unterbrochen sehen.
Stimmt, die Sätze sind zu kurz. Ich werde nach dem ersten ein Komma setzen, das dürfe es schon einmal etwas entschärfen. Ich möchte da nur nicht zu viel machen, sonst verliert mein Lesetempo da die Hektik, die ich gern in der Szene hätte.

Zitat:=> wir wärs mit "direkt neben sich"?
Stimmt, die Wiederholung ist Mist.

Zitat:=> Griff
"Griff" kommt hier von "greifen" und ist ein Verb (der Automatismus griff, im Sinne von: setzte ein)

Zitat:=> Leicht federnd? Abgesehen davon, dass da nix federn darf (zumindest meiner Erfahrung nach mit einem Gewehr = Abzug bombenfest, trotzdem leicht zu bedienen) umschreibt das Wort selbst mit dem "leicht" davor für mich eine zu große Bewegung. Ich würd das Detail, wenn ich du wäre, ganz sein lassen. Ansonst müsstest du etwas passenderes finden, aber das würd schwer werden.
Ich habe keine Ahnung von Waffen. "Federnd" jetzt nicht im Sinne von der Sprungfeder im Kugelschreiber, die man mal eben zur Seite schneppern lässt. Mehr so - hmm - Widerstand, bei dem man merkt, dass sich etwas regen könnte, wenn man weiter zieht. Weißt du, was ich meine? Schon starr, klar, aber so ein Bruchteil eines Millimeters strammes Spiel, vielleicht? Ich lasse es erst einmal so (Waffentechniker Dread hat's immerhin stehen lassen).

Zitat:=> "in wenigen Sekunden" wäre wohl treffender als "bald". Bald könnt auch morgen sein, ist immer so ne Sache.
Hmm... Ist mir zu lang. Ich glaube, ich mach's rabiat und zum "jetzt".

Zitat:=> würd ich mit nem "und" verbinden, damit es wieder flüssiger wird.
Ich weiß nicht. Semikolon? Mrgreen

Zitat:=> Guter Satz.
Icon_smile

Zitat:=> Eher Strichpunkt als Komma, oder nicht?
Kann man machen. Ich baue auch noch ein "wieder" ein.

Zitat:=> DAS hat Wartenberg geträumt? Sehr interessant ...
Tja, der arme Kerl ist völlig durch den Wind Icon_nosmile

Zitat:=> So ein Pech aber auch. *G*
Gibt Dinge im Leben ...

Zitat:=> Mit "vernehmbar" hab ich meine Probleme. Er trägt doch ein Metallhemd, oder?
Nö, aber dickere Wassertropfen hört man auch auf Baumwollstoff. Ein dumpfes "Plopp". Nur, dass Lautmalereien immer so billig klingen ...

Zitat:=> Schwört man das Tatsächlich so? Wenn ja, dann frag ich mich, wie ernst die Menschen sowas noch nehmen können, nach der Spitzenleistung so mancher Minister. *G*
Wie man in Österreich schwört, weiß ich nicht. In Deutschland schwört man so nicht. Bewusst nicht. Ich habe mir die Schwurformeln aus 16 Landesverfassungen (soweit dort geregelt) und aus dem Grundgesetz angesehen. Die unterscheiden sich immer nur ein bisschen. Ich habe aus den Bausteinen eine gebaut, die es so nicht gibt, damit es bei dem fiktiven Bundesland bleibt (und nicht am Ende jemand herumunkt: "Das ist jetzt aber Bayern, oder NRW, oder Niedersachsen" - nö, alles nicht, aber auch von allem nicht weit entfernt). Also: Ja so (ähnlich) schwören unsere Kanzler und Minister. Das ist aber ein Gelöbnis, kein "richtiger" Eid, wegen Meineids machen sie sich also nicht strafbar (einzige Strafe: Sie geben Anlass, von der Wiederwahl abzusehen Icon_wink)

Zitat:Der Teil war weniger amüsant, aber immer noch unterhaltsam. Ab und an sprachlich nicht mehr ganz sooo sauber, dennoch durchaus lesenswert.
Fein! Die Unsauberkeit tut mir Leid, ist mir echt peinlich. Freut mich aber, dass es dir trotzdem gefallen hat Icon_smile

Zitat:Wartenberg hockt wieder ein, der Arme. Langsam verkommt er zum passiven Jammerlappen.
Du kennst das: Man schreibt und hat den armen Kerl gerade rausgeboxt, und irgendwie entwickelt die Geschichte eine Eigendynamik und schon sitzt er wieder ein?

Zitat:Der liebe Anwalt Wilke tut sein Notwendigstes und ist immer noch von der Unschuld seines Mandanten überzeugt. Ich hingegen habe mich gerade gefragt, ob du jemals geschrieben hast, also wirklich gezeigt hast, durch Wartenbergs Augen, dass er es nicht war.
Da haben wirs. So ne arme Sau, und selbst du fällst ihm in den Rücken! Kannst dich ja zu Wilkes Stammtischbrüdern setzen ...

Zitat:Während Wartenberg seinem Lieblingskommissar gegenübersitzt, darf Philipp ein Nummerl schieben. Ein emotionsbehaftetes mit Elisabeth Hartenbusch; wer immer das auch ist. Werden wir wohl noch erfahren, oder hab ich was überlesen?
Nö, nö, die Gute kommt noch ... Und ja meine Güte, wenn einem die Natur so kommt - kann ich doch nichts zu, dass bei Wartenberg und Pünder nichts läuft Icon_ugly

Zitat:Jetzt stellt sich mir die Frage, wie viele Teile werden das denn? Ich könnt mir jetzt alles und nichts vorstellen, wenn ich an die Fortführung der Geschichte denke.
Uffz. Fertig bin ich noch nicht, und es ist noch nicht alles online. Ein Drittel oder so steht noch aus. Zum bisher geschriebenen Ende hin werde ich mir aber etwas zu schnell ...

Liebe Grüße und vielen Dank für den Kommi Icon_smile
Lehrling


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Naira - 02-09-2011 18:08

n'Abend

Und weiter geht's.
Zitat:Und schon wieder fand er kein Gehör.
Kannst du dir ungefähr vorstellen, was da in meinem Kopf für Bilder entstehen? Mrgreen Man kann sich Gehör verschaffen, aber kann man es auch finden? Klingt für mein Gehör (Flachwitz, Füße hoch!) irgendwie schräg.
Zitat:fand ein Wenig zu seiner Fassung zurück.
wenig
Zitat:Ich ... Zwölf Jahre. Aber zu Hause ist es für mich noch immer nicht. Es zieht mich zurück, immer wieder zurück zu meinem Elternhaus. Meine Mutter lebt nicht mehr dort, aber die vertrauten Häuser - sie geben mir Sicherheit.
Da konkurrieren bei mir drei Wünsche:
1) Ich möchte den Kopf in den Sand stecken. Fremdschämen und so. Ein erwachsener Mann, vorm Polizeibeamten ... Nun ja.
2) Ich möchte ihn ohrfeigen. Was erzählst du denn da, verdammt?!
3) Ich möchte ihn knuddeln. Och, das ist so süß ...!
Icon_wink
Zitat:Ein kurzer Blick genügte ihm, um seine Umgebung zu erfassen: Eine Seitengasse.
Erster Gedanke: Hä? So what! Er muss seine Umgebung erfassen, und dann stellt er fest, dass er in einer Seitengasse ist?
Dieses "Umgebung erfassen" klingt für mich nach einem etwas mühsameren Prozess. "Eine schwächelnde Laterne, Müllcontainer, umgeben von einem Dunstkreis aus Müll, im Zwielicht verschwindende Hintereingänge. Er war in einer Seitengasse." Das bedeutet für mich einfach, die Details zu erkennen, die einen umgeben.
Ich weiß, dass er das danach tut. Aber die Beschreibung, die auf seine brillante Feststellung folgt, verbinde ich gar nicht mehr richtig mit dem ersten Satz.
Ich möchte den Satz mal minimal verändern. Nur zwei Worte:
"Ein kurzer Blick genügte ihm, um seine Umgebung zu erfassen: ein Dixiklo."
Verstehst du, was ich meine? Dieses "seine Umgebung erfassen" verspricht, dass er sich jetzt an einem irgendwie ungewohnten Ort befindet. Und dann steht er bloß in dieser blöden Seitengasse. Ich finde, du schürst da irgendwie Erwartungen, die dann nicht erfüllt werden.
Btw: Wenn nach dem Doppelpunkt kein vollständiger Satz folgt, wird klein weiter geschrieben.

Aber Wartenbergs Traum ist richtig stark! Verstörend, weil man es ihm nicht zutraut, und weil er mich an seiner Unschuld zweifeln lässt. Die Bilder sind allerdings genial! So präzise und genau, total emotionslos auf eine Art und Weise. Er schießt einfach, er funktioniert. Nichts weiter. Toll!
Zum nächsten Teil hab ich dann eine Frage: Wozu war der jetzt gut? Icon_wink Ist Elisabeth Hartenbusch wichtig und sollte so vorgestellt werden? Oder wolltest du einfach gern mal eine Bettszene einbauen? :P

Sehr schön, der Teil hat mir gefallen. Armer Wartenberg, er ist ganz schön gebeutelt. Ich hoff ja ganz arg, dass er nicht der Mörder war, aber dieser Traum ... Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass er mutig genug wäre, die Waffe auch nur in der Hand zu halten. Könnte ja versehentlich losgehen. Und dann hätte er ein Loch im Fuß. Unschön, so was.
Na, ich werd's ja noch sehen, nicht? Bis zum nächsten Teil!

Liebe Grüße
Naira


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Federlehrling - 02-09-2011 21:03

'n Abend zurück Icon_smile

Zitat:Kannst du dir ungefähr vorstellen, was da in meinem Kopf für Bilder entstehen? Mrgreen Man kann sich Gehör verschaffen, aber kann man es auch finden? Klingt für mein Gehör (Flachwitz, Füße hoch!) irgendwie schräg.
Öh ... das gibt's nicht? Mir ist die Redewendung ganz geläufig, eigentlich.
* Federlehrling geht gerade einmal googlen.
Über 2 Mio. Einträge; nicht, dass das was heißen müsste, aber ich denke, man kann es wohl verwenden Icon_wink

Zitat:Da konkurrieren bei mir drei Wünsche:
1) Ich möchte den Kopf in den Sand stecken. Fremdschämen und so. Ein erwachsener Mann, vorm Polizeibeamten ... Nun ja.
2) Ich möchte ihn ohrfeigen. Was erzählst du denn da, verdammt?!
3) Ich möchte ihn knuddeln. Och, das ist so süß ...!
Icon_wink
Tja, der gute Herr W. ist schon so ein Fall für sich. Der hat sich einfach so entwickelt, ich kann da nix zu, dass der so ist, ehrlich! Mrgreen

Zitat:Erster Gedanke: Hä? So what! Er muss seine Umgebung erfassen, und dann stellt er fest, dass er in einer Seitengasse ist?
Na ja, es folgt ja so eine Art Killer/Spezialagent/...-Nummer. Der Bursche ist - so hatte ich es mir vorgestellt - in eine brenzlige Situation geraten und in der Seitengasse verschwunden. Jetzt klärt er - völlig kalt und berechnend, wie im Folgenden auch, einmal seine Situation. Sieht sich um, nimmt die Aspekte wahr, die er braucht (Deckung, Schatten, Fluchtwege, Hindernisse, Gegner, ...). Das kann ich nur noch nicht im ersten Satz so schreiben, sonst mache ich mir den Rest kaputt, fürchte ich. Ist es echt so unverständlich, die Formulierung?

Zitat:Aber Wartenbergs Traum ist richtig stark! Verstörend, weil man es ihm nicht zutraut, und weil er mich an seiner Unschuld zweifeln lässt. Die Bilder sind allerdings genial! So präzise und genau, total emotionslos auf eine Art und Weise. Er schießt einfach, er funktioniert. Nichts weiter. Toll!
Vielen Dank Icon_smile

Zitat:Zum nächsten Teil hab ich dann eine Frage: Wozu war der jetzt gut? Icon_wink Ist Elisabeth Hartenbusch wichtig und sollte so vorgestellt werden? Oder wolltest du einfach gern mal eine Bettszene einbauen? :P
Ja, Bettszene schreiben war natürlich der Hauptgrund, das siehst du schon richtig, aber die Hartenbusch soll schon auch noch eine Rolle spielen Icon_ugly Nee, im Ernst: Die Frau wird, so wie es bisher aussieht, noch wichtig. Und ich finde, es charakterisiert sie auch nicht schlecht ... Icon_wink

Zitat:Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass er mutig genug wäre, die Waffe auch nur in der Hand zu halten. Könnte ja versehentlich losgehen. Und dann hätte er ein Loch im Fuß. Unschön, so was.
Icon_lachtot Echt ma!

Zitat:Na, ich werd's ja noch sehen, nicht? Bis zum nächsten Teil!
Danke für den Kommentar und bis dahin! Du bringst mich ganz schön in Zugzwang, ich muss ja bald sogar neue Teile einstellen (und dann - Schreck! - weiterschreiben!) ... Irgendwie ist mir die Geschichte untergegangen in letzter Zeit Icon_slash Danke insofern auch für den ganz allgemeinen Arschtritt Icon_wink

Schönen Abend weiterhin!
Lehrling


RE: Die Causa Wartenberg - Teil 4 - Libertine - 18-09-2011 16:41

Hallo Federlehrling,

und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Du nimmst in diesem Teil etwas das Tempo raus und füllst mit Emotionen auf. Es ist noch nicht viel Zeit vergangen seit dem ersten Tag, hm? Ich habe schon am Anfang überlegt, ob es vielleicht Sinn machen würde, die Geschichte mit Wochentagen zu sortieren, damit man ein besseres Gefühl dafür hat, wieviel Zeit seit dem ersten - bald dann auch seit dem zweiten - Mord vergangen ist.

Keine neuen Erkenntnisse und Wendungen - aber das Krimiherz verlangt doch danach Icon_wink.
Das erneute Verhör ist dir gut gelungen, auch wenn man dort nichts erfährt. Wartenberg erinnert sich, aber darf nicht richtig ausreden. Mich wundert, dass er nicht einmal gefragt wird, wie er sich erklären kann, dass er schon wieder in der Nähe eines Tatorts ist. Und was ist eigentlich mit der Waffe? Wurde die gefunden? Wer ist das Opfer? Wie alt?
Ich hätte mir in diesem Teil mehr Informationen über den zweiten Mord gewünscht, um auch selbst ein bisschen knobeln zu können, ob das alles Zufall ist. Wie es in der Radiomeldung heißt, wurde Wartenberg in Tatortnähe festgenommen und er sei verdächtig gewesen. Ja, warum war er denn verdächtig? Mir ist nicht ganz klar geworden, wieso sie ausgerechnet auf ihn schließen.

Danach schauen wir auf Zurheydens Privatleben. Ob man sich wohl den Namen seiner Freundin merken sollte? Ich denke beim Lesen immer, dass jemand, der mit Vor- und Nachnamen vorgestellt wird, schon seine Rolle bekommen wird. Auch wenn ich mir das bei ihr noch nicht vorstellen kann. Und wie es wohl zusammenhängt?
Im Moment sind mir die Ministerszenen ein bisschen viel. Das politische Prozedere nimmt seinen Lauf, der eine wird verabschiedet, der andere neu aufgenommen. Fraglich, ob beide Szenen wirklich notwendig sind oder ob das vllt auch am Rande erwähnt werden könnte und du uns die Figur vllt anders ein bisschen näher bringen kannst. Das Stottern dagegen macht Zurheyden menschlich.

Nichtsdestotrotz kann ich momentan keinen deiner Charaktere einschätzen. Ich würde ihnen alles abnehmen, also mal sehen, wie sie sich weiter entscheiden Icon_wink.

Zur Sprache sage ich schon die ganze Zeit nichts, denn es liest sich gut. Ich habe auch das Gefühl - abgesehen von einzelnen Stellen - brauche ich dir das Große und Ganze eines Geschichtsaufbaus nicht zu erklären. Das hast du schon ganz gut raus Icon_wink

Anmerkungen:
Zitat:dreimal tief durch, fand ein Wenig zu seiner Fassung zurück.
ein wenig
Zitat:Pünder hob die Augenbraue.
Hat er nur eine?
Sonst: "hob eine Augenbraue" oder auch "die rechte/linke"
Zitat:»Ich dachte immer«, fügte der Kommissar hinzu, »ihr Journalisten sterbt für eine gute Story. Offenkundig. Und noch etwas, Wartenberg: Sie leben noch. Die Story taugt nicht.«
Wenn ich's richtig verstehe, dann passt "und noch etwas" nicht, denn es ist ja weiter der gleiche Gedanke, den Pünder da von sich gibt. Vllt etwas wie: "Aber wissen Sie, Wartenberg: Sie leben noch. Die Story taugt nicht."
Ziemlich fies, so oder so. Der Ermittler ist so festgefahren. Wüsste gerne mal, warum. Aber vllt wirkt das auch nur so, weil wir ja nichts von seinen sonstigen Ermittlungen mitbekommen.
Zitat:Die Dunkelheit wich nur um die Straßenlaterne an der Hauswand einem goldenen Schein, der Rest der Gasse lag in grau und düster da.
Ich habe die Reihung ein paar Mal gelesen, vllt wäre folgendes übersichtlicher: Die Dunkelheit wich einem goldenen Schein nur um die Straßenlaterne an der Hauswand.
Oder vllt lässt du die Hauswand-Info raus? Es dauert sonst sehr lang, bis man beim Schein ankommt.
"der Rest (...) lag grau und düster da", ohne in
Zitat:Rufe hallten von den Wänden wieder, Männer hetzten in seine Richtung.
hallten (...) wider
Zitat:Ein weiteres Projektil, das sich herauswand aus dem Lauf
um die Dopplung von "aus" zu vermeiden vllt "das sich aus dem Lauf wand"
Und - vllt heißt das, wir suchen noch eine Leiche? Hmmmmm ...
Zitat:Die Daunen des Kissens rauschten, als der Hinterkopf seinen Weg hineinbahnte.
Hinterkopf sich seinen
Zitat:Gedehnt ließ er die Luft aus seinen Lungen ströhmen, als er spürte, wie sie ihren Kopf auf ihn legte.
"strömen", ohne h
sie legt den Kopf auf ihn - nicht eher auf seine Brust, oder so etwas?
Zitat:Der Landtagspräsident trat vor ihn und hielt die Urschrift der Landesverfassung.
Da fehlt etwas wie "in der Hand" oder "hielt ihm entgegen"
Nur halten klingt unvollständig.
Zitat:Der Gedanke an eine öffentliche Blamage machte im Angst
Tippfehler: ihm Angst

So, kurz was essen und dann geht's weiter Icon_smile
Liebe Grüße,
Libertine