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Die Welt ist eine Lüge
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23-05-2009, 00:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23-05-2009 01:10 von AngelOfShadow.)
Beitrag: #1
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Die Welt ist eine Lüge
Noch ein älterer Text von mir, über den ich grad in einem anderen Forum gestolpert bin und den ich schon vergessen hatte. Qualitativ nicht das Beste, was aus meiner Feder stammt, aber doch mit Elementen, die mich stolz machen.
Keine Ahnung, ob es hier richtig steht - ich erinnere mich nicht einmal mehr, wo es ... in einem anderen Forum stand. Viel Spaß :o) Die Welt ist eine Lüge Schwarze Nacht. Kein Stern ist am Himmel zu sehen. Völlige Stille. Kein Wind weht. Alles liegt ruhig und friedlich zu meinen Füssen. Ich stehe hier an dieser Klippe, scheinbar endlose Weite unter mir. Die Lichter der Stadt schimmern in der Ferne, ein leichter Nebel hängt über den Dächern. Langsam gehe ich einen Schritt vor und beuge mich leicht nach vorne. Ich gerate ins Wanken, fange mich aber schnell wieder. Die Flasche Rotwein in meiner Hand ist fast geleert. Trockener Rotwein. Etwas, was ich sonst nie trinke. Ich schaue an mir herab. Ein bodenlanges weißes Kleid schmiegt sich eng an meinen Körper. Weiß steht für Reinheit, Unschuld. Ich muss lachen. Kein Wunder, dass ich so selten Weiß trage. Es passt einfach nicht zu mir. Schwarz steht mir besser. Mit einem Kopfschütteln leere ich die Flasche und werfe sie weit von mir Richtung Stadt. Es dauert eine Weile, bis ich ein leises widerhallendes Klirren höre. Ich drehe mich um und gehe die wenigen Schritte zu meinem Rucksack, der im Dunkeln liegt. Noch während ich mich ins Gras fallen lasse, ziehe ich die nächste Flasche heraus. Schnell ist der Deckel abgeschraubt. Billigwein aus dem Supermarkt um die Ecke, mit Schraubverschluss. Zum Betrinken immer gut. Andererseits, wann soll ich den guten Wein trinken, wenn nicht jetzt? Eine Flasche italienischen Riserva habe ich mir zum krönenden Abschluss mitgebracht. Abschluss. Ein seltsames Wort. Klingt nach Schule oder Ausbildung. Aber es wird ein Abschluss sein. Ein Ende. Das Ende eines Lebens. Eine leise Stimme ertönt in meinem Kopf. „Du hast ja doch nicht den Mut, dein Leben zu beenden, du erbärmlicher Feigling.“ Ich ignoriere sie. Natürlich habe ich den Mut, diesem Leben ein Ende zu setzen. Was gibt es denn hier auch für mich? Freunde? Trocken lache ich auf, während ich wieder aufstehe und den Blick erneut auf die fernen Lichter der Stadt richte. Was bedeutet Freundschaft in dieser Welt? Hat sie überhaupt noch einen Wert für die Menschen? Nach meinen Erfahrungen kann ich diese Frage klar mit einem Nein beantworten. Und was ist mit Liebe? Wieder will ich auflachen, doch das Lachen bleibt mir im Halse stecken. Tränen brennen in meinen Augen. Ich blinzele sie weg. „Nur keine Schwäche zeigen.“ Da ist diese leise Stimme wieder, und diesmal kann ich sie nicht ignorieren. „Du weißt, dass Weinen eine Schwäche ist.“ Wut packt mich, Wut über die Gehässigkeit dieser Stimme, und ich balle die Hände zu Fäusten, sage stumm, dass die Stimme verschwinden soll. Doch sie hört nicht auf mich. Wispernd und zischend spricht sie weiter auf mich ein. „Du Schwächling. Ja, heul nur, du bist erbärmlich.“ Sie lacht böse, während heiße Tränen über meine Wangen fließen. Ich lasse den Kopf sinken, das Kinn berührt meine Brust. Langsam entspanne ich meine Hände, öffne die Fäuste und falle auf die Knie. „Ganz genau, runter in den Dreck mit dir, wo du hingehörst, du erbärmliches Stück. Schau dich doch an. Wie du da kauerst und heulst wie ein kleines Gör, dem sein Spielzeug weggenommen wurde.“ „Hör auf“, schluchze ich leise. „Nicht Spielzeug hat man mir genommen, sondern eine Chance. Die Chance auf mein Leben.“ Ein höhnisches Lachen erklingt. „Dein Leben ist eine einzige Lüge!“ „Ich weiß“, flüstere ich, „ich weiß.“ Meine Hand greift wieder nach der angebrochenen Flasche Wein. Ich lege den Kopf in den Nacken, starre mit tränenden Augen in den schwarzen Himmel und leere die Flasche in einem Zug. Zitternd richte ich mich auf und gehe die wenigen Schritte bis zum Abgrund. Ein Blick auf die Lichter der Stadt, die vor meinen blauen Augen verschwimmen. Ich hole weit aus und die zweite Flasche des Billigweins gesellt sich im Abgrund zu der ersten. Wieder lausche ich, bis ich das Geräusch des Aufpralls höre. Das Splittern des Glases hallt ganz leise wider, wirkt unecht, unreal. Ein Lächeln stiehlt sich auf mein Gesicht und mit dem Handrücken fahre ich über meine Wangen, um die Tränen abzuwischen. Unecht, wie mein Leben, wie diese Welt. Wieder drehe ich dem Abgrund und der Stadt den Rücken zu, gehe langsam zurück zu meinem Rucksack, der verlassen im feuchten Gras liegt. Eine letzte Flasche Wein befindet sich noch darin. Der Riserva, ein italienischer schwerer Rotwein, eine Empfehlung des Weinfachhandels. Ich lasse mich ins Gras sinken und krame nach meinem Korkenzieher. Kein Billigschraubverschluss, sondern edler Korken. Ein würdiger Wein für ein würdiges Verlassen dieser Erde. Sogar ein Weinglas habe ich mitgebracht. Mit einem leisen Ploppen springt mir der Korken entgegen. Die Nase direkt über der Flaschenöffnung atme ich tief ein und sauge den herbsüßen Geruch des Weines in mir auf. Ich gieße das Glas halbvoll, ziehe den Stoff des Kleides hoch und klemme die Flasche zwischen meine Beine. Wäre schade, würde sie umfallen und ich den guten Wein verschütten. Jeder Tropfen ist kostbar. Und der letzte soll auf meinen Lippen verdunsten. Vorsichtig hebe ich das Glas an meinen Mund und trinke einen kleinen Schluck. Sofort merke ich, wie sich eine Wärme in mir ausbreitet, als der Wein den Weg durch meine Speiseröhre zum Magen fließt. Mich schwindelt leicht und wieder verschwimmt mein Blick, was mir aufgrund der Dunkelheit nichts ausmacht. Ich schließe die Augen und ignoriere, dass die Welt sich um meinen Kopf dreht. Meine Gedanken driften ab, ich versinke in Erinnerungen an die wenigen schönen Augenblicke, die ich auf dieser Welt erleben durfte. Wie ich das erste Mal in Michaels Augen sah, mich das erste Mal in seinem Lächeln verlor. Wie er zum ersten Mal meine Hand nahm und sie sanft drückte, während sein Gesicht sich meinem näherte. Wie mein Herz in diesem Augenblick raste, sich meine Augen wie von allein schlossen und ich ganz ruhig wurde, als sich unsere Lippen berührten. Wie er mich ansah, als er mir das erste Mal „Ich liebe dich.“ sagte. Und dann fällt mir ein, wie ich ihn mit dieser anderen sah. Wie sie Hand in Hand durch die Stadt liefen, lachten, sich umarmten. Wie er sie ansah wie er mich angesehen hatte. Wie er ihr eine blonde Locke aus ihrem makellosen Gesicht strich. Und wie er sich einfach nicht mehr meldete. Ich leere das Glas mit einem großen Schluck und stelle es ab, greife direkt nach der Flasche. Denke an meine Eltern, meine angeblichen Freunde, den Rest meiner so genannten Familie. Ich denke an die Menschen, denen ich auf der Straße begegnet bin, die umher hasteten, als würde ihnen die Zeit weglaufen. An den Park um die Ecke, indem die Vögel zum Tagesbeginn immer über den kleinen Tümpel fliegen und sich in den Trauerweiden niederlassen, um sich ihr Gefieder zu putzen. Gern habe ich an diesem Tümpel gesessen, stundenlang die Wasserfläche angestarrt, die Entenfamilien beobachtet. Stundenlang einfach dagesessen, bis in die späte Nacht hinein, dem Mond beim Auf- und Untergehen zugeschaut. Sterne gezählt, Sternenbilder gesucht, gefunden und wieder aus dem Gedächtnis gelöscht. Solange, bis der Himmel schwarz war. So wie heute Nacht. Ich mag schwarz. Schwarz ist Hoffnung, schwarz ist Glück. Die Liebe ist auch schwarz. Schwarz wie geronnenes Blut. In einigen Tagen werden alle schwarz tragen. Außer mir. Ich werde weiß tragen. Ein weißes bodenlanges Kleid. Blutgetränkt. Ich nehme den letzten Schluck des guten Riserva. Langsam gehe ich in die Hocke und stelle die leere Flasche behutsam neben mich auf die Erde. Aus meinem Rucksack nehme ich mein liebstes Briefpapier und meine geliebte Kaligraphiefeder. Mit ruhiger Hand beginne ich zu schreiben. Es werden die letzten Worte sein, die ich dieser Welt hinterlasse. Ich schreibe einfach drauf los, kann kaum die Gedanken halten, so schnell fliegen sie an mir vorbei. Die Feder gleitet schnell über das Papier und verursacht leise Kratzgeräusche, welche Gänsehaut machen. Die Worte verschwimmen vor meinen Augen, ich nehme nichts mehr wahr, sondern schreibe einfach. "Es ist meine letzte Nacht in dieser Welt. Jahre der Einsamkeit gehen heute zu Ende. Ein Leben endet. Ein Leben hinter einer Maske. Doch es ist nicht mein Leben. Mein Leben wird erst beginnen. In einer anderen Welt. In einer Welt der Anerkennung. Wo Respekt groß geschrieben wird. In einer Welt, in der die Werte nicht am Geld oder Aussehen gemessen werden. In meiner Welt. Dort werde ich leben. Diese Welt ist eine Lüge." Vorsichtig rolle ich das Blatt Pergament zusammen. Ich löse das Seidenband aus meinem rotbraunen Haar und wickele es um die schmale Rolle. Liebevoll verknote ich die beiden Enden und zupfe eine Schleife zurecht. Ein Lächeln zeichnet sich auf meinem Gesicht ab, als ich mein Werk betrachte. Doch schnell verschleiert sich mein Blick wieder. Denn ich weiß, dass niemand die simple Schönheit dieses Pergaments sehen wird. Die Menschen in dieser Welt haben kein Auge für kleine Schönheiten. Ich nehme die Flasche zur Hand, lasse die Pergamentrolle langsam hinein gleiten und stelle sie wieder ab. In einer fließenden Bewegung richte ich mich auf und streiche den Stoff des Kleides glatt. Ob der Kostümverleih viel Geld als Schadensersatz verlangen wird? Wieder muss ich lachen. Ja, vielmehr als ein Kostüm ist dieses wirklich schöne Kleid nicht. Ein Kostüm, das hervorragend zu der Maske passt, die ich mein Leben lang trug. Die ich heute Nacht ablegte. Jetzt bin ich wirklich ich. In einem weißen bodenlangen Kleid vom Kostümverleih. An einem Abgrund. Vor den im Nebel blinkenden Lichtern der Stadt. Ich fühle mich frei. Ich breite die Arme aus und atme tief ein. Die Luft brennt in der Lunge. Diese Welt ist schlecht. Schritt für Schritt nähere ich mich dem Abgrund. Die Lichter der Stadt entfernen sich statt mir entgegen zu kommen. Doch es ist mir egal. Wenige Schritte trennen mich von der Erlösung. Es heißt immer, dass man das Leben im Schnelldurchlauf sieht, wenn sich das Ende nähert. Es stimmt nicht. Noch vier Schritte. Vielleicht liegt es daran, dass dies nicht mein Leben ist. Noch drei Schritte. Mein Leben beginnt in wenigen Augenblicken. Noch zwei Schritte. Ich halte die Luft an. Noch ein Schritt. Ich bleibe stehen und atme noch einmal tief durch. Ich bin ganz ruhig. Zufrieden. Ich lasse mich mit ausgebreiteten Armen nach vorne fallen. Wie ein Engel ohne Flügel. Das weiße bodenlange Kleid schmiegt sich an die Konturen meines Körpers. Als meine Füße den Boden nicht mehr berühren, schreie ich aus tiefster Seele. "DIE WELT IST EINE LÜGE!" Und ich falle ... Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter, wenn wir ihn für jemanden wagen, der Licht in unser Leben bringt. (unbekannt) Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken
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25-05-2009, 13:47
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25-05-2009 13:49 von Arnagos.)
Beitrag: #2
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Gut, dann will ich mir deinen Text mal vornehmen.
Zitat:Schwarze Nacht. Kein Stern ist am Himmel zu sehen. Völlige Stille. Kein Wind weht.Um in dem Stil der kurzen, prägnanten Sätze zu bleiben, hättest du den zweiten Satz mMn auch kurz und prägnant schreiben sollen. Z.B: Kein Stern am Himmel oder Keine Sterne zu sehen. So sticht der für mich etwas unangenehm heraus. Zitat:Wut packt mich, Wut über die Gehässigkeit dieser Stimme, und ich balle die Hände zu Fäusten, sage stumm, dass die Stimme verschwinden soll.Dieses "sage" stört mich hier. Vielleicht brüllt/schreit sie die innere Stimme an, aber mit der Wut im Bauch lässt sich schwerlich etwas "nur" sagen. Zitat:Langsam entspanne ich meine Hände, öffne die Fäuste und falle auf die Knie.Kurz vorher schreibst du sie lässt sich ins Gras fallen. Von dort aus kann man nicht auf die Knie fallen. Zitat:Ich lege den Kopf in den Nacken, starre mit tränenden Augen in den schwarzen Himmel und leere die Flasche in einem Zug.Das hieße, dass sie 0,75 Liter Wein auf einen Schlag weghaut. Respekt! Denn das war ja die neue Flasche oder? Und ich konnte nicht sehen, dass bereits erheblich daraus getrunken wurde. Zitat:Wie er sie ansah wie er mich angesehen hatte.Vorschlag: Wie er sie ansah, so wie er mich zuvor angesehen hatte. Ich musste den Satz zweimal lesen, um ihn zu verstehen, mag aber auch an mir liegen. Zitat:Ich nehme den letzten Schluck des guten Riserva.Hier wieder. Das Glas war doch erst ein- bzw. zweimal gefüllt. Möglicherweise trinkt sie aus einem Weizenglas? Zitat:Mit ruhiger Hand beginne ich zu schreiben.Das glaube ich im Leben nicht, nach drei Flaschen Wein und ohne Unterlage. Gut, ich bin an der Stelle durch. Rechtschreibfehler habe ich keine gefunden. Gesamtfazit: Dein Text lässt sich schön und flüssig lesen. Auch die Gefühle hast du toll rübergebracht. Ich konnte bis auf die paar kleinen Erbsen oben nichts gravierendes finden, das mich gestört hätte. Von mir also: Daumen hoch! Lieben Gruß, Arnagos |
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25-05-2009, 23:02
Beitrag: #3
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Hey Arnagos,
danke für deinen Kommentar. Eine ausführliche Antwort wirst du in den nächsten Tagen, spätestens am Wochenende erhalten. Dazu brauche ich ein wenig Ruhe. Nur zu einem Punkt möchte ich kurz etwas sagen, denn diese Stelle habe ich extra kurz vor dem Einstellen überarbeitet, weil sie mir auch aufgefallen war ;o) Zitat:Kurz vorher schreibst du sie lässt sich ins Gras fallen. Von dort aus kann man nicht auf die Knie fallen.Sie steht vorher wieder auf, nämlich her: Zitat:Trocken lache ich auf, während ich wieder aufstehe und den Blick erneut auf die fernen Lichter der Stadt richte. Zu allem anderen komme ich dann in der ausführlichen Reaktion, auf jeden Fall aber schon an dieser Stelle ein Dankeschön. Lieben Gruß, Angel Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter, wenn wir ihn für jemanden wagen, der Licht in unser Leben bringt. (unbekannt) Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken
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31-05-2009, 19:51
Beitrag: #4
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Hallo AngelOfShadow!
Der Titel hat etwas, das mich magisch anzieht. Ich hab deine Geschichte schon gestern in meiner Mittagspause gelesen, mal sehen ob ich die Erbsen wiederfinde, die ich gestern gezählt hab. *g Zitat:Alles liegt ruhig und friedlich zu meinen Füssen.Füßen Zitat:Langsam gehe ich einen Schritt vor und beuge mich leicht nach vorne.Die Wiederholung hat mich beim Lesen ein bisschen gestört. (Aber ich mag auch allgemein das Wort "vorne" nicht, vielleicht lag es daran.) Vielleicht "und beuge mich leicht über den Abgrund" oder so etwas? Zitat:Etwas, was ich sonst nie trinke.Besser: Etwas, das Zitat:Wieder will ich auflachen, doch das Lachen bleibt mir im Halse stecken.Auch an der Stelle stört mich die Wiederholung. Allerdings habe ich hier spontan leider keine Verbesserung parat. Zitat:wirkt unecht, unreal.An dieser Stelle empfand ich "unecht" und "unreal" als Doppelung, weil die beiden Worte eigentlich dasselbe ausdrücken. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es das Wort "unreal" überhaupt gibt. "Unrealistisch" ja, aber als Gegenstück zu real kenne ich nur surreal oder irreal. Ja, ich zähle gerne Erbsen. Aber das waren schon alle. Allgemein hat mir deine Geschichte gefallen. Die Atmosphäre und die Gefühle deiner Protagonistin hast du gut rüber gebracht. Allerdings hätte ich mir gerade am Anfang vielleicht etwas mehr Umgebungsbeschreibung gewünscht, denn den Ort des Geschehens konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Eine besseres Bild der Szenerie wäre schön gewesen. Bestimmte Worte und Beschreibungen kommen in deinem Text immer wieder vor, was ich irgendwann als störend empfunden habe. Zum Beispiel "die Stimme" (Wo ist die später eigentlich plötzlich hin verschwunden? Im Wein ertrunken?), die der Protagonistin auch bei jedem Auftauchen sagt, dass sie "erbärmlich" sei. Und das Kleid ist auch jedes Mal weiß und bodenlang. Man erfährt im Laufe der Geschichte, dass ihr Freund sich eine andere gesucht hat. Hier weiß man, warum er schuld ist an ihrer Stimmung. Aber die Eltern, Familie und die "angeblichen Freunde" werden nur mal eben erwähnt, ohne dass man erfährt, was sie verbrochen haben. Was haben sie getan? Wie haben sie dazu beigetragen, dass sie die Entscheidung getroffen hat, ihr Leben zu beenden? Das Ende fand ich dann wieder sehr gut gelöst. Die Geschichte endet nicht mit dem Aufschlag auf dem Boden, nicht mit dem Tod der Protagonistin. Was ich auch unrealistisch gefunden hätte, da sie die Geschichte ja selbst erzählt. Nein, es endet mit dem Fall. Ein Fall ins nichts? In ein neues Leben? Ein besseres? Stirbt sie wirklich oder geschieht doch noch ein Wunder? Das Ende läd zum Weiterdenken ein und das mag ich. Es lässt Raum zum Träumen und Hoffen und für die eigene Stimmung (Gestern in der Mittagspause hätte ich sie unten aufschlagen lassen. Heute darf sie meinetwegen aufgefangen werden. *g) Alles in allem also eine schöne Geschichte, die ich gern gelesen habe. Vor allem das Ende. Liebe Grüße, Moena Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg. - Oscar Wilde Mein kleines Reich |
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31-05-2009, 22:13
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01-06-2009 13:25 von Sigurd.)
Beitrag: #5
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Ich habe gegen Ende hin immer noch gehofft, sie würde gerettet. Ihr Freund erscheint unverhofft, ein Familienmitglied; oder jemand, der zufällig vorbei geht. Aber Pustekuchen, die Welt ist eben hart und real. Der poetischte Selbstmord dennoch, von dem ich je gelesen habe. Irgendwie schön: Der Gedanke "der Befreiung von allem", von der die Prota beseelt ist, hat mir gefallen. Gruß, Sigurd
Literatur hat mich gelehrt, wie wenig ich weiß - und wie viel ich zu wissen glaubte. |
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01-06-2009, 18:42
Beitrag: #6
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Hallo Moena, hallo Sigurd,
auch euch beiden möchte ich für eure Kommetare danken. Ein ausführliches Feedback erhaltet ihr, sobald meine Klausurenphase vorbei ist und ich mir keinen Lehrstoff mehr ins Hirn prügeln muss. Liebe Grüße, Angel Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter, wenn wir ihn für jemanden wagen, der Licht in unser Leben bringt. (unbekannt) Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken
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07-06-2009, 17:09
Beitrag: #7
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Dann will ich mal:
Zitat:Mit einem Kopfschütteln leere ich die Flasche und werfe sie weit von mir Richtung Stadt.Vielleicht: Ich schüttele den Kopf und leere die Flasche? So, wie du es geschrieben hast, habe ich das Bild vor Augen als würde sie beides gleichzeitig tun, was ich mir nicht so einfach vorstelle. Zitat:Aber es wird ein Abschluss sein.Aha, der erste Hinweis. Zitat:„Ganz genau, runter in den Dreck mit dir, wo du hingehörst, du erbärmliches Stück.Weckt in mir irgendwie Assoziationen an bestimmte Filmchen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte....^^ Zitat:Die Nase direkt über der Flaschenöffnung atme ich tief ein und sauge den herbsüßen Geruch des Weines in mir auf.Der Satz gefällt mir richtig gut. Zitat:Ich werde weiß tragen. Ein weißes bodenlanges Kleid. Blutgetränkt.Aber doch wohl nicht auf der Beerdigung?! Zitat:Ich löse das Seidenband aus meinem rotbraunen Haar und wickele es um die schmale Rolle.Empfinde ich persönlich als sehr kitschig, aber das ist Geschmackssache Das Ende hat mich dann doch überrascht. Hätte nicht gedacht, dass sie das jetzt durchzieht. Amtmosphärisch hat mir die Geschichte gefallen, die kurzen Rückblenden, die einen Einblick in ihr Leben liefern waren sehr gut in den Text eingestreut. Gewundert hat mich dann allerdings doch, mit was für einer Geschwindigkeit es möglich ist, ganze Weinflaschen zu leeren. (Und wie klar sie danach noch denken kann - hat wohl schon geübt?!) Ließ sich alles ganz flüssig lesen, bin noch über ein paar Kleinigkeiten gestolpert, die aber schon alle von meinen Vorrednern angemerkt wurden, deswegen halte ich mal die Klappe. Fazit: Ganz okay, aber wirklich berührt hat es mich nicht wirklich (bin vielleicht auch grad nicht in der Stimmung für sowas) LG Glory P.S.: Viel Erfolg bei deiner Klausurenphase "Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein." -Peter Altenberger- |
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09-06-2009, 23:11
Beitrag: #8
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Moin Angel.
Nicht wundern, Du musstest ja zwangsläufig auch mal dran kommen, ne? Auch wenn ich weiß, dass eine Antwort auf sich warten lassen wird - aber da gibts andere, da warte ich schon länger. Zitat:Keine Ahnung, ob es hier richtig steht - ich erinnere mich nicht einmal mehr, wo es ... in einem anderen Forum stand.Depression. Zitat:Alles liegt ruhig und friedlich zu meinen Füssen.Es ist ungewöhnlich, Rechtschreibfehler bei Dir zu finden. Aber ich will mich hier nicht als Behüter und Beschützer des "ß" aufspielen - aber gib ihm wenigstens eine Chance. Zitat:Die Lichter der Stadt schimmern in der Ferne, ein leichter Nebel hängt über den Dächern.Das prosaische Ich hat einen weiten Blick, und doch kommt mir der Nebel über den Dächern näher vor. Ist jetzt vielleicht nur eine Frage des Blickwinkels oder des Justieren - des Feinjustierens. Oder man baut ein paar Worte dazwischen ein, als Abstufung, in der der Blick des Leser ein wenig näher an die Dächer geführt wird. Aber, nicht wirklich tragisch. Kein Murks. Die Lichter der Stadt schimmern in der Ferne. Miniaturbauten, über deren Dächern ein leichter Nebel hängt. Zitat:Schnell ist der Deckel abgeschraubt. Billigwein aus dem Supermarkt um die Ecke, mit Schraubverschluss.Sachet ruhich - Korinthenkacka. Aber im Ernst, da ist meiner Meinung nach eine unschöne Dopplung drin. In Anbetracht des Folgesatzes möchte ich folgenden Vorschlag abgeben: Schnell ist der Deckel abgeschraubt. Billigwein aus dem Supermarkt um die Ecke, zum Betrinken immer gut. Zitat:Eine Flasche italienischen Riserva habe ich mir zum krönenden Abschluss mitgebracht. Abschluss. Ein seltsames Wort. Klingt nach Schule oder Ausbildung. Aber es wird ein Abschluss sein. Ein Ende. Das Ende eines Lebens.Hier habe ich den Eindruck, das prosaische Ich kann wirklich keinen Gedanken greifen und mit ihm für einen Moment verweilen. Sprich: das Lesetempo ist sehr schnell. Vielleicht ein Absatz, um die Botschaft an den zentralen Stellen zu verdeutlichen respektive untermauern? Eine Flasche italienischen Riserva habe ich mir zum krönenden Abschluss mitgebracht. Abschluss. Ein seltsames Wort. Klingt nach Schule oder Ausbildung. Aber es wird ein Abschluss sein. Ein Ende. Das Ende eines Lebens. Zitat:Eine leise Stimme ertönt in meinem Kopf.Ja, ich bin ein Verfechter des Kursiven. Ich finde es einfach nützlich, wenn man Worte so visuell verdeutlichen kann. Zumindest zusätzlich. Laut Teja muss sowas ja aus einem Text selbst hervorgehen - ich bin da eher der Typ, der ... sich gerne dieser Hilfsmittel bedient. Eine leise Stimme ertönt in meinem Kopf. „Du hast ja doch nicht den Mut, dein Leben zu beenden, du erbärmlicher Feigling.“ Ich ignoriere sie. Natürlich habe ich den Mut, diesem Leben ein Ende zu setzen. Was gibt es denn hier auch für mich? Freunde? Trocken lache ich auf, während ich wieder aufstehe und den Blick erneut auf die fernen Lichter der Stadt richte. Nur als Beispiel, da sind noch weitere Stellen in Deinem Werk, aber ich möchte es nur anmerken. Zitat:Ich hole weit aus und die zweite Flasche des Billigweins gesellt sich im Abgrund zu der ersten.Vor meinen lesenden Augen hatte ich das Bild des prosaischen Ichs mit zusammengepressten Lippen. Nur als Empfehlung, könnte man ja mit reinnehmen? Zitat:Ein Lächeln stiehlt sich auf mein GesichtWas für ein Lächeln? Ein zufriedenes? Ein gequältes? Zitat:Aus meinem Rucksack nehme ich mein liebstes Briefpapier und meine geliebte Kaligraphiefeder. Okay, soweit die kleinen Anmerkungen. Insgesamt gesehen sagt mir mein Bauch die ganze Zeit, dass ich diese Geschichte hundertprozentig schonmal kommentiert habe - nur, ich habe leider keine Aufzeichnungen mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich zu den Werken, die ich von Dir als erstes gelesen hatte, meinte, dass Du sehr weich, betont - irgendwie "französisch" schreibst. Also, vom Klang her. (Aber ich glaube, das war nicht explizit zu dieser Geschichte.) Ja, die Welt ist eine Lüge. Nur manchmal leben wir nicht nur die vorgefertigten Lügen, die die Welt in uns hineinzuposaunen versucht - manchmal lebt man auch eine Lüge von Innen heraus. Und die hast Du sehr schön dargestellt, auch wenn ich mit dem gewalttätigen Lebensenden von Darstellern generell nicht so gut umgehen kann. (Die hauen mich immer. )Gut, an manchen Stellen tun dem Text ein paar Absätze ganz gut, wie oben angedeutet. Doch sonst habe ich eigentlich nichts zu meckern. Liest sich gut und flüssig. LG D. Wir glauben, wir machen Erfahrungen - aber Erfahrungen machen uns. ... and dread noughts |
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09-06-2009, 23:26
Beitrag: #9
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RE: Die Welt ist eine Lüge
*kritzelt ein kurzes "Danke" für Glory und D. hin und geht wieder in die Bücher gucken*
Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter, wenn wir ihn für jemanden wagen, der Licht in unser Leben bringt. (unbekannt) Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken
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12-08-2009, 21:43
Beitrag: #10
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RE: Die Welt ist eine Lüge
Hey Engelchen!
Ein Leben dreht sich dem Ende zu und mit ihm eine ganze Welt... Und dein Prot ist schon so weit weg, dass er diese Welt gar nicht mehr sieht, hasst sie einfach nur, weil er sie schon so lange gehasst hat. Keine Kraft mehr, um noch einmal einen Blick zurück zu werfen und doch noch etwas gutes zu entdecken. Manchmal glaube ich, Menschen, die vorhaben sich umzubringen, werden einfach blind für das Gute, das manchmal wirklich ganz klein ist. Aber vielleicht da. Menschen, die vorhaben, sich umzubringen denken nach und sehen dann zwischen allem Guten die 1000 hässlichen Bilder, die sie an diesen Punkt getragen haben und einen kleinen Schritt weiter. Und dann alles vorbei. Bei deinem Prot ist es genauso. Er wirft einen Blick zurück, denkt nach über Freunde und Liebe. Denkt nach, sieht vielleicht kurz nochmal das, was ihm etwas bedeutet hat, aber das schlechte überwiegt. Der Tod hat schon seinen Platz in den Gedanken eingenommen und die Hoffnung verblasst. Die Hoffnung in diesem Leben. Die auf ein Neues bleibt. Wie man immer sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwie finde ich es schön, dass das bei deinem Prot nicht der Fall ist, dass sie etwas hinter dem Sterben sieht. Etwas Neues. Und fast scheint der Selbstmord an sich gar nicht mehr so schlimm zu sein. Mehr ein Aufbruch als ein Abschied. Der wirkliche Abschied war schon lange vorher. Du hast ein paar Bilder drin, die irgendwie typisch sind für Selbstmord-Geschichten, aber das drum rum ist so gestaltet, dass sie nicht langweilig oder kitschig wirken, sie passen einfach ins Gesamtbild. Ich glaube, mir sind die Stellen auch nur so aufgefallen, weil ich selber oft über das Thema nachdenke und Geschichten dazu schreibe, da bekommt man eben mit der Zeit einen Blick für so etwas. Deine Geschichte hebt sich irgendwie doch von den anderen ab, geht nicht unter in der Überbelastung dieses Thema, ist irgendwie etwas besonderes. Auf jeden Fall bringt sie einen zum Nachdenken, nicht unbedingt über den Suizid. Ich habe mich irgendwie mehr mit der Bedeutung von Freundschaft beschäftigt, die ganz am Anfang kurz angesprochen wurde. Der Gedanke hat mich die ganze Zeit begleitet und ich wüsste gerne, wie sie Freundschaft erfahren hat. Weil da nur Tränen sind, wenn sie drüber nachdenkt und weil sie keinen Grund mehr sieht, sich damit aufzuhalten. Freundschaft ist für mich auf jeden Fall ein Grund, weiterzuleben. Auch wenn viele Menschen Schweine sind. Es gibt immerhin noch ein paar, für die es sich lohnt, zu kämpfen. Jetzt, wo ich den Kommi schreibe, fällt mir irgendwie auf, dass deine Prot doch irgendwo ihr Leben hat vorbeiziehen sehen, nur eben nicht kurz vor dem Sterben. Vorher. Sie hat ihren (Ex)Freund gesehen, die Zeit mit ihm, sie hat sich die Vergangenheit angeschaut. Aber vielleicht ist sie auch dafür schon zu weit weg. Sieht nicht mehr wirklich hin. Vielleicht hat sie sich diese dunklen, schmerzvollen Bilder auch schon viel zu oft gesehen, um sie noch wirklich zu sehen. Zitat:Abschluss. Ein seltsames Wort. Klingt nach Schule oder Ausbildung. Aber es wird ein Abschluss sein. Ein Ende. Das Ende eines Lebens.Dieser Abschnitt hat mich auch zum Nachdenken gebracht - über das Wort Abschluss. Du hast recht, als erstes denkt man irgendwie immer an Schule und das Wort kommt mir ein bisschen seltsam vor im Zusammenhang mit Suizid. Aber irgendwie macht gerade das die Situation auch authentischer. Weil es zu den anderen Gedanken deiner Prot passt und gleichzeitig zeigt, wie sie sich von allem anderen entfernt. Zitat:„Du hast ja doch nicht den Mut, dein Leben zu beenden, du erbärmlicher Feigling.“Naja... wenn nicht den Mut, dann die nötigen Promille. Ich war ein bisschen irritiert, als du das mit dem Betrinken geschildert hast. Zuerst klang es wirklich, als würde ihr der Mut fehlen, als bräuchte sie den Alkohol, um die letzten Zweifel zu zerstreuen. Aber am Schluss wird klar, dass sie den Alk eigentlich nicht gebraucht hätte. Der Entschluss stand schon lange und der Alkohol wird einfach zum Begeliter durch die Nacht. Ein letztes Mal ein bisschen Wärme, ein letztes Mal den Rausch genießen. Sie klingt nicht wie eine Person, die oft trinkt, eher zum Genuss, auch wenn sie ein bisschen Übung haben muss um drei Flaschen Wein so wegzustecken... Die ersten beiden Flaschen hörten sich noch nach Besäufnis an, nach Welt im Alkohol ertränken. Aber die Ruhe, die bei der letzten (der guten) Flasche einsetzt und sie bis zum Sprung begleitet, ändert die Situation noch einmal. Schön fand ich hier, wie sie die Flaschen in den Abgrund wirft. Zuhört, wie sie zerbrechen. Ein Geräusch, das eigentlich Angst macht, weil es zeigt, wie tief die Dunkelheit vor einem reicht. Aber da ist keine Angst. Ich glaube, das zeigt sehr deutlich, dass sie auf jeden Fall den Mut besitzt, dem Leben ein Ende zu machen. Zitat:Der Riserva, ein italienischer schwerer Rotwein, eine Empfehlung des Weinfachhandels. Ich lasse mich ins Gras sinken und krame nach meinem Korkenzieher.An der Stelle musste ich irgendwie ein bisschen lächeln. Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber "Riserva" klingt irgendwie ein bisschen nach "Reserve" und passt an der Stelle einfach. Aber ich hab auch keine Ahnung von Weinsorten, ich kann mir jedenfalls so nichts drunter vorstellen, also, wie der schmeckt und wie gut der ist, sagen wir auf einer Skala von 1-10. Wenn du magst, darfst du mich gerne ein bisschen aufklären. Zitat:In einer anderen Welt. In einer Welt der Anerkennung. Wo Respekt groß geschrieben wird. In einer Welt, in der die Werte nicht am Geld oder Aussehen gemessen werden. In meiner Welt. Dort werde ich leben. Diese Welt ist eine Lüge.Ich hab dir ja schon gesagt, dass ich ihre Art von Hoffnung mag. Auf jeden Fall besser als ganz hoffnungslos zu sein. Es gibt ihrem Tod fast etwas romantisches, Romantik von der Art, die nicht für diese Welt gemacht scheint. Ich hoffe meinerseits, dass ihre Gedanken für sie stimmen. Dass hinter dem Tod wirklich eine andere Welt wartet. Eine, in der sie leben kann. Weil was genau kommt, kann niemand sagen... Ich habe deine Geschichte wieder einmal sehr gerne gelesen, wieder wirklich gut geschrieben und macht Lust auf mehr von dir lesen. ).Ganz liebe Grüße, Lainchen Schmetterlinge weinen nicht |
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