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Winzstaaten und ihr Selbstbewusstsein
03-03-2008, 19:10
Beitrag #11
RE: Winzstaaten und ihr Selbstbewusstsein
Eben. Wenn alle Bevölkerungsgruppen ihre Kultur ausleben können, sehe ich keinen Grund für Abspaltungen ... gut, dass der franz. Staat da die Kurve kriegt. Allerdings sieht die Situation in Korsika ja auch ein bisschen anders aus.
Abgesehn davon war das ja auch ein langer Lernprozess, bis mal die Allmacht der franz. Sprache gebrochen wurde und überhaupt Minderheitensprachen zugelassen wurden...
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07-03-2008, 19:12
Beitrag #12
RE: Winzstaaten und ihr Selbstbewusstsein
die Basken attentaten schon wieder. na, das werden Wahlen, bin froh daß ich im Moment nicht unten bin...

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran
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08-03-2008, 22:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08-03-2008 22:25 von roro.)
Beitrag #13
RE: Winzstaaten und ihr Selbstbewusstsein
1. Thema: Kleinststaaten
Wohin das führt, immer noch kleinere, nicht lebensfähige Staaten zu kreieren, hat man in Norditalien in der Renaissance erlebt. Wenn jede Volksgruppe wieder ihren Staat ausruft und die internationale Gemeinschaft dazu nickt, dann bauen wir gemeinsam an der nächsten, riesigen Krise. Das mit dem Kosovo ist eine Todgeburt, nichts weiter.

2. Thema: Liechtenstein/Steueroasen
Die Schweiz hat mit der EU ein Zinsabkommen geschlossen. Die Schweiz wollte, dass die Dividenden auf Aktien mit ins Abkommen aufgenommen werden. Grossbritanien und Luxemburg haben sich dem widersetzt, wegen ihren eigenen Steueroasen. Jetzt klagt Deutschland Liechtenstein, Schweiz, Luxemburg und Österreich an, aber nicht Grossbritanien, das ausländischen Managern keinerlei Einkommenssteuern abverlangt und auf ihren Kanalinseln Steueroasen im EU-Raum anbietet.

Kommt endlich zur Besinnung und lest zwischen den Zeilen der Wortschwalle eurer Politiker: Es geht nicht um Steuern oder gar um "Steuergerechtigkeit" (was immer das heissen soll). Es geht um den Finanzplatz Frankfurt am Main. Es geht darum, diesen Finanzplatz mit seiner Börse und seinen Banken zu stärken. Und das erreicht man am besten, in dem man andere Finanzplätze schwächt.

Ein Rechenbeispiel:
Deutschland hat letztes Jahr 100 Mio. CHF an Zinssteuern von der Schweiz erhalten, was auf ein unversteuertes Kapital von 12 Milliarden CHF = 7 Milliarden Euro = höchsten 4 Milliarden hinterzogenen Steuern schliessen lässt.
Im Fall von Liechtenstein redet der Deutsche Fiskus von 300 Millionen Euro, die sie jetzt zusätzlich reinholen wollen.
In der Schweiz werden derzeit etwa 3000 Milliarden CHF an ausländischen Vermögen verwaltet. Glaubt wirklich jemand von euch, die Schweizer Banken interessieren sich für die paar läppischen Milliarden Steuerfluchgelder aus Deutschland? Das ist ein kleines Zusatzgeschäft, mehr nicht.

Weiteres Beispiel: Innerhalb der EU mit ihren offenen Grenzen wird heute angenommen, dass pro Jahr etwa 300 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer hinterzogen werden, also tausendmal mehr, als bei diesem einmaligen Fall in Liechtenstein. (Und bei Mehrwertsteuer-Vergehen bieten die Schweiz wie auch Liechtenstein seit Jahren jegliche Hilfe).

Und noch etwas am Rande: damit die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz reibungslos funktionieren kann, müsste Deutschland die 2005 abgeschlossenen Vereinbarungen der EU mit der Schweiz endlich ratifizieren. Doch das hat das Parlament bisher nicht getan!!! Warum wohl? Und warum wird trotzdem munter auf die vermeindlichen Steueroasen geschossen?

Es geht nicht um Steuern und es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern ganz einfach um die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Grossbanken und der Deutschen Börse. Und darum ist es leichter, gegen kleine Staaten grosse Worte zu führen, als zum Beispiel gegen Grossbritanien oder gegen die USA mit ihren Steueroasen.

Doch wie die Wahlen in Hamburg gezeigt haben: die Menschen in grossen Ländern lassen sich immer leichter von Politikern blenden, als die Menschen in kleinen Staaten.
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11-09-2008, 11:05
Beitrag #14
RE: Winzstaaten und ihr Selbstbewusstsein
Und weiter gehts:

"Fürst beschimpft Deutschland als "viertes Reich"

Der Fürst von Liechtenstein hat schwere Vorwürfe gegen Deutschland erhoben und in diesem Zusammenhang von einem "vierten Reich“ gesprochen. Fürst Hans-Adam II. begründete auf diese Weise seine Absage für eine Leihgabe an das Jüdische Museum Berlin. Hintergrund der Attacke sind offenbar Ermittlungen gegen deutsche Steuersünder mit der Verwicklung von Banken in Liechtenstein.

"Mit dem Zweiten Deutschen Reich befinden wir uns noch immer im Kriegszustand, da dieses untergegangen ist, bevor es mit uns Frieden schließen konnte“, schrieb das Staatsoberhaupt in einem Brief an das Museum, der am Donnerstag vom „Tages-Anzeiger“ in Zürich veröffentlicht wurde. Gemeint ist das 1918 nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöste Kaiserreich. „Das Dritte Reich ist Gott sei Dank untergegangen, bevor es seine Drohung in die Tat umsetzen konnte, das Fürstentum Liechtenstein 'anzuschließen'“, schrieb der Fürst weiter. Danach heißt es: „Was die deutsch-liechtensteinischen Beziehungen betrifft, warten wir hier auf bessere Zeiten, wobei ich zuversichtlich bin, denn in den vergangenen zweihundert Jahren haben wir immerhin schon drei Deutsche Reiche überlebt, und ich hoffe, wir werden auch noch ein viertes überleben.“

Quelle

Jawoll! Das ist ein schönes Beispiel, wie es den Amerikanern immer ergehen muss. Die ganze Welt (vor allem das zivilisierte Europa) hackt gerne auf den Amis rum wegen ihrer Politik und Lebensweise. Tja, uns ergeht es eigentlich nicht anders. Kaum "beschwert" man sich, schon wird irgendein direkter oder indirekter Nazi-Vergleich herangezogen.

Ist der Fürst nun sauer, weil die Liechtensteiner deutsche Steuerbetrüger unterstützt haben und es aufgeflogen ist oder weil sie im Fussball 6:0 verloren haben? *G*
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