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Die Welt ist eine Lüge
08-09-2009, 11:59
Beitrag: #11
RE: Die Welt ist eine Lüge
So, ihr Lieben,

ich weiß, ich hab lange auf mich warten lassen – tut mir unendlich leid! Aber jetzt bin ich da und werde mich euren Kommentaren so widmen, wie sie es verdient haben :o)

Arnagos:

Zitat:Um in dem Stil der kurzen, prägnanten Sätze zu bleiben, hättest du den zweiten Satz mMn auch kurz und prägnant schreiben sollen. Z.B: Kein Stern am Himmel oder Keine Sterne zu sehen. So sticht der für mich etwas unangenehm heraus.
Eigentlich ist das beabsichtigt so, denn im ersten und dritten Satz fehlt jeweils das Prädikat. Ich denke, ich nehme „am Himmel“ einfach raus, so wird es kürzer, und es ist ja auch klar, dass Sterne an den Himmel gehören.
Zitat:Dieses "sage" stört mich hier. Vielleicht brüllt/schreit sie die innere Stimme an, aber mit der Wut im Bauch lässt sich schwerlich etwas "nur" sagen.
Da sie stumm bleibt, passt schreiben und brüllen auch nicht. Vielleicht „fordert“?
Zitat:Kurz vorher schreibst du sie lässt sich ins Gras fallen. Von dort aus kann man nicht auf die Knie fallen.
Hab ich oben schon beantwortet und gezeigt, dass sie vorher schon wieder aufgestanden ist.
Zitat:Das hieße, dass sie 0,75 Liter Wein auf einen Schlag weghaut. Respekt!
Denn das war ja die neue Flasche oder? Und ich konnte nicht sehen, dass bereits erheblich daraus getrunken wurde.
Verzweiflung und Entschlossenheit können viel mit einem Menschen machen.
Zitat:Vorschlag: Wie er sie ansah, so wie er mich zuvor angesehen hatte.
Ich musste den Satz zweimal lesen, um ihn zu verstehen, mag aber auch an mir liegen.
Ein Komma muss hin, ja, das „so“ ist aber überflüssig.
Zitat:Hier wieder. Das Glas war doch erst ein- bzw. zweimal gefüllt. Möglicherweise trinkt sie aus einem Weizenglas?
Dran gedacht, dass sie auch den letzten Schluck aus dem Glas nehmen kann? ;o)
Zitat:Das glaube ich im Leben nicht, nach drei Flaschen Wein und ohne Unterlage.
Das geht. War zwar kein Wein, sondern eine vergleichbare Menge Bier, aber es hat geklappt. Außerdem schränkt der Alkohol ja derart das Wahrnehmungsvermögen ein, dass sie es vielleicht als ruhige Hand sieht, während der Rest der Welt das Gegenteil erkennt.

Danke für deinen Kommentar und die Anmerkungen. Ich hoffe, ich habe sie größtenteils aus dem Weg räumen können, und freue mich, dich unter meiner Geschichte gefunden zu haben.

Moena:
Von deinen Anmerkungen werde ich alles übernehmen, bis auf das Lachen – das bleibt, wo es ist. Und ich werde das „vor“ rausnehmen, der Satz funktioniert auch ohne.
Zitat:Allerdings hätte ich mir gerade am Anfang vielleicht etwas mehr Umgebungsbeschreibung gewünscht, denn den Ort des Geschehens konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Eine besseres Bild der Szenerie wäre schön gewesen.
Hmhm, es kommt bei der Geschichte nicht auf die Umgebung an, sondern soll um die Gedanken und Ansichten des Mädchens gehen. Ich denke, mehr Umgebungsbeschreibung könnte hier zu sehr ablenken, und so hat jeder Leser die Möglichkeit, seine ganz eigene Szenerie zu erschaffen.
Zitat:Bestimmte Worte und Beschreibungen kommen in deinem Text immer wieder vor, was ich irgendwann als störend empfunden habe. Zum Beispiel "die Stimme" (Wo ist die später eigentlich plötzlich hin verschwunden? Im Wein ertrunken?), die der Protagonistin auch bei jedem Auftauchen sagt, dass sie "erbärmlich" sei. Und das Kleid ist auch jedes Mal weiß und bodenlang.
Hmja, hier geh ich vielleicht noch mal drüber, generell will ich aber eigentlich nichts mehr verändern. Dazu ist die Geschichte schon zu alt, mal schauen. Und die Stimme ist von der Entschlossenheit, es bis zum Ende durchzuziehen, (und dem Alkohol) verdrängt und zum Schweigen gebracht worden.
Zitat:Man erfährt im Laufe der Geschichte, dass ihr Freund sich eine andere gesucht hat. Hier weiß man, warum er schuld ist an ihrer Stimmung. Aber die Eltern, Familie und die "angeblichen Freunde" werden nur mal eben erwähnt, ohne dass man erfährt, was sie verbrochen haben. Was haben sie getan? Wie haben sie dazu beigetragen, dass sie die Entscheidung getroffen hat, ihr Leben zu beenden?
Es ist, wie jeder meiner Texte, ein Stück meine eigene Geschichte, und die Hintergründe spielen eigentlich letztlich auch gar keine Rolle. Die Story um Michael hab ich nur reingenommen, weil ich das Gefühl hatte, irgendein Grund müsste da jetzt rein.

Danke fürs Lesen, deine Anmerkungen und dein Lob. Und das gedankliche Weiterspinnen eines Endes, das keines ist. Hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut.

Sigurd:
Zu dir kann ich gar nicht viel sagen, dein Kommentar hat mich sehr gefreut.
Ja, die Welt ist hart und real. Und eigentlich genau deswegen keine Lüge.
Auch dir ein herzliches Dankeschön fürs Lesen und deine positive Meinung :o)

Glory:
Zitat:Vielleicht: Ich schüttele den Kopf und leere die Flasche? So, wie du es geschrieben hast, habe ich das Bild vor Augen als würde sie beides gleichzeitig tun, was ich mir nicht so einfach vorstelle.
Nichts in der Welt und im Leben ist einfach, aber den Kopf schütteln und gleichzeitig aus einer Flasche zu trinken, fällt mit etwas Übung nicht schwer. Um es glaubhafter zu machen, werde ich es in ein unmerkliches Kopfschütteln abwandeln.
Zitat:Weckt in mir irgendwie Assoziationen an bestimmte Filmchen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte....^^
*hehe* Für solche Geschichten gibt es hier leider noch kein Unterforum ;o)
Zitat:Aber doch wohl nicht auf der Beerdigung?!
Natürlich! Warum denn auch nicht? Es ist ihre eigene, da kann sie anziehen, was sie will. Und überhaupt, wer hat denn eigentlich festgelegt, dass auf Beerdigungen immer Schwarz getragen werden muss?
Zitat:Empfinde ich persönlich als sehr kitschig, aber das ist Geschmackssache.
Hmm, warum empfindest du das denn als kitschig? Liegt’s am Seidenband? Könnte ja auch ein normaler Zopfhalter sein.

Zum Thema Alkohol hab ich bei den anderen schon was gesagt.
Danke auch dir recht herzlich für deinen Kommentar (und das Erfolgwünschen für die Klausuren – die nächste Phase klopft schon an die Tür -.-)

Liebe Grüße,
Angel

PS:
Furchtloser und Liebelain, euch beide muss ich leider noch mal vertrösten. Eure Kommis sind verdammt lang und meine Mittagspause so ekelhaft kurz. Aber meine Reaktion kommt, versprochen!

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
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Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


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09-09-2009, 14:53
Beitrag: #12
RE: Die Welt ist eine Lüge
Hallo Furchtloser,

hast du damit gerechnet, dass ich tatsächlich drei Monate brauche, um auf eure Kommentare zu antworten? Vor allem, wenn man bedenkt, dass da Urlaub und Ferien reinfallen und ich nahezu jeden Tag mehrmals online bin und allen möglichem Mist verzapfe. Aber besser spät als nie, ne. Auf geht’s!

Zitat:Depression.
War klar, dass du dich erinnerst :o)
Zitat:Es ist ungewöhnlich, Rechtschreibfehler bei Dir zu finden. Aber ich will mich hier nicht als Behüter und Beschützer des "ß" aufspielen - aber gib ihm wenigstens eine Chance.
Wurde schon angemerkt und wird demnächst verbessert ;o)
Zitat:Die Lichter der Stadt schimmern in der Ferne. Miniaturbauten, über deren Dächern ein leichter Nebel hängt.
Das liest sich schön, klingt aber zu sehr nach dir, um in eine meiner Geschichten zu passen. Ich werd mir diese Stelle aber noch mal vorknöpfen und schauen, dass ich sie verändere.
Zitat:Sachet ruhich - Korinthenkacka. Aber im Ernst, da ist meiner Meinung nach eine unschöne Dopplung drin. In Anbetracht des Folgesatzes möchte ich folgenden Vorschlag abgeben:
Schnell ist der Deckel abgeschraubt. Billigwein aus dem Supermarkt um die Ecke, zum Betrinken immer gut.
Ich glaube, hier versuche ich lieber, das „abgeschraubt“ zu ersetzen, denn der Schraubverschluss muss einfach als Detail genannt werden.
Zitat:Eine Flasche italienischen Riserva habe ich mir zum krönenden Abschluss mitgebracht.
Abschluss. Ein seltsames Wort. Klingt nach Schule oder Ausbildung. Aber es wird ein Abschluss sein. Ein Ende.
Das Ende eines Lebens.
Hmhm, gute Idee, allerdings habe ich das Ende schon sehr viel stärker auseinander gepflückt, als es ursprünglich war. Und ich muss die Geschichte ja nicht unnötig ausdehnen, um sie größer erscheinen zu lassen. Ich probier das einfach mal aus und entscheide dann, wie es wirkt.
Zitat:Ja, ich bin ein Verfechter des Kursiven. Ich finde es einfach nützlich, wenn man Worte so visuell verdeutlichen kann. Zumindest zusätzlich. Laut Teja muss sowas ja aus einem Text selbst hervorgehen - ich bin da eher der Typ, der ... sich gerne dieser Hilfsmittel bedient. Icon_wink Meine Empfehlung: Gedanken kursiv und separat setzen.
Jaha, ich doch auch! Da muss ich wohl auch noch mal drüber – ich kann das ja nicht überall und ständig predigen und dann selbst nicht anwenden *g*
Zitat:Vor meinen lesenden Augen hatte ich das Bild des prosaischen Ichs mit zusammengepressten Lippen. Nur als Empfehlung, könnte man ja mit reinnehmen?
Ich denk drüber nach.
Zitat:Was für ein Lächeln? Ein zufriedenes? Ein gequältes?
Ein leises.
Zitat:
Zitat:Aus meinem Rucksack nehme ich mein liebstes Briefpapier und meine geliebte Kaligraphiefeder.
Icon_wink
Damals hab ich meine Liebe dafür entdeckt und mir selbst auch ein Set zugelegt. Aber benutzt wurde es bisher noch nicht, ich sollte das mal ändern ;o)
Zitat:Insgesamt gesehen sagt mir mein Bauch die ganze Zeit, dass ich diese Geschichte hundertprozentig schonmal kommentiert habe - nur, ich habe leider keine Aufzeichnungen mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich zu den Werken, die ich von Dir als erstes gelesen hatte, meinte, dass Du sehr weich, betont - irgendwie "französisch" schreibst. Also, vom Klang her. (Aber ich glaube, das war nicht explizit zu dieser Geschichte.)
Wenn ich mal wieder am Standrechner bin (vielleicht während der Technikabnahme des Radios oder eines Streams?), schaue ich mal nach. Vor der Accountlöschung im anderen Forum hab ich alle erhaltenen Kommentare abgespeichert. An die Aussage, dass ich „französisch“ schreibe, kann ich mich nicht erinnern, aber auch das kann ich ja dann nachgucken.
Zitat:Ja, die Welt ist eine Lüge. Nur manchmal leben wir nicht nur die vorgefertigten Lügen, die die Welt in uns hineinzuposaunen versucht - manchmal lebt man auch eine Lüge von Innen heraus. Und die hast Du sehr schön dargestellt, auch wenn ich mit dem gewalttätigen Lebensenden von Darstellern generell nicht so gut umgehen kann. (Die hauen mich immer. Mrgreen )
Der philosophische Teil deine Kommentare gefällt mir immer am besten. Deine Gedanken laden dazu ein, Blickwinkel zu verändern und Ideen weiterzuspinnen.
Das mit den gut tuenden Absätzen lass ich mir noch mal durch den Kopf gehen und schau mal ob ich da nicht ein bisschen experimentieren kann.
Nur eins noch: Das Ende ist nicht gewalttätig – sie tut sich ja keine Gewalt an, sondern nur ihrer sterblichen Hülle. Die braucht sie in der anderen Welt, wo sie hingeht, nicht ;o)

Danke dir für deinen ausführlichen und nützlichen Kommentar, einige Anmerkungen werde ich umzusetzen versuchen, sobald ich Zeit und den Kopf frei habe.



Mein Liebelain,

dich hier zu sehen erfüllt mich mit Freude!
Deine Kommentare gehören zu meinen liebsten, du versinkst immer richtig in den Geschichten, wirst praktisch Teil von ihnen und machst dir so viele Gedanken, dass dein Kommentar schon fast wieder eine eigene Geschichte ist.

Zu deinen Anmerkungen kann ich deshalb auch gar nicht so viel sagen, ich freue mich einfach, dass du dich mal wieder hast blicken lassen und dass dir meine Geschichte gefällt.
An der Stelle musste ich irgendwie ein bisschen lächeln. Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber "Riserva" klingt irgendwie ein bisschen nach "Reserve" und passt an der Stelle einfach.
Aber ich hab auch keine Ahnung von Weinsorten, ich kann mir jedenfalls so nichts drunter vorstellen, also, wie der schmeckt und wie gut der ist, sagen wir auf einer Skala von 1-10. Wenn du magst, darfst du mich gerne ein bisschen aufklären.Icon_smile [/quote]
Das mit dem Wein ist mir tatsächlich nicht aufgefallen, ich selbst hab auch nicht viel Ahnung davon. Eigentlich kenne ich nur zwei Sorten – den, den ich selbst gern trinken, und den, den ich oft verschenke *g*
Doch mit Halbitalienern und Weinkennern im Bekanntenkreis kann man sich ja jederzeit Tipps für solche Texte holen ;o)

Ich danke dir ganz herzlich, umarme dich fest und hoffe, dass du bald wieder reinschaust!

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26-10-2009, 05:37
Beitrag: #13
RE: Die Welt ist eine Lüge
Hallo AngelOfShadow,

von Formalem und Ausdruck will ich schweigen, da gibt es schon viele Hinweise. Manches ist auch Geschmacksfrage. Du hast gute Bilder gefunden, wie die Akteurin ihre letzte Stunde erlebt. Wer ist schon in der Situation, hat eine Erfahrung gemacht, dass er darüber rechten kann, ob sie sich so zuträgt? Es kann immer nur ein Versuch des Schreibers sein, sich in eine solche Situation hinein zu fühlen. Trotz dieser Begrenztheit kam mir die Erinnerung an das vergangene Leben etwas zu kurz. Für die lange Dauer des Austrinkens von drei Weinflaschen ist mir die kurze Erinnerung an den Freund zu wenig. Andere Personen werden nur beiläufig erwähnt. Sicher kann eingewendet werden, dass sie diese Abrechnung gedanklich schon hinter sich hat und Du beschränkst Dich auf den letzten Akt. Das ist vielleicht auch eine Geschmacksfrage, ob diese Beschränkung zulässig ist. Mir erschien sie als Mangel.

Die Geschichte liest sich flüssig. Ihr Aufbau ist folgerichtig, der Spannungsbogen ist Dir gelungen. Du hast Mut, schwierige Situationen zu beschreiben, und das gelingt Dir. Ich habe sie sehr gern gelesen.

Gruß Klaus
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29-10-2009, 11:37
Beitrag: #14
RE: Die Welt ist eine Lüge
Hallo Klaus,

auch dir ein ganz herzliches Danke für deinen Kommentar.

Dieser Text ist nun schon einige Zeit alt und mit etwas Abstand betrachtet hast du wahrscheinlich Recht, was die mangelhaften Rückblenden angeht.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass es hierbei ja nicht um die Erinnerungen an sich geht, sondern um den Schritt in eine andere, bessere Welt - die Erinnerungsbruchstücke sind eigentlich nur dazu da, der Geschichte ein ganz klein wenig Inhalt zu geben und den Leser nicht völlig in der Schwebe zu lassen, was das Ganze eigentlich überhaupt soll *g*
Das sieht wohl jeder Leser anders, manch einem reicht ein kurzer Anriss, andere möchten lieber noch mal die ganze Lebensgeschichte der Protagonistin lesen (überspitzt geschrieben).

Vielen Dank für dein Lob, ich hab mich sehr gefreut,
Angel :o)

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