Es ist: 13-03-2010, 11:35
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Ich nicht
09-07-2009, 19:19 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02-01-2010 02:06 von Glory.)
Beitrag: #1
Ich nicht
Nach etwas längerer Schreibpause hier mein neuestes Machwerk.
Kurz und hoffentlich knackig. Bin mal gespannt, was ihr davon haltet.
Die Kategorie "Alltag" ist jetzt vielleicht nicht das Idealste, aber ich will mal nicht zu viel erzählen.
Viel Spaß!

******************************************************

Ich nicht

Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen klingelte. Sechs Uhr. So wie jeden Morgen. Ich war sofort aufgestanden und ins Badezimmer gegangen.
Ich stand jeden Morgen vor meinem Mann auf, damit sein Frühstück bereits fertig war, wenn er in die Küche kam.
Um zwanzig nach sechs verließ ich das Badezimmer. So wie jeden Morgen.
Ich begab mich in die Küche, während mein Mann aufstand. Ich packte ihm sein Essen für die Arbeit ein und deckte den Frühstückstisch.
Nach fünfzehn Minuten stand duftender Kaffee und frisch gerösteter Toast auf dem Tisch und mein Mann betrat die Küche. Wir sind ein eingespieltes Team.
Andere Leute würden diese Routine für langweilig oder spießig halten.
Ich nicht.
Mein Mann und ich frühstückten gemeinsam. Er las seine Zeitung und ich saß ihm stumm gegenüber, froh, ihm eine so zuverlässige Ehefrau sein zu können.
Andere Leute hätten dieses Schweigen am Tisch als Zeichen für eine nicht funktionierende Ehe gedeutet.
Ich nicht.
So lief es seit 15 Jahren und so würde es die nächsten Jahre laufen.
Um exakt sieben Uhr ermahnte ich meinen Mann, dass er nun los müsse, wenn er nicht zu spät zur Arbeit kommen wolle.
Er legte wortlos die Zeitung zur Seite, nahm seine Aktentasche, stand auf und ging zur Tür.
Ich gab ihm einen Abschiedskuss. So wie jeden Morgen.
Als er gegangen war, sah ich auf die Uhr.
Es war sieben Uhr und vier Minuten. Ich wartete genau eine Minute und begann dann, den Tisch abzuräumen. Dabei fiel mein Blick auf den Kalender über dem Herd. Heute war Mittwoch. Heute würde es Gemüsesuppe geben. So wie jeden Mittwoch.
Andere Leute würden einen derartigen Plan für eintönig halten.
Ich nicht.
Mein Mann kam jeden Abend genau um sieben Uhr nach Hause. Ich würde also um fünf zum Einkaufen fahren und um sechs mit dem Zubereiten der Suppe beginnen.
Ich rechnete zurück und sah dann auf die Uhr.
Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit, bevor ich damit beginnen würde, das Haus zu putzen. So wie jeden Tag. Ich setzte mich an den Küchentisch und wartete.
Andere Leute hätten mein Leben als traurig oder gar armselig empfunden.
Ich nicht.

Jetzt ist es sechs Uhr abends und ich stehe in der Küche. Ich ziehe ein Messer aus dem Messerblock und beginne damit, das Gemüse zu schneiden. Vorsichtig, damit ich mich nicht verletze.
Wenn ich mich schnitt, würde das die Fertigstellung der Suppe verzögern. Mein Mann würde nach Hause kommen, bevor das Essen fertig war.
Anderen Leuten würden das nur halb so schlimm finden.
Ich nicht.
Um sechs Uhr dreißig steht der Suppentopf auf dem Herd. Das Telefon klingelt. Es ist mein Mann.
"Schatz, es tut mir leid", sagt er und ich beginne, mich unbehaglich zu fühlen. Mein Mann ruft nie von der Arbeit aus an. Nie!
"Ich schaffe es heute nicht, um sieben zu Hause zu sein", fährt er fort und in meinem Kopf beginnt sich alles zu drehen.
"Überstunden", sagt er und dann: "Es tut mir leid."
Im Hintergrund glaube ich eine Frauenstimme zu hören. Mein Mann musste noch nie Überstunden machen.
Wortlos lege ich auf. Zu meinem Erstaunen stelle ich fest, dass ich das Messer noch immer in der Hand halte. Ich betrachte das glänzende Metall.
Andere Leute würden sich von einem solchen Anruf nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie würden warten, bis ihr Mann nach Hause kam und ihn dann zur Rede stellen.
Ich nicht.

"Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein."

-Peter Altenberger-
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09-07-2009, 21:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09-07-2009 21:36 von Sigurd.)
Beitrag: #2
RE: Ich nicht
Zitat:Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen geklingelt hatte. Sechs Uhr. So wie jeden Morgen. Ich war sofort aufgestanden und ins Badezimmer gegangen.
Ich stand jeden Morgen vor meinem Mann auf, damit sein Frühstück bereits fertig war, wenn er in die Küche kam.
Um zwanzig nach sechs hatte ich das Badezimmer verlassen. So wie jeden Morgen.
Ich hatte mich in die Küche begeben, während mein Mann aufgestanden war. Ich hatte ihm sein Essen für die Arbeit eingepackt und den Frühstückstisch gedeckt. Nach fünfzehn Minuten hatte duftender Kaffee und frisch gerösteter Toast auf dem Tisch gestanden und mein Mann hatte die Küche betreten. Wir sind ein eingespieltes Team.
Andere Leute würden diese Routine für langweilig oder spießig halten.

Ich finde den Text originell, aber hatte nich n bisschen viel "hatte" drin?
Schreib das doch mit aktiven Verben, dann ist es ja auch viel klarer.
Vielleicht so: Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen klingelte. Ich stand sofort auf und ging ins Badezimmer. Jeden Morgen stand ich so früh auf, damit mein Mann sein Frühstück pünktlich auf dem Tisch hat, wenn er in die Küche kommt. Um zwanzig nach sechs verließ ich das Badezimmer, wie jeden Morgen ... Passivkonstruktionen sind im besten Fall gut für Rückblenden (um die Vorvergangenheit zu beleuchten = Plusquamperfekt): Bevor er soviel Geld gewonnen hatte, nagte er am Hungertuch ..., ansonsten muß es heißen: Bevor er soviel Geld gewann, nagte er am Hungertuch. (Aktive Verben sind, wie gesagt, wesentlich stärker und klarer als passive-) Ansonsten hat mir der Text gefallen. Gruß, Sigurd

Literatur hat mich gelehrt, wie wenig ich weiß - und wie viel ich zu wissen glaubte. Icon_confused
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09-07-2009, 22:17
Beitrag: #3
RE: Ich nicht
Hallo Glory!

Ein sehr interessanter Text, den du da geschrieben hast. Die Sicherheit des Alltags - das ist etwas, das jeden von uns betrifft. Manchmal ist Routine ein Anker. Wenn der Anker reißt, treiben wir flussabwärts, dem Wasserfall zu ...

Mal sehen, ob ich oberflächlich etwas auszusetzen finde.

Zitat:Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen geklingelt hatte. Sechs Uhr. So wie jeden Morgen. Ich war sofort aufgestanden und ins Badezimmer gegangen.

Ich sehe das auch so wie Sigurd. Der Text würde im Präterium besser zur Geltung kommen - wenn du möchtest, könntest du ja den Teil, den du jetzt im Präterium stehen hast, ins Präsens setzen, das hätte einen ähnlichen Effekt und liest sich besser. So finde ich das Ganze etwas umständlich.

Zitat:Ich hatte mich in die Küche begeben, während mein Mann aufgestanden war. Ich hatte ihm sein Essen für die Arbeit eingepackt und den Frühstückstisch gedeckt. Nach fünfzehn Minuten hatte duftender Kaffee und frisch gerösteter Toast auf dem Tisch gestanden und mein Mann hatte die Küche betreten. Wir sind ein eingespieltes Team.

"Ein eingespieltes Team", das ist wirklich eine interessante Sicht der Dinge, wenn man bedenkt, dass er im Grunde keinen Finger rührt.

Er scheint irgendwie schon zum Inventar zu gehören, ein Teil ihres genau geplanten Tagesablaufs.

Zitat:Ich hatte noch eine halbe Stunde ZEit gehabt
Zeit

Zitat:Ich setzte mich an den Küchentisch und wartete.

Hier müsste es heißen: ich hatte mich an den Küchentisch gesetzt und gewartet. Aber wie gesagt, ich kann mich nur schwerlich mit dieser Form anfreunden.

Inhaltlich noch zu dieser Stelle: das finde ich ja besonders schlimm! Sie kommt nicht einmal auf die Idee, die gewonnene Zeit zu nutzen, indem sie irgendetwas für sich tut, und wenn sie nur eine Zeitschrift liest. Sie setzt sich einfach hin und wartet. Nicht, dass ich das nicht kennen würde - gerade deshalb trifft es mich irgendwie. Weil diese eiserne Routine ganz und gar nicht übertrieben erscheint, sondern innerhalb der Grenze des Möglichen liegt.

Zitat:Ich nicht...

Nach "nicht" (der neuen Rechtschreibung zufolge) ein Abstand.

Zitat:Jetzt ist es sechs Uhr abends und ich stehe in der Küche.

Ups, dieser Teil steht ja bereits in Präsens. Dann passt die Vorvergangenheit im restlichen Text wirklich nur schwer ins Bild Icon_slash

Zitat:Anderen Leuten wäre das egal.
Mir nicht.

Ich stolpere ein bisschen darüber, wie du hier mit der bisherigen Form brichst. Vielleicht findest du hier noch was anderes?

Zitat:Mein Mann rief nie von der Arbeit aus an.

ruft

Zitat:Sie würden warten, bis ihr Mann nach Hause kam und ihn (dann) zur Rede stellen.

kommt. Das "dann" würde ich unter Umständen streichen, eigentlich ist es an dieser Stelle überflüssig.

Eine sehr traurige Geschichte, die auch betroffen macht, wie ich finde. Nicht viel Spannung, aber viele unterschwellig brodelnde Emotionen. Du stellst das lange Eheleben deiner Protagonistin wirklich bildhaft dar, obwohl du im Grunde kaum ein Wort davon erwähnst. Man kann sich allein anhand der Gegenwart die Vergangenheit deiner Figuren ausmalen. Dass du ihnen keine Namen gegeben hast, verdeutlicht noch, dass sie ein Schicksal erleiden, dass im Grunde jedem wiederfahren kann.

In die Rubrik "Alltag" passt der Text meines Erachtens sehr gut - wenn nicht hierhin, wohin dann?

Eine einfache, kurze und sehr wahre Geschichte - sehr schön.


Liebe Grüße,
Melanie

Worüber man nicht schweigen kann,
darüber muss man sprechen,
denn die Grenzen der Sprache
sind die Grenzen der Welt,

Ludwig Wittgenstein
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10-07-2009, 07:39
Beitrag: #4
RE: Ich nicht
Hi Glory,
schauen wir mal, wie du so schreibst. Habe, glaube ich, bislang noch nichts von dir gelesen.
Also dann...

Zitat:Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen geklingelt hatte
Falsche Zeitform. Das klingt mehr als schief. Entweder: Es war 6 Uhr gewesen, als der Wecker an diesem Morgen geklingelt hatte (obwohl ich finde, das klingt auch sch...) oder:
Es war 6 Uhr, als der Wecker an diesem Morgen klingelte.

Zitat:Mein Mann und ich hatten gemeinsam gefrühstückt. Er hatte seine Zeitung gelesen und ich hatte ihm stumm gegenüber gesessen
3-mal "hatte" - geht gar nicht!
Lass doch das letzte "hatte" z.B. einfach weg, dann bleibt der Sinn des Satzes immer noch bestehen und du hast eins schon mal gestrichen.


Gut, bin hier jetzt soweit durch.
Die psychotische Ehefrau finde ich ganz ansprechend.
Ich musste, als ich las, was sie so tut, an den Psychologen Robert Betz denken, kennst du den?
Er hat gesagt: (sinngemäß) "Wenn eine Frau den ganzen Tag am Herd steht und putzt und kocht und tut und sich selber für ihren Mann aufgibt, weil sie glaubt, es ihrem Mann recht machen zu müssen, dann ist es Gesetz der Sache, dass der Mann früher oder später sich eine neue Frau sucht. Er muss es einfach tun. Weil die alte Frau sich nicht wertgeschätzt hat."
Das waren meine Gedanken, als ich den Text las.
Ist dir sprachlich ganz gut gelungen,ß auch wenn ich wahrscheinlich die einfache Vergangenheitsform gewählt hätte.

LG,
Arnagos
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10-07-2009, 12:52
Beitrag: #5
RE: Ich nicht
Hallo Glory,

schön, wieder etwas von dir zu lesen. Alltag ist ein gutes Thema und vom Gedanken hast du es schön aufgegriffen, aber in meinen Augen nicht gekonnt umgesetzt. Hauptsächlich ist mir dein Text nämlich zu trocken. Es erzählt sich alles so seicht hinab. Gut, das passt zum Alltag und zu er Eintönigkeit die du beschreiben willst, allerdings beziehe ich mich hier mehr auf das Sprachliche und das ist ein wenig schwach.
- Baue Brücken zwischen den Sätzen
- Vermeide Wortwiederholungen & zu viele Absätze
- Bemüh dich sprachlich um mehr Abwechslung

Handwerklich finde ich "So wie jeden Tag" und "Ich nicht" gut eingesetzt. Diese Wiederholung ist ein schönes Stilmittel, dass du kursiv vielleicht setzen könntest, um es noch mehr zu betonen. Wenn du willst. - Ist nur ein Vorschlag, wie alles, was ich anspreche.
- Wir wissen ja, was Geschmackssache ist. Icon_wink
Wiederum weniger gut haben mir deine "hatte" Wiederholungen gefallen und die Zeit, die du gewählt hast. Die Vergangenheit. Ich glaube, Gegewart hätte besser gepasst. Mehr Schock und Nähe zu Tage gefördert. Denn so, ist es als würde die Tote erzählen und das bedeutet, sie hat das ganze schon hinter sich.

Ich versuch mal zu zeigen, was mir ein wenig besser gefallen würde.
Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen geklingelt hatte. Sechs Uhr. So wie jeden Morgen. Ich war sofort aufgestanden und ins Badezimmer gegangen.
Ich stand jeden Morgen vor meinem Mann auf, damit sein Frühstück bereits fertig war, wenn er in die Küche kam.
Um zwanzig nach sechs hatte ich das Badezimmer verlassen. So wie jeden Morgen.

=> Vorschlag:
Ring. Ring. Ring. Sechs Uhr morgens.
Ich schlage die Augen auf, blicke verschlafen auf die rot gefärbte Led-Anzeige meines Weckers und stehe auf. Torkel dem Badezimmer entgegen, um mich zu waschen und vor meinem Mann in der Küche zu stehen. Der Frühstückstisch sollte gedeckt und die Tageszeitung aus dem Postfach geholt sein, wenn er kam.
So, wie jeden Morgen.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht." - Friedrich Hebbel
"Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, daß man an seiner Stelle lügen würde." - Henry Louis Mencken
- Himmelsreich -
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10-07-2009, 18:56 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10-07-2009 19:11 von Glory.)
Beitrag: #6
RE: Ich nicht
(09-07-2009 21:30)Sigurd schrieb:  Ich finde den Text originell, aber hatte nich n bisschen viel "hatte" drin?
Ja, damit war ich auch nicht so ganz glücklich. Hab die hattes jetzt auch rausgeschmissen und hoffentlich keins übersehen. War im Grunde auch viel zu umständlich.

Zitat:Ansonsten hat mir der Text gefallen. Gruß, Sigurd
Vielen Dank und Gruß zurück.
(09-07-2009 22:17)MelV schrieb:  So finde ich das Ganze etwas umständlich.
Ist es auch
Zitat:Ich stolpere ein bisschen darüber, wie du hier mit der bisherigen Form brichst. Vielleicht findest du hier noch was anderes?
Schon passiert. Keine Glanzleistung, aber immerhin ist die Form wieder einheitlich.
Zitat:In die Rubrik "Alltag" passt der Text meines Erachtens sehr gut - wenn nicht hierhin, wohin dann?
Das hab ich mir auch gedacht. Allerdings ist das eine Art von Alltag, die ich niemandem wünsche und auch nie erleben möchte.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
(10-07-2009 07:39)Arnagos schrieb:  Ich musste, als ich las, was sie so tut, an den Psychologen Robert Betz denken, kennst du den?
Nie gehört, aber das, was er gesagt hat, passt wie die Faust aufs Auge.
Hätte ich bestimt auch dran gedacht, wenn ich ihn vorhergekannt hätte Icon_smile
Zitat:Ist dir sprachlich ganz gut gelungen,ß auch wenn ich wahrscheinlich die einfache Vergangenheitsform gewählt hätte.
siehe überarbeitete Fassung. Hab das Plusquamperfekt im hohen Bogen gefeuert.
Und last but not least
(10-07-2009 12:52)Sternchen schrieb:  Diese Wiederholung ist ein schönes Stilmittel, dass du kursiv vielleicht setzen könntest, um es noch mehr zu betonen. Wenn du willst. - Ist nur ein Vorschlag, wie alles, was ich anspreche
Finde ich in diesem Fall net so angebracht. Lieber einen Absatz mehr. Aber was solche Sachen angeht, entscheidet ja meistens auch eher der persönliche Geschmack.
Zitat:Wir wissen ja, was Geschmackssache ist. Icon_wink
Sie an *g* da kann ich nur zustimmen.

Zitat:Wiederum weniger gut haben mir deine "hatte" Wiederholungen gefallen und die Zeit, die du gewählt hast. Die Vergangenheit.
Die ist Vergangenheit, zumindest mittlerweile die einfache. Mit der Gegenwart kann ich mich nicht so ganz anfreunden, aber s.o. "Geschmackssache"

Trotzdem danke für deine Antwort.

*Seite überflieg*
So, das müssten dann wohl alle gewesen sein.

Liebe Grüße,

Glory

"Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein."

-Peter Altenberger-
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28-07-2009, 22:34
Beitrag: #7
RE: Ich nicht
Hallo Glory!

Zwei Anmerkungen zum Text habe ich:

1. Die Zeitformen
Du verwendest unterschiedliche Zeitformen, die nicht wirklich zusammenpassen. Beispiel:
Zitat:Es war sechs Uhr, als der Wecker an diesem Morgen klingelte. Sechs Uhr. So wie jeden Morgen. Ich war sofort aufgestanden und ins Badezimmer gegangen.
Richtig wäre "Ich stand sofort auf und ging ins Badezimmer", beide Sätze müssten in derselben Vergangenheit stattfinden.

2. Die Wiederholungen
Dass du das "ich nicht" immer wiederholst, ist gut. Es trägt zur Spannung bei, weil man darauf gefasst ist, dass am Ende einfach eine Wendung kommen muss.
Dass du auch das "wie jeden Morgen" wiederholst, gefällt mir nicht so sehr. Auf mich wirkte das nur störend, weil es sich auch nicht konsequent bis zum Ende zieht. Dass die Protagonistin das jeden Morgen macht, wird auch klar, wenn du es anders umschreibst statt immer mit demselben Satz.
Außerdem ist gerade am Anfang sehr oft von "aufstehen" die Rede. Vielleicht auch da das ein oder andere streichen bzw. ersetzen. Icon_wink

Ansonsten hat mir die Idee hinter deiner Geschichte wirklich sehr gefallen. Auf so was muss man erst einmal kommen.
Allerdings finde ich die Reaktion deiner Protagonistin am Ende dann zu krass. Die ganze Zeit über ist sie dir ruhige, bodenständige und durch und durch zufriedene Hausfrau. An ihrer Ehe hat sie nichts auszusetzen, ihr Leben scheint ihr zu gefallen. Vielleicht ist sie auch ein wenig naiv.
Die letzten Worte der Geschichte lassen darauf schließen, dass sie auf den Anruf aber nicht so vernünftig und ruhig reagiert. Was auch immer sie mit dem Messer anstellt - und da gibt es ja mehr als eine Möglichkeit - wird alles andere sein als ruhig und vernünftig.
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Frau, wie die, die du bis dahin beschrieben hast, auf diese Art reagieren würde. *g

Trotzdem hat mir deine Geschichte gefallen und ich habe sie gern gelesen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Moena

Unzufriedenheit ist der erste Schritt zum Erfolg. - Oscar Wilde

Mein kleines Reich
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05-08-2009, 19:03
Beitrag: #8
RE: Ich nicht
(28-07-2009 22:34)Moena schrieb:  Außerdem ist gerade am Anfang sehr oft von "aufstehen" die Rede. Vielleicht auch da das ein oder andere streichen bzw. ersetzen. Icon_wink
Ich denk drüber anch, aber erst mal muss ich meine neueste Geschichte endlich mal zu Ende schreiben und hab auch schon soo viele neue Ideen und soo wenig Zeit..
Zitat:Ansonsten hat mir die Idee hinter deiner Geschichte wirklich sehr gefallen. Auf so was muss man erst einmal kommen.
Langeweile plus ein leeres Blatt Papier ist doch was Tolles!
[quote]Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Frau, wie die, die du bis dahin beschrieben hast, auf diese Art reagieren würde.[/quote
Warum nicht?Wenn sie die ganze Zeit ihre Fassade aufrecht erhalten hat und diese dann beginnt zu bröckeln...Naja, darüber könnte ich mich jetzt ewig auslasse.Deswegen ein kurzes Danke für deinen Kommentar und das dir die Geschichte trotzdem gefallen hat.
Sorry, dass es mit meiner Antwort so lange gedauert hat, aber "Mach ich später noch" ist bei mir gleichzusetzen mit "Worum gings nochmal?"

LG

Glory

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-Peter Altenberger-
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11-08-2009, 20:20
Beitrag: #9
RE: Ich nicht
Hi Glory!^^

Zitat:Die Kategorie "Alltag" ist jetzt vielleicht nicht das Idealste, aber ich will mal nicht zu viel erzählen.
Na da bin ich jetzt aber gespannt. Icon_smile

Zitat:Sechs Uhr. So wie jeden Morgen.
Schrecklich! Wie kann man nur so leben? (ja ... ich bin Student Icon_wink)

Zitat:Ich stand jeden Morgen vor meinem Mann auf
"aufstehen" hast du eigentlich schon im Satz davor. Hm ... Vorschlag: "Ich war jeden Morgen schon vor meinem Mann wach" ... ist zwra nicht perfekt, vermeidet aber die Dopplung.

Zitat:So wie jeden Morgen.
Das betonst du sehr stark. Entweder, heute ist doch etwas anders als sonst (Meine erster Gedanke: sie hat ihn umgebracht Mrgreen ) oder sie hasst es mittlerweile. ^^

Zitat:während mein Mann aufstand war.
Dieser Teilsatz stimmt so nicht ... ich glaube das "war" ist einfach zu viel?

Zitat:und mein Mann betrat die Küche.
Nagut, er ist nicht tot. Icon_lol

Zitat:Wir sind ein eingespieltes Team.
Na ja, sie macht alles und er nichts? Das klingt wirklich nach teamwork ... wobei: T.E.A.M.: Toll Ein Anderer Machts.

Zitat:Andere Leute würden diese Routine für langweilig oder spießig halten.
Ich nicht.
Hm ... da taucht der Titel auf. Aber ohne Begründung. Hinterfragt sie das gar nicht? Macht sie sich gar was vor? (Wanderer sucht immer nach versteckten Hinweisen^^)

Zitat:Andere Leute hätten dieses Schweigen am Tisch als Zeichen für eine nicht funktionierende Ehe gedeutet.
Ich nicht.
*ggg*

Zitat:Andere Leute würden einen derartigen Plan für eintönig halten.
Ich nicht.
Oh ja ... Icon_lol hat sie eigentlich ihren Mann mal gefragt, was er davon hält?

Zitat:Ich setzte mich an den Küchentisch und wartete.
Icon_lachtot

Zitat:Sie würden warten, bis ihr Mann nach Hause kam und ihn dann zur Rede stellen.
Ich nicht.
Mit soetwas habe ich jetzt gerechnet. Aber zum schmunzeln bringt es mich trotzdem. ^^

Die Frage ist jetzt natürlich ... was passiert jetzt? Ich hatte schon am Anfang das Gefühl, dass es eigentlich doch hinter der Fassade dieser Ehefrau auf die ein oder andere Weise brodelt. Dieses immer wieder kehrende "Ich nicht" könnte sehr gut ein "Vormachen" sein. Außerdem hat sie ja scheinbar auch sonst kein Leben, wenn sie sich an den Küchentisch setzt, nur weil sie ein bisschen Zeit hat ... und gar nichts tut. O.O Bringt sie jetzt ihn, oder sich selbst um? Ich denke es ist gut, dass du das offen lässt. Insgesamt ist diese Geschichte durchaus bedrückend, würde auch ins "Nachdenkliche" passen. Gleichzeitig natürlich auch in Alltag, denn du beschreibst ihren Alltag, auch wenn so etwas für die meisten anderen wohl kein Alltag sonder ein Al(l)ptraum wäre. Die Idee finde ich daher sehr gelungen, wenn auch nicht ganz unvorhersehbar. Icon_smile

Dass du am Anfang so mit den Zeitformen jonglierst war, soweit ich das beurteilen kann grammatikalisch richtig, hat mir beim Lesen aber irgendwie immer wieder Probleme bereitet ... Details hattest du nicht viele Drin, was allerdings zu dem eintönigen Alltag deiner Prot. gepasst hat.

Eine einfache, aber doch nachdenklichmachende Geschichte!

Liebe Grüße vom Wanderer^^

... ihr seid ja nur neidisch, dass ihr die Stimmen nicht hört!

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten
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12-08-2009, 15:13
Beitrag: #10
RE: Ich nicht
Dann wollen wir mal die Kurzgeschichteninterpretation des Herrn Studenten auseinandernehmen *g*
Zitat:Macht sie sich gar was vor? (Wanderer sucht immer nach versteckten Hinweisen^^)
und liegt damit auch vollkommen richtig...
Zitat:Aber zum schmunzeln bringt es mich trotzdem. ^^
Ah ja???War jetzt zwar nicht so beabsichtigt, aber gut, so kann man das Ganze natürlich auch sehen.
Zitat:Bringt sie jetzt ihn, oder sich selbst um?

Ich weiß es, aber ich sags nicht Icon_wink

LG

Glory

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