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Schülerbanking
19-08-2009, 17:06 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30-08-2009 16:33 von Trinity of Chaos.)
Beitrag: #1
Schülerbanking
Das ist eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit und es geht um Personen aus meiner Fantasy-Fortsetzungsstory "Die Unglaublichen von Wiz" - es spielt alles aber ein gutes Stück früher. Ich bitte um Entschuldigung, dass das so lang ist, für Forenverhältnisse wäre es wohl eher als Fortsetzung geeignet ... Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich über jede Art von Kommis!

Schülerbanking


Schülerbanking – beziehungsweise „Schülerbänging“ wie Herr Damp es auszudrücken pflegt – ist eigentlich das Traumprojekt in den neunten Klassen. Bei der Bank, die einige Auszubildende dafür abkommandiert hat, Schülern Lust auf eine Ausbildung dort zu machen, werden die einzelnen Klassen mit Cola und Sprite verpflegt und sie müssen, anstatt normalem Unterricht zu folgen, eine Woche lang Gruppenarbeitsergebnisse als Pinwandpräsentationen vorstellen. Dann hat man auch früh Schluss, man benötigt in der kurzen Zeit der Anwesenheit weder viel Aufmerksamkeit noch Engagement (das erledigt der junge Herr Damp, der dynamische und hyperaktive Lehrer mit dem hessischen Dialekt) und in den großzügig bemessenen Pausenzeiten kann man mit Freunden reden und Herrn Damp verschaukeln, ohne dass der es bemerkt. Simon grinst. Er steht mit seinen Kumpels an einem der Tische im Pausenraum und redet mit ihnen über das letzte Spiel. HSV hat gewonnen, knapp, aber immerhin. Sein bester Kumpel Mark lehnt an der Wand direkt neben dem Stehtisch. Leo holt sich noch eine Flasche Cola. „Also, so lass ich mir Schule gefallen“, sagt er. „So früh Schluss, dass ich sogar rechtzeitig zum Training komme.“ Simon lacht mit den anderen, aber sein Blick schweift kurz ab.

Das Projekt bietet noch einen Vorteil, den er in vollen Zügen genießt: Suzie sitzt fast neben ihm. Schon seit eineinhalb Jahren fällt das ruhige Mädchen ihm ins Auge, das Mädchen mit den schulterlangen, modisch geschnittenen, dunkelblonden Haaren und den sanften graublauen Augen, die ihm wirklich gut gefallen ... Natürlich weiß niemand etwas davon, das wäre ja peinlich, zumal er ja auch sonst nicht so viel mit ihr zu tun hat und sie meist mit ihrer Clique zusammen ist.

Sie sind zu dritt, neben Suzie sitzt gerade ihre beste Freundin Liz, eine durchgedrehte Chaotin mit einem gewöhnungsbedürftigem Sinn für Styling und sehr guten Noten, deutlich besser als seine eigenen. Auf der anderen Seite sitzt Anne. Anne ist zwar nicht dauernd mit den Partygirls aus der Klasse unterwegs, aber vom Typ her würde es hinkommen. Sie lacht albern, bei jeder unpassenden Gelegenheit und benimmt sich insgesamt wie eine echte „Stylatussi“, wie Mark immer sagt. So ein Pech, dass sie bei Suzie abhängt. Während Anne die ganze Zeit plappert – er könnte wetten, dass es nur hohles Gerede von ihren geliebten Pferden ist –, ist Su eher schweigsam, aber trotz ihrer seltsamen Freundinnen unverdreht und ziemlich hübsch.

Simon seufzt und wendet sich wieder dem Gespräch zu. Wenn er wenigstens wüsste, was Su über ihn denkt. Oder ob sie überhaupt noch zu haben ist! So ein süßes Mädel ist doch sicher bei anderen Jungs sehr beliebt und sie ist eindeutig nicht der Typ, der es allen erzählen würde, wenn sie einen Freund hat. Ach, zum Teufel mit den Zweifeln, warum ist das so kompliziert? Eigentlich sollte er jetzt gleich zu ihr gehen und sie ansprechen. Er hat ja auch sonst kein Problem, mit den Mädchen zu reden. Nein, er würde sie ansprechen – aber er wird auf den passenden Augenblick warten.

Vom nächsten Tag an wartet Simon darauf, dass Suzie einmal ansprechbar ist. Der passende Moment, auf den er so sehr hofft, kommt und kommt nicht. In diesen zwei Tagen beschäftigt er sich mehr mit ihr als sonst. Noch mehr. Und am Donnerstag kommt es ihm so vor, als sei er auch in den Gedanken von Su und ihren zwei schrägen Freundinnen. Sie schauen öfters zu ihm hinüber – oder bildet er sich das nur ein? Nein, er ist sich sicher. Zu seinem Ärgernis geht es nicht um Su, vielmehr um Anne. Liz und Su reden auf sie ein und in der Pause um Zwölf Uhr passiert es. Er steht gerade abseits von der Gruppe, bei der Garderobe, weil er etwas aus seiner Jacke holen will. Als er sich umdreht, um zurück zu den anderen Jungs zu gehen, stehen sie vor ihm. Su und Liz flankieren Anne, die nervös wirkt. „Ähm, du, Simooon“, sagt sie in dem gedehnten, bittenden Tonfall, den er so hasst. „Was denn?“, fragt er und versucht, ein gleichgültiges Gesicht zu machen. Kurz schaut er zu Suzie, die ihn freundlich angrinst, aber nichts sagt. Liz drängt sich vor. „Es geht darum, dass du uns helfen könntest.“, sagt sie direkt. Er zieht die Augenbrauen hoch. „Aha?“, macht er fragend und hofft, dass er nicht zu neugierig klingt. „Na, du könntest – aber du müsstest, nun ja, schwören, dass du nichts verrätst.“, erklärt Su und lächelt umwerfend. Einfach umwerfend, natürlich hilft er. Außerdem ist er verdammt neugierig. Er soll ein Geheimnis von ihnen bewahren – warum gerade er? „Okay, ich sag nichts.“, verspricht er. „Ich schwöre. Was gibt’s denn?“ Liz grinst und legt Anne eine Hand auf die Schulter. „Es geht um eine simple Frage“, fängt sie an. „Die du Mark stellen sollst.“, unterbricht Su sie. „Die da wäre?“, fragt er gespannt. „Weißt du, was er von Anne hält?“, platzt Liz heraus. Einen Moment ergibt die Frage keinen Sinn. „Nein ...“, macht er verwirrt, dann versteht Simon. „Ich soll fragen, ob er auch in sie ist?“

„Psst!“, zischt Anne ihn an. „Nein! Du sollst es unauffällig machen, damit er nicht weiß, dass Anne ...“, sagt Su und hebt vielsagend eine Augenbraue. „Dir fällt doch bestimmt etwas ein, was einigermaßen unauffällig ist.“, sagt sie. Simon nickt. Suzie, wie sie lächelt, sie ist wirklich wahnsinnig hübsch. „Und denke daran!“, unterbricht Anne seine gedankliche Schwärmerei. „Zu keinem ein verräterisches Wort!“ Sie sieht ihn warnend an und er weiß, dass sie es hasst, ihn um Hilfe bitten zu müssen. Beinahe ist er froh, dass er gefragt wurde. Erst zehn Minuten später, als er wieder sicher bei Mark und den anderen steht, wird ihm klar, in was für eine Situation er sich da manövriert hat. Wie soll er die Frage verpacken, dass der Hintergrund keinem auffällt? Und wenn er es vergeigt, wird Su denken, er sei zu doof für diesen winzigen Gefallen – aber nein, das wäre ja echt bescheuert. Die Mädchen müssen ja selber sehen, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, da wird Su nicht sauer sein. Vielleicht klappt es aber auch, dann wäre natürlich keiner wütend, im Gegenteil. Simon grinst. Die Azubis holen die Schüler wieder herein in den Seminarraum, die Pause ist vorbei.

„Hast du schon gefragt?“, quengelt Anne am Freitagmorgen. Ihr Ton lässt Simon das Gesicht verziehen. Er hat sowieso keine gute Laune und keine Ahnung wie er fragen soll. Er hat einfach keinen Nerv dazu, jetzt auch noch Anne zu ertragen. „Mach ich noch.“, blockt er gereizt ab. Hau lieber ab und quäle jemand anderen!, fügt er im Stillen hinzu und verdreht entnervt die Augen. „Ich frag ihn gleich.“ Er will es endlich hinter sich bringen, schon allein, um Anne loszuwerden. Simon drängelt sich im Pausenraum vor, besorgt zwei Colaflaschen und wirft eine davon Mark über die Köpfe der anderen zu – bei der Körpergröße von beiden kein Problem. Dann treffen sich die beiden bei ihrem Stammtisch dieser Projektwoche. Von den Azubis ist noch keine Spur zu sehen, ein Freak mit Anzug und Krawatte schlurft entsetzt wieder aus dem Raum, als er sich einer lärmenden Schulklasse gegenüber sieht. Die anderen sammeln sich ebenfalls um die Tische oder auf den paar Sesseln. Leo und Aman kommen zu Simon und Mark. Aber Simon reicht ein Blick auf die genervte Anne, die ihn, von Liz und Suzie umgeben, beobachtet. „Hey, Mark.“, sagt er in seinem lässigsten Ton und bemüht sich, möglichst unbefangen zu klingen. „Ich soll dich fragen, wie du Anne findest.“

Simon weiß echt nicht, was Anne hat. Nachdem er endlich gefragt hat, hätte sie doch zufrieden sein können, aber nein, sie regt sich auf. Er wusste doch gleich, dass er eigentlich nicht hätte zusagen sollen. Diesem Mädchen kann man es nicht Recht machen! Nachdem er mit der Frage herausgerückt war, hat Mark bloß mit den Schultern gezuckt, aber Amans Verstand schaltete schnell. „Anne? Ahaaa!“, spöttelte er, schaut zu ihr und Liz und Su und grinst die drei breit an. Auch Leo drehte sich um. „Na ja.“, meinte er. „Giggeln im Drei-Sekunden-Takt – wer darauf steht ...“ Mark lachte los. „Genau.“ Nun lachten sie alle. Klang alles wie ein Scherz. Unauffällig ging doch, dachte Simon zufrieden.

„Ging's nicht noch viel lauter?“, fragt Liz und funkelt Simon wütend an. Anne steht mit verschränkten Armen neben ihr, Su wiederum neben Anne. Diese bedenkt Simon mit einem Blick, als würde sie ihm am liebsten den Kopf abreißen. Wahrscheinlich stimmt das sogar. Aber er weiß echt nicht, was die drei noch wollen. „Ich habe gefragt, das war es doch, was ihr wolltet!“, verteidigt er sich. „Er hat „na ja“ gesagt.“ Okay, das letzte ist ein bisschen geschwindelt: Er hat nur die Schultern gezuckt, auch wenn er Leo zugestimmt hat. Aber Simon hatte keine Lust darauf, die Mädchen noch mehr aufzuregen. Irgendwann hat der Deutschlehrer mal so eine alte Sage erzählt, in der der Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft wurde. Sauer, wie Anne ist, kann ihm das bestimmt auch passieren. „Wir“, sagt Su. „wollten, dass du unauffällig fragst – euer Gespräch hat allerdings die ganze Klasse mitbekommen.“, faucht sie. Aber es wäre unauffälliger gewesen, wenn ich Mark irgendwo hingezogen hätte, wo sonst keiner ist, denkt Simon, hütet sich aber, es auszusprechen. Das würde schon nervig genug werden, wenn er kein Öl ins Feuer gießt.

Tatsächlich schimpft Anne ihn voll, bis die Azubis kommen. Fehlt nur noch das Schild „Vorsicht, bissig“ auf ihrer Stirn. Und weil sie während der nächsten Stunden Gruppenarbeit machen müssen, laufen die drei immer wieder durch sein Blickfeld, bedenken ihn mit Killerblicken und man kann förmlich sehen, mit wie vielen Flüchen sie ihn belegen. Scheiß drauf, denkt Simon. Ich habe gemacht, was sie wollten. Nur blöd, dass Su jetzt auch sauer auf ihn ist. Er sieht wieder Anne, von ihren beiden Freundinnen flankiert wie von Leibwächtern. Mit einer übertrieben wütenden Miene, die sie sich wohl aus Gute Zeiten – Schlechte Zeiten abgeguckt und sie seit dem Gespräch mit ihm nicht abgelegt hat, redet sie mit Patrick, der ihr ernst zuhört. Hat sie nicht irgendwann erwähnt, er weiß auch von ihrem – huuu! – Geheimnis? Tolles Geheimnis, wieso regt sie sich so auf, dass man das Offensichtliche eh mitbekommt, wenn sie es sowieso allen erzählt? Egal. Simon schreibt etwas auf, seine Schrift ist zwar nicht die Beste, geht aber an. Plötzlich bekommt er einen Schlag gegen den Hinterkopf. „Idiot!“, murmelt Patrick im Vorbeigehen. Simon schaut schnell zu den Mädchen, Anne grinst schadenfroh. Er seufzt. Jetzt fängt Patrick auch schon an, Anne ist ja sowieso übertrieben – das kann ja noch sehr lästig werden ...

Ende

Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
Deine Welt, deine Geschichte
Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt
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27-08-2009, 19:20
Beitrag: #2
RE: Schülerbanking
Hi Trinity!

Diese Geschichte steht jetzt hier schon zu lange ohne Kommi, also los!^^

Zitat:Dann hat man auch früh Schluss, man benötigt in der kurzen Zeit der Anwesenheit weder viel Aufmerksamkeit, noch Engagement (das erledigt der junge Herr Damp, der dynamische und hyperaktive Lehrer mit dem hessischen Dialekt) und in den großzügig bemessenen Pausenzeiten kann man mit Freunden reden und Herrn Damp verschaukeln, ohne dass der es bemerkt.
Oh man, sowas hätte ich auch gerne gemacht in der Schule. Icon_wink

Zitat:HSV hat gewonnen, knapp, aber immerhin.
Pah, wen interessiert denn der HSV? BAYER 04 LEVERKUSEN!!!

Zitat:Natürlich weiß niemand etwas davon, das wäre ja peinlich, zumal er ja auch sonst nicht so viel mit ihr zu tun hat und sie meist mit ihrer Clique zusammen ist.
*g* Teenager^^

Zitat:neben neben Suzie
Ein "neben" zu viel.
Ich find, dass über die Mädchen hier gut einflichst! Dadurch das Simon zu ihnen rüberguckt, hast du ja sozusagen einen Grund uns das zu erzählen ... aber du erzählst uns auch nicht zu viel. Icon_smile

Zitat:Ach, zum Teufel mit dem Zweifeln, warum ist das so kompliziert?
Zur besseren Unterscheidung könntest du Simons Gedanken auch kursiv setzen.

Zitat:Simon nickt. Suzie, wie sie lächelt, sie ist wirklich wahnsinnig hübsch.
*ggg* Männer bekommt man so leicht rum Icon_wink

Zitat:Wie soll er die Frage verpacken, dass der Hintergrund keinem auffällt?
Ich würde hier "so dass" schreiben.

Zitat:ein Freak mit Anzug und Krawatte
Ein Freak??? *ggg*

Zitat:„Hey, Mark.“, sagt er in seinem lässigsten Ton und bemüht sich, möglichst unbefangen zu klingen. „Ich soll dich fragen, wie du Anne findest.“
Im ernst? Das hält er für unauffällig? Icon_lol

Zitat:Aber er weiß echt nicht
Du hattest gerade schon "echt" Alternative: "wirklich"

Zitat:Irgendwann hatte der Deutschlehrer mal so eine alte Sage erzählt, in der der Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft worden war.
Icon_lol

Kaum vorstellbar, dass das wirklich nach einer wahren Begebenheit geschrieben ist ... ich meine ... unauffällig? *ggg*

Hat mir gut gefallen deine Geschichte. Sie hat mich an mehreren Stellen zum schmunzeln gebracht und auch die Sprache und Gedankengänge von Teenagern hast du super rüber gebracht (liegt das vielleicht daran, weil du selbst Teenager bist? Mrgreen )
Auch von Schreibstil her, hab ich diesmal nicht viel anzugreifen. Gestört hat nur, dass man Simons Gedanken nicht gut vom "normalen" Text unterscheiden konnte. Die solltest du irgendwie abgrenzen.

Liebe Grüße vom Wanderer

... ihr seid ja nur neidisch, dass ihr die Stimmen nicht hört!

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten
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28-08-2009, 21:47
Beitrag: #3
RE: Schülerbanking
Hi Wanderer,

danke für diese durchaus positive Kritik!
Zuallererst: Nur der HSV! Mrgreen Hamburg, Hamburg, meine Perle Icon_cuinlove
Zitat: Zitat:Natürlich weiß niemand etwas davon, das wäre ja peinlich, zumal er ja auch sonst nicht so viel mit ihr zu tun hat und sie meist mit ihrer Clique zusammen ist.

*g* Teenager^^
Was hast du gegen Teenager? Die sind doch äußerst amüsant ...

Zitat: Zitat:neben neben Suzie

Ein "neben" zu viel.
Ich find, dass über die Mädchen hier gut einflichst! Dadurch das Simon zu ihnen rüberguckt, hast du ja sozusagen einen Grund uns das zu erzählen ... aber du erzählst uns auch nicht zu viel. Icon_smile
* Trinity of Chaos korrigiert stillschweigend Smiley_emoticons_blush

Zitat: Zitat:Simon nickt. Suzie, wie sie lächelt, sie ist wirklich wahnsinnig hübsch.

*ggg* Männer bekommt man so leicht rum Icon_wink
Wie unglaublich objektiv ... Mrgreen Erfahrungen?

Zitat: Zitat:„Hey, Mark.“, sagt er in seinem lässigsten Ton und bemüht sich, möglichst unbefangen zu klingen. „Ich soll dich fragen, wie du Anne findest.“

Im ernst? Das hält er für unauffällig? Icon_lol
Ich konnte ihm leider nicht in den Kopf gucken (,den "Anne" ihm wahrscheinlich wirklich gerne abgenommen hätte Icon_wink ), aber das muss er gedacht haben ... ich habe ja eig die andere Seite mitbekommen - ich bin die Chaotin Icon_smile

Zitat:Kaum vorstellbar, dass das wirklich nach einer wahren Begebenheit geschrieben ist ... ich meine ... unauffällig? *ggg*
Ok, erwischt - der Freak ist erfunden ^^

Zitat:(liegt das vielleicht daran, weil du selbst Teenager bist? Mrgreen )
Wer weiß ^^ Damals auf jeden Fall - es fragt sich nur, ob die Frage im Zusammenhang mit der beabsichtigten Wirkung der Story nicht eher negativ aufzufassen ist Icon_lol Freut mich aber sehr, dass dir das gefällt!

Gruß
Trinity

Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
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30-08-2009, 14:19 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30-08-2009 14:20 von Libertine.)
Beitrag: #4
RE: Schülerbanking
Hallo Trinity,

und sehr verspätet: Willkommen bei Literatopia! Icon_smile

Und gleich zum Text:
Eine typische Schülergeschichte, die sich schnell liest und in ihrer Alltäglichkeit ebenso belanglos wie für den Moment bedeutend ist. Simon steht auf Su und soll für deren Freundin Anne herausfinden, was Mark von ihr hält. Er stellt sich dabei nicht sehr geschickt an und macht sich hinterher ein paar Vorwürfe.
Diese Geschichte steht hier klar im Vordergrund, und irgendwie hatte ich die ganze Zeit beim Lesen das Gefühl, die Geschichte wäre aus Sus Sicht glaubwürdiger gewesen. Dann wüsste man natürlich nicht, dass Simon fasziniert von ihr ist (vllt sieht sie es ihm aber an), aber der "Höhepunkt", dieses plötzliche "Ich soll dich fragen, wie du Anne findest" würde wahrscheinlich viel mehr im Mittelpunkt stehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass du dich um Simons Innensicht bemühst, die bei mir aber nicht vollständig ankommt. Vielleicht weil du die Geschichte von der anderen Seite aus erlebt hast?
Um Simons unbeholfene Frage etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken (das würde der Geschichte gut tun, denn in der jetzigen Version geht dieser Moment etwas unter), könntest du insgesamt ein bisschen deutlicher Akzente setzen. Zum Beispiel, indem du nicht mit der "Definition" des Schülerbankings anfängst, sondern mit den Schülern, mit Simon und Mark, die ja beste Freunde sind und sich über Fußball unterhalten. Das Schülerbanking an sich ist für die Geschichte ja nur der Hintergrund, da brauchst du es nicht so in den Vordergrund zu setzen. Vielleicht findest du zwischendurch auch noch eine Stelle, an der du Simon und Mark zusammenzeigst, denn so hängt Simon in Gedanken nur bei Su ... schön und gut und passend zur Handlung, aber irgendwie wünscht man sich auch noch einen Auftritt Marks, damit der nicht wie ein Fremdkörper angesprochen werden muss, sondern die Freundschaft zwischen den beiden Jungs, die du ja am Anfang nennst, auch zu sehen ist. In den Dialogen würde es der Übersicht gut tun, wenn du bei jedem Sprecherwechsel einen Absatz setzt - darüber kann man diskutieren, aber es hilft in meinen Augen sehr, die Übersichtlichkeit zu wahren, weil deutlicher wird, wann jemand Neues spricht.
Eine andere Sache ist Patrick, der vor dem Ende nicht auftritt und dann sozusagen der "Retter aus dem Nichts" ist. Vielleicht nennst du ihn am Anfang, lässt ihn mit Su, Liz und Anne reden oder sonst etwas tun, damit man nicht so unvorbereitet in ihn hineinstolpert. Das gleiche gilt eigentlich auch für Leo und Aman - die beiden sind für die Handlung nicht wichtig und sind nur zusätzliche Namen, auf die man sich beim Lesen konzentrieren muss. Deswegen würde ich sie entweder zu einer Figur verschmelzen lassen (es reicht ja, wenn einer lacht) oder ganz rausnehmen oder ihnen am Anfang etwas mehr Platz geben. Und wenn sie sich ins Gespräch über Fußball einmischen Icon_wink.
So, und nach all der Kritik: Eine quirlige Geschichte, schnell und spontan. Man bleibt nicht hängen und für den Moment ist es unterhaltsam zu lesen, wie Simon seinen besten Freund nun "beiläufig" fragt. Und scheitert. Vor allem die Dialoge haben etwas Lebendiges.

Anmerkungen:
Zitat:Bei der Bank, die einige Auszubildende dafür abkommandiert hat, um Schülern Lust auf eine Ausbildung dort zu machen
... dazu abkommandiert hat, Schülern Lust auf eine Ausbildung zu machen ...
Zitat:weder viel Aufmerksamkeit, noch Engagement
kein Komma
(Aber wie gesagt, würde ich diese Informationen nicht an den Anfang stellen und nicht so geballt präsentieren, vielleicht findest du da ja einen geeigneteren Weg.)
Zitat:Er steht mit seinen Kumpels an einem der Tische, die in dem Pausenraum stehen und redet mit ihnen über das letzte Spiel.
vielleicht kürzer: "an einem der Tische im Pausenraum und redet ..."
Zitat:„Also, so lass ich mir Schule gefallen.“, sagt er
Wenn es nach der wörtlichen Rede mit Komma weitergeht, steht kein Punkt, schau da allgemein mal drüber Icon_wink
Zitat: Simon lacht mit den anderen mit, aber sein Blick schweift kurz ab.
"mit jemandem mitlachen" klingt irgendwie doppelt, das zweite "mit" kannst du einfach weglassen
Zitat:Während Anne die ganze Zeit plappert – er könnte wetten, dass es nur hohles Gerede von Annes geliebten Pferden ist
"von ihren geliebten Pferden"
Zitat:Ach, zum Teufel mit dem Zweifeln
natürlicher würde klingen "mit den Zweifeln"
Zitat:Nein, er würde sie ansprechen – aber er würde auf den passenden Augenblick warten.
"er wird sie ansprechen - aber er wird auf ..." Du schreibst ja im Präsens.
Zitat:Vom nächsten Tag an wartet Simon darauf, dass Suzie einmal ansprechbar ist.
Hm, bis hierhin hat sich die Geschichte ganz gut mit der Gegenwart geschlagen, hier klingt es dann komisch, weil du in der Jetztzeit einen Zeitraum beschreibst. Hat es einen bestimmten Grund, weshalb du nicht in der Vergangenheit schreibst? Das hätte eher zur Geschichte gepasst, vor allem in diesem Abschnitt, wo du die Tage überspringst, da liest es sich von den Formulierungen dann auch wie Präteritum.
Zitat:Und am Donnerstag kommt es ihm so vor, als wäre er auch in den Gedanken von Su und ihren zwei schrägen Freundinnen.
"als sei er auch"
Zitat:und in der Pause um Zwölf Uhr passiert es.
High Noon Mrgreen
"zwölf Uhr"
Zitat: „Und denke daran!“, unterbricht Anne seine gedankliche Schwärmerei. „zu keinem ein verräterisches Wort!“
Vielleicht einfacher: "Und denk dran!" ?
"Zu" groß (Satzanfang)
Zitat: Er hat sowieso keine gute Laune und keine Ahnung wie er fragen soll.
... Ahnung, wie ...
Warum keine gute Laune? Das tut hier nichts zur Sache, aber wenn du es schon erwähnst Icon_wink
Zitat:Dann treffen sich die beiden bei dem Stammtisch dieser Projektwoche.
"beim Stammtisch"
oder (ich dachte nämlich erst an einen Kneipenstammtisch) : "bei ihrem Stammtisch ..."
Zitat:Nachdem er mit der Frage herausgerückt war, hatte Mark bloß mit den Schultern gezuckt
In diesem Abschnitt springst du sehr in den Zeiten hin und her. Da du im Präsens schreibst, geht eigentlich nur das Plusquamperfekt (hatte gezuckt) gar nicht, alle anderen können noch vorkommen. Hier kannst du aber die Vergangenheitssachen auch ganz im Perfekt (hat gezuckt) beschreiben, da der Moment ja noch nicht lange zurückliegt.
Zitat:Nun lachten sie alle. Klingt alles wie ein Scherz. Unauffällig ging doch, dachte Simon zufrieden.
Klang alles wie ein Scherz.
Zitat:Er hatte nur die Schultern gezuckt, auch wenn er Leo zugestimmt hatte. Aber Simon hatte keine Lust darauf, die Mädchen noch mehr aufzuregen. Irgendwann hatte der Deutschlehrer mal so eine alte Sage erzählt, in der der Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft worden war.
hat! Oder eben Präteritum.
Am Ende dann "geköpft wurde"
Zitat:Simon schreibt etwas auf, seine Schrift ist zwar nicht die Beste, geht aber an.
Was schreibt er auf? Ist es wichtig, wie schön seine Schrift ist? Irgendwie konnte ich mit der Information hier nichts anfangen.

So, das war's soweit. Bei Gelegenheit mal sehen, was du noch so schreibst - du scheinst ja recht produktiv zu sein Icon_wink
Liebe Grüße,
Libertine

... dann schauen wir nach unserm Dachkräuterbeet,
in die Dachrinne haben wir Schnittlauch gesät. (Gerhard Schöne)
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30-08-2009, 16:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30-08-2009 16:35 von Trinity of Chaos.)
Beitrag: #5
RE: Schülerbanking
Hi Libertine,

danke für den Kommi!
Dass das eig nur eine Ausarbeitung eines tatsächlich stattgefundenen Ereignisses ist, kommt mir wohl in einigen Punkten in die Quere Icon_slash Na ja, ist ja erst die erste Version.
Zitat:Vielleicht liegt es auch daran, dass du dich um Simons Innensicht bemühst, die bei mir aber nicht vollständig ankommt. Vielleicht weil du die Geschichte von der anderen Seite aus erlebt hast?
Das ist nämlich der Punkt: Ich habe versucht zu verstehen, was sich dieser ... Typ dabei gedacht hat. Icon_wink

* Trinity of Chaos korrigiert stillschweigend die ganzen Fehler Icon_igitt

Ich hoffe doch, dass ich das bin Icon_smile Und warum ich im Präsens schreibe: als ich mit dem Schreiben anfing, dachte ich, dass mein Lieblingsbuch im Präsens geschrieben sei und hatte damit angefangen. Als ich es später nochmal las, merkte ich, dass ich mich geirrt habe Icon_smile Doch da war es schon in mir drin. Wenn du vlt mehr über Simon &Co erfahren willst (wenn auch von der anderen Seite aus) dann schau doch mal hier vorbei. Ich würde mich freuen!

Gruß
Trinity

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18-10-2009, 03:48
Beitrag: #6
RE: Schülerbanking
Hallo Trinity!

Eine Geschichte zu einer wahren Begebenheit, also. Okay, da bin ich ja mal gespannt.
Ich kümmer mich zuerst um den Kleinkram im Text und schreibe dann am Ende mein Fazit bzw, meine allgemeine Meinung zum Text.

Zitat:Schülerbanking – beziehungsweise „Schülerbänging“ wie Herr Damp es auszudrücken pflegt – ist eigentlich das Traumprojekt in den neunten Klassen.
-- Ich glaube, hier gehört ein Komma vor das "wie", bin mir aber nicht vollkommen sicher.

Zitat:(...) Gruppenarbeitsergebnisse als Pinwandpräsentationen vorstellen. (...)
-- Ich bin mir auch hier nicht sicher, aber fast alle Deutsche hier im Hostel stimmen mit mir überein, dass es Pinnwand heißen müsste. Aber davon abgesehen, wäre es wohl eher eine Präsentation an einer Leinwand via Powerpoint und Beamer/ Projektor, oder?

Zitat:Dann hat man auch früh Schluss, man [u/]benötigt in der kurzen Zeit der Anwesenheit weder viel Aufmerksamkeit noch Engagement (das erledigt der junge Herr Damp, der dynamische und hyperaktive Lehrer mit dem hessischen Dialekt) und in den großzügig bemessenen Pausenzeiten kann man mit Freunden reden und Herrn Damp verschaukeln, ohne dass der es bemerkt.
-- Da es zwei komplett getrennte Sätze sind, würde ich hier ein Komma setzen. Zudem, wenn ich jemanden "verschaukele", setzt das vorraus, dass dieser jemand, das nicht merkt. Icon_wink

Zitat:Simon grinst.
-- Da du zuerst allgemein redest und nun zu Simon wechselst, wäre ein Absatz passend.

Zitat: Sein bester Kumpel Mark lehnt an der Wand direkt neben dem Stehtisch. Leo holt sich noch eine Flasche Cola. „Also, so lass ich mir Schule gefallen“, sagt er.
-- Wenn Leo sich ein Cola holt, wie kann er dann mit den anderen reden?
Wenn man hinter das "sagen" übrigens keinen Gemütszustand setzt oder eine Handlung, würde ich übrigens immer darauf verzichten, denn einfach nur "sagte er" ist nichtssagend und überflüssig, da die Anführungszeichen schon aussagen, dass er spricht. Icon_wink

Zitat:Das Projekt bietet noch einen Vorteil, den er in vollen Zügen genießt: Suzie sitzt fast neben ihm.
-- Ich dachte, da wären Stehtische? Zudem sind sie den ganzen Tag in der Bank; gibt es da auch Klassenräume mit Sitzbänken?.

Zitat:Sie sind zu dritt, neben Suzie sitzt gerade ihre beste Freundin Liz, eine durchgedrehte Chaotin mit einem gewöhnungsbedürftigem Sinn für Styling und sehr guten Noten, deutlich besser als seine eigenen. Auf der anderen Seite sitzt Anne. Anne ist zwar nicht dauernd mit den Partygirls aus der Klasse unterwegs, aber vom Typ her würde es hinkommen. Sie lacht albern, bei jeder unpassenden Gelegenheit und benimmt sich insgesamt wie eine echte „Stylatussi“, wie Mark immer sagt.
-- Also hat er zwei Freunde und sie zwei Freundinnen – wie abwechslungsreich. Icon_wink
-- Anstatt die beiden Freundinnen einfach so zu vorzustellen, würde ich es schöner finden, wenn du schreibst, wie Liz aussieht, was sie schräg macht, und Anne könnte ja gerade einen Lachanfall haben oder so. Einfach etwas mehr Lebendigkeit wäre schön.

Zitat:Vom nächsten Tag an wartet Simon darauf, dass Suzie einmal ansprechbar ist. Der passende Moment, auf den er so sehr hofft, kommt und kommt nicht.
-- Ja, die kommen immer nicht, diese passenden Momente.


Zitat:In diesen zwei Tagen beschäftigt er sich mehr mit ihr als sonst. Noch mehr. Und am Donnerstag kommt es ihm so vor, als sei er auch in den Gedanken von Su und ihren zwei schrägen Freundinnen. Sie schauen öfters zu ihm hinüber – oder bildet er sich das nur ein? Nein, er ist sich sicher. Zu seinem Ärgernis geht es nicht um Su, vielmehr um Anne. Liz und Su reden auf sie ein und in der Pause um Zwölf Uhr passiert es. Er steht gerade abseits von der Gruppe, bei der Garderobe, weil er etwas aus seiner Jacke holen will.
-- Auch hier würde ein Absatz gut tun (wenn du von seinen Gedanken zum Jetzt springst).

Zitat:Als er sich umdreht, um zurück zu den anderen Jungs zu gehen, stehen sie vor ihm.
-- Diese Einschübe braucht es übrigens nicht, weil klar ist, dass er wieder zurückgeht – schließlich wollte er ja nur etwas aus seiner Jacke holen.

Zitat:Su und Liz flankieren Anne, die nervös wirkt.
-- Wie zeigt sich das? Beisst sie sich auf ihre Unterlippe, tänzelt sie von einem Fuß auf den anderen oder zwirbelt eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern? Solche Dinge sind es, die ich mit Anschaulichkeit oder Lebendigkeit meinte.

[quote]
„Ähm, du, Simooon“, sagt sie in dem gedehnten, bittenden Tonfall, den er so hasst.
-- Hier fehlt ein Absatz. Bei wörtlicher Rede gehört sich das immer so und auch, wenn der Sprecher wechselt, wie gleich nach diesem Satz:

Zitat:Kurz schaut er zu Suzie, die ihn freundlich angrinst, aber nichts sagt.
-- Freundlich grinsen geht meines Erachtens nicht. Das Wort "grinsen" an sich widerspricht schon dem "freundlich".

Zitat:Liz drängt sich vor. „Es geht darum, dass du uns helfen könntest.“, sagt sie direkt.
-- Da sie eigentlich nichts aussagt, ist sie nicht direkt, das "sagte sie direkt" könnte also getrost weg.

Zitat:Er zieht die Augenbrauen hoch. „Aha?“, macht er fragend und hofft, dass er nicht zu neugierig klingt.
-- Absatz.
-- Das Hochziehen der Augenbrauen und das "Aha?" sagen schon aus, dass es "fragend" ist. Dieser Teil könnte also auch getrost weggestrichen werden. Icon_wink

Zitat:„Na, du könntest – aber du müsstest, nun ja, schwören, dass du nichts verrätst.“, erklärt Su und lächelt umwerfend. Einfach umwerfend, natürlich hilft er. Außerdem ist er verdammt neugierig. Er soll ein Geheimnis von ihnen bewahren – warum gerade er? „Okay, ich sag nichts.“, verspricht er. „Ich schwöre. Was gibt’s denn?“ Liz grinst und legt Anne eine Hand auf die Schulter. „Es geht um eine simple Frage“, fängt sie an. „Die du Mark stellen sollst.“, unterbricht Su sie. „Die da wäre?“, fragt er gespannt. „Weißt du, was er von Anne hält?“, platzt Liz heraus. Einen Moment ergibt die Frage keinen Sinn. „Nein ...“, macht er verwirrt, dann versteht Simon. „Ich soll fragen, ob er auch in sie ist?“
-- Hier fehlen einige Absätze, auch die Zeichensetzung ist etwas wirr und "in sie sein", ist das deutsch? Manchmal hast du übrigens Punkte gesetzt, obwohl der Satz hinter der wörtlichen Rede noch weitergeht.
<"Na, du könntest (...) warum gerade er? (Absatz)
"Okay, (...) verspricht er. (...) gibt's denn?" (Absatz)
Liz (...) Frage ...", fängt sie an. (Absatz)
"Die du (...) Su sie. (Absatz)
"Die da (...) gespannt. (Absatz)
"Weißt (...) heraus. (...) Sinn. (Absatz)

Zitat: „Psst!“, zischt Anne ihn an. „Nein! Du sollst es unauffällig machen, damit er nicht weiß, dass Anne ...“, sagt Su und hebt vielsagend eine Augenbraue. „Dir fällt doch bestimmt etwas ein, was einigermaßen unauffällig ist.“, sagt sie. Simon nickt. Suzie, wie sie lächelt, sie ist wirklich wahnsinnig hübsch. „Und denke daran!“, unterbricht Anne seine gedankliche Schwärmerei. „Zu keinem ein verräterisches Wort!“
-- Auch hier fehlen Absätze, und ich denke nicht, dass man den letzten Satz so jemals hören würde, denn die Redewendung geht ja auch "zu keinem ein Wort".
-- Der Punkt vor dem "sagt sie" gehört weg.

Zitat: Sie sieht ihn warnend an und er weiß, dass sie es hasst, ihn um Hilfe bitten zu müssen. Beinahe ist er froh, dass er gefragt wurde.
-- Sie sieht ihn warnend an und er ist froh, gefragt worden zu sein? Die Logik verschließt sich mir?

Zitat: Erst zehn Minuten später, als er wieder sicher bei Mark und den anderen steht, wird ihm klar, in was für eine Situation er sich da manövriert hat.
-- Er braucht 10 Minuten von der Garderobe zu den anderen?? Und warum "sicher"? Das klingt so, als wäre er in Gefahr gewesen.

Zitat: Simon grinst. Die Azubis holen die Schüler wieder herein in den Seminarraum, die Pause ist vorbei.
-- Absatz zwischen den Sätzen, weil du die Perspektive und das Subjekt wechselst.

Zitat: Er hat sowieso keine gute Laune und keine Ahnung wie er fragen soll.

-- Hier fehlt vielleicht noch eine Erklärung, warum er schlechte Laune hat.
-- (...) keine Ahnung, wie er fragen soll.

Zitat: Hau lieber ab und quäle jemand anderen!, fügt er im Stillen hinzu und verdreht entnervt die Augen.
-- Die Gedanken würde ich kursiv setzen, damit sie sich besser vom Text abheben.

Zitat: Simon drängelt sich im Pausenraum vor, besorgt zwei Colaflaschen und wirft eine davon Mark über die Köpfe der anderen zu – bei der Körpergröße von beiden kein Problem.
-- Das klingt irgendwie so, als wären beide Riesen. :D
Der Satz klingt auch etwas umständlich. Mein Vorschlag: "(...) wirft eine davon über die Köpfe der anderen zu Mark."

Zitat: Von den Azubis ist noch keine Spur zu sehen, ein Freak mit Anzug und Krawatte schlurft entsetzt wieder aus dem Raum, als er sich einer lärmenden Schulklasse gegenüber sieht.
-- (...) zu sehen. (Punkt) Ein Freak in Anzug und Kravatte ... (Er trägt sie ja nicht mit sich, sondern am Körper. )

Zitat: „Hey, Mark.“, sagt er in seinem lässigsten Ton und bemüht sich, möglichst unbefangen zu klingen.
-- Der "lässigste Tonfall" und "das Bemühen, unbefangen zu klingen" meinen eigentlich ein und dassselbe, sind daher eine inhaltliche Wiederholung. Hier ist schon wieder ein Punkt reingerutscht. Am besten durchsuchst du mal deinengesamten Text und löschst die Punkte raus.

Zitat: „Ich soll dich fragen, wie du Anne findest.“
-- Na, das ist nun wirklich der Dümmste Weg, oder? Wollte er nicht vorsichtig sein? Und nun das?
Vor allen Leuten!
[quote] Simon weiß echt nicht, was Anne hat. Nachdem er endlich gefragt hat, hätte sie doch zufrieden sein können, aber nein, sie regt sich auf.

-- Verständlich!
Aber wo ist die Antwort von Mark und seine Reaktion?

Zitat: Nachdem er mit der Frage herausgerückt war, hat Mark bloß mit den Schultern gezuckt, aber Amans Verstand schaltete schnell.
-- "Herausgerückt" passt hier nicht so ganz, da das ja eher aussagt, das er vorher gezögert hat. Auch Amans "schnelles Schalten" passt von der Formulierung nicht ganz, da es da nichts zum verarbeiten gibt. Viel einfacher und offensichtlicher hätte Simon die Frage gar nicht stellen können.

Zitat: „Anne? Ahaaa!“, spöttelte er, schaut zu ihr und Liz und Su und grinst die drei breit an.
-- "spötteln" passt hier nicht, da er nichts sagt, dass Anne verspottelt (heruntermacht).
-- "spöttelte" ist übrigens Vergangenheit, bisher nimmst du (zu meinem Leidwesen) Präsens. Steht das Wort eigentlich im Duden oder heißt es nicht eher "spottete"?

Zitat: Auch Leo drehte sich um. „Na ja.“, meinte er. „Giggeln im Drei-Sekunden-Takt – wer darauf steht ...“ Mark lachte los. „Genau.“ Nun lachten sie alle. Klang alles wie ein Scherz. Unauffällig ging doch, dachte Simon zufrieden.
-- Daran war gar nicht unauffällig. Es amüsieren sich alle über das Mädel, kein Wunder, dass sie sauer ist. Auch hier ist übrigens wieder alles im Präteritum; das liest sich falsch. Ich würd den Teil direkt an die Frage hängen, dann nen Absatz, sagen, dass sich Anne aufregt und dann weiter im Text.

Zitat: „Ich habe gefragt, das war es doch, was ihr wolltet!“, verteidigt er sich. „Er hat „na ja“ gesagt.“
-- Da Su ihn böse anguckt, würde ich von ihm eine andere Reaktion erwarten. Schließlich wollte er sie ja nicht enttäuschen.
-- "Ich habe gefragt (Punkt) Das war doch, was ihr wolltet, verteidigt er sich. "Er hat ,na ja' gesagt."

Zitat: Irgendwann hat der Deutschlehrer mal so eine alte Sage erzählt, in der der Überbringer einer schlechten Nachricht geköpft [u] wurde .

-- "worden war"

Zitat: „Wir“, sagt Su. „wollten, dass du unauffällig fragst – euer Gespräch hat allerdings die ganze Klasse mitbekommen.“, faucht sie.
-- Von "sagen" zu "fauchen" geht auch ziemlich schnell. Vorschlag: "Wir ...", betont Su, "wollten, dass (...) mitbekommen", faucht sie.

Zitat: Aber es wäre unauffälliger gewesen, wenn ich Mark irgendwo hingezogen hätte, wo sonst keiner ist, denkt Simon, hütet sich aber, es auszusprechen.
-- Gedanken kursiv.

Zitat: Das würde schon nervig genug werden, wenn er kein Öl ins Feuer gießt.
-- Das klingt etwas falsch in meinen Ohren.
"Das ..., ohne dass er noch zusätzlich Öl ins Feuer gösse." (Möglichgeitsform)

Zitat: Fehlt nur noch das Schild „Vorsicht, bissig“ auf ihrer Stirn.

-- An Stelle der Anführungszeichen, die doch sehr für wörtliche rede stellen, würde ich einfache Apostrophe setzen.

Zitat: Und weil sie während der nächsten Stunden Gruppenarbeit machen müssen, laufen die drei immer wieder durch sein Blickfeld, bedenken ihn mit Killerblicken und man kann förmlich sehen, mit wie vielen Flüchen sie ihn belegen.
-- Hm, diese Projektwoche dauert eine gefühlte Ewigkeit. Was genau machen die da eigentlich in der Gruppenarbeit?? Und warum laufen die da durch sein Blickfeld, anstatt am Tisch zu sitzen und zu arbeiten?

Zitat: Scheiß drauf, denkt Simon. Ich habe gemacht, was sie wollten.
-- Scheiß drauf , denkt Simon. Ich habe gemacht, was sie wollten.

Zitat: Simon schreibt etwas auf, seine Schrift ist zwar nicht die Beste, geht aber an.
-- der Teil hinter dem ersten Komma klingt eher wie ein Einschub, passt daher eher hinter einen Strich oder als neuer Satz. Aber eigentlich ist die Info auch völlig unwichtig.

Zitat: Plötzlich bekommt er einen Schlag gegen den Hinterkopf. „Idiot!“, murmelt Patrick im Vorbeigehen. Simon schaut schnell zu den Mädchen, Anne grinst schadenfroh. Er seufzt. Jetzt fängt Patrick auch schon an, Anne ist ja sowieso übertrieben – das kann ja noch sehr lästig werden ...
-- Wie das ist jetzt das Ende?
Da fehlt irgendwie etwas, eine Auflösung der Handlung, der Liebesgeschichte, irgendetwas halt. Zumindest empfinde ich es als unvollständig. Inhaltlich könntest du auch etwas mehr Tiefe gewinnen durch mehr Lebendigkeit der Figuren, während unnötige Einschübe rausgetrichen werden sollten. Auch der Konflikt zwischen Su und ihm könnte etwas ausgebaut werden, sie bleibt ziemlich blass, da Anne viel der Story einnimmt.
Stilistisch fällt mir zuallererst die verwendete Zeitform ins Auge – etwas, das ich ändern würde. Ansonsten müssen mehr Absätze hinein und die überflüssigen Punkte weg, ebenso wie das ein oder andere "sagte". Alles andere steht dann genauer im Text.
Kleine Anmerkung noch: Der Titel deiner Geschichte heißt Schülerbanking und eigentlich alles spielt in der Bank, trotzdem bleibt diese und die Vorgänge dort sehr blass und haben auch eigentlich nichts mit der Geschichte zu tun, so dass der Titel nicht recht passen will und die Geschichte eigentlich auch überall sonst hätte spielen können.
Abschlißend kann ich nicht sagen, dass mir diese Geschichte wirklich gefallen hat, da ihr das Besondere fehlt und auch nicht wirklich etwas Spannendes passiert. Für mich wirkt es eher wie ein Konglomerat aus Ausschnitten, wie ich sie bei Unter uns hätte sehen können. Da fehlt wirklich das Künstlerische, das du in dieser Beschreibung der wahren Begebenheit.

LG
Adsartha

If I save time, when do I get it back? (Escape Van, NZ)

Da baumelt die kleine Spinne in ihrem Netz und träumt von ihren Silberfäden ...
[Bild: riverdance.gif]
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18-10-2009, 12:02
Beitrag: #7
RE: Schülerbanking
Hallo Adsartha,

wieder die Zeitnot, aber ich nehme mir nochmal die Zeit zu danken Icon_smile Danke
Es ist zwar schade, dass dir die Geschichte nicht gefällt, aber sie ist auch sehr unausgereift, weil ich einfach niedergeschrieben habe, was vlt passiert ist. Was sich "Simon" dabei gedacht hat, weiß ich bis jetzt noch nicht, denn für alle ist es klar, dass es nicht unauffälliger ging ...
Ich nehme mir später Zeit, deine Vorschläge ausführlicher zu beantworten und in die Tat umzusetzen, damit dieses Ding mal schriftstellerisch anspruchsvoller wird.

Lg,
Trinity

Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
Deine Welt, deine Geschichte
Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt
Cmdr. W. T. Riker: "Das Schicksal beschützt Narren, kleine Kinder - und Schiffe mit dem Namen Enterprise"
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15-11-2009, 10:36
Beitrag: #8
RE: Schülerbanking
Hallo Trinity of Chaos,

gerade habe ich Deine Geschichte gelesen, die mir gut gefallen hat. Irgendwie ist alles spannend, weil man sich überlegt, auf welche Weise der Protagonist die Frage stellen wird. Und da muss ich sagen, hätte man sich vielleicht noch etwas Originelleres einfallen lassen müssen. Irgendwie landet er dann die Frage zu plump, zu vordergründig, und die Mädchen haben ein gewisses Recht, auf ihn sauer zu sein. Aber die Grundideee selbst ist gut und für eine spannende Geschichte sehr geeignet. Und im Übrigen habe ich den lockeren Erzählstil sehr genossen. Man fühlt sich in dieser Sprache gut aufgehoben, es ist die Sprache der Jugend auf dem Pausenhof, die jeder kennt, der von Berufs wegen einige Jahrzehnte mit der Schule zu tun gehabt hat.

Viele Grüße

Hans Werner
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15-11-2009, 15:06
Beitrag: #9
RE: Schülerbanking
Hallo Hans Werner,

ich danke dir für das Lob und den Kommentar gleich dazu. Es freut mich außerordentlich, dass dir zumindest die Grundidee so gefällt - nicht zuletzt, da das heißt, dass meine Jugend vielleicht noch andere nette Geschichten bereithält, die es sich auf diesem Wege zu erzählen lohnt.
Deine nette Bemerkung über den Erzählstil freut mich besonders, da auch ich ihn bei solch einer Kurzgeschichte für geeignet hielt und halte.

Liebe Grüße,
Trinity

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