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Silbern Schein
16-09-2009, 16:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16-09-2009 16:27 von lecoquelicot.)
Beitrag #1
Silbern Schein
Allein
in düst´rem Haus.
Dessen stille Ruhe
drückend schwer auf Schultern lastet.

Allein
in tiefster Leere.
Deren Widerhall verstummt
im Singen längst’ gestorbener Hoffnung.

Allein
in düst´rem Haus.
Dessen stille Ruhe
durchbrochen vom Bersten glitzernd Träne ward

Allein
in düst'rem Haus.
Wolken ziehen über nächtlich Himmelszelt.
Und die Schatten lassen mich verschmelzen
mit der Dunkelheit.


Allein.

Im düst´ren Haus.

Im Zimmer erleuchtet von silbernem Schein.

Allein.


Anm.: Da ich bereits darauf angesprochen wurde: Dies ist die überarbeitete, kürzere Version. Mir wurde gesagt und auch gezeigt, dass dieses Gedicht ohne meine Zustimmung nicht selten quer durch das Internet auf Homepages und sonstigen Seiten verwendet wird (wurde?). Ich bitte das zu unterlassen.
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01-11-2009, 20:08
Beitrag #2
RE: Silbern Schein
Hallo leco,

dein Gedicht steht nun schon seit einer Weile vollkommen unkommentiert da und ich wage mich mal als erste heran.
Zuerst mache ich einige Anmerkungen, die mir beim Lesen aufgefallen sind:

Zitat: Allein
in düst´rem Haus.
Du hast hier ein falsches Zeichen verwendet.
„düst’rem Haus“

Zitat: Allein
in düst´rem Haus.
Dessen stille Ruhe
drückend schwer auf Schultern lastet.
Es ist also ein Haus, in dem es dunkel und still ist. Die Person, um die es hier geht ist allein im Haus und empfindet die Stille als unangenehm.
Warum hast vor „Schultern“ nicht „meinen“ oder „deinen“ geschrieben? Ich glaube damit würde es besser klingen, oder hast du dafür einen bestimmten Grund gehabt?

Zitat: Allein
in tiefster Leere.
Deren Widerhall verstummt
im Singen längst’ gestorbener Hoffnung.
Das Haus scheint also nicht nur dunkel und still, sondern auch leer zu sein. Leere Häuser sind oft gruselig – wobei ich sie auch irgendwie spannend finde, weil ich mir dann immer vorstelle wie man sie einrichten könnte. Icon_smile
Ich verstehe die beiden letzten Zeilen nicht ganz. Der Widerhall der Leere verstummt – das ist abstrakt, aber ich verstehe es – was mich verwundert ist, dass es in dem Gesang der verstorbenen Hoffnung verstummt. Heißt es, dass der Widerhall dadurch übertönt wird? Nicht mehr hall, wenn die verstorbene Hoffnung singt? Dann ist es aber nicht still. Das passt dann nicht mehr zu der ersten Strophe, wo du von einer drückenden Stille gesprochen hast. Rein vom Gefühl her.

Zitat: Allein
in düst'rem Haus.
Wolken ziehen über nächtlich Himmelszelt.
Und die Schatten lassen mich verschmelzen
mit der Dunkelheit.
Hier hast du das richtige Zeichen bei „düst’rem“ verwendet. Warum nicht in den anderen Strophen?

Zitat: Allein
in düst´rem Haus.
Dessen stille Ruhe
durchbrochen vom Bersten glitzernd Träne ward
Jetzt wird die Ruhe gebrochen. Die Strophe gefällt mir gut, vor allem das Bersten der Tränen.

Zitat: Im Zimmer erleuchtet von silbernem Schein.
Jetzt kommt auch etwas Licht ins Spiel. Ein silberner Schein … was es wohl bedeutet?


Also dein Gedicht beschreibt eine Person, die in einem einsamen, dunklen Haus hockt. Die Person ist allein und hat geweint (Bersten glitzernder Tränen). Sie verschmilzt mit der Dunkelheit, so als wäre sie gar nicht da. Sie scheint isoliert sich isoliert zu haben und wird von niemandem beachtet (deshalb auch das Verschmelzen mit der Dunkelheit). Ich weiß nicht genau, ob du mit den Schatten auch vielleicht die anderen Menschen meinst. Dass sie vielleicht im Schatten der anderen steht und dadurch vollkommen unauffällig wird. Sie hat auch keine Hoffnung mehr irgendwie aus dieser Isolation herauszukommen (lägst verstorbene Hoffnung).
Was ich dann aber nicht ganz verstehe ist das Zimmer mit dem silbernen Schein. Das passt irgendwie nicht in meine Interpretation. Vielleicht (wobei ich glaube, dass das zu weit interpretiert ist und du es dir beim schreiben kaum gedacht hast) ist dieses eine Zimmer ihr Zuhause und das Haus ihr Leben, die Welt, in der sie immer im Schatten der anderen steht. Zuhause/in ihrem Zimmer kann sie dann vielleicht sie selbst sein, wird bemerkt (von ihrer Familie oder ihren Freuden, falls sie welche hat) oder kann sich in ihrer Fantasiewelt ausleben. Anders könnte ich es mir nicht erklären, warum der silberne Schein das Zimmer sonst erleuchten sollte.

Ich bin mir nicht sicher, ob dein Gedicht mir gefallen. Es sind noch einige Unklarheiten geblieben, was aber vielleicht an mir liegt und nicht an deinem Gedicht. Sprachlich fand ich es okay – nicht schlecht und langweilig, aber auch umgehauen hat es mich auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass diese „Allein im Haus“ Metapher nicht besonders originell ist. Allerdings hast du auch einige Formulierungen wie: „Deren Widerhall verstummt/im Singen längst’ gestorbener Hoffnung.“ die sehr gut klingen.
Vielleicht könntest du versuchen das Gedicht noch einmal zu überarbeiten und etwas mehr sprachliche Vielfalt einzubringen. Du wiederholst dich sehr oft, was sicherlich bewusst ist, aber mich persönlich begeistert das nicht wirklich. Es würde mir mehr gefallen wenn dort mehr Formulierungen wie „Deren Widerhall verstummt usw. …“ wären.
Du siehst, ich bin gespaltener Meinung. Icon_confused

Ich hoffe mein Kommentar war hilfreich für dich.

Liebe Grüße,

Meluse
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05-11-2009, 21:23
Beitrag #3
RE: Silbern Schein
Danke für deine Rückmeldung. Ich werde mich damit näher beschäftigen, wenn ich mehr Zeit habe. Im Mometn ists leider etwas eng.

Man kann nur auf die Füße gestellt werden, gehen muss man selbst. Und wenn man dennoch glaubt stehen bleiben zu müssen wird man ja doch vom Leben mitgerissen; denn das Leben lässt nur die Toten stehen bleiben.
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25-11-2009, 01:17
Beitrag #4
RE: Silbern Schein
Das mit den Zeichen werde ich ändern, ist mir gar nicht so aufgefallen.

Zitat:Das Haus scheint also nicht nur dunkel und still, sondern auch leer zu sein. Leere Häuser sind oft gruselig – wobei ich sie auch irgendwie spannend finde, weil ich mir dann immer vorstelle wie man sie einrichten könnte. Icon_smile
Ich verstehe die beiden letzten Zeilen nicht ganz. Der Widerhall der Leere verstummt – das ist abstrakt, aber ich verstehe es – was mich verwundert ist, dass es in dem Gesang der verstorbenen Hoffnung verstummt. Heißt es, dass der Widerhall dadurch übertönt wird? Nicht mehr hall, wenn die verstorbene Hoffnung singt? Dann ist es aber nicht still. Das passt dann nicht mehr zu der ersten Strophe, wo du von einer drückenden Stille gesprochen hast. Rein vom Gefühl her.

Ich sehe den Widerspruch, auch das ist mir nicht ins Auge gestochen. Ich werde mich zu der Strophe setzten und sehen wie ich es ändern kann, damit es wieder ins Konzept passt. Danke. (:

Ich habe dieses Gedicht aus einem Gefühl heraus geschrieben, so wie ich eigentlich alle Gedichte aus einem Gefühl heraus schreibe. Ich halte mich dabei nicht oft an "Normen" oder Stilrichtungen, da das Schreiben für mich eine Form des persönlichen Ausdrucks ist. Man kann meine Gedichte auch als Erinnerungsstücke von mir sehen und manche Gedichte ändere ich nicht obwohl sie anders viel besser wären, schlicht deswegen da sie den Moment ihrer Entstehung und die damit verbundenen Gefühle nicht mehr in dieser Art repräsentieren würden. Ich lasse meine Gedichte gerne andere lesen, nicht zuletzt da ich um Kritik bitte. Ich dank dir für deine Ausführlichkeit und deine Interpretation trifft das Gefühl sehr gut. Das von vorhin soll nicht heißen ich habe keinen Willen zur Verbesserung, diese Einstellung beschränkt sich auf ein paar wenige. Soviel nur zu mir. (:

Zitat:Es ist also ein Haus, in dem es dunkel und still ist. Die Person, um die es hier geht ist allein im Haus und empfindet die Stille als unangenehm.
Warum hast vor „Schultern“ nicht „meinen“ oder „deinen“ geschrieben? Ich glaube damit würde es besser klingen, oder hast du dafür einen bestimmten Grund gehabt?

Ich habe mit damit gespielt und bereits überlegt ob ich nicht ein "meinen" oder "deinen" vor das Wort setzen sollte, es aber bewusst dabei belassen. Aus dem Grund, da ich keine Sichtweise vorgeben will und in dem Gedicht keine bestimmte Person definieren möchte. Würde ich eines der beiden Wörter vor "Schultern" setzten, wäre es sofort klar aus welcher Perspektive dieses Gedicht geschrieben wurde. So aber tendiert das Gedicht dennoch zum "Ich" aber lässt Freiraum und gibt einem kein bestimmtes Bild.

Man kann nur auf die Füße gestellt werden, gehen muss man selbst. Und wenn man dennoch glaubt stehen bleiben zu müssen wird man ja doch vom Leben mitgerissen; denn das Leben lässt nur die Toten stehen bleiben.
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