|
Isabels List
|
|
28-09-2009, 00:05
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16-01-2010 13:09 von Hans Werner.)
Beitrag: #1
|
|||
|
|||
|
Isabels List
Isabels List
Erzählung von Hans Werner Eigentlich war Isabel kein schüchternes Mädchen. Im Gegenteil. Sie war zu jedem Scherz aufgelegt, konnte hell und erfrischend auflachen, und immer hatte sich schnell um sie eine Schar junger Leute gebildet, die, wie sie, das Städtische Gymnasium besuchten und bereits in die 10. Klasse gingen. Aber in ihrem Innersten war Isabel kritisch und wählerisch bei der Auswahl ihrer Freundinnen. Nicht jede genoss den Vorzug, von ihr in ein tieferes Gespräch gezogen zu werden. Und was nun die Sache anbelangte, welchen Jungen man sich als Freund angeln würde, da war Isabel ebenso wählerisch und kritisch, und seltsamerweise auch schüchtern und zurückhaltend. Es gab wohl jemanden in der Klasse, auf den sie ihr Auge geworfen hatte, heimlich und unbemerkt, aber sehr nachdrücklich und gründlich. Bernd hieß er, war schlank und von kräftiger, um nicht zu sagen drahtiger Gestalt. Im Sport war er wirklich ein Ass und niemand tat es ihm nach, wenn er am Barren und am Reck die tollsten Übungen vorexerzierte. Da der Sportunterricht selbstverständlich getrennt war, konnte Isabel diese Meisterleistungen früher Männlichkeit nicht mit eigenen Augen anschauen. Aber Bernd war glücklicherweise auch in dem Turnverein und rangierte sogar in der Riege hoffnungsvoller Talente, mit denen man bei den nächsten Wettbewerben zu glänzen gedachte. Und so gab es bei Sportfesten auf einer Festwiese vor der Stadt öffentliche turnerische Auftritte, denen Isabel regelmäßig beiwohnte und von einem Versteck aus, seitlich hinter der Holztribüne, unbemerkt einen kleinen Feldstecher hervorholte und den turnenden Bernd ganz nah an ihre schmachtenden Augen heranzog. Was sie sah, erhitzte ihre Fantasie gewaltig. Eigentlich dachte sie gar nicht nur an das Eine, von dem die anderen Mädchen immer leichtfertig und leichtsinnig sprachen. Ihr Sinn und Begehr war nach Höherem gerichtet. Sie schwärmte für Bernds edles Profil, für sein geradezu ebenmäßiges Gesicht. Sie schwärmte für die klassische Schönheit seines Körperwuchses, für den strahlend blauen Blick seiner Augen, die zugleich so harmlos wirkten, als fehlte ihnen jeglicher kritische Durchblick eines verständigen Jungen. Und sie schwärmte für die sanften Lippen, die für einen jungen Mann fast etwas zu voll waren, und für die längliche Nase, die beinah zu deutlich über den Lippen hervorstach. In ihrer früheren Jugend hatte sie Briefmarken gesammelt und dabei immer ein Motiv betrachtet, mit dem die Marken aus Griechenland versehen waren, irgendeinen Lockenkopf aus der klassischen Antike, vielleicht ein Bildnis, das Phidias oder ein anderer berühmter Skulpteur geschaffen hatte. Und in Bernds Antlitz schien ihr nun dieses ästhetische Ideal gänzlich verwirklicht. Ja, sie schwärmte, die gute Isabel. Sie schwärmte und überließ sich hemmungslos diesen Schwärmereien. Zugleich aber regte sich in ihr ein eigensinniges Verlangen, sich diesen Jungen zu angeln. Und hier begann nun die Tragödie. Alle Versuche, die sie unternommen hatte, sich Bernd zu nähern, oder ihm zu zeigen, dass sie ihm gut sei, verpufften ins Leere. Er übersah es, wenn sie nach dem Morgengruß etwas länger als nötig an seiner Seite ging, er übersah es, wenn sie während des Unterrichts immer wieder zu ihm herüberblickte, und er übersah es, wenn sie ihm ab und zu etwas Konfekt reichte, Nervenfutter, wie sie dann humorvoll hinzusetzte. Er übersah all ihre Bemühungen und war entweder an einem weiteren Kontakt nicht interessiert, oder er war zu stumpf und tölpelhaft, um das Verhalten dieses jungen Mädchens richtig deuten zu können. Wie dem auch sei, Isabels Schwärmerei erfuhr durch das abweisende Verhalten keinen Dämpfer, im Gegenteil, sie steigerte sich in ihrer jungen Seele ins Unermessliche. Ihr trotziger Mädchenwillen, noch aus der frühen Kindheit geerbt, wo sie sich niemals in eine Sache fügen wollte, und sei sie auch noch so aussichtslos, dieser trotzige Mädchenwillen verwandelte sich in einen geradezu störrischen Eigensinn, den man beinah mit dem Verhalten einer jungen Eselin in Verbindung bringen konnte, die, mit Mehlsäcken beladen, keinen Schritt mehr vorangehen wollte. Als Isabel in schlaflosen Nächten ihre Lage bedachte, verfiel sie auf einen merkwürdigen Plan, der ihr zunächst aussichtslos erschien, den sie aber, gerade wegen dieser scheinbaren Aussichtslosigkeit immer mehr in allen Einzelheiten durchdachte und der auf diese Weise immer mehr den Charakter eines gangbaren Weges annahm. Es gab in der Klasse einen anderen Jungen, sozusagen der Paradiesvogel unter den Mädchen, und der seine Freundinnen wechselte wie ein Playboy das Hemd. Udo hieß er, ein stämmiger Bursche mit gewandtem und sicherem Auftreten, der später mal Flieger werden wollte und immer wieder Werbeveranstaltungen der Bundeswehr besuchte, um sich auf seine spätere Laufbahn vorzubereiten. Er wusste denn auch über alle Waffengattungen bestens Bescheid und kam nie auf den Gedanken, eine tiefergehende Sinnfrage zu stellen, die die Existenzberechtigung einer solchen schlagkräftigen Wehr in unserer Zeit hätte in Zweifel ziehen können. Wenn jemand auch nur im Entferntesten zu erkennen gab, dass er später vielleicht einmal den Kriegsdienst verweigern und dafür Zivildienst ableisten wollte , dann war diese Person in der Liste seiner Gesprächsteilnehmer für alle Zeiten unweigerlich gestrichen. Dieser Udo hatte schon immer ein Auge auf Isabel geworfen, nicht etwa, weil er in sie verliebt gewesen wäre, sondern nur um die Liste seiner Eroberungen zu vervollständigen. Bisher hatte sich Isabel um diese Anmachen nicht gekümmert, sondern sich eher angeekelt davon abgewendet. In dem Plan nun, der ihr in schlafloser Nacht gekommen war, spielte dieser Udo plötzlich die Rolle einer Schachfigur, mit der man den Gegner treffen, verwunden oder mattsetzen könnte. Und je mehr Isabel sich die Sache durch den Kopf gehen ließ, umso erfolgversprechender schien ihr der Plan. Am andern Tag nahm sie all ihre Ersparnisse zusammen – viel Geld war es nicht, aber doch zwischen sechzig und siebzig Mark – und ging damit in einen Schmuck- und Juwelierladen. Dort sah sie sich die Auslagen an, meistens Modeschmuck billigerer Sorte, eben für den Geldbeutel junger Teenager erschwinglich. Dann griff sie kurz entschlossen zu einem Halsband mit einem Anhänger, der etwas abseits des Gewöhnlichen war. Er stellte einen Löwenkopf dar, der mit weit aufgerissenem Rachen den Betrachter anzubrüllen schien. Das Ganze sah aus wie echtes Silber, war aber in Wirklichkeit irgendeine minderwertige Metallmischung. Was es koste, fragte sie den Verkäufer, und dieser nannte ihr den Preis. Ganze 22 Mark 80. "Gut", sagte Isabell, "das nehme ich. Bitte packen Sie es mir recht schön ein. Es soll ein Geschenk sein." Der Verkäufer schmunzelte über sein ganzes Gesicht und versicherte, dass er im Einpacken von amourösen Geschenken Spezialist sei. Er nahm das Halsband, legte es sorgsam in ein Schächtelchen und bettete es auf honiggelbe Watte. Dann packte er das Ganze in pinkfarbenes Papier ein, wickelte einen Goldfaden darum und zwirbelte diesen Faden am Ende auf, dass er sich wie die Locken eines Rauschgoldengels tausendfach ringelte. Isabel bezahlte und nahm ihre Errungenschaft zu sich. Zu Hause schrieb sie auf einem speziellen Briefpapier mit rotem Kugelschreiber in artiger Handschrift folgende Worte: „Liebe Isabel! Schon seit Wochen schleiche ich um dich herum wie ein liebeshungriger Kater. Ich finde Dich klasse und würde gern mit Dir gehen. Der Löwenkopf zeigt Dir, wie ich auf Dich scharf bin und Dich am liebsten fressen würde, mit Haut und Haaren. Wann können wir uns treffen? Dein Udo“ Dann wickelte sie dieses zarte Liebesbillet um das Schmuckpäckchen und packte das Ganze noch einmal ein. Danach verwahrte sie es sorgsam in ihrer Schultasche. Bald würde sich dafür Verwendung finden. Dessen war sie sich sicher. Und nach geringer Frist von wenigen Tagen, in denen Isabel auf der Lauer lag, bot sich auch schon eine passende Gelegenheit. Wie im Schuljahr üblich, nahten sich vor den Halbjahreszeugnissen die Termine der Klassenarbeiten mit geballter Kraft. Es war nun so, dass Bernd zwar im Sport ein Ass war, hingegen in sprachlichen Fächern, vor allem in Latein, eher eine kleines Licht, um nicht zu sagen eine Niete. Dafür war er in Mathe sehr gut. Bei Isabel war es gerade umgekehrt. Obwohl ihr vorwitziger Verstand eigentlich hätte vermuten lassen müssen, dass sie auch für alles Berechnende ein Faible habe, schienen ihr doch manche arithmetischen Zusammenhänge einfach zu hoch. Es war damit bei ihr so, wie bei heranwachsenden Giraffen, denen der Brotkorb zu hoch gehängt worden war. Trotz ihres angestrengten Bemühens begriff sie das Eine oder Andere nicht. Dafür war sie in Latein gut, in Sprachen überhaupt. Und so ergab sich aus der Not der Zeit eine Symbiose, wie sie für Klassenkameraden in höheren Altersstufen nicht wünschenswerter hätte sein können. Isabel ergriff die Initiative, wie hätte es auch anders sein können. Aber Bernd, dieser etwas begriffsstutzige Hochleistungssportler, ging auf Isabels Vorschlag so bereitwillig ein, dass sie den Eindruck bekam, sie sei mit der Tür ins Haus gefallen. - "Au fein", sagte er nur, "wann treffen wir uns?" Und so war der Tag der Nachhilfe gleich auf den folgenden Nachmittag festgelegt. Bernd fand sich in Isabels Wohnung ein, die Mutter war auch zugegen und begrüßte den Jüngling mit mütterlichem Charme. - "Wie nett, dass ihr euch helft. Das erfreut und beruhigt zugleich. So werdet ihr bestimmt gute Noten schaffen." Bernd antwortete etwas verlegen und Isabel grinste, denn sie hatte ihre Hintergedanken. Da sie ohne Umschweife an ihr Ziel kommen wollte, übertrug sie zunächst Bernd die Rolle des Lehrenden, es war also Mathe angesagt. Sie wusste instinktiv, dass sich Jungen leichter in eine Rolle einfinden, in der sie den Überlegenen spielen dürfen. Und so wurde eine Stunde lang, oder vielleicht sogar noch etwas länger, Mathe gebüffelt, höhere Algebra, Geometrie und vor allem auch Anwendungsbeispiele, bei denen schon das Entziffern der verbal gestellten Aufgaben eine hohe Anforderung darstellte. Isabel meinte, die Verfasser der Mathebücher seien doch wahre Künstler im Verstellen und Verdrehen von einfachen Sachverhalten. Bernd grinste nun seinerseits. - "Da hast du nicht ganz Unrecht, liebe Isi." Liebe Isi hatte er gesagt, Isabel horchte auf. Schien hier schon ein Eis zu bröckeln? Und während ihres gemeinsamen Lernens ließ es Isabel an geheimen Zeichen ihrer unverhohlenen Sympathie für Bernd nicht fehlen. Immer wieder streifte sie mit ihren Fingern scheinbar unabsichtlich Bernds Hand, wenn er eine Kurve zeichnete, und dachte dabei, ach, du dummer Junge, denk doch auch mal an andere Kurven, an die Kurven des blühenden Lebens. Doch Bernd dachte keineswegs an solche Kurven, sondern nur an die geistig reinen Linien der höheren Geometrie. Und dünn und asketisch waren die Striche, die er mit dem Geodreieck auf das Formblatt des Matheheftes zeichnete. Schließlich näherte sich auch diese Stunde ihrem Ende und Bernd erhob sich, um zu gehen, ohne weitere Umschweife, so wie man sich auch von einem Schalterbeamten verabschiedet. Doch Isabel fasste ihn am Unterarm und sagte: - Bleib einen Moment. Ich hab Dir was. - Mir, wozu? Du hilfst mir doch auch. Das nächste Mal. - Ach, lass mir die Freude. Es ist nur ein kleines Dankeschön. Aber, fügte sie verschmitzt hinzu, aufmachen darfst Du es erst zu Hause. Es ist eine kleine Überraschung. Damit überreichte sie ihm das Päckchen, das sie so sorgsam und hinterhältig präpariert hatte, ein kleines Päckchen, dem man nach seinem Format nicht ansehen konnte, ob es eine Miniaturausgabe einer Pralinenschachtel sei oder etwas Wertvolleres. Bernd nahm, mit einem etwas verlegenen Gesichtsausdruck, das Päckchen entgegen und bedankte sich. Dann verschwand er mit hurtigen Schritten durch die Haustür. Isabel ließ sich auf die Couch fallen. Das wäre geschafft, dachte sie, und atmete tief auf. So, jetzt wollen wir sehen, ob dieser träge Teig nicht zum Gehen kommt. Ach, das gibt jetzt eine herrliche Zeit und schon jetzt genoss sie den Ausblick auf die kommenden Tage, die vielleicht überraschend sein würden, für sie und für andere. Zur Vorsorge hatte sie auch ein anderes Päckchen präpariert, das genau gleich aussah und in dem wirkliche Pralinen waren. Sie würde sagen, sie hätte das Päckchen einfach nur verwechselt, wenn er sie verständnislos zur Rede stellte. Schon am andern Tag folgte die Überraschung, aber anders, als sich Isabel gedacht hatte. Das Gerücht flog durch das Schulhaus wie eine Fliegerbombe. Eine Schlägerei habe es gegeben zwischen Bernd und Udo. Nach dem Turnen in der Umkleidekabine. Aus unerfindlichen Gründen sei Bernd auf den nichtsahnenden Udo losgegangen und habe ihn wild mit Fäusten traktiert. Natürlich habe sich Udo, der sehnige und kräftige Athlet, das nicht gefallen lassen und Schlag mit Schlag, Fausthieb mit Fausthieb pariert, und das mit so durchschlagender Wirkung, dass der Angreifer Bernd in kürzester Zeit auf dem Boden gelegen sei und sein Gesicht aus mehreren Wunden heftig geblutet habe. Der Notarzt, den man sofort benachrichtig hätte, habe bedenklich den Kopf geschüttelt. Da sei wohl das Nasenbein gebrochen, habe er bemerkt, und einige Zähne würden nun auch im einst lückenlos strahlenden Gebiss fehlen. Außerdem habe Bernd laut aufgeschrien, als ihn der Arzt prüfend an verschiedenen Körperstellen in der Bauchgegend angefasst habe. Innere Verletzungen habe er sich wohl auch zugezogen, munkelte man. Er sei ins Städtische Klinikum gebracht worden, in die Notaufnahme. Mit Erschütterung vernahm Isabel dieses Gerücht. Die Ärzte der verschiedensten Disziplinen gaben wohl ihr Bestes, um diesem malträtierten Jungen zu helfen. Doch als Isabel gleich am selben Tag bei Bernd einen Besuch machte, sagte man ihr, sein Gesicht würde wohl zeitlebens entstellt bleiben. Zwar könne man die Nase wieder zurechtflicken, aber so schön und edel, wie der Junge vordem ausgesehen habe, würde er wohl nie mehr aussehen. Isabel wurde von heftigen Schuldgefühlen geschüttelt und sie weinte bitterlich. Alles, was vorher an witziger und ironischer Wesensart in ihr vorhanden war, schien nun gänzlich hinweg geschmolzen. Was hier geschehen war, konnte sie nicht mehr aus heiterer und überlegener Distanz betrachten. Sie war ergriffen von dem Geschehen, das sie selbst verursacht hatte. Und nun fühlte sie sich hilflos wie das kleine hilfsbedürftige Mädchen von damals, das sich bei all ihren Kindersorgen in den schützenden Arm ihres verständnisvollen Vaters gekuschelt hatte. Als sie leise und behutsam das Krankenzimmer betrat, richteten sich Bernds Augen zwischen Mull- und Stoffbinden auf Isabel. Seine geschundenen Lippen ließen sich nur schwer bewegen. Wegen der fehlenden Zähne konnte er nur unverständlich lallen. Isabel musste ihr Ohr ganz nahe an sein Gesicht halten, um ihn überhaupt verstehen zu können. - Warum hast du das getan? Udo passt doch gar nicht zu dir. - Ist schon gut, Bernd. Ich hab dich doch lieb. Du hast es nur nie gemerkt. - Und ich hab dich doch auch lieb, und hab mich nur nicht getraut. - Warum nicht, Bernd? - Ich hatte Angst, du würdest mich auslachen. - Ach, du dummer Bernd, wie kommst du nur auf so etwas? - Ich hatte Angst. Bernd schloss die Augen. Das viele Sprechen schien ihn anzustrengen. Ganz sanft, so zart sie konnte, strich Isabel Bernd über den Kopfverband und sagte mit hauchender Stimme: - Jetzt ist alles gut. Du hast die Fäuste gebraucht, wie ein Held, meinetwegen. Ich bin so stolz auf dich. Und bin verliebt. Und wärst du hässlich wie ein Frankenstein-Monster, ich würde dich lieben. Ach Bernd, werde schnell wieder gesund. Und Bernds Lippen, die geschundenen und angerissenen Lippen, schienen sich zu einem kleinen Lächeln zu kräuseln. Er sagte nichts mehr, aber Isabel fühlte, dass er glücklich war. Sie verabschiedete sich, indem sie immer wieder über Bernds Kopf, Schultern, Arme und Hände streichelte. - Ich komme bald wieder. Nun gehören wir zusammen. Für immer. Mit hochrotem Kopf verließ sie das Krankenhaus. Draußen leuchtete eine milde Herbstsonne über die Schwarzwaldberge. |
|||
|
07-10-2009, 05:35
Beitrag: #2
|
|||
|
|||
|
RE: Isabels List
Hallo Hans Werner,
eine schöne runde Geschichte wie sie tausende Male vorkommt, hast Du da einfühlsam beschrieben. Die Verletzungen fand ich ein wenig übertrieben, aber das darf man ruhig tun als Autor. Gern gelesen. Gruß Klaus |
|||
|
17-12-2009, 12:18
Beitrag: #3
|
|||
|
|||
|
RE: Isabels List
Hallo Klaus,
vielen Dank für Deine anerkennenden Worte. Manchmal neigt man beim Schreiben zu Übertreibungen, das ist wahr. Irgendwie will man alles pointieren. Ich muss mir die Sache noch einmal überlegen. Herzliche Grüße Hans Werner |
|||
|
14-01-2010, 16:08
Beitrag: #4
|
|||
|
|||
|
RE: Isabels List
Hallo Hans Werner,
Zitat: Sie war zu jedem Scherz aufgelegt, konnte hell und erfrischend auflachen, und immer hatte sich schnell um sie eine Schar junger Leute gebildet, die, wie sie, das Städtische Gymnasium besuchten und bereits in die 10. Klasse gingen. Den Satz find ich zu lang. Zitat: Und was nun die Sache anbelangte, welchen Jungen man sich als Freund angeln würde, Ich finds grundsätzlich nicht schön, wenn Sätze mit „und“ beginnen. Sowas lässt sich manchmal schwer vermeiden, aber hier in dem Satz hast du sogar noch mehr „unds“. Zitat: Zugleich aber regte sich in ihr ein eigensinniges Verlangen, sich diesen Jungen zu angeln. Das „angeln“ hast du weiter oben auch schonmal benutzt und beide Male mag ich es nicht. Es liest sich sehr nach „Jugendsprache“ die du sonst gar nicht benutzt. Aber wenn ich so darüber nachdenke fällt mir auf, dass es schwer ist dafür ein Synonym zu finden. Zitat: Es gab in der Klasse einen anderen Jungen, sozusagen der Paradiesvogel unter den Mädchen, müsste es nicht „unter den Jungen“ heißen? Dann hättest du aber eine Wortwiederholung in dem Satz. Zitat: Gut, sagte Isabell, das nehme ich. Bitten packen Sie es mir recht schön ein. Es soll ein Geschenk sein. Hier fehlen die Anführungsstriche. Außerdem ist an dem Bitte ein n zuviel. Ich find diese „Geschenk-aussuchen-Preis-nennen-und-einpacken-Passage“ zu lang. Es ist schlicht und einfach für den weiteren Verlauf uninteressant. Zitat: Und nach geringer Frist von wenigen Tagen, in denen Isabel auf der Lauer lag, bot sich auch schon eine passende Gelegenheit. „geringe Frist“ und „wenige Tage“ sagt eigentlich dasselbe. Ich würde mich für eines von beiden entscheiden. Zitat: -Au fein, sagte er nur, wann treffen wir uns? Ich finde mit Anführungszeichen würde es sich besser lesen. Zitat: Alles, was vorher in ihr an witziger und ironischer Wesensart in ihr vorhanden war, schien nun gänzlich hinweg geschmolzen. „in ihr“ ist doppelt Zitat: Isabel musste ihr Ohr ganz nahe an ihn halten, um ihn überhaupt verstehen zu können. Um das doppelte „ihn“ zu vermeiden, würde ich das erste durch „Gesicht“ oder „Mund“ ersetzen. Ich find das Gespräch im Krankenhaus ja ein klein wenig schnulzig, aber nett. Vielleicht sollten sie da nicht ganz soviel reden. Schon allein die Tatsache, dass er sich für sie geschlagen hat, spricht ja für sich, oder? Wirklich überraschend ist der Inhalt nicht unbedingt. Schon, als sie sich in der Nacht Gedanken um Udo macht, war irgendwie klar, wie ihr Plan aussehen wird, dass sie in irgendeiner Form versucht Bernd eifersüchtig zu machen. Aber das dieser sich dann prügelt, hat mich dann doch noch überrascht und ich finde es passt sehr gut rein. Besser als es einfach nur mit einem Gespräch enden zu lassen. Stilistisch, hab ich nur ein paar Kleinigkeiten zum Anmerken gefunden. Du bist deinem Stil, wie immer treu geblieben. Wie auch inhaltlich. Du zeigst uns mal wieder, das ganz normale Leben, wie es nun einmal ist und ich habs mal wieder gerne gelesen. Liebe Grüße, Lady Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci- Wörterwelten |
|||
|
16-01-2010, 13:12
Beitrag: #5
|
|||
|
|||
|
RE: Isabels List
Hallo LadydesblauenMondes,
zunächst danke ich Dir ganz herzlich für die ausführliche Besprechung meiner Geschichte. Die sprachlichen Versehen, die es im Text wohl auch gegeben hat, habe ich jetzt sofort behoben. Da bin ich Dir sehr dankbar. Auch für die stilistischen Verbesserungsvorschläge sage ich Dir Dank. Bei manchem bin ich noch nicht ganz schlüssig, wie und ob ich es ändern werde. Auf jeden Fall hast Du Dir sehr viel Mühe gemacht und Dein Kommentar ist für mich wirklich hilfreich. Viele Grüße Hans Werner |
|||
|
|
Suche
Mitglieder
Kalender
Hilfe



