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Landleib
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10-10-2009, 14:46
Beitrag: #1
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Landleib
Sonnvertäuter Venushügel
ans Versemaß der Luft geschmiegt zwischen weichen Tälern liegt erdenrot die Quelle brach klare Feuchte spült’s Verlangen der Richtung nach zur Endlichkeit manieristisch hängt die Zeit ihren toten Träumen nach schamlos schwängert Wind die Felder mit bloßem Wissen von Verlust Natürlichkeit ist Schöpferhand Land für Leib, Leib für Land. Irgendwo ist überall. Und umgekehrt. |
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11-10-2009, 11:49
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11-10-2009 11:50 von Sigurd.)
Beitrag: #2
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RE: Landleib
hi polet,
ein schönes gedicht. ich stelle mir dabei ein szenario "danach" vor. ein mann liegt mit seiner frau im bett - die vereinigung ist vorüber, er raucht und betrachtet sinnierend den weiblichen körper. hgruß, sigurd Literatur hat mich gelehrt, wie wenig ich weiß - und wie viel ich zu wissen glaubte. |
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11-10-2009, 16:21
Beitrag: #3
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RE: Landleib
Heja Siggi -
Oh...Deine einstufung als "schönes Gedicht" freut mich sehr! Dieses urteil besänftigt meine befürchtung, dem kitsch anheim gefallen zu sein. Deine vorstellung dieses szenarios gefällt mir. (Aber: in manchen betten darf man nicht rauchen!) Schönen gruß, poLet Irgendwo ist überall. Und umgekehrt. |
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15-10-2009, 22:25
Beitrag: #4
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RE: Landleib
Hallo Polet,
schamlos schwängert Wind die Felder mit bloßem Wissen von Verlust diese beiden Zeilen des Gedichtes gefallen mir besonders. Grüße schickt der Sommerwind in dessen Bett auch nicht geraucht werden darf |
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16-10-2009, 14:23
Beitrag: #5
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RE: Landleib
nichts als nichtraucher..., frustrierend!
wie soll denn da "die stimmung danach" aufkommen? gruß, sigurd Literatur hat mich gelehrt, wie wenig ich weiß - und wie viel ich zu wissen glaubte. |
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08-11-2009, 12:49
Beitrag: #6
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RE: Landleib
Heja Sommerwind -
auch Dir ein danke für Deine anmerkung! Ansonsten: bitte keine diskussion übers rauchen in betten. Grüße an alle beide, poLet Irgendwo ist überall. Und umgekehrt. |
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08-11-2009, 16:47
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08-11-2009 16:48 von Sigurd.)
Beitrag: #7
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RE: Landleib
du wirst lachen: ich bin selbst "nichtraucher" und habe nur ein klischee verteidigt.
was auf dem papier geschieht und was im leben, denke ich mal, sind doch verschiedene sachen. im besten sinne... hgruß, sigurd Literatur hat mich gelehrt, wie wenig ich weiß - und wie viel ich zu wissen glaubte. |
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08-11-2009, 21:31
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09-11-2009 08:58 von RETSNAD.)
Beitrag: #8
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RE: Landleib
Hallöchen
Ich muss zugeben, das mir zu dieser Art von Gedichten ein wenig der Zugang fehlt, ehrlich gesagt nehmen sie auf mich den Anschein eines Erhaschens des Effektes, es gibt keine Hard Facts die es greifbarer machen da solche Gedichte von Metaphorik, insbesondere derer Ausweitung, die auch immer im Auge des Lesers liegt, leben. Die Crux liegt m. E. darin, dass man sie, wie das Ende eines David Lynch Filmes, zwar interpretieren kann, aber von vornerein schon weiß, dass man eben nie wissen können wird, wass es denn eigentlich ist. (Sokrates lässt grüssen^^) Dennoch brauche ich dir wohl nicht zu sagen, das Genre (trotz meiner Abneigung^^) sehr wohl seine Berechtigung hat, da wer da so schreibt, dies auch wohl so will. Ich sagte ja bereits, mir persönlich fehlt der Zugang, der Fehler liegt also zumindest schon einmal bei mir, muss aber noch lange nicht im Text liegen. Springe ich also über meinen Schatten und wage es, etwas zum Text zu sagen: Du bettest also die Idee eines weiblichen Körpers (ich nenne es einfach mal "Idee") metaphorisch in eine Berglandschaft, wie der Titel und der letzte Vers schon sagen. Du spielst mit diesen Vorstellungen und lässt sie zu einer verschmilzen, nennst Venushügel und die Vulva ist Quelle (so habe ich es zumindest gelesen). So weit - so harmonisch. Feuchte, ein weiterer Begriff, der sich in diese Doppeldeutigkeit einfügt, als Wasser der Quelle und als weisste Bescheid. Jedenfalls erstickt diese Feuchte das Verlangen in die Endlichkeit, spült es weg und ist klar, geradezu destillierend und keine weitere Hoffnung aufkommen lassend, nur bereits verstorbene Träume zurücklassend, mit bloßem Wissen von Verlust. Die letzte Strophe macht mich stutzig, und ich sehe sie sogar als wirkliche Schwachstelle im Gedicht, wirft sie doch die Frage auf, ob Natürlichkeit oder Verlangen das Thema des Gedichtes ist, aber eine Interpretation, die das Verlangen zur Natürlichkeit macht, ist sicher auch erlaubt, warum auch nicht?... Alles in allem sicher ein starker Text, nur nicht meine Welt, bin ich doch eher der Zimmermann, der ein gerades Bett bevorzugt, vier Beine, alle im rechten Winkel angeschraubt... ja, darauf lässt sich schlafen... Gruss, Rets |
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02-01-2010, 16:55
Beitrag: #9
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RE: Landleib
Heja Retsnad -
meine antwort zu Deinem kommentar hat unglaublich lange gedauert, ich weiß, & ich hoffe, Du bist deswegen nicht sauer! Immerhin habe ich jetzt auch die möglichkeit, Dir im (fast) gleichen atemzug "Ein gutes neues Jahr 2010" zu wünschen! Ins gesicht, sozusagen. Dass dem einen oder der anderen der zugang fehlt, erscheint mir normal. Ich selbst empfinde den grat zwischen 'gefühls'gedicht & kitsch als sehr, sehr schmal. Dennoch danke ich für Deinen ausgewogenen beitrag. Du schreibst: Zitat:Du bettest also die Idee eines weiblichen Körpers (ich nenne es einfach mal "Idee") metaphorisch in eine Berglandschaft, wie der Titel und der letzte Vers schon sagen. Du spielst mit diesen Vorstellungen und lässt sie zu einer verschmilzen, nennst Venushügel und die Vulva ist Quelle (so habe ich es zumindest gelesen). So weit - so harmonisch. Feuchte, ein weiterer Begriff, der sich in diese Doppeldeutigkeit einfügt, als Wasser der Quelle und als weisste Bescheid. Jedenfalls erstickt diese Feuchte das Verlangen in die Endlichkeit, spült es weg und ist klar, geradezu destillierend und keine weitere Hoffnung aufkommen lassend, nur bereits verstorbene Träume zurücklassend, mit bloßem Wissen von Verlust.- ok, ja. Zitat:Die letzte Strophe macht mich stutzig, und ich sehe sie sogar als wirkliche Schwachstelle im Gedicht, wirft sie doch die Frage auf, ob Natürlichkeit oder Verlangen das Thema des Gedichtes ist, aber eine Interpretation, die das Verlangen zur Natürlichkeit macht, ist sicher auch erlaubt, warum auch nicht?...- ich nehme an, es war als zusammenführung gedacht, anders gesagt: eine art resümee. Kann durchaus sein, dass es nicht ausreichend gelungen ist. Zitat:Alles in allem sicher ein starker Text, nur nicht meine Welt, bin ich doch eher der Zimmermann, der ein gerades Bett bevorzugt, vier Beine, alle im rechten Winkel angeschraubt...- oh, Deine schlafgewohnheiten teile ich durchaus. Ob mit oder ohne kippe! Danke für die geduld & vor allem fürs worte hinterlassen! Gutes, poLet Irgendwo ist überall. Und umgekehrt. |
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