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Fallen
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27-11-2009, 21:21
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20-12-2009 17:11 von Cherry.)
Beitrag: #1
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Fallen
*hat den Krieg gegen die Komata brav geführt
Fallen
Fallen…immer tiefer und tiefer ohne das man es aufhalten könnte. Fallen…einem bodenlosen Abgrund entgegen, unaufhaltsam. Fallen…durch einen schwarzen Tunnel ins Nichts. Fallen…aus dem Leben und aus dem Gefühl des Seins. Fallen…und man kann es nicht aushalten… Der Wind blies ihr ins Gesicht als sie aus der Tür trat und gierig die kalte, klare Luft einsog. Es war ein Wintertag, kalt aber doch schön, als die Sonne am Horizont aufging und sich ihr Licht im Schnee brach und diesen glitzern ließ, als hätte jemand einen Sack mit Diamanten auf der Welt ausgestreut. In diesem Moment dachte sie nicht an all das, was ihr passiert war, es war unwichtig denn dieser Morgen nahm sie gefangen. Als sie ihn jedoch später wiedersah, wurde ihr all das wieder bewusst, was sie so lange vergeblich versucht hatte zu verdrängen. Sein Gesicht und seine Augen nahmen sie schon gefangen, wenn sie diese nur ansah und sie hatte keine Ahnung, warum. Wie oft schon hatte sie nachts wachgelegen und sich gewünscht, sie könnte noch einmal zu dieser Nacht zurückkehren, noch einmal alles ändern und ihre Schmerzen vielleicht vermeiden. Wie oft schon hatte sie sich gewünscht, ihn nie kennen gelernt zu haben und wie oft schon hatte sie sich selbst eine Antwort auf all ihre Fragen gegeben. Sie wusste, dass er sie verändert hatte und zwar von Grund auf, unaufhaltsam war diese Veränderung gewesen und so überraschend sie auch gewesen sein mag, sie hatte sich zum Guten entwickelt. Das alles aber würde nie ihre Schmerzen ganz von ihr nehmen können, das konnte nur er und sie wusste, dass er es nie tun würde, denn das was sie dazu brauchte, war so unerreichbar geworden wie der Mond. Jener Abend, der alles verändert hatte, hatte so gut angefangen und so schlecht geendet. Es war der Geburtstag ihres Bruders gewesen und sie hatten eine Party gefeiert. Natürlich waren alle möglichen Freunde gekommen, unter anderem auch er. Sie hatten alle getrunken, hatten getanzt und ihren Spaß gehabt. Als sie eine kurze Pause einlegten und so gut wie niemand mehr in dem Zimmer war, da war es passiert. Er hatte sie bei der Hand genommen und auf das Sofa neben sich gezogen und sie lange einfach nur angesehen. Dann hatten sie geredet, scheinbar endlos lange. Sie waren nach draußen gegangen, hatten sich die Sterne angesehen und gelacht und über Gott und die Welt geredet und dann war alles so gekommen, wie sie es sich heimlich immer gewünscht hatte seit sie ihn kannte. Sie hatten sich geküsst und die Berührung seiner Lippen auf den ihren hatte etwas in ihr ausgelöst, das ihr nun diesen unendlichen Schmerz bereitete. Sie war gefangen gewesen von ihm, von seinem Wesen, hatte sich so geborgen gefühlt in seinen Armen und sich ihm hingegeben. Doch all dies war ein schrecklicher Fehler gewesen, denn jeder Kuss, den er von ihren Lippen stahl, ließ das Verlangen und den Schmerz noch stärker werden. Am nächsten Morgen war er einfach gegangen, sie würden nicht zusammenpassen und es hätte doch sowieso keinen Sinn. In diesem Moment war ihre kleine, heile Welt zusammengebrochen, zerstört durch ein paar Worte. Bittere Gedanken hatten sie verfolgt in dieser Nacht, aber sie hatte nicht geweint. Zuerst hatten sie die Erinnerungen nicht verfolgt, sie waren verblasst und hatten sie in Frieden gelassen, bis sie ihn wieder gesehen hatte. Sein Anblick ließ die alten Wunden wieder aufbrechen, entfachte abermals ihren Schmerz und ließ sie die Sehnsucht spüren, die sie so gut verdrängt hatte. Salzige Tränen hatte sie vergossen, bittere Träume hatten sie gequält. Sie hatte es damals nicht verstanden warum, aber mit der Zeit war alles viel klarer geworden. Ihr Herz sehnte sich so sehr nach ihm, dass es ihr manchmal vorkam, als würde es in ihrer Brust zerspringen, wenn sie den Schmerz zuließe. Er überrannte sie ständig und ließ sich nicht abschütteln oder gar verdrängen. Was würde sie nicht alles dafür geben für einen einzigen Kuss von ihm! Doch sie wusste, dass es aus war, sie selbst hatte es gesehen. Wenig wusste sie über jenen Menschen noch, den sie einst so sehr geliebt hatte. Einzig ihr unstillbares Verlangen und ihr Herz schienen sich noch so gerne an ihn zu erinnern. Träume von ihm quälten sie und ließen sie nicht in Ruhe, die Sehnsucht schien sie innerlich aufzufressen. Sie war gefallen, ausgeliebt und ohne Hoffnung noch einmal jemanden zu finden, den sie so sehr begehren würde, jemanden dem sie so ausgeliefert war, jemanden bei dem sie sich so geborgen gefühlt hatte. Sie fiel bereits, seit dem Augenblick an dem seine Lippen sie berührt hatten, seit dem Augenblick als sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Doch das schlimmste Gefühl war jenes, das man sich alleine gelassen fühlte, das man nicht wusste wohin mit seinem Schmerz. Fallen, durch einen dunklen Tunnel war wohl die beste Art, dieses Gefühl zu beschrieben. Ja sie fiel, sie war gefallen… Fallen….. Irgendwo flüsterte Bill Tür´s Stimme: "Aus der Sicht des betreffenden Individiums gesehen sind lange Leben gar nicht so schlecht." Terry Pratchett |
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28-11-2009, 15:54
Beitrag: #2
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RE: Fallen
Wow,
das ist echt traurig. Wenn ich es richtig verstanden habe, nach so etwas einfach sitzen gelassen zu werden. Das ist fies. Ich finde du hast es gut beschrieben, solche Anfänge mag ich überhaupt, *gg*. Und die Stelle mit den Diamanten, ja, die hat mir gleich ein Bild in den Kopf gerufen. Es hat mir sehr gefallen, auch wenn auf eine traurige Art und Weise, diesen Text zu lesen. Ich hoffe, dir ist es nicht so ergangen? Niemand hat sowas verdient, und doch scheinen viele den Schmerz zu kennen. Wie eigen wir Menschen doch sind. So erfüllt von Sehnsuchtsträumen. Eltair Weil mein Schatten auch nur ich selber bin. |
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10-12-2009, 12:56
Beitrag: #3
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RE: Fallen
Hallo Cherry,
es wird Zeit, dass ich mal von dir lese. So richtig weiss ich noch nicht, was ich von deiner Geschichte halten soll. Zunächst muss ich mal sagen, dass es wirklich gut lesbar war. Du schreibst flüssig, leicht und wie du merkst, hab ich auch nichts auffalllendes zum Anmerken gefunden. Inhaltlich ist es soweit auch okay. Wenn man so will eine typische Teenie Geschichte, von der großen Liebe die leider unerwiedert bleibt. Du erwähnst das Alter deiner Protagonisten nicht, aber der Eindruck hat sich mir eben so ergeben. Aber ich denke insgesamt könntest du bei den Emotionen noch ein bisschen „dicker auftragen“. Du musst den Leser richtig ihre Liebe zu ihm spüren lassen, spüren lassen, wie es zwischen ihnen knistert und dann am nächsten Morgen ihre Enttäuschung darüber. Vielleicht liegt es auch an der Perspektive, dass mir die Gefühle nicht richtig nahe gingen. Du schreibst nur von „Sie“ und „Er“ und dabei bleiben sie eben so anonym, dass ich mich nicht richtig in sie hineinversetzten kann. Worüber ich mir noch nicht einig bin ist das „Fallen“ ist ja der englische Ausdruck für „Gefallen“. Warum benutzt du nicht das deutsche Wort, hast du ja überall sonst auch. Insgesamt also nicht schlecht. Hat mir Spaß gemacht zu lesen. Nur die Emotionen hätten mich noch mehr mitreißen können. Liebe Grüße, Lady Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci- Wörterwelten |
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12-12-2009, 20:08
Beitrag: #4
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RE: Fallen
@Eltair:
Es freut mich sehr, das dir mein Text gefallen hat! Mir ist es nicht so ergangen, aber manchmal habe ich "Anfälle" von Melancholie und dann schreibe ich eben so komisches Zeugs Ja die Sehnsucht ist wohl das Schönste und gleichzeitig auch das Schlimmste am Mensch sein, denn es kann einen immer wieder ganz schön enttäuschen! Danke für deinen Kommy! Liebste Grüße, Cherry ---------------------------------------- @LadydesBlauenMondes: Danke das du meine Geschichte gelesen hast Ich habe es eigentlich nicht als "Teenie-Geschichte" geschrieben, aber es ist eben doch klar, das meine Protagonistin noch sehr jung ist, das stimmt. Aber ich freue mich, das ich diesmal keine Fehler gemacht habe^^ Das mit den Emotionen: ich habe auch andere ähnliche Geschichten wie diese, in denen ich das auch tue, aber das hängt ganz von meinem momentanen Schreibstil und meiner Laune ab. In diesem Text bin ich bewusst anonym geblieben, ich wollte die Gefühle und nicht den Mensch an sich in den Vordergrund stellen. Oh, hier liegt glaub ich ein kleiner "Lesefehler" vor, mitschuld is sicher auch die "verenglischung" all unserer Wörter, ich benutze nämlich das deutsche Wort für "Fallen!", also von fallen-fiel-gefallen Wollte nicht, das man denkt das is Englisch! Liebste Grüße, Cherry Irgendwo flüsterte Bill Tür´s Stimme: "Aus der Sicht des betreffenden Individiums gesehen sind lange Leben gar nicht so schlecht." Terry Pratchett |
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13-12-2009, 14:02
Beitrag: #5
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RE: Fallen
Hi Cherry,
und schon wieder eine furchtbar tragische Geschichte von dir. Udn wieder passt sie von der Stimmung her zum grauen, verregneten Wetter draußen (vielleicht sollte ich zu 'humor' wechseln und da kommentieren, in der Hoffnung, dass das meine Laune hebt Und ich gebe es zu: Ich habe die Kommentare der anderen gelesen, und zwar, bevor ich mich selber ans Auseinanderpflücken/Kommentieren gemacht habe. Witzigerweise musste ich beim dem Titel auch zuerst an das englische Wort denken, hab aber dann ziemlich schnell gemerkt, dass ich es wieder eindeutschen kann *g* (27-11-2009 21:21)Cherry schrieb: Es war ein Wintertag, kalt aber doch schön als die Sonne amschön, als Zitat:Als sie ihn jedoch später wiedersah, wurde ihr all das wieder bewusst, was sie so lange vergeblich versucht hatte zu verdrängen. Zitat:nahmen sie schon gefangen wenn sie diese nur ansahgefangen, wenn Zitat:und sich gewünscht sie könnte noch einmalgewünscht, sie könnte Zitat:hatte sie sich gewünscht ihn nie kennen gelernt zu habengewünscht, ihn nie Zitat:all ihre Fragen gegebenen.gegeben Zitat:Sie wusste dass er sie verändert hattewusste, dass Zitat:sie wusste, das er es nie tunwusste, dass Zitat:würde denn daswürde, denn Zitat:Jener Abend der alles verändert hatteAbend, der Zitat:sich ihm hingegeben. Doch all dies war ein schrecklicher Fehler gewesen den jeder Kuss den er von ihren Lippen stahlHingegeben? Auf einer Party? Jep, großer Fehler. gewesen, denn jeder Kuss, den er Zitat:Am nächsten Morgen war er einfach gegangen, sie würden nicht zusammenpassen und es hätte doch sowieso keinen Sinn.War irgendwie klar, aber trotzdem: Mistkerl Zitat:Frieden gelassen bis sie ihn wieder gesehen hatte.gelassen, bis Zitat:nach ihm das es ihr manchmal vorkam als würde es in ihrer Brust zerspringen wenn sie den Schmerz zuließe.ihm, dass / vorkam, als /zerspringen, wenn Zitat:Doch sie wusste das es aus warwusste, dass Aber Sitzengelassen werden ist Mist, Liebeskummer ist Mist und wenn ich mich dann eine meine eigenen Erfahrungen erinnere, dann weiß ich auch, dass sie nicht übertreibt. Für Außenstehende schon, aber in solchen Momenten geht man halt nicht mit Logik und einer nüchternen Betrachtungsweise an die Situation heran. LG Glory "Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein." -Peter Altenberger- |
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20-12-2009, 17:10
Beitrag: #6
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RE: Fallen
Hey Glory,
Ja momentan wird bei mir alles furchtbar tragisch und traurig Witzig, das alle meinen das sei Englisch ob wohl ich beim schreiben nicht einmal ans Englische gedacht hab.. des is sicher böse "verenglischung" der deutschen Wörter! Ich gebe auch zu, ich und das Komma, wir stehen auf Kriegsfuß, hab aber jetzt alles ausgebessert. Ich brauch in Word so ne Kommaprüfung glaub ich, wenn ich nämlich handschriftlich schreib vergess ich nie so viele wie beim tippen am PC. *gesteht auch was* Ich geb zu, das ich bei Gefühlen und Emotionen gern übertreibe, aber wenn ich schreibe, dann mal ich eigentlich geistig so Bilder mit meinen Worten und ab und an artete das doch etwas aus Aber freut mich das es dir sonst gefällt, viele Emotionen in einem kurzen Text sind auch nicht für jeden was, jeder liest eben andere Sachen gerne!! LG Cherry Irgendwo flüsterte Bill Tür´s Stimme: "Aus der Sicht des betreffenden Individiums gesehen sind lange Leben gar nicht so schlecht." Terry Pratchett |
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