|
Schnee des Himmels
|
|
23-12-2009, 01:05
Beitrag: #1
|
|||
|
|||
|
Schnee des Himmels
Diese Kurzgeschichte habe ich zu dem Thema "Etwas besonderes" geschrieben.
Schnee des Himmels Leise rieselte der Schnee... und fand direkt den Weg auf ihre rote Nasenspitze, die sich dem Himmel empor streckte. Innerhalb weniger Sekunden schmolz das kühle Nass und zog sich wie ein Rinnsal aus Tränen an ihren Wangen hinab. Sie hatte sich geschworen nie wieder zu weinen und obwohl sie es sehr eilig hatte, blieb ihr genug Zeit, sich von der ewigen Schönheit des Himmels zu verabschieden. Sie hatte sich von allem verabschieden müssen — ob sie wollte, oder nicht. Nun kam der letzte Abschied, der endgültige Abschied. „Auf wiedersehen.“, flüsterte sie dem Schnee zu, der immer und immer dichter auf das Gelände um die zierliche Frau nieder rieselte. Sie trug einen schwereren Mantel, der sie vor der eisigen Kälte schützen sollte. Doch trotz des Schutzes begann sie zu zittern, während sie sich auf den Weg zu den unruhigen Gleisen machte. „Schneller.“, schrien einige Männer wild durch die Menge, die sich nun immer und immer schneller voran schob. Ein flaues Gefühl voller Angst verbreitete sich in ihrem Inneren, aber sie wusste, dass sie sich zusammen reißen musste — ihr Überlebenswille war geweckt. „Beeilung der Zug fährt gleich los.“, posaunte ein kleiner, rundlicher Mann durch die Menge, die gleichgültig ihr Tempo beibehielt. Immer mehr Menschen strömten herbei in Richtung Zug, der mit seiner vollen Macht auf den Gleisen ruhte. Im Vergleich dazu, wirkte die zierliche Frau wie eine kleine Maus, die versuchte bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen. Schließlich wusste sie worum es ging — um ihr Leben. Nach einigen Metern befand sie sich plötzlich vor dem Zug, geschoben und gequetscht durch eine eilende Menge. Sie erhaschte den Augenblick und sprang mit einem eleganten Satz durch die Zugtür in den völlig überfüllten Zug hinein. „Entschuldigen sie.“, wiederholte und wiederholte sie sich, bis sie neben einem jungen Mann einen freien Platz ausfindig machte. „Darf ich?“, fragte sie den jungen Mann, der verträumt aufschreckte, bevor er ihr durch ein leichtes Kopfnicken ein Ja gestikulierte. Erschöpft sank sie auf den gepolsterten Sitz nieder, zog ihren Mantelkragen näher an sich heran und wartete. Ihr war unwohl bei dem ganzen Geschehen, doch die Hoffnung war einfach zu überwältigend. Sie hielt sich im Hintergrund, lauschte den Gesprächen ihrer Mitfahrer die nun sogar bis in die Gängen gedrängt standen. Alle wollten zu ihrer Familie — es war der 24 Dezember. „Fahren sie auch zu ihrer Familie?“, fragte der junge Mann neben ihr. Sie nickte nur, bewusst darüber, dass sie anderen etwas vor spielen musste. Woher sollte sie wissen, wem sie vertrauen konnte? „Ich fahre zu meiner Frau.“, antwortete der junge Mann währenddessen. Er war groß und dürr, seine Figur eher schlaksig und sie konnte sich nicht vorstellen, dass er schon eine Familie besaß. „Für Weihnachten ist es ein sehr kalter Tag dieses Jahr.“, sprach sie in einem flüsternden Ton, so dass nur der Fremde in der Lage war sie zu verstehen. „Da haben sie recht.“, erwiderte er und streckte ihr eine starke Hand entgegen, die überhaupt nicht zu seinem restlichen Erscheinungsbild passte. „Hans.“, sprach er erwartungsvoll. „Anna.“, entgegnete sie. Ihr richtiger Vorname würde schon keinen Schaden verursachen. „Und was treibt sie bei solch einem unangenehmen Wetter und zugleich an Weihnachten in den Zug?“ Es schien keineswegs stochernd, so wie es ihr die letzten Wochen widerfahren war. Er zeigte bloßes Interesse an einem Gespräch. „Ich bin auf dem Weg zu meiner Familie. Meine Mutter und mein Vater erwarten mich.“, antwortete sie vorsichtig, um nicht mehr als nötig zu verraten. Wieder nickte er, wobei sich ein leichtes Lächeln ihr entgegen schob. Sie lächelte schüchtern zurück. Dann blickte sie hinaus, in die nun herrschende Dunkelheit, die von dem Schwall an Schnee erdrückt wurde. Trotz beider Komponenten suchte sich der Zug weiterhin den Weg über die Schienen. Sie wunderte sich noch immer, wie solch eine Technik das Leben eines Menschen verändern konnte. Ein Menschenleben war weich wie eine Feder und gleichermaßen leicht zu zerstören. Dessen bewusst, spitze sie die Ohren. Sie hatte keine Zeit um zu träumen, so wie es der junge Mann neben ihr tat. Plötzlich nahm sie ein schieben von Türen war. Erregt zuckte sie in sich zusammen. Erregt vor Angst. Dann folgten schwere Schritte. „Fahrkarten bitte.“, sprach eine düsterte Stimme. Die Schritte kamen näher und näher an ihren Platz. Aufgeregt wühlte sie in ihren Jackentaschen. In einer befand sich ihre Rettung — in der anderen ihr Todesurteil. „Fahrkaten bitte.“, sprach nochmals eine Stimme, die nun kurz vor ihrem Platz angekommen war. Der Mann war groß und hatte einen dicken Bauch, so dass sein Jackett zu platzen schien. „Fahrkarten bitte.“, wiederholte er abermals. Seine düstere Stimme ließ den jungen Mann aufschrecken, bevor dieser schnell in seine Jackentasche griff. Die zierliche Frau konnte deutlich erkennen, wie sich innerhalb von Sekunden Schweißperlen auf der jungen Haut bildeten. Hecktisch kramte der junge Mann weiter. Panik durchzog sein Gesicht. Der Kontrolleur guckte skeptisch wie gelangweilt den jungen Mann an. Anscheinend hatte er keinen Spaß an seinem Beruf. Aber wer wollte auch schon am 24 Dezember arbeiten? „Finden sie ihr Ticket nicht?“, fragte der Kontrolleur schroff, während er die anderen Fahrkarten kontrollierte. Auch die, der jungen Frau. Augen auf den Boden starrend, hielt sie ihm das zerknitterte Ticket entgegen. Ihr Puls war auf 180 und trotzdem versuchte sie ihren Atem zu kontrollieren. „In Ordnung.“, murmelte der Kontrolleur und wand sich wieder dem jungen Mann entgegen, der nun einen rot anlaufenden Kopf hatte. Der Geruch von Angst füllte die umliegenden Plätze. „Und?“ „Entschuldigen sie, anscheinend habe ich mein Ticket verloren.“ Die Stimme des jungen Mannes war nur noch ein Wimmern. „Geben sie mir ihren Pass bitte.“ „Nein.“, schrie der junge Mann entsetzt und sprang von seinem Platz. Da graute es dem Kontrolleur. „Her damit, sofort!“ Nach kurzem Zögern übergab der junge Mann seinen Pass und es dauerte nur Sekunden, bevor der Kontrolleur anfing zu handeln. „Das ist so typisch. So seit ihr doch alle!“, dann packte er den jungen Mann am Arm und zog ihn durch den Zug. Sie konnte nur noch einen Schatten erkennen, als ein lauter Schrei zu ihr drang und die Worte „Erst stiehlt ihr unsere Arbeit und nun fahrt ihr auch noch schwarz...!“ Die Augen wieder starr auf den Boden gerichtete verkrampfte sie sich. Sie wusste genau, was dem jungen Mann widerfahren war. Und sie wusste, dass sie Glück gehabt hatte. Das gelbe Stück Stoff in der Tasche drückend, schluckte sie einige Tränen hinunter. Der liebe Gott hatte ihr ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Die Freiheit. Es war Weihnachten in Deutschland, im Jahre 1943. "Oh yes, I know the way to heaven was easy." The Imperfect Lover Meine Story [/size] |
|||
|
23-12-2009, 10:40
Beitrag: #2
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Hallo Cyberia,
eine gute Geschichte, weil das Entscheidende der Handlung bis zum Schluss aufgespart bleibt. Man vermutet zunächst, die junge Frau wolle sich vor den Zug werfen. Und ich dachte an ein ganz anderes Thema: jeder Zugführer erfährt in seinem Berufsleben durchschnittlich dreimal das fürchterliche Ereignis, dass sich ein Selbstmörder vor den Zug wirft. Personenschaden nennt man das dann. Aber hier ist das Thema ein ganz anderes. Erst im letzten Satz wird der historische Zusammenhang aufgedeckt. Vorher klingt alles sehr persönlich, sehr familiär, sehr auf typisch Weihnachtliches ausgerichtet. Zitat:Im Vergleich dazu, wirkte die zierliche Frau wie eine kleine Maus, die versuchte bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen. Schließlich wusste sie worum es ging — um ihr Leben.Ein sehr schönes Bild, das ein bisschen an Kafka erinnert. Zitat:Sie nickte nur, bewusst darüber, dass sie anderen etwas vor spielen musste."Vorspielen" ist ein Wort. Zitat:Trotz beider Komponenten suchte sich der Zug weiterhin den Weg über die Schienen.Der Ausdruck "Komponente" stört hier etwas. Zitat:Plötzlich nahm sie ein schieben von Türen war.Das Wort "Schieben" großschreiben. Zitat:Hecktisch kramte der junge Mann weiter."Hektisch" ohne ck. Zitat:„Finden sie ihr Ticket nicht?“In der Anrede Sie immer großschreiben. Zitat:fragte der Kontrolleur schroff,Man könnte auch sagen: fragte der Kontrolleur scharf. Zitat:Erst stiehlt ihr unsere ArbeitEs muss wohl heißen: "stehlt". Zitat:„Erst stiehlt ihr unsere Arbeit und nun fahrt ihr auch noch schwarz...!“Der Satz lässt die ganze Geschichte noch sehr harmlos erscheinen. Viel unvermittelter kommt dann die Andeutung des "gelben Stoffs", die sich wohl auf den Judenstern bezieht. Vielleicht sollte man hier noch einen besseren Übergang schaffen. Insgesamt eine gute Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Herzliche Grüße Hans Werner |
|||
|
23-12-2009, 14:11
Beitrag: #3
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Danke erst einmal für die Verbesserungsvorschläge und Kritik,
die ich immer dankend annehme und umsetzte Dadurch, dass ich die Geschichte in 1100 Worten fassen sollte, hatte ich allgemein Schwierigkeiten, verschiedenste Formulierungen weiter auszubauen. 1100 Worte sind einfach zu wenig, mal sehen was ich im Nachhinein noch ändern werde Lg "Oh yes, I know the way to heaven was easy." The Imperfect Lover Meine Story [/size] |
|||
|
24-12-2009, 00:54
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24-12-2009 01:08 von Dreadnoughts.)
Beitrag: #4
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Da wir uns noch nicht kennen: Moin cyberia, ich bin der D. und wünsche Dir eine angenehme Zeit in und auf Literatopia.
"Technische" Anmerkungen: Zitat:Leise rieselte der Schnee... und fand direkt den Weg auf ihre rote NasenspitzeNichts weltbewegendes, keine Panik. Also, entweder ein Leerzeichen vor die drei Punkte, oder Du verbindest es mit einem Spiegelstrich (oder so, bin da auch nicht so firm in den Fachbezeichnungen). Vorschlag: Leise rieselte der Schnee - und fand direkt den Weg auf ihre rote Nasenspitze „ Zitat:Auf wiedersehen.“, flüsterte sie dem Schnee zuNach dem "wiedersehen" kommt kein Punkt. Ich hab mir das mal so erklären lassen, dass der Satz ja eigentlich noch nicht zuende ist. Das hast Du an ziemlich vielen Stellen in Deiner Geschichte. Zitat:„Beeilung der Zug fährt gleich los.“, posaunte ein kleinerReines Bauchgefühl: Ich, ... also, eigentlich der Bauch ... nun ja, also wir tendieren dazu, dass nach "Beeilung" ein Komma hin müsste. Zitat:„Fahrkaten bitte.“Da ist Dir ein "r" aus der Fahrkarte gefallen. "Architektonische" Anmerkungen: Zitat:Sie hatte sich geschworen nie wieder zu weinen und obwohl sie es sehr eilig hatte, blieb ihr genug Zeit, sich von der ewigen Schönheit des Himmels zu verabschieden. Sie hatte sich von allem verabschieden müssen — ob sie wollte, oder nicht. Nun kam der letzte Abschied, der endgültige Abschied.Diese Stelle hier gleich zu Anfang hat mich stutzig gemacht. Scheinbar - so kommt es mir vor - hast Du hier lange überlegt und eventuell diesen Abschnitt mehrmals begonnen. Also, das passiert mir auch ständig, allerdings liest es sich unrund dadurch, dass es mit einem Wort aufeinander aufbaut. Vorschlag vom 'Küchenchef': Sie hatte sich geschworen nie wieder zu weinen und obwohl sie es sehr eilig hatte, blieb ihr genug Zeit, sich von der ewigen Schönheit des Himmels zu verabschieden. Sie hatte sich von allem lossagen müssen — ob sie wollte, oder nicht. Nun kam das letzte Lebewohl, die endgültige Abreise. Zitat:Sie trug einen schwereren Mantel, der sie vor der eisigen Kälte schützen sollte. Doch trotz des Schutzes begann sie zu zittern, während sie sich auf den Weg zu den unruhigen Gleisen machte.Auch hier so ähnlich wie oben, allerdings hadere ich mit dem "schwerereren ("Rennrod rechts rum ..." *g*). Im Ernst, wenn "schwereren", dann mit welchem Bezug? Und zu welchem Gegenstand? Ich tendiere eher zu "schweren". Vorschlag: Sie trug einen schweren Mantel, der sie vor der eisigen Kälte schützen sollte. Doch sie begann trotzdem zu zittern, während sie sich auf den Weg zu den unruhigen Gleisen machte. Zitat:Ein flaues Gefühl voller Angst verbreitete sich in ihrem Inneren, aber sie wusste, dass sie sich zusammen reißen musste — ihr Überlebenswille war geweckt.In Verbindung mit ... Zitat:Schließlich wusste sie worum es ging — um ihr Leben.Hm, ich würde beim ersten oben zitierten Satz den Teil nach dem Spiegelstrich rausnehmen. Grund: Du spielst hier sehr schön mit der Ungewissheit des Lesers. Ähnlich wie mein geschätzter Vorkommentator habe auch ich erst fälschlicherweise angenommen, sie wolle sich vor den Zug werfen. Hier, an dieser Stelle, weiß man als Leser, dass da etwas nicht stimmt. Du könnest es (mit der Wegnahme der besagten Stelle) beim Leser hinauszögern. Dadurch würde es ihn mehr überraschen, als in der aktuellen Konstellation. Vorschlag: Ein flaues Gefühl voller Angst verbreitete sich in ihrem Inneren, aber sie wusste, dass sie sich zusammen reißen musste. ... Schließlich wusste sie worum es ging — um ihr Leben. Zitat:Nach einigen Metern befand sie sich plötzlich vor dem Zug, geschoben und gequetscht durch eine eilende Menge. Sie erhaschte den Augenblick und sprang mit einem eleganten Satz durch die Zugtür in den völlig überfüllten Zug hineinIch weiß, *hust* ich bau auch immer solche Sätze. Nach einigen Metern befand sie sich plötzlich vor dem Zug, geschoben und gequetscht durch eine eilende Menge. Sie erhaschte den Augenblick und sprang mit einem eleganten Satz durch die Tür in den völlig überfüllten Waggon hinein. (Bei der Tür kann es sich ja nur um diejenige des Zuges handeln.) Zitat:„Darf ich?“, fragte sie den jungen Mann, der verträumt aufschreckte, bevor er ihr durch ein leichtes Kopfnicken ein Ja gestikulierte.Eindringlich, aber etwas kompliziert. Wenn Du es einfacher haben magst, hast Du dann auch Platz darin für eine weiteres Charaktermerkmal. Vielleicht so? „Darf ich?“, fragte sie den jungen Mann, der verträumt aufschreckte und schließlich geistesabwesend mit dem Kopf nickte. (Obwohl es auch ohne den Kopf geht - Nicken steht 'für mich' als bestätigende Kopfbewegung.) Zitat:Alle wollten zu ihrer Familie — es war der 24 Dezember.Empfehlung: Alle wollten sie nach Hause — es war der 24 Dezember. „Fahren sie auch zu ihrer Familie?“ Zitat:Trotz beider Komponenten suchte sich der Zug weiterhin den Weg über die Schienen.Hier teile ich Hans Werners Bedenken. Vorschlag in Verbindung mit dem vorherigen Satz im Text: Trotz dieses Farbspiels aus Schwarz und Weiß suchte sich der Zug weiterhin den Weg über die Schienen. Obwohl hier "weiterhin" zu schreiben ... es bremst den Zug ja nicht. Vielleicht stattdessen: Trotz dieses Farbspiels aus Schwarz und Weiß suchte sich der Zug unbeirrt den Weg über die Schienen. Zitat:„Fahrkarten bitte.“, sprach eine düsterte Stimme. Die Schritte kamen näher und näher an ihren Platz. Aufgeregt wühlte sie in ihren Jackentaschen. In einer befand sich ihre Rettung — in der anderen ihr Todesurteil.Es liest sich nicht so gut, wenn ein inhaltsgleicher Ausdruck schriftlich gleich aussieht. Man könnte ihm ein wenig Modulation in die Stimme geben, à la: "Faaahr-karten bitte" oder so: "Fahrscheinkontrolle" "Fahrkarten bitte" "Fahrtkarten/FAHRKARTEN!" Zitat:„Finden sie ihr Ticket nicht?“Nun, im Nachhinein meine ich, ist "Ticket" nicht zeitgemäß für dieses Jahr. Vielleicht etwas Älteres? 'Billett'? Zitat:„Geben sie mir ihren Pass bitte.“Hm, ich denke/meine/fühle den Schaffner etwas rauer. Ich glaube, er würde (angemessen an die Zeit) den Satz eher so sagen: „Ihren Pass bitte.“ Das klingt für mich kälter. Gut, Anna, die Hans im Zug trifft und auf der Flucht ist. Warum, wieso es ihr geglückt ist, bleibt im Dunkeln - ist aber auch nicht von Bedeutung. Du spielst hier (wie oben schon erwähnt) mit den Augen und Blicken des Lesers. Insgesamt liest es sich flüssig und rund (bis auf die kleinen Baustellen). Zum Thema Zeichen/Wortbegrenzungen: 1100 Wörter? Gut, da muss man so dicht wie möglich schreiben. Ist Dir unter diesem Aspektpunkt wirklich gelungen. Zuguterletzt: Aus Hans Werners Kommentar: Zitat:Der Satz lässt die ganze Geschichte noch sehr harmlos erscheinen. Viel unvermittelter kommt dann die Andeutung des "gelben Stoffs", die sich wohl auf den Judenstern bezieht. Vielleicht sollte man hier noch einen besseren Übergang schaffen.Im Gegensatz dazu finde ich persönlich solche scharfen Übergänge gar nicht so schlecht. Gut, es sollte jetzt nicht ein Sprung von Edison zu Einstein oder Feynman mit seinen Teilchen sein - hier ist es aber meiner Meinung nach in Ordnung. So, dann wünsche ich Dir an dieser Stelle noch viel Spaß hier. LGD. Wir glauben, wir machen Erfahrungen - aber Erfahrungen machen uns. ... and dread noughts |
|||
|
26-12-2009, 14:21
Beitrag: #5
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Hallo cyberia,
Juden, die sich in öffentlichen Zügen durch die Gegend zu schmuggeln versuchen - ist das im Winter 43/44 wirklich noch möglich? Dass er dafür nur aus dem Zug geworfen wird, wie du es hier beschreibst, scheint mir aber ein bisschen unpassend ... hat sich die Geschichte da nicht schon viel weiter entwickelt? Du beschreibst die Angst, einer jungen Frau, erwischt zu werden, sie hat eine zerknitterte Fahrkarte ergattern können und scheint auf der Flucht zu sein. Auf der Flucht wohin? Für welche Sicherheit nimmt sie dieses Risiko in Kauf? Schade, dass du kein Ziel nennst, nichts Bestimmtes, auf das sie hoffen kann. Der Inhalt dieser Geschichte hat etwas sehr Emotionales, da lässt sich viel Lebendigkeit schaffen. Gerade das hat mir beim Lesen aber etwas gefehlt. Du erzählst eine Geschichte aus einer Zeit, die mittlerweile 65 Jahre zurückliegt, trotzdem habe ich nicht das Gefühl, wirklich in dieser Zeit angekommen zu sein. Da sind Elemente, vor allem, das was du nicht beschreibst, aber im Großen und Ganzen ist mir das zu wenig. Die Menge, die sich auf den Zug zuschiebt ... wollen die alle damit fahren? Sind sie also auf einem Bahnhof, es wirkte eher, als wären sie auf einem größeren Platz oder einer Straße. Wie sieht der Zug denn aus? Wie fühlt sich der Sitz an, als sie sich hinsetzt. Das sind alles Details, die zwar die Geschichte ins Stocken bringen, wenn sie zu viel drin sind, aber mir war es hier viel zu wenig Umwelt. Dafür hast du dich bei anderen Sachen des Öfteren wiederholt. Die Menschenmenge am Anfang wird dreimal dazu angehalten, sich schneller vorwärts zu bewegen. Der junge Mann im Zug fragt sie zweimal, wo sie denn eigentlich hinwill, und ihr kommt es nicht seltsam vor, doppelt darauf antworten zu müssen? Wahrscheinlich spielt da auch die Perspektive mit rein. Du beginnst bei Anna, gibst ihr aber erstmal keinen Namen, um den Leser auf Distanz zu halten (was gut zum Inhalt passt, der Versuch, anonym zu bleiben), dann zoomst raus, zeigst alle, zwischendurch wieder sie, dann die dicken Kontrolleure und Schaffner, denen du nachfühlst, wieder sie, Hans ... und so springt es hin und her, als hättest du dich nicht ganz entscheiden können, wie nah du an diese Figur heranwillst. Denn du startest aus ihr heraus und fängst dann an, herumzueiern. Das ist schade, denn das Thema an sich gibt viel Raum für Emotionen. So bleibt das Geschehen, und vor allem Anna, für mich eher diffus und beliebig. Und die Geschichte ist zwar als Weihnachtsgeschichte angelegt, funktioniert aber nicht richtig. Vielleicht versuchst du wirklich erstmal, die Perspektive durchzuhalten, dir über Annas Blickwinkel und ihre Angst richtig klarzuwerden: Was befürchtet sie? Was hofft sie? Fühlt sie sich von den vielen anderen Menschen eher bedroht oder beschützt? Woher hat sie die Fahrkarte? Wo will sie hin? Selbst wenn du das nicht schreibst, es täte der Geschichte gut, wenn du es wüsstest - und dann vielleicht versuchst, Annas Sicht ganz aufzunehmen und nicht davon abzuweichen ... selbst wenn sie anonym bleibt, eine "junge Frau", ... da ist auf jeden Fall mehr möglich Zum Sprachlichen: Mir kam es beim Lesen so vor, als hättest du die Geschichte noch nicht richtig Korrektur gelesen. Da sind viele Stellen, die holprig klingen bzw. nicht ganz sauber formuliert. Was mir am meisten aufgefallen ist, kommt gleich direkt am Text. Aber erstmal ein paar Sachen, auf die du allgemein achten solltest: Die höfliche Anrede (Sie / Ihnen / Ihrer) wird immer groß geschrieben. Vor und nach den drei Auslassungspunkten steht immer ein Leerschritt, es seie denn, die Punkte ersetzen das Wortende (z.B.: "zum Teu...!") Am Ende der wörtlichen Rede steht kein Punkt, wenn du danach mit Komma weitermachst. Also: "Es geht mir gut", sagte er. // Er sagte: "Es geht mir gut." Ausrufezeichen und Fragezeichen stehen aber ganz normal, egal, ob der Satz weitergeht oder nicht. Der Anfang mit "Leise rieselte der Schnee" gefällt mir übrigens sehr gut, das vermittelt gleich eine winterliche Stimmung. Anmerkungen direkt am Text: Zitat:Sie hatte sich geschworen nie wieder zu weinen und obwohl sie es sehr eilig hatte, blieb ihr genug Zeit, sich von der ewigen Schönheit des Himmels zu verabschieden.... geschworen, nie ... Wieso schreibst du "und obwohl"? Wo ist der Gegensatz zwischen dem Schwur, nie wieder zu weinen, und der Verabschiedung vom Himmel? Und wieso verabschiedet sie sich vom Himmel, wenn sie doch in die Freiheit fährt? Wohin fährt sie denn? Oder andersrum: Ist das ein besonderer Himmel über einem besonderen (ihrem Heimat-)Ort? Vielleicht trennst du einfach die beiden Sätze und nimmst die Verabschiedung in den neuen ...? Zitat:„Auf wiedersehen.“, flüsterte sie dem Schnee zu"Wiedersehen" groß Zitat:schrien einige Männer wild durch die Menge, die sich nun immer und immer schneller voran schob. Zitat: posaunte ein kleiner, rundlicher Mann durch die Menge, die gleichgültig ihr Tempo beibehielt.Wird die Menge nun schneller oder bleibt sie gleichgültig gleichschnell? Zitat:Ein flaues Gefühl voller Angst verbreitete sich in ihrem InnerenDas liest sich z.B. sehr holprig, vielleicht so: "Ein flaues Gefühl der Angst breitete sich in ihrem Inneren aus" Zitat:dass sie sich zusammen reißen musste — ihr Überlebenswille war geweckt.zusammenreißen -> und ihr Überlebenswille ist wahrscheinlich schon vorher geweckt worden, sonst würde sie das Risiko nicht auf sich nehmen (?) Zitat:Im Vergleich dazu, wirkte die zierliche Frau wie eine kleine Maus, die versuchte bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen. Schließlich wusste sie worum es ging — um ihr Leben.Da wiederholst du dich z.B. auch ein bisschen ... zwei Sätze vorher steht der Überlebenswille, hier dann, es ginge um ihr Leben. Das sind zwar alles relevante Informationen, aber es reicht, sie einmal zu geben ... zumindest so dicht beieinander müssen die nicht stehen Schau hier mal auf die Kommasetzung: Im Vergleich dazu wirkte die zierliche Frau wie eine kleine Maus, die versuchte, bloß keine ... Schließlich wusste sie, worum ... Zitat:Sie erhaschte den Augenblick und sprang mit einem eleganten Satz durch die Zugtür in den völlig überfüllten Zug hinein.Das klingt so illegal, aber sie hat doch eine Fahrkarte! Und alle anderen wollen doch auch in den Zug (oder nicht?) Und hier wäre statt Zugtür vielleicht Abteiltür passender? Das kommt darauf an, was für einen Zug du vor Augen hast ... abgesehen davon, dass er schwer und mächtig ist. Es ist schon ein Passagierzug? Zitat:lauschte den Gesprächen ihrer Mitfahrer die nun sogar bis in die Gängen gedrängt standen. Alle wollten zu ihrer Familie... Mitfahrer, die ... "zu ihren Familien" - die wollen ja nicht alle zu Annas Familie Zitat:dass sie anderen etwas vor spielen musste.vorspielen Zitat:Dessen bewusst, spitze sie die Ohren.spitzte Zitat:Plötzlich nahm sie ein schieben von Türen war.... nahm sie das Schieben von Türen wahr ... Zitat:„Fahrkaten bitte.“, sprach nochmals eine Stimme,Fahrkarten Zitat:Der Mann war groß und hatte einen dicken Bauch, so dass sein Jackett zu platzen schien.Ist es Absicht, dass alle Bahnangestellten dick sind? Zitat:Der Kontrolleur guckte skeptisch wie gelangweilt den jungen Mann an.... so skeptisch wie gelangweilt ... Zitat:Aber wer wollte auch schon am 24 Dezember arbeiten?"am 24. Dezember" Aber wie gesagt, diese Passage würde ich rausnehmen ... hat sie nicht vielmehr Angst vor ihm, statt sich in ihn einzufühlen? Zitat:Auch die, der jungen Frau. Augen auf den Boden starrend, hielt sie ihm das zerknitterte Ticket entgegen.Auch die der jungen Frau. Auf den Boden starrend hielt sie ihm das ... Zitat:und trotzdem versuchte sie ihren Atem zu kontrollieren.... sie, ihren ... Zitat:„Das ist so typisch. So seit ihr doch alle!“seid Zitat:Die Augen wieder starr auf den Boden gerichtete verkrampfte sie sich.... gerichtet, verkrampfte ... Liebe Grüße, Libertine ... dann schauen wir nach unserm Dachkräuterbeet, in die Dachrinne haben wir Schnittlauch gesät. (Gerhard Schöne) Avatar von Eddie Haspelmann |
|||
|
27-12-2009, 00:54
Beitrag: #6
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Danke nochmals für die Verbesserungen
![]() @ Libertine Da die Geschichte für einen Schreibwettbewerb unter Freunden entstand und ich nur knappe 1100 Wörter zur Verfügung hatte, ist es wohl verständlich, dass ich nicht die gesamte Gefühlspalette in der Story unterbringen konnte — und wollte Ich denke, dass es außerdem Geschmacksache ist, was die "Wechsel" betrifft, die ich gewollt gewählt habe :D "Oh yes, I know the way to heaven was easy." The Imperfect Lover Meine Story [/size] |
|||
|
27-12-2009, 12:35
Beitrag: #7
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Hallo Cyberia,
Korrektur lesen, Cyberia, wieder und wieder Korrektur lesen - ich bin überzeugt, Du brauchst nicht einmal die 1.100 Worte, um die Geschichte besser und dichter zu machen. Wenn Du das alles beachtest, was meine Vorkommentatoren schon bemerkt haben, schaffst Du das! Allerdings solltest Du Dich von Deiner eigenen Verliebtheit in den selbst geschriebenen Text befreien. Die scheint mir in Deinen Kommentaren durchzuschimmern. Lies Deine Sätze und gehe grundsätzlich mit der Voreinstellung heran, dass er Mist sei und Du es besser kannst. Bilde Dir ein, dass ihn ein anderer geschrieben habe - und Du kannst das doch viel besser. Das magst Du für Blödsinn halten - und kann einem Autor doch helfen, die nötige Kritikfähigkeit dem eigenen Text gegenüber zu entwickeln. Sonst bleibst Du mit Deinen Fähigkeiten auf der Stelle. Wage es, meine Vorschläge umzusetzen! Viel Erfolg wünscht Klaus |
|||
|
28-12-2009, 17:33
Beitrag: #8
|
|||
|
|||
|
RE: Schnee des Himmels
Hallihallo, cyberia, und auch von mir ein herzliches Willkommen!
Damit habe ich, denke ich, genug Nettigkeiten verteilt, um endlich deine Geschichte zu zersägen Ich habe die Kommentare der anderen (insbesondere die Detailkritik) nur überflogen, es kann also zu Dopplungen kommen. Nein, wird zu Dopplungen kommen, es gibt da so ein paar Klassiker ... Aber jetzt ran! Privater Schreibwettbewerb, 1.100 Wörter ... Ist das eine Entschuldigung für irgendetwas? Insofern muss ich Klaus recht geben: Eine Geschichte - so kurz sie auch ist - ist nienienie perfekt. Irgendwann kann man sagen, jetzt reicht es, ich will sie nicht noch weiter ausfeilen. Vielleicht sagt man auch, mir fällt nichts mehr ein. Aber besser geht es eigentlich immer. Und aus 1.100 Wörtern lässt sich so oder so schon etwas zimmern. Jetzt an die Details. Zitat:Leise rieselte der Schnee... und fand direkt den Weg auf ihre rote NasenspitzeLeerzeichen nach Schnee (das ist einer der Klassiker, bestimmt schon angemerkt worden, oder? Bin gerade zu faul, nachzusehen ... ). Ich bin hin- und hergerissen, ob ich die drei Punkte dort mag. Grundsätzlich komme ich meistens zu dem Ergebnis, dass die Atempause auch anders dargestellt werden kann, durch einen Punkt oder einen Gedankenstrich. Das hat etwas von einem Verlegenheitsstil, als wüsstest du nicht so recht, wie du den nächsten Gedanken anschließen sollst. Das hat mich beim ersten Lesen hier gestört, vor allem, weil die drei Punkte gleich im ersten Satz auftauchen. Das ist etwas ärgerlich. Lässt sich hier aber wohl nicht vermeiden, weil die Anspielung auf das Weihnachtslied, das schließlich anders weitergeht, andernfalls Schaden nehmen würde. Wie du's machst, machst du's verkehrt. Wenn dir eine zündende Idee kommt, wie du die Klippe hier umschiffst, dann hinein, andernfalls: Leerzeichen rein und weiter gehts Zitat:Innerhalb weniger Sekunden schmolz das kühle NassDie Sekunden sind mir zu wissenschaftlich. Augenblick? Moment? Ich würde es jedenfalls unbestimmter fassen. Zitat:Sie hatte sich geschworen nie wieder zu weinen und obwohl sie es sehr eilig hatte, blieb ihr genug Zeit, sich von der ewigen Schönheit des Himmels zu verabschieden.Sie hatte sich geschworen KOMMA In diesem Satz handelst du zwei Themen ab. Warum? Was hat das Weinen mit der Eile zu tun? Zitat:Sie hatte sich von allem verabschieden müssen — ob sie wollte, oder nicht. Nun kam der letzte Abschied, der endgültige Abschied.Ein bisschen arg viel Abschied. Synonyme wären nicht schlecht. Zitat:„Auf wiedersehen.“, flüsterte sieIn der direkten Rede kommt kein Punkt vor die Anführungszeichen, wenn ein Komma folgt. Nur Ausrufezeichen ("Xy!", schrie er) und Fragezeichen ("Z?", fragte sie) werden geschrieben. (Das war jetzt der zweite Klassiker, den ich meinte ...) Zitat:„Schneller.“, schrien einige Männer wild durch die Menge, die sich nun immer und immer schneller voran schob.Vorneweg: Der Abschnitt hat mir nicht gefallen, vor allem im Nachhinein, beim zweiten Lesen fand ich ihn unglaubwrüdig. Das ist eine Bahnhofsszene, kein Viehtrieb! Der Zug fährt schon nicht ab, wenn noch fünfhundert Passagiere auf dem Bahnsteig stehen. Aber zu den Details. Nach dem "Schneller" würde ich ein Ausrufezeichen schreiben, schließlich schreien die Männer! Jedenfalls aber keinen Punkt, s.o. Daneben hast du Häufungen von "Männern", "durch die Menge" und zweimal "schneller" in einem Satz. Vielleicht kannst du da noch ein bisschen mehr Abwechslung hineinbringen. Die "zierliche" Frau, die wie eine "kleine" Maus wirkt, finde ich etwas Adjektiv-überladen. Dazu neige ich zwar selbst, aber das fand ich ein bisschen viel. Außerdem "Beeilung KOMMA der Zug fährt gleich los", während das Komma nach "Im Vergleich dazu" dort nicht hingehört. Zitat:Sie erhaschte den AugenblickBitte? Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Zitat:„Entschuldigen sie.“, wiederholte und wiederholte sie sichWieder kein Punkt am Ende der wörtlichen Rede. Das Wiederholen von Wörtern ("immer und immer wieder". "wiederholte und wiederholte") machst du gerne, habe ich den Eindruck. Das ist ein stilmittel, und als solches in Ordnung, hier hat es mich aber gestört. Mag sein, dass es daran liegt, dass "wiederholen" ein recht langes Wort und damit relativ sperrig ist. Zitat:es war der 24 Dezember.Den vierundzwanzigsten Dezember würde ich entweder ausschreiben oder ihm mit einem Punkt das "ste" spendieren. Zitat:dass sie anderen etwas vor spielen musste"Vorspielen" in einem Wort. Zitat:dass er schon eine Familie besaß.Besitzt man eine Familie? Oder hat man sie einfach? Zitat:„Für Weihnachten ist es ein sehr kalter Tag dieses Jahr.“Hier wieder kein Punkt. Und inhaltlich: Wann soll es denn kalt sein, wenn nicht im Winter, zu Weihnachten? Wozu brauchst du die Kälte überhaupt, wenn du mit deinen 1.100 Wörtern in Bedrängnis kommst? Zitat:„Da haben sie recht.“, erwiderte erUnd noch einmal. Und "Sie" in der Anrede immer groß. Zitat:„Hans.“, sprach er erwartungsvoll.Dito. Zitat:„Und was treibt sie bei solch einem unangenehmen Wetter und zugleich an Weihnachten in den Zug?“Hört er nicht zu? Sie hat doch gefragt: "Fahren Sie auch zu ihrer Familie?" Zitat:erwarten mich.“,Und noch einmal. Zitat:Trotz beider KomponentenIch stolpere über die Komponenten. Wenn dir da ein Synonym einfiele ... Zitat:solch eine TechnikIch würde entwieder schreiben "wie die Technik ..." oder "wie solch eine Technologie ..." Aber abgesehen davon war das mit den Zügen 1943 nicht mehr ganz so neu. Zitat:Dessen bewusst, spitze sie die Ohren.Man ist sich einer Sache bewusst, oder? Das fehlt mir in dieser Konstruktion ... Sagt mir jedenfalls mein Bauch. Zitat:Plötzlich nahm sie ein schieben von Türen war.Mhm. Ein Schieben groß. Und vielleicht schaust du dir den Satz noch mal an, ich finde den merkwürdig. Zitat:Erregt zuckte sie in sich zusammen. Erregt vor Angst. Dann folgten schwere Schritte.Schwere Schritte von wem? Von ihr doch wohl nicht! Zitat:„Fahrkarten bitte.“, sprach eine düsterte Stimme.Den Punkt weg, und mein Bauch hätte gern ein Komma nach den Fahrkarten, weiß aber auch nicht so recht, ob es ihm dort bekommt. Zitat:„Fahrkaten bitte.“, sprachWieder der Punkt, das Komma. Außerdem ein "r", um aus der Kate eine Karte zu machen. Zitat:„Fahrkarten bitte.“,Dito. Zitat:Die zierliche Frau konnte deutlich erkennen, wie sich innerhalb von Sekunden Schweißperlen auf der jungen Haut bildeten.Die Frau war weiter oben schon einmal zierlich. Wie hieß sie doch gleich? Anna? Die Sekunden finde ich auch hier zu wissenschaftlich. Rasch? Blitzschnell? Zitat:24 DezemberAuch der verträgt einen Punkt, oder gar die ausgeschriebene Version. Zitat:„Finden sie ihr Ticket nicht?“, fragteDas Fragezeichen ist richtig! Frag mich nicht, warum, ich hab die Regeln nicht gemacht ... Das Wort "Ticket" finde ich hier unpassend. Wir schreiben das Jahr 1943, Deutschland befindet sich im Krieg mit Briten und Amerikanern, und der Obernazi von Schaffner nutzt Anglizismen? Such da am Besten noch mal nach deutschen Synonymen. Denkbar wäre vielleicht noch "Billet", auch wenn die Franzosen ja auch nicht den besten Stand hatten ... Zitat:Ihr Puls war auf 180Sehr modern formuliert. Lass ihn doch rasen o.ä.! Zitat:„In Ordnung.“, murmelteNoch einmal ... Zitat:„Geben sie mir ihren Pass bitte.“Ich würde das "bitte" mit einem Komma abtrennen. Der Punkt ist hier aber wieder richtig, es folgt ja kein Komma hinter der direkten Rede. Anders als hinter "Nein.", wobei mir hier wieder ein Ausrufezeichen besser gefiele. "Graute" ist komisch. Sagt man das wirklich so? Es kommt mir entfernt bekannt vor, bin aber nicht sicher, ob es nicht möglicherweise nur ein ähnliches Wort ist, das wir suchen. Jedenfalls ist es nicht "ihm graute davor ... " Zitat:„Erst stiehlt ihr"stehlt" Zitat:Die Augen wieder starr auf den Boden gerichtete verkrampfte sie sich"gerichtet" ohne "e" und mit einem Komma danach. Zitat:Es war Weihnachten in Deutschland, im Jahre 1943.Und sie bekommt die Freiheit geschenkt. Schönes Bild. Aber wenn man jetzt ganz mäkelig ist: Was hat sie mit Weihnachten zu tun? Ist sie nicht Jüdin? Tja. So viel zur Detailkritik. Das klang jetzt wieder schlimmer als ich es eigentlich klingen lassen wollte. Die Geschichte hat mir an sich ganz gut gefallen. Die Kritikpunkte hast du an den entsprechenden Stellen. Inhaltlich finde ich sie etwas wenig ... neu. Mag sein, dass ich da schulgeschädigt bin, ich kann die Drittreichsthematik nicht mehr hören. Aber abgesehen davon: Du kannst schreiben. Hat sich im Wesentlichen flüssig gelesen. Hie und da hat der Stil nicht ganz gepasst, aber ich denke, das schleift sich mit den Geschichten hier im Forum ein. Auf jeden Fall gut lektoriert! Die "Fehler", die aufgetaucht sind, kamen immer wieder, daran kannst du arbeiten. Der Rest war gut. Liebe Grüße, Lehrling Über Lehrlinge und Erstlingswerke |
|||
|
|
Suche
Mitglieder
Kalender
Hilfe




