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Monolog eines Flüchtenden
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08-01-2010, 22:45
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16-02-2010 20:59 von Trinity of Chaos.)
Beitrag: #1
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Monolog eines Flüchtenden
So, liebe Kommentatoren, Leser und geneigte Gäste,
Frischfleisch :o) Ich verirre mich ja selten genug in die reinen Emotionen, aber dies schoss mir ein paar Tage lang im Kopf herum und spukte durch meine Dateien, bis ich dem Drängen des Monologes nachgab. Here we are. Der Titel ist ein wenig ... hart? Kühl? Distanziert? Aber eigentlich ... ist das mehr oder weniger bewusst so gewählt, nicht aus Kreativitätsversagen. Ich weiß, ich habe neulich erst "Herz aus Eis" in die Phantastik gestellt und will euch nicht überrollen, aber hier ist nun der ... Monolog eines Flüchtenden Im Angesicht der rasch vorbeiziehenden Wolken stehen wir da und sehen uns an. In deinen schimmernden Augen spiegelt sich verzerrt mein Gesicht – ich kann dir nicht sagen, wie Leid mir tut, dass ich kalt sein muss, und hart. Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, gegen die sie sich heulend wirft. So wie du vor mir stehst sehe ich dich in jedem Gedanken, der nun mein hämmerndes Bewusstsein erreicht. Jeden Moment drohe ich schwach zu werden. Eine Träne wandert über deine Wange und ebnet den Weg für viele ihresgleichen. Zu Dutzenden sterben sie auf deinen zur Hälfte geöffneten Lippen. Die einzige Regung neben dem kühlen Wind, der mich forttreiben will. Noch weiß ich nicht, ob ich mich losreißen kann – weggehen kann. Das Wissen um deinen Schmerz wiegt so viel schwerer als die Qual meiner zerrissenen Seele. Jede Unendlichkeit scheint unbedeutend neben diesem Moment, in dem ich schweigen muss und den auch du wortlos verstreichen lässt. Du kannst nicht verstehen, warum ich gehen muss, aber du musst doch sehen, dass ich nicht gehen will! Ein Atemhauch trennt mich davon, die Hand nach dir auszustrecken und den verletzten Ausdruck aus deinem wunderschönen Gesicht zu wischen. Obwohl die herbstlich-blasse Sonne deine Arme berühren mag – du versteckst sie nicht unter Stoff, ganz bewusst trägst du mein kurzärmeliges Geschenk – haben sich alle Härchen aufgestellt. Langsam, mit scheußlich leerem Gesicht hebst du die Arme und verschränkst sie vor deiner Brust. Du möchtest stark sein, aber deine Seelenspiegel verraten mir, wie sehr ich dich verletzt habe. Ich wollte dir schwören, immer bei dir zu bleiben. Wollte dir Sicherheit geben, in allem was du tust und bist. Du hast mir immer das Gefühl gegeben, dass es nur einen gibt, der deine Sorgen versteht und deine Wünsche allesamt kennt – ich will dir diesen einen nicht nehmen. Meine Eigensucht wird von Schatten aus Zukunft überlagert. Ich sehe mich scheitern und in einer Vision zuckt es wie ein Messerstich durch meinen Kopf: Du, in zwanzig Jahren, schon mit ersten Falten im Gesicht, wie du in einem Wohnzimmer sitzt – du hast es selbst eingerichtet und überall sieht es nach dir aus. Aber nur ich kann mich an diesem Anblick erfreuen, kein stolzer Sohn lächelt über die Versuche, die Ideale aus deinem Kopf perfekt in die Tat umzusetzen und keine süße Tochter klopft dir liebevoll auf Schulter, weil sie es schon wunderschön findet, so wie ich. Ich werde versagen. Ich werde dich in den Arm nehmen und dir zuflüstern, wie sehr ich dich brauche. Dein Leid wird umsonst gewesen sein. Eine Sekunde trennt mich nun von dem erlösenden Schritt, der mich zu dir führt, ein Moment, ein Lidschlag, nur ein einziger Atemzug ... Da öffnest du die Lippen vollständig. Eine einzige Bewegung reicht aus, um mich zurückzuwerfen. Du wirst mich zerstören und dich retten, Liebling. Deine Worte sind falsch und treffen mich bis aufs Mark. „Das war es also.“ Keine Frage. Eine Lüge. Ich werde scheitern. Du lachst, aber es liegt keine Wärme darin, nur trockenes, brüchiges Eis. Der Wind wird stärker. Wenn du mich fragst, werde ich bleiben. Dann werde ich dich zerstören, aber vielleicht wirst du im Tod noch lächeln und mir vorlügen können, es wäre nicht so schlimm. Du willst den Grund nicht wissen. Du denkst, du könntest selbst der Grund sein, das sehe ich. Zweifelnd senkst du den Blick, aber ich kann dir nicht erzählen, wie falsch du liegst. Feuer schmilzt das Eis, brennt sich in mein Gedächtnis. Dieses Bild wird auf meine Netzhaut tätowiert sein, solange ich lebe: Eine wunderschöne junge Frau, deren sonnendurchleuchtetes Haar im Wind zerrinnt. Du siehst mich nicht an, aber ich kenne den Ausdruck, der nun in den zart grau getönten Seelenspiegeln liegt. Keine Empfindung ist roh genug, dass sie von deinem Körper gefiltert und dem hingerissenen Betrachter vorenthalten wird. Ein sanftes Schimmern scheint immer von deinem Gesicht auszugehen, so blass ist deine weiche Haut. Meine Lippen zucken, wollen noch in einem Atemzug deinen Duft aufnehmen, werden vom erbarmungslosen Wind ausgetrocknet. Kälte sticht in meine Haut. Du rührst dich nicht, schweigst, es gibt nichts zu sagen. Zwischen den spielerisch umhertanzenden Schneeflocken siehst du aus wie ein Seraph, dem Gott keine Federn an die Schultern gehaucht hat. Mächtig und allwissend muss er sein – auch ich hätte dir keine Flügel gegeben, mit denen du hättest wegfliegen können. Ich will dir sagen, dass es einen guten Grund gibt. Dass ich dir deine Träume nicht erfüllen kann, kein Weg in die Zukunft bin. Du hast mir gesagt, dass du in den ruhig durchschlafenen Nächten von deinen Kindern träumst – ich will dem nicht im Weg stehen. Selbst zu deinem Glück zu führen wäre mein größter Wunsch, aber Gott scheint mir persönlich begegnet zu sein, in einem weißen Kittel verkleidet, aber mit leidvoller Prüfung. Ich muss gehen. Ich werde gehen. Der erstarrte Boden knackt unter meinen Schritten, die dadurch nur noch schwerer wiegen und die quälende Stille mit kaum zu ertragenen Geräuschen beschweren. Kein Wort kann ich dir erwidern, aber das erwartest du auch nicht. Deine Hoffnung stirbt, als ich mich umdrehe. Deine Blicke können mich nicht mehr berühren, aber ich sehe deine Augen deutlich vor mir, wie bittere Tränen aus ihnen geboren werden. Ich schäme mich, weil ich Leid über dein junges Herz lege – der einzige Trost ist die neue Vision deiner Zukunft. Über meiner liegen einsam dunkle Schatten, die hämisch lachend nach mir greifen. Aber sie können dir nichts anhaben. Sie sind mein Problem. Du bist frei. Ich liebe dich. Es ist, vermute ich, ein wenig ungewöhnlich für mich, aber ich warte erst einmal ab, was für Kritik ich hierfür einstreiche. Auf zum Lesen, (hoffentlich) Mitfühlen und Mitreißen lassen, ab in die Schnellantwortbox und kommentieren Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
Cmdr. W. T. Riker: "Das Schicksal beschützt Narren, kleine Kinder - und Schiffe mit dem Namen Enterprise"
Deine Welt, deine Geschichte Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt |
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09-01-2010, 13:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09-01-2010 16:54 von Glory.)
Beitrag: #2
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hi Trinity,
da ich ja von dir schon länger nichs mehr auseinandergepflückt habe, will ich das hier mal ändern. Zitat:Ich weiß, ich habe neulich erst "Herz aus Eis" in die Phantastik gestellt und will euch nicht überrollen, aber hier ist nun der ...Schließlich uss ja auch die Literatopia-Trinity-Quote erhalten bleiben, nicht? Zitat:Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, wo sie sich heulend gegen wirft.Da du ja mit deinen Sätzen immer so tolle Bilder "malst" und auch gerne ein Feedback dazu bekommst, hier also mein Bild: Eine kalte, leere Zelle (die was von Irrenanstalt hat) und ein Schatten - ein Tier, ein Mensch, beides? - der immer wieder gegen die Wände rennt. Zitat:Eine Träne wandert über deine Wange und ebnet den Weg für viele ihresgleichen.Berührt mich hier noch nicht wirklich, dazu bin ich noch nicht lange genug in der Geschichte drin, aber der Satz selber ist echt gut geschrieben. Zitat:Das Wissen um deinen Schmerz wiegt tausend Tonnen schwerer als die Qual meiner zerrissenen Seele.Normalerweise finde ich solche Sätze übertrieben und zu "schwer" aber in deiner Geschichte passt es und stört nicht. Zitat:Wollte dir Sicherheit geben, vor allem wenn du wieder Probleme mit deinen Vorgesetzten hast.Bisher wirkt alles so malerisch, einlullend (schwierig, einen passenden Ausdruck dafür zu finden), aber der Vorgesetzte wirkt so...alltäglich? Irgendwie zu normal und nicht in die Geschichte passend. Zitat:Meine Eigensucht wirdSelbstsucht? Oder gibt es das Wort Eigensucht auch? Zitat:Dann werde ich dich zerstören, aber vielleicht wirst du im Tod noch lächeln und mir vorlügen können, es wäre nicht so schlimm. Zitat:der nun in den zart grau getönten Seelenspiegeln liegt.Echt raffiniert, Augen nicht nur als Spiegel der Seele zu bezeichnen, sondern das Wort gleich zu übernehmen. Das wirkt vor allem deshalb gut, weil Seelenspiegel ein poetisches Wort ist und Augen auch ganz sachlich einfach nur Organe sind. In vielen Texten werden Augen meistens auch als solche bezeichnet und nur hin und wieder als Mittel zum Zweck als Spiegel der Seele betituliert. Dass du es hier ganz anders machst, die Augen komplett weglässt und trotzdem jeder weiß, was gemeint ist, ist echt innovativ und gelungen. Zitat:eine Seraph, dem Gott keine FedernMusste ich googlen. Ich geh mal davon aus, dass du nicht den Kerl aus Matrix meinst?! ![]() eine Seraph, der Gott oder ein Seraph, dem Gott Zitat:Dein Bild können mich nichtDeine Bilder können? Dein Bild kann? Kann nicht sagen, wie der Satz eigentlich heißen sollte. Blick statt Bild würde irgendwie auch gehen Zitat:Es ist, vermute ich, ein wenig ungewöhnlich für michDas auch, aber vor allem ungewöhnlich gut. Ich fahr zwar auch nicht so häufig auf dieser Emotionsschiene, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass diese Geschichte die beste ist, die ich bisher von die gelesen habe. Wie du siehst, hatte ich oben kaum was zu meckern. Dein Schreibstil, die Momentaufnahme (eine "richtige" Handlung ist es in meinen Augen nicht), die Bilder, die du mit den Sätzen malst, das alles ist in sich stimmig und passt von vorne bis hinten. Nur der Vorgesetzte stört mich, aber das ist ja im wahren Leben nicht anders ![]() Ich bin echt begeistert. Mach ruhig mal mehr für dich ungewöhnlich Sachen, es scheint dir zu liegen *g* Ich hab das jetzt übrigens so reininterpretiert, dass die beiden sich zwar lieben, diese Liebe aber ziemlich zerstörerisch ist und er deswegen sozusagen die Reißleine zieht. Weil sie Kinder will und er nicht? Nicht will oder nicht kann? Auf jeden Fall eine Liebe, die sein will aber nicht sein darf. Sehr tragisch, aber ich bin hier schließlich auch bei Emotionen. Zwei Daumen nach oben von Glory "Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein, aber noch trauriger ist es, keine zu sein." -Peter Altenberger- |
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09-01-2010, 16:02
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09-01-2010 16:03 von Federlehrling.)
Beitrag: #3
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hallo Trinity!
*Lehrling sucht einige Absätze lang nach Worten* Diese Geschichte (oder vielleicht eher, wie Glory vorschlägt, Momentaufnahme) ist echt beeindruckend (mir fehlen noch immer etwas die Worte ... ). Du kannst das so, wie es ist, stehen lassen. Ich habe trotzdem noch ein paar Verbesserungsvorschläge, irgendetwas findet man schließlich immer. Die will ich dir nicht vorenthalten. Zitat:Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, wo sie sich heulend gegen wirft.Der unterstrichene Teil hakt etwas. Wird "gegen wirft getrennt oder zusammen geschrieben? Für mich sieht beides schief aus (Fachleute?). Ich störe mich aber vor allem an dem "wo" - vielleicht " ... Wände aus Stahl; heulend wirft sie sich dagegen"? Würde mich freuen, wenn du da noch ein bisschen herumprobierst ... Zitat:So wie du vor mir stehst sehe ich dich in jedem Gedanken [...] Jeden Moment drohe ich schwach zu werden.Mhm, Kommata nach "stehst" und "drohe ich"? Bin nicht ganz sicher. Zitat:Eine Träne wandert über deine Wange und ebnet den Weg für viele ihresgleichen. Zu Dutzenden sterben sie auf deinen zur Hälfte geöffneten Lippen. Die Stelle ist unglaublich stark. Mir kommen schon wieder die Worte abhanden ... Zitat:Die einzige Regung neben dem kühlen Wind, der mich forttreiben will. Noch weiß ich nicht, ob ich mich losreißen kann –Ich glaube, das ist verzichtbar - "ob ich mich losreißen - weggehen kann" wär etwas sparsamer, wirkt auf mich a) noch intensiver, b) hast du keine Wiederholung von "ob ich ... kann". Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache. Ich kann auch mit deiner Fassung gut leben.Zitat:ob ich überhauptweggehen kann. Zitat:Obwohl die herbstlich-blasse Sonne deine Arme berühren mag – du versteckst sie nicht unter Stoff, dir ist bewusst, dass ich dieses kurzärmelige Shirt an dir liebe – haben sich alle Härchen aufgestellt.Der Satz ist recht kompliziert und hat mich ein wenig aus dem Fluss gerissen. Insbesondere das "Shirt", dass "ich" liebt. Mhm, aber aussagelos und verzichtbar ist er auch wieder nicht, der Einschub. Na ja, vielleicht verstehst du, was mich an dem Satz stört, und kriegst es behoben, wenn nicht - nicht so dramatisch, ich war gleich darauf wieder drin, im Fluss. Zitat:Du möchtest stark sein, aber deine Seelenspiegel verraten mir, wie sehr ich dich verletzt habe.Das Bild ist toll! Wahrscheinlich nicht ganz neu, aber trotzdem - mir gefällt es sehr! Zitat:vor allem wenn du wieder Probleme mit deinen Vorgesetzten hast. Zitat:ich will dir diesen einen nicht nehmen.Ich wär' versucht, diesen "einen" groß zu schreiben. Bin aber nicht ganz sicher, ob das zulässig ist in diesem Fall. Wär aber für die Betonung gut und würde bedeutungsschwerer klingen. Zitat:Du wirst mich zerstören und dich retten, Liebling. [...] Du siehst mich nicht an, mein SchatzDiese Anrede mit "Liebling" und weiter unten mit "mein Schatz" fand ich für die Sprache, die sonst vorherrscht, etwas platt. Ist noch in Ordnung, sind ja wirklich moderate Kosenamen - aber ich finde, das passt in die zerrissene Gefasstheit - gefasste Zerrissenheit? - der Geschichte nicht so gut hinein. Zitat:„Das war es also.“ Keine Frage. Eine Lüge. Ich werde scheitern. Du lachst, aber es liegt keine Wärme darin, nur trockenes, brüchiges Eis. Der Wind wird stärker.Wieder ganz stark! (Könnte ich fast zu jedem Satz sagen, aber gut ... ) Zitat:Eine wunderschöne junge Frau, deren von der Sonne durchleuchtetes Haar im Wind zerrinntVielleicht "sonnendurchleuchtetes"? Gäbe dem Satz einen zügigeren Rhythmus, die "von der ..."-Konstruktion wirkt fast träge, nicht ins Gedächtnis tätowiert. Zitat:Zwischen den spielerisch umhertanzenden Schneeflocken siehst du aus wie eine Seraph, dem Gott keine Federn an die Schultern gehaucht hat.Schön! Ich glaube aber, Seraphim sind ursprünglich maskulin (sagt zumindest Tante Wiki) - ich würde also "wie ein Seraph" schreiben (nur als Ergänzung zu dem, was Glory dazu geschrieben hat) Zitat:Über meiner liegen einsam dunkle Schatten, die hämisch lachend nach mir greifen. Aber sie können dir nichts anhaben. Sie sind mein Problem. *Lehrling kaut noch ein Weilchen an dem dicken Klos im Hals* Tja - was soll man sagen? Chapeau! Ganz, ganz groß. Lieben Gruß vom Lehrling Über Lehrlinge und Erstlingswerke |
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09-01-2010, 17:22
Beitrag: #4
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hallo Trinity of Chaos,
deine Geschichte ist anfangs die übliche Kost, wird aber gegen Ende stärker. In einer Momentaufnahme das Thema Zukunft ins Spiel zu bringen, ist eine gute Idee. Zitat:Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, wo sie sich heulend gegen wirft. Ich bin wie Federlehrling der Meinung, dass der letzte Teil des Satzes hakt. Stört mich Sprachfluss, da solltest du noch was drehen. Zitat:Zu Dutzenden sterben sie auf deinen zur Hälfte geöffneten Lippen. Die einzige Regung neben dem kühlen Wind, der mich forttreiben will. Wahrscheinlich willst du die Besonderheit der Tränen herausstellen, aber ich finde nicht, dass das Bild funktioniert ... Zitat:Das Wissen um deinen Schmerz wiegt tausend Tonnen schwerer als die Qual meiner zerrissenen Seele. Solche Sätze müssen nicht sein, find ich. Zitat:Du möchtest stark sein, aber deine Seelenspiegel verraten mir, wie sehr ich dich verletzt habe. Vielleicht mag man dieses Bild entweder, oder man mag es nicht. Seele und Spiegel sind zwei Wörter, die man in Geschichten dieser Art inflationär benutzt, vereinigt klingen sie empfindungslos. Zitat:aber Gott scheint mir persönlich begegnet zu sein, in einem weißen Kittel verkleidet, aber mit leidvoller Prüfung. Diesen Satz verstehe ich nicht. Insgesamt find ich die Geschichte nicht ganz so gut und geistreich wie vielleicht Federlehrling und Glory. Die treibende Kraft des Protagonisten ist mir zudem nicht aufgegangen. Er muss sie verlassen, er will es aber gar nicht. Und er liebt sie. Hat er irgendwas an seinem Charakter, das er von ihr fernhalten will? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie deswegen auseinandergehen, weil er keine Kinder will. Gruß, Blatt Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns (Kafka) |
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10-01-2010, 15:24
Beitrag: #5
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hallo ihr Lieben!
*platt sei* ... *völlig geplättet bin* ... *sprachlos sei* Danke erst einmal an alle Kommentatoren, so viel so schnell - danke! Ich schreibe erst einmal für alle: Es geht darum: Traumpaar, sie träumt von Kindern - er kann keine bekommen und will sie nun verlassen, damit sie glücklich werden kann. Es ist sehr übertrieben und klingt meiner Meinung nach eher wie Twilight ... aber das ist Geschmackssache, ob man so etwas Schmachtendes und Übertriebenes gerne liest. Jetzt auf einzelne Kritik bezogen ... @Glory: (09-01-2010 13:53)Glory schrieb:Geeeeenau.Zitat:Ich weiß, ich habe neulich erst "Herz aus Eis" in die Phantastik gestellt und will euch nicht überrollen, aber hier ist nun der ...Schließlich uss ja auch die Literatopia-Trinity-Quote erhalten bleiben, nicht? Zitat:Gefällt mir - danke sehr dafürZitat:Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, wo sie sich heulend gegen wirft.Da du ja mit deinen Sätzen immer so tolle Bilder "malst" und auch gerne ein Feedback dazu bekommst, hier also mein Bild: Eine kalte, leere Zelle (die was von Irrenanstalt hat) und ein Schatten - ein Tier, ein Mensch, beides? - der immer wieder gegen die Wände rennt. Zitat:Danke - ja, das ist ein kleines Problemchen, da er ja die ganze Zeit 'monologiert' und natürlich ganz drin ist. Mal sehen, ob ich da eine Lösung finde ...Zitat:Eine Träne wandert über deine Wange und ebnet den Weg für viele ihresgleichen.Berührt mich hier noch nicht wirklich, dazu bin ich noch nicht lange genug in der Geschichte drin, aber der Satz selber ist echt gut geschrieben. Zitat:*lach* Ja, das Übertriebene liest mancher gerneZitat:Das Wissen um deinen Schmerz wiegt tausend Tonnen schwerer als die Qual meiner zerrissenen Seele.Normalerweise finde ich solche Sätze übertrieben und zu "schwer" aber in deiner Geschichte passt es und stört nicht. Zitat:Alltäglich ... ja. Ich wollte eigentlich eine gewisse Bodenständigkeit hineinbringen, aber ich glaube, bei so einem ... Nicht böse sein, Mrs. Meyer und Twilightfans! - Bis(s)-Geseier (was nicht bedeutet, dass ich die Bücher nicht gut finde - manchmalZitat:Wollte dir Sicherheit geben, vor allem wenn du wieder Probleme mit deinen Vorgesetzten hast.Bisher wirkt alles so malerisch, einlullend (schwierig, einen passenden Ausdruck dafür zu finden), aber der Vorgesetzte wirkt so...alltäglich? Irgendwie zu normal und nicht in die Geschichte passend. Ich schaue mal, ob ich das vielleicht ganz herauskürze, wie vorgeschlagen. Zitat:... ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Das bemerke ich auch gerade erst, als du es mir gezeigt hast - keine Ahnung. Es klang vorhin in meinem Kopf noch so, als würde ich das ständig lesenZitat:Meine Eigensucht wirdSelbstsucht? Oder gibt es das Wort Eigensucht auch? Zitat:Twilight ... *gg* Na ja, er denkt, er kann sie nicht glücklich machen und doch verletzt er damit sich und sie. Das ist echt hart.Zitat:Dann werde ich dich zerstören, aber vielleicht wirst du im Tod noch lächeln und mir vorlügen können, es wäre nicht so schlimm. Zitat:DankeZitat:der nun in den zart grau getönten Seelenspiegeln liegt.Echt raffiniert, Augen nicht nur als Spiegel der Seele zu bezeichnen, sondern das Wort gleich zu übernehmen. Das wirkt vor allem deshalb gut, weil Seelenspiegel ein poetisches Wort ist und Augen auch ganz sachlich einfach nur Organe sind. In vielen Texten werden Augen meistens auch als solche bezeichnet und nur hin und wieder als Mittel zum Zweck als Spiegel der Seele betituliert. Dass du es hier ganz anders machst, die Augen komplett weglässt und trotzdem jeder weiß, was gemeint ist, ist echt innovativ und gelungen. Zitat:Ich denke, ich streiche einfach ein "e" und spare mir das Femininum - nein, ich meinte nicht den Matrix-Kerl, auch wenn ich denk auch mag ...Zitat:eine Seraph, dem Gott keine FedernMusste ich googlen. Ich geh mal davon aus, dass du nicht den Kerl aus Matrix meinst?! Zitat:Deine Blicke können - da hat die automatische Verbesserung von meinem OO wohl zugegriffen, als ich mich vertippt habe ...Zitat:Dein Bild können mich nichtDeine Bilder können? Zitat:Freut michZitat:Es ist, vermute ich, ein wenig ungewöhnlich für michDas auch, aber vor allem ungewöhnlich gut. Ich fahr zwar auch nicht so häufig auf dieser Emotionsschiene, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass diese Geschichte die beste ist, die ich bisher von die gelesen habe. ![]() - das beste, was du von mir bislang gelesen hast ... Vielleicht sollte ich nur noch Bilder malen und keine Geschichten mehr schreiben @ Federlehrling: Lehrling, ich bin auch sprachlos - ich dachte, man würde mir diese Handlungslosigkeit wieder ankreiden und ie übertriebenen Bilder und und und ... Danke für dieses Plus von deiner Seite aus! Zitat:Ich glaube allerdings auch, dass deine Version emotionaler wirkt - ich ändere dies ...(09-01-2010 16:02)Federlehrling schrieb: Du kannst das so, wie es ist, stehen lassen. Ich habe trotzdem noch ein paar Verbesserungsvorschläge, irgendetwas findet man schließlich immer. Die will ich dir nicht vorenthalten.Das ist der Sinn der Sache Zitat:Ja, das war auch so eine Stelle, die ich in der Kritik erwartet hatte. Eine andere Version wäre gewesen: " - du versteckst sie nicht unter Stoff, ganz bewusst trägst du mein kurzärmeliges Geschenk - ", aber damit war ich auch nicht richtig zufrieden.Zitat:Obwohl die herbstlich-blasse Sonne deine Arme berühren mag – du versteckst sie nicht unter Stoff, dir ist bewusst, dass ich dieses kurzärmelige Shirt an dir liebe – haben sich alle Härchen aufgestellt.Der Satz ist recht kompliziert und hat mich ein wenig aus dem Fluss gerissen. Insbesondere das "Shirt", dass "ich" liebt. Mhm, aber aussagelos und verzichtbar ist er auch wieder nicht, der Einschub. Na ja, vielleicht verstehst du, was mich an dem Satz stört, und kriegst es behoben, wenn nicht - nicht so dramatisch, ich war gleich darauf wieder drin, im Fluss. Zitat:Danke - ja, Innovation ist nicht gerade die Stärke dieses .. KitschtextesZitat:Du möchtest stark sein, aber deine Seelenspiegel verraten mir, wie sehr ich dich verletzt habe.Das Bild ist toll! Wahrscheinlich nicht ganz neu, aber trotzdem - mir gefällt es sehr! ![]() Zitat:wie ich schon bei Glory sagte: Die Bodenständigkeit war gewollt, passt aber offensichtlich nicht richtig. Werde das ändern: "Wollte dir Sicherheit geben in allem, was du tust und bist."Zitat:vor allem wenn du wieder Probleme mit deinen Vorgesetzten hast. Zitat:Dachte ich mir fast, klang aber zwischendurch mMn etwas Adressatenlos, zu allgemein .. ich kürze es.Zitat:Du wirst mich zerstören und dich retten, Liebling. [...] Du siehst mich nicht an, mein SchatzDiese Anrede mit "Liebling" und weiter unten mit "mein Schatz" fand ich für die Sprache, die sonst vorherrscht, etwas platt. Ist noch in Ordnung, sind ja wirklich moderate Kosenamen - aber ich finde, das passt in die zerrissene Gefasstheit - gefasste Zerrissenheit? - der Geschichte nicht so gut hinein. Zitat:Inspiration, glaube ich, die Heathers-Tod-Szene aus HighlanderZitat:„Das war es also.“ Keine Frage. Eine Lüge. Ich werde scheitern. Du lachst, aber es liegt keine Wärme darin, nur trockenes, brüchiges Eis. Der Wind wird stärker.Wieder ganz stark! (Könnte ich fast zu jedem Satz sagen, aber gut ... ) Zitat:Stimmt - ändere ich.Zitat:Eine wunderschöne junge Frau, deren von der Sonne durchleuchtetes Haar im Wind zerrinntVielleicht "sonnendurchleuchtetes"? Gäbe dem Satz einen zügigeren Rhythmus, die "von der ..."-Konstruktion wirkt fast träge, nicht ins Gedächtnis tätowiert. Zitat:Mache ich auch, wie schon bei Glory geschrieben ...Zitat:Zwischen den spielerisch umhertanzenden Schneeflocken siehst du aus wie eine Seraph, dem Gott keine Federn an die Schultern gehaucht hat.Schön! Ich glaube aber, Seraphim sind ursprünglich maskulin (sagt zumindest Tante Wiki) - ich würde also "wie ein Seraph" schreiben (nur als Ergänzung zu dem, was Glory dazu geschrieben hat) Zitat:Danke danke danke danke danke danke danke ... !? *Trinity fehlen auch die Worte*Zitat:Über meiner liegen einsam dunkle Schatten, die hämisch lachend nach mir greifen. Aber sie können dir nichts anhaben. Sie sind mein Problem. Besonderes Lob an meine Fantasie, würde ich sagen, angesichts der Tatsache, dass ich nie einen festen Freund hatte ![]() @Blatt: (09-01-2010 17:22)Blatt schrieb: deine Geschichte ist anfangs die übliche Kost, wird aber gegen Ende stärker. In einer Momentaufnahme das Thema Zukunft ins Spiel zu bringen, ist eine gute Idee.Danke. Ja, es ist einfach kitschig, würde ich sagen, allerdings lese ich so etwas manchmal auch gerne ... Zitat:Siehe Text, ich ändere das noch.Zitat:Anstatt dich mit meiner Liebe zu umgarnen, muss ich sie hinter Wände aus Stahl sperren, wo sie sich heulend gegen wirft. Zitat:Eigentlich wollte ich die Stille, die kalte Regungslosigkeit des Momentes herausstellen ... Schade, dass es dir nicht gefällt.Zitat:Zu Dutzenden sterben sie auf deinen zur Hälfte geöffneten Lippen. Die einzige Regung neben dem kühlen Wind, der mich forttreiben will. Zitat:Zitat:Das Wissen um deinen Schmerz wiegt tausend Tonnen schwerer als die Qual meiner zerrissenen Seele. Zitat:Geschmackssache, würde ich sagen - trotzdem danke fürs Anmerken!Zitat:Du möchtest stark sein, aber deine Seelenspiegel verraten mir, wie sehr ich dich verletzt habe. Zitat:Es geht um einen Typen in weißem Kittel - also einen Arzt, der ihm eine einschneidende (Gott), unschöne (leidvolle Prüfung) Botschaft überbringt - er ist impotent und kann ihr nicht den Traum des Lebens erfüllen ...Zitat:aber Gott scheint mir persönlich begegnet zu sein, in einem weißen Kittel verkleidet, aber mit leidvoller Prüfung. Zitat:Insgesamt find ich die Geschichte nicht ganz so gut und geistreich wie vielleicht Federlehrling und Glory. Die treibende Kraft des Protagonisten ist mir zudem nicht aufgegangen. Er muss sie verlassen, er will es aber gar nicht. Und er liebt sie. Hat er irgendwas an seinem Charakter, das er von ihr fernhalten will? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie deswegen auseinandergehen, weil er keine Kinder will.Geistreich würde ich das jetzt auch nicht nennen, aber ich denke, das Kryptisch-Verschleierte an dem Text macht manchen zu verschaffen. Ich weiß nicht, was ich dazu sonst sagen soll - danke dir für die Anmerkungen zu meinem Handwerklichen. Der Rest ist, würde ich sagen, mehr oder weniger Geschmackssache. Danke noch einmal an alle, so macht das Schreiben noch viel mehr Spaß! Grüße von Trinity Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
Cmdr. W. T. Riker: "Das Schicksal beschützt Narren, kleine Kinder - und Schiffe mit dem Namen Enterprise"
Deine Welt, deine Geschichte Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt |
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11-01-2010, 06:34
Beitrag: #6
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hi Trinity..
Ich habe deine Geschichte durchgelesen und muss sagen, dass ich sie wirklich stark fand. Ich bin sonst nicht so der Typ, der sich von solchen Beziehungs-Dramen begeistern lässt. Deine Geschichte aber hat mich auf eine gewisse Art berührt. Das lag wohl vor allem daran, dass du die Sätze sehr gut geschrieben hast, sodass man sich immer alles im Kopf vorstellen kann. Da du ja schon einige Feedbacks bekommen hast, kann ich nicht mehr sehr viel hinzufügen, wollte dir aber trotzdem noch mein Lob aussprechen :-) Gestört hat mich nicht wirklich viel.. Was ich sagen muss ist, das mich die Stelle mit dem Vorgesetzen wirklich auch krass aus dem Lesefluss rausgerissen hat. Würde ich dir wirklich raten umzuändern. Dann die Seelenspiegel.. hehe ich musste zugegeben erstmal überlegen, was du genau mit Seelenspiegel meinst. Ich persönlich hätte da einfach Augen geschrieben, aber andern wiederum gefällt ja Seelenspiegel besonders gut. Ist wohl einfach Geschmackssache. Zitat:Selbst zu deinem Glück zu führen wäre mein größter Wunsch, aber Gott scheint mir persönlich begegnet zu sein, in einem weißen Kittel verkleidet, aber mit leidvoller Prüfung. Ich habe die Bedeutung dieses Satzes erst beim 2. Mal Durchlesen begriffen. Zuerst dachte ich, hä, was meint sie jetzt damit... Aber wie gesagt, beim 2. Mal lesen kam mir der Gedanke, es könne eine Beschreibung davon sein, wie jemand von einem Arzt die Nachricht bekommt, impotent zu sein... Find ich ein guter Satz! Also nochmals mein Lob. Die Geschichte ist dir meiner Meinung nach geglückt! Lg. |
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11-01-2010, 14:49
Beitrag: #7
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hallo jean1390,
es freut mich, dass du so köstlichen Senf beisteuert - das geht natürlich runter wie Öl Wenn dich der Satz nach dem zweiten Durchlesen nicht mehr stört, du ihn sogar gut findest, dann belasse ich es erst einmal dabei. Ich freue mich sehr, dass es dir gefallen hat - sogar, wenn du eigentlich nicht auf so einen Typus Erzählung (Monolog eher, ich bin ja meistens nicht so für rasante Handlungsstränge bei Kurzgeschichten bekannt Das ist ja wohl ganz klar Werbung, die man gerne auf dem Cover stehen hätte und ich hoffe, dass animiert auch dazu, bei anderen Geschichten Kritik zu spendieren. Lieben Dank und viele Grüße, Trinity Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
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Deine Welt, deine Geschichte Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt |
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11-01-2010, 16:16
Beitrag: #8
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Kurze Rückmeldung:
Zitat:"[...], gegen die sie sich heulend wirft." ?Besser! Zitat:Du wirst lachen . die Inspiration zu dieser Stelle kam beim spaßeshalber Durchlesen von witzigen Flirtsmssprüchen auf einer Witzeseite ![]() Zitat:" - du versteckst sie nicht unter Stoff, ganz bewusst trägst du mein kurzärmeliges Geschenk - "Passt besser in deine Sprache. Ziemlich kryptisch, allerdings ... Weiß auch nicht, was da angebracht wär. Zitat:Es geht um einen Typen in weißem Kittel - also einen Arzt, der ihm eine einschneidende (Gott), unschöne (leidvolle Prüfung) Botschaft überbringt - er ist impotent und kann ihr nicht den Traum des Lebens erfüllen ...Oha. Das habe ich beim Lesen nicht kapiert, daher hat mich der weiße Kittel auch etwas irritiert. Aber gut, wenn das nen Hintergrund hat ... Vielleicht könntest du das noch deutlicher herausarbeiten. Vielleicht aber wär auch genau das schade, weil es die Identifikation mit dem so ja sehr allgemein gehaltenen "Ich" ein wenig erschweren könnte. Klar, man kann sich dann immer noch identifizieren, aber ohne die Spezifikation kann man sich denke ich noch leichter hineinprojizieren. Gruß, und nochmals alle Daumen hoch, Lehrling Über Lehrlinge und Erstlingswerke |
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16-02-2010, 10:14
Beitrag: #9
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Hallo Trinity of Chaos!
Soll ich auch noch ein bisschen "köstlichen Senf beisteuern"? Vorab also, der Text hat mich angesprochen, er hat es, sozusagen, "in sich". Aber was ist das Wesentliche des Textes? Gefühlsbeschreibung, Gefühlsausdeutung, oder irgendeine seelische Handlung? Das eben glaube ich nicht. Hier überwiegt die Lust des Autors an der sprachlichen Ausgestaltung von Gefühlsregungen. Der Schwerpunkt liegt in allem auf der Sprache. Bei der Beschreibung wäre die Sache selbst im Vordergrund, bei der Sprache ist es die Lust an dem farbgebenden Ausdruck. Die Sätze scheuen nicht das Übertriebene, das Gesuchte, das Ungewöhnliche, und der Autor weiß, dass es so ist, dass seine Sprache so wirken wird und wirken muss. Ich vergleiche ihn mit einem Maler, der kräftig in seine Farbtöpfe hineingreift und ein Bild malt, an dem man nicht vorübergehen kann, weil es die Augen angreift. Und in diesem Sinne greift Dein Text die Seele des Lesers an. Er fragt sich nun nicht mehr, ob es Klischee oder Kitsch oder Kunst ist, sondern er lässt sich von Deinen Worten berühren. Wenn man sich dann hinterher fragt, was nun eigentlich im Text an Konkretem drinsteht, tut man sich mit der Antwort schwer. Gefühle, Abschied und Angst vor der Trennung, unterschwellige Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit, all das könnte man sagen. Aber was es genau ist, weiß vielleicht nur der Autor. Es war schon immer ein Merkmal guter Texte, dass sie sich nie ganz verraten. Gerne gelesen. Hans Werner |
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16-02-2010, 20:55
Beitrag: #10
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RE: Monolog eines Flüchtenden
Guten Tag Hans Werner,
bei so einem schön formulierten Kommentar werde ich recht verlegen Ich danke dir für das Lob und möchte dir bei deinen allgemeinen Aussagen gerne zustimmen. Mein Hauptanliegen war tatsächlich die Sprache, die, wie ich denke, uns allen am Herzen liegt, und - ach, einfach das, was du so wundervoll beschreibst Danke sehr. Liebe Grüße, Trinity Als sie sich in die Nische drückte, um ihren Verfolgern zu entkommen, hielt sie es in ihren Händen. Sie konnte nichts sehen, fühlte aber zwei glatte, rechteckige Formen - Buchdeckel. Da glommen matt die Buchstaben des Titels auf:
Cmdr. W. T. Riker: "Das Schicksal beschützt Narren, kleine Kinder - und Schiffe mit dem Namen Enterprise"
Deine Welt, deine Geschichte Als sie die Seiten aufschlug und las, da wurde sie gerettet in eine andere Welt - ihre Welt |
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