Es ist: 24-05-2013, 19:27
Es ist: 24-05-2013, 19:27 Hallo, Gast! (AnmeldenRegistrieren)

Was wurde im April auf der Mainpage rezensiert?

Antwort schreiben 
Stillschweigend
18-08-2010, 15:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30-08-2010 14:00 von lecoquelicot.)
Beitrag #1
Stillschweigend
Stillschweigend


Im Sturm zerbrechend –
ich hab's vergessen,
nie gewusst.
Welke Blütenblätter,
die von meiner Seele fallen -
lautlos.

Trockne meine Tränen du.
Zerstörst du lieber
mein gläsern' Spiegelbild.
Küss mir die Dornen fort,
aus meinem Herz -
lautlos.

Im Dämmerlicht entschwindend –
ich hab's verloren,
nie gefunden.
Düst'res Schneegeflüster,
das mir den Atem raubt –
lautlos.

Man kann nur auf die Füße gestellt werden, gehen muss man selbst. Und wenn man dennoch glaubt stehen bleiben zu müssen wird man ja doch vom Leben mitgerissen; denn das Leben lässt nur die Toten stehen bleiben.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18-08-2010, 19:47
Beitrag #2
RE: Stillschweigend
Hallo lecoquelicot,

zuerst drei kleine Anmerkungen:

Im Sturm zerbrechend –
ich hab's vergessen,
nie gewusst.


Würde ich eher "zerbrochen" schreiben, dann würde das "vergessen" und "nie gewusst" viel besser passen.

Trockne meine Tränen du.
Zerstörst du lieber
mein gläsern' Spiegelbild.


Dieses "lieber" ist ja ein bisschen synonym zu "stattdessen", was hier nicht ganz passt - ich sehe jedenfalls keinen Gegensatz in diesen drei Zeilen. Vielleicht fällt dir da etwas anderes ein.

Düstres Schneegeflüster,
das mir den Atem raubt –


Wenn du die letzte Zeile etwas umstellst: "raubt mir den Atem" liest es sich vom Rhythmus her besser.

Was mir gut gefallen hat, ist das jede Zeile mit "lautlos" aufhört, was auch gut zur melancholischen Stimmung des Gedichtes passt. Wie der Titel haben auch die Zeilen an sich etwas Stillschweigendes, Lautloses. Sie sind leise, kleine Bitten, "Küss mir die Tränen fort", aber sie klingen nicht, als würden sie wirklich an eine Erfüllung glauben.
Die erste Strophe klingt zwar noch positiv am Ende, welke Blütenblätter fallen von der Seele, das Ich öffnet sich. Doch das Du scheint es nicht zu bemerken, das Ich äußert nur stille Bitten, das Du versteht nicht. Und schließlich entschwindet die Chance auf Glück, es bleibt Kälte und Einsamkeit ...

Achja:

Düstres Schneegeflüster,

Setz doch da auch einen Apostroph - "Düst'res" - machst du ja vorher auch. Sollte einheitlich sein Icon_smile ...

Liebe Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
30-08-2010, 14:00
Beitrag #3
RE: Stillschweigend
(18-08-2010 19:47)Zack schrieb:  Würde ich eher "zerbrochen" schreiben, dann würde das "vergessen" und "nie gewusst" viel besser passen.

Kein falscher Gedanke, allerdings passt es dann nicht mehr zur letzten Strophe, die dasselbe Schema verfolgt, ebenso wenig wie vom Hintergedanken.

(18-08-2010 19:47)Zack schrieb:  Dieses "lieber" ist ja ein bisschen synonym zu "stattdessen", was hier nicht ganz passt - ich sehe jedenfalls keinen Gegensatz in diesen drei Zeilen. Vielleicht fällt dir da etwas anderes ein.

In diesem Fall möchte ich ebenso starrköpfig sein wie vorhin. =)
Ein klarer Widerspruch wäre mir zu hart, aber möglicherweise fällt mir ja wirklich ein Wort ein, das mir gefällt und den Gegensatz etwas mehr verdeutlicht. Sonst möchte ich es bei dem "lieber" belassen.

Liebe Grüße

Man kann nur auf die Füße gestellt werden, gehen muss man selbst. Und wenn man dennoch glaubt stehen bleiben zu müssen wird man ja doch vom Leben mitgerissen; denn das Leben lässt nur die Toten stehen bleiben.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
30-08-2010, 19:13
Beitrag #4
RE: Stillschweigend
Hey nochmal,

mhm, ja, jetzt seh ich den Gegensatz doch, wobei ich immer "Zerstör" statt "Zerstörst" gelesen hab Icon_wink ... mhm, vielleicht könnte man ein "Doch" davor schreiben, damit es noch deutlicher wird. Aber kannst es auch so lassen, wobei es sich eben schnell missverständlich lesen könnte.

Grüße

- Zack


P.S.: Ich sehe da keine Probleme, wenn man von der Vergangenheit zur Gegenwart wandert im Gedicht, aber is wohl Geschmackssache, wie starr man sich an ein überlegtes Schema halten will oder auch nicht.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBBoard.de, Powered by MyBB, © 2002-2013 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme