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Hapu - Teufel im Leib (Michael Zandt)
Geschrieben von Shtrojera
Mittwoch, der 17. Oktober 2012

Verlag: Candela Verlag (Nov. 2011)
Taschenbuch, 273 Seiten, 11,90 €
ISBN: 978-3942635196

Genre: Fantasy


Klappentext

Die attraktive Hapu ist eine junge Frau, wie viele andere auch. Sie liebt ihr Motorrad, geht keiner Prügelei aus dem Weg und ist engagierter Fan der Stuttgarter Kickers. In mancher Hinsicht unterscheidet sich Hapu aber von der Mehrzahl ihrer Altersgenossinnen. Sie hat schneeweiße Haut, einen beweglichen Schwanz ... und manchmal Appetit auf Menschenfleisch!


Rezension

Hapu ist keine gewöhnliche Frau – Sie gehört nicht der menschlichen Rasse, sondern dem Volk der Asartu an. Das allein reicht schon zu erkennen, dass Hapu einen außergewöhnlichen Lebenstil hat – denn ihr Volk ernährt sich von lebendigem Menschenfleisch. Dass Hapu nun aber auch in der Politik ihres Landes mitmischen muss fällt ihr eher notgedrungen in den Schoss. Und umso länger sich Hapu mit der Politik und der Religion ihres Volkes beschäftigt, desto mehr findet sie heraus, dass etwas so gar nicht nach Plan läuft. Das Gerücht, die dunkle Königin würde wieder auferstehen und die Menschenwelt an sich reißen, zieht durch die Lande. Doch was kann Hapu tun, um dem Einhalt zu gebieten? Und will sie das überhaupt?

Der Debütroman „Hapu – Teufel im Leib“ vom nominierten Autor des Deutschen Phantastik Preises Michael Zandt ist durch und durch ein außergewöhnlicher – und vor allem aber auch ein sehr verwirrender – Roman über die Geschichte einer starken Einzelgängerin inmitten politischer und religiöser Intrigen und Machtspiele. Es ist ein Roman voller Gewalt, Unerbittlichkeit und manchmal auch eine von Emotionen getragene Geschichte, welche einen individuellen Zugang zum Leser fordert. Angefangen mit der Persönlichkeit Hapus, der Protagonistin dieser Geschichte, sieht man sich einem zwiegespaltenem Charakter gegenüber, denn einerseits empfindet der Leser durchaus Sympathie für diese große, selbstsichere und durchaus auch launische Figur, doch andererseits schürt sie auch Verwirrung und lässt selten tiefe Einblicke in ihr Bewusstsein zu. Eine interessante Gestalt also, welche den Fortgang im Mittelpunkt der Geschichte bestimmt. Man weiß nicht  so recht, was als nächstes zu erwarten ist – Unberechenbarkeit gehört ebenfalls zu Hapus' Charakteristiken, wie sie auch die gesamte Handlung prägt. Auf ihren Reisestationen und verschiedenen Lebensabschnitten lernt Hapu die unterschiedlichsten und kuriosesten Gestalten kennen, doch nur wenige nennt sie ihre Freunde und selten gehen diese ohne Gewalteinmischungen oder Hinterhalte politischer Intrigen auseinander. Auf der Flucht vor dem Dämon Aniguel, welcher ihr aus unerfindlichen Gründen nach dem Leben trachtet,  entwickelt sich Hapu als Charakter weiter und lernt mehr und mehr von den Sitten ihres Volkes – und vor allen Dingen über die Sepuku, eine Art Heilige (unter mehreren), welche einen unsterblichen Geist haben und in zeitlichen Abständen in neuen Körpern wiedergeboren werden.

Die Handlung als solche ist genauso schwer greifbar, wie man Hapus Charakter genau definieren könnte: Sie sprudelt vor Unberechenbarkeit, denn eine gewisse Strukturlosigkeit erschwert dem Leser das Einfühlen in die Geschichte. In einem Moment befindet man sich in einer humoristischen Lagebesprechung wieder, im nächsten schon in einem Schützengefecht umgeben von lauter sterbenden Menschen. Normalität wird gesprengt, Zeit- und Handlungssprünge prägen die Geschichte, sodass den Leser zu jeder Zeit neue Ereignisse erwarten. Anspielungen auf Kriege und politische Situationen aus unserer Realität findet man in diesem Roman wieder, doch schon im nächsten Moment zweifelt man, ob der Autor nicht doch eine völlig andere Dimension der Tatsachen verfolgt. Die wenigen emotionalen Stellen stehen den vielen Flucht- und einigen Gewaltszenen gegenüber, in denen sich Hapus Charakter sowohl manifestiert, aber auch eine weiche Seite an ihr durchblicken lässt. Es ist schwer, einen genauen Handlungsverlauf zu reproduzieren, denn diesen gibt es in diesem Roman nicht wirklich. Alles setzt sich stückweise zusammen und die Verwirrungs ist zweitweise doch sehr groß, sodass es schwer wird, dem Handlungsverlauf zu folgen. Ein wirres Versteckspiel, welches sicherlich nicht jedermanns Kost ist.

Während des Handlungsverlaus und mit fortschreitender Seitenzahl hat der Leser immer mehr das Gefühl, sich auf einem Schiff auf tobender See zu finden: Ruhige Szenen wechseln sich mit rasanten Actionszenen ab, die Ruhe vor dem Sturm, wie man so schön sagt. So bietet auch der Höhepunkt ein unglaubliches Wechselspiel: Bekannte Tatsachen vermischen sich mit unvorhergesehenen Wendungen und überraschenden neuen Details, sodass der Leser gespannt auf die Auflösung der Ereignisse hinfiebern kann. Dabei setzt der Schreibstil des Autors eine klare Gegenbewegung zur Handlung: Eine ruhige, präszise und klare Ausdrucksweise inmitten vollkommen verwirrender Ereignisse, durch die sich der Leser bis zum Schluss durchkämpfen muss. Allerdings helfen einem die schönen Illustrationen, welche ab und an in dem Roman zu finden sind, auch den eigenen Zugang zum Roman zu finden.


Fazit

Hapu - Teufel im Leib von Michael Zandt ist ein sehr ausßergewöhnlicher Roman, der mit einer interessanten, phantastischen Geschichte, jedoch auch mit viel Verwirrungspotenzial, aufwartet. Leser, die gerne etwas neues ausprobieren und Herausforderungen suchen, werden sicherlich ihren Spaß an dieser Lektüre finden und auch Fans von starken, weiblichen Protagonisten sollten einen Blick in diesen Roman werfen. Ein starker Debütroman der etwas anderen Art.


Pro & Contra:

+ Unberechenbarkeit der Geschichte und Figuren
+ Unvorhergesehene Ereignisse
+ Protagonistin mit Ecken und Kanten
+ Illustrationen
+ Kontrastiernder Schreibstil im Bezug auf Handlungsebene
+ Sehr außergewöhnliche Geschichte

o Einige Gewaltszenen

- Viele Verwirrungen, Leser muss non-stop aufpassen
- Teilweise Strukturlosigkeit innerhalb der Handlung (Absicht des Autors?)

Bewertung: 

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 17. Oktober 2012
 

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