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Serafina - Das Königreich der Drachen (Rachel Hartman)
Geschrieben von Shtrojera
Dienstag, der 04. Dezember 2012

Verlag: cbj (Nov. 2012)
Gebundene Ausgabe, 512 Seiten, 17,99 €
ISBN: 978-3570152690

Genre: Fantasy/Jugendbuch


Klappentext

Der Drachen-Anführer stieß einen Schrei aus, einen tierischen Schrei, der den Menschen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Zu meiner Verblüffung verstand ich, was er schrie: Köpfe nach unten! Ein Drache entfaltete seine Flügel. Die Menge wogte und schäumte wie ein sturmgepeitschtes Meer. Die Furcht in den Herzen der Menschen gewann die Oberhand: Sie flohen in die Seitenstraßen und trampelten alles nieder. Die Horde riss mich mit sich. Ich stolperte und fiel. Dann wurde es dunkel und ich nahm undeutlich wahr, wie das Geschrei leiser wurde. Plötzlich hatte ich wieder Luft und Raum. Und ich spürte heißen Atem in meinem Nacken.
Ich schlug die Augen auf.
Über mir stand ein Drache.

Noch ahnt Serafina nicht, dass von nun an ihr Schicksal mit dem der Drachen auf ewig verwoben sein wird. An ihr wird es sein, die beiden Völker, Menschen und Drachen, miteinander zu versöhnen. Der Mut und die Leidenschaft mit der sich das junge Mädchen dieser Aufgabe stellt, entwickeln zusammen mit der betörend schönen Sprache, in der sich ihre Geschichte entfaltet, einen Sog, dem man sich auch mit Macht nicht mehr entziehen kann.


Rezension

» Es gibt Melodien, die so unmittelbar zu einem sprechen wie Worte und aus einer einzigen reinen Empfindung heraus entspringen. Eine solche Melodie ist auch die Anrufung. Ihr Komponist hatte damit die reine Essenz der Trauer einfangen wollen; es war, als riefe er uns zu: Das bedeutet es, jemanden zu verlieren. «
(Zitat aus: Serafina - Das Königreich der Drachen, Seite 14)

Serafina ist kein gewöhnliches Mädchen - halb Mensch und halb Drache fristet sie ein einsames Dasein, denn niemand darf erfahren, was sie in Wirklichkeit ist. Als sich der Tag zur Erneuerung des Friedensabkommens zwischen Drachen und Menschen nährt, geschieht etwas abscheuliches: Der Thronanwärter des Reiches wird auf brutale Art und Weise ermordet. Alle Indizien sprechen sich für einen Mord durch einen Drachen aus. Als Serafina in die Ermittlungen des Mordfalls hineingezogen wird, muss sie sich gegenüber dem Hauptmann der Garde, Prinz Lucian Kiggs, verantworten, der bei weitem scharfsinniger zu sein scheint, als Serafina lieb sein könnte. Doch als sie alsbald gemeinsam einem Komplott auf die Spuren kommen, muss sie sich entscheiden: Hilft sie mit, mit allen Mitteln die Intrige zu stoppen, muss sie alles opfern, was ihr lieb und teuer ist - Auch ihr bestgehütetstes Geheimnis, ein halber Drache zu sein.

» Manchmal hat es die Wahrheit schwer, die Wälle unserer Vorurteile zu überwinden. Eine Lüge, im richtigen Gewand, hat es da viel leichter. «
(Zitat aus: Serafina - Das Königreich der Drachen, Seite 269)

Das Königreich der Drachen von Rachel Hartman ist der erste Band einer außergewöhnlichen Fantasystory, welche ihren Schwerpunkt in der außerordentlichen Begabung der Protagonistin und der Geschichte der Drachen innehat. Die Autorin glänzt hierbei vor allem durch die Darstellung der vielfältigen Charaktere, einen anmutenden Schreibstil und viel Liebe zum Detail. Schon zu Beginn der Geschichte wird der Leser in eine ungewöhnliche Situation hinein gesogen - Menschen leben mit Drachen zusammen, jedoch aus anderen Gründen, als man den gängigen Klischees entnehmen kann - denn die Drachen sind fasziniert von den Menschen, von ihrer Fähigkeit, Gefühle wie Liebe und Hass, Trauer und Freude zu empfinden. Unter den Drachen gilt diese Fähigkeit als Krankheit, welche unweigerlich zur Eliminierung des Gedächtnisses eines jeden Drachen führt, der Symptome hinsichtlich jedweder Emotion zeigt. Diese besondere Ausgangssituation steht konträr zur Begabung der Protagonistin, Serafina, welche - halb Drache, halb Mensch - ein besonderes Geschick in der Musik beweist. Mit ihrer Stimme und ihrer Begabung beim Spielen verschiedenster Instrumente ist sie in der Lage, die Gefühle eines jeden Wesens umzukrempeln. Doch ihre Gabe wird verheimlicht, denn Serafina steht in einem Konflikt ihrer Selbst: Sie kann ihre Fähigkeiten weder voll ausbauen, noch darstellen, denn sonst würde irgendjemand hinter ihr Geheimnis kommen, dass sie, als Mischwesen, gar nicht existieren dürfte.

Vor allem die Ambivalenz dieser Situation macht die Protagonistin als solche sehr reizvoll. Nicht nur, dass man sich sehr gut mit ihr identifizieren kann - auch strahlt sie ein gewisses Maß an Tugenden aus, welche eine besondere Sympathie zu dieser Figur zulassen. Weder werden ihre Fähigkeiten übertrieben dargestellt, sodass sie als Übermensch wirkt, noch werden ihre Begabungen und Charaktereigenschaften unnötig geschmälert. Neben den Schwierigkeiten, welche ihre Gabe mitbringt, sieht sich Serafina auch einem weiteren Problem mit sich selbst gegenüber: Der innere Konflikt, ein Mischwesen zu sein, belastet sie ungemein. Zwischen Hass und Ekel, welchen sie durchaus in manchen Situationen für sich selbst empfindet, und dem eigentlichen Stolz, etwas ganz besonderes zu sein, sieht sie sich in einer Zwickmühle wieder. Auf ihrem Erkenntnisweg begleitet sie der Leser, welcher an den Gedanken und Gefühlen der Figur teilhat und selbst diesen inneren Zwiespalt auf eigene Situationen übertragen kann. 
Neben der Hauptfigur stützt sich die Autorin auch auf die vielen Nebenfiguren, welche nicht nur eine handlungstragende Rolle spielen, sondern auch in ihren Eigenschaften durchaus vielfältigen Variationen vorliegen. Dabei spielen vor allem der Hauptmann Lucian Kiggs, welcher nicht nur Helfer für Serafina, sondern auch ein Mensch ist, welcher ihr viel bedeutet (obwohl niemals eine mögliche Liebe zwischen diesen beiden Figuren im Fokus der Geschichte steht), eine Rolle, sondern auch die Prinzessin des Landes und Serafinas Lehrer Omar eine große Rolle. Auch interessant ist die Idee des Gedankengartens, in welchem Serafina Wesen begegnet, die in unterschiedlichsten Ausprägungen einen Einfluss auf ihr Wesen ausüben, der ihr selbst noch nicht klar ist.

» Seine Augen fielen zu, und er schwieg so lange, dass ich schon dachte, er sei eingeschlafen, aber dann sagte er derart sanft, das ich es kaum ertragen konnte: » Liebe ist keine Krankheit. « [...] Was war Liebe wirklich wert? Hunderttausend Kriege? «
(Zitat aus: Serafina - Das Königreich der Drachen, Seite 477, 490)

Neben der Darstellung der Charaktere steht die Handlung im Fokus der Geschichte. Eine rasante, vor Ereignissen strotzende Story ist dies nicht - aber eine, welche vor allem durch Liebe zum Detail, sprich detailierten Beschreibungen, einem ausgewogenen Plot, vielschichtigen Charakteren, einem anmutendem Schreibstil und ausreichend Konfliktpunkten glänzt. Dabei wünscht man sich als Leser manchmal zwar etwas mehr Spannung innerhalb der Ereignisse, doch insgesamt und vor allem mit fortschreitender Seitenzahl überzeugt der Roman auch mit überraschenden Wendungen und vor allem einem nicht zu erwartendem Ende, welches - ohne Cliffhanger - Lust auf den nächsten Band der Serie macht. Potenzial ist auf jeden Fall noch vorhanden, welches hoffentlich in den Folgebänden weiter ausgebaut werden kann.


Fazit

Das Königreich der Drachen von Rachel Hartman ist ein Roman, welcher durch vielschichtige Charaktere, einen anmutenden Sprachstil und Detailarbeit glänzt. Die inneren Konflikte der Protagonistin sorgen für Sympathie und Anteilhabe gegenüber Serafina und ihrer Situation. Obwohl es keine rasante Actionstory ist, kann der Roman vor allem gegen Ende mit überraschenden Wendungen und Interesse bezüglich dem weiteren Verlauf der Ereignisse überzeugen. Zwar wird nicht das gesamte Potenzial der Geschichte ausgeschöpft, doch ist der Roman sicherlich ein herausragender Fantasyroman, welcher vor allem Fans von durchdachten Geschichten und Liebhabern der Fantasy und Jugendbuchliteratur wärmstens zu empfehlen ist.


Pro & Contra

+ Vielschichtige Charaktere
+ Ausgeprägte Detailarbeit
+ Anmutender Schreibstil
+ Wunderschönes, zum Thema passendes, Cover
+ Innere Konflikte der Protagonistin
+ Angehende Liebesgeschichte nicht im Fokus der Handlung
+ Durchdachtes Setting
+ "Gedankengarten"

- Potenzial nicht gänzlich ausgeschöpft

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 30. Januar 2013
 

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