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Oliver Plaschka (04.12.2012)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 04. Dezember 2012
Interview mit Oliver Plaschka

Literatopia: Hallo Oliver! Im Frühjahr 2013 soll „Das Licht hinter den Wolken“ erscheinen – kannst Du uns schon etwas darüber verraten? Was hat es mit dem Zwei-Ringe-Land auf sich?

Oliver Plaschka: Das „Licht ...“ ist mein erster High-Fantasy-Roman. Das heißt, nach drei Büchern, die in unserer Welt spielten, habe ich zum ersten Mal eine eigene Welt, genauer gesagt einen Kontinent für ein Buch entwickelt – und das ist das „Zwei-Ringe-Land“. Der Name hat übrigens nichts mit Tolkien zu tun, sondern spielt auf die Form des Kontinents an.

Literatopia: Wie sieht der Rest Deiner Welt aus? Wird darüber etwas verraten oder könnten andere Teile dieser Welt in Folgeromanen eine Rolle spielen? Was befindet sich in der Mitte des Zwei-Ringes-Lands? Große Meere?

Oliver Plaschka: Ja, genau. Im Prinzip wird der Kontinent von zwei riesigen Binnenmeeren dominiert, so dass Seefahrt eine wichtige Rolle spielt und die Entfernungen auf dem Landweg teilweise sehr weit sind. Im Zentrum gibt es einige sehr einflussreiche Machtblöcke. Tatsächlich könnte ich mir vorstellen, noch weitere Geschichten in dieser Welt zu erzählen, in denen dann auch der hohe Norden und der tiefe Süden eine größere Rolle spielen. Keine Fortsetzungen im eigentlichen Sinn, sondern eigenständige Geschichten. Über weitere Kontinente habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, und die meisten Bewohner des Zwei-Ringe-Lands kennen zum Zeitpunkt der Geschichte auch nicht mehr.

Literatopia: Erzähl uns doch etwas mehr über April, Janner und den uralten Zauberer Sarik. Welche Umstände führen die drei zusammen? Und wer von ihnen ist Dir am meisten ans Herz gewachsen?

Oliver Plaschka: April und Janner sind ein ungleiches Kriegerpärchen (wenn Du mir den Rollenspieljargon verzeihst), die durch zauberische Umstände an ein altes, sehr mächtiges Schwert geraten. Und das wiederum ruft Sarik auf den Plan, auch wenn er eigentlich schon genug Probleme hat, denn er leidet unter Amnesie. Ich möchte ungern ein Ranking dieser drei Charaktere abgeben (es gibt auch noch mehr Hauptfiguren), aber Janner hat mich beim Schreiben wohl am meisten überrascht.

Literatopia: Inwiefern hat er Dich überrascht? Und wenn Du Kriegerpärchen sagst – gibt es also eine Liebesgeschichte?

Oliver Plaschka: Ja, die gibt es. Janner hat mich überrascht, weil ich anfangs befürchtete, er könnte zu farblos erscheinen, besonders, weil die Handlung außer ihm vor allem von starken und einflussreichen Frauen vorangetrieben wird. Er wirkte dann in vielen Szenen aber deutlich facettenreicher als gedacht, gerade wegen seiner Schwächen.

Literatopia: Deine Romane handeln gerne von Magie und Zauberern – was fasziniert Dich an der Thematik? Und gehörst Du zu jenen, die als Kinder bereits bewundernd Zauberkünstlern zugeschaut haben?

Oliver Plaschka: Von den „klassischen“ Fantasy-Archetypen waren mir Magier tatsächlich immer am nächsten. Wahrscheinlich, weil ich mich als Kind selbst gerne unsichtbar gemacht hätte oder fliegen gekonnt hätte oder was Zauberer sonst noch so tun. In meinen Büchern versuche ich oft, mich in Menschen hineinzudenken, deren Lebenswirklichkeit sich sehr von unserer unterscheidet ... auch gerne solchen, die ein wenig übergeschnappt sind. Den Zauber der Bühnenmagie habe ich dagegen erst relativ spät für mich entdeckt. Man braucht eine gewisse Ausgeglichenheit, um sich systematisch an der Nase herumführen zu lassen.

Literatopia: Was können Deine Magier eigentlich alles? Sind ihre Kräfte nahezu grenzenlos? Oder unterliegen sie strikten Regeln?

Oliver Plaschka: Ich war immer der Ansicht, man sollte Magie nicht zu sehr erklären. Mir ist es wichtiger, wie sie sich anfühlt. Dennoch sollte man dem Leser kommunizieren, was im Bereich des Möglichen liegt.

In den „Magiern von Montparnasse“ wenden die titelgebenden Figuren fast nur kleine Tricks an, und das, um was es in der Handlung eigentlich geht, wird erst zum Schluss offengelegt. Auch im „Kristallpalast“ verfügen die Charaktere über ein paar quasi-magische Talente, die aber strikt reglementiert sind. Und im „Licht ...“ stehen die wenigen Magier, die es noch gibt, vor dem Problem, dass die Magie ein sehr seltenes Gut geworden ist. Daher haben sich die meisten von ihnen zwar ihre Langlebigkeit bewahrt, aber ihnen stehen nicht mehr viele Fähigkeiten zur Verfügung. Sarik ist vergleichsweise sehr mächtig, weil er lange geschlafen hat und noch über die Kräfte von einst verfügt. Allerdings war sein Steckenpferd schon immer die Wettermagie – fast alles, was er im Roman tut, hängt mit dem Wetter zusammen. Das reizt er allerdings auch aus.

Literatopia: „Die Magier von Montparnasse“ und „Der Kristallpalast“ haben ein historisches Setting – warum gerade Paris beziehungsweise London? Und warum damals und nicht heute? Was reizt Dich an vergangenen Zeitaltern?

Oliver Plaschka: Ich bin eigentlich gar nicht so der Geschichtsfreak. Die „Magier ...“ entstanden eher aus dem Wunsch, eine Urban-Fantasy-Geschichte noch um eine zusätzliche Komponente, eben das historische Setting der 20er, zu bereichern. Und der „Kristallpalast“ sollte ein Steampunkroman werden, da ist das viktorianische London einfach das klassische Setting. Davon abgesehen halte ich sowohl Paris als auch London für sehr schillernde europäische Metropolen, und gehöre zu der Minderheit von Schriftstellern, die nicht gerne über das schreibt, was sie kennt ... in dem Fall also Deutschland.

Literatopia: Gibt es einen bestimmten Grund, warum Dir Deutschland als Setting eher nicht gefällt? Ist es einfach nicht „exotisch“ genug für Fantasy (und die deutschen Fans)?

Oliver Plaschka: Ich habe den Eindruck, dass Phantastik in Deutschland eigentlich sogar ganz gut ankommt. Aber mir persönlich liegt es nicht. Vielleicht aus dem von Dir genannten Grund, oder weil ich einfach sehr kompliziert bin, gerade, wenn es um Deutschland und deutsche Geschichte geht. Die wenigen romantischen Gefühle für meine Heimat, die für mich mit dem Grundgefühl eines phantastischen Romans zusammenpassen, habe ich um drei Ecken rum in „Fairwater“ untergebracht. Ergebnis war ein fiktionales und im Grundgefühl sehr deutsches Maryland.

Literatopia: Deine Romane lassen sich schwerlich aktuellen Trends zuordnen. Schaust Du trotzdem, was sich in der phantastischen Literaturlandschaft so tut? Was hältst Du beispielweise vom Trend zur Dystopie?

Oliver Plaschka: Ich komme berufsbedingt mittlerweile wenig zum Lesen, kriege über meine Agentur, über Buchmessen und meine Übersetzertätigkeit bestimmte Trends aber hautnah zu spüren. Was Dystopien betrifft, zwei meiner Lieblingsbücher der letzten Jahre, nämlich „Weit im Norden“ von Marcel Theroux und „Die Straße“ von Cormac McCarthy, sind Endzeitromane. Wirklich gute gesellschaftskritische Science Fiction ist aber selten, und bei den meisten Büchern, die in den letzten Jahren als Dystopie beworben wurden, handelt es sich meiner Meinung nach eher um eine Art Buzzword.

Literatopia: Du hast unter anderem die dystopische Trilogie von Caragh O’Brien um „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ übersetzt – wie ordnest Du diese Dystopie in den aktuellen Trend ein?

Oliver Plaschka: Verlage und Leser ziehen natürlich gerne Parallelen zu den „Tributen von Panem“, über die ich aber wenig sagen kann, weil ich sie nicht gelesen habe. Häufig steckt auch etwas Margaret Atwood in diesen Geschichten. Das dystopische Element steht für mich aber gar nicht so sehr im Vordergrund. Es sind erfolgreiche Bücher, und wenn sie es schafften, dass Science Fiction kein Schreckbegriff mehr für alle Beteiligten ist, wäre das schon viel wert.

Literatopia: Auch die Twilight-Parodie „Bis(s) einer weint“ wurde von Dir in deutsche übertragen. Was hältst Du von den zahlreichen Parodien auf phantastische Bestseller? Unterhaltsam und wirklich witzig oder nur Trittbrettfahrer, die am Trend mitverdienen wollen?

Oliver Plaschka: Ich fand die Parodie jetzt zwar nicht schreiend komisch, aber da ich Twilight nun wirklich nicht mag, habe ich mich blendend amüsiert bei der Arbeit. Allein die vielen Verrisse auf Amazon waren es wert ... Außerdem war es eine extrem gute Übung, denn Humor in eine andere Sprache zu übertragen ist mit das Schwierigste, was man probieren kann.

Literatopia: Wann hast Du das Schreiben für Dich entdeckt? Gehört das Ausdenken von Geschichten seit jeher zu Deinem Leben oder gab es vielleicht einen besonderen Momente, der Dich hat zur Feder greifen lassen?

Oliver Plaschka: Nein, ich bin wie viele Autoren schon langjähriger Geschichtenausdenker, und seit ich schreiben kann, habe ich den Unsinn auch aufgeschrieben.

Literatopia: Die einen schreiben die Nächte durch, andere stehen pünktlich um sieben auf und wieder andere verteilen überall Zettel in der Wohnung – wie gehst Du beim Schreiben vor? Hältst Du Dich an bestimmte Zeiten? Und wie viel Arbeitsorganisation braucht ein Roman?

Oliver Plaschka: Das hat sich die letzten Jahre stark gewandelt. Teile von „Fairwater“ entstanden noch morgens um 5. Mittlerweile schreibe ich am liebsten nach dem Aufstehen, solange der Kopf noch frei und der Kaffee noch heiß ist. Feste Arbeitszeiten habe ich keine, aber Arbeitslimits. Wenn ich also eine bestimmte Seitenzahl oder ein bestimmtes Kapitel in einer bestimmten Zeit schaffen muss, dann muss das eben erledigt werden, auch wenn mir gerade vielleicht „nicht danach ist“. Auch meine Arbeitsorganisation ist deutlich besser geworden, obgleich sie auf manche vielleicht noch immer chaotisch wirkt. Auf http://navylyn.rainlights.net kann man sich viele meiner Entwürfe, Plotskizzen und Notizstapel anschauen.

Literatopia: Du hast auch schon Beiträge für Anthologien wie „Mondträume“ oder „Geisterhafte Grotesken“ verfasst – was liegt Dir persönlich mehr: Kurzgeschichten oder Romane? Was empfindest Du als „schwieriger“ zu schreiben?

Oliver Plaschka: Ich mag beides, und bedaure es sehr, dass die Kurzgeschichte aktuell einen so schweren Stand auf dem Markt hat. Natürlich macht ein Roman mehr Arbeit – unter Umständen Jahre – aber eine achtseitige Kurzgeschichte ist häufig anspruchsvoller als acht Seiten Romantext, zumindest bei mir. In einem achthundert Seiten dicken Wälzer nimmt man auch weniger gelungene Passagen einmal in Kauf, wenn es danach wieder besser wird. In einer Kurzgeschichte kann ein einziger Abschnitt alles kaputt machen. Und am Ende der Reihe steht das Gedicht, wo es auf jede einzelne Silbe, manchmal den einzelnen Buchstaben ankommt. Die Königsdisziplin ist wohl das Haiku ...

Literatopia: Schreibst Du denn auch Gedichte? Wenn ja, hältst Du Dich an bestimmte Formen und Vorgaben? Oder lieber ganz frei?

Oliver Plaschka: Ich habe früher Gedichte auf Deutsch und auf Englisch geschrieben und halte das auch für eine gute Übung. Meines Erachtens sollte man erst einmal ein ordentliches Sonett schreiben können, bevor man alles über Bord wirft und sich am freien Vers versucht. Der ist das Ende der Fahnenstange, nicht der Anfang. Ich arbeite auch heute noch gern mit Gedichten. Für den „Kristallpalast“ habe ich zum Beispiel einige Passagen aus Keats' „Hyperion“ ins Deutsche übertragen, schon weil ich keine rechtlichen Probleme mit den existierenden Übersetzungen wollte.

Literatopia: Du hast Anglistik und Ethnologie studiert – inwiefern nützt Dir dieses Studium beim Schreiben? Und was genau kann man sich unter einem Ethnologiestudium vorstellen?

Oliver Plaschka: Es wird manchmal behauptet, ein Literaturstudium bringe einem nichts als Autor, oder stelle gar ein Hindernis da. Ich halte das für eine große Dummheit. Natürlich lernt man als Literaturwissenschaftler nicht zwangsläufig das Schreiben; es gibt aber an vielen Universitäten auch Creative-Writing-Angebote. Vor allem jedoch waren die fast fünfzehn Jahre, die ich bis zu meiner Promotion an der Uni verbrachte, und in denen ich viele Texte kennenlernte, die mir bis dahin fremd waren, ein unschätzbarer geistiger Stimulus.

Ethnologie ist Kultur- und Sozialanthropologie, also eine der Soziologie verwandte Geisteswissenschaft, die sich von dieser vor allem in ihrer Methode unterscheidet. Auch diesem Fach, das nach dem Abitur zunächst ein Schuss ins Blaue war, verdanke ich viel, was die Erweiterung meines Horizonts angeht.

Literatopia: Bist Du in Heidelberg aktiv in die Creative-Writing-Kurse involviert? Und denkst Du, dass damit quasi jeder zum Autor werden könnte, der sich das Handwerk aneignet? Oder gehört letztlich doch ein gewisses Talent dazu?

Oliver Plaschka: Ich bin aus Zeitgründen nicht mehr so aktiv wie früher, fühle mich der Gruppe aber immer noch verbunden. Was die Talentfrage angeht, die wird sehr häufig gestellt. Oft geht es den Leuten dabei darum, eine Begründung zu finden, warum sie etwas nicht hinkriegen, oder wieso x „besser“ sei als y. John Cleese brachte es schön auf den Punkt: Kreativität ist kein Talent, sondern eine Arbeitsweise. Soll heißen, es ist kein angeborener Geniefunke, mit dem manche Menschen einfach gesegnet sind und andere nicht – natürlich kann man schreiben lernen. Man kann alles lernen. Es hat aber auch keiner behauptet, dass es leicht wäre.

Literatopia: Du bist Mitverfasser des „Narnia“-Rollenspiels – wie war es für Dich, einen so bekannten Stoff umzusetzen? Und wo liegen die Tücken, wenn man Romane in ein Rollenspiel überführen will?

Oliver Plaschka: „Narnia“ war ein sehr schönes Projekt, das leider von Verlagsseite bald wieder aufgegeben wurde, und meine erste und einzige Auftragsarbeit. Ich bin es eigentlich ähnlich angegangen wie eine wissenschaftliche Arbeit: also alles an Romanen und Sekundärliteratur lesen, was man kriegen kann, Notizen und Exzerpte machen, neu anordnen ... Herausgekommen ist das meines Wissens umfangreichste Hintergrundwerk zur Welt von „Narnia“ im deutschsprachigen Raum.

Die größte Tücke war offensichtlich, dass Rollenspieler sich nicht verhalten wie Romanfiguren, und im Schnitt auch häufig etwas älter sind als die Kinder in „Narnia“. Das heißt, wir mussten versuchen, den „Flair“ der Welt rüberzubringen und Spieler und Spielleiter ein wenig bei der Hand zu nehmen, ohne sie zu sehr zu gängeln. Und genau wie Tolkien beim „Herrn der Ringe“ hat Lewis in „Narnia“ vor allem die Landstriche entwickelt, die er für seine Geschichten brauchte – dazwischen gibt es viele weiße Flecken auf der Karte. Wir mussten uns also auch Fragen zur Infrastruktur und Demographie stellen – wo lebten all die Leute, die diese Burgen gebaut hatten usw.?

Literatopia: Unter dem Titel „The Rainlights Gazette“ betreibst Du ein eigenes Autorenjournal. Was finden interessierte Leser dort?

Oliver Plaschka: Auch die „Gazette“ befindet sich aktuell im Umbruch. Sie entstand 2007 als eine Art Satiremagazin über meine ersten Gehversuche im Buchgeschäft und wandelt sich gerade zu einem konventionelleren Autorenblog. Das heißt, ich stelle naturgemäß Bücher vor, an denen ich mitgewirkt habe, kündige Lesungstermine an und kommentiere das Geschehen auf dem Buchmarkt. Aber auch zu Themen wie Urheberrecht und Tagespolitik gebe ich gelegentlich meinen Senf ab. Ich möchte mich da momentan möglichst nicht einschränken, weil die Zeit zum Bloggen ohnehin knapp bemessen ist, ich es aber sehr gern tue.

Literatopia: Wie viele Deiner Kollegen hast auch Du eine Facebook-Seite – was hältst Du allgemein von sozialen Netzwerken? Und wie gestaltet sich der Kontakt zu Deinen Fans? Läuft dieser über Facebook oder doch eher über andere Wege?

Oliver Plaschka: Ich halte Facebook für ein zweifelhaftes Unternehmen mit einer absurd schlecht gescripteten Benutzeroberfläche. So viel Spaß es macht, mit alten Freunden in Kontakt zu bleiben, und so sehr es mich freut, dass sich so viele Menschen für meine Bücher interessieren – ich werde drei Kreuze schlagen, wenn Facebook irgendwann denselben Weg gegangen ist wie Myspace. Von daher bin ich immer froh, wenn ich mit meinen Lesern auch in meinen Blogs, per Email oder sonstwie kommunizieren kann. Mit meinen „real-life-Freunden“ nutze ich so gut wie gar keine sozialen Netzwerke.

Literatopia: Wie wichtig ist Dir der persönliche Kontakt zu Deinen Lesern, beispielsweise auf Buchmessen und Lesungen? Funktioniert das genauso im Internet oder ist das Gespräch von Auge zu Auge doch besser?

Oliver Plaschka: Der Kontakt zum Leser ist doch einer der wichtigsten Gründe, überhaupt zu schreiben. Und natürlich ist der persönliche Kontakt immer lohnender, vor allem, wenn die Leute sich wirklich unterhalten und nicht nur etwas „liken“ wollen. Es kann auf Buchmessen aber auch schnell sehr anstrengend werden. Häufig läuft es darauf hinaus, dass man tagelang ununterbrochen redet, und dabei naturgemäß auch viel dummes Zeug erzählt. Ein geschätzter Verleger, dessen Name ich nicht nennen möchte, hat einmal gesagt, er möchte hinterher nicht für das beim Wort genommen werden, was er auf Buchmessen alles von sich gibt. Ich weiß genau, was er meint.

Literatopia: Hast Du vielleicht einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch? Welche Genres tummeln sich in Deinen Bücherregalen? Und beeinflussen Dich Geschichten, die Du gelesen hast, beim Schreiben?

Oliver Plaschka: Ich liebe die Romane von Peter S. Beagle, und weil wahrscheinlich jeder „Das letzte Einhorn“ kennt, nenne ich gern „Das Volk der Lüfte“ als mein Lieblingsbuch von ihm. Ich lese wie schon seit meiner Kindheit hauptsächlich Science Fiction und Fantasy, aber es gibt natürlich auch „Ausrutscher“. Max Frisch oder William Faulkner zum Beispiel liebe ich allein ihres Stils wegen, egal, worum es in den Büchern geht. Und ja, natürlich beeinflusst das einen. Wie Hemingway mal sagte, die Kunst besteht darin, seine Quellen gut genug zu verschleiern ...

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview, Oliver!

Oliver Plaschka: Ich danke!


Autorenfoto: Copyright by Oliver Plaschka

Autorenhomepage: http://www.rainlights.net

Autorenjournal: http://navylyn.rainlights.net

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Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 22. Januar 2017
 

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