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Grave Mercy - Die Novizin des Todes (Robin LaFevers)
Geschrieben von Shtrojera
Montag, der 04. März 2013

Verlag: cbj (September 2012)
Taschenbuch, 544 Seiten, 14,99 €
ISBN: 978-3570401569

Genre: Fantasy/Jugendbuch


Klappentext

Duval richtet den Blick auf mich. »Wovor fürchtet sich meine schöne Kämpferin, frage ich mich.«
»Ich fürchte mich vor gar nichts.«
»Nein?« Er legt den Kopf schräg und mustert mich einen langen Augenblick, dann erhebt er sich aus dem Sessel. Ich halte den Atem an, als er zu mir kommt.
»Fürchtet Ihr vielleicht, dass ich näherkommen werde?« Seine Stimme ist leise, kaum mehr als ein Flüstern. Mir stockt der Atem, und ich bin gefangen von etwas, das ich liebend gern Furcht nennen würde, aber es fühlt sich überhaupt nicht wie Furcht an.


Eine Klosterschule, die Spionage und Kampfkünste lehrt, eine Novizin, die in feinsten Gewändern Verräter entlarvt, und ein vermeintlicher Verräter mit unwiderstehlichem Charme...


Rezension

Als Ismae es schafft, sich selbst vor einer Zwangsheirat zu retten, trifft sie auf die Nonne des Klosters St. Mortain, welche ihr Hilfe und Zuflucht verspricht. Doch das Kloster dient einem höheren Zweck - Der Verehrung alter Gottheiten und dem Ausführen ihrer Willen. So lernt Ismae die Fertigkeiten einer Auftragskillerin, denn sie trägt das Zeichen Mortains. So besteht ihre Aufgabe darin, diejenigen, welche  Mortains' Vergeltung verdienen, aufzuspüren und zu töten. Dabei führt ihr erster Auftrag Ismae an den Hof der bretonischen Herzogin. Doch statt eines vermeintlichen Verräters findet sie einen Mann vor, der ihr wider jeder Vernunft ans Herz wächst. Kann sie es wagen, ihm zu trauen und sich somit Mortains' Auftrag zu widersetzen?

» Die Menschen hören und sehen, was sie zu hören und zu sehen erwarten. «
(Grave Mercy - Die Novizin des Todes, S. 391)

Mit dem ersten Roman  Ihrer Trilogie »Die Novizin des Todes« schafft Robin LaFevers einen tollen Auftakt in eine Welt der Spionage, eine Welt voller Verschwörung, Verrat - allerdings auch voller Liebe und Schicksal. Beginnend im Bretagne des 15. Jahrhunderts stellt die Geschichte die Protagonistin Ismae in einer Szene dar, welche das harte Leben samt den daran angeknüpften Bedingungen zeigt. Armut, ein Nichts an Lebensqualität, Zwangsheirat - Dinge, welche Ismae ihr Leben lang begleiteten. Doch zusätzlich muss sie auch den Hass und die Missgunst der Dorfbewohner ertragen, denn sie trägt eine hässliche Narbe, welche beim Versuch ihrer Mutter, Ismae im Mutterleib zu töten, zurückblieb. Diese Narbe ist es jedoch, welche Ismae nach ihrer Flucht vor dem aggressiven Mann, den zu ehelichen sie ihr Vater gezwungen hat, ein neues Leben im Kloster von St. Mortain bietet. Dankbar um des Angebots lernt Ismae die Fertigkeiten der Assassinen und schon bald zieht sie mit ihrem ersten Auftrag an den Hof der Herzogin von Bretagne.

Zu diesem Zeitpunkt werden nicht nur interessante Nebencharaktere eingeführt, und die Fäden für eine intregante Handlung geknüpft - Ismae trifft erneut auf Duval, einen Bastard des Königs und der Hauptmann der Wache, welcher für die Sicherheit seiner Schwester und Thronfolgerin Bretagnes sorgt. Und genau dieser Mann ist es, welchen sie töten muss. Doch umso mehr Ismae ihn kennelernt, desto mehr Zweifel fallen an, dass er wirklich der gesuchte Verräter sein soll. Im Zwiespalt zwischen den Gefühlen, welche sie ihm gegenüber entwickelt, obgleich sie nie wieder einen Mann an sich heranlassen will, hinterlässt die Protagonistin einen ambivalenten Eindruck auf den Leser, gefangen zwischen Kopf und Herz. Nicht selten stellen solche inneren Zwiespalte den Grundriss einer Hauptfigur dar, doch in diesem Fall macht es Ismae mehr als authentisch und garantiert die Sympathie des Lesers. Auch Duval, welcher als ehrenhafter und auch gewissenhafter Mann mit scharfem Verstand auftritt, kann sich der Zuneigung der Leser nicht erwehren. Sein Misstrauen gegenüber Ismae zeigt seine Loyalität und auch sie muss sich überwinden ihm ihre Geheimnisse anzuvertrauen. Denn was beide neben den Gefühlen, welche sie mit der Zeit zueinander entwickeln, erkennen ist, dass es eine weitreichendere Intrige innerhalb des Hofstaates gibt und diese nur aufzuhalten ist, wenn die beiden gemeinsam arbeiten.

» Ein Herz kann nicht zwei Herren dienen. «
(Grave Mercy - Die Novizin des Todes, S. 345)

Neben der Charakterentwicklung Ismaes, welche von Misstrauen und Hass in andere Gefilde umschlägt und die ganze Szenerie in ein authentisches Umfeld taucht, schreitet die Handlung unnachgiebig voran. Immer wieder tauchen neue Indizien auf, werden neue Fäden geknüpft und neue Figuren in das Verwirrspiel mit eingegliedert. Es ist wie ein Ritt auf dem Bullen - Atemloses Festhalten an den Ereignissen, mit dem Wunsch, gar nicht mehr aufzuhören, bis der Fall - das Ende des Romans - eintritt. Mit dem lockeren Schreibstil der Autorin und der malerischen Umgebung entfaltet sich mit fortschreitender Seitenzahl ein Roman, welcher durch Spannung und Sympathie, aber auch durch die Auflösung und den Zusammenschluss der einzelnen Fäden, ein großes Finale herbeizaubert und seine Leser mehr als befriedigend zurücklässt. Auch wenn durchaus noch offenes Potenzial in der Story steckt, hat die Autorin einen sehr beeindruckenden Start der Trilogie hingelegt. So bleibt zu hoffen, dass der Folgeband dem ersten in nichts nachsteht und diesen vielleicht sogar noch zu übertreffen weiß.


Fazit

Grave Mercy - Die Novizin des Todes von Robin LaFevers zeigt eine Geschichte um Spionage, Intrigen und Verräter, welche durch Spannung und Aufbau überzeugen kann. Der innere Zwiespalt der Protagonistin, ob ihrer Hingabe ihrem Gott oder ihrem Geliebten gegenüber, zeugt von Authentizität und Sympathie und macht es dem Leser kaum möglich, dieses Buch aus der Hand zu legen. Die richtige Mischung des Abenteuers, gepaart mit den Elementen der Liebe und des Schicksals, lassen diesen Roman zu einem reinen Lesevergnügen werden!


Pro & Contra

+ Spannung pur
+ Authentizität
+ Ambivalenz der Protagonistin
+ Liebesgeschichte nicht unbedingt im Vordergrund
+ Zusammenschluss der einzelnen Fäden innerhalb der Handlung

o Recht einfacher Schreibstil
o Noch offenes Potenzial

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 04. März 2013
 

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