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Grischa - Goldene Flammen (Leigh Bardugo)
Geschrieben von Shtrojera
Samstag, der 26. Oktober 2013

Verlag: Carlsen (September 2012)
Gebundene Ausgabe, 17,90 €, 352 Seiten
ISBN: 978-3551582850

Genre: Fantasy


Klappentext

Jede einzelne Stunde habe ich dich vermisst. Und am schlimmsten war, dass mich das völlig überrascht hat. Ich habe mich dabei ertappt, dich zu suchen. Nicht aus einem bestimmten Grund, sondern nur aus Gewohnheit oder weil ich etwas gesehen hatte, von dem ich dir erzählen wollte. Ich wollte nur deine Stimme hören. Dann wurde mir bewusst, dass du fort warst, und ich hatte jedes, wirklich jedes Mal das Gefühl, mir würde die Luft wegbleiben. Ich habe mein Leben für dich aufs Spiel gesetzt. Ich bin für dich durch halb Rawka gezogen, und das würde ich wieder tun, nur um bei dir zu sein. Selbst wenn es bedeutet, mit dir zu hungern und zu frieren und mir dein Gejammer über den ewigen Hartkäse anzuhören. Also erzähl mir nicht, dass wir nicht zusammengehören.


Rezension

Schon als Kind wurde Alina auf Magie getestet. Damals versag der Test – doch als sie plötzlich bei der Überquerung der Schattenflur von den Volkra, den düsteren Wesen des Nebels, angegriffen werden, rettet sie unwissentlich allen das Leben – und gerät in einen Strudel von Ereignissen. Als der Dunkle, seinerseits mächtigster aller Grischa, herausfindet, dass Alina eine Sonnenkriegerin, die einzige ihrer Art, ist, muss sie vor den Feinden der Nation fliehen und findet im Schloss der Hauptstadt und bei den Grischa Unterschlupf. Zunächst angetan von ihrem neuen Leben und einem Gefühl der Zugehörigkeit, lässt sie sich von den Veränderungen in ihrem Leben mitreißen. Doch schon bald muss sie feststellen, dass jeder Schein trügen kann…

Mit dem ersten Band der Grischa-Trilogie gelingt der Autorin ein interessantes Debüt mit Potenzial. Die Geschichte beginnt dabei mit einem Prolog, welcher in der Vergangenheit der beiden Protagonisten angesiedelt ist und einen wichtigen Moment ihrer Kindheit für den Leser wieder aufleben lässt. Dabei wird sogleich die Atmosphäre aufgegriffen, welche den gesamten Roman über die Geschehnisse hinweg begleitet. In manchen Teilen düster, in einigen hoffnungsvoll und in vielen voller Angst und Verzweiflung.  Genau von diesen Emotionen lebt die Atmosphäre und genau das sind auch Gefühle, welche zu großen Teilen die Protagonisten der Geschichte bei ihrem Abenteuer erleben.

Sowohl Alina, als auch Maljen, welcher gemeinsam mit Alina aufwuchs, treten als Charaktere auf, die eine enorme Entwicklung innerhalb des Handlungsstrangs der Story durchleben. Alina, die zunächst eher schüchtern auftritt, versteckt diese Eigenschaft hinter Ironie und einem gegenüber Maljen großem Maul. Ihre Figur zeichnet sich durch ein nicht vorhandenes Zugehörigkeitsgefühl aus, welches sich im Verlauf der Handlung sowohl entwickelt als auch erweitert. Es ist sehr ambivalent, denn obgleich sie plötzlich zu den Grischa gehört, steht sie mit ihrem Status jedoch ganz alleine da, denn sie ist die einzige lebende Sonnenkriegerin und die Hoffnung des Reiches, das Land von der Schattenflur zu befreien. Maljen tritt als Alinas Gegenpart auf – Humorvoll, charmant und offenherzig wirft er dem Leser das Gefühl der Sympathie gerade so entgegen. Er hingegen entwickelt sich konträr zu Alina, denn die Erfahrungen die Maljen macht zeichnen ihn und lassen ihn reifen und ernster auf seine und Alinas Lage, sowie sein gesamtes Leben blicken. Beide Figuren können sich nur durch ihre gegenteilige Entwicklung ergänzen und bilden so ihren jeweiligen Gegenpart.  Nur gemeinsam können sie zu sich selbst und zueinander finden.
Neben den beiden Hauptfiguren und vielen weiteren Nebenfiguren spielt ein weiterer ambivalenter Charakter, der Dunkle, eine entscheidende Rolle. Er tritt aus Spielmacher und Intrigant auf, sorgt allein durch sein Auftreten und seine Entscheidungen für Verwirrung beim Leser. Der Dunkle ist zunächst keiner Seite zuzuordnen und auch seine Motive sind schleierhaft. Dennoch ist es genau das, was den Reiz an dieser Figur ausmacht und den Leser fasziniert. Und er ist derjenige, welche die Handlung maßgeblich vorantreibt und lenkt.

Obgleich die Figuren dem Leser nahe gehen und auch Begeisterungsfähigkeit und Spannung vorhanden ist, gibt es doch ein paar Defizite, welche sich vor allem in der Handlung zeigen. Zum einen verhält sich der erste Part der Geschichte völlig konträr zum zweiten Part, soll heißen: die erste Hälfte des Romans lebt von Details, einer nachvollziehbaren Handlung und logischem Aufbau. Es wurde eine Atmosphäre geschaffen, in die man eintauchen und sich fallen lassen kann um gespannt der Story zu folgen. Doch der zweite Teil verschwimmt dann leider in einem viel zu rasanten Handlungsstrang, in welchem das Gefühl vorherrscht, nur schnell und grob die Handlung zu einem Schluss zu bringen. Die Zeitabstände, die Details, einfach alles wirkt nicht proportional zueinander, sodass man zwischen die Seiten gerissen wird und sich von null auf hundert am Ende der Story befindet, welche in ihrem Höhepunkt leider nur teilweise überzeugen kann. Auch fehlt es der gesamten Handlung und auch einigen Charakterhandlungen und Nebenfiguren einfach an Tiefe. Obgleich die Ausarbeitung der Idee und die Figuren in ihrer Gesamtheit authentisch daherkommen, hätte man sich als Leser einfach noch mehr gewünscht. Trotz der Defizite steht viel offenes Potenzial zur Verfügung, welches die Autorin hoffentlich in dem Folgeband dieser vielversprechenden Trilogie aufgreift.


Fazit

Goldene Flammen von Leigh Bardugo bietet einen interessanten Auftakt zu einer Fantasytrilogie mit Potenzial. Trotz kleinerer Defizite glänzt die Geschichte durch ihre Begeisterungsfähigkeit und seine Charaktere durch Ambivalenz. Innovative Ideen glänzen dabei durch ihr Potenzial, welches zwar noch nicht ausgeschöpft wurde, die Autorin aber hoffentlich im nächsten Band der Trilogie wird aufgreifen können. Fans der Fantasy werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen.


Pro & Contra

+ Interessante Grundidee
+ Ambivalenz der Figuren
+ Der Dunkle
+ Begeisterungsfähigkeit

- Offenes Potenzial
- Viel zu rasches Ende
- Detailarmut in der 2. Buchhälfte
- Mangel an Tiefe

Bewertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 26. Oktober 2013
 

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