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Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1 (Anthony Ryan)
Geschrieben von Maria
Dienstag, der 18. November 2014

Verlag Klett-Cotta (Oktober 2014)
Hardcover, 775 Seiten, € 24,95
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Blood Song
ISBN: 978-3608939255

Genre: Fantasy


Klappentext

Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. "Er besaß viele Namen. Noch nicht einmal dreißig Jahre alt war er im Lauf der Geschichte bereits reich mit Titeln beschenkt worden: ‚Schwert des Königs‘ hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; ‚Junger Falke‘ für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; ‚Dunkelklinge‘ für seine cumbraelischen Feinde und ‚Rabenschatten‘ für die geheimnisvollen Stämme des großen Nordwaldes."


Rezension

Während einer Schiffsreise erzählt Vaelin Al Sorna, eine der schillerndsten Figuren des Reiches, einem Schreiber an Bord die Geschichte seines Lebens. Von der knochenharten Ausbildung in einem Kriegerorden, den ersten Erfahrungen mit politischen Intrigen, familiären Erblasten und der Kunst, durch all das seinen Weg zu finden. Es geht um Freundschaft und Liebe, Treue und Verrat, um fanatische Anführer, epische Schlachten und noch um sehr vieles mehr. Eine Erzählung von gewaltigen Ausmaßen, die gemächlich aufschlüsselt, wie Al Sorna zum einem so gefürchteten wie auch hoch geachteten Mann wurde, was ihn in Gefangenschaft gebracht hat und wie diese Reise schließlich endet. Zugegeben, auf den ersten Blick klingt das wie ein weiterer dieser unzähligen Fantasyklone, die selbst den hartgesottensten Fantasyfan nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken können.

Das gelangweilte Gähnen ist hier allerdings fehl am Platz, denn obwohl die Thematik an sich nichts wirklich Neues darstellt, präsentiert sie sich mit originellen Ideen und bringt frischen Wind ins Genre. Das liegt in der Hauptsache an Vaelin Al Sorna, einem sehr sympathischen Protagonisten, welchen man als zehnjährigen Jungen kennenlernt und der einem rasch ans Herz wächst. Schnell - und wenig überraschend - wird klar, dass der kleine Vaelin etwas Besonderes ist, was absolut in Ordnung geht. Über eine langweilige und unwichtige Person will schließlich niemand lesen, und der Autor hat genügend Weitsicht bewiesen, seinem Helden auch einige Schwächen mit auf den Weg zu geben und ihn nicht überall der Beste sein zu lassen.

Während der Leser die Fortschritte von Vaelins Gruppe bei ihrer Ausbildung hautnah miterlebt und zuschaut, wie sich erste Freundschaften, aber auch Animositäten herausbilden, muß Vaelin seine ersten Erfahrungen machen, dass die Welt außerhalb ihres Ordens ein sehr gefährlicher Ort sein kann.Im Laufe der über 700 Seiten schließt man Bekanntschaft mit einer ansehnlichen Zahl von Figuren; für alle Leute mit schlechtem Namensgedächtnis ist das trotzdem kein Grund zur Beunruhigung. Sämtliche Charaktere sind außergewöhnlich differenziert, lebendig und dreidimensional gestaltet, dass ein hoher Wiedererkennungswert entsteht. Wer dann immer noch Probleme hat, kann im Dramatis Personae nachschlagen.

Anhand von spannenden Ereignissen wird der Leser in das komplexe politische System eingeführt, er lernt Vertreter unterschiedlicher Gruppierungen kennen und erfährt, wer wie und mit welchem Maß an Skrupellosigkeit seine Interessen durchzusetzen versucht. Dabei sind auch die persönlichen Schicksale wirklich ausgezeichnet in die globale Handlung eingebettet, ein Balanceakt, den nicht viele Autoren so gekonnt beherrschen. Je mehr Zusammenhänge Vaelin durchblickt, desto schwieriger wird es für ihn, sich inmitten von Intrigen, Familienfehden, Geheimnissen und Verkettungen mit Geschehnissen aus früheren Zeiten seine Loyalität zu bewahren und seinen Weg zu finden, der nicht nur einmal zu einer regelrechten Gratwanderung zu werden droht.  

Die Erzählung, die ja eine Rückblende ist, springt gelegentlich durch verschiedene Zeitebenen, die dann aber gut verständlich wieder zusammengefügt werden. Interessiert nimmt man auch zur Kenntnis, dass die Version, die Vaelin dem Schreiber erzählt, an ein paar Punkten nicht so ganz mit der Wahrheit übereinstimmt - und es drängt sich natürlich die Frage auf, ob das später noch eine Rolle spielen wird. Einige wenige Personen verfügen zwar über außergewöhnliche, magische Fähigkeiten, gewohnt klassische Fantasyelemente wie Einhörner, Zwerge, Elben und Ähnliches kommen in der Story allerdings nicht vor. Eine kluge Entscheidung, denn all das hätte hier einfach nicht dazugepasst.

Ab etwa der Hälfte schleichen sich in die Handlung gelegentlich ein paar minimale Längen ein, doch angesichts der auf der ganzen Linie überzeugenden Gesamtheit des Buches fallen sie kaum ins Gewicht. Wie es nach dem ersten Band einer Trilogie Usus ist, bleiben zum Schluss etliche lose Enden und viele Fragen offen. Die Vorfreude auf den Nachfolger wurde jedoch längst geweckt, auch ohne dass ein aufdringlicher Cliffhanger zum Einsatz gekommen wäre. Wann und unter welchem Titel Rabenschatten 2 auf Deutsch erscheinen wird, ist zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht bekannt, der Nachfolgeband darf aber mit großer Spannung erwartet werden.


Fazit

Mit seinem ‚Lied des Blutes‘ hat Anthony Ryan nicht nur einen mehr als gelungenen Auftakt zu einer neuen Trilogie geschaffen, sondern zusätzlich das Genre um eine echte Perle bereichert. Dank seinen lebendigen Charakteren, der vielseitigen Handlung in einer interessanten Welt und einem fesselnden Schreibstil ist dieses Buch ein Spitzentitel und definitiv einer der besten Fantasyromane des Jahres. Für Freunde von komplexer, etwas anspruchsvollerer Fantasy eine uneingeschränkte Leseempfehlung!


Pro & Kontra

+ komplex, vielseitig und sehr spannend
+ interessanter Protagonist
+ nicht minder interessante Nebencharaktere
+ alle Figuren sind stimmig und dreidimensional gezeichnet
+ komplizierte aber gut herausgearbeitete politische Lage
+ bildhafte Beschreibungen
+ einige frische Ideen
+ liebevolle, originelle Details
+ Action in genau den richtigen Mengen
+ fesselnder Schreibstil
+ Karten und Dramatis Personae
+ sehr schön gestaltetes Cover
+ weckt Vorfreude auf den nächsten Band

o Erzählung besteht hauptsächlich aus Rückblenden
o geht über verschiedene Zeitebenen
o sehr viele Personen

- zwischendurch ein paar kleine Längen

Wertung:

Handlung:4,5/5
Charaktere:5/5
Lesespaß:5/5
Preis/Leistung:4/5


Rezension zu "Der Herr des Turmes: Rabenschatten 2"
Rezension zu "Die Königin der Flammen: Rabenschatten 3"

 

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Zuletzt aktualisiert: Montag, der 22. Mai 2017
 

Kommentare  

#1 Das Lied des BlutesJens 2015-07-07 08:16
Also in meinen Augen, denen eines jahrelangen Lesers von Fantasy Büchern, ist dieses Buch eines der Besten die ich je gelesen habe.
In der Letzten Zeit hatte ich recht wenig Elan mich einem Buch zu widmen, bis ich die erste Seite dieses Buches in Augenschein nahm.

"Sie nannten ihn den Hoffnungstöter".

Ab da , war ich gefesselt. Selten so etwas gehabt, das ich da Buch absolut nicht aus der Hand legen konnte.
Bin in freudiger Erwartung der nächsten Teile.

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