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Batman: Legenden des dunklen Ritters - Venom (Dennis O´Neil, Trevor von Eeden, Russel Braun u.a.)
Geschrieben von Markus
Donnerstag, der 05. März 2015

Verlag: Panini (Februar 2015)
Softcover: 140 Seiten; 16,99 €
ISBN-13: 978-3957983558

Genre: Superhelden


Klappentext

Batman in der Drogensucht

Als es Batman nicht gelingt, das Leben eines Kindes zu retten, gerät der Mitternachtsdetektiv von Gotham City in eine schwere Krise. Ein Wissenschaftler bietet ihm ein neues Medikament an, mit dem der Dunkle Ritter seine Stärke und Leistungsfähigkeit enorm steigern kann, um die Unschuldigen seiner Stadt effektiver beschützen zu können. Doch das angebliche Medikament erweist sich als teuflische Droge, die seine Persönlichkeit radikal verändert. Zu spät erkennt Batman, dass er von Venom abhängig geworden ist...

Ein weiterer Batman-Klassiker aus der genialen US-Serie Batman: Legends of the Dark Knight, geschrieben von Comic-Ikone Dennis O`Neil und gezeichnet von Trevor von Eeden, Russell Braun und José Luis García-López.


Rezension

Der Dunkle Ritter versagt. Beim Versuch ein entführtes Mädchen zu retten, schafft er es zwar die Entführer auszuschalten, muss aber hilflos mitansehen, wie das Kind ertrinkt, weil er nicht stark genug war. Eine Niederlage mit Folgen. Er macht sich schwere Vorwürfe, die selbst Alfred nicht beseitigen kann. Als letzten Dienst für das Mädchen macht sich Batman auf, dem Vater die schlechte Nachricht zu überbringen. Dieser überrascht Bruce Wayne. Statt ihm Vorwürfe zu machen, reagiert er vollkommen gelassen und beherrscht. Er macht Batman keine Vorwürfe. Kein Wort des Zorns oder der Wut fällt. Ganz im Gegensatz zum Erwarteten macht er Batman sogar ein Angebot. Randolph Porter hat eine neue Designerdroge entwickelt. Die könnte Batman in seinem Kampf gegen das Verbrechen nützlich sein, denn sie steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Batman lehnt zunächst ab, aber nach einer zweiten Niederlage kurz darauf, steigt er auf das Angebot ein. Zunächst scheint die Droge ihm zu helfen. Aber dann wird er immer abhängiger von ihr. Sie steigert seine Aggressivität, lässt Batman Dinge tun, die er eigentlich nicht tun würde und stumpft ihn ab. Das Kostüm bleibt jetzt meist im Schrank, wenn Bruce Wayne sich auf den Weg macht, Verbrechern das Fürchten zu lehren.

Batman in der Drogenabhängigkeit, ein wirklich ungewöhnliches Thema, genaugenommen aber auch konsequent. Bruce Wayne war von Anfang an besessen davon, das Verbrechen in seiner Stadt mit aller Macht zu bekämpfen. Da ist es nur logisch, dass er früher oder später auch zu ungewöhnlichen Mitteln greift, um leistungsfähiger zu werden. Dennis O´Neil spielt dies in Batman: Venom durch. Was wäre, wenn Batman versagen würde, wenn er ein Leben nicht retten könnte, was würde er tun?
Die Antwort gibt er hier, an Batmans Anfang, als er noch jung und relativ unerfahren ist. Hier ist er noch zu allem bereit, überschreitet Grenzen, die er später nicht mehr übertritt. O´Neil zeichnet das Bild eines Mannes der von seiner Schuld getrieben ist. Einer Schuld, die eigentlich nur in seinem Kopf existiert. Er ist nicht verantwortlich für den Tod des Mädchens, aber er empfindet es so und genau das macht ihn empfänglich für die verführerischen Worte von Randolph Porter. Das Versprechen stärker und besser zu werden, lässt ihn ohne weiteres Nachfragen zu Venom greifen, jener Droge, derer sich später Bane bedienen wird, um den Dunklen Ritter zur Strecke zu bringen. Anfangs erlebt Batman ein Hochgefühl, aber bald schon ändert sich das. Er verliert die Kontrolle über sich, über seine Handlungen und ist dem Wahnsinn vielleicht genauso nah, wie der Joker. Ein irres Lachen, welches er von sich gibt, wenn er Verbrecher jetzt nicht mehr nur zur Strecke bringt, sondern gleich quält, ist mehr als ein eindeutiges Indiz dafür. Wie bei jedem Süchtigen, der wieder clean wird, gibt es für Batman ebenfalls ein Schlüsselerlebnis. Als Porter und der mit ihm Verbündete General Slaycroft von ihm verlangen Gordon zu töten, ist dies der Auslöser, der Batman wieder zur Besinnung kommen lässt. Batman erlegt sich selbst einen kalten Entzug auf.
Alfred sein treuer Butler unterstützt ihn dabei. O`Neil zeichnet ihn herrlich sarkastisch und macht doch jeder Zeit klar, dass Alfred mehr als ein Butler ist. Er ist der Vater, der Bruce Wayne mit Gewalt genommen wurde und der voller Sorge ist. Seinen Schützling so zu sehen, bricht ihm das Herz, ihm nicht direkt helfen zu können, ist für Alfred die Hölle. Pennyworth ist der Mann, den Bruce Wayne an seiner Seite braucht und das weiß er auch.
Randolph Porter und General Slaycroft sind als Gegner Batmans wahrlich diabolisch. Sie sind der festen Überzeugung, sie allein könnten die Straßen Gothams wieder sicher machen und bedienen sich dabei aller Mittel. Venom ist da nur die Spitze des Eisbergs und ihre stärkste Waffe mit der sie Batman unter ihre Macht zwingen. Sie sind äußerst gefährlich, da sie sehr manipulativ sind und keine Skrupel kennen. Ihre eigenen Kinder opfern sie bereitwillig, um ihre Ziele zu erreichen.
Dennis O`Neil verknüpft die Charaktere auf brillante Art und Weise und erzählt eine äußerst spannende Geschichte, die Batman am Abgrund zeigt. Selten waren Bruce Waynes innere Dämonen so deutlich zu sehen. Wie gesagt, er ist ein von Schuld getriebener, der sich selbst nicht vergeben kann und dies wird in Venom mehr als deutlich.
Abgesehen von der Bedeutung Venoms für Bane ist dieser Band ein Meilenstein in der Geschichte Batmans. Er definiert und charakterisiert ihn besser als der Großteil aller Batman-Geschichten.

Batman: Venom stammt von Anfang der 90er Jahre und dementsprechend sind die Zeichnungen eindeutig dieser Zeit zuzuordnen. Der typische Stil der Zeit ist zu erkennen. Trotzdem heben sie sich deutlich ab, auch von heutigen Künstlern, was durchaus positiv gemeint ist. Batmans Wahnsinn und Verzweiflung sind ihm ins Gesicht geschrieben. Seine Sucht tritt klar in den Bildern hervor. Russel Braun und Trevor von Eeden lassen keinen Zweifel daran, wie es um Batmans Geisteszustand bestellt ist. Geradezu erschreckend ist ihre Darstellung Batmans auf Entzug. Dazu finden sie immer die richtigen Perspektiven und Blickwinkel. Fast filmisch setzen sie die Geschichte in Szene und bringen viel Dynamik in ihre Zeichnungen. Graphisch ist Venom ebenbürtig zum Inhalt.

Wie meist bei Panini gibt es eine kurze Einführung, eine Vorstellung der Beteiligten und eine Covergalerie.


Fazit

Batman: Venom ist ein wichtiger Comic in der Geschichte des Dunklen Ritters. Nicht nur wegen der Bedeutung Venoms für Bane, sondern vor allem weil Bruce Wayne dem Wahnsinn nie näher war als hier und seine seelischen Abgründe ausgelotet werden. Batman-Fans müssen zu greifen.


Pro & Contra

+ Cover von Heft 3 bringt die Geschichte auf den Punkt
+ Alfred ist einfach perfekt eingefangen
+ sehr gute, spannende Geschichte
+ gute Zeichnungen, die die Geschichte ausbauen und vertiefen

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 01. September 2016
 

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