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Motten tragen keinen Helm: Roman übers Verlassenwerden (Maren Elbrechtz)
Geschrieben von Nicole
Montag, der 17. August 2015

Elbrechtz M-Motten tragen keinen Helm

U. Helmer Verlag, 1. Auflage, April 2015
Taschenbuch,185 Seiten,
12,95 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-897-41373-3

Genre: Belletristik


Klappentext

Suza Schimmer wurde soeben von ihrer großen Liebe verlassen. Für Antonia – mit Max verheiratet und Mutter – war das Ganze offenbar nur eine Affäre. Alles, was sie noch für Suza übrig hat, sind vier Worte und ein Punkt.
Das gibt sie ihr schriftlich.
Suza durchlebt die vier Phasen der Trauer und, als ihr die fünfte wieder einfällt, auch die fünfte. Bis dahin trinkt sie zuviel und verliert ihren Job bei einer Computerservice-Hotline, nie aber ihre freche, messerscharfe, Sicht auf sich und die Welt. Eine Welt, die zum Glück trotz allem aus Freundschaft, Liebe und Humor besteht. Denn das Leben ist hart – aber so hart nun auch wieder nicht.


Die Autorin

Maren Elbrechtz wurde 1976 im Ruhrgebiet geboren, machte 2000 ihren Magister und arbeitete unter anderem als Projektkoordinatorin, Producerin, Creative Producerin und in der Drehbuchentwicklung der Film- und Fernsehbranche. Seit 2009 ist Maren Elbrechtz Dozentin für Drehbuch und Produktion.


Rezension

Verdrängung – Wut – Handeln und Betteln – Depressionen – Akzeptanz. Suza geht durch all die Phasen des Verlassenwerdens, nachdem Antonia, ihre große Liebe, mit ihr Schluss gemacht hat. Per Email, mit vier Worten und einem Punkt. In den Tagen und Wochen danach gehen ihr diese Worte nicht mehr aus dem Kopf. Während sie zwischen Erinnerungen, Verwirrung und Wut hin und her gerissen ist, verliert sie erst ihren Job in einem Callcenter und schließlich ihre Balance. Sie trudelt von Tag zu Tag, verliert sich in Alkohol und wirren Gedanken.

» „Bitte lass mich los.“ – Aha!, denke ich. Das ist interessant. Ich schließe die Mail, öffne sie erneut. Scrolle bis zum Ende und wieder hoch. Da steht sonst nichts. Gar nichts. Und was soll der Punkt? Ich kriege noch nicht einmal ein Ausrufezeichen?! Wegen des fehlenden Ausrufezeichens bin ich sehr geknickt.«

Maren Elbrechtz Protagonistin ist herzerfrischend anders. Chaotisch und abseits des Normalen geht Suza Schimmer seltsamen Interessen nach wie Prostituierte beobachten oder verbringt ganze Tage unter dem Teppich, um sich vor der Welt zu verstecken. Um über ihre Liebe Antonia hinwegzukommen, kauft sie sich sogar ein Haustier – ein ungewöhnliches und äußerst hässliches, das sie passenderweise Antonia nennt. Wenn es ihr zu viel wird, und der Alkohol nicht mehr ausreicht, um ihre Gefühle zu dämpfen, wendet sie sich an ihre beste Freundin Lisa –ihr Fels in der Brandung. Zwischendurch spricht sie immer wieder ein paar Worte mit ihrer Kloschüssel und schreibt provokative Briefe an Zeitschriften und andere von denen sie sich gestört oder genarrt vorkommt.

Die gewählte Zeitform des Präsens mag ungewöhnlich sein. Zusammen mit der Ich-Perspektive erlaubt es dem Leser allerdings fast eine Tagebuch-ähnliche Erfahrung. Dies wird durch den lockeren, selbstironischen Sprachstil der Protagonistin unterstützt. Es ist ihre schrullige, widerspenstige Art, die begeistert. Mit ihrem dunklen, fast schon grenzwertigen Humor zieht sie den Leser in den Bann und führt ihn auf einen wilden Ritt durch ihre Welt. Zwischen den Flaschen und unter dem Teppich findet Suza schließlich zu sich selbst zurück. Sie erkennt, dass Liebe zwar wichtig, aber nicht überlebenswichtig ist und dass es mehr gibt zwischen Himmel und Hölle als Antonia.

Möchte man etwas Negatives anmerken, so mag man vielleicht den übertriebenen Genuss von Alkohol in den Raum stellen oder das Ende bedenken, das in sich zwar gut gewählt, in der Ausführung allerdings etwas zu knapp bemessen und abrupt erscheint. So umfasst die letzte Phase dann auch gerade einmal knappe zwei Seiten, obschon sich dort etwas Wichtiges tut. Auch gelingt der Übergang von Phase vier auf fünf nicht ganz so glatt wie in den Kapiteln zuvor, was vielleicht auch daran liegen mag, dass sich die Phasen eins bis vier vermischen.


Fazit

Motten tragen keinen Helm ist so ungewöhnlich wie sein Titel. Es ist schräg und witzig, dazu gespickt mit zahlreichen Zitaten und Sprüchen, die man nicht so schnell vergisst. Maren Elbrechtz gelingt hier ein gelungenes Portrait eines markanten Charakters, der mit seinen Ecken und Kanten begeistert. Suza Schimmer mag nicht jedermanns Geschmack entsprechen, aber was sie erlebt ist wohl keinem fremd und sie zeigt, wie man auch in den dunkelsten Phasen seines Lebens Freude finden kann.


Pro/Contra

+ Suza Schimmer
+ Humor

o Stil

-Ende etwas zu kurz angebunden

Bewertung: sterne4.5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Rezension zu "Alles was ich muss ist weg"

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 21. Juni 2016
 

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