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Gesa Schwartz (13.11.2015)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 13. November 2015

Interview mit Gesa Schwartz

Literatopia: Hallo, Gesa! Schön, wieder einmal mit Dir zu plaudern. Ende September erschien Dein neuer Jugendroman „Nacht ohne Sterne“ – was erwartet uns dieses Mal?

gesaschwartz2015Gesa Schwartz: Mit „Nacht ohne Sterne“ erwartet euch eine phantastische und zugleich romantische Geschichte, die im New York unserer Zeit spielt. Es ist mein allererstes Jugendbuch und handelt von der jungen Naya, einer Halbelfe, die sich weder der geheimnisvollen Elfenwelt New Yorks noch der Welt der Menschen gänzlich zugehörig fühlt. Ihr bester Freund Jaron ist ein Lichtelf, der New York vor den Machenschaften der Dunkelelfen bewahren soll. Doch dann wird Naya mitten hinein gezogen in den jahrhundertealten Krieg zwischen den beiden Völkern.

Und als sie den Dunkelelf Vidar kennenlernt, wird all ihr bisheriges Wissen auf den Kopf gestellt. Sie wird mit der Frage konfrontiert, welche Ziele Jaron in Wahrheit verfolgt und welche Geheimnisse Vidar verbirgt, bis sie kaum noch weiß, wem sie trauen kann und auf ihr Herz hören muss, um ihren Weg zu finden. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, und es hat mir viel Freude bereitet, mich mit Naya auf die Reise zwischen den Welten zu begeben. Denn abgesehen von den Figuren, die ich sehr ins Herz geschlossen habe, ist die Welt rings herum wie immer in meinen Geschichten nur scheinbar so, wie wir sie kennen. Auch in „Nacht ohne Sterne“ gibt es etliche Falltüren und geheime Tore, die zusehends tiefer in die Schatten führen ... und wer kann schon sagen, was man in ihnen finden wird?

Literatopia: In „Nacht ohne Sterne“ stehlen die Elfen den Menschen die Träume – warum tun sie das und wie gehen sie dabei vor?

Gesa Schwartz: Für die Elfen in meiner Geschichte sind die Träume der Menschen lebensnotwendig. Wie sie genau bei ihren Diebstählen vorgehen, werde ich an dieser Stelle lieber nicht erklären, um nichts vorweg zu nehmen. Aber vielleicht ist es ohnehin viel interessanter, was der Dunkelelf Vidar antwortet, als meine Protagonistin Naya ihn fragt, wie es für ihn wäre, jemandem die Träume zu stehlen: Jaron hatte es ihr einmal als einen Bilderstrom beschrieben, in den er eintauchte und so das Gefühl bekam, die Träume selbst zu erleben. Doch über Vidars Gesicht flog ein Schatten, als er antwortete: „Es ist, als würde man draußen vor einem erleuchteten Fenster stehen, wohl wissend, dass im Inneren der Wohnung Wesen leben, die wissen, was Glück bedeutet und Frieden. Es ist schmerzhaft und einsam, aber man kann das Licht fühlen, das schwach durch das Fenster bricht, und bekommt eine Ahnung davon, wie es sein könnte, ein Teil davon zu sein. Und dennoch fühlt man sich dabei immer wie ein Dieb.“ Er hielt kurz inne. „Aber bei unserer letzten Begegnung habe ich dich nicht bestohlen. Du hast mir deine Träume freiwillig gegeben. Ich konnte sie spüren wie die Farben eines Kaleidoskops, und das war … fremd und verstörend und voller Magie.“

Literatopia: Bereits Nayas Kindheit war von der Sehnsucht nach der magischen Welt geprägt und wenn man ihre Gedanken liest, hat man ein wenig das Gefühl, dass da Deine eigene Sehnsucht durchklingt? Standest Du auch schon vor einem Spiegel und dachtest, jemand hätte von der anderen Seite dagegen geklopft?

Gesa Schwartz: Oh ja, allerdings stand ich meist mit dem Rücken zum Spiegel und habe mich viel zu langsam umgedreht, um denjenigen auf der anderen Seite noch rechtzeitig sehen zu können. Und leider wurde die Oberfläche des Spiegels auch nicht durchlässig, als ich meinerseits dagegen klopfte. Man könnte also sagen, dass ich noch nach dem richtigen Zauberwort suche, denn ja: Auf jeden Fall zieht sich meine Sehnsucht nach der Anderwelt durch alle meine Geschichten – und nach den Wundern, die uns überall umgeben.

Literatopia: Wie kamst Du auf den klangvollen Titel „Nacht ohne Sterne“?

Gesa Schwartz: Der Titel benennt das Herz der Geschichte. Er kommt mehrfach im Text vor, wobei seine wahre Bedeutung sich doch erst ganz am Ende offenbaren wird. An dieser Stelle kann ich sie nicht erklären, ohne vorzugreifen, aber ich bin sehr glücklich, dass gerade dieser Titel für den Leser das Erste ist, das er von der Geschichte kennenlernt.

Literatopia: Warum hast Du Dich für New York als Schauplatz entschieden? Wie passen Neonlichter, Häuserschluchten und Elfen zusammen?

Gesa Schwartz: Nicht ich habe mich für New York entschieden, sondern die Geschichte. So ist es ja immer bei mir: Ich werde inspiriert, die Idee formt sich zu einem Bild, das weitere hervorbringt, und dann springe ich von Bild zu Bild und höre dabei auf die Stimme der Geschichte, die an meine Tür geklopft und mich auf ihr Abenteuer mitgenommen hat.

Recht schnell hat sich bei „Nacht ohne Sterne“ dabei New York als Schauplatz offenbart, was mich sehr begeistert hat. Denn New York ist im Wortsinn eine durch und durch phantastische Stadt ... und meine Recherchen beweisen, dass sie viel mehr zu bieten hat als alles, was wir für gewöhnlich von ihr hören und sehen. Wenn man sich auf sie einlässt, kann man durch all ihre Masken tiefer und tiefer fallen, bis man am Ende sich selbst ins Gesicht schaut – und genau das kann auch geschehen, wenn man mit meinen Elfen auf die Reise geht.

Literatopia: Was für eine Persönlichkeit ist Naya? Und wie kommt sie mit der magischen Welt zurecht?

Gesa Schwartz: Naya ist eine Halbelfe und leidet seit ihrer Geburt darunter, zwischen allen Welten zu stehen. Einerseits sehnt sie sich nach den düsteren, magischen Reichen um sich herum, andererseits fürchtet sie sich jedoch auch davor, und das aus ganz unterschiedlichen, inneren wie äußeren Gründen. Sie muss ihren eigenen Weg zwischen Licht und Schatten finden, was alles andere als einfach ist. Aber sie ist störrisch und eigenwillig, eine Eigenschaft, die mich als Autorin an meinen Figuren gleichermaßen begeistert wie zur Verzweiflung treibt, und so scheut sie nicht davor zurück, sich auf unbequeme Pfade zu begeben – ein Umstand, der so manche Überraschung für sie bereit hält.

Literatopia: Naya bringt zu Beginn von „Nacht ohne Sterne“ einige Bücher zum Verkauf. Was machst Du mit Büchern, die ausgemistet werden?

Gesa Schwartz: Ich miste niemals Bücher aus. Sie sind nicht ohne Grund zu mir gekommen, sage ich mir immer - und rechtfertige so die Bücherstapel, die bei mir im Zirkuswagen bis zur Decke reichen. Und auch Naya verkauft nicht ihre eigenen, sondern magische Bücher, die ihr Vater in seinem Antiquariat feilbietet. Die Macht dieser Bücher könnte übrigens im Verlauf der Geschichte noch eine interessante Rolle spielen ...

Literatopia: Und wenn Dein Zirkuswagen irgendwann platzt? Würdest Du für Deine Bücher anbauen? Oder gar umziehen?

Gesa Schwartz: Zum Glück bin ich sehr erfinderisch, wenn es darum geht, Bücher unterzubringen. Umziehen würde ich vermutlich eher nicht, aber vielleicht könnten einige Bücher ausgelagert werden, bevorzugt solche, die ich in der jeweiligen Lebensphase nicht sehen kann. So geht es mir manchmal mit Büchern, genauso wie mit Freunden, die man ja auch nicht immer und rund um die Uhr um sich herum ertragen kann. Nun ... jedenfalls nicht alle.

Literatopia: Ähnlich wie „Nephilim“ beginnt „Nacht ohne Sterne“ mit schlechtem Wetter. Ist Regen ein guter Stimmungsmacher für ein Buch? Und magst Du eigentlich Regentage?

Gesa Schwartz: Vermutlich ist jedes Wetter ein guter Stimmungsmacher – es kommt eben darauf an, welche Stimmung man erzeugen will. :) Aber es stimmt, wie mir gerade auffällt: Alle meine bisherigen Bücher beginnen mit Regen, jedenfalls die ersten Bände, die in die neue Welt einführen. Interessant! Was das wohl über mich aussagt? Darüber werde ich natürlich kein Sterbenswörtchen verraten, nur so viel: Ich liebe das Gedicht von E.E. Cummings, in dem es heißt: „nobody, not even the rain, has such small hands“. Das bedeutet, dass nur ein geliebter Mensch, ein geliebtes Wesen noch zärtlicher sein kann als der Regen, und eines steht außer Zweifel: Nichts vermag es so eindringlich, mir zu zeigen, dass ich lebendig bin, wie der Regen.

Literatopia: Mit „Daimon“ hast Du die „Chroniken der Schattenwelt“ beendet. Wie blickst Du auf Nandos Reise zurück?

Gesa Schwartz: Wie vermutlich jeder Schriftsteller, der ein solches Mammutprojekt abgeschlossen hat, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits liebe ich die Welt und die Figuren, die ich durch Nando kennenlernen durfte. Andererseits fehlen sie mir auch mitunter, wenn sie aus den Düsternissen meiner Gedanken zu mir herüberwinken. Aber zum Glück ist es ja so, dass ich niemals gänzlich von meinen Figuren verlassen werde, selbst wenn ich eine ihrer Geschichten auserzählt habe. Sie sind immer bei mir, und wer weiß, wohin sie mich noch führen werden.

Literatopia: Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann mit neuen Charakteren in die Schattenwelt zurückzukehren?

Gesa Schwartz: Die Tür zu meinem inneren Schreibzimmer steht immer einen Spalt offen für die Figuren, die schon einmal über die Schwelle getreten sind, und das gilt auch für die Welten, die ich an ihrer Seite schon bereist habe. Wenn also jemand energisch genug Einlass begehrt und eine Welt im Schlepptau hat, die ich bereits kenne, werde ich ihn hereinlassen. Und wenn er mich dann packt und mit auf seine Reise nimmt – was bleibt mir anderes übrig, als von unseren Abenteuern zu erzählen?

Literatopia: Welcher Deiner Protagonisten ist Dir mehr ans Herz gewachsen – Nando oder Grim?

Gesa Schwartz: Ha! So eine ungerechte Frage beantworte ich nicht. Abgesehen davon ... wie meine Geschichten gezeigt haben, ist es nicht besonders klug, den Sohn des Teufels gegen sich aufzubringen – von einem jahrhundertealten Gargoyle einmal ganz zu schweigen. :)

Literatopia: Inzwischen hast Du auch einige Beiträge für Anthologien verfasst. Ist es Dir schwer gefallen, Deine Geschichten kurz zu halten (Deine Romane sind ja recht umfangreich)? Und wo siehst Du die Herausforderung bei einer guten Kurzgeschichte?

Gesa Schwartz: Nein, die Kürze fällt mir gar nicht schwer. Jede Geschichte hat ihren eigenen Atem, und letzten Endes unterscheiden sich in meinen Augen Kurzgeschichten oder Romane ohnehin nicht so stark voneinander, wie man vielleicht denken könnte. So leiste ich für eine Kurzgeschichte dieselbe Vorarbeit, angefangen beim Plot, der Figurenentwicklung und dem Rhythmus der Geschichte bis hin zur Recherche, wie auch bei längeren Geschichten. Im Unterschied zum Roman achte ich aber bei einer Kurzgeschichte noch viel stärker darauf, dass tatsächlich jedes Wort, jede Nuance sitzt, da man dort meist nur eine einzige Möglichkeit hat, etwas zu sagen, während im Roman mehr Platz dafür bleibt.

Literatopia: Deine Bücher sind durch und durch phantastisch, aber auf Deiner Homepage schreibst Du, Du dachtest lange Zeit, Du hättest gar keine Phantasie. Wie passt das zusammen? Wie hast Du letztlich Deine Phantasie entdeckt?

Gesa Schwartz: Dazu habe ich auf meiner Homepage ja schon einiges geschrieben, aber es ist tatsächlich so, dass ich lange Zeit glaubte, keine im Wortsinn phantastischen Geschichten schreiben zu können, wenngleich ich immer schon eine starke Sehnsucht nach dem MEHR hatte, das ich auf irgendeine Weise in unserer Welt fühlte. Dieser Zwiespalt hat mich über viele Jahre sehr intensiv beschäftigt, er tut es auch noch, wenn auch in anderen Ausführungen und unter so manchen Masken. Insgesamt war es für mich jedenfalls kein leichter Weg zu meinen Geschichten, wobei ich inzwischen der Überzeugung bin, dass es das Außen, die Welt war, das mich von ihnen ferngehalten hat (und noch immer viel zu oft und viel zu übermächtig fernhält, aber das nur nebenbei) – eben das, was Michael Ende als Zivilisationswüste bezeichnet hat und gegen das man sich nicht immer wehren kann, auch wenn man es noch so sehr versucht. Mein Weg zu meinen Phantastik-Geschichten hat mit einem Bild begonnen – dem Bild zu einer Geschichte, die bis heute so nah an meinem Herzen geblieben ist, dass ich sie wohl nie veröffentlichen werde und das mich gleichzeitig durch all meine Bücher hindurch begleitet – und durch alle Schlachten, die ich mit mir selbst oder dem vermaledeiten Außen ausfechten muss.

Literatopia: Was hältst Du persönlich von eBooks? Praktisch, weil man hunderte Bücher gleichzeitig dabei haben kann? Oder bevorzugst Du gedruckte Bücher, die Regale zieren?

Gesa Schwartz: Ich liebe Bücher, die ich auch anfassen kann. Ich brauche das Gefühl, von Büchern umgeben zu sein, beim Schreiben, beim Denken, beim Leben. Und ich kritzele in meinen Büchern herum, mache Notizen, unterstreiche – und mit jedem Strich verschmilzt der Text mehr mit mir. Wenn ich ein Buch in der Hand halte und darin lese, dann ist es manchmal, als würde ich seine Seele berühren können. Vielleicht habe ich deshalb noch keinen Ebookreader, auch wenn es ohne Frage praktisch ist, hunderte von Büchern bei sich zu haben, ganz egal, wo man gerade ist.

Literatopia: Was können wir in Zukunft von Dir erwarten? Bleibt „Nacht ohne Sterne“ ein Einzelroman? Und kannst Du Dir vorstellen, mal etwas ohne Magie zu schreiben?

Gesa Schwartz: „Nacht ohne Sterne“ ist ein Einzelroman, ja. Gerade schreibe ich an einer neuen Geschichte, die ebenfalls phantastisch sein wird. Mehr darf ich dazu aber leider noch nicht verraten. Etwas ohne Magie zu schreiben, kann ich mir auch vorstellen und habe das in meiner bei Rowohlt erschienenen Kurzgeschichte „Rosenrot“ auch bereits getan. Eine sehr spannende Erfahrung, die ich sicherlich einmal wiederholen werde.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview, Gesa!

Gesa Schwartz: Ich bedanke mich!

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Autorenfotos: Copyright by Moutevelidis Photography

Autorenhomepage: www.gesa-schwartz.de

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 Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 31. Oktober 2017
 

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