Donnerstag, 30. März 2017

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Angstmädchen (Jenny Milewski)
Geschrieben von Jessica
Freitag, der 10. März 2017

Heyne, 1. Auflage Januar 2017
Originaltitel: Yuko
Aus dem Schwedischen von Maximilian Stadler
Taschenbuch, 336 Seiten
13,99 € (D) | 14,40 € (A) | sFr 19,50
ISBN: 978-3-453-43880-4
Leseprobe

Genre: Mystery-Thriller


Klappentext:

Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht …


Rezension:

Malin freut sich – endlich raus aus ihrem Kaff, endlich rein ins Studentenleben, endlich die Möglichkeit, ein neues Ich zu werden und kennenzulernen. Sie ist unglaublich aufgeregt, weil es endlich mit einem Zimmer im Studentenwohnheim geklappt hat und sie aus dem muffigen Durchgangszimmer ausziehen kann, das zwei Monate lang ihr Zuhause war. Nun teilt sie sich den Wohnraum mit fünf weiteren Studenten und ist gespannt, wie sich dieses gestalten wird. Aber schon kurz nach Malins Einzug häufen sich seltsame Ereignisse und auch ihre Mitbewohner verhalten sich ziemlich seltsam. Als die junge Studentin Nachforschungen anstellt, findet sie schnell heraus, dass sich erst kurz vor ihrem Einzug ein Mädchen – Yuko, eine Austauschschülerin aus Japan – das Leben genommen hat. In ihrem Badezimmer, in ihrer Badewanne. Zuerst tut Malin dies nur als seltsamen Zufall und unglücklichen Schicksalsschlag ab, doch dann häufen sich die mysteriösen Vorfälle. Schließlich müssen sie selbst und ihre Mitbewohner einsehen, dass sie auf ihrem Stockwerk noch jemand wohnt ... und dieser Jemand nicht einfach so verschwinden wird.

Ich denke, dass unser Leben von einer ganzen Perlenkette aus Ereignissen und Entscheidungen geformt wird. Manche sind so unbedeutend wie Kieselsteine, die von einem Fluss mitgerissen werden, ohne etwas zu bewirken. Andere sind wie Felsblöcke, die die Richtung des Stroms auf immer verändern. Aber was ein Kieselstein ist und was ein Steinblock, weiß man nicht immer so leicht. Und die Folgen unserer Entscheidungen, getroffen nach bestem Wissen und Gewissen und mit allen in dem Moment zugänglichen Informationen, werden uns zumeist erst im Nachhinein bewusst. Wenn alles zu spät ist.
(Seite 11/12)


Endlich bekommen Fans von Jenny Milewski endlich den ersehnten Nachschub. Doch der Leser sollte darauf gefasst sein, dass sich hier kein Vergleich zum Debüt-Thriller ziehen lässt. Denn mit Angstmädchen betritt die schwedische Autorin ein etwas anderes Gebiet. Zugegeben, mit Skalpelltanz wurde die persönliche Messlatte ziemlich hoch gelegt, sodass man als Leser mit gewissen Erwartungen an diesen zweiten Spannungsroman herangeht. Und die könnten auf den ersten Blick leider enttäuscht werden – denn Jenny Milewski hat sich definitiv weiterentwickelt und wagt sich hier an eine Thematik, die erst eine gewisse Zeit braucht, um ihre Wirkung in einem Thriller zu entfalten. Natürlich muss man als Leser dem Ganzen auch eine Chance geben und etwas Neuem aufgeschlossen sein. Wenn man das ist, erhält man mit Angstmädchen ein völlig anderes Gänsehautgefühl, als man es von normalen Thrillern vielleicht gewöhnt ist. Mit mystischen Elementen aus der asiatischen Kultur, die allerdings erst spät erläutert werden, wird hier auf eine ganz andere Art und Weise mit dem Genre gespielt – ein Spiel, das bei so manchem Genre-Fan möglicherweise in einem Ärgernis enden könnte. Wer sich aber öffnet und den fremdartigen Elementen Zugang gewährt, der wird trotzdem auf seine Kosten kommen.

Auch wenn man manchmal das Gefühl hat, sich in einem anderen Genre zu bewegen, findet Jenny Milewski doch immer wieder Zugang zu den richtigen Punkten, um zu beweisen, dass auch Angstmädchen in den großen Bereich des Thrillers fällt. Zwar wäre eine genauere Einordnung in eines der Untergenre, wie zum Beispiel Mystery oder Paranormales, für manchen Leser vielleicht hilfreich gewesen, doch manchmal ist eine solche Unterteilung auch von Nachteil. So hat die Geschichte um Malin und Yuko die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Und auch wenn der Leser schon am Anfang sehr genau weiß, wie das Buch enden wird, ist es spannend, sich die Entwicklung in einer Art Zeitraffer anzuschauen. Mit ein bisschen Offenheit und einem Blick über den Tellerrand kann Angstmädchen durchaus auch bei kritischen Lesern für Gänsehautmomente und kribbelige Unterhaltung sorgen.

Ohne Sinn im Dasein werden wir zu einer Herde verlorener Lämmer ohne Möglichkeit, nach Hause zu finden.
(Seite 317)


Fazit:

Mit ihrem zweiten Thriller tritt Jenny Milewski zurück auf die Bildfläche und liefert den Anhängern des Spannungsgenres dieses Mal eine etwas andere Art der Unterhaltung. Den Leser erwartet eher tiefgehender, unterschwelliger Thrill mit einer Menge Infos über die mystischen Details der asiatischen Kultur. Sicherlich zu Anfang erst einmal gewöhnungsbedürftig braucht Angstmädchen seine Zeit zum Entfalten. Doch einmal richtig in die Geschichte eingetaucht, kann man sich spätestens ab der Hälfte über so manchen Gänsehautmoment freuen. Man muss dem Ganzen nur eine Chance geben!


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Zur Rezension von "Skalpelltanz"

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 10. März 2017
 

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