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Die Hexenholzkrone 1. Der letzte König von Osten Ard (Tad Williams)
Geschrieben von Almut
Dienstag, der 07. November 2017

williams hexenholzkrone1

Klett-Cotta Verlag, 2017
Originaltitel: The Witchwood Crown. The Last King of Osten Ard 1 (2017)
Übersetzung von Cornelia Holfelder-von der Tann und Wolfram Ströle
Gebunden, 745 Seiten
€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90
ISBN 978-3-608-94953-7

Genre: Fantasy


Rezension

Der erste Zyklus der Reihe über Osten Ard - Das Geheimnis der Großen Schwerter - besteht aus Der Drachenbeinthron (The Dragonbone Chair, beide 1988), Der Abschiedsstein (1993; The Stone of Farewell, 1990), Die Nornenkönigin (1996; To Green Angel Tower, Teilband 1, 1996) und Der Engelsturm (1996; To Green Angel Tower, Teilband 2, 1996). Er erzählt die Erlebnisse des Küchenjungen Simon, der auf dem Hochhorst des Königs von Osten Ard lebt. Nach dem Tod des Königs Johan Presbyter wird der ältere Sohn Elias Thronfolger. Elias gerät unter den Einfluss des Zauberers Pryrates und schließt einen Pakt mit dem Bösen. Seinen Bruder Josua hält er gefangen, bis Simon und Josua von Osten Ard fliehen. Simon ist, wie sich im Verlauf der Handlung erweist, von königlicher Herkunft. Das Reich gerät durch Konflikte in einen großen Krieg, an dem viele Stämme Sterblicher wie auch Unsterbliche, die Nornen (Hikeda’ya) und Sithi, beteiligt sind. Unsterblich zu sein bedeutet hier ein potenziell unermesslich langes Leben. Getötet werden können die Unsterbliche genannten jedoch.

Vierundzwanzig Jahre nach dieser Trilogie und nach Veröffentlichung des von ihm als Etüde bezeichneten Das Herz der verlorenen Dinge (The Heart of What Was Lost, beide 2017), beginnt Williams nun mit Der letzte König von Osten Ard einen neuen Zyklus. Dessen erster Roman ist Die Hexenholzkrone (The Witchwood Crown, beide 2017). Die Erkynländer König Simon und Königin Miriamel sind – seit dem Abschluss des ersten Zyklus‘ – dreißig Jahre verheiratet, ihr Enkel Morgan ist nach dem Tod Prinz Josuas der Thronerbe. Die Großmutter verhält sich Morgan gegenüber auf erdrückende Weise fürsorglich, was diesen ebenso belastet wie die von ihm zu tragende wachsende Verantwortung. Andererseits ist Morgan mehr an Frauen und Besäufnissen mit seinen Kumpanen interessiert als daran, sich auf seine künftigen Aufgaben vorzubereiten.

Utuk’ku, die Königin der Nornen, erwacht aus einem nahezu dreißig Jahre währenden Schlaf, in dem sie sich von den aufreibenden Ereignissen des Krieges erholt hat. Sie will sich an den Sterblichen rächen, die Schmach der Niederlage tilgen und das Nornenreich wieder zur alten Größe bringen. Es gibt viele Gerüchte und wenige Hinweise darauf, dass die Nornen etwas vorhaben könnten, weshalb die Erkynländer beunruhigt sind. Eine andere Elfenrasse, die Sithi, werden von den Nornen in eine Auseinandersetzung hineingezogen. Sie misstrauen den Sterblichen zwar, schicken aber dennoch eine Botin namens Tanakaya zu ihnen. In zwei Kapiteln erfahren wir zudem etwas über die alltäglichen Auseinandersetzungen und Probleme der Thrithingbewohner.

Das Original The Witchwood Crown hat einen Umfang von rund 730 Seiten und wird in Deutschland mit rund 1300 Seiten Gesamtumfang in zwei Teilbänden veröffentlicht. Natürlich besteht immer ein Risiko darin, eine Fortsetzung zu einem bereits abgeschlossenen Zyklus zu schreiben. Aber Tad Williams entwickelt sein erzählerisches Universum sowohl in die Breite wie auch die Tiefe weiter. Nach 24 Jahren wieder Osten Ard aufzusuchen, das bedeutet auch, Leser anzusprechen, die die ersten Bände gar nicht kennen, oder denen der Name Tad Williams zuvor kein Begriff war. Diese müssen sich auf den neuen Zyklus einlassen können, ohne die vorhergehenden Bücher zwingend gelesen haben zu müssen. Zugleich sind die Leser der früheren Bücher daran interessiert, in einer Fortsetzung zu erfahren, was mit den überlebenden Figuren aus dem ersten Zyklus in den vergangenen dreißig Jahren geschehen ist.

Der Roman wartet mit einer großen Anzahl Figuren auf, die mit Gruppenzugehörigkeit im Anhang gelistet sind. Sie werden nach und nach eingeführt, in Handlungszusammenhängen, die das Verständnis der Erzählung und ihrer Struktur erleichtern. Ein wichtiges Motiv ist die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Ohne die Ereignisse aus der Vergangenheit ist die Gegenwart in Die Hexenholzkrone kaum verständlich. Williams entspricht dem, indem er die ersten Kapitel stark dialogisch anlegt, wichtige Dinge aus dem ersten Zyklus in lebhaften Gesprächen vermittelt und auf diesem Wege in die Gegenwart herüberholt.

Die Handlung wird über individuelle Perspektiven dialogisch direkt sowie über eine Instanz in der dritten Person erzählt, die jedoch nicht unabhängig ist, sondern jeweils die indirekte Sicht einer Person liefert. Wir sehen die Dinge in diesen Fällen, als blickten wir dieser Person über die Schulter. Dabei wechseln kapitelweise das Personal und die Perspektiven. Diese Verwendung von Perspektive hat den Effekt, dass wir beispielsweise einen schlechten Menschen nicht als nur schlecht erleben, sondern durchaus Sympathie entwickeln können, weil er aus seiner individuellen Sicht anders wirkt als aus der Sicht seiner Gegner. Dies bewirkt einen grundsätzlichen Verzicht auf Schwarzweiß-Zeichnungen zugunsten von Grauschattierungen und folglich Charakteren, die in ihrer Gesamtanlage komplexer und damit menschlicher sind.

Mit diesem Buch liegt der erste Teilband des Romans vor. Da Die Hexenholzkrone innerhalb der Reihe Der letzte König von Osten Ard als eine Einheit konzipiert und umgesetzt wurde, erfolgt eine abschließende Bewertung am Ende der Rezension des zweiten Teilbandes.

 

Hier geht es zur Rezension des zweiten Teilbandes: Die Hexenholzkrone 2. (Buch erscheint am 11.11.2017, Rezension etwas später)


Rezension zu Das Herz der verlorenen Dinge

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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 11. November 2017
 

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