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Kryson - Zeit der Dämmerung (Bernd Rümmelein)
Geschrieben von Angelika
Montag, der 10. Mai 2010

Otherworld Verlag (Juli 2009)
795 Seiten, 14,95 €
ISBN: 978-3-8000-9502-5

Genre: High Fantasy


Klappentext

AUSGEZEICHNET MIT DEM WOLFGANG-HOHLBEINPREIS-2008

Das Gleichgewicht, das die Welt Kryson regiert hat, ist außer Kraft gesetzt – der Kontinent Ell fällt in Dunkelheit. Die Bluttrinker machen sich auf den Weg und ziehen dabei eine Spur der Vernichtung nach sich. Neue Allianzen entstehen, und so wird der einst siegreiche Madhrab als Verbrecher gebrandmarkt. Wird nun auch der weiße Schäfer erwachen und sich gemeinsam mit seinem dunklen Bruder einer neuen Generation gegenübersehen, die ihnen den Machtanspruch streitig macht?


Rezension

Wenn Bernd Rümmelein schreibt, dann spaltet sich meist so manche Leserschaft. Denn mit seinem überaus gradlinigen Debüt-Roman Die Schlacht am Rayhin und der gelungenen Fortsetzung Diener des Dunklen Hirten wies der Fantasy-Autor von Beginn an eine Richtung, die vorerst befremdete, sich aber nach und nach dennoch durchzusetzen verstand. Mit „Zeit der Dämmerung“ setzt Bernd Rümmelein seinen mutigen Weg in Richtung Andersartigkeit weiter fort und besticht einmal mehr mit Verdammnis, Dunkelheit und Verrat.

>> Die Zeit der Dämmerung, sie droht. Lässt Licht und Schatten schwinden, ... <<

Lordmaster Madhrab hat die Schlacht am Rayhin gewonnen und wurde dafür – als potenzielle Bedrohung für den Regenten – ganz anders entlohnt, als es seinen Vorstellungen entsprach. Eine Flucht folgte, um in Eisbergen Frieden zu finden. Doch auch diese Hoffnung wird mit der heraufziehenden Dunkelheit zerstört. Denn eine der Sonnen Krysons verliert scheinbar an Kraft. – Die Macht es Dunklen Hirten wächst. Bluttrinker folgen dem Ruf der Nacht, um die Klanlande endgültig zu vernichten und der Lordmaster sieht für sich, seine Frau und sein Kind nur eine Möglichkeit. Er muss zurück und sich der Vergangenheit stellen.

In der Zwischenzeit entdeckt Sapius neue Verbündete und die geborenen Lesvaraq, die das Machtgefüge Ells wieder herstellen sollen, für sich. Doch die bereits jetzt schon hochentwickelten „Übermenschen“ sind noch jung, unerfahren und ohne Führung. Die Zeit läuft Sapius und damit auch ganz Kryson davon ...

Wie schon beim ersten und zweiten Band gilt auch hier: Wer Erwartungen à la Wolfgang Hohlbein hegt wird mit Kryson eine Enttäuschung in den Händen halten, denn Bernd Rümmelein geht auch im dritten Buch seiner Reihe gänzlich andere Wege. Pfade, die den geneigten High Fantasy-Fan nur schwer enttäuschen können bedenkt man die bisherigen Entwicklungen, die zum Teil gut bis sehr erfreulich sind. Denn der in der Nähe von Tübingen lebende Autor beweist mit seinem dritten Band einmal mehr ein Gespür für das große Ganze und baut die begonnen Handlungsstränge weiter aus. Damit kann er seinen Lesern (bis auf das Volk der Felsgeborenen) zwar nicht viel Neues bieten, doch mit dem vorhandenen Potenzial seiner Charaktere und deren Rollen bestens jonglieren. In „Zeit der Dämmerung“ wird endlich aufgelöst was hinter den Beweggründen des Overlords Boijakmar steckt und warum er sich gegen seinen Freund Madhrab wandte. Auch erfährt man mehr über den Saikalsan Quadalkar, dem Vater aller Bluttrinker, der mit seinen Kindern gegen Ulljans Erben zieht. Ein Schachzug, der schlussendlich - wie vom freien Magier Sapuis und dem Leser lange gewünscht - den weißen Schäfer weckt. Doch diese Tatsache wird Ell, anders als erwartet, keinen großen Vorteil bringen, denn mit dem Erwachen von Saijkal wird nur eines klar: Ell hat zwar kurzweilig gewonnen, doch nur Zeit. Bernd Rümmelein lässt in diesem Punkt viel Spannung entstehen, die das Gefühl verleiht, immer noch am Beginn von etwas ganz Großem zu sein.

Kritik lässt sich nur an wenigen Dingen äußern. Die Schwächen der Reihe (wie die allgemeine Überzeichnung, das kompromisslose Ausmalen von Schwarz und Weiß und die ab und an deutlich merkbare Eintönigkeit) haben sich teilweise zu Eigenheiten entwickelt, die mit dem Voranschreiten der Seitenanzahl sogar begeistern können, falls man einem erzählenden Stil und andersartigen Ideen etwas abgewinnen kann. Anstrengend bleibt es trotz aller Freude am Lesen dennoch, auch wenn im dritten Band mehr Action im Vordergrund steht. Das liegt vor allem daran, dass es schwer ist Bernd Rümmeleins roten Faden zu übersehen. Dieser lässt die Geschichte (zum Beispiel im Entwicklungsfall der Naiki) zwar nicht vorhersehbar werden, schimmert aber immer wieder so weit durch, dass manche Geschehnisse einfach zu konstruiert wirken, um sie als natürlich anzusehen.

Hingegen wesentlich gelungener weiß der Autor die vorherrschende Düsternis zu präsentieren. Wie auch schon in den letzten beiden Bänden ist „Zeit der Dämmerung“ ein überaus dunkles Machwerk, das seine Vorgänger sogar noch übertrifft. Die Protagonisten werden noch weniger geschont; es wird noch weniger Menschlichkeit oder Gnade gezeigt. Bernd Rümmelein versteht es immer besser, sein (hoffentlich) erwachsenes Publikum zu schockieren und am Ende wieder so sehr mitfiebern zu lassen, dass es schlussendlich schwer fällt, auf das Erscheinen eines nächsten Bandes zu warten. Und nächste Bände wird es geben. Sie sind für 2010 und 2011 geplant und werden - zumindest scheint es so - noch interessanter, düster und epischer sein als das, was man bisher gelesen hat.


Fazit

Bernd Rümmelein hat seine Reihe einmal mehr würdig fortgesetzt. Mit „Zeit der Dämmerung“ legt er das bisher wohl dunkelste Kryson-Kapitel vor und lässt die Erwartungen steigen. Für Leser, die sich schon in den ersten beiden Büchern für die Ideen des Autors begeistern konnten ist dieses Buch ein Muss! Kryson hat die Bezeichnung Epos wahrhaft verdient!


Pro & Kontra

+ anspruchsvolle High Fantasy
+ bewundernswert ausgearbeiteter Hintergrund
+ angemessen blutig & brutal
+ spannend zu lesen
+ ein sich vom Einheitsbrei abhebendes Werk
+ würdige Fortsetzung
+ abwechslungsreiche Handlungen
+ intensive Bilder & Beschreibungen

o oftmals sehr schonungslos
o erzählender Stil
o gehaltvoller Magieanteil
o insgesamt überzeichnet

- trotz allem vorhandene Schwarz- & Weißmalerei
- teilweise unlogisch in kleineren Entwicklungen
- manche Protagonisten leicht durchschaubar o. oberflächlich in ihrer Darstellung
- ab und an zu platt geraten

Wertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5


Interview mit Bernd Rümmelein (22.12.2009)
Rezension zu "Die Schlacht am Rayhin" (1)
Rezension zu "Diener des dunklen Hirten" (2)
Rezension zu "Das verlorene Volk" (4)
Rezension zu "Das Buch der Macht" (5)
Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 03. Februar 2012
 

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