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Magierdämmerung - Für die Krone (Bernd Perplies)
Geschrieben von Judith
Montag, der 25. Oktober 2010

Egmont Lyx (September 2010)
broschiert mit Klappe, Trade Paperback
Seiten: 448, 12,95 EUR
ISBN: 978-3-8025-8264-6

Genre: Fantasy / Steampunk


Klappentext

Ein neues Zeitalter der Magie bricht an …

London 1897. Eines Nachts findet der junge Reporter Jonathan Kentham in einer Gasse einen sterbenden Mann. Dieser übergibt ihm einen Ring, der Jonathans Leben grundlegend verändern soll. Unfreiwillig wird er in den Kampf rivalisierender Magier hineingezogen. In den Ruinen des untergegangenen Atlantis wurde ein uraltes Siegel gebrochen und die Wahre Quelle der Magie geöffnet. Die ganze Welt droht im Chaos zu versinken …


Rezension

Der sterbende Mann, den der Strand-Reporter Jonathan findet, ist der oberste Lordmagier des Ordens des silbernen Kreises, Albert Dunholm. Mit mühsam hervorgebrachten letzten Worten vermacht dieser Jonathan seinen Ring und die Namen weniger Männer, denen er trauen könne. Schnell ist klar, dass Jonathan in einen tiefgreifenden Konflikt zwischen Magieanwendern hineingeraten ist. Zeitgleich entdeckt das schottische Mädchen Kendra bei einem Ritual, dass sich die Magie in der Welt verändert hat. Sie ist irgendwie stärker, geradezu aufgewühlter. Vollkommen von der Intensität der Magie berauscht, begibt sie sich mitten in der Nacht in einen eiskalten See, um zur Quelle zu gelangen. Nur knapp entrinnt sie dem Tod, dank der rettenden Hand ihres Großvaters, der selbst magisch begabt ist …

"Gaslicht trifft Magie – und das so federleicht in Szene gesetzt, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinschmelzen. Das ist ganz großes Kopfkino!" Thomas Finn

Zitate dieser Art unter dem Klappentext sollen neugierig machen – in diesem Fall macht es nicht nur neugierig, es trifft absolut zu. Bernd Perplies erzeugt eine geheimnisvolle, vom Charme des viktorianischen Englands durchtränkte Atmosphäre, die bis ins Detail überzeugt. Die hervorragende Recherchearbeit trägt zu diesem Eindruck maßgeblich bei. Man sieht die düsteren Straßenzüge, die hohen Backsteingebäude und Marmorsäulen vor sich, als würde man selbst durch das London des 19. Jahrhunderts reisen. „Kopfkino“ ist da genau das richtige Wort. Der ganze Roman ist in einer zur damaligen Zeit passenden Sprache verfasst, sodass man in den Beschreibungen regelrecht versinken kann. Dabei ist insbesondere die Darstellung der Magie und ihrer Funktionsweise geglückt. In der sogenannten Wahrsicht können Magier die Fäden sehen, die alles in der Welt miteinander verbinden. Talentierte Magier können diese auch manipulieren, wodurch ihren Fähigkeiten allerdings auch natürliche Grenzen gesetzt werden. Insgesamt wirkt das Herangehen an die Magie recht wissenschaftlich und erlaubt eine im Kontext des Werkes logische Grundlage für die besonderen Kräfte der Magieanwender.

Nach einem temporeichen Einstieg, der Geschehnisse auf einem der Nautilus nachempfunden Tauchboot sowie eine dramatische und gekonnt geschilderte Kampfszene beinhaltet, wird die Geschichte nach circa hundert Seiten wieder stark abgebremst. Bernd Perplies nimmt sich viel Zeit, seine Protagonisten vorzustellen und ihre Rollen im Roman festzulegen. Die Hintergründe der Story lüften sich nur bruchstückhaft, was die Spannung auf einem konstanten Level hält. Gänzlich verschwindet sie nie, peitscht allerdings auch nur gelegentlich hoch, wie im letzten Viertel des Buches. Man merkt dem Roman stark an, dass es sich um einen Trilogieauftakt handelt, denn der Mittelteil gestaltet sich entsprechend langatmig. Nichtsdestotrotz liest man auch diesen gerne, da jede Seite einfach extrem stimmungsvoll geschrieben ist. Viele kleine Hinweise im Handlungsverlauf machen zudem wahnsinnig neugierig, was noch alles geschehen wird. Die Storyline ist jedenfalls gut durchdacht – immer wieder finden sich inhaltliche Verknüpfungen und Rätsel werden logisch aufgelöst. „Für die Krone“ endet schließlich mit einem Paukenschlag, der einen wünschen lässt, der zweite Band würde früher erscheinen.

Die Protagonisten sind dabei durchweg sympathisch, insbesondere Jonathan, der zufällig in den Magierkonflikt hineinschlittert, wächst einem schnell ans Herz. Er ist ein wenig überfordert mit der Situation, schlägt sich aber im Anbetracht dessen, was ihm Dunholms treuer Bediensteter Randolph alles offenbart, ziemlich gut. Sehr interessant ist außerdem der des Ordens verwiesene Magier Holmes, der von sich behauptet, das Vorbild des weltbekannten Detektivs zu sein. Er scheint vieles zu leicht zu nehmen und gibt sich ungehobelt und tollkühn. Doch hin und wieder merkt man auch ihm an, wie sehr ihn der Tod seines alten Freundes belastet. Zusammengenommen sind diese drei ein etwas seltsames Trio, das für einige humorvolle Momente sorgt und sich wunderbar ergänzt. Über die Gegenspieler, die Anhänger des neuen Morgens, erfährt man in „Für die Krone“ allerdings noch zu wenig. Man weiß lediglich, wer die Drahtzieher sind und dass sie ein verantwortungsloser Hunger nach Macht treibt. In den nächsten beiden Romanen werden ihre Motive hoffentlich noch näher ausgeführt.

„Steampunk“ ist dieser erste Band noch nicht ganz, auch wenn Monstrositäten zwischen Lebewesen und Maschine vorkommen. Der zeitliche Background passt jedenfalls zum Genre und man kann gespannt sein, in welche Richtung sich diese Trilogie entwickelt. Noch überwiegen die Fantasyelemente, die Bernd Perplies kunstvoll in seine Geschichte eingeflochten hat. Das Buch an für sich sieht schlichtweg toll aus, ist ziemlich stabil und passt optisch zum Inhalt. Die Schrift ist relativ klein, aber dennoch gut leserlich, wodurch viel Inhalt auf die knapp vierhundertfünfzig Seiten passt. Schön, dass nicht alle Verlage dem Trend nachgehen, die Schrift für mehr Seiten und damit leider meist einen höheren Preis zu vergrößern!


Fazit

Untermalt von einem traumhaften Stil erblüht das viktorianische Zeitalter zu neuem, dunklem Glanz. Hinzu kommen sympathische Charaktere mit allerlei Macken, die einem schnell ans Herz wachsen. „Magierdämmerung – Für die Krone“ ist ein unglaublich stimmungsvoller Trilogieauftakt, der kräftig Neugier auf die nächsten Bücher schürt!


Pro & Contra

+ gut ausgearbeitete Charaktere
+ viel Liebe zum entscheidenden Detail
+ düstere Stimmung des viktorianischen Zeitalters
+ gut durchdachte Storyline
+ spannende Kampfszenen
+ genialer Stil
+ gute Recherchearbeit

o sehr ausführliche Vorstellung der Charaktere

- im Mittelteil etwas langatmig
- man erfährt recht wenig über die Gegenspieler

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Interview mit Bernd Perplies (2014, zu "Imperium der Drachen")

Interview mit Bernd Perplies (2012, zur "Carya"-Trilogie)

Interview mit Bernd Perplies (2010, zur "Magierdämmerung")

Rezension zu "Magierdämmerung - Gegen die Zeit" (Band 2)

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Rezension zu "Das geraubte Paradies" (Carya, Band 3)

Rezension zu "Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen" (Band 1)

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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 24. September 2016
 

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