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Der Trakt (Arno Strobel)
Geschrieben von Jessica
Samstag, der 18. Dezember 2010


Fischer Taschenbuch Verlag, 1. Auflage Mai 2010
Broschur, 368 Seiten
€ (D) 8,95 | € (A) 9,20 | SFR 14,50
ISBN 978-3-596-18631-0
Leseprobe

Genre: Psychothriller




Klappentext:

Man hat ihr alles genommen.
Nur nicht die Angst.

Stell dir vor,
dein Mann sagt, er hat dich noch nie gesehen,
und die Leute sagen, du hast nie ein Kind gehabt.
Wem kannst du trauen, wenn niemand dir glaubt?
Und wer bist du wirklich?



Rezension:

Aufwachen in einem Raum, der nur im ersten Moment wie ein Krankenzimmer aussieht. Höllische Schmerzen haben, die sich schnell mit Angst vermischen. Sich dem Gefühl nicht entziehen können, dass etwas nicht stimmt. Erinnerungen, die sich nur bruchstückhaft zu erkennen geben. Und die unbändige Sorge um das eigene Kind.
Als Sybille Aurich in einem Krankenbett aufwacht, an Maschinen angeschlossen und mit Schläuchen versehen, denkt sie zuerst an einen Unfall. Nur langsam kommen vereinzelte Erinnerungssequenzen zurück, Bilder von der Entführung ihres Sohnes, und mit der wachsenden Klarheit in ihrem Kopf wächst auch die Angst um ihr einziges Kind. Als sie aufsteht, um das Zimmer zu verlassen, betritt ein Arzt das Zimmer. Von ihm erfährt sie, dass ihre Erinnerungen sie trügen und sie gar keinen Sohn hat. Solange sie nicht von der Idee eines Kindes ablässt, wird sie in besagtem Zimmer bleiben müssen, doch so leicht gibt sie sich nicht geschlagen. Ihr gelingt die Flucht aus dem Krankenhaus, doch auf der Straße irrt sie erst einmal ziellos umher, bis eine fremde Frau in einem roten Auto urplötzlich anhält und ihr anbietet, sie nach Hause zu fahren.
Dort erwartet sie der nächste Schock: Ihr Mann (Jo)Hannes erkennt sie nicht und beharrt ebenfalls darauf, dass sie nie ein Kind hatten. Schlimmer noch, als sie das Schlafzimmer betritt, um sich etwas anderes als das Krankenhaushemdchen anzuziehen, steht auf dem Nachttisch ein Hochzeitsfoto, das ihren Mann mit einer anderen Frau zeigt – jedoch an dem Ort, der auch in Sybilles Erinnerung ist. Und auch die von Hannes gerufene Polizei bestätigt ihr mehrmals, dass sie nicht die Person auf den gezeigten Fotos bei sämtlichen Freunden und Bekannten ist. Sie glaubt, dass Sybille am Überfall der vermissten Frau beteiligt war, und will sie mit ins Revier nehmen. Die Fahrt dorthin geht über einen Umweg am Krankenhaus vorbei, wo Sybille den Beamten den Kellerraum zeigen möchte, aus dem ihr die Flucht gelungen ist. Als ihr noch immer niemand glaubt, flieht sie ein zweites Mal, um sich nun allein auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Doch will sie die überhaupt wirklich finden? Und was soll sie von der unerwarteten Unterstützung halten, die sie von ihr völlig Fremden bekommt?

Der Alptraum jeder Mutter wird für Sybille Aurich wahr: Ihr Kind wird vor ihren Augen entführt, sie selbst wird überfallen und von den Ärzten zur Genesung in einen komaähnlichen Zustand versetzt, beim Aufwachen erinnert sich außer ihr jedoch keiner an ihren Sohn. Die Ängste und Sorgen, die die Protagonistin aushalten muss, nehmen den Leser von Beginn an gefangen und lassen ihn mitfühlen. Jeder mit Familie kann die Gefühle von Sybille nachvollziehen und fiebert mit bei der Suche nach der Wahrheit und ihrem Sohn. Unterstützt wird sie hierbei von der fremden Frau im roten Auto, Rosie, die jedoch nach und nach Misstrauen und Zweifel weckt. Trotzdem ist Sybille dankbar für die Hilfe, denn außer Rosie hat sie scheinbar niemanden – Hannes erkennt sie nicht, ihre Schwiegermutter ist seit Langem dem Alzheimer erlegen und ihre beste Freundin versucht zwar, die gute Miene zum bösen Spiel zu wahren, muss letzten Endes aber auch gestehen, dass Sybille unmöglich die sein kann, für die sie sich ausgibt.
Doch da ist auch noch Christian Rössler, dessen Schwester genau das Gleiche durchgemacht hat wie Sybille, die allerdings spurlos verschwand, als man der Sache weiter auf den Grund gehen wollte. Ihm vertraut Sybille auf Anhieb, zumal sich Rosie immer seltsamer benimmt und immer mehr Ungereimtheiten auftauchen. Sybille entschließt sich, ihre Suche mit Christian fortzusetzen, und als immer mehr Erinnerungen wiederkehren und ihr Weg die beiden schließlich nach München führt, kommen sie dem gewünschten Ziel immer näher. Doch noch immer stellt sich die Frage: Ist die Wahrheit wirklich das, was sie finden möchten?

Arno Strobel schafft es mit seinem Debüt Der Trakt auf eine geradezu unheimliche Weise, sich in die Köpfe, Herzen und Mägen zu schreiben – der Kopf grübelt Kapitel für Kapitel über die Lösung nach, das Herz fühlt Seite um Seite mit Sybille und der Magen möchte sich bei so mancher Zeile gerne nach außen stülpen, so treffsicher wird die Angst der Mutter beschrieben. Dass sich der Autor dabei die ganze Zeit in einem durchaus realistischen, aber doch sehr beängstigenden Bereich der Menschheit bewegt, macht die Sache nur umso tiefgehender. Es gelingt kaum, das Buch auch in den Lesepausen zu vergessen, und obwohl man als Leser schnell eine Ahnung hat, worauf das Ganze letztlich hinauslaufen wird, versteht der Autor es vorzüglich, durch seine geschickt eingebauten Wendungen zu fesseln.
Obwohl besonders in den letzten Kapiteln viel über die Medizin und die Forschung geredet wird, bleibt Der Trakt in seiner ganzen Länge leicht verständlich, was den Effekt des Grauens nur noch zusätzlich verstärkt. Tatsächlich fragt man sich schon während des Lesens, ob die beschriebenen Dinge in der Art möglich sind und wenn nicht, wie lange es noch dauern wird, bis die Menschheit einen Weg dorthin gefunden hat. Da Psychothriller sich oftmals im Kopf, also im menschlichen Gehirn abspielen, erwartet den Leser hier nicht unbedingt viel Neues. Doch die Verpackung ist eine besondere, sodass dem Leser an der einen oder anderen Stelle doch auch eine kleine oder auch große Überraschung erwartet.

Insgesamt eine solide Grundlage auf dem Literaturmarkt darf Der Trakt trotzdem noch keine Ausruhmöglichkeit für Arno Strobel sein. Ein erfolgversprechender Start ins Psychothriller-Genre ist ihm gelungen, doch ein wenig Weiterentwicklung darf gerne mit weiteren Romanen kommen. Fürs Erste stellt das Debüt zwar zufrieden, doch auf Dauer muss noch mehr Thrill in das Psycho – Potential ist auf jeden Fall gegeben und man darf überaus gespannt sein, weiteres von diesem neuen Gesicht zu lesen.



Fazit:

Für einen Debütroman auf dem Gebiet des deutschen Psychothrillers ist Arno Strobels Der Trakt tatsächlich gut gelungen. Er geht nicht so sehr unter die Haut wie andere Bücher aus dem Genre, schafft aber eine Gänsehaut auslösende Grundstimmung und macht Lust auf mehr aus der Feder des Autors.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5




Zur Rezension von „Das Wesen“
Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 31. Dezember 2010
 

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