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Fausto (Oliver Dierssen)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 19. Februar 2011

Heyne (Januar 2011)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 31 s/w Abbildungen
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 24,90
ISBN: 978-3-453-26001-6

Genre: Fantasy / Jugendbuch


Klappentext

Pelzig, gefräßig, genial – hier kommt Fausto

Probleme mit den Hausaufgaben? Probleme mit der Liebe? Probleme überhaupt? Dann kann nur einer helfen – Fausto! Fausto Flamingo Esteban de Rioja, der pelzige Bücherdämon, der sich von Rechtschreibfehlern ernährt, hilft nicht nur, wenn der Deutschaufsatz misslingt, sondern auch in anderen Lebenslagen. Mit dem vierzehnjährigen Joschel ist er allerdings an einen besonders schweren Fall geraten. Gemeinsam stolpern Fausto und Joschel in das Abenteuer ihres Lebens.

LESEPROBE


Rezension

Joseph, der von seiner alternativ geprägten Mutter liebevoll „Joschel“ genannt wird, steht notentechnisch nicht gerade im besten Licht da. Es mangelt allerdings nicht nur an guten Zensuren, sondern auch an echten Freundschaften und vor allem an dem Mädchen seiner Träume. Denn Joseph traut sich nicht einmal, sie richtig anzusehen, geschweige denn anzusprechen oder für sie einzutreten, wenn die Klasse sie mit Spott überschüttet. Dies ändert sich schlagartig, als sich der Bücherdämon Fausto unter Josephs Bett einnistet. Der kleine, zottige Dämon ernährt sich von den katastrophalen Schularbeiten, die Joseph unter seinem Bett bunkert, und pflegt eine sehr feine Sprache. Da Fausto Josephs neusten Aufsatz leergefressen hat, hinterlässt er dort einen neuen als Ersatz – und dieser haut nicht nur den meckernden Deutschlehrer um. Joseph gilt nun als hochbegabt und er hat keine Ahnung, woher dieser verdammte, wirklich brillante Aufsatz gekommen ist ...

Mit Fausto hat Oliver Dierssen mal eine gänzlich andersartige, phantastische Kreatur erschaffen. Das kleine, pelzige Wesen hat vier rotglühende Augen und ein schartiges Horn mitten auf der Stirn. Es sabbert, schmatz, drückt sich umständlichst höflich aus und spricht von sich vorzugsweise in der dritten Person. Zu Joseph passt Fausto jedenfalls wie die Faust aufs Auge – er ist schlichtweg der wahrgewordene Dämonentraum für einen Jungen, der mit riesigen Pickeln zu kämpfen hat. Der Vater hat die Familie früh verlassen und Hanne, so wie Joseph seine Mutter nennen soll, tröstet sich mit diversen Yogakursen und Atemübungen aus dem offenen Fenster heraus. Trotz vordergründigem Humor wird Josephs Innenleben sensibel und nachvollziehbar geschildert, wodurch der junge Mann einfach supersympathisch wirkt. Auch wenn er sich ein Lügengebäude aufbaut, das ziemlich wacklig steht – irgendwie ist man einfach immer auf seiner Seite.

Gewisse Gegebenheiten des Buches erscheinen dem Leser allerdings ein wenig unglaubwürdig. Eine Klasse, die überwiegend aus strebsamen Schleimern besteht, dürfte Seltenheitswert besitzen. Zudem ist der Roman in der Ich-Perspektive verfasst und was an originellen Sprüchen und intelligenten Vergleich fällt, traut man einer jugendlichen Schulniete nicht wirklich zu. Aber vielleicht ist Joseph doch begabter, als er dargestellt wird? Oder der Autor hat seinen erwachsenen Charme zu sehr in das Buch dringen lassen. Nichtsdestotrotz bleibt „Fausto“ ein Jugendbuch, dass es den Lesern leicht macht, sich in die schulische Welt von Joseph hineinzuversetzen. Auch die ein oder andere, nervliche Entgleisung weckt niemals Unverständnis. Wie ganz nebenbei werden außerdem die familiären und freundschaftliche Bindungen in der Geschichte aufgearbeitet, was zum mitleiden, mitärgern und mitfreuen einlädt. Die gedanklichen Aussetzer in Gegenwart der einen, ganz besonderen Dame kommen einem zudem ein wenig bekannt vor.

Oliver Dierssen hat ein unglaubliches Talent dafür, genau den richtigen Spruch auf den Punkt zu servieren. Sein Stil ist nicht nur amüsant, sondern entlockt dem Leser immer wieder kleine Lachanfälle, die eventuell vorhandene Personen in der Nähe verdutzt dreinschauen lassen. Bücher, die einen nicht nur zum Schmunzeln bringen, sondern laut geäußerten Spaß bescheren, gibt es einfach selten. „Fausto“ treibt dem Leser als Jugendbuch nicht ganz so viele Lachtränen in die Augen wie Dierssens Debut „Fledermausland“, bietet jedoch jede Menge Lesespaß für junge und auch ältere Leser. Die Story ist nicht ganz so durchgeknallt, bietet jedoch ebenfalls reichlich skurrile Situationen und punktet mit seinem gefräßigen Bücherdämon. Fausto ist schlichtweg ein originelles Wesen, das einem schnell ans Herz wächst. Zur abenteuerlichen Geschichte gibt es kapitelweise s/w-Abbildungen, die an eigene Schulhefte erinnern. „Fausto“ kommt zudem als Hardcover zum unschlagbaren Preis daher – da kann man beruhigt sofort zugreifen, anstatt auf eine Taschenbuchausgabe zu hoffen.


Fazit

„Pelzig, gefräßig, genial“ – diese drei Worte kann man getrost mit einem fetten Edding doppelt unterstreichen. „Fausto“ ist ein wunderbar humorvolles Jugendbuch, das mit seinem schmatzenden Bücherdämon und skurrilen Alltagssituationen erfrischend anders daherkommt. Kreativ, abenteuerlich und unheimlich charmant!


Pro & Contra

+ gefräßiger Bücherdämon
+ supersympathischer Protagonist
+ humorvoller, einfühlsamer Stil
+ skurrile Situationen
+ Familie und Freundschaft

- stellenweise etwas unglaubwürdig

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Rezension zu "Fledermausland"

Interview mit Oliver Dierssen (November 2009)

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 19. Februar 2011
 

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