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Daniela Knor (08.08.2008)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 08. August 2008

Interview mit Daniela Knor 

Literatopia: Hallo Daniela! Stell dich doch bitte allen, denen dein Name noch nichts sagt, einmal kurz vor! 

Daniela Knor: Okay. Daniela Knor, wer ist das eigentlich? Ich stamme aus Mainz, habe zwölf Jahre nahe Regensburg gelebt und wohne mittlerweile in der Nähe von Würzburg. Nach der Schule habe ich zunächst Geschichte, Psychologie und Literaturwissenschaft studiert, aber nebenher schon phantastische Geschichten und später Romane zu Papier gebracht, seit ich schreiben gelernt hatte. Über meinen Mann (damals natürlich noch Freund) kam ich zum Rollenspiel „Das schwarze Auge“, und daraus hat sich dann der erste DSA-Roman ergeben, den Fantasy Productions auch gleich gedruckt hat. Seitdem habe ich immer mehr Zeit auf das Schreiben verwendet, sechs weitere DSA-Romane veröffentlicht und jetzt erscheint bei Piper der erste Roman in meiner eigenen Fantasy-Welt.  

Fragen zu Nachtreiter 

Literatopia: Dein neuer Roman „Nachtreiter“ wird im September 2008 erscheinen – worum geht es? Würdest du sagen, es handelt sich um einen eher „typischen Fantasyroman“? Oder ist es eher ein experimenteller Roman? 

Daniela Knor: Also unter „experimentell“ stelle ich mir sehr abgefahrene, extrem ungewöhnliche Storys vor, bei denen der Leser mehr Zeit damit verbringt, über den Sinn der Geschichte zu rätseln, als eine spannende Handlung zu verfolgen. In diesem Sinne würde ich meinen Roman als „klassischen“ Fantasyroman bezeichnen, obwohl er seine Eigenheiten hat.Worum es geht? Um zwei Steppenkrieger, die vor ihrem eigenen Volk fliehen müssen, weil sie dessen Anführer verdächtigen, das Land mit einer von Dämonen erfüllten Dunkelheit überzogen zu haben. Um einen Ritter, der Geheimnissen der Vergangenheit auf der Spur ist, über die man am Königshof eisern schweigt. Und um eine junge Frau, die beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen, statt sich in die Zwangsehe zu ergeben. Im Grunde verfolgt jeder eigene Ziele, aber ihre Schicksale sind miteinander verwoben, und oft ist nicht ganz klar, wer Freund und wer Feind ist. Der Klappentext kann, da er sehr kurz sein muss, leider nur einen Teil der komplexen Handlung wiedergeben. 

Literatopia: Erzähl uns doch etwas über Phykadonien – wie sieht es dort aus? Im Klappentext ist von einer Steppe die Rede. Mit welchem realen Land könnte man es am ehesten vergleichen (sofern ein Vergleich möglich ist)? 

Daniela Knor: Phykadonien ist ein wenig an die Mongolei angelehnt, aber die Bewohner stehen eher irgendwo zwischen Mongolen, Hunnen und Prärie-Indianern. Es gibt „endlose“, ebene Grassteppen, in denen die Stämme der Phykadonier mit ihren Herden umherziehen, aber im Westen auch hügeliges Grasland mit Bauminseln und Bachläufen. Im Süden geht die Steppe in trocken-heiße Savannen über, an die das geheimnisvolle Land Kurézé grenzt, dessen Bewohner angeblich Dämonen anbeten. Im Norden endet die Steppe dagegen an dicht bewaldeten Hügeln, die kein Phykadonier freiwillig betritt, denn in dem Gewirr aus Schatten und Laub fühlen sie sich erdrückt und versteckten Raubtieren ausgeliefert. 

Literatopia: „Nachtreiter“ soll unter anderem von „der Grenzen überwindenden Kraft der Freundschaft“ handeln. Wie wichtig ist es dir, dass dieser Punkt deutlich wird? Möchtest du nur eine spannende Geschichte erzählen oder deinen Lesern sozusagen auch „Weisheiten“ mit auf den Weg geben? 

Daniela Knor: Ich halte wenig davon, den Lesern „Weisheiten“ aufzudrängen, und mag weder Filme noch Romane, in denen die Moral mit dem Holzhammer eingetrichtert wird. „Nachtreiter“ erzählt eine Geschichte, in der sich Menschen verschiedener Kulturen begegnen und auch solche mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Dabei kommt es natürlich zu Reibungen, aber auch zu Freundschaften, mit denen die Protagonisten manchmal selbst nicht umzugehen wissen. Ohne diese zwischenmenschlichen Aspekte wäre jede Geschichte für mich nur halb so spannend, denn oft entscheiden gerade Gefühle und die Fähigkeit zum Miteinander darüber, ob man ein bestimmtes Ziel erreicht oder eine gefährliche Situation meistert. Die „Weisheit“, wenn man diese Einsicht so bezeichnen will, steckt daher in der Geschichte selbst und muss nicht extra verkündet werden.      

Literatopia: Bisher hast du vorwiegend Rollenspielfans begeistert. Was erwartest / erhoffst du dir im Hinblick auf deinen neuen Roman und deine neue Welt? 

Daniela Knor: Viele Leser, die selbst keine Rollenspieler sind, schrecken vor den DSA-Romanen zurück, weil sie befürchten, dass sie der Geschichte ohne Insiderwissen nicht folgen können. Diese Angst ist nach meiner Ansicht zwar oft unbegründet, aber sie existiert. Deshalb hoffe ich natürlich, dass sich nun auch mehr Nicht-Rollenspieler an meine Romane wagen werden. 

Allgemeine Fragen 

Literatopia: Die wohl meistgestellte Frage: Warum ausgerechnet Fantasy? Was fasziniert DICH daran? Gibt es Fantasyautoren, die dich besonders beeindruckt haben? 

Daniela Knor: Das ist vielleicht die schwierigste aller Fragen, denn ich kann nicht genau ergründen, wann und wie diese Vorliebe angefangen hat. Auf jeden Fall hatte ich immer einen leichten Zugang zu diesem Genre. Phantasiewelten waren für mich „normal“; warum sollte es sie nicht geben? Mittlerweile glaube ich ohnehin, dass jeder Autor seine eigene Welt entwirft, selbst wenn er vermeintlich über die schreibt, in der wir alle leben und die wir alle zu kennen glauben. Aber zurück zur Fantasy. Ich mag das Genre immer noch, weil es dem Autor die größten Freiheiten gestattet. In welchem anderen Genre hat man denn die Möglichkeit, neue Kulturen, Rassen, Lebensformen, ja ganze Welten selbst zu erfinden und so detailliert auszubauen? Höchstens noch in der Science Fiction, der ich auch viel abgewinnen kann. Jedenfalls bereitet mir gerade das bei der Vorbereitung immer den größten Spaß. Ich kann mich Ewigkeiten damit beschäftigen, eine Sprache samt Grammatik auszutüfteln oder eine komplexe Kultur mit historisch gewachsenen Hintergründen. Im Roman ist dann oft nur die Spitze des Eisbergs zu sehen, aber wenn es die große unsichtbare Masse nicht gäbe, wäre der sichtbare Teil nicht so stimmig. Es würde weniger „echt“ wirken.Fantasyautoren, die mich besonders beeindruckt haben, gab es natürlich. Ich habe mit 13 oder 14 „Herr der Ringe“ gelesen, von dem mir einige Stellen wie Filmszenen im Gedächtnis geblieben sind, während ich den Rest bis zur richtigen Verfilmung wieder vergessen hatte. Über Drachen und Einhörner habe ich jedoch schon vorher Geschichten geschrieben. Die Prägung muss also schon früher stattgefunden haben, wohl eher durch Märchen und Heldensagen. Dann haben mir Marion Zimmer Bradley, Evangeline Walton und Bernard Cornwell wichtige Impulse gegeben, wobei die beiden Letztgenannten wohl gar nicht der Fantasy zugerechnet werden.  

Literatopia: Aventurien ist die Welt deiner sieben „Das schwarze Auge“-Romane. Ist es dir schwer gefallen, dich an Vorgaben zu halten? Wie frei warst du bei der Gestaltung dieser Romane?  

Daniela Knor: Das war von Roman zu Roman unterschiedlich. Manchmal diente mir die „historische Wirklichkeit“ Aventuriens nur als Aufhänger für eine eigene Geschichte (wie bei „Blaues Licht“ oder „Dunkle Tiefen“). Dadurch gab es wenige Probleme, bzw. die gründliche Recherche gab mir sogar noch nette Impulse für die Ausgestaltung der Figuren oder Nebenhandlungen. Wenn ich mich exakter an bekannte Ereignisse halten musste (wie bei „Tag des Zorns“ oder „Roter Fluss“), habe ich dagegen schon eher mal mit etwas gehadert, das ich bei völliger Freiheit anders gemacht hätte (z.B. das Ende der Belagerung Myrburgs). Aber darüber konnte ich gut hinwegsehen. Sehr viel anstrengender war die Ausgestaltung der Rhiana-Romane, weil hier zu den Vorgaben aus den Regelwerken und Regionalbänden noch hinzukam, dass die Figuren und der grobe Handlungsverlauf vorgegeben waren. Und dann galt es natürlich, auf das Bezug zu nehmen, was meine Mitautoren in den anderen Bänden der Serie bereits geschrieben hatten. Bei so vielen Einschränkungen war es für mich manchmal schwierig, mich zum Weitermachen zu motivieren. Es war eine Herausforderung, der ich mich gestellt habe, um zu sehen, ob ich es kann. 

Literatopia: Du verfasst bereits seit der Schulzeit Fantasyromane. Wie war das damals? Hattest du schon treue Leser oder hast du nicht getraut, etwas herzuzeigen? Wer waren deine Leser? 

Daniela Knor: Damals habe ich in der Tat mehr für mich selbst geschrieben und bin gar nicht auf die Idee gekommen, meine Texte jemand anderem als meiner Familie und den engsten Freunden zu zeigen. Fantasy war damals auch eher noch eine „exotische“ Erscheinung, mit der nur wenige Leute etwas anfangen konnten. Viele wussten nicht einmal, was das für „komisches Zeug“ ist. Ich habe zwar manchmal im Unterricht so getan, als würde ich fleißig Notizen machen, und in Wahrheit an meinem ersten Roman geschrieben, was dann einige Mitschüler bemerkt haben, aber mehr „Öffentlichkeit“ gab es nicht. 

Literatopia: „Glut“ ist der erste Band deiner Hjaldinger-Saga. Ist das Buch / die Saga auch für Leser geeignet, die die Welt des schwarzen Auges nicht kennen? 

Daniela Knor: Ich kenne Nicht-Rollenspieler, die es gelesen haben und sich sehr gut zurechtfanden. Es gibt zwar viele fremdländische Namen, Götter und Orte, aber das ist ja in den meisten Fantasyromanen der Fall. „Glut“ hat dazu noch ein ausführliches Glossar, in dem man nachlesen kann, wenn man einen Begriff mal nicht aus dem Zusammenhang heraus verstanden hat oder mehr darüber wissen will. 

Literatopia: Was begeistert dich persönlich an den Hjaldingern? 

Daniela Knor: Die Hjaldinger haben mich vor allem deshalb fasziniert, weil das Wissen über sie zu dem Zeitpunkt, als ich den ersten Band geplant habe, auf einen kleinen Notizzettel gepasst hat. Im Grunde war über sie kaum mehr bekannt, als dass sie ein wikingerähnliches Seefahrer- und Bauernvolk waren, das dem hoch entwickelten myranischen Imperium erstaunlich lange trotzte. Um über sie zu schreiben, musste ich also erst einmal ihre ganze Kultur, d.h. Religion, Sitten und Bräuche, Lebensweise, Bekleidung, Sprache, Historie etc. entwerfen und dabei berücksichtigen, dass sie die Vorfahren der aventurischen Thorwaler sind. Es musste also logisch begründbare Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten geben. Das hat mir großen Spaß gemacht, auch wenn es viel Arbeit war. Jetzt sind sie dadurch ein bisschen zu meinen Kindern geworden, die ich in Romanform zum Leben erwecke. 

Leserfragen  

Leserfrage: Dein Epic-Fantasy-Konzept „Elbensang“ wurde vom Piper Verlag mit einem Vertrag belohnt. Werden wir bald Romane unter diesem Titel in der Buchhandlung finden? 

Daniela Knor: Das „Elbensang“-Konzept musste leider einen neuen Namen bekommen, da der Titel sonst leicht zu Verwechslungen mit dem Roman „Elbenzorn“ von Susanne Gerdom geführt hätte. Es hätte ausgesehen, als handele es sich dabei um eine gemeinsame Serie von verschiedenen Autoren. Um dies zu vermeiden, heißt der erste Band der „Elbensang“-Trilogie nun „Nachtreiter“, und wird Ende September in die Buchhandlungen kommen.      

Leserfrage: Welches deiner Bücher würdest du besonders empfehlen und warum? 

Daniela Knor: Das kommt ganz darauf an, welche Erwartungen der Leser hat, dem ich die Empfehlung geben soll. „Nachtreiter“ kann ich allen ans Herz legen, die von einem spannenden Fantasyroman vor allem erwarten, dass er sie an der Seite interessanter Figuren in eine andere Welt entführt, in der es Geheimnisse zu entdecken und Gefahren zu bestehen gilt. Wer darin vor allem die düsteren Elemente mag, sollte auch zu „Dunkle Tiefen“ greifen, das einen Hauch von Horror-Thriller hat. Und wem das Augenzwinkern im „Nachtreiter“ besonders gefällt, mag wahrscheinlich auch die humorvolle Note von „Roter Fluss“.  

Leserfrage: Was war die Kritik, über die du dich am meisten geärgert hast? Und warum? Welche Art von Kritik magst du allgemein nicht?  

Daniela Knor: Kein Autor mag unsachliche Kritik, die sich nicht auf das Buch bezieht, sondern nur den Autor beleidigt. So etwas kommt leider vor. 

Leserfrage: Welche Hobbys hast du? Bleibt dir dafür überhaupt noch Zeit? Oder hast du dein großes Hobby zum Beruf gemacht und gar keine anderen mehr?  

Daniela Knor: Man kann schon sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Das ist so zeitaufwendig, dass mir in den letzten Jahren immer weniger Gelegenheit für andere Hobbys geblieben ist, die viel Zeit erfordern (z.B. Reiten oder Rollenspiel). Als Ausgleich bin ich viel mit meinem Hund in der Natur unterwegs, und gehe auch gern ins Kino, weil ich gute Filme ebenso liebe wie gute Bücher. 

Literatopia: Vielen Dank für das Interview!


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Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten!

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 31. Oktober 2015
 

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