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Normale Version: Der neue Weltalmanach - das Zentralland, Die Anadolü-Staaten
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Überblick
Die Anadolü waren ursprünglich ein Volk von Reiternomaden, die im Gebiet des heutigen Staates Anadolü gelebt haben dürften, allerdings ist dies nicht gesichert. Es besteht eine, wenn auch entfernte, sprachliche Verwandtschaft mit den Tohorto in Baştu und Hägimi und es wurde auch die These vorgetragen, dass die Anadolü ursprünglich vielleicht eher aus diesem Gebiet nach Osten gewandert sein könnten. Von einer solchen Westherkunft der Anadolü wissen aber die Mythen und Geschichten nichts (mehr), die Anadolü als die urspürngliche Heimat des Volkes bezeichnen und das bis heute als Wiege der gemeinsamen Kultur gilt. 

Weder die östlichen, noch die südlichen oder westlichen Nachbarn berichten vor dem 8. Jahrhundert von den Anadolü als ein Volk unter einer geeinten politischen Führung. Nur der Bericht des Hofbeamten Siu-Xiao aus Shi-ie-La erwähnt für das Jahr 657 Stämme von An-Diu-Nu im Gebiet des heutigen Anadolü, diese seien aber „kulturlose Barbaren, die auf dem Rücken von Pferden und in einfachen Zelten leben. Sie haben noch weniger Kultur als unsere nördlichen barbarischen Nachbarn. Sie kennen keine Fürsten und Könige und jeder Mann nimmt sich, was er will für sich und seine Familien. Sie haben Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen, rauben aber auch einander und die Dörfer von anderen Völkern aus, um zu leben“ . Wer diese anderen Völker geweisen sein könnten, kann man heute nicht mehr verifizieren.
Möglicherweise hatte sich ein Teil der Anadolü als Bauern niedergelassen, während ein anderer Teil als nomadische und halbnomadische Viehhirten lebte. Es deutet sich hier aber schon eine Aufteilung in eine beherrschende, reitende Schicht und eine beherrschte, sesshafte Sicht an, der für die frühe Expansionsphase der Anadolü kennzeichnend war. 728 erscheint in einer Meldung aus Baştu zum ersten Mal ein Mann namens Mürad mit dem Titel eines „Khanü der Müradin“ und Anführer von räuberischen Nomaden mit denen ausgewanderte Kozaky-Siedler im Gebiet des heutigen Rümelüm zusammengestoßen waren. Wiederum aus Sinu-Quellen geht hervor, dass 742 die Stadt Bürüdağ als eine Hauptstadt einer Föderation von Klans der Anadolü gegründet worden sei. 


Dieses Datum wird auch in jüngeren Anadolü-Texten bestätigt. 821 entsendet dann Dağan I. (der Große) Diplomatische Noten an die benachbarten Höfe, die mitteilen, dass er als Khanü aller Anadolü (Hepsenin Khanü) gekrönt worden sei. In seiner bis 839 dauernden Regentschaft werden die Gebiete des heutigen Şüfür, Rümelüm und Hilğis besiedelt. Hier kommt es wiederholt zu Zusammenstößen mit bereits dort siedelnden Bevölkerungen unklarer Herkunft und Sprache. 852 beginnt Mürad III. einen bis 868 dauernden Krieg gegen eine Koalition aus Baştu, der mit einer katastrophalen Niederlage der Anadolü enedet. Im Rahmen der Kriegshandlungen werden die Provinzen Şüfür und Hilğis derart schwer verwüstet, dass sie nahezu entvölkert und erst um 1090 wieder in großem Stil besiedelt worden sind. Nach dem Krieg fällt das I. Reich der Anadolü in ein schwarzes Loch und die Quellen schweigen nahezuvollständig. Umso erstaunlicher mutet daher der Erfolg des Kleinfürsten Işdani von Şafalcüçük an, der 1099 die Herrschaft von seinem Vater übernommen hatte. Es scheint, dass dieses kleine Fürstentum im Gebiet des heutigen Anadolü erstarkt aus den Wirren nach dem Krieg hervorgegangen ist und bereits in einem hohen Maße über geordnete staatliche Verhältnisse verfügt hat. Anders sind die Erfolge des auch persönlich sehr charismatischen Işdani nicht zu erklären, dem es in nur 15 Jahren gelang, die Anadolü wieder zu vereinen und sogar die verlassenen Provinzen wieder fest in den neuen Staat zu integrieren. Feierlich Abschluss dieser Erfolge war die Krönung Işdani zum Ilkhanü aller Anadolü im Jahr 1121. Işdani I. regierte noch bis 1141 und widmete sich vor allem dem Aufbau einer zentralisierten Staatsverwaltung, Bürokratie, der Gründung von Städten als neuen Zentren des Staates, dem Ausbau der bisher nur minimalen Infrastruktur und der Organisation des Heeres. 



Die beiden Nachfolger des großen ersten Königs des II. Reiches von Anadolü, Karaduman I. und Kaplan I. blieben dem Weg ihres Vaters treu und bauten den Staat weiter aus. Die enormen Erfolge, die das so junge Reich von 1114 bis 1203 machte, sind mehr als beeindruckend, bezeugen aber auch, dass es Berater anderer Staaten gegeben haben muss, die z.B. in der Beamten- und Militärausbildung eine zentrale Rolle gespielt haben dürften. Da 1098 die Xiu-Dynastie von Shi-ie-La durch die Lao-Dynastie gestürzt worden ist, wurde mehrfach vermutet, das emigrierte Sinu eine Rolle im Staatsbildungsprozess der Anadolü gespielt haben könnten. Das wäre auch eine Erklärung für die insgesamt sehr freundschaftlichen Beziehungen zum großen Kaiserreich im Osten sowie die engen Handelsverflechtungen.

Mit dem Tod Kaplans I. endet die erste, formative Phase des Reiches und der Staat tritt ab Metehan I. in seine expansionistische Phase ein. Ohne formale Kriegerklörung überfällt der neue Herrscher 1203 das völlig überraschte Königreich Šturi und kann das gesamte Land in nur einem Jahr erobern. 1205 wird dann bereits die Provinz Ştürüm eingerichtet. Noch im gleichen Jahr erfolgt dann ein Großangriff auf Baştu, dessen gesamte Südküste erobert wird. 1206 wird Hägimi angegriffen und Teile seines Territoriums den Yazky als Verbündeten der Anadolü gegen Tributzahlungen überlassen. 1207 startet Vardanna einen Verteidigungsangriff gegen die Anadolü, wird aber vernichtend geschlagen und in den kommenden zwei Jahren vollständig erobert und in die Provinzen Uşküdar, Eminönü und Çelik aufgeteilt. Noch im gleichen Jahr erfolgt die vollständige Unterwerfung des Sabran-Königreichs. Nach den großen Erfolgen im Westen wendet sich das Heer 1209 Luas zu, das ebenfalls schnell unterworfen und werden kann und in die Provinz Lüağş umgewandelt wird. 

Das Reich scheint damit seine größte Ausdehnung erreicht zu haben und seit 1210 widmet sich Metehan I. der Verwaltung der Provinzen, der Umsiedlung großer Bevölkerungsteile in die neuen Provinzen und einer Andolüsierung der eroberten Gebiete. Sein Sohn Metehan II., der 1220 auf den Thron kommt, vollendet die Bemühungen seines Vaters und führt 1229 die Großprovinzen (Birleşik İl) Şübranü, Vürdünnü, Baştüm, Lüağş, Hilğis, Rümelüm, Şüfür und Anadolü ein. Jede dieser Großprovinzen wird einem Sohn des Ilkhanü zur Verwaltung anvertraut. 
Mit dem Tod Metehans II. 1238 und der Thronbesteigung des hochgebildeten Okatan I. beginnt eine kulturelle Blüte des Landes in Kunst, Literatur und Architektur, allerdings stirbt der Herrscher breits nach zehn Jahren kinderlos und hinterlässt den Thron seinem Bruder Metehan III., der eine konfrontative Außenpolitik betreibt und das Reich 1240 in einen sechsjährigen Krieg gegen das Reich von Jhoghavan (Khmi’a) führt. Dieser kann zwar letzendlich gewonnen werden und endet mit der Einziehung fast ganz Khmi’as als Provinz in das Reich, doch sind die Kräfte des Reiches durch den Krieg stark beansprucht worden. Vorerst sieht aber alles nach einer strahlenden Zukunft für das Reich aus, was Metehan III. durch die Annahme des neuen Titels Ümparatör feiert. 

Sein 1266 auf den Thron gekommener Sohn Mürad II. kann noch einmal außenpolitische Erfolge feiern, als er 1267 die Inseln der Ederne-Gruppe erobern kann. Nur ein Jahr später, 1268, sieht sich der junge Kaiser aber mit einer großangelegten Revolte in der neuen Provinz Kümüa konfroniert, die von den Herrschern von Jhoghavan in einer breitangelegten Koalition betrieben wird. Nach nur wenigen Monaten Kämpfen sind die kaiserlichen Truppen derart geschwächt, dass Anadolü seine Provinzen Kümüa und Lüağş räumen muss. Die Kämpfe waren so hart, dass man einen großen Teil der in Ştürüm stationierten Ostarmee in die Schlacht werfen musste. Diese Situation nutzte die so genannte Nordost-Koalition unter König Aedriann I. aus und eroberte zwischen 1269 und 1270 die gesamte Provinz Ştürüm zurück. Fast die gesamte verbliebende Westarmee wird in diesem Krieg aufgerieben. 1273 folgt eine Erhebung in Vardünna und Baştu. Während sich Vardünna bereits völlig aus dem Reich löst, bleiben kleinere Herrschaftn in Baştu zumindest nominell noch unter der Herrschaft des Ümparatörs. 1274 folgt der Verlust von Şübranu, dem man nur noch tatenlos zusehen kann, weil sich die Khmi’a-Koalition bereits für einen Angriff auf das Herz des Reiches rüstet und daher alle Truppen in den Anadolü-Kernstaaten konzentriert werden. 1276 kommt es dann tatsächlich zu einem koordinierten Angriff auf Anadolü und die Hauptstadt bei dem der Kaiser ums Leben kommt. 1277 übernehmen die Prinzen Daniz von Şüfür, Mihmüt von Hilğis und Mürüt von Rümelüm jeder den Titel eines Ümparatörs und es kommt zu einem Bürgerkrieg zwischen den Brüdern, der zwar alle Staaten schwächt, aber für keinen der „Kaiser“ zu einem Erfolf führt. 1320 überrennen erneut Khmi’a-Truppen die Anadolü-Provinz, verschleppen den Taubenthron und legen den Palast in Schutt und Asche. Dies gilt als Ende des Imperiums der Anadolü, auch wenn Mihmüt, Daniz und Mürüt noch jeweils bis zu ihrem Tod (1321, 1333, 1331) den Ümparatörtitel tragen. 

Nur noch einmal werden die Anadolü-Staaten zumindest in einer Koaltion zusammengefasst, nämlich 1398 unter Führung des Ilkhanü Mürdadim I. von Rümelüm. Die Koalition kann Anadolü zurückerobern, der Fürst wird dann aber nur wenige Jahre später durch Gegner ermordet. In Rümelüm kommtes daraufhin 1400 zur Ausrufung des Gottesstaates, während die überlebenden Mitglieder der Herrscherfamilie von Rümelüm die Macht in Anadolü übernehmen . 


Die Staatenwelt der Anadolü erreicht 1432 ihre bis heute gültige Gestalt, als Ülüdağ als selbstständige Nation entsteht. 
Heute gibt es fünf andolüische Staatswesen, dies sind:

1. Das Königreich Anadolü (Hükümdarlık Anadolü)
2. Das Königreich Şüfür (Hükümdarlık Şüfür)
3. Die Gottesrepublik Rümelüm (Rümelüm’ünTeokrasisi)
4. Das Königreich Ülüdağ (Hükümdarlık Ülüdağ)
5. Das Königreich Hilğis (Hükümdarlık Hilğis)
6. Der Fürstenbund Ederne (Prens-Birlik Ederne)

Die Union der Anadolü-Staaten (Anadolü-Birlik)
Die 1734 gegründete Union der Anadolü-Staaten ist keine politische Vereinigung, sondern entstand aus der engen Zusammenarbeit der verschiedenen Staaten im Bereich der Bildungspolitik. Die Union überwacht das gemeinsame Bildungssystem der fünf Anadolü-Staaten und dient dem Schutz der Sprache durch die gemeinschaftliche Finanzierung einer Sprachakademie mit Sitz in Anadolü. Erst 1803 wurden auch einige Aspekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beschlossen, so feste Wechselkurse zwischen den Währungen und eine Zollunion. Bisher haben sich allerdings kaum Gremien der Union gebildet: Es gibt den hohen Bildungsrat, die Sprachakademie, seit 1803 die hohe Wirtschafts- und Zollkommission. Die Sprachakademie ist dabei das einzige ständige Gremium, während in den beiden anderen die Bildungsminister, Wirtschaftsminister, Finanzminister und Regierungschef unregelmäßig zusammenkommen, um sich zu besprechen und anstehende Probleme zu lösen . 

Sprachen in den Anadolü-Staaten
In allen fünf Staaten ist die von der deutlichen Mehrheit der Bevölkerung gesprochene Sprache das Anadolü, das auch die einzige Amts- und Verwaltungssprache der verschiedenen Staaten ist. Die Schriftsprache ist in allen Gebieten mit Anadolü-Bevölkerung die gleiche und wird als „Üsmanler“ bezeichnet. In der gesprochenen Sprache gibt es allerdings zwei große Hauptdialekte, deren Sprecher sich aber gut miteiander verständigen können. In Şüfür und Hilğis dominiert Üskünler (Aserbeidschanisch), in den übrigen Staaten das modernere Dürküler, nur in Rümelüm wird auch das strenge und hieratische Üsmanler gesprochen. Für den Schutz der Sprache ist die Sprachakademie zuständig, deren Sitz in der Hauptstadt Anadolüs liegt, die aber in allen Hauptstädten Vertretungen unterhält. 
Von der Akademie kritisch gesehen wird der Umstand, dass es bisher trotz großer Bemühungen der Staaten teilweise erhebliche Unterschiede in der Schriftsprache gibt. Die klassische Schrift des Üsmanler, eine Buchstabenschrift, gibt nur Langvokale wieder, während die häuigen Umlaute und Kurzvokale nicht angegeben werden. Es ist daher recht schwierig, die Schrift zu erlernen und dauert entsprechend lange. Im Alltag, auch der offiziellen Regierungsschreiben, verwendet man daher ein System von Punktierungen zur Angabe der Kurzvokale und Umlaute. In Ederne ist man dagegen auf das hesstische Alphabet ausgewichen, trotz der angedrohten und erhobenen Strafen der Akademie gegen das Fürstentum. Es gibt derzeit auch in Ülüdağ und Şüfür Bestrebungen, die alte Schrift durch die exaktere Hesstische Schrift zu ersetzen, ausgenommen sein sollen davon nur die religiösen Texte. Der König Ülüdağs gehört übrigens, anders als sein Kollege in Şüfür, zu den leidenschaftlichen Vertretern einer Schriftreform . 


Religion
Die Religion der Anadolü, Parlak gerçeklerin yolu, beruht zum einen auf den mündlich tradierten Hymnen (kaside) sowie zwei heiligen Büchern, dem Vahiy Kitabı, dem Buch der Offenbarung , sowie dem kara kitab, dem schwarzen Buch, die den Menschen der Überlieferung nach durch den Gott Mavi Güvercin übergegeben worden sein sollen.
Die Religion ist durchaus als komplex zu bezeichnen: In der Theorie gibt es nur einen Gott Illahü, der allmächtig, unendlich und allwissend ist. Dieser große Gott erschuf den ganzen Kosmos aus einer Perle und formte dann sieben Emanationen (Türüm), die in den Texten des Buches einmal als Engel (melek), als Türüm, aber auch als Gesichter Gottes (Tanrı'nın yüzleri), sehr oft aber als Götter (tanrılar) bezeichnet werden. 

Im schwarzen Buch heißt es z.B. zur Erschaffung der Türüm:
„Der erste Tag, an welchem er erschuf, war der schöne Tag, eine Emanation erschuf er da, dem er den Namen En Güzel gab, welcher der Melek Tavus ist, welcher der größte der Türüm ist, ein schöner tanrı ist er.
Am zweiten Tag erschuf er den Türüm Dardail, welcher auf die Erde kam und sich zeigte als Önder Hüsün
Am dritten Tag erschuf er den Türüm Isfrail, welcher auf die Erde kam und sich zeigte als Önder Süfüs
Am vierten Tag erschuf er den Türüm Mükül, welcher auf die Erde kam un sich zeigte als Önder Ümüt. 
Am fünften Tag erschuf er den Türüm Gübül, welcher auf die Erde kam und sich zeigte als Önder Hülüm.
Am sechsten Tag erschuf er den Türüm Shamnail, welcher auf die Erde kam und sich zeigte als Önder Gülhüm. 
Am siebten Tag erschuf er den Engel Turail, welcher auf die Erde kam und sich zeigte als Önder Tülğa. 
Den Melek Tavus aber setze er ein als ihren Größten und als ihren König.“


Im alltäglichen Glauben spielt der oberste Gott Illahü nur eine sehr untergeordnete Rolle, wichtiger sind die Türüm und hier vor allem der Melek Tavus, der dem allmächtigen Gott als Stellvertreter in der Welt sowie als Mittler und Ansprechpartner der Gläubigen dient. Nach der Schöpfungsgeschichte ist er an der gesamten Schöpfung, an dem göttlichen Plan, aktiv beteiligt. Die übrigen Engel/Götter, die als die Sechs Mysterien (altı gizem) bezeichnet werden, können regelmäßig in einem Menschen reinkarnieren. Diese Form wird als Dirilme bezeichnet. Deshalb gelten sie auch „als Statthalter Gottes auf Erden“. Die historischen Dirilme sind 

• Önder Hüsün
• Önder Süfüs
• Önder Ümüt
• Önder Hülüm
• Önder Gülhüm. 
• Önder Tülğa

Es handelt sich stets um Mitglieder selben Familie, die als politische Führer (önder bedeutet Anführer) eines oder mehrer Klane der frühen Anadolü anzusehen sind. Die Herrscher des II. Reiches, die Ilkhanü, führten ihre Familienlinie direkt auf diese Inkarnationen der Gottheit auf Erden zurück. Der erste Ümparatör, Metehan III., wird allgemein als erste und einzige irdische Inkarnation des Melek Tavus angesehen und bis heute verehrt. Sein in den Khmi’a-Kriegen zerstörtes Grabmal wurde im 16. Jahrhundert neu errichtet und ist heute eines der wichtigsten Pilgerziele der Andolü. Ihm zu Ehren findet auch das jährliche Fest der Versammlung (Meclis Bayramı), an dem jeder Anadolü mindestens einmal in seinem Leben teilgenommen haben musss. 

Im täglichen Kult spielen die Inkarnationen und auch die Türüm selbst die alles dominierende Rolle, auch wenn in den Eröffnungsgebeten, die im Vahiy Kitabı aufgezeichnet sind, stets auch der Name des allerhöchsten Gottes als Yüce, Resimli, Zarif ve Nazik genannt wird. Die Bitten und Wünsche richtet man aber vor allem an den Melek Tavus oder einen der anderen Türüm. 
Alle Anadolü sind dazu aufgefordert, zweimal am Tag, bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang, zu beten. Am besten sollte man diese in einem der typischen Kuppeltempel, den Kubbe ile tapınak, unter der Leitung eines Ulemas, eines Vorbeters, entrichten, aber auch Gebete außerhalb der Tempel sind erlaubt. Besonders am sechsten Tag der Woche besuchen aber viele Anadolü die Tempel. Der Kult selbst besteht vor allem aus dem gemeinsamen Gebet, dem gemeinsamen Singen von Liedern und einem Kreistanz zu Ehren der Gottheit. Außer in Rümelüm können in allen Anadolü-Staaten auch Frauen das Amt eines Ulemas bekleiden.

Das gemeinsame Bildungssystem der Anadolü-Staaten
Mit Ausnahme von Rümelüm (siehe Kapitel zu diesem Staat) haben alle übrigen Anadolü-Staaten ihr Bildungssystem vereinheitlicht. Die gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte hat schon immer eine Binnenmigration der Bevölkerung zwischen den Staaten begünstigt, die z.T. aber sehr unterschiedlichen Bildungssysteme haben diese Übergänge deutlich erschwert. Durch die Reform des Schul-und Bildungswesens ist dieses Hindernis nun wieder aus dem Weg geräumt worden.

In allen Staaten herrscht seit diesem Zeitpunkt eine achtjährige Schulpflicht, die mit dem 6. Lebensjahr beginnt. Die Schüler besuchen zuerst die vierjährige Grundschule (Ilkokul) und danach die Mittelschule (Ortaokul), in der auch eine Fremdsprache erlernt werden muss. Diese beiden Schulformen sind kostenlos. Nach dem Abschluss der Mittelschule ist es möglich in den Militärdienst einzutreten, oder eine Berufsausbildung zu beginnen. In diesem Fall müssen die Schüler die ebenfalls kostenlose zweijährige Berufsschule (Meslekokul) zum Erwerb des notwendigen theoretischen Wissens besuchen. 

Es besteht auch die Möglichkeit, die dreijährige Oberschule (Üstokul) zu besuchen, allerdings ist der Besuch dieser Schulform kostenpflichtig und nur etwa 25 % der Schüler schlagen nach der Mittelschule diesen weiteren Bildungsweg ein. Der Abschluss der Oberschule ermöglicht den Besuch einer der staatlichen Verwaltungsakademien, der Militärakademie oder einer Universität. Während der Besuch der Akademien kostenlos ist, erheben die Universitäten zum Teil enorm hohe Studiengebühren, so dass nur etwa 10 % aller Absolventen der Oberschule eine Universität besuchen . 

Die Küche der Anadolü-Staaten

Die Küche ist regional sehr unterschiedlich und zudem von verschiedenen Einflüssen der jeweiligen Nachbarn geprägt. Sie gilt als raffiniert und fein und nutzt eine große Zahl von Gewürzen und Kräutern, aber auch Zwiebeln, Knoblauch und vor allem Joghurt. Essen, vor allem in der Gemeinschaft, spielt in der Kultur der Anadolü eine ganz zentrale Rolle und in allen Städten gibt es nicht nur Garküchen, sondern auch Restaurants, in denen man gerne mit Freunden, Arbeitskollegen und der Familie speist. Die städtische Küche, die hier vor allem besprochen werden soll, ist stark von der imperialen Palastküche geprägt und sehr fein und reichhaltig. Dies beginnt schon beim Frühstück, genauer gesagt bei den beiden Frühmahlzeiten. In den gehobeneren Schichten ist es üblich, in der Frühe nur etwas Tee zu trinken und dazu kleine weiche Sesambrote zu essen, selten mit Butter und Honig. Gegen 10 Uhr gibt es dann aber ein zweites großes Frühstück, das entweder an der Arbeitsstelle verzehrt oder in einem Café eingenommen wird. Die schlichten Varianten, die auch in der einfachen Bevölkerung verbreitet ist, besteht aus Kaffee, Tee, Brot, Käse, Oliven und etwas frischem Gemüse, meist Tomaten und Gurken. Die üppigen Varianten umfassen so typische Gerichte Menemen, eine Art Rührreich mit Tomaten, Paprika, und Gewürze, dass verrührt und leicht gegart wird. Sucuklu Yumurta ist Rührei mit der kräftig gewürzten Sucuk-Wurst. Gerne isst man auch Böreği, Teigblätter, die mit Käse oder Fleisch gerollt und in heißem Fett ausgebacken werden. Dazu isst man Joghurt mit Honig und Nüssen und frische Früchte, besonders gerne Trauben, Datteln, Äpfel und Granatäpfel. Gegen 14 Uhr wird dann das erste Mittagessen, fast immer eine Suppe oder ein Salat, eingenommen. Auf dem Land und unter der einfachen Bevölkerung ist dies die einzige Mittagsmahlzeit.