Literatopia

Normale Version: Schreiben lernen
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Hallo,

ich bin ganz neu hier und möchte euch eigentlich nur einen kurzen Tipp geben:
ich beschäftige mich selbst gerade damit, wie man einen Fantasyroman eigentlich schreibt und wie man Charaktere, Spannung und die Welt an sich überhaupt gestaltet.

Wer sich mit dem gleichen Thema beschäftigt, dem empfehle ich wärmstens, einen Online-Kurs von Brandon Sanderson ("Der Weg der Könige"). Der Kurs besteht aus 10 Videos à 60 Min. und heißt ganz einfach "lectures".
Ihr findet ihn auf YouTube, wo man alle Videos kostenlos downloaden kann.

Brandon Sanderson hat an einer Uni in Amerika ein Semester lang einen Kurs zum Schreiben von Fantasy/ Science Fiction gegeben und den ganz einfach aufgezeichnet. Alles ist super verständlich und es werden auch viele Fragen aus dem Publikum gestellt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe bisher von niemandem so viel interessantes und vor allem gutes Wissen vermittelt bekommen, wie von diesem Kurs. Es ist echt der absolute Hammer und hat meinen Schreibstil wirklich spürbar verbessert. Nicht nur fühle ich mich beim Schreiben selbst einfach sicherer, sondern ich habe auch schon einiges an Feedback diesbezüglich bekommen.

Im Groben umfasst der Kurs die Themen: Charakter, Story, Worldbuilding, Schreibstil.

Außerdem muss ich noch anmerken, finde ich es immer irgendwie besser, wenn ich den Autor selbst schon kenne, der mir dann Tipps zum Schreiben gibt, denn das bedeutet ja eigentlich auch nur, dass er wirklich erfolgreich ist und sich auch in der Position befindet, solche Tipps aussprechen zu können.

Also ich bin wirklich ein mega Fan von diesen Videos, ganz besonders, weil sie eben auch kostenlos sind und Sanderson immer wieder auch kurze Einblicke in das Leben eines Autors gibt.
Wirklich Top!

Wer ähnliche Erfahrungen mit Büchern übers Schreiben o.ä. hat: ich würde mich sehr über Empfehlungen freuen.
Hallo Lilly,

der Online-Kurs von Sanderson wurde mir jetzt schon so oft genannt, dass ich ihn mir mal aufgeschrieben habe. Hoffentlich komme ich auch irgendwann dazu, ihn anzusehen. Auf jeden Fall danke für den Tipp.

Ich lese gerade das Buch "The fantasy fiction formula" von Deborah Chester, ebenfalls auf Empfehlung. Ich bin jetzt im letzten Viertel des Buches angelangt und finde es wirklich sehr gut. Chester bricht alles auf ganz einfache "Regeln" herunter. Manchmal vielleicht zu einfach - aber ich halte es trotzdem für pädagogisch sinnvoll und hilfreich, sich mit solchen Grundregeln zu beschäftigen.
Für Einsteiger ins Schreiben ist es sehr sehr hilfreich, sich den Schreibprozess anhand von einfachen, geradlinigen Rezepten entlang anzuschauen.
Für Erfahrene Schreiber kann es ebenfalls erhellend sein, sich auf die einfachsten Bestandteile des Schreibens zurück zu besinnen. Wer einen kreativen Engpass verspürt, der macht es sich vielleicht gerade zu kompliziert und kann eine Prise Vereinfachung gut brauchen.
Trotzdem betont Chester auch immer wieder, dass man einzelne Regeln auch brechen kann. Nur wenn man eine nach der anderen bricht, dann sollte man sich anfangen zu fragen, ob man gerade noch weiß, was man tut. Und ich bin auch der festen Überzeugung, dass man zunächst die Regel genau kennen muss, bevor man sie gekonnt brechen kann.

Ein kleines Manko: Die Übungen kommen mir etwas "wiederholend" vor. Irgendwie immer ein ähnliches Prinzip. Aber vielleicht sollte ich die Übungen auch erst einmal durcharbeiten, bevor ich mir darüber ein Urteil erlaube. Icon_ugly 

Und noch ein kleines Manko: Es gibt ein Kapitel, in dem sehr stark auf die Sprache eingangen wird; für deutsche Leser ist das leider kaum übertragbar. Da kann Chester nichts dafür. Es ist aber (bislang) nur ein einziges Kapitel in dem Buch.

Insgesamt ist es für mich heilsam, die ganze "Magie" mal auf die einfachstmögliche Weise heruntergebetet zu bekommen. Zudem ist das Buch angenehm und immer wieder auch lustig zu lesen. In manchen Schreibratgebern versuchen die Autoren sich ja wunderwas aufzuplustern und besonders klug zu erscheinen (wodurch alles furchtbar kompliziert wird). Chester braucht das nicht.
Hi Ichigo,

ich finde es toll, dass dir das Buch gefällt. Du fasst es ganz gut zusammen (ich war einfach nur begeistert, als ich es gelesen habe, sodass ich mich gar nicht mit Details aufgehalten habe^^"). Ich muss gestehen, dass ich mich nie an den Übungen versucht habe und mir deswegen nicht aufgefallen ist, wie eintönig die Übungen sind. Ich habe das Buch immer im Hinblick auf bereits bestehende Manuskripte gelesen und seine Theorie damit abgeglichen. Ich hatte viele AHA- und OOOOOH-Momente. Icon_cuinlove

@Brandon Sanderson
Ich habe mir vorgenommen, reinzuschauen, aber aus unerfindlichen Gründen habe ich mich noch nicht überwinden können, ein einstündiges Video anzuschauen. Da lese ich lieber ein ganzes Buch, obwohl das vom Zeit-Nutzen-Verhältnis nicht logisch ist.  Icon_ugly
Wundervoll, das bestätigt meine These, dass auch "Fortgeschrittene" von dem Buch profitieren Mrgreen 
Danke dir nochmal für den super Tipp, Sniffu.

Man muss bestimmt nicht alle Übungen machen, aber da ich nicht viel Erfahrung habe, erscheint es mir unklug, die Übungen komplett zu ignorieren. Als Fortgeschrittener kann man sich dann ja schon eher einzelne Übungen rauspicken, um gezielt an den eigenen Schwächen zu arbeiten.

Ich habe mir überlegt, ich will das Buch jetzt erstmal zu Ende lesen und dann zwei drei Romane lesen, auf die ich eh Lust habe. Beim Lesen kann ich dann ein wenig analysieren. Im Prinzip habe ich schon damit angefangen, da ich jetzt immer bei Büchern, Filmen, Serien recht genau darüber nachdenke, warum mich die Geschichte gepackt hat oder warum sie mich gelangweilt hat. Aber wenn ich Chester durch habe, kann ich dann meine Überlegungen noch mit ihren Prinzipien unterfüttern.

Und dann wird es allmählich Zeit, den Stift zur Hand zu nehmen ...
Ich war schlichtweg zu faul, um die Übungen zu machen.  Smiley_emoticons_blush  Irgendwann würde ich sie sicher machen wollen, wohl eher aber für ein Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt. Was ich so schön an dem Buch fand, war, dass es mich in vielen Dingen bestärkt hat. Allein das Gefühl, dass man nicht total auf dem Holzweg ist, und es andere Leute gibt, die ähnlich empfinden oder denken, ist Gold wert.

Wenn dir so analytisches Lesen taugt, dann hoffe ich, dass du Spaß damit hast.  Icon_smile Ich hüte mich davor, solche Theorien aktiv auf meine Lektüre anzuwenden, da ich ohnehin von Haus aus (un-)bewusst beim Lesen analysiere und ich womöglich Gefahr laufe, zu verlernen aus Spaß zu lesen, ohne mich aktiv weiterbilden zu wollen.

Zitat:Und dann wird es allmählich Zeit, den Stift zur Hand zu nehmen ...

Nicht die Tastatur zu vergessen! Nicht dass du dann eine Ausrede hast, dass dir die Hand eingeschlafen wäre.  Icon_wink
Zitat:Ich hüte mich davor, solche Theorien aktiv auf meine Lektüre anzuwenden, da ich ohnehin von Haus aus (un-)bewusst beim Lesen analysiere und ich womöglich Gefahr laufe, zu verlernen aus Spaß zu lesen, ohne mich aktiv weiterbilden zu wollen.

Absolut berechtigte Sorge. Ich lese sicherlich immer noch einfach flüssig runter. Aber hinterher überlege ich mittelerweile dann schon: "Boah ist das GEIL. Warum ist das so unfassbar gut? Was gefällt mir daran? Was packt mich?" Oder leider oft auch: "Umpf, ich komm nicht richtig rein. Warum? Was törnt mich ab? Was langweilt mich?"

Ich überlege mir auch, ob die Schreibe etwas ist, was ich für mich persönlich erstrebenswert finde. Und wenn ja, zu welchem Projekt das passt. Manche Bücher sind auch gut, aber ich die Art trotzdem nicht nachahmen wollen. Manche Bücher finde ich stilistisch nicht perfekt, fühle mich aber dadurch bestärkt, weil ich sehe dass nicht auch "unperfektes" noch echt gut sein kann Mrgreen

Leider lege ich oft Bücher angelesen weg, weil sie mich eben nicht packen ... Icon_rolleyes
Das ist irgendwie frustrierend. Wenn ich dann wenigstens darüber nachdenke und analysiere, WARUM es nicht gepasst hat, dann habe ich wenigstens noch was dabei gelernt Icon_lol
Zitat:Leider lege ich oft Bücher angelesen weg, weil sie mich eben nicht packen ... [Bild: icon_rolleyes.gif]
Das ist irgendwie frustrierend. Wenn ich dann wenigstens darüber nachdenke und analysiere, WARUM es nicht gepasst hat, dann habe ich wenigstens noch was dabei gelernt [Bild: icon_lol.gif]

Aus diesem Grund zwinge ich mich dazu, auch richtig schlechte Bücher bis zum Ende zu lesen. Anhand von Negativbeispielen lässt sich auch sehr gut lernen.  Icon_fies Bis jetzt gab es nur ein Buch, bei dem mich der Schluss wirklich von den Socken gefegt hat, alles andere war mau und unter aller ...
Ansonsten: Es geht nichts darüber, wenn man bis zum Schluss Recht mit der eigenen Einschätzung behält. Mrgreen  

Ich rede oft mit meinen Freund*innen über Bücher und da purzeln die Analysen wie von selbst über den Tisch. Die Fragen, die du dir stellst, stelle ich mir in der Art automatisch beim Lesen. Ich habe das Analytische irgendwie schon intus, das dann noch gezielt einzusetzen, nein, nein, da komme ich gar nicht mehr zum Lesen, sondern nur noch zum Analysieren und Meckern.  Icon_ugly