Literatopia

Normale Version: Literarisches Tagebuch
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Ein Literarisches Tagebuch - was soll das sein?

Virtuelle Seiten für den literarischen Alltag! Ob spielerisch oder ernsthaft, ob leise Versuche oder ausgeklügelte Werke, ob akut oder chronisch - hier sucht der geneigte Schreiber Ausdruck abseits von Lob, Kritik und Meinungen.

Hier schreiben wir um des Schreibens Willen ...
13.02.2008

Alltagsplätschern
zwischen Sonnenspiel
und Blütenknospen -
Wintererwachen.

Seltsam, im ersten Grün
verwundert zu wandeln ...

Sango

Sonnenschein, du Frühlingslicht...
schützt uns vor Arbeit und Schule nicht...

(ja, ich sitz grad in der schule und draußen ist es sooo schön... ^^)
18. Februar 2008

E.


Der Tag verstummt
zeitenschwer. (Gerinnt.)

Du liegst
(klein wie ein Vogelkind)
- so müd, mit
ausgedörrten Lippen -

wie vom Wind vergessen.
(Im Schnee.)

Deine Rindenhand
auf meiner
(aber ich
erreich dich nicht)
-

dein Blick
ist schon lang

sonnenfern.


.
02. März 2008

Immer wieder


Tagesmüde,
nachterwacht -

meine Blicke graben sich
in fremder Worte
Welten.

Schälen
Illusionen
aus erdachten Bildern.

Rastlos, ruhelos, immer
suchend

- finden nicht
zum Ziel
...


[Heimisch bin ich nur, wo Sprache wächst
und mich die Schatten decken.
Wo mich die Nähe nicht heimsucht.]


.
Evepart - abendliche Unterhaltung


E 10, F 9, dein Schiff ist versenkt.
Du wühlst durch dein Haar.

Runzeln auf deiner Stirn.
Du kannst dich nicht konzentrieren.
Du sagst, mein Bildschirm sei kleiner als deiner.
Du fragst mich, warum ich lächle.
Du schreibst eine Mail.
Ich frage mich - an wen?
Wenn du runzelst,
wenn du trinkst,
wenn du lächelst,
wenn du neugierig auf meinen Screen schaust.

'Buh!' - sagst du mit großem Blick, dann hustest du - kriegst die Nusstüte kaum auf. Ein paar Kerne fallen über den Schalenrand; ich lache, und du sagst
'- das macht dir Spaß, ne? -'

Behendes Tippen, du schaufelst Nüsse in deinen Mund. (Am liebsten in hohem Bogen werfen und wie ein Akrobat mit offenem Mund auffangen, stimmt's?)
Ein Schluck des roten Weines zum Herabspülen der durchkauten Nüsse.
Dein Blick - als rängest du nach Gedanken, dabei willst du nur knabbern. Ich muss lachen über dich und du lachst mit, trinkst, greifst in die Tüte.

Laut höre ich dich kauen, sehe deine Stirnrunzeln.
Du löschst etwas, schluckst Wein, wischst die Nusskrümel an deine Hose, tippst - oh! einen ganzen Satz - ich lache, du lachst, doch du weißt nicht, warum.

Enter-Taste,
wir kichern. Kopf schütteln über mein Grinsen, die Augen auf den Screen gerichtet, kauend durch das Haar wühlend, noch einmal ... Glas abgestellt, Krümel abgewischt.
Ein dicker fetter Rülpser (ein Bäuerchen!), ich muss lachen, du lachst mit.

Letzter Einwurf von Nüssen, die Hand hält die Schale fest, sie ist leer. du gießt dein Glas voll, spülst die Reste hinunter, atmest laut, reibst einen Fleck aus der Decke, dann deine Hände.

Blick auf Screen, Hand am Glas, asthmatisches Atmen.
Du wühlst länger als sonst, wieder ein Rülpser ... ernste Miene, einseitiges Haareraufen, Ohrkratzen auf der anderen. Runzeln auf der Stirn beim Lesen; eine Zigarette? - ich zünde sie dir an.

Wir lachen: 'Wetten, dass ich mehr geschrieben habe als du?'
'Ja', sagst du, 'ich denke ja auch darüber nach, was ich schreibe..' -
'Ich nicht', und fast sage ich, - ich habe einen Direktlieferanten fürs Schreiben -, sehe, wie du den jetzt sechsten Zug aus der Zigarette nimmst, vorsichtig im Mundraum verteilter Rauch wird rasant ausgepustet, Kippe abgeascht '.... pfuh'.

Zeilenvorschub, konzentriertes Lesen, auf deine Unterarme gestützt. Du trinkst (das Glas ist leer!), wackelst mit der Flasche vor meinem Screen.
- oops - eine falsche Taste, es hat oöt gemacht (die Nase juckt).

'Wem schreibst du eigentlich?' frage ich.
'Verrate ich dir nicht!'
Ich kann mich kaum halten vor Lachen.
Trinkend schaust du auf den Screen, kinnreibend, Haare raufend.

Hoffentlich ist er mir nicht böse, mein Protagonist. Er ist jetzt sehr ernst geworden, tippt am Rand seiner Tastatur
wie ungeduldig ...
An dieser Stelle sollte ich aufhören mitzuschreiben.
Ich kann schon die Masten auftauchen sehen.
Ich hasse dich

Ich hasse dich,
immer, wenn ich will,
gehst du nicht,
sondern bleibst -
- stur und verschlossen,
keine Lösungen offen,
sondern nur der nächste Kompromiss.
Leider weißt du nicht,
was das ist ...

Ich will,
dass du ohne zu mucken gehst,
dein Innerstes nach außen drehst.
Du – beginnst zu zucken,
doch es regt sich nichts.
Ich hasse dich.

Dabei wollte ich doch nur ...
Schwarz auf Weiß sehen,
alles ist klar und bleibt es leider auch.
Mein Bauchgefühl sagt:
Von wegen Schmetterling!
Dieser scheiß Drucker ist nicht dein Ding!

Nichts für mich -
- und - ich - hasse - dich!
Apropos - Kompromiss Mrgreen


-bittersweet-

Wärest Du
noch streng,
wenn Du
zusehen könntest,
wie ich den Teller
dekorierte mit einem
Samenstrang rechts,
dem anderen links
neben deinen pikant
zubereiteten Hoden?


Hörtest Du dann
wie ich
die Zwischentöne?
Sähest Du dann
wie ich
die Nebenfarben?
Röchest Du dann
wie ich
die Innendüfte?
Schmecktest Du dann
wie ich
die Bitternis aus jedem
Kompromiss?
.



Wiedergekäute Liebesbekundungen,
schal
im schattigen Zimmer.

Deine schwachen Versuche von Normalität,
ausgezehrt –
ein Sinnbild des nicht angesprochenen
Unglücks.

Ein wenig musst du es geahnt haben;
du schaust nicht hinüber.

All dein ehrliches Bemühen
ein Monat zu spät;
die Liebe tot bewiesen.

Ein langsames Sterben.

7.4.08


.
14. April 2008

Ohne Titel


Trübtrüb verschwommen
Gedankenblinzeln
im Nachtwasser

- Schuppen, taggezeichnet, die
Kreise zieh'n.

Finger malen Muster
in Traumschlick.
Hätte ich, hättest du, hätte
die Welt ...

... sie dreht sich weiter, weiter,
und
unter taumelnden Sternen
fallen, fallen
wir

tief

in Halbmondschatten;
zwischen
Mandelblütenblätter.




Dieses Gedicht ist nur eins: Eine minutenkurze Müdigkeitsgeburt.
Erschöpft bis auf die Knochen. Und immer noch nicht fertig.
Sei's, wie's sei ...
Gute Nacht.
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