Literatopia

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Seiten: 1 2
Viel will ich dazu eigentlich nicht sagen, nur vielen Dank an Dread für den Titel Icon_wink

Seit vier Stunden sitze ich an dem beleuchteten Tresen eines Vereinshauses auf meinem Barhocker, den ich für nichts in der Welt mehr hergeben würde. Vor mir steht ein Kaffeebecher, in dem sich Cola befindet, daneben ein zweiter Becher mit Batida de Coco. Um mich schwirren bunte Lichter, gemischt mit Rauch aus der Nebelmaschine und Leuten, die ich, wenn überhaupt, nur ansatzweise kenne. Ich will sie auch gar nicht besser kennen. Für mich haben sie alle verlogene Gesichter und verschließen die Augen vor der Wirklichkeit. Viele von ihnen machen sich gar nicht erst die Mühe, die Welt mit offenen, klaren Augen zu sehen. Sie verstehen nicht, wie wichtig richtige Freunde sein können und wie hilfreich ein Stück Weitsicht in der Realität ist. Die meisten sind nur ein paar Monate jünger als ich und ihnen ist kaum etwas ernst. Ein paar sind älter, aber genauso naiv geblieben wie der Rest. Wünsche, Träume – sie sollen sie behalten – aber die Ziele fehlen. Kopfschütteln, mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich überlege, ob ich mit ihnen reden sollte – Wenige versuchen, dem Sog zu entkommen – lasse es aber, da sie wahrscheinlich nicht auf mich hören, sich verletzt fühlen würden. Sie sind nicht nur arglos, sondern auch noch ignorant. Ein Haufen junge Erwachsene, die glauben, das Leben zu kennen. Vielleicht halte ich die Nase zu hoch, bin zu überzeugt von mir selbst und dem was ich tue, aber zumindest bin ich es nicht, die in den Tag hinein lebt, jeden Cent umdrehen muss und dennoch am Wochenende Unmengen von Geld in Discos lässt, um sich alles schön zu saufen. Ich habe etwas, was sie nicht haben und vielleicht nie besitzen werden. Ich habe den Blick für die Realität und eine gute Portion Vernunft.

Was mache ich dann aber hier, wenn die Welt von ihnen und mir so unterschiedlich ist? Ich gehöre eigentlich nicht zu ihnen, habe ich noch nie, und dennoch bin ich hier und versuche, gute Laune zu haben.
„Robin, kann ich noch eine Cola bekommen?“, frage ich den Großgewachsenen, der vor mir mit Saftpackungen und Glasflaschen mit unterschiedlich farbigen Flüssigkeiten hantiert.
Robin ist eins der beiden „Geburtstagskinder“, wegen denen ich hier bin. Glückliche achtzehn ist er geworden, seit drei Monaten wieder vergeben und hat normalerweise einen schwulen Touch, der mich immer zum Schmunzeln bringt. Heute Abend ist er aber anders. Vielleicht hemmt ihn der Stress, den er sich selbst macht, vielleicht verliert er aber wirklich seine lockere Art. Ich mag ihn dennoch, einen der Wenigen, rede gerne mit ihm und höre mir die neusten Ereignisse der Clique an. Heute ist er aber zu beschäftigt für irgendwelche sinnentstellenden, langen Gespräche.
„Sicher. Salzstangen auch noch?“
Ich habe gar nicht gemerkt, dass der Becher mit den braunen Stäbchen wieder leer ist.
Mit einem müden Lächeln nicke ich und nehme Cola und Stäbchen entgegen, von denen ich mir gleich wieder eines in den Mund schiebe. Ich behalte dabei Robin im Blick, der sich kurz seiner Freundin Marina widmet. Sie, vier Jahre älter als er, steht schon den ganzen Abend neben dem Kühlschrank hinter dem Tresen, wenn sie nicht gerade draußen eine Zigarette rauchen ist. Anscheinend fühlt sie sich hier genauso fremd, auch wenn sie die Leute inzwischen besser kennen müsste, als ich es tue. So ähnlich wir uns auch scheinen, wir finden keinen Bezug. Ein kurzes Hallo, mehr hatten wir nicht füreinander übrig, schließlich sahen wir uns das erste Mal, und – so unterkühlt wie ihre Beziehung nach drei Monaten zueinander schon scheint – vielleicht auch das letzte Mal.

„Kommst du mit tanzen?“
Das Gesicht von Mandy, einer Freundin, erscheint neben mir. Ihre rötlich-blonden Locken sind in einem festen Knoten gebändigt. Mit ihrer schwarzen Lederjacke und dem weißen Halstuch sieht sie aus wie eine Pilotin aus vergangenen Jahrzehnten.
„Keine Lust und außerdem ist die Musik scheiße.“
Das sieht man auch deutlich an der gähnend leeren Tanzfläche. Alle befinden sich in der Nähe der Bar oder draußen, der Zigarettensucht verfallen, in Gespräche vertieft.
„Okay, ich bin dann draußen, wenn du mich suchst.“
Werde ich nicht. Inzwischen kann ich auch auf sie verzichten. Sie ist nicht mehr die, die ich kennen lernte. Sie erlag bereitwillig der Sorglosigkeit und gab damit alles auf – Bodenständigkeit, überlegtes Handeln, einen gewissen Ernst, ihre geistige Reife – was ich so an ihr geschätzt hatte. Gespräche, wie wir sie noch vor ein paar Monaten geführt haben, sind nicht mehr möglich. Engstirnig vertritt sie ihre Meinung, ohne groß über andere Varianten nachzudenken. Ich verkneife mir ein erleichtertes Seufzen, als sie mich zurück lässt. So egal sie mir inzwischen auch ist, mein Blick folgt ihr, verliert sie aber schnell und bleibt an Barry, dem schlechtesten DJ der Welt, hängen. Er lungert schon den ganzen Abend in einer Ecke und durchforstet seine CD-Sammlung. Eigentlich bin ich ganz froh darüber, denn so hält er wenigstens seine vorlaute Klappe. Barry ist einer der ungemütlichsten Menschen, die ich kenne. Erst, weil er die Finger nicht von seinen zahllosen Exfreundinnen lassen konnte, während er mit Bine, einer guten Freundin von mir, zusammen ist, später, weil er in Gruppen einfach so ist, wie er ist. Es gibt kein Thema, zu dem er sich nicht lautstark bemerkbar machen muss, keine Party, bei der er nicht der Mittelpunkt ist und keinen Satz, in dem nicht irgendein Wort enthalten ist, das unter die Gürtellinie geht. Mit Alkohol wird er je nach Tagesverfassung und Pegel annehmbarer oder noch unerträglicher. Normalerweise gehe ich ihm aus dem Weg, was selten funktioniert, da er eifersüchtig immer wieder um Bine kreist. Sie, das zweite Geburtstagskind mit ihren frischen zwanzig, geht gerade wieder auf ihn zu und lässt sich auf seinem Schoß nieder. In meinem Kopf sehe ich beide schon auf dem Boden liegen, weil der Stuhl nachgibt. Bine ist ihm hörig, hat ihm jeden Ausrutscher verziehen. Inzwischen hat er sich, zumindest was seine Exfreundinnen – keine Ahnung, was sie alle an ihm finden – betrifft, geändert, aber Bine ebenfalls. Innerhalb weniger Wochen ist sie von einer mitfühlenden Freundin, die stolz auf ihre verlorenen Pfunde war, zu einem oberflächlichen, lästernden Fass gewachsen. Ich kann ihr das nie so sagen, aber die Kilos, die sie mühevoll in wochenlangen FDH-Kuren abgenommen hat, zieren nun in einem Bruchteil der Zeit, aber doppelter Menge wieder ihre Hüften, ihren Bauch und ihre Oberweite. Das T-Shirt bedeckt nur knapp das, was ich nicht sehen will. Irgendwie stört es mich gerade sehr, sodass ich nach meiner Cola greife und den Blick abwende. Vielleicht ist mein Verhalten genauso oberflächlich, aber hier geht es um nichts Anderes. Ich befinde mich in einer Gruppe, in der jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Je schlechter es den anderen geht, je mehr Gerüchte im Umlauf sind, desto besser geht es ihnen. Hass und Zuneigung liegen hier so nah beieinander, dass noch nicht mal mehr ein Haar zwischen ihnen Platz hätte.

Wieder schweift mein Blick durch den Raum und ruht kurz auf Cora, einer zu kurz, aber breit geratenen Siebzehnjährigen, die eng umschlungen mit einem Typen in einer Ecke steht. Seine Hand an ihrem Hintern. Mehr kann und will ich auch gar nicht sehen. Der Typ ist Benjamin. Seine roten Haare strotzen nur so vor Gel und ich bin mir sicher, dass er schon angetrunken war, als er hier eintraf. Inzwischen haben viele volle Gläser den Weg in seinen Magen gefunden und ich bezweifele, dass er noch seinen Namen weiß, geschweige denn, mit wem er da zugange ist. Cora, eine Exfreundin von Barry und eigentlich vergeben, hat mal wieder ein Opfer gefunden und setzt damit wie so oft ihre Beziehung zu Andi aufs Spiel. Andi ist einer der ältesten, Ende zwanzig, hat schon ein, vielleicht auch mehr Kinder – so genau habe ich ihm bei unseren letzten Gespräch nicht zugehört – und ist vermutlich schon genau so voll wie Benjamin. In mir juckt es, nach ihm zu suchen und ihn unter einem Vorwand hier rein zu locken, aber es geht mich nichts an, weil es an der Tagesordnung ist. Hier hat fast jeder mit jedem etwas gehabt. Den genauen Überblick habe ich schon lange verloren.
„Passt du mal bitte auf meinen Barhocker auf, Robin?“
Er lächelt, nickt und ist dann schon wieder mit den nächsten Getränken beschäftigt, während ich die Toiletten aufsuche. Kein Blick wandert zu mir. Viele sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, bereits zu betrunken oder können sich noch nicht mal mehr an meinen Namen erinnern. Wie sollen sie auch, wo ich doch eigentlich genauso wenig Interesse an ihnen, für die meisten maximal ein Hallo übrig habe?

Ich zwänge mich in das kleine Damen-WC, wo bereits zwei Mädchen vor dem Wachbecken stehen. Sie schenken mir ebenfalls keine Beachtung, sondern tauschen sich weiter über die neusten Gerüchte aus. Ich will sie gar nicht hören, verschwinde in einer der Kabinen und lasse sie dann wieder alleine, nachdem ich mir die Hände gewachsen habe. Ich überlege, ob ich wieder reingehe, entscheide mich aber dagegen, hole meine Jacke und genieße die frische Luft. Es ist kühl. Wolken verdecken den Himmel.
„Willst du auch? Ach stimmt ja, du rauchst ja nicht“, korrigiert sich Judith selbst und lässt die Zigarettenpackung wieder in ihrer Jackentasche verschwinden.
Judith ist ein fülliges Mädchen, aber sehr hübsch. Sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Übergewichtigen Ahnung, was sie anziehen kann und was nicht. Auch ihr Gesicht ist nicht einfach nur rund, sondern strahlt. Sie mag ich ebenfalls, denn sie denkt noch normal.
„Warum stehst du nicht bei den anderen?“, frage ich und verstecke meine Hände vor der Kälte in den Jackentaschen.
„Dann kann ich mir ja gleich ein Schild umhängen mit „Kippt euer Bier ruhig über mich“, grinst sie und deutet auf die Gruppe von Jungs, die lachend mit je einer Bierflasche im Kreis stehen.
Ich stelle fest, dass sich Andi unter ihnen befindet, ich aber sonst keinen kenne, noch nicht mal vorher gesehen habe. Ich lasse meinen Blick weiter schweifen und entdecke etwas Abseits Mandy mit ein paar anderen, die mir bekannt vorkommen.
„Und warum nicht dort?“, frage ich Judith wieder und deute auf die andere Gruppe.
„Nur für Eingeweihte und dazu gehöre ich nicht.“
Ich schüttle den Kopf. Typisch. Irgendjemand wird immer ausgeschlossen. Glücklicherweise gehöre ich weder zu den ein- noch zu den ausgeschlossenen. Ich will auch zu keiner der Gruppe gehören, weil ich das alles verabscheue. Das, was die Leute als Freundschaft bezeichnen, ist einfach nur ein Hintergehen und gegenseitiges Ausspielen. Keiner würde für den anderen die Hand ins Feuer legen. Abgesehen davon bin ich noch nie ein Freund von Alkohol oder Partys gewesen. Ich schließe mich somit schon selbst aus.

„Ich gehe wieder rein. Mir ist kalt“, sage ich und lasse Judith zurück.
Meine Jacke hänge ich wieder an ihren Platz und finde zielsicher zurück zu meinem Hocker.
„Ich habe nicht zugelassen, dass ihn jemand anrührt“, lächelt Robin, als ich mich wieder setze und ihn beobachte.
Er ist mit Abstand der hübscheste der anwesenden Typen, von meinem Freund abgesehen. Auch von seiner ganzen Art und seinem Verhalten ist er den anderen einige Jahre voraus.
„Sag mal, wo hast du eigentlich deine ganzen zweideutigen Bemerkungen gelassen? Ich habe heute noch nicht eine von dir gehört.“
Ich habe gar nicht gemerkt, dass er seinen Barplatz verlassen hatte und jetzt neben mir steht. Sein Arm ruht auf meinen Schultern.
„Zu Hause, wo du anscheinend auch dein schwules Ego gelassen hast“, kontere ich.
„Marina mag es nicht, wenn ich zu sehr aufdrehe. Ich soll etwas erwachsener werden.“
Marina ist also der Grund.
„So lange du nicht mehr wachsen sollst. Nein, ehrlich. Ist alles okay zwischen euch?“
„Im Bett ja.“
Das ist typisch Robin.
„Kannst du nur an das Eine denken?“
„Sieh dich doch mal um. Hier denkt keiner an etwas Anderes.“
Irgendwie hat er Recht. Pärchen finden sich, auch wenn sie nicht zusammen gehören. Eins fehlt auch schon ganz. Ich will nicht wissen, wohin sie sich zurückgezogen haben.
„Doch, ich schon.“
„Du hast auch deutlich mehr im Köpfchen als die Idioten hier. Deshalb mag ich dich so.“
Ich lächle.
„Das hast du auch, sonst würde ich nicht mit dir reden.“
„Gut gekontert. Willst du noch etwas haben?“
Ich sehe kurz zum Ausgang und entdecke Dave, meinen Freund, der auf mich zukommt.
„Nein, lass mal. Wir machen jetzt sicher los.“
Robin wirft einen kurzen Blick auf die Uhr. Vermutlich ist es erst halb eins.
„Die Ausstädter eben.“
„Bingo.“
Wir sind die einzigen, die nicht aus dem Ort oder der näheren Umgebung kommen, sondern müssen pro Strecke 45 Minuten Fahrt bewältigen. Wir sind deshalb auch immer die ersten, die gehen.
„Wollen wir los?“, fragt Dave, nachdem er mich geküsst hat, woraufhin ich nur nicke.
„Okay, dann hole ich unsere Jacken.“
Und weg ist Dave wieder.
„Schön, dass ihr da wart und danke für das Geschenk“, verabschiedet sich Robin von mir und umarmt mich kurz fest.
„Gerne. Lass dich nicht zu sehr beeinflussen. Du bist gut so wie du bist.“
Er lässt mich los und seufzt.
„Ich versuche es.“
Seine Augen sind traurig. Er ist mit seinen Freunden und auch seiner Freundin nicht glücklich, zumindest im Moment. Ich kenne das schon. Immer, wenn ich ihn für kurze Zeit in die Realität hole, weiß er es und dennoch taucht er wieder in die Welt ab, aus der Dave und ich uns verabschieden. Wir drehen die Runde, drücken Hände, umarmen kurz, an anderen gehen wir vorbei. Auf dem Weg zum Auto drehe ich mich noch mal um. Ich bin froh, dass ich diese glückliche, trübe Scheinwelt nicht immer ertragen muss. Ich verabscheue sie. Der Sog, der auf alle hier wirkt, hat auf uns keinen Einfluss. Nie würden wir ihm verfallen. Uns schützt der Bezug zur Realität. Dennoch werden wir immer wieder kommen und genauso wieder gehen, um uns daran zu erinnern, wie viel uns unsere reale Welt wert ist.
Hallo Shaddowlino,


der Titel hat mich gleich neugierig gemacht, und auch wenn ich eigentlich längst ins Bett sollte, damit ich morgen noch mein Zimmer betretbar machen kann für meinen Besuch - ich versuch mich noch an einem Kommi.
Wie immer erst Anmerkungen:

=> Seit vier Stunden sitze ich an dem beleuchteten Tresen in einem Vereinshaus auf meinem Barhocker
"an dem - in einem - auf meinem" in Folge liest sich holprig; ich wäre für "... an dem beleuchteten Tresen eines Vereinshauses"

=> Vor mir steht ein Kaffeebecher in dem sich Cola befindet
Komma nach "Kaffeebecher"

=> wie hilfreich ein Stück Weitsicht in die Realität ist
Nicht "in der Realität"?

=> Ein paar sind älter aber genauso naiv geblieben wie der Rest.
Komma nach "älter"

=> Wenige versuchen dem Sog zu entkommen
Komma nach versuchen

=> da sie wahrscheinlich nicht auf mich hören würden, sich verletzt fühlen.
Umstellen: "... da sie wahrscheinlich nicht auf mich hören, sich verletzt fühlen würden."

=> die glauben das Leben zu kennen.
Komma nach "glauben"

=> die in den Tag hinein, für den Moment, lebt
Würde den Einschub "für den Moment" hier streichen; das ist zu viel in einen Satz gepackt.

=> und dennoch bin ich hier, und versuche gute Laune zu haben.
Komma weg, dafür eins nach "versuche"

=> schließlich sahen wir uns das erste Mal und so unterkühlt wie ihre Beziehung nach drei Monaten zueinander schon scheint, vielleicht auch das letzte Mal
Komma nach "Mal", Gedankenstrich nach "und" und statt dem Komma nach "scheint"

=> Pferdeschwanz und süßem, kindlichen Gesicht.
kindlichem

=> genau wie Robins Freundin, Marina
Komma weg (und ich würde den Namen vorher einbauen, wo du näher auf sie eingehst, nicht jetzt erst nebenbei).

=> Das Gesicht von Mandy, einer Freundin von mir, erscheint neben mir.
"von mir" streichen (wessen Freundin sonst?)

=> Ihre rötlich, blonden Locken
rötlichblonden / rötlich-blonden

=> Gespräche, wie wir sie noch vor ein paar Monaten geführt hatten, sind nicht mehr möglich.
geführt haben

=> Engstirnig, vertritt sie ihre Meinung
Komma weg

=> Erst, weil er die Finger nicht von seinen zahllosen Exfreundinnen lassen konnte, während er mit Bine, einer guten Freundin von mir, zusammen ist
... zusammen war bzw. - falls sie es noch sind - "lassen kann"

=> keine Party bei der er nicht der Mittelpunkt ist und keinen Satz in dem nicht irgendein Wort enthalten ist ...
Komma nach "Party" und "Satz"

=> da er, eifersüchtig wie er ist, immer wieder um Bine kreist
Kürzen: "... da er eifersüchtig immer wieder ..."

=> und lässt sich auf seinen Schoß nieder
seinem Schoß

=> keine Ahnung was sie alle an ihm finden
Komma nach "Ahnung"

=> Irgendwie widert sie mich plötzlich an
Oh ja, das finde ich oberflächlich. -_-

=> aber hier geht es um nichts Anderes
"anderes" klein

=> Ich befinde mich in einer Gemeinschaft, in der jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.
Ist das dann noch eine Gemeinschaft? Da steckt ja etwas von "gemeinsam" drin ...

=> einer zu kurz, aber breit geratenen siebzehnjährigen
"Siebzehnjährigen" groß

=> Cora, eine Exfreundin von Barry und eigentlich vergeben, hatte mal wieder ein Opfer gefunden.
hat

=> Bei der hat sie, genau wegen so einer Sache, [...] gekämpft hat.
Da stimmt was nicht Icon_wink

=> In mir juckt es nach ihm zu suchen
Komma nach "es"

=> Na so lange du nicht mehr wachsen sollst.
Komma nach "na"

=> Hier denkt keiner an etwas Anderes.
"anderes" klein

=> Ich lächele.
lächle

=> Wir sind deshalb auch immer die Ersten, die gehen.
"ersten" klein

=> „Schön das ihr da wart und danke für das Geschenk“
„Schön, dass ihr da wart, und danke ...“

Kein Anspruch auf Vollständigkeit - und Tipp- und sonstige Fehler bitte ich auf die Uhrzeit zu schieben Icon_wink

Hm ... hm. Ich weiß ehrlich gerade nicht ganz, was ich mit dem Text anfangen soll, so hart das klingt.
Wie auch immer, zuerst stilistisch: Du packst sehr viele Details in diesen Text; wer mit wem und was und wieso ... das ist stellenweise einfach zu viel. Ich wäre eher dafür, einige Details besser herauszuarbeiten, statt so viel auf einmal hineinzuschreiben. Gerade einzelne verschachtelte Sätze sind da schnell zu überladen; das macht den Text schwierig zu lesen.

Inhaltlich dann - hm. Einerseits kann ich mich ein Stück weit selbst in die Protagonistin hineinversetzen, da ich die Situation kenne. Andererseits ... der Blick von außen ist gut, aber diese Wertungen missfallen mir ehrlich gesagt ziemlich. Gerade über das Gewicht herzuziehen ...
Ganz generell diese wertende Haltung - sie will mir nicht schmecken. Sie macht die Protagonistin für mich zu einer der anderen, auch wenn sie sich noch so sehr abgrenzt. Nur in wenigen Momenten - den Gedanken über Judith, dem Gespräch mit Robin - gewinnt sie für mich Tiefe durch die Zuneigung zu anderen; dadurch, dass sie sie als Menschen betrachtet. Alle anderen scheinen nur Figuren zu sein für sie. Und diese Haltung ...
Man kann außen vor sein und sich selbst außen vor halten; das ist legitim. Und man kann auch sagen, dass man nicht leben will wie die anderen. Aber im Detail auseinanderzuklauben, wie oberflächlich man sie findet etc., ehrlich gesagt kann ich das nicht leiden, weil es mich an genau die Lästereien erinnert, über die das Ich erhaben sein will.
Auch die anderen sind Menschen, nicht nur Abziehbilder, auch wenn sie sich so verhalten ... diese scheinbaren Spiegelungen in Menschen aus Fleisch und Blut zu verwandeln, das wäre schön gewesen. Nur ihre Oberflächen abzubilden ... das ist mir zu wenig.

Ja, du siehst es schon: Der Titel spricht mich zwar sehr an, aber du bleibst für mich an der Oberfläche, statt dahinter zu blicken. Falls das gewollt ist, gut ... das kommt bei mir nicht an. Aber falls es nicht gewollt ist, falls es eine kritische Betrachtung sein sollte, muss ich leider sagen, dass das in meinen Augen nicht gelungen ist.
Ich hoffe, du findest dieses Kommi nicht zu hart, ich kann allerdings leider nichts positiveres sagen. Vielleicht finden andere da eher etwas.

Trotzdem liebe Grüße und gute Nacht,


Mira
Hey Shaddow!

Ich hab mich wirklich gefreut, eine Geschichte von dir hier zu finden, die ich noch nicht kenne. Mit dem Titel konnte ich erst mal gar nichts anfange, mein Englisch ist einfach verdammt schlecht - nach dem Lesen musste ich dann aber doch schnell mal nachschlagen. Nach meinem Wörtbuch heißt das Oberfläche oder Fläche, ich denke mal, in deinem Sinne ist eher Oberflächlichkeit gemeint. Und dann passt's meine Meinung nach auch wunderbar zur Story.

Und jetzt zum Text :icon_buch::
Eine Reise in die Negativität, irgendwie.
Negativität mit Realität gleichgesetzt und daraus dann Augenblicke gesponnen, Augenblicke mitten im Geschehen und doch wieder außerhalb, weil deine Protagonistin weit weg ist von allen anderen. In ihrer Welt, wo die Sorglosigkeit gestorben ist, zusammen mit dem Kind sein, leider auch zusammen mit ihrer Offenheit. Sie wirkt, als würde sie zehn Meter über dem Raum schweben und schenkt niemandem die Flügel, sie ein Stück weit zu begleiten. Sie redet und redet und sagt irgendwie immer etwas, was sie nur noch ein Stück weiter weg, weiter nach oben treibt. Unerreichbar für alle anderen, verloren in ihr selbst und doch mit offenen Augen und Ohren. Sie sieht, was geschieht, will nicht daran teilhaben und doch ist sie da. Vermutlich, weil ihr Freundschaft so viel bedeutet, weil sie Robin so schätzt und es eben sein Geburtstag ist. Aber - wieso geht sie hin, wenn sie sich doch nur den ganzen Abend an der Bar festhält, so als wäre es eine Sicherheit für Menschen wie sie, sich möglichst nicht zu bewegen, nicht aufzufallen. Ich verstehe trotzdem nicht, warum sie freiwillig einen Abend in Hassgedanken und Weltverachtung verbringen will. Warum sie trotz ihrer Einstellung auf eine solche Party geht. Sie kann doch genau so gut an einem anderen Tag mit Robin und anderen Menschen, deren Gesellschaft angenehmer ist, den Geburtstag sozusagen nachfeiern. Was spricht dagegen.
Wird sie trotz ihrer gegen-(fast)alle Einstellung von ihren kleinen Leben angezogen? Vielleicht gerade, weil sie so anders sind?

Eine Reise durch kleine Leben, die da vor sich hin fließen.
In den Augen deiner Prot. scheinbar sinnlos, gedankenlos, dumm.
Sie lässt kaum ein positives Urteil zu, zu jedem fallen ihr tausend schlechte Eigenschaften an, die wieder zu blegen scheinen, wie beschränkt und ignorant diese Menschen sind.
Aber begibt sie sich damit nicht auf das selbe Niveau?
Auf mich wirkt ihre Bodenständigkeit wie eine vorgespiegelte Illusion um sich vor sich selber rechtfertigen zu können.
Sie macht im Grunde nichts anderes als die Menschen, die sie so sehr verachtet. Sie macht sie schlecht, lästert über sie, ist genau so ignorant und engstirnig, aber sie hält sich immer ihre ach so tolle Überlegenheit vor, mit der sie sich von ihnen abgrenzen kann, sich besser fühlen kann. Sie sieht nur das negative - dabei haben sicherlich auch diese Menschen ihre guten Seiten, wenn man sie mal näher kennen lernen würde, in Situationen, wo kein Alkohol oder Partystimmung im Spiel sind. Wo sie vielleicht auch über tiefsinnigere Sachen reden können als darüber, wer es grade mit wem treibt. Aber deine Protagonistin kommt gar nicht dazu, in diese Richtung nachzudenken, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt ist, wie fertigzumachen. Fertigmachen ist auch einfacher als kennen lernen, dafür braucht man nicht so viel Zeit. Und Vorurteile sind auch schneller aufgestellt als einen Blick hinter die Oberflächlichkeit zu werfen. Irgendwie... es ist fast schon bewundernswert, wie sie das durchzieht und gleichzeitig traurig, weil sie so sehr anders sein will und gar nicht merkt, wie sie ihnen immer ähnlicher wird.

Eine schwarz-weiß Aufnahme einer Welt.
Wo die Grauzonen unter den Tisch fallen.
Ich weiß nicht, ob Mitleid angebracht ist und ich weiß auch nicht wirklich, wem es zugesprochen werden kann, den Partygästen, die ihren negativen Gedanken schutzlos ausgeliefert sind oder ihr, weil sie sich selber etwas vormacht.
Aber sie muss das ja nicht lange durchstehen, ist ja nur der eine Abend. Und dann fährt sie nach Hause, in ihre eigene kleine Welt, in der sie leben kann. Und lächeln kann. In der sie nicht über die anderen nachdenken muss, weil sie ihr sowieso immer fremd bleiben werden.
In dem Gespräch mit Robin am Schluss scheint sie fast ein anderer Mensch, da kommt so etwas wie Aufgeschlossenheit durch, auch ein bisschen Fröhlichkeit. Und das Wissen, in ihm einen Freund zu wissen. Es tut immer gut, Freunde zu haben, die einen die Welt ein bisschen vergessen lassen. Auch wenn das dann wieder Realitätsentfremdung ist. Aber nur solche Gedanken im Kopf - da läuft man doch Amok, irgendwann...

Ich mag die Geschichte gerade wegen ihrer Wiedersprüchlichkeiten.
Sie hat mich zum nachdenken gebracht über die Welt dieser Menschen, die Welt deiner Protagonistin und schließlich auch über meine Welt. Überprüfen, wie man selbst das alles sieht oder zu welcher der beiden Seiten man sich zählen kann (wenn man kein Grauzonen-Mensch bleiben will Icon_smile). Und schließlich auch zusehen, was da alles abläuft, die vielen Bilder in ihrem Kopf, die sie sich über verschiedene Menschen gemacht hat - ich fand es sehr interessant.
Ich hab's sehr gerne gelsen und an deinem Stil habe ich auch nichts gefunden, was ich kritisieren könnte. Eine wirklich interessante Idee sehr gut umgesetzt!

Zitat:Innerhalb weniger Wochen ist sie von einer mitfühlenden Freundin, die stolz auf ihre verlorenen Pfunde war, zu einem oberflächlichen, lästernden Fass gewachsen.
Gerade solche Personen, bei denen sich negative Tendenzen zur Persönlichkeit entwickelt zu haben scheinen, waren hier sehr interessant. Früher Freundin, jetzt einfach nur irgendein fettes Ding, das deine Prot. eher verabscheut. Schlechter Einfluss von Bines Freund? Oder einfach nur Blödheit, weil es leichter ist, wie die anderen zu sein? Die Gründe sind ihr auch eigentlich egal.
Aber grade an der Stelle ist ihre eigene Oberflächlichkeit sehr deutlich. Grade weil sie sich so am Gewicht der Ex-Freundin festkrallt und den Charakter mehr außer Acht lässt.
Zitat:Judith ist ein fülliges Mädchen, aber sehr hübsch. Sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Übergewichtigen Ahnung, was sie anziehen kann und was nicht. Auch ihr Gesicht ist nicht einfach nur rund, sondern strahlt.
Ich glaube das war eine der extrem wenigen positiven Stellen. Ich finde es auch oft schlimm, wie manche Leute sich anziehen, aber eigentlich ist mir das nach dem ersten Blick auch wieder egal - ihr Ding, jeder soll sich so anziehen, wie er sich schön findet. Man muss ja nicht unbedingt hinsehen.
Als die Beschreibung von Judith kam, war es fast ein bisschen, als würde die Sonne aufgehen - so ist das hier mit den positiven Bemerkungen, sie leuchten richtig, weil sie so selten sind.
Wenigstens gibt es überhaupt welche Mrgreen.
Ich weiß auch nicht, wie alt deine Protagonistin ist, sie wirkt älter als viele Anwesende, aber Anfang zwanzig ist ja doch noch recht jung. Ich denke, mit ihrer Grundeinstellung wird sie sicher in den nächsten Jahren über ihre schwarz-weiß Einstellung hinweg kommen.
Auch wenn's sich manchmal in meinem Kommentar so anhört - wirklich schlimm ist das ja nicht. Eher normal. Und dadurch, dass sie sich von den anderen abhebt, dem Gruppenzwang eher wiedersteht und es nicht wahnsinnig toll findet, sich total zuzusaufen ist sie ja schon auf dem Richtigen Weg.
Sie sollte ihn nur weiter gehen.
Und sich ihre Gedanken und Fortschritte nicht mit soviel negativen Bemerkungen versauen Icon_wink.

Ganz liebe Grüße,
Lain
Hallo Mira,

Zitat:der Titel hat mich gleich neugierig gemacht, und auch wenn ich eigentlich längst ins Bett sollte, damit ich morgen noch mein Zimmer betretbar machen kann für meinen Besuch - ich versuch mich noch an einem Kommi.

Ich habe mich schon gewundert, weil ich selbst bis kurz vor Mitternacht hier rumgegeistert bin und heute Morgen einen Kommentar dazu finde. Aber vielen Dank dafür.

Zitat:=> wie hilfreich ein Stück Weitsicht in die Realität ist
Nicht "in der Realität"?

aber es ist doch „die Realität“ ... ich lasse es erst mal so

Zitat:=> Erst, weil er die Finger nicht von seinen zahllosen Exfreundinnen lassen konnte, während er mit Bine, einer guten Freundin von mir, zusammen ist
... zusammen war bzw. - falls sie es noch sind - "lassen kann"

Das würde ich auch so lassen, sonst wäre es inhaltlich falsch. Inzwischen ist er treu und sie sind noch zusammen.

Zitat:=> Irgendwie widert sie mich plötzlich an
Oh ja, das finde ich oberflächlich. -_-

Das ist eine Stelle die selbst mir zu heftig ist, aber mir fiel gestern nichts anderes ein. Ich hoffe so ist es jetzt etwas besser.


Zitat:=> Hier denkt keiner an etwas Anderes.
"anderes" klein

Wird nicht das Wort nach nichts oder etwas immer groß geschrieben, z. B. etwas Neues? Mir ist so.
Zitat:=> Wir sind deshalb auch immer die Ersten, die gehen.
"ersten" klein
Wird dann „Wir sind die Einzigen“ auch klein geschrieben?

Zitat:Hm ... hm. Ich weiß ehrlich gerade nicht ganz, was ich mit dem Text anfangen soll, so hart das klingt.

Kann ich nachvollziehen, weil ich damit gerechnet habe. Das ist ein Text, wo ich es nicht schlimm finde, wenn ich negative Kommentare bekomme, was nicht bedeutet, dass ich mir keine Mühe gegeben habe, das zu verpacken, was ich ausdrücken wollte oder das es mir egal ist, wie er anderen gefällt. Es war einfach eine Idee und dazu ist mir jede Meinung recht.
Zitat:Wie auch immer, zuerst stilistisch: Du packst sehr viele Details in diesen Text; wer mit wem und was und wieso ... das ist stellenweise einfach zu viel. Ich wäre eher dafür, einige Details besser herauszuarbeiten, statt so viel auf einmal hineinzuschreiben. Gerade einzelne verschachtelte Sätze sind da schnell zu überladen; das macht den Text schwierig zu lesen.

Und dabei habe ich schon einige Schachtelsätze rausgenommen, aber ich weiß, dass noch einige drin sind und auch das Überladene kann ich verstehen. Ich wollte es aber erst mal so lassen und abwarten, wie der Eindruck ist. Ich werde aber mal sehen, was ich ändern/weglassen kann. Eine eher unwichtige Passage habe ich schon rausgenommen. Wenn ich werde so bald wie möglich versuchen weiter zu streichen oder umzuschreiben.

Zitat:der Blick von außen ist gut, aber diese Wertungen missfallen mir ehrlich gesagt ziemlich. Gerade über das Gewicht herzuziehen ...

Es geht nicht um das Gewicht an sich. Es geht um die Mühe, die dahinter gesteckt hat abzunehmen und dass sie sich so gehen lässt, dass sie danach mehr auf den Hüften hat als vorher.

G
Zitat:anz generell diese wertende Haltung - sie will mir nicht schmecken. Sie macht die Protagonistin für mich zu einer der anderen, auch wenn sie sich noch so sehr abgrenzt. Nur in wenigen Momenten - den Gedanken über Judith, dem Gespräch mit Robin - gewinnt sie für mich Tiefe durch die Zuneigung zu anderen; dadurch, dass sie sie als Menschen betrachtet. Alle anderen scheinen nur Figuren zu sein für sie. Und diese Haltung ...

Dass du hier sonst keine Zuneigung findest ist beabsichtigt. Das sollte kein schöner Text werden.
Im Prinzip stimmt das mit den Figuren. Für sie sind es Menschen die sich anpassen ohne zu merken, dass sie den guten Weg verlassen, die Dinge aufgeben, die viel Wert waren, die sie zu Persönlichkeiten gemacht hat.
Zitat:Man kann außen vor sein und sich selbst außen vor halten; das ist legitim. Und man kann auch sagen, dass man nicht leben will wie die anderen. Aber im Detail auseinanderzuklauben, wie oberflächlich man sie findet etc., ehrlich gesagt kann ich das nicht leiden, weil es mich an genau die Lästereien erinnert, über die das Ich erhaben sein will.
Auch die anderen sind Menschen, nicht nur Abziehbilder, auch wenn sie sich so verhalten ... diese scheinbaren Spiegelungen in Menschen aus Fleisch und Blut zu verwandeln, das wäre schön gewesen. Nur ihre Oberflächen abzubilden ... das ist mir zu wenig.
Surface bedeutet ja Oberfläche und darum geht es in dem ganzen Text. Oberflächlichkeit. Auf die Idee kam ich, als ich mich auf meiner letzten Party umgesehen habe und dann habe ich das einfach noch mit meinem Wissen gespickt. Das kam dabei heraus und ich habe einfach einen Großteil der Sachen noch zugespitzt und positives Größtenteils weggelassen, heftiger geschrieben, als es eigentlich ist. Ich habe genauso Probleme mit solchen Wertungen, ohne zu wissen, was dahinter steckt.
Aber aus deinen Ausführungen schließe ich, dass es doch etwas zu heftig ist.

Allerdings ist bei der negativen Wertung zumindest bei Mandy und Bina auch viel Enttäuschung versteckt (auch meine persönliche Meinung, aber natürlich nicht so krass und ich bin auch richtig gut mit beiden befreundet Icon_wink ), , dass sie sich so verändert haben und das, was bei Judith und Robin zum Vorschein kommt, bei den beiden ganz verschwunden zu sein scheint.

Zitat:Ja, du siehst es schon: Der Titel spricht mich zwar sehr an, aber du bleibst für mich an der Oberfläche, statt dahinter zu blicken. Falls das gewollt ist, gut ... das kommt bei mir nicht an. Aber falls es nicht gewollt ist, falls es eine kritische Betrachtung sein sollte, muss ich leider sagen, dass das in meinen Augen nicht gelungen ist.

Es sollte beides sein, aber der Hauptmerk liegt auf der Oberflächlichkeit.
Zitat:Ich hoffe, du findest dieses Kommi nicht zu hart, ich kann allerdings leider nichts positiveres sagen. Vielleicht finden andere da eher etwas.

Nein, das ist so in Ordnung. Deine Meinung ist mit Begründung, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich gucke mal, dass ich das noch etwas abschwäschen kann.

Liebe Grüße

Shaddowlino
Hallo Lain,


Zitat:Ich hab mich wirklich gefreut, eine Geschichte von dir hier zu finden, die ich noch nicht kenne. Mit dem Titel konnte ich erst mal gar nichts anfange, mein Englisch ist einfach verdammt schlecht - nach dem Lesen musste ich dann aber doch schnell mal nachschlagen. Nach meinem Wörtbuch heißt das Oberfläche oder Fläche, ich denke mal, in deinem Sinne ist eher Oberflächlichkeit gemeint. Und dann passt's meine Meinung nach auch wunderbar zur Story.
Der Titel hat sogar 2 Bedeutungen: im sinne von oberflächlich, wie das Wörterbuch so schön gesagt hat und auseinander genommen so viel wie hinter dem Gesicht. (Das hat sich Dread einfallen lassen und ich hoffe, dass es so gewesen ist Icon_wink )

Zitat: Sie sieht, was geschieht, will nicht daran teilhaben und doch ist sie da. Vermutlich, weil ihr Freundschaft so viel bedeutet, weil sie Robin so schätzt und es eben sein Geburtstag ist. Aber - wieso geht sie hin, wenn sie sich doch nur den ganzen Abend an der Bar festhält, so als wäre es eine Sicherheit für Menschen wie sie, sich möglichst nicht zu bewegen, nicht aufzufallen. Ich verstehe trotzdem nicht, warum sie freiwillig einen Abend in Hassgedanken und Weltverachtung verbringen will.
Es ist der Kick. Sieh dir an, wie es anders sein kann und du weißt, was du hast: „Dennoch werden wir immer wieder kommen und genauso wieder gehen, um uns daran zu erinnern, wie viel uns unsere reale Welt wert ist.“
Zitat:Warum sie trotz ihrer Einstellung auf eine solche Party geht. Sie kann doch genau so gut an einem anderen Tag mit Robin und anderen Menschen, deren Gesellschaft angenehmer ist, den Geburtstag sozusagen nachfeiern. Was spricht dagegen.
Wird sie trotz ihrer gegen-(fast)alle Einstellung von ihren kleinen Leben angezogen? Vielleicht gerade, weil sie so anders sind?
Es ging hier nicht um Robin (so eng ist die Freundschaft auch nicht. Sie verstehen sich nur einfach gut.). Er hat sie eingeladen und dann absagen um alleine feiern zu wollen geht da nicht Icon_wink.
Zitat:Eine Reise durch kleine Leben, die da vor sich hin fließen.
In den Augen deiner Prot. scheinbar sinnlos, gedankenlos, dumm.
Sie lässt kaum ein positives Urteil zu, zu jedem fallen ihr tausend schlechte Eigenschaften an, die wieder zu blegen scheinen, wie beschränkt und ignorant diese Menschen sind.
Aber begibt sie sich damit nicht auf das selbe Niveau?
Im Prinzip ja. Die Oberflächlichkeit, die sie an ihnen hasst, übt sie hier selbst aus Icon_wink

Zitat:Sie sieht nur das negative - dabei haben sicherlich auch diese Menschen ihre guten Seiten, wenn man sie mal näher kennen lernen würde, in Situationen, wo kein Alkohol oder Partystimmung im Spiel sind. Wo sie vielleicht auch über tiefsinnigere Sachen reden können als darüber, wer es grade mit wem treibt. Aber deine Protagonistin kommt gar nicht dazu, in diese Richtung nachzudenken, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt ist, wie fertigzumachen. Fertigmachen ist auch einfacher als kennen lernen, dafür braucht man nicht so viel Zeit. Und Vorurteile sind auch schneller aufgestellt als einen Blick hinter die Oberflächlichkeit zu werfen. Irgendwie... es ist fast schon bewundernswert, wie sie das durchzieht und gleichzeitig traurig, weil sie so sehr anders sein will und gar nicht merkt, wie sie ihnen immer ähnlicher wird.
Ich habe es nur angedeutet, aber hier besteht zwischen den Leuten keine Freundschaft, bis auf dem Prot und Mandy und Bine. Sie sehen sich also kaum in dem Rahmen. Weiterführende Gespräche also nicht möglich. Die Fremde in der Fremde sozusagen. (das ist auch in Wirklichkeit so, nur dass ich da natürlich nicht so oberflächlich werte Icon_wink )


Zitat:Ich mag die Geschichte gerade wegen ihrer Wiedersprüchlichkeiten.
Sie hat mich zum nachdenken gebracht über die Welt dieser Menschen, die Welt deiner Protagonistin und schließlich auch über meine Welt. Überprüfen, wie man selbst das alles sieht oder zu welcher der beiden Seiten man sich zählen kann (wenn man kein Grauzonen-Mensch bleiben will ). Und schließlich auch zusehen, was da alles abläuft, die vielen Bilder in ihrem Kopf, die sie sich über verschiedene Menschen gemacht hat - ich fand es sehr interessant.
Ich hab's sehr gerne gelsen und an deinem Stil habe ich auch nichts gefunden, was ich kritisieren könnte. Eine wirklich interessante Idee sehr gut umgesetzt!
Danke. Die Idee habe ich eben genau auf der Party bekommen, als ich mich in einem ruhigen Moment umgesehen habe und überlegt habe, wie ich die Leute so sehen würde, natürlich auch mit einem Teil meines Hintergrundwissens bestückt. Noch etwas heftiger gestaltet und das ist dabei rausgekommen.
Zitat:Zitat:
Zitat:
Judith ist ein fülliges Mädchen, aber sehr hübsch. Sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Übergewichtigen Ahnung, was sie anziehen kann und was nicht. Auch ihr Gesicht ist nicht einfach nur rund, sondern strahlt.
Ich glaube das war eine der extrem wenigen positiven Stellen. Ich finde es auch oft schlimm, wie manche Leute sich anziehen, aber eigentlich ist mir das nach dem ersten Blick auch wieder egal - ihr Ding, jeder soll sich so anziehen, wie er sich schön findet. Man muss ja nicht unbedingt hinsehen.
Als die Beschreibung von Judith kam, war es fast ein bisschen, als würde die Sonne aufgehen - so ist das hier mit den positiven Bemerkungen, sie leuchten richtig, weil sie so selten sind.
Judith ist eine kleine Sonne, da hast du recht. Ich habe sie so dargestellt und das ist sie auch wirklich.

Liebe Grüße und vielen Dank für dein Kommentar
Shaddowlino
Hallo Shaddowlino

... keine Ahnung, ob ich die Geschichte schon einmal kommentiert habe - vielleicht zu einer anderen Zeit mit anderem Wissen - egal. Jetzt sage ich dazu: Sie hat mir sehr gefallen.
Dieses blasierte Gehabe einer Göre, die sich selbst um ihr erbärmliches Ego dreht und den Mittelpunkt ihrer Unkenntnis über das Verhalten des Menschen als Weisheit deklariert. Namen sind etwas für Grabsteine, Baby und ich bin mehr als das Zentrum. Diese Vielschichtigkeit, die so dahin plätschert wie die Strahlen aus einer Gießkanne, hätten nach meinem Geschmack noch verwirrender sein können, denn sie sagen nichts aus und doch beschreiben sie das Gefühl dahinter - das finde ich meisterhaft. Vielleicht hast Du es unbewusst eingesetzt - :icon_interview: Hand auf´s Herz, nee, ne?
Aber hier wirkt es perfekt als Stilmittel. Und:
Ich gehe davon aus, dass Du selbst in diesem Alter und daher auch in der Lage bist, die Dimension der Handlung zu erkennen - ich als 50+ sehe das eher mit den Augen einer Vaterfigur, kann aber dieses Verhalten nachvollziehen; was so viel heißt wie: Du hast das generationübergreifend rübergebracht und das ist eine reife Leistung.
Manchmal rutscht Dein Prot in eine allgemeine Betrachtung ab, die ich persönlich nicht so schätze - da ist man sich beim Lesen nicht so sicher, ob das jetzt die Meinung der Prot.in ist oder Deine Meinung - das ist schwieriges Gelände ... also hier eindeutiger den Prot denken lassen ...
... aber unterm Strich eine ganz ganz tolle Story mit einem hochbrisanten Hintergrund - gern gelesen.
Liebe Grüße
Detlev
Hallo Shaddowlino,
ich glaube, dies ist das erste Werk, das ich von dir lese. Kann das sein? Icon_confused Nun egal, irgendwann ist immer das erste Mal. Icon_wink
Also zu deinem Text.
Wie ich beim Überfliegen festellte, hat Mira ja schon fleißig vorarbeit geleistet, was die Fehlerchen anbelangt und auch ihrem Hinweis, was die Details angeht, kann ich nur zustimmen. Es sind viel zu viele. Auch hast du den Öfteren Wiederholungen drin, was dem Text noch zusätzlich einen fahlen Beigeschmack gibt. Ich denke, eine Diät würde hier guttun.

Zum Inhalt:
Surface bedeutet ja Oberfläche, und ich finde der Name passt perfekt, nicht nur auf die Protagonistin sondern auch auf die Handlung. Erstere wirkt auf mich wie eine Kritikerin, die nichts Besseres mit ihrem Leben anzufangen weiß, als über andere herzuziehen. Sie hält sich anscheinend für etwas Besseres und nur wenige Auserwählte dürfen in das Glück kommen, von ihr angesprochen zu werden. Sollte es nicht so sein, sorry, aber so kam es bei mir an.
Und genau so oberflächlich wie sie plätschert in meinen Augen die Handlung dahin. Wenn es denn eine gibt, denn eigentlich passiert ja nichts, außer, dass wir deiner Prot dabei zusehen wie sie nach und nach die Gäste der Party abmustert und bewertet, bis sie dann letztendlich geht. Bitte entschuldige, aber wo ist da der Sinn?
Vielleicht bin ich irgendwie blind oder so, aber geht es nur darum, eine Momentaufnahem zu zeichen, einen Abriss der Party aus der Sicht deiner Protagonistin zu geben? Denn als genau das, las ich es.

Wenn das jetzt etwas hart klang, entschuldige ich mich dafür, aber Texte ohne wirklich Handlung sind für mich irgendwie sinnlos. Sollte ich den Hintergrund aber übersehen haben, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

LG
Adsartha
Hallo Detlev,

ehrlich gesagt bin ich gerade etwas platt und bedanke mich erst mal vielmals.

Ich kenne deine Kommentare und weiß, dass du mit Lob eher sparsamer umgehst, was nicht negativ gemeint sein soll (Ich habe von dir auch schon eine Bandbreite Kommentare bekommen.)

Zitat:... keine Ahnung, ob ich die Geschichte schon einmal kommentiert habe - vielleicht zu einer anderen Zeit mit anderem Wissen - egal.
Nein, die ist neu und wurde vor dem veröffentlichen hier im Forum nur von Dread gelesen, auch wenn er sich nur noch schwach daran erinnert Icon_wink
Zitat:Vielleicht hast Du es unbewusst eingesetzt - Hand auf´s Herz, nee, ne?
Es ist alles unbewusst – eine Bauchgeschichte mit Wahrheiten als Grundgerüst. Viele Sachen sind mir erst im Nachhinein etwas klarer geworden.
Zitat:Manchmal rutscht Dein Prot in eine allgemeine Betrachtung ab, die ich persönlich nicht so schätze - da ist man sich beim Lesen nicht so sicher, ob das jetzt die Meinung der Prot.in ist oder Deine Meinung - das ist schwieriges Gelände ... also hier eindeutiger den Prot denken lassen ...
Teile davon sind wirklich meine Meinung, aber wenn dann viel abgeschwächter. Ich bewerte Menschen so nicht, wie es in dem Text der Fall ist. Im Normalfall versuche ich hinter die Fassade zu sehen. Deshalb kann es aber sein, dass ich an manchen Stellen nicht mehr nur den Prot denken lasse.


Hallo Adsartha,

Zitat:ich glaube, dies ist das erste Werk, das ich von dir lese. Kann das sein?
Keine Ahnung. Ich verliere da schnell den Überblick. Icon_wink

Zitat:Wie ich beim Überfliegen festellte, hat Mira ja schon fleißig vorarbeit geleistet, was die Fehlerchen anbelangt und auch ihrem Hinweis, was die Details angeht, kann ich nur zustimmen. Es sind viel zu viele. Auch hast du den Öfteren Wiederholungen drin, was dem Text noch zusätzlich einen fahlen Beigeschmack gibt. Ich denke, eine Diät würde hier guttun.
Ich versuche mich noch mal am Überarbeiten, wobei ich inzwischen allerdings finde, dass der Text viele Details braucht und die Oberflächlichkeit zu erfassen, aber es stimmt .. ein paar Sachen kann ich sicher streichen, werde ich auch noch. Ich habe es nicht vergessen Icon_wink

Zitat:Surface bedeutet ja Oberfläche, und ich finde der Name passt perfekt, nicht nur auf die Protagonistin sondern auch auf die Handlung. Erstere wirkt auf mich wie eine Kritikerin, die nichts Besseres mit ihrem Leben anzufangen weiß, als über andere herzuziehen. Sie hält sich anscheinend für etwas Besseres und nur wenige Auserwählte dürfen in das Glück kommen, von ihr angesprochen zu werden. Sollte es nicht so sein, sorry, aber so kam es bei mir an.
Zum Großteil ist es so, allerdings ist auch die Gegenseite genauso. Auch die Gegenseite sucht nicht das Gespräch, verhält sich genauso wie der Prot. Wahrscheinlich sind die Eindrücke des Prot aber zu stark um die Gegenseite wahrzunehmen.

Zitat:Und genau so oberflächlich wie sie plätschert in meinen Augen die Handlung dahin. Wenn es denn eine gibt, denn eigentlich passiert ja nichts, außer, dass wir deiner Prot dabei zusehen wie sie nach und nach die Gäste der Party abmustert und bewertet, bis sie dann letztendlich geht.
Handlung gibt es hier nicht wirklich, da hast du recht.

Zitat:Bitte entschuldige, aber wo ist da der Sinn?
Vielleicht bin ich irgendwie blind oder so, aber geht es nur darum, eine Momentaufnahem zu zeichen, einen Abriss der Party aus der Sicht deiner Protagonistin zu geben? Denn als genau das, las ich es.
Du sprichst einmal von Sinn und einmal von Handlung. Das sind bei mir zwei verschiedene Dinge. Eine Geschichte bzw. Text kann durchaus Sinn machen, aber keine Handlung haben. So ist es hier. Es geht hier bei weitem nicht nur um die Momentaufnahme, die ist Grundlage.

Aussagen/Sinn könnte ich dir einiges nennen:
Zum einen der Untergang in einer Gruppe ... Anpassung bis man im Grau untergeht ohne es zu merken.

Die Frage nach Hintergründen, weg von der Oberfläche, von dem, was man sieht. Die Gruppe, die ich hier beschrieben habe gibt es genau so. Jeder davon lebt und hat einen Hintergrund warum er so handelt und nicht anders. Die habe ich hier weggelassen und einfach nur das geschrieben, was man sehen kann und negative Gedanken dazu gesetzt. Ich hätte den Prot auch anders denken lassen können.

Warum denkt der Prot so. Ist er wirklich nur eingebildet? Vielleicht ist es genauso versteckte Einsamkeit, Sehnsucht nach so einem grau.

Nur ein paar Beispiele. Ein Text ohne Handlung aber meiner Meinung nach mit genug Inhalt zum Nachdenken, Meinung bilden. Eine richtige Handlung hätte ich hier einfach nur störend gefunden, weil es eigentlich so schon genug Inhalt gibt.

Zitat:Wenn das jetzt etwas hart klang, entschuldige ich mich dafür, aber Texte ohne wirklich Handlung sind für mich irgendwie sinnlos. Sollte ich den Hintergrund aber übersehen haben, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Sicher finde ich es hart zu hören, weil ich es selbst nicht mag, wenn ich in Geschichten keinen Sinn sehe (passt gerade gut zu einer netten Unterhaltung, die ich gestern hatte), aber es ist deine Meinung und ich erwarte nicht, dass jeder in meinen Texten, das sieht, was ich erwarte, dass er sehen soll. Wenn du also den Hintergrund nicht siehst, ist das für mich auch in Ordnung, weil ich auch schon Sachen gelesen habe, wo ich genauso das darunter geschrieben hätte.

Ich danke dir dennoch für dein Kommentar und deine ehrliche Meinung (lieber eine ehrliche, die nicht so positiv ist, als eine positive, die eigentlich gar nicht so gemeint ist).

Liebe Grüße
Shaddowlino
Hallo, mein Shaddow,

was hab ich denn hier entdeckt? Diese Geschichte hatte ich ja noch gar nicht gelesen.
Um mich vor der Hausarbeit zu drücken (drei Wäscheständer, die abgenommen werden wollen, und eine zugespammte Küche, seufz ...), kommentiere ich mal. Mrgreen

Früher mochte ich (in der Regel) keine englischen Titel, wenn eine deutsche Geschichte folgt, aber das hat sich geändert. Heute finde ich es reizvoll - besonders, wenn es ein so schönes Wort wie "Surface" ist. Da kann man sich gleich drauf einstellen, was man erwartet. Und die Erwartung hat sich bestätigt. Eine Welt voller Oberflächlichkeit, die du da beschreibst.
Übrigens würde der Text auch sehr gut in Nachdenkliches/Kritisches passen, wenn du mich fragst. Habe mich gewundert, ihn hier, in Sonstiges, zu finden. Hat das einen bestimmten Grund?

So, ich habe die anderen Kommentare noch nicht gelesen, werde aber heute sowieso nicht so richtige Textanmerkungen machen, denn bis auf wenige Fehler habe ich, was RS betrifft, nichts gefunden, und inhaltlich ist es, finde ich, keine Geschichte, die man perfektionieren könnte. Eigentlich ist es auch gar keine Geschichte. Eher eine Art ... Situationsanalyse, wenn ich das mal so nennen darf. Deine Prot sitzt auf ihrem Barhocker, dem Mittelpunkt ihrer Welt, und sieht den Rest an sich vorbeiziehen, während sie alles kritisch unter die Lupe nimmt. Und die Frage, die sich mir als erstes und immer wieder aufgedrängt hat, war: Warum zur Hölle ist sie da, wenn sie das alles verabscheut? Ich weiß ja, man kann sich nicht immer alles aussuchen - aber seine Freunde wohl schon, oder? Und wenn ihr diese Menschen wirklich so wenig bedeuten, ist es eine dumme Zeitverschwendung, auf so eine Party zu gehen. Warum nicht lieber Zeit mit Leuten verbringen, die man gern hat, die einem etwas geben können?
Und da finde ich den letzten Satz - Dennoch werden wir immer wieder kommen und genauso wieder gehen, um uns daran zu erinnern, wie viel uns unsere reale Welt wert ist. - als Rechtfertigung einfach nicht stark genug. Das Leben ist so kurz. Man sollte es sinnvoll nutzen und an Schlechtem sparen, wo es nur geht. Auch wenn es eine einschneidende Veränderung im Leben bedeutet und es sicher auch Angst macht, sich von Dingen loszusagen, an die man gewöhnt ist. Aber was bringt es, weiter auszuharren? Gar nichts, finde ich. Man wird nur aggressiv und hat noch weniger Lust, seine Zeit so zu verbringen.

Ja, deshalb habe ich die Beweggründe deiner Prot nicht so ganz verstanden. Ich habe gut durch ihre Augen gesehen - die trinkenden Jungs, die Mädels, die nur darauf bedacht sind, einen Kerl abzukriegen - die sinnlosen Gespräche, der hirnlose Spaß ... ich weiß schon, warum ich selbst nicht so ein Partygänger bin. Manchmal macht es Spaß - oft aber kann ich mir Besseres vorstellen, was ich mit meiner Zeit anfange. Und ich gehe auch schon lange nicht mehr auf Partys, bei denen ich von vornherein weiß, welche Leute ich dort finden und dass ich es hassen werde, dort zu sein.

Deine Prot sollte sich die Leute schnappen, die ihr etwas bedeuten - Robin und Judith zum Beispiel - und sich in Zukunft von solchen Versammlungen fern halten. Das macht nur Frust und Magenschmerzen. Mrgreen

Positiv herauszuheben ist, dass du die Situation und Umgebung total lebensecht beschrieben hast. Das Vereinsheim, die provisorischen Gläser, die selbstgemixten Gebräue, die saufenden Jungs und die schlechte Musik ... gruselig. Icon_ugly Am liebsten hätte ich deine Prot bei der Hand genommen und sie nach draußen geschleppt, spazieren, Sterne gucken, unterhalten. Icon_smile Ich hab nicht damit gerechnet, dass sie einen Freund hat (wo war der denn die ganze Zeit?!), weil er erst so spät kam. Hab auch nicht einschätzen können, wie viel dieser ihr bedeutet - sie war da nicht wirklich emotional. Vielleicht täuscht das aber auch, weil Dave so spät ins Spiel kam.

Literarisch lässt sich der Text, finde ich, nicht wirklich kommentieren. Aber zur gesellschaftskritischen Seite fällt einem da viel ein. *g*

Lieben Gruß,

Lilly
Hallo Lilly,

bin leider doch nicht eher dazu gekommen. Und da du die anderen Kommentare nicht gelesen hast, schreibe ich gleich mal hier, dass mir die Idee in genau so einer Situation gekommen ist. Ich habe nur alles sehr überspitzt.

Ich bin sehr überrascht über dein Kommentar, weil ich eins in der Form von dir noch nicht gelesen habe Icon_wink

Zitat:Früher mochte ich (in der Regel) keine englischen Titel, wenn eine deutsche Geschichte folgt, aber das hat sich geändert. Heute finde ich es reizvoll - besonders, wenn es ein so schönes Wort wie "Surface" ist. Da kann man sich gleich drauf einstellen, was man erwartet. Und die Erwartung hat sich bestätigt. Eine Welt voller Oberflächlichkeit, die du da beschreibst.

Ich mag die englischen immer gerne, aber ich versuche auch gerne deutsche zu finden. Manchmal biete es sich aber an, durch Doppelbedeutungen oder so was.

Zitat:Übrigens würde der Text auch sehr gut in Nachdenkliches/Kritisches passen, wenn du mich fragst. Habe mich gewundert, ihn hier, in Sonstiges, zu finden. Hat das einen bestimmten Grund?
Nein, ich wusste nur nicht richtig wohin damit.

Zitat:Und die Frage, die sich mir als erstes und immer wieder aufgedrängt hat, war: Warum zur Hölle ist sie da, wenn sie das alles verabscheut?

Tja gute Frage. Auch wenn sie äußerlich alles verabscheut, sehnt sie sich im inneren vielleicht danach genau so zu sein, wie das, was sie sieht.

Zitat:Ich weiß ja, man kann sich nicht immer alles aussuchen - aber seine Freunde wohl schon, oder? Und wenn ihr diese Menschen wirklich so wenig bedeuten, ist es eine dumme Zeitverschwendung, auf so eine Party zu gehen. Warum nicht lieber Zeit mit Leuten verbringen, die man gern hat, die einem etwas geben können?

In dem fall ist es so, dass sie die nicht hat bzw. die auch dort mit dabei sind. Deshalb geht sie also dort hin, um bei ihren „Freunden“ zu sein.


Zitat:Deine Prot sollte sich die Leute schnappen, die ihr etwas bedeuten - Robin und Judith zum Beispiel - und sich in Zukunft von solchen Versammlungen fern halten. Das macht nur Frust und Magenschmerzen.
Das ist eine feste Gruppe und sonst hast sie mit den beiden nichts zu tun, nur wenn sie dort ist, hält sie sich eben an die beiden, um jemanden zu haben und nicht nur Zeit tod zu schlagen.


Zitat:Ich hab nicht damit gerechnet, dass sie einen Freund hat (wo war der denn die ganze Zeit?!), weil er erst so spät kam. Hab auch nicht einschätzen können, wie viel dieser ihr bedeutet - sie war da nicht wirklich emotional. Vielleicht täuscht das aber auch, weil Dave so spät ins Spiel kam.

Wenn ich eine Geschichte zu ihm schreiben würde, würde sie wahrscheinlich genauso aussehen. Icon_wink Kurz abtauchen und dann wieder zurück in ihre gemeinsame Welt Icon_wink

Weil er so spät zurück kam, ist es nicht so innig, wie es eigentlich sein sollte.


Zitat:Literarisch lässt sich der Text, finde ich, nicht wirklich kommentieren. Aber zur gesellschaftskritischen Seite fällt einem da viel ein. *g*


Das habe ich gemerkt. Icon_wink

Vielen Dank für deine Gedanken und Liebe Grüße

Shaddowlino
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