Literatopia

Normale Version: Das Lied der Sterne
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Ich möchte zu dem Gedicht vorweg sagen, dass dies mein erstes Gedicht ist. Es entstand durch ein Fantasy-Land, welches ich mit Freunden erstellt habe. Jede Elb der in diesem Land lebt hat seinen eigenen Stern am Firmament und jeder, der es versteht, kann in den Sternen die Geschichte des Volkes "lesen".

Und nun zu meinem Gedicht:


Leise blickt mein Herz zum Himmel,
leicht erleuchtet ist die Nacht.
Über mir der Sternen Schimmer,
bringen Kunde von der Wacht.

Hoch dort oben klingen Töne,
singen von vergangner Zeit
Sanft ich ihre Lieder höre,
öffne der Melodie mich weit.

Bringen Kunde von den Zeiten,
da das Volk voll Freude war.
Singen Lieder von den Orten,
als der Schatten kam uns nah.

Keine Tat ist je vergessen,
jedes Tun wird dort erzählt.
Die Geschichte ist dort zu lesen,
jeden Tag in unsrer Welt.
Hallo Nuriel,

deine erstes Gedicht? Wirklich? Na ... dann wollen wir mal:

singen von vergangner Zeit

da du sowieso Fantasyanklänge hier hast, würde ich das "vergangner" mit Apostroph schreiben, also "vergang'ner" - das macht optisch zusätzlich nen altertümlichen / fantasyartigen Eindruck ...

hier auch:

öffne der Melodie mich weit.

jeden Tag in unsrer Welt


öff'ne und uns'rer

----------------------------------

Für ein erstes Gedicht ist es rhythmisch auf jeden Fall gut gelungen. Liest sich flüssig, metrisch absolut okay - allerdings klingt es stellenweise auch etwas in den Reim und in den Rhythmus hineingezwungen. Zwar passen ungewöhnliche, "poetische" Satzstellungen zum Thema, aber stellenweise sind die dafür zu schlicht, sprich, es ist insgesamt relativ einfach formuliert.
Bei der Thematik hätte man etwas "dicker" auftragen können, bisschen ausschweifender, stärke Worte ... es fehlt so ein bisschen das ganz Besondere daran.

Die Idee ist sehr schön und das Gedicht passt auch gut zum Titel, es ist in sich stimmig - aber wie erwähnt, es fehlen ein paar kleine Besonderheiten, die es unverkennbar zu DEINEM Gedicht machen.

Aber: Es ist dein erstes - und dafür finde ich es wirklich gut gelungen! Icon_smile

Liebe Grüße

- Zack
(08-03-2009, 21:51)Zack schrieb: [ -> ]da du sowieso Fantasyanklänge hier hast, würde ich das "vergangner" mit Apostroph schreiben, also "vergang'ner" - das macht optisch zusätzlich nen altertümlichen / fantasyartigen Eindruck ...

Stimmt, macht besser was her. Das werde ich mir auf jeden Fall merken.


(08-03-2009, 21:51)Zack schrieb: [ -> ]Satzstellungen zum Thema, aber stellenweise sind die dafür zu schlicht, sprich, es ist insgesamt relativ einfach formuliert.

Das hat meine damalige Englischlehrerin auch immer über mein Englisch gesagt :-) Zumindest bei dem Gedicht bin ich mir sicher, das es an der noch nicht vorhandenen Übung liegt. Damals im Deutschunterricht hab ich bei Gedichten nie richtig aufgepasst - ich konnte sie nur gut auswendig vortragen. Und die paar Liedertexte die ich geschrieben habe, sind auch alle recht einfach.

(08-03-2009, 21:51)Zack schrieb: [ -> ]Die Idee ist sehr schön und das Gedicht passt auch gut zum Titel, es ist in sich stimmig - aber wie erwähnt, es fehlen ein paar kleine Besonderheiten, die es unverkennbar zu DEINEM Gedicht machen.

Hmm, wie mache ich ein Gedicht unverkennbar zu meinem?

(08-03-2009, 21:51)Zack schrieb: [ -> ]Aber: Es ist dein erstes - und dafür finde ich es wirklich gut gelungen! Icon_smile

Danke. Vielleicht werd ich irgendwann ja nochmal eines schreiben. Allerdings liegen mir Geschichten mehr ^^

Gruß

Nuriel
Zum Thema Besonderheit und Wiedererkennungwert:

Schwer zu sagen, da sich so etwas einfach mit der Zeit entwickelt! Ein persönlicher Stil, der sich herauskristallisiert ... eine besondere Art, Neologismen zu entwerfen, eine Vorliebe für ein besonderes Reimschema, ein ganz eigenes Reimschema, eine ganz eigene Optik mit zerrissenen Zeilen ... eine Wortwahl, die einfach total zu dir passt ... usw. ...

Das ist nach dem ersten Gedicht natürlich noch nicht da und dadurch merkt man einfach, dass es eines der ersten ist.
Hallo Nuriel,

dein erstes Gedicht? Das ist aufregend. :D Fantasygeschichten bieten sich für Gedichte auch gut an. Da passt diese altertümliche Sprache, die sonst vielleicht zu geschwollen klingen würde, perfekt hinein. Aber jetzt zu deinem Gedicht:

Ich kann mir den Elb gut vorstellen, wie er da alleine in der stillten Nacht irgendwo in einer elfenartigen Natur steht und und nachdenklich zum Himmel blickt. So ließt er dann die Geschichte in den Sternen - ein Archäologe der Elfenwelt, wenn man das so sagen kann. Er muss sich halt nicht die Hände schmutzig machen und "Geschichte ausgraben" - das würde zu einem Elfen auch nicht passen.
Interessant finde ich auch, dass sein Herz zum Himmel blickt und nicht seine Augen. Das zeigt diese gefühlsmäßige Verbundenheit zu den Sternen, der Vergangenheit des Volkes. Was sicherlich auch notwendig ist, um dort überhaupt etwas herauszulesen. Somit könnte ein Fremder, ein Feid, die Geschichte nicht lesen - was aber von Vorteil gewesen wäre, denn dann könnte er vielleicht auf das zukünftige Verhalten der Elfen schließen ... ach, ich liebe Fantasy.
Also: Inhaltlich finde ich dein Gedicht wirklich interessant. Die Tatsache, dass die Sterne nichts vergessen, dass sie von Zeites des Glücks und des Schreckens erzählen. Das würde sich gut als Einleitung für eine Fantasygeschichte eignen. Ich jedenfalls habe jetzt das Bedürfnis zu erfahren, was den mit dem Elfen, der hier das Lyrische Ich ist passiert, was er aus den Sternen ließt. Du meintest du hättest dir mit einer Freundin die Welt ausgedacht - hast du denn die Geschichte dazu geschrieben?

Jetzt zum sprachlichen Teil:
Das Gedicht ließt sich fast vollständig flüssig und die Reime klingen auch ungezwungen. Die beiden Stolperstellen hat Zack ja schon erwähnt. Diese Zeilen müsstest du etwas umformulieren. Mein Vorschlag wäre:

Sanft ich ihre Stimmen höre
Öffne mich den Liedern weit


Das Wort Melodie klingt natürlich hübscher, doch da wird es mit dem Metrum halt komisch.
Bei der lezten Stophe liegt die Unstimmigkeit vorletzten Zeile. Sie ist etwas zu lang. Ich würde vorschlagen das so umzuformen:

Keine Tat ist je vergessen,
jedes Tun wird dort erzählt.
Die Geschichte uns'res Volkes,
jeder Tag in uns'rer Welt.


Sicherlich findest du auch andere Formulierungen. Mir ist spontan nur das eingefallen.

Insgesamt habe ich dein Gedicht gerne gelesen. Der Inhalt ist klasse und sprachlich stimmt auch fast alles. Ich finde nicht einmal, dass es wie das erste Gedicht klingt. Meintest du, dass es das erste ist, das du einstellst oder das erste, das du geschrieben hast?
Das war's jetzt ...

Liebe Grüße,
Meluse
Hallo Nuriel,

ein Fantasy-Gedicht ist natürlich genau das richtige, für jemanden wie mich. Leider verstehe ich zwar von Lyrik noch nicht ganz so viel, aber ich mag es mir nicht nehmen lassen, ein paar Wörter dazu zu sagen.

Dein Reimschema gefällt mir sehr gut, dafür bin ich empfänglich - daher hat es mir natürlich auf Anhieb gefallen. Es klingt sanft, träumerisch und erzählt auch schön, wie die Lieder klingen. Auch von ihrer Vielfältigkeit.
Vom Klang her haben mir ein paar Höhepunkte gefehlt. Entweder ein besonderer Reim oder ein paar lyrisch klingende Worte, bzw. Adjektive. - Gerde die machen für mich ein Gedicht erst lebendig. Mir geht es da ähnlich wie Zack. Ein wenig mehr Farbe, bzw. Experimentierfreudigkeit für das nächste deiner Werke.

Ansonst hat es mir gut gefallen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen
Guten Abend, Nuriel.

Ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht, ob wir Beide schon einmal das Vergnügen miteinander hatten. Falls nicht: das hier ist die Lyrikecke, da bin ich nicht so firm drin.

Ich war auf der Suche nach einem weiteren Gedicht - und da stach mir Deines ins Auge. Ich glaube, es lag am Titel: Das Lied der Sterne. (Ich hab erst gedacht: 'Datt kennste doch vonn irgendwohea.' Naja, nicht ganz: Unten an meinem Nachtschränkchen liegt ein Buch namens 'Der Fluss der Sterne'. Icon_wink )

Insgesamt finde ich das Gedicht - besonders, weil es Dein erstes ist - reim-technisch flüssig und ohne Holperstellen. Aber sieh es mir nach: Jambus und was weiß ich für Busse - da habe ich keine Aktien drin. Ich lese es laut (okay, alle schlafen, also leise) vor und es passt. Vom Bauchgefühl.

Und auch die Botschaft finde ich schön. Die Sterne als Träger der Vergangenheit, die jeden Abend hinunterschauen und unvergesslich bleiben. Da kann man machen, was man will. Icon_wink

Anmerkung:
Zitat:Hmm, wie mache ich ein Gedicht unverkennbar zu meinem?
Jeder hier im Lyrikatelier hat seine eigene Duftmarke. (poLet beispielsweise kann herrlich Worte erfinden, neuinterpretieren, verdrehen und durch Kombinationen den Leser ein ums andere Mal begeistert klatschen lassen - auch wenn der Sinn auf der Zunge fühlbar ist, der Kopf kann es nicht so schnell in Worte fassen, wie das Herz. Ich könnte auch Zacks Gedichte nennen, in denen der Hauptaugenmerk manchmal auf beispielsweise Farben liegt. Oder TrinityOfChaos.)

Dein erstes Gedicht hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Icon_smile

Oh, da ich es gerade sehe: da warten noch Meluse und Sternchen auf eine Antwort.

LGD.