Literatopia

Normale Version: SW 2: Grenzgänger (LadydesBlauenMondes)
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Der Vorsommer hatte in Athalem schon fast begonnen. Aber noch konnte die Sonne nicht vollständig die letzten Reste des Schnees schmelzen.
Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde. Immer wieder rief er sich ins Gedächtnis, dass er zwar eine kleine, aber eine der stärksten Armeen Gandal’kans in seinem Rücken hatte. Und doch hatte er das Gefühl, dass er bald genauso der Vergessenheit zum Opfer fallen würde, wie der dahinschmelzende Schnee zu seinen Füßen.
Er war der Hauptmann der Bogenschützen, die das kleine Heer in Richtung der nördlichen Grenzen begleitete. Agormis strich sich seine blonden Haare aus den Augen, sah auf ihr Lager hinab und dachte daran, dass gleich hinter den Wäldern die Grenze zu Nomae’kan verlief. Sie müssten nur wenige Schritte gehen und sie wären in einem anderen, fremden Land. Ein Land dessen Grenzen der Fürst von Gandal’kan verschieben wollte.

Der Saum ihres langen Gewandes raschelte auf dem Boden. Maryns Schritte hallten von den steinernen Wänden wieder. Der Gang in den sie einbog war nur mit wenigen Fackeln, schwach beleuchtet. Doch sie brauchte kein Licht, um sich in der Burg zurecht zu finden. Hier war sie geboren und als Kind hatte sie alle nur erdenklichen Winkel erkundet. Nach einigen Schritten sah die Tochter des Fürsten von Gandal’kan einen Lichtschein in dem Halbdunkel auftauchen. Ehrfurcht ergriff Maryn, als sie an ihrem Ziel ankam.
Einer ihrer Vorfahren hatte die Mauer Die Wand der Erinnerung genannt. Der Stein war geschmückt mit den Namen der Helden Gandal’kans. Männer, die in den vergangenen Kriegen tapfer gekämpft hatten. Als Maryn noch ein kleines Mädchen war, hatte ihr Vater sie auf den Arm gehoben und ihr den Namen ihres Großvaters, den sie nie kennengelernt hatte, auf der Wand gezeigt. Beeindruckt war Maryn den verschlungenen Buchstaben mit ihrem winzigen Finger gefolgt und hatte still der heldenhaften Geschichte gelauscht, die Garlond von seinem Vater erzählte, die ihm einen Platz auf der Wand ermöglicht hatte.
„Vater? Warum steht dein Name nicht hier? Du bist doch ebenso tapfer, wie Großvater es war.“
„Weil man dafür tot sein muss.“
Dann verlor sich Maryns Erinnerung in den Nebeln des Vergessens. Doch es hatte ihr solche Angst vor der Wand bereitet, dass sie als Kind nicht mehr allein dorthin ging. Aber heute war sie nicht mehr das kleine Mädchen auf dem Arm ihres Vaters. Heute war sie die Tochter des Mannes, der ihren Geliebten in den Krieg geschickt hatte.
Sie wusste nicht woher er kam. Aber sie wusste, weshalb er da war. Er sollte die Männer ihres Vaters in die Schlacht führen. Täglich beobachtete sie ihn heimlich, wie er seine Soldaten ausbildete, wie er sie darauf vorbereitete zu kämpfen und für Gandal’kan zu sterben. Manchmal, wenn sie sich genug Mut zugesprochen hatte, brachte sie ihm Wasser und wechselte ein paar freundliche - für ihn unbedeutende – Worte mit ihm und fühlte sich dann, als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.
Viel zu schnell kam der Tag, an dem er mit seiner Armee Richtung Norden marschieren musste. Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’kar gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war. Doch nun hatten sie schon seit einiger Zeit nichts mehr von den Kriegern gehört. Ihren Vater kümmerte das wenig.
„Keine Nachricht, ist besser als eine Schlechte“, sagte sich der ehemalige Krieger. Aber Maryn bangte Tag für Tag um ihren Liebsten. Solange die Sonne am Himmel stand und sie sich um ihre Aufgaben kümmern musste, konnte sie die Angst unterdrücken. Doch in der Nacht, wenn es in der Burg still wurde, trieb sie die Ungewissheit vor die Wand der Erinnerungen, als ob sein Name dort durch Magie erscheinen würde, wenn der Tod ihn zu sich gerufen hätte.
Tief in ihrem Inneren ließ ihr der Gedanke, dass ihr Geliebter sich auf der Grenze zwischen Leben und Tod befand und am Ende doch nur ein weiterer Name auf der Wand sein würde, keine Ruhe.

Sie hatten ihr Lager an den Klippen aufgeschlagen, die Zelte standen für den Feind unsichtbar, hinter einem kleinen Waldstück. Heerführer Oruc wollte darauf warten, dass die Nordländer aus ihrem Gebiet herauskamen. Er wollte die Angreifer besiegen, um selbst zum Angreifer zu werden. Doch er schien bei seinen Plänen vergessen zu haben, dass ihre Armee nicht sehr groß war und nach einem Angriff nicht mehr stark genug sein würde, um sich hinter der Grenze behaupten zu können. Agormis vermutete, dass der Heerführer Zeit gewinnen wollte. Für seinen Geschmack lagerten sie schon viel zu lange und zu Nahe an Nomae’kan.
Agormis kannte sich mit Grenzen aus, denn er war an der Schwelle zwischen Kayro’kan und Aven’kan geboren worden. Sein Dorf, Caralmur, lag nicht weit von den Ufern des Caral entfernt. Zu seinem achten Geburtstag hatte er von seinem Vater einen selbstgeschnitzten Bogen geschenkt bekommen, mit dem er Tag für Tag übte. Zunächst hatte der kleine Junge die Sehne nicht fest genug spannen können, doch seine Begeisterung für die Waffe hatte nicht nachgelassen. Sein Vater hatte es mit Wohlwollen gesehen, wie der Kleine unermüdlich auf den aufgestellten Holzscheit gezielte hatte. Solange bis seine kleinen Hände von der Sehne blutig geschnitten worden waren und seine Mutter ihm Verbände hatte anlegen müssen. Als Agormis dann zum Mann wurde, hatte es für ihn nur ein Ziel gegeben. Die Bogenschützen Gandal’kans. Bereitwillig hatte er sich in die Armee des Fürsten aufnehmen lassen. Seitdem hatte er weder sein Dorf, noch seine Eltern wiedergesehen.

Maryn konnte es nicht mehr ertragen die Namen der Gefallenen zu sehen. Sie kehrte der Wand den Rücken zu und wollte zurück in ihr Zimmer gehen, als sie plötzlich ihre Fassung und den Halt verlor. Tränen liefen ihr die Wangen hinab, ihre Knie gaben nach, sodass sie sich anlehnen musste, um nicht zu stürzen. Genau hier war es, als sie ihren Geliebten das letzte Mal gesprochen hatte, bevor sie ihm durch das Tor nachgeblickt hatte.
Sie wollte möglichst rasch an der ‚Wand der Erinnerungen’ vorbei. Maryn konzentrierte sich darauf ihre Füße anzusehen, um nicht die Mauer anschauen zu müssen.
Plötzlich spürte sie, wie sie gegen etwas Warmes prallte. Rasch wollte sie sich entschuldigen und weitereilen, aber als sie den Kopf hob, blickte sie in das paar dunkler Augen, welches ihr schon lange den Schlaf raubte. Es gehörte Oruc, dem Heerführer ihres Vaters. Wie immer, wenn sie ihn sah, fiel ihr nichts ein, was sie hätte sagen können. Doch plötzlich erinnerte sie sich, dass sie sich bei ihm entschuldigen sollte.
„Es tut mir Leid“, stammelte Maryn atemlos, „ich war in Eile.“
„Das habe ich gemerkt.“ Seine Stimme Klang in ihren Ohren warm, wie die Vorsommerwinde.
„Verzeiht mir meine Neugier, aber was treibt die Tochter Garlonds zu solcher Eile an?“
Ihr erster Gedanke war, ihm zu verschweigen, dass sie sich vor dieser Wand fürchtetet, aber dann sah sie ihn an. Die Fackeln an den Wänden warfen Schatten auf sein Gesicht und die Flamme spiegelte sich in seinen Augen wieder. Sein dunkler Bart war gerade gekürzt worden und er erschien ihr schöner als je zuvor und sie wusste, dass sie ihn nicht belügen konnte.
„Ich fürchte mich vor der Wand“, flüsterte sie, ohne dass sie es wollte, war ihre Stimme immer leiser geworden.
„Warum denn? Die Wand zeugt von großen Heldentaten, ruhmreichen Schlachten und sie erhält die Erinnerungen an die Helden Gandal’kans aufrecht.“ Er hatte eine Hand auf den Stein gelegt.
„Weil man tot sein muss, bevor ein Name dort erscheint.“
„Ja, aber man muss auch heldenhaft gestorben sein. Heldenhaft wie ein Krieger, gefallen in einer Schlacht. Gestorben für Gandal’kan. Auch meine Vorfahren sind hier verewigt und es wäre eine Schande für mich und meine Familie, wenn nicht auch mein Name dort seinen Platz finden würde.“
Eiskalt lief es Maryn den Rücken hinab. Ihr Geliebter Oruc? Tot? Dann würde sie keinen Frieden mit sich finden können, würde nicht mehr diesen Gang betreten können, denn sein Name würde ihr für alle Zeit auf dieser Wand entgegenprangen.
Beinahe erlag sie dem Impuls sich ihm an die Brust zu werfen, von seinen starken Armen gehalten zu werden und ihm zu sagen, dass sie es nicht würde ertragen können ohne ihn zu Leben. Doch sie tat es nicht. Zu groß war die Angst von ihm abgewiesen zu werden. Sie fasste sich, so wie es für eine Fürstentochter gehörte und antwortete:
„Ihr seid wahrlich ein großer Krieger.“
Maryns Ton war schärfer, als sie beabsichtigt hatte. Aber plötzlich war Zorn in ihr Entflammt. Sie war wütend auf Oruc, weil er so leichtfertig mit seinem Leben umging, ohne sich dafür zu interessieren, dass es Menschen wie sie gab, die um ihn trauern könnten.
Für die ein Leben ohne ihn sinnlos wäre.
Wütend raffte sie ihre Röcke und ließ den Heerführer alleine zurück.

Jetzt aber, wo sie ganz alleine, mitten in der Nacht, in diesem Gang saß bereute sie ihre Wut., bereute ihm nicht ihre Gefühle gesagt zu haben und bereute es, sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.

Agormis bereute es inzwischen, dass er nicht widersprochen hatte, als Oruc vorschlug, dass sie sich ein Zelt teilen sollten. Aber es war inzwischen so üblich, dass die Anführer nicht nur gemeinsam entschieden, sondern auch gemeinsam ruhten. Aber Agormis konnte nicht schlafen, was aber nicht an der bevorstehenden Schlacht lag, sondern daran, das Oruc sich im Schlaf unentwegt hin und her wälzte. Sie hatten ihre Betttücher mit frischem Stroh gefüllt, welches nun ständig unter dem Gewicht des Heerführers raschelte. Agormis seufzte und erhob sich. Er trat vor das Zelt um sich von der kühlen Nachtluft von seiner Schlaflosigkeit ablenken zu lassen. Er hörte das Knistern des Feuers, lautes Schnarchen der Soldaten in den Zelten, die in der Nähe standen und flüsternde Stimmen der Wachen, die wohl ihrer Aufgabe nicht viel Beachtung schenkten. Aber Agormis war dies im Moment gleichgültig. Der Hauptmann setzte sich ans Feuer und versenkte seine Gedanken in den lodernden Flammen. Erst vor einigen Mondläufen hatte er Oruc kennengelernt.
Die Männer wurden einander am Hofe des Fürsten vorgestellt.
Ein Bote überbrachte Agormis die Nachricht, dass Fürst Garlond ihn sehen wollte. Der Hauptmann hielt zwar nicht sehr viel davon die Übungen seiner Bogenschützen zu unterbrechen, aber ihm war ganz recht, aus dem kalten Herbstwind herauszukommen.
Agormis wurden die Türen zum Kaminzimmer des Füsten von Gandal’kar geöffnet. Sofort spürte er wie ihm warme Luft entgegenschlug und sein erkaltetes Gesicht erwärmte. Garlond hatte drei Sessel halbkreisförmig vor den Kamin stellen lassen. Er selbst saß dem Feuer am Nächsten, auf dem prächtigsten Stuhl. Ihm gegenüber saß ein Mann, den Agormis nicht kannte. Er versuchte den Fremden näher zu mustern, während er darauf wartete platznehmen zu dürfen. Der Fürst winkte ihn heran und wies ihn an, sich auf den freien Sessel zu setzen. Während Garlond einem Diener Anweisungen gab, gefüllte Krüge zu beschaffen, betrachtete sich Agormis die kleine Runde. Ihm fiel auf, dass sich im Haar des Fürsten die ersten grauen Strähnen zeigten, die aber nur zum Vorschein kamen, wenn er das Haupt neigte. Im flackernden Lichtschein erschien das Gesicht des Fürsten von Falten gezeichnet und ließ ihn alt erscheinen. Der Fremde saß im Schatten der Sessellehne, daher konnte Agormis ihn nicht genau erkennen. Er sah lediglich einen dunklen Bart, der sich von Wange zu Wange zog und ebenfalls dunkle Augen, die in der Dunkelheit zu glimmen schienen, da sich das Feuer in ihnen spiegelte.
Nachdem alle einen gut gefüllten Krug vor sich stehen hatten, wendete sich Garlond seinen Gästen zu.
„Agormis, gut, dass ihr Euch so rasch von Euren Schützlingen trennen konntet. Ich möchte Euch mit unserem neuen Heerführer bekannt machen.“ Der Fremde erhob sich, verneigte sich förmlich und stellte sich selbst als Oruc vor. Als er nun im Licht stand, erkannte Agormis das er noch sehr jung war, vielleicht noch jünger als er selbst. Einen Moment lang war er darüber so überrascht, dass er fast vergaß, aufzustehen und sich zu verneigen. Er hoffte, dass seine Verblüffung nicht weiter aufgefallen war.
Der Fürst ergriff wieder das Wort: „Orucs Vorfahren haben Gandal’kan bereits einen großen Dienst erwiesen und haben sich alle auf der ‚Wand der Erinnerung’ verewigen können. Es ist zu erwarten, dass auch er heldenhaft für die Interessen Gandal’kans einstehen wird.“
Der Heerführer verneigte sich nun auch vor Gorland und brache seine Dankbarkeit zum Ausdruck. Doch in Agormis entflammete in diesem Moment die Wut. Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten. Und bis zu einem bestimmten Grad auch über die Bogenschützen und somit auch über Agormis. Dieser aber hatte sich auf seine Position kämpfen müssen. Er hatte die Bögen der Schützen spannen, ihre Pfeile neu befiedern, ja ihnen sogar ihre Köcher hinterher tragen müssen, bevor er ihnen zeigen durfte, wie gut er mit dem Bogen umgehen konnte.
Agormis bemühte sich, seine Gefühle gegenüber Oruc nicht erkennbar werden zu lassen und konzentrierte sich auf die Ausführungen des Fürsten.
„Ihr werdet für mich die Grenzen Gandal’kans erweitern. Die Nördlichen …“
„Nomae’kan wird das nicht so einfach zulassen“, gab Oruc zu bedenken. Agormis gefiel es nicht, wie der Jüngling es wagte den Fürsten zu unterbrechen. Noch weniger gefiel ihm, dass Garlond ihn gewähren ließ.
„Deshalb werdet ihr sie überraschen. Mit einem kleinen Heer könnt ihr unauffällig die Grenze überwinden. Sie werden deshalb die Gefahr nicht kommen sehen. Aber Ihr werdet meine Männer so gut ausbilden, dass Ihr auch mit wenigen einiges ausrichten könnt.“
Der Hauptmann zweifelte daran, ob die Pläne des Fürsten so einfach durchzuführen waren, wie dieser es darstellte. Aber die Grenzen der Höflichkeit verboten es ihm und Oruc zu widersprechen. Den beiden Männern blieb nichts anderes übrig, als ergeben zu nicken und sich in ihr Schicksal zu fügen.

Agormis schreckte aus seinen Gedanken hoch, als er spürte, dass jemand neben ihm saß. Er fragte sich, wie lange Oruc wohl schon dort war, aber es war ihm eigentlich nicht wichtig.
„Machst du dir auch Sorgen, wegen dem, was bevorsteht?“, fragte der Heerführer unvermittelt.
„Ja“, antwortete Agormis knapp, aber er verschwieg, dass dies nicht der Grund seiner Schlaflosigkeit war.
„Um ehrlich zu sein, mache ich mir schon lange Sorgen. Seit dem Tag, als ich zum Heerführer ernannt wurde.“
„Wirklich?“, plötzlich spürte Agormis seine Müdigkeit, stärker als jemals zuvor in dieser Nacht. Er fühlte sich nicht wach genug, für solch ein Gespräch. Aber er wollte nicht unhöflich sein, sondern einfach abwarten, was Oruc zu erzählen hatte.
„Natürlich. Denn eigentlich wollte ich diesen Posten gar nicht. Aber meine Familie verewigt sich schon seit Generationen auf dieser Wand und erwartet dasselbe von mir“, er seufzte, „ich darf sie nicht enttäuschen.“
„Nun, ich bin nur zur Armee gegangen, weil ich ein recht guter Bogenschütze bin und eigentlich nichts anderes kann. Als dann der Hauptmann starb, musste ich plötzlich seinen Platz einnehmen. Plötzlich schien die Welt zu groß für mich zu sein“, Agormis starrte in die Flammen und versuchte die Gefühle aus der Vergangenheit möglichst dort zu lassen.
„Jetzt versuche ich einfach lange genug zu Leben, um irgendwann meine Heimat und meine Familie wiederzusehen.“
Dann saßen sie wortlos nebeneinander, bis sich die Sonne blutrot am Horizont zeigte. Oruc erhob sich als Erster, legte eine Hand auf Agormis Schulter und sagte: „Das ist nicht der Krieg, nur eine Schlacht.“
„Auch in einer Schlacht kann man sein Leben verlieren“, entgegnete Agormis, dann erhob er sich ebenfalls.

Fassungslos stand Maryn vor der Wand der Erinnerungen. Wie betäubt sah sie dem Steinmetz zu der Meißel und Hammer erhob, um auf den Steinen einen weiten Namen unvergesslich werden zu lassen. Tränen flossen an ihren Wangen hinab. Sie wusste, dass sie als Fürstentochter nicht weinen durfte, aber sie konnte es nicht verhindern. Zuviele Nächte waren vergangen, indenen sie schlaflos durch die Burg gewandelt war, unentwegt hoffend, dass ihr Geliebter zu ihr zurückkehren würde. Ihr Vater stand stolz neben ihr. Wiedereinmal war ein Mann seines Heeres heldenhaft für Gandal’kan gestorben.
Tränenverschleiert sah Maryn, wie sich der Meißel senkte, den ersten Buchstaben des Namens formte und hinter der kräftigen Hand des Steinmetzes ein A für aller Augen sichtbar wurde. Sie wandte sich ab und suchte Orucs Blick. Doch dieser schien mit seinen Gedanken nicht bei ihr zu sein, sondern noch immer auf dem weit entfernten Schlachtfeld. Sie ließ beide hinter sich und blieb erst stehen, als ein kühler Luftzug ihr tränennasses Gesicht streifte. Maryn sah zum Fenster hinaus in den Burghof. Es begann zu schneien.
Der letzte Schnee des Winters fiel auf die blutgetränkte Erde Athalems, auf die Gefallenen Gandal’kans und Nomae’kans. Für ihn gab es keine Grenzen und keinen Sieger dieser Schlacht. Er bedeckte die Toten beider Seiten.
Und die nächste Wettbewerbsgeschichte Icon_smile

Zitat:Aber noch konnte die Sonne nicht vollständig die letzten Reste des Schnees schmelzen.
Aus diesem Satz kannst du noch etwas mehr machen, finde ich. Bring mehr Details ein, mehr Atmosphäre.^^
Vielleicht:
"Doch das blaße Licht der Frühlingssonne konnte den letzten Reste des Schnees noch nichts anhaben." Oder so Icon_smile

Zitat:Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde.
Er fragt sich, ob er auch bald "schmelzen" wird, wie der Schnee? Im Satz davor sagst du aber, dass die Sonne es gerade noch nicht schafft. Deshalb passt das nicht ganz.

Zitat:Und doch hatte er das Gefühl, dass er bald genauso der Vergessenheit zum Opfer fallen würde, wie der dahinschmelzende Schnee zu seinen Füßen.
Ist das nicht eine Wiederholung zum Satz, den ich gerade angemerkt habe? Oder habe ich das was falsch verstanden?

Zitat:er Stein war geschmückt mit den Namen der Helden Gandal’kans. Männer, die in den vergangenen Kriegen tapfer gekämpft hatten.
Eine interessante Idee!

Zitat:„Weil man dafür tot sein muss.“
Eigentlich bittere Ironie. Als Held muss man tot sein?

Zitat:brachte sie ihm Wasser und wechselte ein paar freundliche - für ihn unbedeutende – Worte mit ihm und fühlte sich dann, als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.
Teenager ^^

Zitat:Eiskalt lief es Maryn den Rücken hinab. Ihr Geliebter Oruc? Tot?
Oruc ist ihr geliebter? Irgendwie hatte ich bisher gedacht, es wäre dieser Bogenschütze, weil wir immer wieder aus seiner Sicht lesen. Was interessiert er uns dann? Mrgreen

Zitat:Aber es war inzwischen so üblich, dass die Anführer nicht nur gemeinsam entschieden, sondern auch gemeinsam ruhten.
Tatsächlich? Ist der eher "gemeine" Agormis denn würdig genug, um neben dem adligen Oruc zu schlafen?

Zitat:Der Hauptmann setzte sich ans Feuer und versenkte seine Gedanken in den lodernden Flammen. Erst vor einigen Mondläufen hatte er Oruc kennengelernt.
Er hat sich aber nicht auch in Oruc verliebt, oder? Icon_lol

Zitat:des Füsten
rsten

Zitat:Als er nun im Licht stand, erkannte Agormis das er noch sehr jung war, vielleicht noch jünger als er selbst.
Trotz des Vollbartes? Ich hätte Oruc irgendwie eher alt eingeschätzt.

Zitat:Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten.
Agormis Gedanken hast du hier sehr gut dargestellt.

Zitat:Tränenverschleiert sah Maryn, wie sich der Meißel senkte, den ersten Buchstaben des Namens formte und hinter der kräftigen Hand des Steinmetzes ein A für aller Augen sichtbar wurde. Sie wandte sich ab und suchte Orucs Blick.
Wieso weint sie, wenn ihr Geliebter noch lebt?

Zitat:Für ihn gab es keine Grenzen und keinen Sieger dieser Schlacht. Er bedeckte die Toten beider Seiten.
Schön.

Insgesamt keine schlechte Geschichte, aber auch keine die mich wirklich begeistert. Mir fehlt etwas das "Besondere" und vor allem bleibt mir das Ende etwas unverständlich ... ich verstehe nicht, warum die Prinzessin jetzt so traurig ist, wo doch ihr Geliebter zurückgekehrt ist. Weil er sich verändert hat, ein Teil von ihm auf dem Schlachtfeld "gestorben" ist? Aber das müsstest du dann schon rausstellen. Icon_wink

Dein Schreibstil ist gut lesbar und flüssig, könnte aber manchmal noch etwas mehr in die Tiefe gehen, etwas mehr über die Gedanken, Beweggründe und z.B. auch Mimik und Gestik der Charaktere verraten.

Insgesamt also eine solide Geschichte, die ich durchaus gerne gelesen habe.
Bewertung gibt's wenn ich alle Geschichten gelesen habe. Mrgreen

Grüße vom Wanderer
So, für heute meine zweite Wettbewerbsgeschichte. Ich glaube die vorletzte. Icon_smile

Zitat:Der Vorsommer hatte in Athalem schon fast begonnen. Aber noch konnte die Sonne nicht vollständig die letzten Reste des Schnees schmelzen.
Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde.

Eigentlich finde ich den Anfang gar nicht schlecht. Aber irgendwie hättest du da noch mehr Beschreibung einfließen lassen können.

Zitat:Heute war sie die Tochter des Mannes, der ihren Geliebten in den Krieg geschickt hatte.

Diese Wand finde ich interessant, ist irgendwie interessanter als die üblichen Geschichtsbücher. Icon_wink Aber wer ist den ihre Geliebter? Argormis vielleicht den wir am Anfang kennengerlernt haben?

Zitat:Doch er schien bei seinen Plänen vergessen zu haben, dass ihre Armee nicht sehr groß war und nach einem Angriff nicht mehr stark genug sein würde, um sich hinter der Grenze behaupten zu können.

Warum haben die eigentlich nur so eine kleine Armee? Mal schauen, vielleicht klärt sich das ja noch.

Zitat:Agormis kannte sich mit Grenzen aus, denn er war an der Schwelle zwischen Kayro’kan und Aven’kan geboren worden.

Aha. Dann ist Agormis also der Grenzgänger aus dem Titel?

Zitat:„Ja, aber man muss auch heldenhaft gestorben sein. Heldenhaft wie ein Krieger, gefallen in einer Schlacht. Gestorben für Gandal’kan. Auch meine Vorfahren sind hier verewigt und es wäre eine Schande für mich und meine Familie, wenn nicht auch mein Name dort seinen Platz finden würde.“

Das typische Denken eines Kriegers. Icon_smile

Zitat:Der Heerführer verneigte sich nun auch vor Gorland und brache seine Dankbarkeit zum Ausdruck.

Bisher hieß er Garlond

Zitat:Mit einem kleinen Heer könnt ihr unauffällig die Grenze überwinden. Sie werden deshalb die Gefahr nicht kommen sehen.

Okay, das erklärt natürlich warum es nur ein kleines Heer ist.

Zitat:„Natürlich. Denn eigentlich wollte ich diesen Posten gar nicht. Aber meine Familie verewigt sich schon seit Generationen auf dieser Wand und erwartet dasselbe von mir“, er seufzte, „ich darf sie nicht enttäuschen.“

Tolle Familie, die erwartet, dass er sich umbringt. Aber gut, für die Ehre tut man ja vieles. Icon_wink

Hmm, also das Ende gefällt mir nicht ganz so gut. Oruc ist doch zurückgekehrt, warum weint sie dann? Vielleicht weil sie erleichtert ist, dass er wieder da ist? Oder trauert sie um Agormis? Aber ihn hat sie ja nicht gekannt. Das Ende könntest du also auch noch ein wenig ausbauen. Ansonsten hat das Ende mir aber ganz gut gefallen. Du greifst da noch einmal das Thema mit dem Schnee und auch nocheinmal die Grenzen auf. Dadurch wirkt die Geschichte rund.

Insgesamt hat es mir also ganz gut gefallen. Durch die eingeschobenen Rückblicke kann man das Handeln der Figuren ganz gut nachvollziehen. Und auch das immerwieder auftauchen der Grenzen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Auch vom schreiberischen her, war es ganz gut und flüssig zu lesen.

Liebe Grüße,
Lady
Hallöchen Nr. 2 und viel Glück

ich leg mal los.

Zitat:Der Gang in den sie einbog war nur mit wenigen Fackeln, schwach beleuchtet.
firlefanz, aber ich würd Kommas setzen ...Gang, in den sie einbog, war ... und das letzte Komma weg

Zitat:die Zelte standen für den Feind unsichtbar, hinter einem kleinen Waldstück.
bis jetzt sind es (leider) nur Kommafehler
entweder du machst das Komma nach unsichtbar weg oder besser eines nach "standen" hin

Zitat:Agormis bereute es inzwischen, dass er nicht widersprochen hatte, als Oruc vorschlug, dass sie sich ein Zelt teilen sollten.
Der Satz klingt nicht wirklich schön.
vllt: Agromis bereute inzwischen Orucs Vorschlag angenommen zu haben, sich ein Zelt zu teilen.

Zitat:die in der Dunkelheit zu glimmen schienen, da sich das Feuer in ihnen spiegelte.
ich bin kein großer Freund von Realtivsätzen. Ähnlich wie beim Vorsatz würde ich es bischen zusammenpacken
vllt: ... die vom Feuer erhellt zu glimmen schienen oder ... in denen sich das Feuer spiegelte und glimmen ließ.
oder so ähnlich, im Prinzip einfach kein ..., da ...

Zitat:Als er nun im Licht stand, erkannte Agormis das er noch sehr jung war,
... , dass

Zitat:ja ihnen sogar ihre Köcher hinterher tragen müssen,
ich glaub Komma nach ja

Zitat:„ich darf sie nicht enttäuschen.“
ich groß

Zitat:Als dann der Hauptmann starb, musste ich plötzlich seinen Platz einnehmen. Plötzlich schien die Welt zu groß für mich zu sein“,
Dopplungen sind mir meist egal, aber da ich mir immer Mühe gebe gerade solche nicht zu doppeln, verlange ich es einfach auch Mrgreen
vllt das zweite ersetzen durch "Auf einmal" oder "Von einem Augenblick zum nächsten"

Fertig!!!

Hmm ... es stirbt unerwartet ein anderer. Das wirft mich aus der Bahn, denn ich bin ein ganz schlechter Interpretierer. Und so stellt sich mir die Frage warauf will der Verfasser hinaus, den es stirbt der, dem die Wand egal ist und der nicht mit der Liebesgeschichte zusammenhängt. Oder hab ich was falsch verstanden.

*grübel*

Erstmal sparachlich.
Gut und flüssig geschrieben, Dialoge knapp, aber nachvollziehbar. Geschichte Interessant, wenn auch, wie erwähnt mir nicht ganz klar. Gleichzeitig spüre ich das mehr dahintersteckt, als eine banale Liebe.

Alles in alle hat es mir gut gefallen und ich werde vor meiner Bewertung erstmal weitergrübeln und vergleichen mit den anderen Beiträgen.

Hinterlässt aber einen wirklic hguten Eindruck . soviel sei verraten. Icon_smile

Gruß
jeronimus
Mir hat die Geschichte gut gefallen. Ich hab sie gerne gelesen. Das einzige was ich mich frage, ist auch -> warum weint sie am Ende und läuft weg? Da hätte ich mir etwas mehr Erklärung gewünscht.

Gruß

Nuriel
Hallo!
Nun die zweite Wettbewerbsgeschichte. Dieses Mal ohne Zeitangabe und damit ohne Hinweis auf den Inhalt. Das macht es etwas schwieriger, aber vielleicht auch interessanter.
Wie immer in meinen Kommentaren kommen zuerst die textbezogenen Anmerkungen, dann ein Fazit zum gesamten Text am Ende.

Zitat: Der Vorsommer hatte in Athalem schon fast begonnen. Aber noch konnte die Sonne nicht vollständig die letzten Reste des Schnees schmelzen.
- Der erste Satz ist nicht besonders griffig oder aussagekraeftig, wird sogar noch verschlimmert durch eine aehnlich schwammige Formulierung im darauf folgenden Satz. Man sollte immer so konkret wie moeglich sein, wenn schwammig, dann sehr rar und mit Vorsicht.
Um eine Aussage ueber die Jahreszeit zu treffen wuerde zum Beispiel ein Satz wie der Zweite schon reichen.

Zitat:Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde.
- 'Ergehen' wie was? Dem Schnee, der nicht schmilzt? Hier fehlt ein richtiger Bezug.

Zitat: Immer wieder rief er sich ins Gedächtnis, dass er zwar eine kleine, aber eine der stärksten Armeen Gandal’kans in seinem Rücken hatte. Und doch hatte er das Gefühl, dass er bald genauso der Vergessenheit zum Opfer fallen würde, wie der dahinschmelzende Schnee zu seinen Füßen.
- Hier widersprichst du dir selbst, denn vorher hast du ja noch gesagt, dass der Schnee nicht schmilzt. Insgesamt ist der erste Absatz etwas verworren, ebenso wie die Gedanken von Agormis.
Ansonsten ein interessanter Ausblick, da hier schon eine anstehende Schlacht andeutest.

Zitat: Er war der Hauptmann der Bogenschützen, die das kleine Heer in Richtung der nördlichen Grenzen begleitete.
- Das haette ich versucht irgendwie eleganter einfuegenn zu lassen, in einem Nebensat zum Beispiel.

Zitat: Sie müssten nur wenige Schritte gehen und sie wären in einem anderen, fremden Land. Ein Land dessen Grenzen der Fürst von Gandal’kan verschieben wollte.
- Hier ist ein Fallffehler reingerutscht. 'einem anderen, fremden Land. Einem Land'

Zitat: Der Saum ihres langen Gewandes raschelte auf dem Boden. Maryns Schritte hallten von den steinernen Wänden wieder.
- Warum kommt hier erst das Personalpronomen und dann der Name der dazu gehoerigen Person? Das ist nicht nur ungewoehnlich,bringt beim Lesen auch etwas ins Stocken.


Zitat: Der Gang in den sie einbog war nur mit wenigen Fackeln, schwach beleuchtet. Doch sie brauchte kein Licht, um sich in der Burg zurecht zu finden. Hier war sie geboren und als Kind hatte sie alle nur erdenklichen Winkel erkundet.
- 'Der Gang, in den sie einbog, war nur mit wenigen Facklen beleuchtet' oder ' ... war nur schwach beleuchtet'. Beides ist auf jeden Fall zu viel, da jedes das andere ergibt. Icon_wink

Zitat: Nach einigen Schritten sah die Tochter des Fürsten von Gandal’kan einen Lichtschein in dem Halbdunkel auftauchen. Ehrfurcht ergriff Maryn, als sie an ihrem Ziel ankam.
- auch diese Information finde ich wieder ungluecklich eingebunden. Da haette es sicher bessere Stellen gegeben, zum Beispiel spaeter wenn sie sich mitOruc im Gang trifft oder Aehnliches. Der auftauchende Lichtschein im Halbdunkel ist mir unverstaendlich, denn Fackeln geben auch Licht ab und was leuchtet denn da eigentlich, die Wand?

Zitat: Als Maryn noch ein kleines Mädchen war, hatte ihr Vater sie auf den Arm gehoben und ihr den Namen ihres Großvaters, den sie nie kennengelernt hatte , auf der Wand gezeigt.
- Aus dem folgenden Gespraech wird das eigentlich klar, kann also hier ruhig gestrichen werden,.

Zitat: Beeindruckt war Maryn den verschlungenen Buchstaben mit ihrem winzigen Finger gefolgt und hatte still der heldenhaften Geschichte gelauscht, die Garlond von seinem Vater erzählte, die ihm einen Platz auf der Wand ermöglicht hatte.
- auch hier zu viele Nebensaetze in einem Konstrukt, der letzte hat auch keinen richtigen Bezug, zerstoert eher die Wirkung des Satzes.

Zitat: „Vater? Warum steht dein Name nicht hier? Du bist doch ebenso tapfer, wie Großvater es war.“
- Ich persoenlich bin ueberhaupt kein Freund von solche eingeschobenen Erinnerungen, die wie eine Geschichte in der Geschichte sind. Das unterbricht in meinen Augen den Lesefluss und insbesondere woertliche Rede sollte meines Erachtens in solchen Erinnerungen uebergangen werden, denn niemand innert sich nach so vielen Jahren noch an den genauen Wortlaut.
- Des Weiteren ergibt sich fuer mich hier die Frage des Alters des Maedchens. Ich sehe hiere ein kleines Maedchen von vier vielleicht fuenf Jahren, da will es fuer mich nicht recht passen, dass sie weiss, wie tapfer ihr Vater ist. Nun ja,das ist wohl Ansichtssache.

Zitat: Dann verlor sich Maryns Erinnerung in den Nebeln des Vergessens.
Mir faellt auf, dass du sehr viele 'Dann' benutzt, darauf solltest du achten, denn es liest sich nicht besonders schoen. Hier ware zum Beispiel eine Variante: “Der Rest ihrer Erinnerung verlor sich in den Nebeln des Vergessens.”
An sich naemlich eine sehr schoene Formulierung.

Zitat: Doch es hatte ihr solche Angst vor der Wand bereitet, dass sie als Kind nicht mehr allein dorthin ging .
- gegangen war

Zitat: Aber heute war sie nicht mehr das kleine Mädchen auf dem Arm ihres Vaters.

- Ebenso wie 'dann' strotzt dein Text vor 'aber' und 'doch'. Hier sogar in zwei Saetzen direkt hintereinander. Natuerlich kann man diese Wortenicht vollstaendig aussen vorlassen, doch als Satzanfaenge sind sie zu praegnant, um sie staendig zu benutzen. Am besten gehst du deinen Text noch mal durch und zaehlst. Du wirst dich erschrecken!

Zitat: Sie wusste nicht woher er kam. Aber sie wusste, weshalb er da war. Er sollte die Männer ihres Vaters in die Schlacht führen.
- Sie wusste nicht, woher er kam? Gibt es da keine Geruechtekueche? Warum eigentlich 'er' und nicht gleich Oruc? Aussedem wohl eher 'gekommen war', denn mittlerweile wird sie sich ja wohl schlau gemacht haben. Icon_wink

Zitat: Täglich beobachtete sie ihn heimlich, wie er seine Soldaten ausbildete, wie er sie darauf vorbereitete zu kämpfen und für Gandal’kan zu sterben.
- auch hier Zeitfehler. Mittlerweile ist Oruc ja weg, also hat sie ihn beobachtet. Allerdings hat Oruc seinen Posten aufgrund seiner Familie bekommen, er hat von daher wohl in seinem Alter nicht genug Erfahrung um Soldaten auszubilden.

Zitat: Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’kar gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war.
- “Gandal'har” wenn ich mich nicht taeusche. Icon_wink

Zitat: Doch nun hatten sie schon seit einiger Zeit nichts mehr von den Kriegern gehört.
- Spielt das in der Zukunft? Also vor Agormi's Teil? Denn den Soldaten ist ja noch nichts passiert, dass einen Abbruch des Kontaktes rechtfertigen wuerde.

Zitat: Ihren Vater kümmerte das wenig.
- Wohl kaum! Soldaten kosten Geld, ihre Ausbildung, ihre Ausruestung und ihm soll das egal sein. Hier wird deine Geschichte unrealistisch, in meinen Augen.

Zitat: Tief in ihrem Inneren ließ ihr der Gedanke, dass ihr Geliebter sich auf der Grenze zwischen Leben und Tod befand und am Ende doch nur ein weiterer Name auf der Wand sein würde, keine Ruhe.
- Warum 'Tief in ihrem Inneren'? Diese Formulierung will hier nicht recht passen, denn sie denkt ja staendig daran, und nicht nur irgendwo unterschwellig.

Zitat: Sie hatten ihr Lager an den Klippen aufgeschlagen, die Zelte standen für den Feind unsichtbar, hinter einem kleinen Waldstück.
- Der Uebergang kommt mir zu abrupt, ausserdem verstehe ich nicht, warum die Zelte unsichtbar sein sollen, nur weil sie hinter einem Waldstueck stehen.

Zitat: Er wollte die Angreifer besiegen, um selbst zum Angreifer zu werden.
- Haeh? Fehlt da ein 'ansschliessend'? Ausserdem geht so ja der Ueberraschungseffekt floeten. Icon_wink

Zitat: Doch er schien bei seinen Plänen vergessen zu haben, dass ihre Armee nicht sehr groß war und nach einem Angriff nicht mehr stark genug sein würde, um sich hinter der Grenze behaupten zu können.
- Und Agormis als Hauptmann sagt da nichts? Wieder sehr unrealistisch in meinen Augen, denn normalerweise sprechen sich die Fuehrungsspitzen einer Armee ab.

Zitat: Agormis vermutete, dass der Heerführer Zeit gewinnen wollte. Für seinen Geschmack lagerten sie schon viel zu lange und zu Nahe an Nomae’kan.
Zeit gewinnen wofuer? So steigt nur die Gefahr, entdeckt und somit ueberrannt zu werden.
Ausserdem folgt er damit nicht den Befehlen des Fuersten, der ja einen schnellen Angriff wuenscht.

Zitat: Agormis kannte sich mit Grenzen aus, denn er war an der Schwelle zwischen Kayro’kan und Aven’kan geboren worden. Sein Dorf, Caralmur, lag nicht weit von den Ufern des Caral entfernt.
- und wie sieht das aus, wenn man sich mit Grenzen auskennt? Da fehlt noch was, irgendetwas, das diesem Satz eine Erlaeuterung bzw. Berechtigung gibt.

Zitat: Zu seinem achten Geburtstag hatte er von seinem Vater einen selbstgeschnitzten Bogen geschenkt bekommen, mit dem er Tag für Tag übte. Zunächst hatte der kleine Junge die Sehne nicht fest genug spannen können, doch seine Begeisterung für die Waffe hatte nicht nachgelassen.
'geuebt hatte' ,denn er uebtja nicht mehr mit dem Bogen von damals, oder?
Wieso wechselst du unvermittelt vom Personalpronomen zu dem unpersoenlichen kleinen Jungen? Das wirkt so, als wuerde ploetzlich die Erzaehlperspektive wechseln.

Zitat: Solange bis seine kleinen Hände von der Sehne blutig geschnitten worden waren und seine Mutter ihm Verbände hatte anlegen müssen.
Und dahat niemand eingegriffen? Was sind das fuer Eltern?

Zitat: Als Agormis dann zum Mann wurde, hatte es für ihn nur ein Ziel gegeben. Die Bogenschützen Gandal’kans.
- Und jetzt ist er ihr Hauptmann. Daas nennt man Willenskraft.

Zitat: Seitdem hatte er weder sein Dorf, noch seine Eltern wiedergesehen.
- Das Komma zwischen weder und nochist ueberfluessig.

Zitat: Maryn konnte es nicht mehr ertragen die Namen der Gefallenen zu sehen.
- 'ertragen, die'
War sie vorhin nicht noch Ehrfuerchtig? Irgendwie wollen ihre Gefuehle fuer die Wand nicht recht zusammenpassen. Angst, Ehrfurcht, was denn nun?

Zitat: Sie kehrte der Wand den Rücken zu und wollte zurück in ihr Zimmer gehen, als sie plötzlich ihre Fassung und den Halt verlor. Tränen liefen ihr die Wangen hinab, ihre Knie gaben nach, sodass sie sich anlehnen musste, um nicht zu stürzen.
Ohne Grund ergibt dieser Zusammenbruch fuer mich keinen Sinn. Da muesstest du noch etwasmehr hinleiten, erklaeren, warum sie denn nun zusammenbricht.
Nebenbei gesagt deutet der ganze Maryn Teil schon an, dass jemand auf die Wand kommt, und da Agormis den naechst groesseren Part hat, war fuer mich eigentich schon klar, dass es ihn erwischt.

Zitat: Maryn konzentrierte sich darauf ihre Füße anzusehen, um nicht die Mauer anschauen zu müssen.
- Bisher dachte ich, die Wand ist ziemlich versteckt, deine bisherigen Beschreibungen wirkten zumindest so mit dem langen Gang, den sie hinunter geht etc. Und und nun geht sie da einfach vorbei – gibt es keinen anderen Weg? Warum ist die Wand eigentlich so versteckt und nicht oeffentlich an einem Ort, den jeder Aufsuchen kann?

Zitat: Es gehörte Oruc, dem Heerführer ihres Vaters.
- und hier endlich erfahren wir, dass nicht Agormis sondern Oruc ihre grosse Liebe ist. In meinen Augen viel zu spaet.

Zitat: Doch plötzlich erinnerte sie sich, dass sie sich bei ihm entschuldigen sollte.
- 'ploetzlich' ist auch eines dieser Wort, die spaerlich gesetzt werden sollten. Es wirkt meist zu sehr nach Effekthascherei, insbesondere hier, denn aufgrund ihrer Erziehung muesste die Entschuldigung schon automatisch kommen. Icon_wink

Zitat: „Das habe ich gemerkt.“ Seine Stimme Klang in ihren Ohren warm, wie die Vorsommerwinde.
- Ach ja, die Verliebten. Icon_smile
Er sollte sie allerdings erstmal Begruessen, oder? Schliesslich steht sie im Rang ueber ihm.

Zitat: Die Fackeln an den Wänden warfen Schatten auf sein Gesicht und die Flamme spiegelte sich in seinen Augen wieder.
- Fackeln koennen keine Schatten werfen, hoechstens, wenn sie sich bewegen, vorhandene Schatten zum Tanzen bringen. Und es muessten die Flammen sein, da es mehrere Fackeln sind.

Zitat: Sein dunkler Bart war gerade gekürzt worden und er erschien ihr schöner als je zuvor und sie wusste, dass sie ihn nicht belügen konnte.
- Wenn sie ihm nicht sagt, dass sie Angst vor der Wand hat,ist das technisch gesehen keine Luege. Icon_wink
- Du hast hier uebriggens zwei 'und' in einem Satz. Das liest sich etwas unschoen.

Zitat: „Warum denn? Die Wand zeugt von großen Heldentaten, ruhmreichen Schlachten und sie erhält die Erinnerungen an die Helden Gandal’kans aufrecht.“ Er hatte eine Hand auf den Stein gelegt.
- Wie gesagt, warum ist die Wand dann nicht oeffentlicher?

Zitat: Beinahe erlag sie dem Impuls sich ihm an die Brust zu werfen, von seinen starken Armen gehalten zu werden und ihm zu sagen, dass sie es nicht würde ertragen können ohne ihn zu Leben.
- Impuls, sich ... ertragen koennen, ohne

Zitat: Zu groß war die Angst von ihm abgewiesen zu werden.
- Angst, von ihm

Zitat: Maryns Ton war schärfer, als sie beabsichtigt hatte.
- Eben hast du noch gesagt, dass sie gefasst ist. Ich bin verwirrt.

Zitat: Für die ein Leben ohne ihn sinnlos wäre.
- Wenn er nichts davon weiss, kann er ja wohl schlecht Ruecksicht nehmen. Icon_wink

Zitat: Jetzt aber, wo sie ganz alleine, mitten in der Nacht, in diesem Gang saß bereute sie ihre Wut., bereute ihm nicht ihre Gefühle gesagt zu haben und bereute es, sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.
- Hinter “Wut” ist ein Punkt reingerutscht. Hinter das zweite “bereute” gehoert eins, und vielleicht kannst du die die zwei 'zu haben' zu einem zusammenfassen.

Zitat: Agormis bereute es inzwischen, dass er nicht widersprochen hatte, als Oruc vorschlug, dass sie sich ein Zelt teilen sollten.
- Wieder ist der Wechsel zu abrupt, ausserdem ebenfalls ein Zeitfehler: 'vorgeschlagen hatte'
Sehr seltsam by the way, dass sie sich ein Zelt teilen. Gibt es da nicht noch mehr Anfuehrer? Wer ist denn der Anfuehrer der normalen Soldaten? Wenn die Bogenschuetzen einen haben, muesste es mindestens noch einen mehr geben.

Zitat: Aber es war inzwischen so üblich, dass die Anführer nicht nur gemeinsam entschieden, sondern auch gemeinsam ruhten.
- Sie entscheiden also gemeinsam? Vorhin hiess es noch, das Oruc entschieden hatte, wo sie lagern. Wenn es ueblich ist, dann kann Agormis es auch schlecht ablehnen? Irgendwie widersprichst du dir zemlich haeufig in der Geschichte.

Zitat: Aber Agormis konnte nicht schlafen, was aber nicht an der bevorstehenden Schlacht lag, sondern daran, das Oruc sich im Schlaf unentwegt hin und her wälzte.
- zweimal 'aber' in einem Satz, ausserdem gibt es doch angeblich noch keine Plaene fuer die Schlacht.

Zitat: Er trat vor das Zelt um sich von der kühlen Nachtluft von seiner Schlaflosigkeit ablenken zu lassen.
- Zelt, um

Zitat: Er hörte das Knistern des Feuers, lautes Schnarchen der Soldaten in den Zelten, die in der Nähe standen und flüsternde Stimmen der Wachen, die wohl ihrer Aufgabe nicht viel Beachtung schenkten.
- lautes Schnarchen aus den Zelten und ...
Das das Schnarchen von Soldaten kommt, ist klar, ebenso, dass die Zelte in der Naehe stehen muessen, also weg mit demueberfluessigen Ballast!

[quote] Aber Agormis war dies im Moment gleichgültig.
- Dann ist er ziemlich schlecht in seinem Job! Es passt uebrigens auch nicht zu der Angst, die du am Anfang erwaehnt hast! Irgendwie habe ich das Gefuehl das du weder deine Charaktere richtig kennst noch deine Geschichte!

Zitat: Die Männer wurden einander am Hofe des Fürsten vorgestellt. ...
Ein Bote überbrachte Agormis die Nachricht, dass Fürst Garlond ihn sehen wollte.
- Diese Rueckblende ist nicht nur ueberfluessig sondern auch schlecht geschrieben. Du wechselst ploetzlich die Perspektive, die Handlung ist abstrus und die Personen benehmen sich unrealistisch.

Zitat: Der Hauptmann hielt zwar nicht sehr viel davon die Übungen seiner Bogenschützen zu unterbrechen, aber ihm war ganz recht, aus dem kalten Herbstwind herauszukommen.
- Er muss die Uebungen nicht unterbrechen, nur weil er weg geht, fuer sowas gibt es Stellvertreter oder Aehnliches. Ausserdem sollte der Befehl seines Fuersten sofort umgesetzt werden!

Zitat: Ihm gegenüber saß ein Mann, den Agormis nicht kannte.
- Eine sehr heimeliges Atmosphere, in der sie sich da treffen. Vielleicht zu privat, denn wo sind des Koenigs Ratgeber? Sein Stab?

Zitat: Er versuchte den Fremden näher zu mustern, während er darauf wartete platznehmen zu dürfen.
- Die beiden Maenner beachten ihn nicht mal?

Zitat: Während Garlond einem Diener Anweisungen gab, gefüllte Krüge zu beschaffen, betrachtete sich Agormis die kleine Runde.

- 'waehrend' hattest du gearde schonmal. Kruege werden wohl auch kaum beschafft, sollten auch schon da stehen fuer den Fuersten und Oruc! Agormis betracht uebrigens die Runde (ohne sich)

Zitat: Der Fremde saß im Schatten der Sessellehne, daher konnte Agormis ihn nicht genau erkennen. Er sah lediglich einen dunklen Bart, der sich von Wange zu Wange zog und ebenfalls dunkle Augen, die in der Dunkelheit zu glimmen schienen, da sich das Feuer in ihnen spiegelte.
- Wieder etwas Unmoegliches. Wenn er im Schatten sitzt, dann kann sich das Feuer nicht in seinen Augen spiegeln! Mal ehrlich, diese vielen kleinen Widersprueche nerven und machen deine Geschichte kaputt. Ausserdem hast du die Formulierung mit den Augen und den Fackeln schon mal drin gehabt.

Zitat: Der Fremde erhob sich, verneigte sich förmlich und stellte sich selbst als Oruc vor. Als er nun im Licht stand, erkannte Agormis das er noch sehr jung war, vielleicht noch jünger als er selbst.
- Eigentlich stellt ja derLord vor und eigentlich gleich, wenn jemand reinkommt, aber nun ja...

Zitat: „Orucs Vorfahren haben Gandal’kan bereits einen großen Dienst erwiesen und haben sich alle auf der ‚Wand der Erinnerung’ verewigen können. Es ist zu erwarten, dass auch er heldenhaft für die Interessen Gandal’kans einstehen wird.“
- Eine sehr unealistische Handlungsweise. Ein Fuerst wuerde nicht nur nie so sprechen, sondern des Weiteren seine Armee dem Besten und Erfahrendsten anvertrauen nicht irgendjemand der einen beruehmten Namen hat. Uebrigens, wenn Oruc so bekannt ist, dann sollten sowohl Agormis und Maryn ihn kennen. So viele beruehmte Familien wird es in Gandal'kan wohl nicht geben.

Zitat: Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten. Und bis zu einem bestimmten Grad auch über die Bogenschützen und somit auch über Agormis.
- Wieso nur zu einem bestimmten Grad? Er hat die Kontrolle ueber alle!

Zitat: „Ihr werdet für mich die Grenzen Gandal’kans erweitern. Die Nördlichen …“
„Nomae’kan wird das nicht so einfach zulassen“, gab Oruc zu bedenken.
Ach, nein wirklich. Der Fuerst weiss das bestimmt und hat das Bedacht. Orucs Worte sind also unheimlich dumm.

Zitat: Aber Ihr werdet meine Männer so gut ausbilden, dass Ihr auch mit wenigen einiges ausrichten könnt.“
- Was befaehigt denn Oruc dazu, die Maenner auszubilden? Ausserdem sollten die Maenner ausgebildet sein, oder?

Zitat: Aber die Grenzen der Höflichkeit verboten es ihm und Oruc zu widersprechen.

- das ist nicht Hoeflichkeit, das ist Klassenunterschied, der Fuerst hat immer Recht.

Zitat: „Wirklich?“, plötzlich spürte Agormis seine Müdigkeit, stärker als jemals zuvor in dieser Nacht.
- Warum? Oruc oeffnet sich ihm, wahrscheinlich das erste Mal, und er wird einfach so muede?
Das ergibt keinen Sinn.

Zitat: „Nun, ich bin nur zur Armee gegangen, weil ich ein recht guter Bogenschütze bin und eigentlich nichts anderes kann. Als dann der Hauptmann starb, musste ich plötzlich seinen Platz einnehmen. Plötzlich schien die Welt zu groß für mich zu sein“, Agormis starrte in die Flammen und versuchte die Gefühle aus der Vergangenheit möglichst dort zu lassen.
Auch hier widersprichst du dir. Vorher hast du geschrieben, wie leidenschaftlich er sich hochgearbeitet hat. Jetzt hingegen klingt es, als wuerde es ihm nichts bedeuten.
Am Ende der woertlichen Rede fehltuebrigens ein Punkt. Des Weiteren hast du zweimal “ploetzlich” drin.

Zitat:Dann saßen sie wortlos nebeneinander, bis sich die Sonne blutrot am Horizont zeigte.
- Das gefaellt mir, wenn da nicht das Problem waere, dass Agormis eigentlich verdammt muede war, oder? Manchmal habe ich das Gefuehl, du vergisst, was du kurz vorher geschrieben hast.

Zitat: Oruc erhob sich als Erster, legte eine Hand auf Agormis Schulter und sagte: „Das ist nicht der Krieg, nur eine Schlacht.“
- Und Kriege bestehen aus Schlachten, also wo ist sein Punkt?

Zitat: Fassungslos stand Maryn vor der Wand der Erinnerungen. Wie betäubt sah sie dem Steinmetz zu der Meißel und Hammer erhob, um auf den Steinen einen weiten Namen unvergesslich werden zu lassen.
'weiteren Namen'

Zitat: Zuviele Nächte waren vergangen, indenen sie schlaflos durch die Burg gewandelt war, unentwegt hoffend, dass ihr Geliebter zu ihr zurückkehren würde.
- “Zu viele Naechte ... vergangen, in denen ...”

Zitat: Ihr Vater stand stolz neben ihr. Wiedereinmal war ein Mann seines Heeres heldenhaft für Gandal’kan gestorben.
- “... neben ihr. Wieder einmal ...”
- Es ist also einer gestorben? Okay, aber was ist mit dem Krieg? Ein Koenig oder was auch immer kuemmert sich wohl mehr darum als um den einen Toten. Er ist wohl auch kaum stolz, denn jeder Soldat muss ersetzt werden.

Zitat: Der letzte Schnee des Winters fiel auf die blutgetränkte Erde Athalems, auf die Gefallenen Gandal’kans und Nomae’kans. Für ihn gab es keine Grenzen und keinen Sieger dieser Schlacht. Er bedeckte die Toten beider Seiten.
Das koennte ein wirklich guter Schluss sein, wenn nicht die ganze Handlung fehlen wuerde. Was ist denn nun eigentlich passiert? So lange arbeitest du auf den krieg hin und dann kommt er nicht mal vor? Der Schwerpunkt ist da eindeutig falsch gelegt. Streich die Rueckblenden, sie bringen sowieso nichts, und baue dafuer etwas mehr die Cahraktere und die Handlung aus. Im Moment sind deine Personen blass und widersprechen sich. Da muss inhaltlich noch einiges geschehen.
Der Fuerst muss mehr koeniglich werden, mehr um Geld und Leute beruecksichtigen, die beiden Soldaten benoetigen mehr Farbe und mehr Backround, insbesondere Oruc. Maryn braucht einen Faden, und am Ende mehr Logik. Obwohl ich denke, dass du wahrscheinlich einfach die Namen vertauscht hast? So richtig warm wird man mir Oruc aber nicht, von daher ist das fuer den Leser nicht richtig schlimm, wenn er stirbt. Wenn du Agormis sterben lassen willst, braucht Maryn einen Grund zum weinen. Wie waere es, wenn er stirbt, sie aber in Orucs Augen einen anderen, inneren Tod sieht, der ihre Erleichterung in Trauer umschwingen laesst?
Sprachlich hast du einige schoene Bilder drin, die vielen 'doch', 'aber' und 'dann' machen das jedoch wieder kaputt. Da solltest du dringend noch einmal drueber schauen.

LG
Adsartha
Yeah, die letzte Geschichte!
Ein schönes Thema: Sinn & Unsinn von Krieg und Heldentum... Die Gegenüberstellung der beiden Männer hat das gut rübergebracht!
Ließ sich für mich flüssig und ohne großes Stolpern lesen, nur fiel mir an einigen Stellen auf, dass du ziemlich viel „aber“ und „doch“ verwendest (vor allem aber nicht nur am Satzanfang). Wenn sich die abers und dochs häufen, wird es manchmal konfus! Die Häufungen lassen sich sicher leicht ausmerzen.
Inhaltlich bin ich etwas irritiert. Wir befinden uns in der ersten Epoche, oder? Damals GAB es noch gar kein Nomae’kan (vgl. Atlas). Zum Glück ist das für die Geschichte selbst nicht weiter wichtig und der Kriegsschauplatz kann auch einfach zu Gandal vs. Endrome oder so verschoben werden, ohne dass die Geschichte dabei Schaden nimmt.

Fazit: Liest sich nicht schlecht, die Grundidee finde ich auch gut, aber aus irgendeinem Grund hat mich die Geschichte auch nicht gigantisch mitgerissen - vielleicht weil man schon recht früh ahnt, dass der Prinzessinenschwarm am Ende stirbt? Weiß selbst gerade nicht genau... ^^

LG

ichigo
Hallo ...

... und gleich los mit uns.

Der Vorsommer hatte in Athalem schon fast begonnen. Aber noch konnte die Sonne nicht vollständig die letzten Reste des Schnees schmelzen.
=> könnte man gut in einem Satz verbinden. Wäre auch ein wenig flüssiger.

Immer wieder rief er sich ins Gedächtnis, dass er zwar eine kleine, aber eine der stärksten Armeen Gandal’kans in seinem Rücken hatte. Und doch hatte er das Gefühl, dass er bald genauso der Vergessenheit zum Opfer fallen würde, wie der dahinschmelzende Schnee zu seinen Füßen.
=> Schönes Bild. Unschöne Doppelung.
Vielleicht: Und doch, ließ ihn das Gefühl nicht los, dass ...

Sie müssten nur wenige Schritte gehen und sie wären in einem anderen, fremden Land. Ein Land dessen Grenzen der Fürst von Gandal’kan verschieben wollte.
=> schön aufgegriffener Inhalt, der natürlich Spannung erzeugt.

Der Gang in den sie einbog war nur mit wenigen Fackeln, schwach beleuchtet.
=> Kein Komma, bzw. kann man diesen Satz mit den darauffolgenden wieder verbinden. - Solltest du dir für die Zukunft merken. Ich hab das Gefühl, ein wenig "verbinden" würde deinen Text, bzw. nachfolgende Texte vielleicht flüssiger machen. Icon_smile

Nach einigen Schritten sah die Tochter des Fürsten von Gandal’kan einen Lichtschein in dem Halbdunkel auftauchen.
=> eine Fürstentochter. Endlich sind wir mal "bei Hofe" wo angekommen. Mrgreen

Manchmal, wenn sie sich genug Mut zugesprochen hatte, brachte sie ihm Wasser und wechselte ein paar freundliche - für ihn unbedeutende – Worte mit ihm und fühlte sich dann, als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.
=> ich finds herrlich, wie authentisch du Maryn und ihre Gefühle an den Leser bringst.

Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’kar gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war. Doch nun hatten sie schon seit einiger Zeit nichts mehr von den Kriegern gehört.
=> ein paar unschöne Doppelungen.

Ihren Vater kümmerte das wenig.
=> wäre aber seltsam, denn wenn die nichts von sich hören lassen, ist das eine unschöne Ankündigung von Schwierigkeiten.

„Keine Nachricht, ist besser als eine Schlechte“, sagte sich der ehemalige Krieger.
=> für einen Fürsten sehr kurzsichtig.

Doch er schien bei seinen Plänen vergessen zu haben, dass ihre Armee nicht sehr groß war und nach einem Angriff nicht mehr stark genug sein würde, um sich hinter der Grenze behaupten zu können.
=> wie kann man das vergessen?

Sein Dorf, Caralmur, lag nicht weit von den Ufern des Caral entfernt.
=> Caralmur, damals noch ein Dorf? Ja warum nicht. Icon_smile - Sehr schön verwoben.

Eiskalt lief es Maryn den Rücken hinab. Ihr Geliebter Oruc? Tot?
=> Anfangs vermutet man ja, ihr Geliebter sei Agormis. Diese kleine Täuschung - ob gewollt oder ungewollt - gefällt mir sehr gut.

Jetzt aber, wo sie ganz alleine, mitten in der Nacht, in diesem Gang saß bereute sie ihre Wut., bereute ihm nicht ihre Gefühle gesagt zu haben und bereute es, sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.
=> nach Wut, ist ein wenig viel Schreib"wut". Icon_wink

Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten.
=> hmm, ... - ganz seiner Meinung.
Icon_lachtot

Dieser aber hatte sich auf seine Position kämpfen müssen.
=> "Dieser aber hatte sich seine Position erkämpfen müssen."
- ich glaub es klingt so flüssiger.

„Nun, ich bin nur zur Armee gegangen, weil ich ein recht guter Bogenschütze bin und eigentlich nichts anderes kann. Als dann der Hauptmann starb, musste ich plötzlich seinen Platz einnehmen. Plötzlich schien die Welt zu groß für mich zu sein“, Agormis starrte in die Flammen und versuchte die Gefühle aus der Vergangenheit möglichst dort zu lassen.
=> Punkt nach "sein". Und Komme weg.

Tränenverschleiert sah Maryn, wie sich der Meißel senkte, den ersten Buchstaben des Namens formte und hinter der kräftigen Hand des Steinmetzes ein A für aller Augen sichtbar wurde.
=> Wieso nimmt sie das so mit?

hmmmm, ... nun ja. Ehrlich gesagt, hab ich keine Ahnung wo ich anfangen soll, denn deine Geschichte wimmelt ein wenig voller Pro und Kontras. Fangen wir mit Pro an. Icon_wink
An deinem Werk hat mir dein doch flüssiger - bis auf manche Schwachstellen - Stil gefallen. Er lässt sich leicht lesen, hat viele schöne Bilder zu bieten und auch wirklich beachtenswerte Wortspiele. Das Lesen war daher angenehm. Ebenso, wie die Idee mit "Der Wand der Erinnerung", die ich wirklich schön fand. Die Umgebung dazu passt. Endlich erleben wir auch eine Art "höfische Handlung" und lernen auch eine Führungsspitze der kämpfenden Parteien kennen. Inhaltlich und Sprachlich also durchaus ansprechend, - jetzt aber leider zum "aber": Das ansprechend bezieht sich inhaltlich auf die Grundidee, nicht auf die Umsetzung der Charaktere. An diesen scheitert das Ganze nämlich. Sie sind zwar weder blass noch zu farbig, dafür aber oftmals unglaubwürdig. Angefangen mit dem Fürsten von Gandal’kar, der als Herrscher einfach extrem dümmlich - trotz seines kurzen Auftrittes - wirkt. Weiter zu Oruc, der anscheinend keine Ahnung hat, was er da wirklich tut und für den nur wichtig scheint, zu Sterben, und das möglichst für den Fürsten selbst. Und zu guter letzt sind wir dann bei Maryn, die man zwar gut nachvollziehen kann, jedoch sich zum Ende hin ein wenig unlogisch verhält.
Was mir auch fehlt, ist die Glaubwürdigkeit der Kriegskunst in deinem Werk. Genau da hapert es gewaltig. Wenn schon Agormis, ein einfacher Hauptmann der Bogenschützen, sieht, dass dieser Plan viel zu närrisch ist, dann sollte es der Fürst (zumindest der) erst Recht. Und wenn er das täte, wüsste er, dass er Oruc nicht als Heerführer einsetzen kann, denn der scheint ja echt ahnungslos.
Ich find das Grundgerüst deiner Idee solide. Athalem toll aufgegriffen und stilisch ordentlich geschrieben, sehe aber in der Geschichte so viel Potenzial, dass ich mich schwer trösten kann, weil noch viel, viel mehr möglich gewesen wäre. Der Fürst, um ein Beispiel zu nennen, wäre ein echter Wellenreiter gewesen. Dafür hätte er aber logisch nachvollziehbar sein müssen, und wenn das schon nicht, dann wahrhaft beeindruckend in seiner Charakterzeichnung. Es ist okay, wenn du ihn Oruc einsetzen lässt, dafür musst du aber "zeigen" was für ein verblendeter Idiot er sein muss. Ihm bedeutet Blut mehr als Können. Er müsste geradezu besessen sein von der Idee mit dem kleinen Heer, das bedeutet "Augenfunkeln" "Wahn" "ne halbwegs bedrohliche Ausstrahlung", etc. Wenn du den Fürsten so an den Leser bringen würdest, dann wäre Oruc für einen selbst kein Trottel mehr, sondern der Sündenbock. Das würd ihn dann schon mal ein wenig mehr an den Leser bringen.
hmmm, ... owe. *lach* Mir gefällt deine Idee so gut, dass ich jetzt wohl Stunden nach Vorschläge wühlen könnte, um dich anzufeuern sie Stück für Stück besser zu machen. Mrgreen

Kommen wir endlich zum Besten in deiner Geschichte. Das wäre dann wohl Agormis, denn er ist wohl der einzige, dem man wirklich Sympathien entgegen bringt, neben Maryn. Er wirkt abgeklärt, intelligent - aber nicht der Übersoldat -, fleißig und nüchtern. Am Ende geht es einem wie Maryn (wobei ich das bei ihr weniger nachvollziehen kann): Man will weglaufen von diesen ganzen Schmarren, weil man so sauer ist, dass es immer die guten trifft. Immer die Soldaten, nicht ihre ahnungslosen Führer, die das Ganze erst möglich gemacht haben.

So viel zu meinem innerlichen Hin und Her. Ich bin eigentlich selbst sehr gespannt, wie ich schlussendlich stimmen werde. In jedem Fall aber finde ich die Geschichte gut und bin mir auch sicher, dass zu sehr gut nicht viel gefehlt hätte, wenn das Übel mit der Glaubwürdigkeit nicht gewesen wäre.

Liebe Grüße,
Sternchen
Dann will ich mal Anfangen auf die vielen Kommentare zu antworten. Icon_smile

Hi mein Wanderer,

Zitat:
Zitat:Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde.
Er fragt sich, ob er auch bald "schmelzen" wird, wie der Schnee? Im Satz davor sagst du aber, dass die Sonne es gerade noch nicht schafft. Deshalb passt das nicht ganz.

Natürlich nicht. Er fragt sich, ob er auch bald vergessen wird. Was eigentlich der nächste Satz erklären sollte. Deshalb ist der nächste eigentlich keine Wiederholung.

Zitat:Oruc ist ihr geliebter? Irgendwie hatte ich bisher gedacht, es wäre dieser Bogenschütze, weil wir immer wieder aus seiner Sicht lesen. Was interessiert er uns dann?

Genau der Eindruck sollte auch entstehen. Agormis interessiert dich eigentlich nur deshalb, weil er der Prot ist. Icon_smile

Zitat:Tatsächlich? Ist der eher "gemeine" Agormis denn würdig genug, um neben dem adligen Oruc zu schlafen?

Na klar. Denn sie sind beide Anführer. Der eine von den Bogenschützen und der Andere vom restlichen Heer. Da haben die Standesunterschiede keine Bedeutung mehr.

Zitat:ich verstehe nicht, warum die Prinzessin jetzt so traurig ist, wo doch ihr Geliebter zurückgekehrt ist. Weil er sich verändert hat, ein Teil von ihm auf dem Schlachtfeld "gestorben" ist? Aber das müsstest du dann schon rausstellen.

Eigentlich weint sie, weil ich den Eindruck erwecken wollte, dass Oruc gestorben ist, was natürlich nicht wirklich ein Grund ist. Nun, sie weint wegen Oruc, aus Erleichterung das er noch lebt und sie weint, weil er für sie noch immer kein Interesse zeigt. Du hast recht, dass muss deutlicher werden.

Freut mich, dass es trotzallem eine solide Geschichte ist, die du gern gelesen hast. Icon_smile



Hallo Jero,

vielen Dank für deine textlichen Anmerkungen, ich denke die werde ich alle so übernehmen.

Zitat:Hmm ... es stirbt unerwartet ein anderer. Das wirft mich aus der Bahn, denn ich bin ein ganz schlechter Interpretierer. Und so stellt sich mir die Frage warauf will der Verfasser hinaus, den es stirbt der, dem die Wand egal ist und der nicht mit der Liebesgeschichte zusammenhängt. Oder hab ich was falsch verstanden.

Genau um diesen Überraschungseffekt ging es mir. Es wäre einfach zu banal gewesen, wenn Oruc gestorben wäre. Ich schätze mal, am Ende muss ich nochmal nachbessern. Den Maryn weint ja, aus Erleichterung, dass Oruc wieder da ist und weil sie seine Liebe nicht gewonnen hat.

Zitat:Gut und flüssig geschrieben, Dialoge knapp, aber nachvollziehbar. Geschichte Interessant, wenn auch, wie erwähnt mir nicht ganz klar. Gleichzeitig spüre ich das mehr dahintersteckt, als eine banale Liebe.

Prima, dass ich dich immerhin schonmal sprachlich überzeugen konnte.

Liebe Grüße,
Lady
Ich mal mal munter weiter. Icon_smile

Hallo Nuriel,

danke für deinen Kommentar. Freut mich schonmal das du die Geschichte gerne gelesen hast.
Ich merke auch bei deinen Worten, dass ich das Ende noch ändern muss. Sie weint hauptsächlich aus Erleichterung, dass Oruc zurückgekehrt ist, aber auch, weil er ihre Liebe immernoch nicht erwiedert hat.



Hallo Addi,

na dann will mal schauen, was du zu meiner Geschichte sagst.

Zitat:Dieses Mal ohne Zeitangabe und damit ohne Hinweis auf den Inhalt.

Die Zeitangabe hab ich schlicht und einfach vergessen. Wir befinden uns im 403. Jahr der ersten Epoche.

Zitat:
Zitat:Agormis fragte sich, ob es auch ihm bald so ergehen würde.
- 'Ergehen' wie was? Dem Schnee, der nicht schmilzt? Hier fehlt ein richtiger Bezug.

Naja, so wie dem bereits geschmolzenen Schnee. Ich glaub einen Satz später steht das irgendwo.

Zitat:- Hier widersprichst du dir selbst, denn vorher hast du ja noch gesagt, dass der Schnee nicht schmilzt. Insgesamt ist der erste Absatz etwas verworren, ebenso wie die Gedanken von Agormis.
Ansonsten ein interessanter Ausblick, da hier schon eine anstehende Schlacht andeutest.

Der Schnee ist nur halb geschmolzen. Teilweise ist er noch da und teilweise ist er schon weg. Wie das eben im Frühjahr so ist. Aber du hast recht irgendwie hab ich das verwirrend ausgedrückt.

Zitat:
Zitat:Der Saum ihres langen Gewandes raschelte auf dem Boden. Maryns Schritte hallten von den steinernen Wänden wieder.
- Warum kommt hier erst das Personalpronomen und dann der Name der dazu gehoerigen Person? Das ist nicht nur ungewoehnlich,bringt beim Lesen auch etwas ins Stocken.

Ungewöhnlich ist doch nicht schlecht, oder? Ich finde es wäre relativ langweilig gewesen, wenn ich gleich schon mit dem Namen begonnen hätte.

Zitat:Der auftauchende Lichtschein im Halbdunkel ist mir unverstaendlich, denn Fackeln geben auch Licht ab und was leuchtet denn da eigentlich, die Wand?

Also der Weg bis zur Wand ist spärlich beleuchtet. Die Wand selbst ist besser beleuchtet. Deshalb kann der Lichtschein von den Fackeln bei der Wand schon stärker leuchten. Mal sehen, ob ich das verständlicher formulieren kann.

Zitat:- Ich persoenlich bin ueberhaupt kein Freund von solche eingeschobenen Erinnerungen, die wie eine Geschichte in der Geschichte sind. Das unterbricht in meinen Augen den Lesefluss und insbesondere woertliche Rede sollte meines Erachtens in solchen Erinnerungen uebergangen werden, denn niemand innert sich nach so vielen Jahren noch an den genauen Wortlaut.

Ich wollte das unbedingt mal ausprobieren, weil ich sowas neulich irgendwo mal gelesen habe. Nun, ich denke das ist eine Sache des Geschmacks. Ich finde sowas gar nicht schlecht, so eine kleine Geschichte "direkt" reinzuschreiben und nicht mühsam zu umschreiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich noch an den Wortlaut erinnert, warum nicht? Es war ein wichtiges Ereigniss für sie.

Zitat:- Des Weiteren ergibt sich fuer mich hier die Frage des Alters des Maedchens. Ich sehe hiere ein kleines Maedchen von vier vielleicht fuenf Jahren, da will es fuer mich nicht recht passen, dass sie weiss, wie tapfer ihr Vater ist. Nun ja,das ist wohl Ansichtssache.

Ich denke sie ist vielleicht sechs oder sieben. Da beginnt ja das Erinnerungsvermögen. So kleine Mädchen halten ihren eigenen Vater doch immer für einen Helden, oder? Und auch ihre Ausdrucksweise kann schon so sein, denn sie ist ja als Grafentochter erzogen worden.

Zitat:Sie wusste nicht, woher er kam? Gibt es da keine Geruechtekueche? Warum eigentlich 'er' und nicht gleich Oruc? Aussedem wohl eher 'gekommen war', denn mittlerweile wird sie sich ja wohl schlau gemacht haben.

Da steht extra nicht "Oruc", weil ich den Eindruck erwecken wollte, dass es um Agormis geht. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’kar gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war.
- “Gandal'har” wenn ich mich nicht taeusche. Icon_wink

Nee, ich meinte die Stadt.

Zitat:
Zitat:Ihren Vater kümmerte das wenig.

- Wohl kaum! Soldaten kosten Geld, ihre Ausbildung, ihre Ausruestung und ihm soll das egal sein. Hier wird deine Geschichte unrealistisch, in meinen Augen.

Er macht sich deshalb keine Sorgen, weil er es gewohnt ist, dass ihn längere Zeit keine Nachricht erreicht. Schließlich brauchen die Boten ja ne Weile bis sie die Nachricht überbracht haben. Da steht ja nicht, dass er sich gar nicht interessiert, DAS wäre unrealistisch.

Zitat:- Und Agormis als Hauptmann sagt da nichts? Wieder sehr unrealistisch in meinen Augen, denn normalerweise sprechen sich die Fuehrungsspitzen einer Armee ab.

Agormis ist "nur" der Anführer der Bogenschützen und diese müssen sich den anderen Kämpfern anschließen. Er untersteht deshalb Oruc und hat sich deshalb nicht einzumischen. Sie sind zwar beide Anführer, aber nicht gleichwertig. Ich glaube in dem Absatz, als sie sich kennenlernen wird das nochmal erwähnt.

Zitat:Wieso wechselst du unvermittelt vom Personalpronomen zu dem unpersoenlichen kleinen Jungen? Das wirkt so, als wuerde ploetzlich die Erzaehlperspektive wechseln.

Natülich hab ich da die Perspektive gewechselt. Ich wollte den Rückblick sprachlich abheben.

Zitat:
Zitat:Solange bis seine kleinen Hände von der Sehne blutig geschnitten worden waren und seine Mutter ihm Verbände hatte anlegen müssen.
Und dahat niemand eingegriffen? Was sind das fuer Eltern?

Die können ihm ja wohlt schlecht den ganzen Tag zugucken. Icon_smile

Zitat:War sie vorhin nicht noch Ehrfuerchtig? Irgendwie wollen ihre Gefuehle fuer die Wand nicht recht zusammenpassen. Angst, Ehrfurcht, was denn nun?

Schließen sich den Angst und Ehrfurcht aus? Finde ich nicht. Ich finde man kann sehr gut gefühlsmäßig zwischen Angst und Ehrfurcht schwanken.

Zitat:Bisher dachte ich, die Wand ist ziemlich versteckt, deine bisherigen Beschreibungen wirkten zumindest so mit dem langen Gang, den sie hinunter geht etc. Und und nun geht sie da einfach vorbei – gibt es keinen anderen Weg? Warum ist die Wand eigentlich so versteckt und nicht oeffentlich an einem Ort, den jeder Aufsuchen kann?

Nein, nein die Wand liegt nicht versteckt. Aber bisher ist sie Nachts dort gewesen und da sind die Gänge nicht so gut beleuchtet.

Zitat:und hier endlich erfahren wir, dass nicht Agormis sondern Oruc ihre grosse Liebe ist. In meinen Augen viel zu spaet.

Das war beabsichtigt.

Zitat:Eben hast du noch gesagt, dass sie gefasst ist. Ich bin verwirrt. [...]
Wenn er nichts davon weiss, kann er ja wohl schlecht Ruecksicht nehmen.


Mensch, Maryn ist verliebt, da sind die Gedanken und Gefühle nunmal wirr. Da kann eine kleine Geste sie aus der Fassung bringen und auf dumme Gedanken kann man auch ganz schnell kommen. Icon_smile

Zitat:Wer ist denn der Anfuehrer der normalen Soldaten? Wenn die Bogenschuetzen einen haben, muesste es mindestens noch einen mehr geben.

Oruc.

Zitat:Sie entscheiden also gemeinsam? Vorhin hiess es noch, das Oruc entschieden hatte, wo sie lagern. Wenn es ueblich ist, dann kann Agormis es auch schlecht ablehnen? Irgendwie widersprichst du dir zemlich haeufig in der Geschichte.

Das sagt ja nicht, dass sie ALLES zusammen entscheiden, oder wer am Ende die entgültige Entscheidung trifft. Naja, Agormis wird sich dazu verplichtet gefühlt haben zuzustimmen, eben weil es üblich ist.

Zitat:- Dann ist er ziemlich schlecht in seinem Job! Es passt uebrigens auch nicht zu der Angst, die du am Anfang erwaehnt hast! Irgendwie habe ich das Gefuehl das du weder deine Charaktere richtig kennst noch deine Geschichte!

Gut. Also: Am Anfang steht Agormis ja auf dem Hügel und macht sich richtig intensiv Gedanken um das, was bevorsteht.
Außerdem ist er ja schon eine ganze Weile in der Armee und da wird er sich bemühen seine Angst nicht überhand werden zu lassen, bzw. wird sich mit den Vorbereitungen beschäftigen. Das war am Anfang nur dieser eine Moment indem er sich mit seiner Angst beschäftigt hat. Hier ist die Situation wieder eine ganz andere. Er steht mitten in der Nacht auf, weil er nicht schlafen kann. Dazu ist er richtig genervt, wegen dem raschelnden Stroh. Das bedeutet, dass er einfach keine Lust hat mit so ein paar niederen Soldaten zu diskutieren, wie diese ihren Job zu machen haben. Außerdem steht da ja "im Moment" das bedeutet ja nur, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt, also mitten in der Nacht, gleichgültig ist. Er kann immernoch am Morgen herausfinden, wer Wache hatte und sie zurechtweisen. Außerdem sollte das zeigen, dass er sehr müde ist und sich eben nicht auf solche Gespräche einlassen will.

Zitat:Eine sehr heimeliges Atmosphere, in der sie sich da treffen. Vielleicht zu privat, denn wo sind des Koenigs Ratgeber? Sein Stab?

Er ist nur Graf, der wird zwar auch Ratgeber haben, aber bedeutet das auch, dass die ständig um ihn herum sein müssen? Er wird es ja wohl auch alleine schaffen, die beiden einander Vorzustellen. Dieses Treffen dient lediglich dazu den beiden seine Entscheidung (die wahrscheinlich mit einem Ratgeber getroffen wurde) mitzuteilen.

Zitat:Eine sehr unealistische Handlungsweise. Ein Fuerst wuerde nicht nur nie so sprechen, sondern des Weiteren seine Armee dem Besten und Erfahrendsten anvertrauen nicht irgendjemand der einen beruehmten Namen hat.

Wer sagt denn, das Garlond wirklich so ein toller Fürst ist, der sich benimmt und entscheidet wie alle anderen Fürsten auch? Ich gebe zu, dass ich mir über ihn kaum Gedanken gemacht habe, ausser dass er schon allmählich dabei ist alt zu werden. Vielleicht trifft er ja nicht mehr ganz so rationale Entscheidungen und lässt sich von dem großen Namen Orucs beeindrucken? Oder Orucs Familie hat eben gute Kontakte zum Fürstenhof und Garlond musste ihm diese Position geben? Kann doch alles sein.

Zitat:Wieso nur zu einem bestimmten Grad? Er hat die Kontrolle ueber alle!

Nicht über die Bogenschützen.

Zitat:Warum? Oruc oeffnet sich ihm, wahrscheinlich das erste Mal, und er wird einfach so muede?
Das ergibt keinen Sinn.

Weil er nicht unbedingt Lust auf ein Gespräch hat. Außerdem wird er ja nicht einfach so müde, sondern spürt die Müdigkeit eben in diesem stärker, als noch indem Moment vorher.

Zitat:Auch hier widersprichst du dir. Vorher hast du geschrieben, wie leidenschaftlich er sich hochgearbeitet hat. Jetzt hingegen klingt es, als wuerde es ihm nichts bedeuten.

Natürlich bedeutet es ihm was. Das bedeutet aber nicht, dass er vor Oruc seine ganze Lebensgeschichte ausbreiten muss. Außerdem wollte er versuchen Oruc ein wenig aufzubauen. Nur weil er ihm nicht alles erzählt, bedeutet das nicht, dass ich mir wiederspreche.

Zitat:
Zitat:Dann saßen sie wortlos nebeneinander, bis sich die Sonne blutrot am Horizont zeigte.
- Das gefaellt mir, wenn da nicht das Problem waere, dass Agormis eigentlich verdammt muede war, oder? Manchmal habe ich das Gefuehl, du vergisst, was du kurz vorher geschrieben hast.

Muss er den einschlafen, wenn er müde ist? Er kann ja trotzdem wach bleiben.

Zitat:Das koennte ein wirklich guter Schluss sein, wenn nicht die ganze Handlung fehlen wuerde. Was ist denn nun eigentlich passiert? So lange arbeitest du auf den krieg hin und dann kommt er nicht mal vor? Der Schwerpunkt ist da eindeutig falsch gelegt. Streich die Rueckblenden, sie bringen sowieso nichts, und baue dafuer etwas mehr die Cahraktere und die Handlung aus. Im Moment sind deine Personen blass und widersprechen sich. Da muss inhaltlich noch einiges geschehen.

Okay, der Schluss ist nicht so optimal, dass weiss ich. Aber wo fehlt die Handlung? Nur weil es um einen Krieg geht, muss ich ja nicht dazu gezwungen sein blutige Schlachten zu beschreiben. Dann wäre es wohl sehr klischeehaft gewesen. Ich wollte die Schlacht nur indirekt beschreiben. Nun, die Charaktere sind eben durch die Rückblenden beschrieben, Maryn wie sie in Oruc verliebt ist und Agormis wie er zum Bogenschützen geworden ist. Wenn ich keine Rückblenden drin hätte, gebe es kaum noch was zu den Charakteren und ich hätte die Schlacht beschreiben müssen. Ich finde nicht, dass sie sich widersprechen. Sie schwanken eben immerwieder zwischen ihren Gefühlen hin und her.

Zitat:Der Fuerst muss mehr koeniglich werden, mehr um Geld und Leute beruecksichtigen, die beiden Soldaten benoetigen mehr Farbe und mehr Backround, insbesondere Oruc. Maryn braucht einen Faden, und am Ende mehr Logik. Obwohl ich denke, dass du wahrscheinlich einfach die Namen vertauscht hast?

Müssen sich Fürsten immer Fürstenhaft benehmen? Dann hättest du mir geschrieben, dass es sehr klischeehaft ist. Er hat sein knappes Budget sehr wohl berücksichtig, deshalb hat er auch nur eine kleine Armee losgeschickt. Okay, Oruc ist etwas blass geblieben da hast du recht. Maryn roter Faden ist Oruc. Ihr geht es immernur um ihn.

Zitat:Wenn du Agormis sterben lassen willst, braucht Maryn einen Grund zum weinen. Wie waere es, wenn er stirbt, sie aber in Orucs Augen einen anderen, inneren Tod sieht, der ihre Erleichterung in Trauer umschwingen laesst?

Genauso war es gedacht.
Sie weint hauptsächlich aus Erleichterung, dass Oruc zurückgekehrt ist, aber auch, weil er ihre Liebe immernoch nicht erwiedert hat. Da werd ich tatsächlich nochmal dran arbeiten müssen.

Deine sprachlichen Anmerkungen werd ich mir alle mal anschauen. Inhaltlich denke ich nicht, dass ich mir so oft widersprochen habe, sonst hätten die anderen mich bestimmt auch mal darauf hingewwiesen. Aber ich werde mal drüber schauen, ob ich mich da vielleicht zu undeutlich ausgedrückt habe.

Liebe Grüße,
Lady
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