Literatopia

Normale Version: Kommentieren und kommentiert werden - was bringt das mir?
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Hallo zusammen,

das Thema Kommentare taucht hier im Forum ja immer wieder auf. Und viele Neulinge bekommen Post von Moderatoren, die darauf hinweisen, doch bitte zu kommentieren und auf Kommentare zu antworten ...

Ich habe jetzt schon einige Jährchen Forenerfahrung, anfangs als Moderator, wo ich die User noch direkter malträtiert habe Mrgreen ... und nun auch schon eine Weile als Admin.

Und diese Aufgabe habe ich vor allem deshalb übernommen, weil ich hinter dem Konzept eines solchen Forums stehe. Weil ich selbst lange Zeit aktiv Geschichten und Gedichte gepostet habe, sehr viel Feedback bekommen - und auch viel Feedback gegeben.

Weil mir das Auseinandersetzen mit Geschichten anderer was für meine eigenen Projekte bringt - richtig viel sogar. Man lernt, seine eigenen Texte kritischer zu betrachten. Nichts destruktiv kritisch, sondern konstruktiv. Und wenn man mal wieder vollkommen betriebsblind ist, findet sich jemand im Forum, der weiterhelfen kann.

Eine wichtige Bedingung, um hier z.B. Mod zu werden, ist die Qualität der Kommentare. Wir in Literatopia legen da wert drauf und wie ich finde, lohnt sich das. Ich will gar keine riesen Seite wie e-stories, wo jeder seine Ergüsse hinklatscht, von ein paar Leuten ein "oh toll" kriegt, ohne Gründe, und von einigen ein "gefällt mir nicht", wieder ohne Gründe. Es gibt Ausnahmen. Aber die großen Geschichtenseiten bieten einfach keine richtige Diskussionsplattform.

Ein Forum schon. Und wir sind zwar kein riesiges Forum, aber ich wage zu behaupten, dass wir viele gute Schreiber haben, viele Erfahrene und auch Neulinge - diese Mischung kann fruchtbar sein. Wenn sich Neulinge auch etwas sagen lassen, wenn sie von der Erfahrung der anderen profitieren. Und wenn die alten Hasen nicht von oben runter gucken, sondern den Neulingen eine echte Chance geben!

Mir persönlich hat die Zeit in Foren sehr viel gebracht ... das merke ich jetzt, wo ich meinen ersten Roman ausgegraben habe und komplett neugeschrieben. Das ist ein riesen Unterschied. Und ich bezweifle, dass ich ohne Feedback das so hinbekommen hätte wie jetzt ...

Also denkt ans "Kommentieren und kommentiert werden" Icon_wink ...
Es bringt was. Ist manchmal viel Arbeit. Manchmal tuts echt weh. Und manchmal findet mans total blöd. Aber im Endeffekt sieht man irgendwann, dass man besser wird. Und ein Forum lebt von der Diskussion!

Und was könnte genialer sein, als an seinen Texten eine positive Entwicklung zu sehen? Mrgreen ...

Viele Grüße

- Zack
Hi Zack!

Da kann ich dir nur recht geben. Ich bin Mitglied hier, weil es mich weiter bringt (und weil die Leute nett sind, so nebenbei bemerkt Mrgreen ). Gerade konstruktive Kritik, desto ausführlicher deso besser, hilft einem doch dabei die Schwachpunkte in seinen Texten zu finden, aber man muss sich natürlich auch darauf einlassen ... und man muss auch berücksichtigen, dass vieles auch Geschmackssache ist.^^
Wenn man aber selbst Kommentare und Rückmeldungen haben möchte, dann ist es nur gerecht, diese auch selbst anderen zukommen zu lassen, oder nicht?

Hinzu kommt, dass mich Kommentieren mindestens genauso viel weiter gebracht hat, wie kommentiert zu werden. Man blickt über seinern Tellerrand hinaus, sieht wie andere Bestimmtes machen und erkennt gleichzeitig, was einem selbst gefällt und was nicht. Ich finde das sehr wichtig. Dabei habe ich festgestellt, dass regelmäßiges Kommentieren auch die eigenen Kommentare verbessert. (Wenn ich mir Kommentare von mir aus dem alten Forum anschaue ... Icon_wink)

In diesem Sinne: wegtreten und weiterkommentieren!

Viele Grüße vom Wanderer
Huhu,

Ich weiss, ich kommentiere zur Zeit gar nicht, was aber nicht daran liegt, dass ich es nicht will, sondern dass ich dafür schlicht nicht schaffe. Sowohl zeitlich, als auch von der Konzentration her.

Allerdings habe ich in einem anderen Forum ebenfalls sehr viel kommentiert und ich kann nur zustimmen: Es bringt einem selber wirklich sehr viel. Ersten setzt man sich damit auseinander wie ein Text wirkt und vor allem warum er so wirkt, oder auch nicht wirkt, warum er mich fesselt und wo meine persönlichen Vorlieben stecken.
Man kann mit Schreibstilen experimentieren, vor allem wenn man versucht nicht nur seinen eigenen Stil im Kommentar zu zeigen, sondern versucht innerhalb des Stils des Schreibers Vorschläge zu finden (Zumindest wenn ein eindeutiger Stil bereits vorliegt) oder dem Autor zu helfen den eigenen Stil zu finden. Auch ich werde stilsicherer und kann dies dann als eigenes Mittel einsetzen. Was es mir aber auch gebracht hat, war zu akzeptieren, wenn ein Autor eben meine Vorschläge nicht annimmt. Sich dann nicht zu ärgern, sondern ihm seine Meinung zu lassen.
Ich denke, dass ist auch etwas was ein Autor lernen muss. Bei aller Kritik dennoch bei sich selbst zu bleiben und nicht alles vorbehalt los anzunehmen. Dafür ist auch das Feedback zu Kommentaren wichtig, denn es zwingt mich noch mal über meinen Text nachzudenken.
Die Balance ist da wichtig, nicht nur zwischen Kritik annehmen und verwerfen, sondern auch zwischen Kommentieren und Schreiben, wie ich finde.

An dieser Stelle möchte ich euch einmal ein Lob für diese Seite ausstellen: Es wird unheimlich gut und viel kommentiert.
Ich bin ehrlich gesagt sehr überrascht wieviele User meinen Text hier bewertet haben, obwohl ich mich momentan nicht revanchiere. ich danke euch an dieser stelle mal dafür und versichere, wenn meine Abschlussarbeit fertig ist, werde ich hier häufiger kommentieren...

Noch einen Tipp, der mir aufgefallen ist, da ich aus einem anderen Forum hergefunden habe: Es ist unheimlich lehrreich und interessant den gleichen Text in zwei Foren einzustellen, denn ich habe (bei dem einen zumindest) festgestellt, dass foren eine Eigendynamik entwickeln. Mir wurden hier vollkommen andere Sachen gesagt, als in dem anderen Forum. (Das ist vollkommen ohne Wertung gemeint)

Tja, das ist nun mein Senf dazu, auch wenn ich hier nicht wirklich stark vertreten bin...

Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht krumm, dass ich losgesabbelt hab.

lg
sinaja
@sinaja:

Zitat:Noch einen Tipp, der mir aufgefallen ist, da ich aus einem anderen Forum hergefunden habe: Es ist unheimlich lehrreich und interessant den gleichen Text in zwei Foren einzustellen, denn ich habe (bei dem einen zumindest) festgestellt, dass foren eine Eigendynamik entwickeln. Mir wurden hier vollkommen andere Sachen gesagt, als in dem anderen Forum. (Das ist vollkommen ohne Wertung gemeint)
Ja, das stimmt, die Erfahrung habe ich auch gemacht! :-)
Es ist scheinbar so, dass der erste Kommentar in einem Forum zu einem Text oft entscheidend ist. Fällt der negativ aus (noch dazu von einem Forum-Urgestein) werden sich die anderen Kommentatoren an dessen Meinung orientieren.
Ich habe mir daher angewöhnt, so verlockend es auch ist, die Kommentare der Vorschreiber erst HINTERHER zu lesen, damit ich nicht beeinflusst werde.
Ich kann mich den vorherigen Antworten nur anschließen.
Ich merke auch, dass Kommentieren einem selbst sehr weiterhilft. Wie ein russisches Sprichwort sagt: „In einem fremden Auge bemerkt man jedes Sandkorn und im eigenen nicht einmal einen Baumstamm“. Damit will ich sagen, dass man die Fehler, die ein anderer macht wesentlich einfacher sieht und dann nach kurzem Nachdenken plötzlich merkt, dass man die gleichen Fehler selbst macht.
Man lernt unterschiedliche Schreibstile kennen und wird sich somit auch besser des eigenen Stils bewusst. Wenn man gute Texte liest kann man sich viele Anregungen holen. Was nicht heißt, dass man es „nachmachen“ soll, sondern sich einfach zu Experimenten anregen lassen und somit auch etwas zum eigenen Stil beitragen.
Natürlich ist es meist ziemlich zeitaufwendig einen guten Kommentar zu schreiben. Man nimmt es gerne auf sich, wenn man weiß, dass er ebenso gut beantwortet wird, aber wenn der User noch unbekannt ist, frage ich mich beim Schreiben manchmal, ob es sich überhaupt lohnt. Aber das kennen ja alle. Icon_smile

Sigurd

Irgendwie ist es ja auch eine Übung in Selbstdisziplin: Man bekommt eine schlechte Bewertung, das Adrenalin steigt auf ungewöhnliche Werte, man wartet erstmal einen oder zwei Tage und antwortet dann; ganz sachlich. Und wenn man seinen Text anschließend nochmal durchliest, die abgegebenen Kommentare im Hinterkopf, erkennt man auf einmal seine Fehler. Und dann kann man sich hinsetzen, von den Kritiken profitieren und seinen Text überarbeiten. Ist es nicht so? Oder: sollte es nicht so sein? Icon_smile Gruß, Sigurd
Nabend,

schön zu lesen, dass hier alle ähnlicher Meinung sind! Icon_smile
Ein Forum wie unseres lebt unter anderem von Kommentaren ... und wenn sich die User einig sind, dass Kommentare wichtig und hilfreich sind, ist das eine gute Basis. Zudem finde ich die Kommentare in unserem Forum meist richtig gut!

Vielleicht mag auch noch der ein oder andere etwas zu diesem Thema sagen?

Grüße

- Zack
Dann möchte ich mich auch mal aüßern!

Als ich hierher gekommen bin, war es mir wichtig, dass mein Geschriebenes gelesen wird, damit ich mal ein Feedback bekomme.
Schnell wurde klar, dass das nur passiert, wenn ich auch kommentiere. Das gute alte geben und nehmen.

Als Anfänger, der sich in die Welt der weniger Laienhaften oder gar Profis traut, hofft man auf Zustimmung, auf Lob, mit kleinen Hinweisen. Passiert natürlich nicht Mrgreen ... ein Meister fällt halt nicht vom Himmel. Aber wenn man erstmal die ersten Kommentare verdaut hat, sein Ego beruhigt und wirklich hinhört, kann man eine unerschöpfliche Quelle der Selbstverbesserung nutzen.

Umgekehrt ist es genauso. Man liest fremdes Material. Bei Anfängern findet man sich und seine Anfänge wieder. Und jeder Fehler, den man findet, ist ein weiterer, den man bei sich selbst beseitigen kann.

Auch wenn ich zur aktuellen Zeit keine Zeit dafür habe, halte ich es für wichtig. Sonst wäre ein Literaturforum absoluter Quatsch.
Hallo zusammen,

ich denke, dass wichtigeste habt ihr ja schon gesagt, da kann ich nur noch zustimmen.

Arnagos schrieb:Es ist scheinbar so, dass der erste Kommentar in einem Forum zu einem Text oft entscheidend ist. Fällt der negativ aus (noch dazu von einem Forum-Urgestein) werden sich die anderen Kommentatoren an dessen Meinung orientieren.
Ich habe mir daher angewöhnt, so verlockend es auch ist, die Kommentare der Vorschreiber erst HINTERHER zu lesen, damit ich nicht beeinflusst werde.

Klar, bekommt man in unterschiedlichen Foren, auch unterschiedliche Meinungen. Sind ja auch überall unterschiedliche Leute. Icon_smile
Ich muss sagen, dass ich da schon ganz verschiedene Erfahrungen gemacht habe. Je nach Text. Es ist eigentlich so, dass immer einer dabei ist, der den Text total toll findet und einer der ihn total schlecht findet. Ich denke, die meisten hier sind, genau wie du bemüht, die anderen Kommentare erst hinterher zu lesen. Icon_smile

Ich kann mich noch genau an meine ersten Kommentare erinnern, wenn ich die heute betrachte, gefallen die mir überhaupt nicht mehr. Tja, auch kommentieren will geübt sein, aber wenn ich dann sehe, dass jemand mit meinen Kommentaren was anfangen kann, freu ich mich da fast genauso drüber, wie wenn jemand was postives zu einer meiner Geschichten sagt. Was ich damit sagen will: Neulinge traut euch! Solange ihr eure Meinung zum Text begründet ist sie immer nützlich. Icon_smile

Was ich ja am kommentieren ja auch so wichtig finde ist, dass man dadurch sozusagen "Werbung" für sich und seine Werke macht, man ruft sich den Usern dadurch ins Gedächtnis.Icon_smile

Ach und manchmal hilft mir das Kommentieren über kleinere Schreibblockaden hinweg. Erstmal komme ich durch das Lesen fremder Texte auf andere Gedanken und dann merke ich während dem Kommentarschreiben, dass ich es doch schaffe einen verständlichen Satz zu schreiben. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady