Literatopia

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Gewürfelte Zeit

Und die Götter gerieten in Streit.
Im Zorn warfen sie Feuer vom Himmel,
lodernde Wut verheerte das Land,
und Mensch und Tier ließen sie verenden,
Wasser ward vergiftet und der Himmel verdunkelt,
auf dass sich ewiger Winter senke.
Fenriswinter - Ragnarök.

(- Die Götterdämmerung - gehört in Venicia)

Szene 1: Erwachen/Wiedergeburt

Kritsch.
Kritsch.
Kritsch.

Lang gezogenes Geräusch, Stahl über Stein. Immer wieder kratzte es an der äußeren Kante seines Bewusstseins, mit eindringlicher Penetranz. Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk.
Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Augenlider flimmerten.
Langsam tröpfelte Gefühl von außen in das abgeschirmte Versteck seines Geistes. Ein Prickeln nur, eher warm als kalt, da wo seine Hände waren. Oder sein sollten. Oder gewesen waren.
Bewegung? Unmöglich.
Kritsch.
Kritsch.
Kritsch.

Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn begann einen seichten, ziehenden Schmerz auszulösen. Es wurde Zeit, die Augen zu öffnen. Aber vorsichtig, nur einen Spalt breit.
Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt. Licht, sonst nichts.
Verwirrung.
Das Prickeln breitete sich aus, floss seine Arme und Beine hinauf, gefolgt von einem unangenehmen Brennen - und Panik.
Die Panik war am schlimmsten. Sie schnürte seinen Brustkorb zu, jeder Atemzug verkam zu einem hilflosen Schnappen. Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
Dahinter war Kälte.
Immer noch das Kratzen. Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.
Shîn zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen, indem er seine Augenbrauen zusammenschob, die Stirn runzelte und sich ausschließlich auf seine Lungen konzentrierte. Dabei machte er die Entdeckung, dass die Luft frostige Eiskristalle mit sich führte, die in seine Schleimhäute stachen.
Tot war er wohl nicht, dafür erwachten seine Gliedmaßen einfach zu schmerzhaft.
Also wagte er einen weiteren Blick aus halb zusammengekniffenen Augenlidern. Immer noch weiß. Eine weiße, durchscheinende Wand vor seinem Gesicht. Oder über seinem Gesicht?
Bewegung: langsam, behutsam.
Die weiße Masse geriet ins Rutschen, setzte Shîns zaghaften Bemühungen aber hartnäckig Widerstand entgegen.
Er kam zu dem Schluss, dass er lag. Auf dem Rücken - auch wenn er sich nicht ganz sicher war.
Das bedeutete: aufsetzen.
Nichts geschah.
Der Mann seufzte innerlich.
Noch einmal: aufsetzen.
Muskeln in seinem Körper verkrampften sich, Knoten in Armen, Beinen und Bauch. Und dann … ruckartig Freiheit. Shîn setzte sich auf.
Kritsch.
Kritsch.
Krit-

Ein tiefer, rasselnder Atemzug, als hätte er gerade die Oberfläche eines gefräßigen Sees durchbrochen. Es fühlte sich an wie der erste Atemzug überhaupt.
Dann sah er auf seine Hände herab. Dicke Fellfäustlinge, mit Lederriemen zusammengeschnürt, immer wieder verdeckt von Stößen kondensierten Atems. "Darunter seine Beine, nicht zu sehen unter einer Decke feiner, leuchtender, kalter Kristalle.
Schnee.
Von der rechten Seite ertönte eine dunkle, kratzige Stimme.
„Du lebst ja noch.“ Es klang wie eine nüchterne Feststellung.
„Scheint so.“
Shîns linke Hand tastete über seine Brust, die in einer Art Panzer aus gefüttertem Leder steckte. Verharrte auf einem dunklen Fleck und wurde von einem stechenden Schmerz begrüßt, der sich wie eine Speerspitze tief in ihn hineingrub. Er hinterließ einen metallischen Nachgeschmack bei jedem Atemzug.
Die Hand tastete weiter, verschwand in einer Brusttasche und förderte ein Feuerzeug zu Tage. Gefolgt von einem abgegriffenen Päckchen Zigaretten.
Feucht, natürlich.
Trotzdem versuchte Shîn sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden.
Knirschende Schritte auf Schnee.
Ein Schatten fiel auf den Sitzenden. Die Augenwinkel offenbarten schwere Stiefel, eine oft geflickte Hose, einen noch schwereren Mantel und einen Schlapphut. Die Gestalt trug einen abgenutzten Spaten.
„Wir dachten, du wärst tot. Du musstest tot sein, der Zauber des Meisters hat dich niedergestreckt.“
Der Blick zuckte zurück zu der dunklen Stelle auf der Brust. Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.
Shîn wünschte sich, sie wären geblieben, wo sie gewesen waren.
„Hm.“
Irgendwie gelang es ihm tatsächlich, eine Zigarette zu entzünden. Der erste Zug brachte allerdings nicht die gewünschte Erleichterung, sondern rammte einen weiteren Speer in seinen Brustkorb, der nur langsam verklang. Trotzdem lehnte er sich zurück und ließ die Zigarette in Richtung des düsteren, wolkenverhangenen Himmels aufragen.
Bewölkt, wie schon immer.
„Ich sollte dich töten.“
Auch das klang wie eine nüchterne Feststellung. Die Gestalt neben ihm wog ihren Spaten prüfend in der Hand.
Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, das rostige Blatt solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere. Auch es führte zum gewünschten Erfolg.
„Es wäre besser für uns. Der Meister würde mich sicher belohnen ...“
Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.
„Hm.“
Die Zeit schien vorbeizuströmen, ohne ihn wirklich zu berühren. Es war, als würde er neben einem großen Fluss stehen und Steine hineinwerfen, nur um zu schauen, ob sie Kreise zogen. Vielleicht war er ja doch tot.
Schließlich spuckte der Spatenmann aus. Interessiert beobachtete Shîn, wie sich der Tropfen ein Loch in die Schneedecke grub.
„Komm mit.“
„Hm.“
Der Sitzende griff neben sich, hinein in den Schnee und seine Hand umfasste einen festen, länglichen Gegenstand. Dann erhob er sich. Langsam und vorsichtig, um seinen Beinen die nötige Ruhe zu gönnen. Zusammen mit seiner linken Hand kam auch sein Schwert zum Vorschein. Völlig unbeteiligt steckte die leicht gebogene Klinge in der hölzernen Scheide. Eine schöne Scheide, verziert mit einem Muster aus gesponnenen Fäden.
Husten – brachte den Geschmack von Blut mit sich.
Nun folgte der Schwertkämpfer dem Spatenmann über einen erst teilweise vom Schnee befreiten Zugang zu einem sich tief in die Umgebung duckenden Haus.

Szene 2: Dämmern/Zwielicht

Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze. Sie brannte auf Shîns nun entblößten Händen, die immer noch viel zu kalt waren. Nachdenklicher Blick, gerichtet auf seine fahlweißen Handrücken, die langsam begannen sich dunkler zu färben.
Schwarz.
Im ganzen, mit Holz ausgekleideten Raum stand die Luft. Wie ein lang andauernder Schlag in sein Gesicht - Nadelstiche auf seinen Ohren, auf seinen Lippen.
Und jeder Atemzug voller Glassplitter.
Shîn unterdrückte ein Husten und nahm die Hände von dem groben Tisch, der das Hauptinventar dieses größten Raums der Hütte bildete.
Seine Augen wanderten kurz zu der Tür, durch die der Spatenmann verschwunden war. Gemurmel drang hindurch, als wäre es weit entfernt und aggressiv.
Als nächstes rückte die Eingangstür in sein Blickfeld. Stiefel standen davor, voller Schneeschlamm.
Durch die dritte Tür dagegen drang staubig-graue Helligkeit, zusammen mit dem Heizofen die einzige Lichtquelle.
Dahinter verbarg sich wohl der Garten, bestmöglich abgeschirmt durch mehr oder minder dickes Glas gegen den ewigen Winter.
Es stank nach Heizöl.
„Verfluchter Zauberer.“
Shîn spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden, beobachtete kurz, wie ihr Lebensfunke einen schwarzen Kreis auf den Holzdielen hinterließ und drückte sie dann mit dem Absatz aus.
Wieder tastete er nach seiner Brust. Die Stelle, an der der Zauber ihn erwischte hatte.
Sie antwortete mit einem Stich, der die Splitter in seinen Atemwegen schärfer machte.
Ungläubig schüttelte Shîn den Kopf. Sein nasses, strähniges Haar folgte der Bewegung kaum.
Warum war er noch am Leben?
Blutgeschmack im Mund.
Und wo blieb denn nun sein unerwarteter Wohltäter?
Ein weiterer Blick in Richtung Zimmertür, dann begann der Schwertkämpfer, sich aus seinem Brustpanzer zu schälen. Mit vor Anstrengung verzogenen Mundwinkeln.
Zum Vorschein kam ein muskulöser Oberkörper. Unpassend bleich bildete er einen Kontrast zu dem rostbraunen Blutfleck auf der linken Brust. Eine kreisrunde Wunde zeichnete sich ab, nicht größer als ein Daumennagel, wie gestanzt.
Da öffnete sich die Tür endlich wieder. Der Spatenmann kehrte zurück, die Augen finster zusammengekniffen, Hut und Mantel über dem Arm.
Das rötliche Glimmen des Heizofens schimmerte zwischen den vereinzelten Haarbüscheln auf dem viel zu glatten Schädel, ließ die tief im ausgehöhlten Gesicht liegenden Augen funkeln.
„Wer bist du, Fremder?“
Ein lebender Toter.
„Shîn. Schwertträger aus Municum. Dritter Grad.“
Eine beleibte Frau folgte ihrem Mann durch die Tür, so geschickt wie es ging balancierte sie einen blechernen Suppenteller in verwachsenen Armstümpfen.
Der angenehme Geruch von Eintopf wollte nicht zu ihren zornigen Blicken passen, die zwischen den beiden Männern hin und her wanderten.
„Da.“
Scheppernd landete der Teller vor Shîn und ein Großteil des Inhalts ergoss sich über den Tisch. Ein Holzlöffel fiel in die Pfütze.
Gleichzeitig krachte die Tür hinter der Frau wieder zu.
Der Schwertkämpfer griff zögernd nach dem Besteck und begann den Eintopf zu verzehren. Ganz kleine Schlücke, um sich nicht zu verbrennen.
Er tat es natürlich trotzdem.
Shîn fühlte die Augen des anderen auf sich, der Hausherr saß gegenüber, das Kinn auf die Hände gestützt.
„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr schwer verdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“
„Hm.“
Der Löffel tauchte in den Eintopf und schlug klickend gegen den Tellerrand, als er wieder gehoben wurde.
„Aber du kommst nicht ungelegen … vielleicht haben die Götter ein Einsehen mit uns?“
Shîn hob die Schultern.
Unwahrscheinlich, immerhin hatten die den ewigen Winter auf sie gehetzt.
„Magus Alkun lässt uns für sich schuften, er verbirgt Nahrung in seinem Turm, unverfluchtes Wasser. Und er tötet unsere Kinder!“
Ein bitterer Tonfall.
Löffel eintauchen. Zum Mund führen. Eintauchen.
„Hm.“
„Du sprichst wohl nicht viel?“, knurrte der Hausherr.
Löffel eintauchen. Klick. Klick.
„Geht.“
Warum sollte er denn? Spatenmann wollte ihm wohl von den vielen Untaten des Magiers erzählen. Vielleicht, um sein Gewissen zu beruhigen, immerhin half er gerade einem Feind seines Meisters. Wahrscheinlicher schien Shîn jedoch, dass er angestachelt werden sollte. Als ob das nötig gewesen wäre … war es nötig?
„Er hat meinen Sohn getötet.“ Trotz in der Stimme des Spatenmanns.
Löffel eintauchen. Zum Mund führen.
Kein Hass?
Der Schwertkämpfer sah nicht auf.
Spatenmann spuckte aus.
„Herrscher will er sein. In eine bessere Zukunft will er uns führen.“
Ah, jetzt schon.
Scheppernd fiel der Holzlöffel zurück in den leeren Teller. Unnatürlich laut, so kam es Shîn vor und er legte den Kopf schief, beäugte das Utensil misstrauisch.
Ein Tusch. Ein Tusch für die Endgültigkeit.
Dann hob er doch einmal den Kopf. Seine kühlen, schmutzig-blauen Augen lugten unter dunklen Haarsträhnen hervor, trafen sich mit den ausgemergelten seines Gegenübers.
„Ich brauche Verbandszeug.“
Ächzend stemmte sich der Schwertkämpfer in die Höhe. Wenig war von der Geschmeidigkeit geblieben, auf die er gestern noch so stolz gewesen war.
Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die neben ihm am Tisch gewartet hatte.
„Du musst ihn töten!“ Der Hausherr hieb mit der Faust auf die Tischplatte.
„Hörst du? Du musst ihn töten!“
Shîn schwieg nur.

Szene 3: Brennen/Asche

Behutsam trat der Schwertkämpfer die ersten Spuren in den Schnee der letzten Nacht. Umfassende Stille trieb von den Ausläufern der Berge heran, nur durchtrennt von scharfen Atemzügen. Shîn hatte sich einen Verband so eng wie möglich um den Brustkorb gelegt, doch jetzt behinderten die Bandagen ihn beim Atmen.
Daher kam er nur langsam vorwärts.
Oder zumindest redete er sich ein, dass es daran lag.
Mittlerweile hatte der Schwertkämpfer einige Meter Höhenunterschied gut gemacht und so hielt er inne und wandte sich um.
Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten. Drumherum blendender Schnee.
Shîn konnte die Stelle ausmachen, an der er getötet worden war. Ein dummer Fehler, er war offen in das Dorf eingedrungen und der Magus war zufällig zugegen. Reichweitennachteil – die Macht eines Schwertkämpfers reichte nur so weit wie seine Klinge.
Konsequenter Weise hätte er tot sein müssen. Shîn schüttelte sich.
Durch Zufall war er es nicht.
Die Kälte rötete sein Gesicht, klärte seinen Blick … und doch, die Welt schien ihm seltsam zentriert. So als würde sich gerade alles nur um ihn drehen, je weiter entfernt desto verzerrter. Ein merkwürdiges Gefühl – Gänsehaut auf der Seele.
Blick in die andere Richtung.
Der Turm des Zauberers mit seinen verästelten Verstrebungen an der Spitze zeichnete sich dunkel ab, etwas heller die grünschimmernde Glaskuppel daneben.
Und jetzt?
Die Schwertmeister hatten Shîn aufgetragen, den Magus zu eliminieren und vorerst seinen Platz einzunehmen, um so das Einflussgebiet der Gilde auszuweiten.
Sein mürrischer Wohltäter erwartete ebenfalls den Tod des Zauberers.
Aber nun kam es darauf an, was er selbst wollte.
Zum ersten Mal?
Shîn war allein mit seinen Atemzügen. Nichts regte sich, nur seine Brust hob und senkte sich im stetigen Rhythmus.
In seinen Augen spiegelten sich Berggipfel, die majestätisch über dem Horizont thronten.
Er konnte einfach weitergehen, am Turm vorbei, das Gebirge überwinden und auf der anderen Seite hinab in ein neues Leben.
Nach Süden, immer nach Süden.
Nie wieder würde er den Befehlen der Schwertmeister Folge leisten, nicht sein Leben für sie in die Waagschale werfen müssen … stattdessen würde er zum Gejagten werden - sowohl von seinen früheren Herren als auch von den Gilde der Magier, die in ihm einen Spion sehen würden. Ein Leben auf der Flucht, alles, was er sich bisher erarbeitet, alles, was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.
War es das wert?
Vielleicht.
Für einen Augenblick hatte Shîn das Gefühl, zweimal dazusein.
Ein Teil von ihm lief fort, ein Teil blieb.
Dann war der Moment vorbei, wieder nur der Schwertkämpfer und die Berge.
Er hatte seine Entscheidung gefällt und steuerte nun auf den Turm des Magiers zu, die Klinge genau nach dem vorgeschriebenen Ritus am Gehänge befestigt, die Schneide in der Hülle nach oben weisend.
Ein Lamm zur Schlachtbank?
Gelassenheit.
Schritt für Schritt entfernte er sich von seinem anderen Ich.
Benommen, betäubt erreichte Shîn schließlich die schwere Tür.
Blut rauschte.
Kurz verschnaufte er, lehnte sich herzhämmernd in den Eingang. Trotz der Kälte lief ihm ein dünner Schweißfilm über die blutleere Stirn.
- Wieder metallischer Geschmack im Mund -
Aber er kniff die Augen zusammen und rappelte sich auf. Nicht jetzt.
Ein beherzter Stoß mit der Schulter, Hände bereits an seinem Schwert – die rechte am Griff, die linke hielt die Scheide – und er betrat das Domizil des Zauberers Alkun.
Wärme schlug dem Schwertkämpfer entgegen, wie eine Wand. Shîn biss die Zähne zusammen, ignorierte die Schmerzen und wand sich eine Wendeltreppe hinauf.
Schritt, Schritt, Schritt.
Seine Bewegungen fast so geschmeidig wie noch zu Lebzeiten.
Mit diesem Gedanken stahl sich doch der Schimmer eines Lächelns auf Shîns Gesicht.
Die nächste Etage war erfüllt vom flackernden, rußigen Licht einer Öllampe. Geübt hielt der Schwertkämpfer inne, drückte sich an die Wand aus dunklem Gestein und spähte um die letzte Windung der Wendeltreppe.
In der Mitte des fensterlosen Raums ein schwerer Schreibtisch. Dahinter der Magus, vornübergebeugt, die Augen unter schmalen Brauen zusammengekniffen.
Sein Artefakt lag in Einzelteilen auf der polierten Holzplatte. Shîn konnte die ausgebaute Trommel sehen, einige der Patronen lagen drumherum verteilt. Dazu einige tönerne Gefäße mit diversen Tinkturen.
Immer wieder führte der Zauberer eine schmale Bürste in den Lauf seines Artefakts und hob die Waffe dann an, um sie zu begutachten.
Der Schwertkämpfer schüttelte den Kopf, etwas Schnee fiel schweigend zu Boden. Diesmal hatte er also den Vorteil.
Noch ein kurzer Blick, um das Zimmer in seiner Gänze zu erfassen – und er hob eine Augenbraue. In Reichweite seines rechten Arms, auf einem Schränkchen, ruhte eine Sanduhr.
Verlockend.
Mit der Zunge zwischen den Zähnen streckte sich Shîn, schreckte zurück, als der Magus sich regte und erreichte das Glas voll Zeit im zweiten Versuch, drehte die Uhr herum.
Sand begann zu rieseln.
Ein letztes Zögern, dann ein Schritt in den Raum.
Alkun fuhr übergangslos in die Höhe, das Artefakt fest in der rechten Faust. Die Reflexe des Magiers waren einwandfrei, wäre die Waffe geladen, es wäre Shîns letzte Bewegung gewesen.
Nur – sie war nicht geladen.
Der Schwertkämpfer nickte seinem Feind freundlich zu.
„Du bist tot!“
Aklun klang bestimmt.
„Möglich.“
Die Sanduhr im Augenwinkel. Ein kleines Häufchen hatte sich auf ihrem Boden gebildet. Stetiger Strom der Zeit … vielleicht war seine nur geliehen?
„Ich hätte deinen Kopf abhacken sollen, um ganz sicher zu gehen.“
Der Blick des Zauberers zitterte nicht einmal, ununterbrochen hielt er Augenkontakt. Braune Iriden, erdig irgendwie.
Trotzdem entging Shîn die vorsichtige Bewegung einer der Hände nicht, langsam strich sie hinter dem Schreibtisch, außerhalb des Blickfeldes, umher.
Ein zweites Artefakt?
„Hast wohl die Dorfbewohner hinter dir? Sehr zäh jedenfalls. Respekt.“
Hält das Gespräch am Laufen.
„So einen wie dich könnte ich gut gebrauchen! Ich meine, ich arbeite hier für eine gute Sache. Ich kann mir denken, was sie dir erzählt haben ...“
Ein leises Schaben, Holz über Holz. Hätte Shîn nicht genau so etwas erwartet, er hätte es vermutlich nicht gehört.
„... dass ich ihre Kinder töte. Aber ihr Erbgut war beschädigt! Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung … du weißt nur zu gut, dass man so etwas nicht tolerieren kann. Gerade deine Gilde hat doch noch strengere Auswahlkriterien, als die meine ...“
„Hm.“
„Du redest wohl nicht viel? Na ja, jetzt wirst du auch nicht mehr dazu kommen, Narr!“
Muskeln spannten sich an -
im Arm des Magus, in den Beinen des Schwertkämpfers, in seinem Schwertarm.
Während der Zauberer die Hand hob, schnellte Shîn vorwärts und zog gleichzeitig in einer fließenden Bewegung das Schwert.
Die Klinge schimmerte vorfreudig im schwachen Licht, deutlich zeichnete sich das Wellenmuster ab, das den Übergang zwischen härterem und weicherem Stahl markierte.
Perfekte Verlängerung seines rechtem Arms.
Ein Schuss krachte.
Dann Stille.
Nur das stetige Rieseln der Sanduhr und der rasselnde Atem des Schwertkämpfers.
Shîn sah hinab, auf den Magus, die Klinge noch leise singend. Gebrochene Augen blickten zurück, völlig verdreht. Darunter eine zerteilte Kehle.
Bedächtig wischte der Schwertkämpfer das Blut von seinem Schwert an der mit Flammenmuster verzierten Robe des Magiers ab und schloss dann die Augen, während er die Klinge zurück in die Scheide schob.
Ein letzter Blick, diesmal zum noch rauchenden Loch, das das zweite Artefakt in der Decke hinterlassen hatte, dann wandte Shîn sich um.
Im Vorbeigehen ein Griff nach der Sanduhr.
Mittlerweile war der größere Teil des Sandes in der unteren Hälfte.
Nachdenklich hielt der Schwertkämpfer sich den Zeitmesser vor das Gesicht, bis ein Hustenanfall seine Gedanken unterbrach.
Hand an den Mundwinkel, eine warme Flüssigkeit wegwischen.
Dann trat Shîn durch den Ausgang des Turms. Er wurde bereits erwartet. Eine Gruppe Männer hatte sich eingefunden.
Alle gekleidet in schwere Mäntel und dunkle Hüte, alle bewaffnet mit diversen Werkzeugen.
Manche von ihnen trugen Züge des unsichtbaren Fluchs, mongoloid, andere wirkten gesund – äußerlich zumindest.
Jedenfalls sahen sie nicht besonders freundlich aus.
Spatenmann war unter ihnen.
„Du hast ihn also getötet.“
Das war keine Frage.
Nicken.
„Und jetzt möchtest du seinen Platz einnehmen, nicht wahr? Hälst uns wohl für blöd?“
Kopfschütteln, resigniert.
Für blöd hielt er sie nicht, aber unvermeidbar war das Ganze anscheinend trotzdem.
Ein letzter Blick auf die Sanduhr, während Shîn sein Schwert und die anderen ihre improvisierten Waffen fester griffen.
Die letzten Körner fielen gerade durch die Engstelle.
Seine gefrorene Zeit war also nun aufgetaut.
Er ließ die Uhr fallen, sie überschlug sich ein paar Mal, bevor sie sanft vom Schnee aufgefangen wurde.
Nicht lange und sie würde unter einer weiteren Schicht verschwinden, einer Decke, die der ewige Winter über sie legen würde.
Auch hier ein gepflegtes Moin an die münsteraner Außenstelle Literatopias.

Anmerkungen
(Szene 1)

Zitat:Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk. Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Dicht aufeinander folgende Nennung des 'Uhrwerk's.
Vorschlag 1 (Verbinden):
Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Vorschlag 2 (Separieren):
Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk.
Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.


Zitat:Bewegung? Unmöglich.
Generell mäkel ich es an, aber hier scheint es mir, als wäre Shîn der Erzähler, obwohl neutral geschrieben. Von daher kein Vorschlag zur Hervorhebung durch Kursiv. (Würde sich mit den bereits vorhandenen kursivgestellten Wörtern beißen.)

Zitat:Das Prickeln breitete sich aus, floss seine Arme und Beine hinauf, gefolgt von einem unangenehmen Brennen - und Panik.
Die Panik war am schlimmsten. Sie schnürte seinen Brustkorb zu, jeder Atemzug verkam zu einem hilflosen Schnappen. Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
Dahinter war Kälte.
Ich möchte es mal hervorheben. Es ist (für mich) sehr plastisch beschrieben und auch von der Formatierung gut zu lesen.

Zitat:Der Mann seufzte innerlich.
Ich denke, es ist nicht beabsichtigt, aber hier habe ich schmunzeln müssen. Er ist verbuddelt, im Inneren der Erde - irgendwo. Und er seufzt 'innerlich'. Icon_wink

Zitat:Die Hand tastete weiter, verschwand in einer Brusttasche und förderte ein Feuerzeug zu tage. Gefolgt von einem abgegriffenen Päckchen Zigaretten.
Zigaretten? Magier? Fantasy? Hm, okay. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob das 'zu tage' tatsächlich so geschrieben wird. Allerdings ist mir auch bewusst, ...
Zitat:Vielen Dank an libbi für einige Gedanken und Vorschläge!
dass da schon Jemand drüber geschaut haben muss. (Sieht nur merkwürdig aus.)

Zitat:Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.
Vielleicht besser: 'seinen Mundwinkel'?

Zitat:Schließlich spuckte der Spatenmann aus. Interessiert beobachtete Shîn, wie sich der Tropfen ein Loch in die Schneedecke grub.
Loch finde ich ein wenig zuviel des Guten, in Anbetracht der Tatsache, ...
Zitat:Lang gezogenes Geräusch, Stahl auf Stein.
ist es merwürdig, dass die Spucke sowas kann. Das Eis müsste noch sehr hart sein. Oder ist es der Haufen, den er zusammengeschaufelt hat?

(Szene 2)
Zitat:Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze. Sie brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren – nachdenklicher Blick, gerichtet auf seinen fahlweißen Handrücken, der langsam begann sich dunkler zu färben.
Der Übergang beim Spiegelstrich liest sich merkwürdig, vorher sind die Hände im Fokus des Lesers, ab dem Strich der Schwertkämpfer selbst.
Umbauvorschlag 1:
Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze und brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren.
Nachdenklicher Blick, gerichtet auf seinen fahlweißen Handrücken, der langsam begann sich dunkler zu färben.

Umbauvorschlag 2:
Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze. Sie brannte auf den nun entblößten Händen, die immer noch viel zu kalt waren. Nachdenklicher Blick des Schwertkämpfers, gerichtet auf seine fahlweißen Handrücken, die langsam begannen sich dunkler zu färben.

Zitat:Der Schwertkämpfer spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden, beobachtete kurz, wie ihr Lebensfunke einen schwarzen Kreis auf den Holzdielen hinterließ und drückte sie dann mit der Ferse aus.
Heutzutage nennt man sowas wohl 'Branding'. Icon_wink Hat er keine 'Stiefel' an?

Zitat:„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr unverdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“
Das hier gefällt mir übrigens sehr gut.

Zitat:Löffel eintauchen. Klick. Klick.
'Klick'? Hm, erinnert mich an Mechanismen, nicht vielleicht eher ein 'Klack' oder Tack'?

(Szene 3)
Zitat:Behutsam trat der Schwertkämpfer die ersten Spuren in den Schnee der letzten Nacht.
(Hast wohl den Versipuls im Ohr gehabt, als Du dies schriebst?)

Zitat:Reichweitennachteil – die Macht eines Schwertkämpfers reichte nur so weit wie seine Klinge.
Gefällt mir auch sehr gut, wie dieser kurze Einschub die Erlebnisse vor/um seinen Tod zeigt.

Zitat:Zum ersten mal?
Hm, 'Mal' groß? (Zu dem ersten Mal?) Hm ...

Zitat:Shîn war allein mit seinen Atemzügen.
Auch das gefällt mir, weil es mich sehr an einen Astronauten erinnert. Icon_wink

Zitat:„Du bist Tod!“
Der Magus meint sicherlich: 'Du bist tot!', und nicht 'Du bist (der) Tod!' Icon_wink

Zitat:Trotzdem entging Shîn die vorsichtige Bewegung einer der Hände nicht, langsam strich sich hinter dem Schreibtisch, außerhalb des Blickfeldes, umher.
(Da ist vorher schon ein 'sie' verschwunden, ... oder hat sich als 'sich' getarnt. Icon_wink )
Trotzdem entging Shîn die vorsichtige Bewegung einer der Hände nicht, langsam strich sie hinter dem Schreibtisch, außerhalb des Blickfeldes, umher.

Okay, mir kam es beim ersten Lesen so vor, als hätte man Bruce Willis nach einer Apokalypse ausgebuddelt, damit er noch einmal die Welt retten kann. In Anbetracht der Kürze des Kampfes schien Dein Augenmerk woanders zu liegen, allerdings ist mir nicht ersichtlich wo. (Das ist nicht negativ. Ich denke, Wettbewerbsgeschichten zu konzipieren und schreiben ist deutlich schwieriger aufgrund der vorhandenen Einschränkungen. Daher würde ich Dir empfehlen, zumindest die Kampfszene noch ein bisschen auszubauen. Schließlich ist dies der Kerl, der ihn beinahe getötet hatte.)

Insgesamt sehr flüssig zu lesen und auch meine Frau hat eine positive Resonanz auf den ausgedruckten Blättern hinterlassen. Ich für meinen Teil muss leider gestehen, dass ich hier auf Libbi getippt, und Dir dafür die 'Meistens ging es um Kekse ...'-Geschichte zugeschrieben hatte.
(Zumindest habe ich mich letztendlich dafür entschieden. Icon_wink )

LGD.
Hi Dread!

Zitat:Auch hier ein gepflegtes Moin an die münsteraner Außenstelle Literatopias.
Die Uni Münster – ein Hort der Kultur, Literatur und der Kreativität. Wenn wir nicht aufpassen gibt es bald eine „münsteraner Schule“. Mrgreen

Vielen Dank schonmal für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast.

Zitat:Dicht aufeinander folgende Nennung des 'Uhrwerk's.
Vorschlag 1 (Verbinden):
Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Vorschlag 2 (Separieren):
Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk.
Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Das nennen von Substantiven direkt hintereinander habe ich mir aus irgendeinem Grund angeeignet. Ich empfinde es als Verstärkung/Akzentuierung … es gefällt mir halt. (Bauchgefühl? Icon_wink)
Aber deine Separations-Variante macht die Stelle im Lesen runder. Übernommen.

Zitat:Generell mäkel ich es an, aber hier scheint es mir, als wäre Shîn der Erzähler, obwohl neutral geschrieben. Von daher kein Vorschlag zur Hervorhebung durch Kursiv. (Würde sich mit den bereits vorhandenen kursivgestellten Wörtern beißen.)
Ich habe damit gerechnet, dass du dir über diese Stellen Gedanken machen wirst. Ich bin mittlerweile etwas davon abgerückt, Gedanken kursiv zu schreiben (das habe ich früher recht exzessiv betrieben), ich finde, dass man entsprechende Passagen auch so in den Text integrieren kann und dass man viele andere tolle Sachen mit Kursivschreibung machen kann. Deshalb freut es mich, dass du an hier darüber hinweg sehen kannst. Icon_smile

Zitat:Zitat:Das Prickeln breitete sich aus, floss seine Arme und Beine hinauf, gefolgt von einem unangenehmen Brennen - und Panik.
Die Panik war am schlimmsten. Sie schnürte seinen Brustkorb zu, jeder Atemzug verkam zu einem hilflosen Schnappen. Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
Dahinter war Kälte.
Ich möchte es mal hervorheben. Es ist (für mich) sehr plastisch beschrieben und auch von der Formatierung gut zu lesen.
Das ist für mich ein sehr großes Kompliment! Vielen Dank dafür!

Zitat:Zitat:Der Mann seufzte innerlich.
Ich denke, es ist nicht beabsichtigt, aber hier habe ich schmunzeln müssen. Er ist verbuddelt, im Inneren der Erde - irgendwo. Und er seufzt 'innerlich'.
Na ja, ich wollte halt ausdrücken, dass er das ohne Geräusch macht. Stimmt, hat eine gewisse Komik. *g *

Zitat:Zigaretten? Magier? Fantasy? Hm, okay. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob das 'zu tage' tatsächlich so geschrieben wird.
Nun ja … ich hatte gehofft, dass die Zigaretten den Leser etwas stutzig machen. Denn nicht überall wo Fantasy draufsteht, ist auch Fantasy drin. Icon_wink
„Zu Tage fördern“ schreibt man übrigens tatsächlich groß. Dein Gefühl war also einwandfrei … libbi hat noch keine Rechtschreibkontrolle gemacht (diese Dame findet einfach alles!), sondern „nur“ inhaltlich mit mir diskutiert.

Zitat:Zitat:Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.
Vielleicht besser: 'seinen Mundwinkel'?
An dieser Stelle bin ich beim Überarbeiten auch gestockt … was spricht eigentlich dagegen hier „seinen Mundwinkel“ zu schreiben?
Es ist wieder so ein Gefühl … ich finde das „ein“ Mundwinkel besser passt, weil es die Zigarette ist, die in meinem Text in herumwandert (auch wenn die Shîn natürlich bewegt) und ich schreibe nicht, dass Shîn sie verschiebt. Deshalb „ein“. Hm … aber ich bin da noch unsicher.

Zitat:Zitat:Schließlich spuckte der Spatenmann aus. Interessiert beobachtete Shîn, wie sich der Tropfen ein Loch in die Schneedecke grub.
Loch finde ich ein wenig zuviel des Guten, in Anbetracht der Tatsache, ...
Zitat:Lang gezogenes Geräusch, Stahl auf Stein.
ist es merwürdig, dass die Spucke sowas kann. Das Eis müsste noch sehr hart sein. Oder ist es der Haufen, den er zusammengeschaufelt hat?
Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass Shîn unter einer recht frischen Schneedecke liegt. Stahl auf Stein stammt daher, dass der Spaten als Metallgegenstand über den steinernen Weg vor dem Haus des Spatenmannes kratzt.
Ich bin da gar nicht von hartem Eis ausgegangen. Erwecke ich dieses Bild? Wie könnte ich das besser beschreiben?

Zitat:Der Übergang beim Spiegelstrich liest sich merkwürdig, vorher sind die Hände im Fokus des Lesers, ab dem Strich der Schwertkämpfer selbst.
Umbauvorschlag 1:
Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze und brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren.
Nachdenklicher Blick, gerichtet auf seinen fahlweißen Handrücken, der langsam begann sich dunkler zu färben.
Umbauvorschlag 2:
Der metallene Heizofen in einer Ecke des Wohnraums verbreitete flimmernde Hitze. Sie brannte auf den nun entblößten Händen, die immer noch viel zu kalt waren. Nachdenklicher Blick des Schwertkämpfers, gerichtet auf seine fahlweißen Handrücken, die langsam begannen sich dunkler zu färben.
Ich scheine gern zu vergessen, dass man Aktionen auch sehr gut per Punkt trennen kann (dein zweiter Vorschlag gefällt mir besser als dein erster Icon_wink). Der Spiegelstrich, sollte den Übergang zwischen der externen und der internen Perspektive verdeutlichen. War aber, glaube ich, etwas zu viel des Guten.

Zitat:Zitat:Der Schwertkämpfer spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden, beobachtete kurz, wie ihr Lebensfunke einen schwarzen Kreis auf den Holzdielen hinterließ und drückte sie dann mit der Ferse aus.
Heutzutage nennt man sowas wohl 'Branding'. Hat er keine 'Stiefel' an?
Ich habe während des Schreibens verzweifelt das richtige Wort für die Ferse am Schuh gesucht und es wollte mir nicht einfallen … so ist das beim Schreiben unter Zeitdruck. *lacht *
Absatz, wär's gewesen. (Wird geändert.)

Zitat:Zitat:„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr unverdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“
Das hier gefällt mir übrigens sehr gut.
Vielen Dank!

Zitat:Zitat:Löffel eintauchen. Klick. Klick.
'Klick'? Hm, erinnert mich an Mechanismen, nicht vielleicht eher ein 'Klack' oder Tack'?
Ich habe versucht mir das Geräusch in den Sinn zu rufen, dass ein Löffel macht, der gegen den Tellerrand stößt. Und für mich macht er „Klick“. Vielleicht hab ich noch nicht genug Scifi gelesen?^^

Zitat:(Szene 3)
Zitat:Behutsam trat der Schwertkämpfer die ersten Spuren in den Schnee der letzten Nacht.
(Hast wohl den Versipuls im Ohr gehabt, als Du dies schriebst?)
Oh ja. Ich fand den Satz einfach schön … jetzt bin ich aber kein großer Lyriker, da kam eins zum anderen. Icon_smile

Zitat:Zitat:Reichweitennachteil – die Macht eines Schwertkämpfers reichte nur so weit wie seine Klinge.
Gefällt mir auch sehr gut, wie dieser kurze Einschub die Erlebnisse vor/um seinen Tod zeigt.
Yeah! Ich hatte befürchtet, dass dieser Aspekt etwas zu kurz gekommen ist. Schön, dass es funktioniert. Aber nur zur Sicherheit: Shîn war nicht wirklich tot.

Zitat:Zitat:Shîn war allein mit seinen Atemzügen.
Auch das gefällt mir, weil es mich sehr an einen Astronauten erinnert.
Dein Bild kommt meiner Vorstellung sehr nahe. Der Schwertkämpfer, alleine in einer Schneelandschaft, Stille.

Zitat:Zitat:„Du bist Tod!“
Der Magus meint sicherlich: 'Du bist tot!', und nicht 'Du bist (der) Tod!'
*autsch * jap, absolut. Was für ein dummer Fehler. >.<

Zitat:Okay, mir kam es beim ersten Lesen so vor, als hätte man Bruce Willis nach einer Apokalypse ausgebuddelt, damit er noch einmal die Welt retten kann. In Anbetracht der Kürze des Kampfes schien Dein Augenmerk woanders zu liegen, allerdings ist mir nicht ersichtlich wo. (Das ist nicht negativ. Ich denke, Wettbewerbsgeschichten zu konzipieren und schreiben ist deutlich schwieriger aufgrund der vorhandenen Einschränkungen. Daher würde ich Dir empfehlen, zumindest die Kampfszene noch ein bisschen auszubauen. Schließlich ist dies der Kerl, der ihn beinahe getötet hatte.)
Hm … mein Augenmerk lag tatsächlich weniger auf dem Kampf. Ich wollte erreichen, dass der Leser beginnt, dass Setting zu hinterfragen. Zunächst typisches Fantasy, sollte er nach und nach stutzig werden und am Ende darauf kommen, was eigentlich mit dem „Gedicht“ am Anfang gemeint ist.
Leider hat das nicht geklappt. Icon_nosmile Ich hab versucht, es mit einigen leichten Veränderungen deutlicher zu machen der Magus sagt jetzt etwas anderes, als noch während des Wettbewerbs Icon_wink. Wenn ich das richtige einschätze, bereiten auch die Geschehnisse um Shîns „Tod“ gewisse Verständnisschwierigkeiten. Er hat mit Glück überlebt, weil er draußen in der Kälte lag und das den Blutfluss verlangsamt hat (die Idee hatte ich aus der Vorlesung „Rechtsmedizin für Juristen“, das ist nämlich schon passiert.). Also brauche ich wohl auch dazu klarere bzw. überhaupt einen Hinweis.

Zitat:Insgesamt sehr flüssig zu lesen und auch meine Frau hat eine positive Resonanz auf den ausgedruckten Blättern hinterlassen. Ich für meinen Teil muss leider gestehen, dass ich hier auf Libbi getippt, und Dir dafür die 'Meistens ging es um Kekse ...'-Geschichte zugeschrieben hatte.
(Zumindest habe ich mich letztendlich dafür entschieden. )
Libbi würde niemals etwas schreiben, das im Entferntesten nach Fantasy riecht. Icon_wink Freut mich sehr, dass dir und deiner besseren Hälfte die Geschichte gut gefallen hat. Ich war selbst etwas überrascht, während ich sie geschrieben hatte … irgendwie war es der Stil, den ich mir bisher angeeignet hatte, aber noch ein Stück in die (hoffentlich) richtige Richtung weiter. Hat Spaß gemacht! Icon_smile

Vielen Dank nochmal für deinen Kommentar und die Mühe, die du dir gemacht hast. Die Gedanken, die du dir zu meinem Text gemacht hast, waren wirklich hilfreich!

Viele Grüße vom Wanderer
Sei gegrüßt mein Wanderer,

nun, ich gebs zu, ich war total davon überrascht, dass die Geschichte von dir ist. Hier hatte ich noch nicht mal eine Idee von wem sie sein könnte.
Nun schleiche ich schon seit Tagen um diese Geschichte drumherum, wie die Katze um den heißen Brei. Icon_rolleyes

Zitat: Shîns Welt war in sich zusammengefallen

Okay, aufgrund des Namens hatte ich die Geschichte ab hier eigentlich der Fantasy zugeordent.

Zitat:Bewegung: langsam, behutsam.

Das hier ist so eine Stelle, die mir irgendwie nicht gefällt. Das liest sich sehr abgehackt, beinah wie eine Regieanweisung und irgendwie ist das nicht der Stil, den ich bisher von dir kenne.

Zitat:Die Hand tastete weiter, verschwand in einer Brusttasche und förderte ein Feuerzeug zu Tage. Gefolgt von einem abgegriffenen Päckchen Zigaretten.

Und hier hast du meine Fantasy-Theorie wieder über den Haufen geworfen. Ab hier dachte ich eher an Si-Fi, also sowas wie ein Phantastik.

Zitat:„Wir dachten du wärst tot. Du musstest tot sein, der Zauber des Meisters hat dich niedergestreckt.“

Und hier wieder zurück zur Fantasy-Theorie. Icon_panik

Zitat:Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, die rostigen Zinken solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere. Auch sie führten zum gewünschten Erfolg.

Hmm, bei Zinken hab ich eher das Bild von einer Heugabel im Kopf.

Zitat:Nun folgte der Schwertkämpfer dem Spatenmann über einen erst teilweise vom Schnee befreiten Zugang zu einem sich tief in die Umgebung duckenden Haus.

Die ersten zwei Seiten hasst du damit verbracht, zu sagen, dass Shîn doch nicht getötet wurde und aus dem Schnee aufsteht um einem Mann mit Spaten zu folgen. Ich fand das sehr langatmig. Aber die Bezeichnung „Spatenmann“ mag ich. Mrgreen

Zitat:Der Schwertkämpfer spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden, beobachtete kurz, wie ihr Lebensfunke einen schwarzen Kreis auf den Holzdielen hinterließ und drückte sie dann mit dem Absatz aus.

Bei „drückte“ muss ich an das ausdrücken mit den Fingern denken, aber wenn er das mit dem Absatz tut, hätte ich das „treten“ genannt.

Zitat:Löffel eintauchen. Zum Mund führen. Eintauchen.

Hier schon wieder dieses fragmentartige. Hmm, weiter oben, als er im Schnee lag, hab ich mich noch wegen seiner Orientierungslosigkeit damit abfinden können, aber hier gefällt mir das nicht wirklich.

Zitat:Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die die ganze Zeit über neben ihm am Tisch gelehnt hatte.

Das doppelte „die“ liest sich nicht so schön. Vielleicht einfach: „die neben ihm am Tisch gelehnt hatte.“? Ich denke, dass man dann schon rauslesen kann, dass sie die ganze Zeit dagewesen sein muss. ^^

Zitat:Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten. Drumherum blendender Schnee.

Wintergärten? Meinst damit wirklich diese Glasanbauten? :icon_gucker:

Zitat:Die Schwertmeister hatten Shîn aufgetragen, den Magus zu eliminieren und vorerst seinen Platz einzunehmen, um so das Einflussgebiet der Gilde auszuweiten.

Ich finde diese Information relativ wichtig und deshalb kommt sie mir zu spät.

Zitat:-Wieder metallischer Geschmack im Mund –

Die Striche stechen mir hier zusehr aus dem Textfluss hervor. Ich würd ganz normal einen Punkt setzten, so hast du es ja bisher auch gemacht.

Zitat:Immer wieder führte der Zauberer eine schmale Bürste in den Lauf seines Artefakts und hob die Waffe dann an, um sie zu begutachten.

Okay, jetzt auch noch eine Schusswaffe, hmm, irgendwie drängt sich mir immerwieder das Bild eines Endzeit-Settings auf, so eine gemischte Welt aus Vergangenheit und Zukunft. ^^

Zitat:In Reichweite seines Rechten Arms,

rechten

Zitat:wäre die Waffe geladen, es wäre Shîns letzte Bewegung gewesen.
Nur – sie war nicht geladen.

„geladen“ ist doppelt. Was hälst du von: „Nur – sie war es nicht“ ?

Zitat:„... dass ich ihre Kinder töte. Aber ihr Erbgut war beschädigt! Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung …

Das hier bestätigt meine Endzeit-Theorie.

Zitat:Ein Schuss krachte.
Dann Stille.

Hier zum Beispiel gefällt mir dieser fragmentartige Stil wieder besser. Weil es einfach eine Stelle ist an der eben „was passiert“ man als Leser schnell weiter lesen will, um zu wissen was los ist.

Diesmal konntest du mich von dieser Geschichte nicht so richtig überzeugen. Ich weiss noch nicht so ganz wodran das gelegen haben könnte.
Nun, zum einen vielleicht daran, dass du deinen Stil, denn du sonst verwendest geändert hast. Normalerweise lesen sich deine Sätze „weicher“ und mein Lesegefühl wirkt warm und freundlich. Aber hier hast du zuviel von diesem fragmentartigen drin, zuviele abgehackte Sätze, zuviele Spiegelstriche und so wirkt das ganze "kantiger" und nicht mehr so „weich“. Dieses kantige ist an sich nicht schlecht, gerade am Anfang, als er noch wirr ist, passt das ganz gut, oder auch am Ende in der „Action-Szene“, aber gerade, wenn es eine ruhige Szene ist (wie beim Eintopfessen) dann wirkt der Stil zu „unruhig“. Ich hoffe einfach mal, dass ich mich irgendwie verständlich ausdrücken kann. ^^

Sehr verwirrt war ich ja über das Genre. Das ist eigentlich nicht weiter tragisch, eine Geschichte muss ja nicht immer sofort zuzuordnen sein, aber irgendwie liegt es vielleicht auch mit daran, dass ich mir irgendwie das Setting nicht so richtig vorstellen konnte. Ich hatte mich schon auf eine typische mittelalterliche Welt eingestellt und schwupps, tauchen plötzlich Zigaretten, Schornsteine und am Ende sogar Schusswaffen auf. Das hat mich total unvorbereitet getroffen und es wirkt irgendwie "unstrukturiert". Jedenfalls vom Lesegefühl her.

Was ich auch nicht so ganz optimal finde, ist die Aufteilung des ganzen. Der Anfang, wie er da im Schnee sitzt, kommt mir sehr lange vor, dafür aber die Kampfszene am Schluss sehr kurz. Irgendwie kann ich schlecht einschätzen, was da jetzt deine Motivation war, das ganze zu schreiben. Ging es darum den Magier zu besiegen? Oder ging es einfach nur um Shîn? Im Moment wirkt es so auf mich, als hättest du das ganze länger konzipiert hättest aber das Ende kürzen müssen. Seitenweise Kampf ist natürlich auch nicht gut, aber so stimmt irgendwie das Verhältniss zum Anfang nicht.

Ja, also wirklich schlecht find ich die Geschichte nicht, dass kann man so nicht sagen, aber sie liest sich einfach nicht so flüssig, wie ich es von dir gewohnt bin. ^^

Liebe Grüße, von
deiner Lady
Hey meine Lady! Icon_smile

Vielen Dank schonmal für deinen Kommi, habe mich sehr darüber gefreut, auch wenn er natürlich nicht so positiv ausfällt, wie erhofft. Icon_wink

Zitat:Okay, aufgrund des Namens hatte ich die Geschichte ab hier eigentlich der Fantasy zugeordent.

Das solltest du auch. ^^

Zitat: Zitat:Bewegung: langsam, behutsam.


Das hier ist so eine Stelle, die mir irgendwie nicht gefällt. Das liest sich sehr abgehackt, beinah wie eine Regieanweisung und irgendwie ist das nicht der Stil, den ich bisher von dir kenne.
Witzig, das ist eine Stelle, die mir sehr gut gefällt. Mehr dazu unten. *g*

Zitat:Und hier hast du meine Fantasy-Theorie wieder über den Haufen geworfen. Ab hier dachte ich eher an Si-Fi, also sowas wie ein Phantastik.
Alles verläuft nach Plan. Icon_smile

Zitat: Zitat:Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, die rostigen Zinken solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere. Auch sie führten zum gewünschten Erfolg.


Hmm, bei Zinken hab ich eher das Bild von einer Heugabel im Kopf.
Wie heißen denn die Zacken unten an einem Spaten, wenn nicht Zinken? *mal googelt* Heißt tatsächlich "Zinken" beim Gabelspaten.

Zitat:Die ersten zwei Seiten hasst du damit verbracht, zu sagen, dass Shîn doch nicht getötet wurde und aus dem Schnee aufsteht um einem Mann mit Spaten zu folgen. Ich fand das sehr langatmig. Aber die Bezeichnung „Spatenmann“ mag ich. Mrgreen
Dass die erste Szene langatmig werden könnte, hatte ich befürchtet ... aber ich wollte ein wenig experimentieren mit dem Aufwachvorgang und mit dem ganzen Schnee ... schließlich war der Schreibwettbewerb zum Thena Winter. Icon_wink
@Spatenmann
*g* ich auch!

Zitat:Bei „drückte“ muss ich an das ausdrücken mit den Fingern denken, aber wenn er das mit dem Absatz tut, hätte ich das „treten“ genannt.
Da könntest du Recht haben ... aber "treten" ist mir zu stark, zu aggresiv. Deshalb drücken, damit die Bewegung bedächtiger wird.

Zitat: Zitat:Löffel eintauchen. Zum Mund führen. Eintauchen.


Hier schon wieder dieses fragmentartige. Hmm, weiter oben, als er im Schnee lag, hab ich mich noch wegen seiner Orientierungslosigkeit damit abfinden können, aber hier gefällt mir das nicht wirklich.
Ein Stelle, die mir besonders gut gefallen hat. *lacht*

Zitat: Zitat:Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die die ganze Zeit über neben ihm am Tisch gelehnt hatte.


Das doppelte „die“ liest sich nicht so schön. Vielleicht einfach: „die neben ihm am Tisch gelehnt hatte.“? Ich denke, dass man dann schon rauslesen kann, dass sie die ganze Zeit dagewesen sein muss. ^^
Stimmt, an dem Satz muss was anders ... das "über" ist beim ersten Drüberlesen direkt geflogen. Aber wenn ich deine Version einbaue, dann fehlt mir irgendwie etwas. Anderseits hast du vollkommen Recht, eigentlich kann man ja dann schließen, dass die Klinge da gewesen sein muss, schon aus dem Tempus. Hm ... ich glaube, der Text kommt mir auf ominöse Weise viel abgehackter vor, wenn ich die "Zeit" rausnehme. Ich glaube, ich lasse es erstmal so, aber mit deinen Bedenken im Hinterkopf.

Zitat:Wintergärten? Meinst damit wirklich diese Glasanbauten? Icon_gucker
Ganz genau.

Zitat: Zitat:Die Schwertmeister hatten Shîn aufgetragen, den Magus zu eliminieren und vorerst seinen Platz einzunehmen, um so das Einflussgebiet der Gilde auszuweiten.


Ich finde diese Information relativ wichtig und deshalb kommt sie mir zu spät.
Eigentlich ist diese Information wichtig ... aber Shîn macht sich erst an diesem Punkt Gedanken, darüber ... ich fand deshalb, dass ich sie erst hier sauber einbauen konnte. Icon_slash

Zitat: Zitat:-Wieder metallischer Geschmack im Mund –


Die Striche stechen mir hier zusehr aus dem Textfluss hervor. Ich würd ganz normal einen Punkt setzten, so hast du es ja bisher auch gemacht.
Hm ... seltsam: für mich fügt der Satz sich an der Stelle nur ein, wegen den Strichen. Dadurch bekommt er Bezug zu den vorherigen Beschreibungen und wird ... beiläufig betont. Icon_smile So viele Gedanken habe ich mir selten zu meiner Schreibe gemacht ...

Zitat:Okay, jetzt auch noch eine Schusswaffe, hmm, irgendwie drängt sich mir immerwieder das Bild eines Endzeit-Settings auf, so eine gemischte Welt aus Vergangenheit und Zukunft. ^^
Yeah ... ganz genau. Ein Endzeitsetting.

Zitat: Zitat:wäre die Waffe geladen, es wäre Shîns letzte Bewegung gewesen.
Nur – sie war nicht geladen.


„geladen“ ist doppelt. Was hälst du von: „Nur – sie war es nicht“ ?
Perfekt - dankeschön!^^

Zitat:Nun, zum einen vielleicht daran, dass du deinen Stil, denn du sonst verwendest geändert hast. Normalerweise lesen sich deine Sätze „weicher“ und mein Lesegefühl wirkt warm und freundlich. Aber hier hast du zuviel von diesem fragmentartigen drin, zuviele abgehackte Sätze, zuviele Spiegelstriche und so wirkt das ganze "kantiger" und nicht mehr so „weich“. Dieses kantige ist an sich nicht schlecht, gerade am Anfang, als er noch wirr ist, passt das ganz gut, oder auch am Ende in der „Action-Szene“, aber gerade, wenn es eine ruhige Szene ist (wie beim Eintopfessen) dann wirkt der Stil zu „unruhig“. Ich hoffe einfach mal, dass ich mich irgendwie verständlich ausdrücken kann. ^^
Klar, ich verstehe dich gut. Ich war selbst überrascht, während ich die Geschichte geschrieben habe. Ich weiß nicht ob es nur ein einmaliges Experiment war, aber ich hab eher das Gefühl, dass mein Stil sich unbemerkt (ich hatte lange nicht mehr geschrieben) in diese Richtung (weiter?)entwickelt hat. Gewisse Ansätze dazu, finden sich auch in meinen früheren Geschichten, aber immer nur vereinzelt. Hm ... deshalb finde ich natürlich schade, dass der Stil dir nicht so gut gefällt bzw. vielleicht habe ich auch einfach übertrieben. Aber mir haben die Stellen, besonders gefallen, die dich eher gestört haben. Bei dem, was ich jetzt für Athalem geschrieben habe, hab ich aber festgestellt, dass zumindest da, eine Art Mischung aus neu und alt entstanden ist. Ich bin jedenfalls sehr froh, deine Meinung zu der Schreibe zu lesen. Vor allem, weil ich bisher eher positives Feedback dazu bekommen hab und durch dich hoffentlich einen differenzierten Blick bewaren kann.

Zitat:Sehr verwirrt war ich ja über das Genre. Das ist eigentlich nicht weiter tragisch, eine Geschichte muss ja nicht immer sofort zuzuordnen sein, aber irgendwie liegt es vielleicht auch mit daran, dass ich mir irgendwie das Setting nicht so richtig vorstellen konnte. Ich hatte mich schon auf eine typische mittelalterliche Welt eingestellt und schwupps, tauchen plötzlich Zigaretten, Schornsteine und am Ende sogar Schusswaffen auf. Das hat mich total unvorbereitet getroffen und es wirkt irgendwie "unstrukturiert". Jedenfalls vom Lesegefühl her.
Das sollte eigentlich der Kern meiner Geschichte sein, das Setting. Mir ging es hier darum, den Leser erst glauben zu machen, er befände sich in einem typischen Fantasysetting, um dann nach und nach herauszufinden, dass dem nicht so ist und vielleicht am Ende den "Vers" vom Anfang in einem andern Licht betrachtet. Das scheint aber bisher nicht richtig zu funktionieren. Immerhin scheinen die bisherigen Veränderungen zumindest bewirkt zu haben, dass man überhaupt stutzig wird. Da muss ich noch schauen.

Zitat:Was ich auch nicht so ganz optimal finde, ist die Aufteilung des ganzen. Der Anfang, wie er da im Schnee sitzt, kommt mir sehr lange vor, dafür aber die Kampfszene am Schluss sehr kurz. Irgendwie kann ich schlecht einschätzen, was da jetzt deine Motivation war, das ganze zu schreiben. Ging es darum den Magier zu besiegen? Oder ging es einfach nur um Shîn? Im Moment wirkt es so auf mich, als hättest du das ganze länger konzipiert hättest aber das Ende kürzen müssen. Seitenweise Kampf ist natürlich auch nicht gut, aber so stimmt irgendwie das Verhältniss zum Anfang nicht.
Irgendwie fand ich den Kampf nicht wichtig. Außerdem fand ich es realistischer, wenn der Kampf so schnell entschieden wird. Ansonsten hätte das Schwert einfach keine Chance gegen den Revolver. Icon_wink Wie gesagt, der Sinn meiner Geschichte sollte im Heranführen an das Setting liegen ... ich kann nachvollziehen, warum du den Anfang als zu lang empfindest. Aber er hat mir als Spielwiese gedient, sozusagen, um die Sprache ein bisschen zu verschnörkeln. *lacht* Mir hat dieser schwebende Moment im Schnee ... zwischen Leben und Tod ... sehr gefallen und er erschien mir daher beschreibungswürdig. Was ich noch ein wenig schade finde, ist bisher keine Möglichkeit gefunden zuhaben, zu erklären, warum Shîn eigentlich überlebt hat. Ich hab da nämlich eine tatsächlich mögliche Konstellation ausgedacht. Aber irgendwie schienen mir die entsprechenden Gedanken/Aussagen nicht zum Schwertkämpfer zu passen. Ahnung von solcher Materie hätte eher der "Magier".

Zitat:Ja, also wirklich schlecht find ich die Geschichte nicht, dass kann man so nicht sagen, aber sie liest sich einfach nicht so flüssig, wie ich es von dir gewohnt bin. ^^
Schön, dass du die Geschichte nicht total schlecht fandest ... und schade, dass ich deinen Geschmack nicht habe treffen können. Ich hoffe, dass meine nächsten Geschichten, die wieder mehr gefallen. Icon_smile
Vielen lieben Dank jedenfalls für deine Gedanken zu meinem Text.

Liebe Grüße von deinem Wanderer!
Hallo mein unerschrockener Wanderer der Welten,
deine Geschichte gehörte für mich zu den Besten des Wettbwerbs. Nun endlich will ich es mir nicht nehmen lassen, sie auch zu kommentieren.

Szene 1: Erwachen/Wiedergeburt

-- Szenen. Keine Kapitel. Erinnert mich an ein Drama. Gewollt oder nur kreatives Schreiben?

Zitat:Kritsch.
Kritsch.
Kritsch.

Lang gezogenes Geräusch, Stahl auf Stein.

-- Das weckt Erinnerungen an die Fischfabrik, an endloses Schleifen, weil das Fischfleisch die Messerklingen immer so schnell hat stumpf werden lassen.

Zitat:Immer wieder kratzte es an der äußeren Kante seines Bewusstseins, mit eindringlicher Penetranz. Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk.
-- Doppelte Nennung von "Stahl über Stein" und "stetig"- mein Vorschlag: (...) mit eindringlicher Penetranz. Stetig wie ein Uhrwerk."

Zitat:Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
-- Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht "musste" heißen müsste. Bei solch Formulierungen gerate ich immer ins Schlingern.

Zitat:Augenlider flimmerten.
-- "Flimmern" beschreibt ein Lichtphänomen, keine Bewegung. Lider haben recht wenig mit Licht zu tun, daher tendiere ich zu "flatterten".

Zitat:Ein Prickeln nur, eher warm als kalt, da wo seine Hände waren. Oder sein sollten. Oder gewesen waren.
-- Eine sehr schöne Stelle.

Zitat:Bewegung? Unmöglich.
-- Dies ist nicht wirklich eine Frage nach meinem Dafürhalten, außer er redet mit sich selbst. Bewegung - unmöglich.

Zitat:Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt.

-- Interessanter Vergleich. Icon_smile

Zitat:Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
-- Toll!

Zitat:Das bedeutete: aufsetzen.
Nichts geschah.
Der Mann seufzte innerlich.
Noch einmal: aufsetzen.
Muskeln in seinem Körper verkrampften sich, Knoten in Armen, Beinen und Bauch. Und dann … ruckartig Freiheit. Shîn setzte sich auf.
-- Irgendwie erinnert mich das an "Großhirn an Faust, Großhirn an Faust: Ballen!" Cowsleep

Zitat:Ein tiefer, rasselnder Atemzug, als hätte er gerade die Oberfläche eines gefräßigen Sees durchbrochen
.
-- Der "gefräßige See" ist wirklich eine faszinierende Idee - großes Kino.

Zitat: Dicke Fellfäustlinge, mit Lederriemen zusammengeschnürrt, immer wieder verdeckt von Stößen kondensierten Atems.
-- "geschnürt"

Zitat:Die linke Hand tastete über seine Brust, die in einer Art Panzer aus gefüttertem Leder steckte. Verharrte auf einem dunklen Fleck und wurde von einem stechenden Schmerz begrüßt, der sich wie eine Speerspitze tief in ihn hineingrub. Er hinterließ einen metallischen Nachgeschmack bei jedem Atemzug.
Die Hand tastete weiter, verschwand in einer Brusttasche und förderte ein Feuerzeug zu Tage. Gefolgt von einem abgegriffenen Päckchen Zigaretten.
-- Hier war mir nicht klar, wem die linke Hand gehören mochte. Vielleicht könntest du das etwas Eindeutiger gestalten?

Zitat:Feucht, natürlich.
-- Ein Grinsen auf meinen Lippen, auch als Nichtraucher.

Zitat:„Wir dachten du wärst tot. Du musstest tot sein, der Zauber des Meisters hat dich niedergestreckt.“
-- Hier dachte ich das erste Mal an Fantasy - schön in die Irre geführt.

Zitat:Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.
-- Mir gefällt, wie du bekanntes in neue Vergleiche kleidest.

Zitat:Der erste Zug brachte allerdings nicht die gewünschte Erleichterung, sondern rammte einen weiteren Speer in seinen Brustkorb, der nur langsam verklang.

-- Da es ein Speer also ein Gegenstand ist, würde ich hier zu "wich" tendieren.

Zitat:Trotzdem lehnte er sich zurück und ließ die Zigarette in Richtung des düsteren, wolkenverhangenen Himmel aufragen.
-- "Himmels"

Zitat:Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, die rostigen Zinken solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere.

-- Ein Spaten hat keine Zinken, sondern ein Blatt. Zinken hat die Gabel, oder in gebogener Ausführung eine Gabel.

Zitat:Auch sie führten zum gewünschten Erfolg.
„Es wäre besser für uns. Der Meister würde mich sicher belohnen ...“
-- Wer ist "uns"?

Zitat:Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.
-- Eher "ruhig sitzen". Icon_wink

Zitat:Der Sitzende griff neben sich, hinein in den Schnee und seine Hand umfasste einen festen, länglichen Gegenstand. Dann erhob er sich.
-- Woher wusste er, dass das Schwert da liegt? Warum hat ihm das noch keiner abgenommen, wenn sie doch dachten, er wäre tot.

Zitat:Nun folgte der Schwertkämpfer dem Spatenmann über einen erst teilweise vom Schnee befreiten Zugang zu einem sich tief in die Umgebung duckenden Haus.
-- Die Lokalitäten verwirren mich.
1. Wenn er da lag, wo er gefällt worden ist, müsste er das Haus kennen, oder nicht?
2. Wenn er hingegen dorthin gebracht worden ist, wie kommt denn sein Schwert dort hin und wieso weiß er, wo es liegt.
3. Woher kamen denn nun die Geräusche?

Szene 2: Dämmern/Zwielicht


Zitat:Sie brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren .
-- Hier ist ein Leerzeichen zu viel am Ende des Satzes.


Zitat:Nachdenklicher Blick, gerichtet auf seine fahlweißen Handrücken, der langsam begann sich dunkler zu färben.
-- Die Handrücken, also: "die langsam begannen sich dunkler zu färben."

Zitat:Und jeder Atemzug voller Glassplitter.
-- Das Bild/dieser Vergleich ist einer meiner Favoriten.

Zitat:Das rötliche Glimmen des Heizofen schimmerte zwischen den vereinzelten Haarbüscheln auf dem viel zu glatten Schädel, ließ die tief im ausgehöhlten Gesicht liegenden Augen funkeln.
-- "des Heizofens"

Zitat:„Shîn. Schwertträger aus Municum. 3. Grad.“
-- Mir kam gerade der verrückte Gedanke, Municum könnte die Zukunft Münchens sein.

Zitat:Eine beleibte Frau folgte ihrem Mann durch die Tür, so geschickt wie es ging, balancierte sie einen blechernen Suppenteller in verwachsenen Armstümpfen.
-- Woher weiß Shîn, dass die Frau die Frau des Mannes ist?
Und viel wichtiger, was ist mir ihren Händen geschehen?

Zitat:Der angenehme Geruch von Eintopf wollte nicht zu ihren zornigen Blicken passen, die zwischen den beiden Männern hin und her wanderte.
-- Die Blicke "wanderten".

Zitat:Gleichzeitig krachte die Tür hinter der Frau wieder zu.
-- Wie macht sie das ohne Hände? Icon_shocked

Zitat:„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr unverdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“
-- Wundervoll!

Zitat:„Er hat meinen Sohn getötet!“ Trotz in der Stimme.
-- Nur Trotz, nicht Wut, Hass oder Verzweiflung?

Zitat:Löffel eintauchen. Zum Mund führen.
Kein Hass?
Der Schwertkämpfer sah nicht auf.
Spatenmann spuckte aus.
-- Ah, er wundert sich auch. Icon_smile

Zitat:Scheppernd fiel der Holzlöffel zurück in den leeren Teller. Unnatürlich laut, so kam es Shîn vor und er legte den Kopf schief, beäugte das Utensil misstrauisch.
-- In Ordnung, Wanderer, jetzt reden wir mal Tacheles. Was hast du geschluckt? O_o Schlafmangel? Dieses Studium macht dich fertig! !O_O!

Szene 3: Brennen/Asche


Zitat:Umfassende Stille trieb von der Ausläufern der Berge heran, nur durchtrennt von scharfen Atemzügen.

-- Icon_cuinlove

Zitat:Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten.

-- Schöne Beschreibung.

Zitat:Ein merkwürdiges Gefühl – Gänsehaut auf der Seele.
-- Das ist schon libbiistisch!

Zitat:Er konnte einfach weitergehen, am Turm vorbei, das Gebirge überwinden und auf der anderen Seite hinab in ein neues Leben.
Nach Süden, immer nach Süden.
-- Hätte er das nicht vorher ebenso vermocht?

Zitat:Ein Leben auf der Flucht, alles was er sich bisher erarbeitet, alles was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.
-- Gehört zwischen "alles" und "was" nicht jeweils ein Komma?

Zitat:„Ich hätte deinen Kopf abhacken sollen, um ganz sicher zu gehen.“
Der Blick des Zauberers zitterte nicht einmal, ununterbrochen hielt er Augenkontakt. Braune Iris, erdig irgendwie.
-- Nur eine? Icon_wink

Zitat:Ich kann mir denken was sie dir erzählt haben ...“
-- "denken, was"

Zitat:Während der Zauberer die Hand hob, schnellte Shîn vorwärts und zog gleichzeitig in einer fließenden Bewegungen das Schwert
.
-- "Bewegung" - Einzahl

Zitat:Manche von ihnen trugen Züge des unsichtbaren Fluchs, mongoloid, andere wirkten gesund – äußerlich zumindest.
-- Wenn der Fluch nicht sichtbar ist, wie können sie dann mongoloid sein? Das sieht man ja wohl - ergeht ihm ja nicht anders.

Zitat:Er ließ die Uhr fallen, sie überschlug sich ein paar Mal, bevor sie sanft vom Schnee aufgefangen wurde.
Nicht lange und sie würde unter einer weiteren Schicht verschwinden, einer Decke, die der ewige Winter über sie legen würde.
-- Der letzte Teil suggeriert, dass der Schwertkämpfer nun ebenfalls gestorben ist. Blut hat er ja schon gespuckt. Trotzdem etwas schade, dass es nicht wirklich da steht, obwohl ich den Reiz als Autor nachvollziehen kann.

Die Geschichte ist an sich sehr karg, wie deine Welt. Emotionen sind auf Worte reduziert. Emotionaler Minimalismus. Auch so beschränkst du dich auf das Notwendigste, schreibst abgehackt. Wären da nicht die genialen Vergleiche und Bilder, ich weiß nicht, ob du mich so hättest begeistern können.
Es gab einige Fehlerchen, wohl im Eifer des Gefechts verloren. Größtes und einziges wirkliches Manko bleibt für mich die Perspektive. Mal habe ich das Gefühl, du schreibst aus Sicht Shîns, die Gedanken sind da, stehen jedoch nicht kursiv, was ihnen Bedeutung raubt. Dann wird es wieder sehr neutral, fast schon kalt.
Damit werde ich nicht warm.

Ansonsten wie gesagt, ein Höhepunkt des Wettbewerbs und eine deiner besten Geschichten.
Trotz Lautmalerei, wirklich sehr, sehr gerne gelesen. Icon_smile

Beste Grüße
Addi
Hey addi!

Entschuldige, dass du so lange auf deine wohl verdiente Antwort warten musstest!
Dafür bekommst du jetzt die gebührende Aufmerksamkeit. Icon_wink
Vielen Dank jedenfalls schonmal für dein Kommi, hab mich sehr gefreut!

Zitat:-- Szenen. Keine Kapitel. Erinnert mich an ein Drama. Gewollt oder nur kreatives Schreiben?
Beides. *lacht*
Ich fands cool, aber gleichzeitig sollte es auch passen. Ich finde Drama ist keine schlechte Umschreibung für diese Geschichte.

Zitat:-- Das weckt Erinnerungen an die Fischfabrik, an endloses Schleifen, weil das Fischfleisch die Messerklingen immer so schnell hat stumpf werden lassen.
Ich habe lange gebraucht, bis eine Lautmalerei gefunden hatte, die das ausgedrückt hat, was ich mit meinem inneren Ohr immer höhre, wenn ich die Szene vor Augen habe. Icon_smile Bin ganz zufrieden.

Zitat:-- Doppelte Nennung von "Stahl über Stein" und "stetig"- mein Vorschlag: (...) mit eindringlicher Penetranz. Stetig wie ein Uhrwerk."
Die Dopplungen sind hier gewollt ... zu viel des Guten? Na ja, für mich passts irgendwie.

Zitat: Zitat:Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.

-- Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht "musste" heißen müsste. Bei solch Formulierungen gerate ich immer ins Schlingern.
Ich glaube hier muss es "muss" (*g*) heißen. Denn es geht um ein abstraktes Uhrwerk, nicht eines, das in der Szene gerade am laufen ist. Deshalb ist es - glaube ich - so richtig. Aber ich lasse mich gern eines besseren belehren.

Zitat:-- "Flimmern" beschreibt ein Lichtphänomen, keine Bewegung. Lider haben recht wenig mit Licht zu tun, daher tendiere ich zu "flatterten".
Da liegst du falsch. Icon_smile "Flimmern" ist nicht auf Lichtphänomene beschränkt (Flimmerhärchen, müsstest du doch kennen?). Jedenfalls flimmern Augenlieder kurz vor dem Aufwachen ... flattern wäre ... schmerzhaft? Icon_lol

Zitat: Zitat:Ein Prickeln nur, eher warm als kalt, da wo seine Hände waren. Oder sein sollten. Oder gewesen waren.

-- Eine sehr schöne Stelle.
Icon_smile

Zitat: Bewegung? Unmöglich.

-- Dies ist nicht wirklich eine Frage nach meinem Dafürhalten, außer er redet mit sich selbst. Bewegung - unmöglich.
Ich empfinde es hier schon als Frage ... einerseits ne Frage, die sich vielleicht Shîn selbst stellt, anderseits eine Frage die sich der Leser stellen könnte. Deshalb passt es für mich. (Und nein: Gedanken werden in dieser Geschichte nicht kursiv gemacht *lacht*)

Zitat: Zitat:Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt.


-- Interessanter Vergleich. Icon_smile

Zitat:Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.

-- Toll!
Icon_smileIcon_smileIcon_smile

Zitat:-- Irgendwie erinnert mich das an "Großhirn an Faust, Großhirn an Faust: Ballen!" Cowsleep
Na ja ... eigentlich habe ich auch daran gedacht. *lacht*

Zitat:-- Der "gefräßige See" ist wirklich eine faszinierende Idee - großes Kino.
Yeah! - Danke!

Zitat: Zitat:Die linke Hand tastete über seine Brust, die in einer Art Panzer aus gefüttertem Leder steckte. Verharrte auf einem dunklen Fleck und wurde von einem stechenden Schmerz begrüßt, der sich wie eine Speerspitze tief in ihn hineingrub. Er hinterließ einen metallischen Nachgeschmack bei jedem Atemzug.
Die Hand tastete weiter, verschwand in einer Brusttasche und förderte ein Feuerzeug zu Tage. Gefolgt von einem abgegriffenen Päckchen Zigaretten.

-- Hier war mir nicht klar, wem die linke Hand gehören mochte. Vielleicht könntest du das etwas Eindeutiger gestalten?
Hm ... hast du einen Vorschlag. "Die Hand" steht da deshalb, weil Shîn sich ja bisher eher distanziert betrachtet (vielleicht, weil noch alles taub ist?). "Seine Hand" wäre zu kurz gedacht, dann wüsste man ja eigentlich immer noch nicht wessen genau ... selbst den Namen an dieser Stelle zu verwenden, würde vermutlich nicht wirklich helfen, denn der Leser kennt den Namen noch nicht, kann ihn also mit niemanden in Verbindung bringen. Ich merke schon, diese Stelle nach dem "Auftauchen" hält einige Stolperstricke bereit.

Zitat: Zitat:„Wir dachten du wärst tot. Du musstest tot sein, der Zauber des Meisters hat dich niedergestreckt.“

-- Hier dachte ich das erste Mal an Fantasy - schön in die Irre geführt.
Eigenlich ist die gesamte Geschichte darauf ausgelegt, den Leser in die irre zu führen. *ggg*

Zitat: Zitat:Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.

-- Mir gefällt, wie du bekanntes in neue Vergleiche kleidest.
*freu*

Zitat: Zitat:Der erste Zug brachte allerdings nicht die gewünschte Erleichterung, sondern rammte einen weiteren Speer in seinen Brustkorb, der nur langsam verklang.


-- Da es ein Speer also ein Gegenstand ist, würde ich hier zu "wich" tendieren.
Bedenkenswert definitiv Icon_wink ... eigentlich steht der Speer hier ja für den Schmerz ... deshalb das Verklingen ... vor allem auch um über das Verb wieder rückwirkend deutlich zu machen, dass tatsächlich Schmerz und nicht ein wirklicher Speer gemeint sind. Ich tendiere also eher zu "verklingen" bin aber hin und her gerissen.

Zitat: Zitat:Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, die rostigen Zinken solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere.


-- Ein Spaten hat keine Zinken, sondern ein Blatt. Zinken hat die Gabel, oder in gebogener Ausführung eine Gabel.
Ist mir auch irgendwann aufgefallen ... hab nur gehofft es merkt keiner. Icon_wink Ich glaube mir schwebt ein Rechen vor ... kann man damit Schnee schippen? Außerdem gibt es den Gabelspaten, der hat auch Zinken. *lacht*
Na gut, du hast gewonnen. Ich schreib Blatt.

Zitat: Zitat:Auch sie führten zum gewünschten Erfolg.
„Es wäre besser für uns. Der Meister würde mich sicher belohnen ...“

-- Wer ist "uns"?
Hm ... Dorfbewohner, seine Frau ... etwas in der Art. Icon_smile Ich fänd allerdings seltsam, wenn Spatenmann, der ja gerade eher in Gedanken ist, mehr sagt, als nur das.

Zitat: Zitat:Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.

-- Eher "ruhig sitzen". Icon_wink
Liegt er nicht gerade und lässt die Zigarrette zum Himmerl aufragen? Icon_confused

Zitat: Zitat:Der Sitzende griff neben sich, hinein in den Schnee und seine Hand umfasste einen festen, länglichen Gegenstand. Dann erhob er sich.

-- Woher wusste er, dass das Schwert da liegt? Warum hat ihm das noch keiner abgenommen, wenn sie doch dachten, er wäre tot.
Er wusste, dass das Schwert da liegt, weil er cool ist. *ggg*
Warum es ihm niemand abgenommen hat? Gute Frage ... ich kann mir das nur so erklären, dass die Dorfbewohner Angst hatten, der Fluch des Zauberers könnte auch sie selbst teffen.

Zitat:-- Die Lokalitäten verwirren mich.
1. Wenn er da lag, wo er gefällt worden ist, müsste er das Haus kennen, oder nicht?
2. Wenn er hingegen dorthin gebracht worden ist, wie kommt denn sein Schwert dort hin und wieso weiß er, wo es liegt.
3. Woher kamen denn nun die Geräusche?
o.O
1. Wie kommst du darauf, dass er das Haus nicht (flüchtig) kennt. Außerdem ist gerade erst in dem Ort angekommen, warum sollte er das Haus dann kennen?
2. Er liegt da wo er gefällt wurde
3. Das war der Spaten ... jemand hat Schnee geschippt. Icon_smile

Zitat: Zitat:Und jeder Atemzug voller Glassplitter.

-- Das Bild/dieser Vergleich ist einer meiner Favoriten.
Icon_smile

Zitat:- Mir kam gerade der verrückte Gedanke, Municum könnte die Zukunft Münchens sein.
YEAH! Yeahyeahyeah!!! Du bist die Größte! Icon_bussi

Zitat: Zitat:Eine beleibte Frau folgte ihrem Mann durch die Tür, so geschickt wie es ging, balancierte sie einen blechernen Suppenteller in verwachsenen Armstümpfen.

-- Woher weiß Shîn, dass die Frau die Frau des Mannes ist?
Und viel wichtiger, was ist mir ihren Händen geschehen?
Na ja, weil sie mir ihm im selben Haus wohnt und für ihn kocht. Was soll sie also sonst sein? Icon_smile
Was die Hände betrifft ... das ist eine Frage, die du dir am Ende der Geschichte nochmal stellen solltest.

Zitat: Zitat:Gleichzeitig krachte die Tür hinter der Frau wieder zu.

-- Wie macht sie das ohne Hände? Icon_shocked
Füße. *ggg*
(Das funktioniert wirklich!)

Zitat: Zitat:„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr unverdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“

-- Wundervoll!
Yeah! Ich mag diese Stelle auch sehr gerne. *lacht*

Zitat: Zitat:„Er hat meinen Sohn getötet!“ Trotz in der Stimme.

-- Nur Trotz, nicht Wut, Hass oder Verzweiflung?
Ganz genau und ganz bewusst.

Zitat:-- Ah, er wundert sich auch. Icon_smile
*lacht*

Zitat: Scheppernd fiel der Holzlöffel zurück in den leeren Teller. Unnatürlich laut, so kam es Shîn vor und er legte den Kopf schief, beäugte das Utensil misstrauisch.

-- In Ordnung, Wanderer, jetzt reden wir mal Tacheles. Was hast du geschluckt? O_o Schlafmangel? Dieses Studium macht dich fertig! !O_O!
Weiß gar nicht was du meinst? Mrgreen

Zitat: Zitat:Umfassende Stille trieb von der Ausläufern der Berge heran, nur durchtrennt von scharfen Atemzügen.


-- Icon_cuinlove

Zitat:Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten.


-- Schöne Beschreibung.

Zitat:Ein merkwürdiges Gefühl – Gänsehaut auf der Seele.

-- Das ist schon libbiistisch!
Hehehehehehe, ein größeres Lob gibt es vermutlich gar nicht.
Smiley_emoticons_blush

Zitat: Zitat:Er konnte einfach weitergehen, am Turm vorbei, das Gebirge überwinden und auf der anderen Seite hinab in ein neues Leben.
Nach Süden, immer nach Süden.

-- Hätte er das nicht vorher ebenso vermocht?
Ich weiß nicht ... die Nahtoderfahrung hat ihn anscheinend verändert. Ich glaube vorher hat er sich nie Gedanken dazu gemacht, dass es anders sein könnte.

Zitat: Zitat:Ein Leben auf der Flucht, alles was er sich bisher erarbeitet, alles was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.

-- Gehört zwischen "alles" und "was" nicht jeweils ein Komma?
Ich weiß nicht ... meinst du? Sieht komisch aus ...

Zitat: Zitat:„Ich hätte deinen Kopf abhacken sollen, um ganz sicher zu gehen.“
Der Blick des Zauberers zitterte nicht einmal, ununterbrochen hielt er Augenkontakt. Braune Iris, erdig irgendwie.

-- Nur eine? Icon_wink
Ich glaube sogar das Iris die Mehrzahl von Iris ist. *ggg*

Zitat: Zitat:Manche von ihnen trugen Züge des unsichtbaren Fluchs, mongoloid, andere wirkten gesund – äußerlich zumindest.

-- Wenn der Fluch nicht sichtbar ist, wie können sie dann mongoloid sein? Das sieht man ja wohl - ergeht ihm ja nicht anders.
Der Fluch selbst ist unsichtbar ... nur die Auswirkungen sind sichtbar. Hm ... hier ein bisschen mehr Fantasy-Sichtweise auf Flüche.^^
hhhhmmm ... bisher hat noch niemand wirklich verstanden, worum es mir geht, glaube ich.
Der Knackpunkt der Geschichte ist eigentlich gerade, was dieser Fluch ist, bzw. woher eigentlich der ewige Winter kommt.
"„... dass ich ihre Kinder töte. Aber ihr Erbgut war beschädigt! Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung … du weißt nur zu gut, dass man so etwas nicht tolerieren kann."
Und ich dachte, das wäre zu offensichtlich. *lacht*
Leider denkt auch niemand mehr am Ende an die Verse vom Anfang ...

Zitat: Zitat:Er ließ die Uhr fallen, sie überschlug sich ein paar Mal, bevor sie sanft vom Schnee aufgefangen wurde.
Nicht lange und sie würde unter einer weiteren Schicht verschwinden, einer Decke, die der ewige Winter über sie legen würde.

-- Der letzte Teil suggeriert, dass der Schwertkämpfer nun ebenfalls gestorben ist. Blut hat er ja schon gespuckt. Trotzdem etwas schade, dass es nicht wirklich da steht, obwohl ich den Reiz als Autor nachvollziehen kann.
Das Problem ist nur ... ich weiß selbst nicht ob er stirbt. Icon_slash Also klar, er ist auf jedenfall schwer verletzt ... und er steht gegen eine Übermacht. Aber er lässt die Uhr, als gefangene Zeit, fallen. Vielleicht ist es auch ein Schritt in eine bessere Zukunft? Vermutlich eher nicht. Icon_wink Hauptsächlich wollte ich aber die Sanduhr als letztes Bild.

Zitat:Die Geschichte ist an sich sehr karg, wie deine Welt. Emotionen sind auf Worte reduziert. Emotionaler Minimalismus. Auch so beschränkst du dich auf das Notwendigste, schreibst abgehackt. Wären da nicht die genialen Vergleiche und Bilder, ich weiß nicht, ob du mich so hättest begeistern können.
Stimmt, ich finde auch, dass diese Geschichte ein bisschen einen schmalen Grat entlang balanciert. Aber diese Geschichte ist wegen der Welt geschrieben worden, ich hab mir nicht die Welt ausgedacht, um der Geschichte einen Hintergrund zu geben. *g* Irgendwie falsch rum ... oder doch nicht? *g*
Jedenfalls musste der Text quasi so karg werden ... und ich weiß auch nicht was da aufeinmal übermich gekommen ist und die Lücken gefüllt hat. Ich fand es hat gepasst und deshalb habe ich es geschrieben. Ob ich das nochmal hinbekomme weiß ich noch nicht. (Aber das weiß ich nie vorher Icon_wink)
Jedenfalls freut es mich sehr, dass ich dich zumindest ein bisschen begeistern konnte!

Zitat:Es gab einige Fehlerchen, wohl im Eifer des Gefechts verloren. Größtes und einziges wirkliches Manko bleibt für mich die Perspektive. Mal habe ich das Gefühl, du schreibst aus Sicht Shîns, die Gedanken sind da, stehen jedoch nicht kursiv, was ihnen Bedeutung raubt. Dann wird es wieder sehr neutral, fast schon kalt.
Damit werde ich nicht warm.
Ich fürchte, ich muss dir eröffnen, dass ich schon immer Anflüge dieser Perspektive hatte ... in dieser Geschichte habe ich sie auf die Spitze getrieben. Und noch schlimmer: es hat mir gefallen. *lacht*
Aber keine Sorge, so kann ich nicht immer schreiben. *ggg*

Zitat:Ansonsten wie gesagt, ein Höhepunkt des Wettbewerbs und eine deiner besten Geschichten.
Trotz Lautmalerei, wirklich sehr, sehr gerne gelesen. Icon_smile
Freut mich wirklich, wirklich sehr, dass dir die Geschichte gut gefallen hat. Ich mag sie auch sehr gerne. *lacht*
Vielen Dank für deine Kritik und die Anmerkungen. Icon_smile Rechtschreibfehler hab ich kleinlaut einfach ausgebessert.
Wie immer ein sehr hilfreicher (und ungewöhnlich positiver) Kommi :P.
UND: du hast das mit Municum verstanden.

Liebe Grüße vom Wanderer
Hi Welti!
Kurzes Feedback, damit du nicht zu viel zum Lesen und BEantworten hast. :D

Zitat:Da liegst du falsch. Icon_smile "Flimmern" ist nicht auf Lichtphänomene beschränkt (Flimmerhärchen, müsstest du doch kennen?). Jedenfalls flimmern Augenlieder kurz vor dem Aufwachen ... flattern wäre ... schmerzhaft? Icon_lol
-- Bei der Suche nach Flimmern und Auge finde ich Flimmern vor den Augen - alles Lichtphänomene, keine Bewegung. Die Bezeichnung Flimmerhärchen ist auch ein typisches Beispiel für deutsche Fehlbenennung, der Fachbegriff lautet nämlich Zilien. Aber selbst wenn ich mir Zilien von Einzellern anschaue würde ich diese Bewegung nie auf ein Lid übertragen. Diese Flattern nun mal generell. Aber ja, ich höre schon auf. Icon_ugly

Zitat:Hm ... hast du einen Vorschlag. "Die Hand" steht da deshalb, weil Shîn sich ja bisher eher distanziert betrachtet (vielleicht, weil noch alles taub ist?). "Seine Hand" wäre zu kurz gedacht, dann wüsste man ja eigentlich immer noch nicht wessen genau ... selbst den Namen an dieser Stelle zu verwenden, würde vermutlich nicht wirklich helfen, denn der Leser kennt den Namen noch nicht, kann ihn also mit niemanden in Verbindung bringen.

-- Kurz zuvor stehen schon "seine Hände", also würde es schon gehen.


Zitat:Bedenkenswert definitiv Icon_wink ... eigentlich steht der Speer hier ja für den Schmerz ... deshalb das Verklingen ... vor allem auch um über das Verb wieder rückwirkend deutlich zu machen, dass tatsächlich Schmerz und nicht ein wirklicher Speer gemeint sind. Ich tendiere also eher zu "verklingen" bin aber hin und her gerissen.
-- Da der Speer als Synonym herhält, bezieht sich auch de Nebensatz darauf, deshalb wäre ich für "wich". Aber das ist wohl ebenfalls Geschmackssache.

Zitat:
Zitat: Zitat:Shîn blieb ruhig liegen, nur die Zigarette wanderte in einen Mundwinkel.

-- Eher "ruhig sitzen". Icon_wink
Liegt er nicht gerade und lässt die Zigarrette zum Himmerl aufragen? Icon_confused
-- Ich meinte, er hätte sich aufgesetzt und sich schon mit dem Mann unterhalten.

Zitat:
Zitat:- Mir kam gerade der verrückte Gedanke, Municum könnte die Zukunft Münchens sein.
YEAH! Yeahyeahyeah!!! Du bist die Größte! Icon_bussi
-- Als hätten darüber Zweifel bestanden. :D

Zitat:Na ja, weil sie mir ihm im selben Haus wohnt und für ihn kocht. Was soll sie also sonst sein? Icon_smile
Was die Hände betrifft ... das ist eine Frage, die du dir am Ende der Geschichte nochmal stellen solltest.
-- Die Frau könnte auch eine Magd sein oder seine Schwester. Daher meine Frage mit der Frau.

Zitat:
Zitat: Zitat:Ein Leben auf der Flucht, alles was er sich bisher erarbeitet, alles was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.

-- Gehört zwischen "alles" und "was" nicht jeweils ein Komma?
Ich weiß nicht ... meinst du? Sieht komisch aus ...
-- Ja, meine ich, da "was" als Einleitung des Nebensatzes "alles" näher definiert. Es ist ja nicht alles unnütz, sondern alles wird durch den Nebensatz "das er bisher erlebt hat" spezifiziert. Notfalls frag mal die Libbi. Icon_wink

Zitat:
Zitat: Zitat:„Ich hätte deinen Kopf abhacken sollen, um ganz sicher zu gehen.“
Der Blick des Zauberers zitterte nicht einmal, ununterbrochen hielt er Augenkontakt. Braune Iris, erdig irgendwie.

-- Nur eine? Icon_wink
Ich glaube sogar das Iris die Mehrzahl von Iris ist. *ggg*
-- Dann lass dich etwas besseres belehren: Die Iris (altgriech. „Regenbogen“, Mehrzahl Iriden oder Irides) Icon_jump

Zitat:Der Knackpunkt der Geschichte ist eigentlich gerade, was dieser Fluch ist, bzw. woher eigentlich der ewige Winter kommt.
"„... dass ich ihre Kinder töte. Aber ihr Erbgut war beschädigt! Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung … du weißt nur zu gut, dass man so etwas nicht tolerieren kann."
Und ich dachte, das wäre zu offensichtlich. *lacht*
Leider denkt auch niemand mehr am Ende an die Verse vom Anfang
...
-- Du meinst den atomaren Krieg? Doch, das habe ich verstanden. Das war so klar, dass ich das gar nicht erwähnt haben wollte. *lach*

Zitat:Stimmt, ich finde auch, dass diese Geschichte ein bisschen einen schmalen Grat entlang balanciert. Aber diese Geschichte ist wegen der Welt geschrieben worden, ich hab mir nicht die Welt ausgedacht, um der Geschichte einen Hintergrund zu geben. *g* Irgendwie falsch rum ... oder doch nicht? *g*
-- Nöö, mach ich auch manchmal so.

Zitat:Ich fürchte, ich muss dir eröffnen, dass ich schon immer Anflüge dieser Perspektive hatte ... in dieser Geschichte habe ich sie auf die Spitze getrieben. Und noch schlimmer: es hat mir gefallen. *lacht*
Aber keine Sorge, so kann ich nicht immer schreiben. *ggg*
-- Gott sei Dank. Mrgreen

Zitat:Wie immer ein sehr hilfreicher (und ungewöhnlich positiver) Kommi :P.
UND: du hast das mit Municum verstanden.
-- Ungewöhnlich positiv? Dich habe ich doch schon lange nicht mehr zerrissen. Icon_wink

Liebe Grüße
Addi
Hey Addi! Icon_smile

Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich dir gar nicht mehr geantwortet habe ... und das schon seit Ewigkeiten! Doh
Entschuldige, Entschuldige, Entschuldige!

Besser spät, als nie ...

Zitat:Bei der Suche nach Flimmern und Auge finde ich Flimmern vor den Augen - alles Lichtphänomene, keine Bewegung. Die Bezeichnung Flimmerhärchen ist auch ein typisches Beispiel für deutsche Fehlbenennung, der Fachbegriff lautet nämlich Zilien. Aber selbst wenn ich mir Zilien von Einzellern anschaue würde ich diese Bewegung nie auf ein Lid übertragen. Diese Flattern nun mal generell. Aber ja, ich höre schon auf.
*lacht*
Ich bin mir absolut sicher, dass Flimmern hier richtig ist. Ich hab es nicht nur einmal so gelesen.

Zitat:Da der Speer als Synonym herhält, bezieht sich auch de Nebensatz darauf, deshalb wäre ich für "wich". Aber das ist wohl ebenfalls Geschmackssache.
*g*
Dann entscheide ich mich für "verklang". Icon_smile

Zitat:Ich meinte, er hätte sich aufgesetzt und sich schon mit dem Mann unterhalten.
Ich habe geschrieben:
"Trotzdem lehnte er sich zurück und ließ die Zigarette in Richtung des düsteren, wolkenverhangenen Himmels aufragen."
Mit "zurücklehnen" meinte ich, er legt sich wieder hin. Ich gebe zu, dass man das da nicht unbedingt herauslesen kann ... mist. Mal schauen. Icon_wink

Zitat:Als hätten darüber Zweifel bestanden. :D
Icon_lol
Niemals!

Zitat:Die Frau könnte auch eine Magd sein oder seine Schwester. Daher meine Frage mit der Frau.
Stimmt ... ich als Vorzeigekatholik kann mir wohl einfach nichts anderes Vorstellen, als "Ehefrau". *ggg*
Vielleicht kann Shîn es auch nicht?

Zitat:a, meine ich, da "was" als Einleitung des Nebensatzes "alles" näher definiert. Es ist ja nicht alles unnütz, sondern alles wird durch den Nebensatz "das er bisher erlebt hat" spezifiziert. Notfalls frag mal die Libbi. Icon_wink
Na gut, ich glaube dir einfach mal. ^^

Zitat:Dann lass dich etwas besseres belehren: Die Iris (altgriech. „Regenbogen“, Mehrzahl Iriden oder Irides) Icon_jump
Ähm ... aber ... mist. Du hast gewonnen. Icon_wink

Zitat:Du meinst den atomaren Krieg? Doch, das habe ich verstanden. Das war so klar, dass ich das gar nicht erwähnt haben wollte. *lach*
Irgendwie ist es nicht so vielen Leuten so sonnenklar gewesen. Umso mehr freut es mich, dass du es verstanden hast! Icon_smile

Zitat:Gott sei Dank. Mrgreen
Mittlerweile habe ich ja Tontaubenschießen geschrieben ... und? Wie passt das jetzt ins Schema? *lacht*

Vielen Dank für deine neuerliche Rückmeldung und entschuldige, dass du solange auf meine warten musstest. Icon_nosmile

Liebe Grüße vom Wanderer!
Hallo Weltenwanderer,

angeregt durch Deine Ermahnung, selbst mehr zu kommentieren, habe ich nun Deinen Text vorgefunden und mich in die Lektüre gestürzt. Sie war leichter, als ich zunächst befürchtet hatte. Immerhin ist der Text, allein vom Umfang her, ein Schwergewicht, und auch die Kommentare sind schwergewichtig. Ich will, ohne die Kommentare gelesen zu haben, einfach meinen persönlichen Eindruck wiedergeben.

Zunächst ist mir am Stil aufgefallen, dass er mich irgendwie an die Nachkriegsliteratur von Wolfgang Borchert erinnert, an Geschichten wie die "Drei dunklen Könige" und viele andere. Es werden kurze Sätze gebildet und in scharfen, ungewohnten Metaphern Gefühlsregungen ausgedrückt. Ein Beispiel möge es zeigen:
Zitat:Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn begann einen seichten, ziehenden Schmerz auszulösen. Es wurde Zeit, die Augen zu öffnen. Aber vorsichtig, nur einen Spalt breit.
Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt. Weißes Licht, sonst nichts.
Verwirrung.
Das Prickeln breitete sich aus, floss seine Arme und Beine hinauf, gefolgt von einem unangenehmen Brennen - und Panik.
Die Panik war am schlimmsten. Sie schnürte seinen Brustkorb zu, jeder Atemzug verkam zu einem hilflosen Schnappen. Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
Dahinter war Kälte.
Immer noch das Kratzen. Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.
Der Mann zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen, indem er seine Augenbrauen zusammenschob, die Stirn runzelte und sich einfach auf seine Lungen konzentrierte. Dabei machte er die Entdeckung, dass die Luft frostige Eiskristalle mit sich führte, die in seine Schleimhäute stachen.
Tot war er wohl nicht, dafür erwachten seine Gliedmaßen einfach zu schmerzhaft.

Hier wird ein Protagonist dargestellt in einer Lage, in der er vermutlich seine ganze Autorität als selbstbestimmendes Lebewesen verloren hat. Die Schmerzen beherrschen ihn, er wird von ihnen beherrscht und führt ihn zu der Erkenntnis, dass er noch nicht tot war. Ein wenig erinnert mich das an Schopenhauers Pessimismus. Das einzig wirklich Greifbare des Lebens scheinen die fühlbaren Schmerzen zu sein.

Hören wir noch einmal in den Text hinein:
Zitat:Im ganzen, mit Holz ausgekleideten Raum stand die Luft. Wie ein lang andauernder Schlag in sein Gesicht - Nadelstiche auf seinen Ohren, auf seinen Lippen.
Und jeder Atemzug voller Glassplitter.

Shîn unterdrückte ein Husten und nahm die Hände von dem groben Tisch, der das Hauptinventar der Hütte bildete.
Seine Augen wanderten kurz zu der Tür, durch die der Spatenmann verschwunden war. Gemurmel drang hindurch, als wäre es weit entfernt und aggressiv.
Als nächstes rückte die Eingangstür ins Blickfeld. Stiefel standen davor, voller Schneeschlamm.
Durch die dritte Tür dagegen drang staubig-graue Helligkeit, zusammen mit dem Heizofen die einzige Lichtquelle.

Die fett unterlegten Stellen könnten auch von Borchert sein. Sie haben eine enorme expressive Wirkung. Sie zeichnen schmerzliche Gefühlseindrücke. Manches erscheint auch "überzeichnet". Die Sprache wirkt hart und unversöhnlich. Und wegen ihrer expressiven Kraft auch zuweilen gedanklich ausgedünnt. Daran stoße ich mich beim Lesen. Wenn ich nach der Lektüre mich frage, was jetzt in meinem Bewusstsein von der Geschichte zurückbleibt, muss ich nach Gedanken suchen, die ich nicht finde. Expressive Situationsschilderung allein genügt eben nicht. Eine Geschichte braucht ein Ziel, eine Prämisse, muss eine inhaltliche Absicht verwirklichen. Ohne gedankliches Konzept ist kein Text möglich. Und jetzt bin ich auf der Suche nach dem gedanklichen Konzept.

Eine Stelle gibt dem Text eine kleine Richtung vor für das Verständnis und die logische Einordnung des Inhalts:
Zitat:Ein leises Schaben, Holz über Holz. Hätte Shîn nicht genau so etwas erwartet, er hätte es vermutlich nicht gehört.
„... dass ich ihre Kinder töte. Aber ihr Erbgut war beschädigt! Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung … du weißt nur zu gut, dass man so etwas nicht tolerieren kann. Gerade deine Gilde hat doch noch strengere Auswahlkriterien als die meine ...“
„Hm.“
„Du redest wohl nicht viel? Na ja, jetzt wirst du auch nicht mehr dazu kommen, Narr!“
Muskeln spannten sich an -
im Arm des Magus, in den Beinen des Schwertkämpfers, in seinem Schwertarm.
Während der Zauberer die Hand hob, schnellte Shîn vorwärts und zog gleichzeitig in einer fließenden Bewegung das Schwert.
Die Klinge schimmerte vorfreudig im schwachen Licht, deutlich zeichnete sich das Wellenmuster ab, das den Übergang zwischen härterem und weicherem Stahl markierte.
Perfekte Verlängerung seines rechtem Arms.
Ein Schuss krachte.

Dann Stille.
Geht es in Richtung Bewahrung der Natur? Bewegt sich der Text sozusagen auf der Folie eines "grünen Weltbildes"? Soll der Zauberer umgebracht werden, damit eine bessere Welt entstehe? Die "perfekte Verlängerung..." ist wieder so ein typischer Borchert-Satz.

Also insgesamt löst dieser Text in mir viele Fragen aus.
Aber das Lesen war irgendwie spannend. Es gibt viele ungewöhnliche Metaphern und der Stil zeugt von einer gewissen Reife und Meisterschaft.

Viele Grüße

Hans Werner
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