Literatopia

Normale Version: 5 Wörter Teil 14 (abgeschlossen)
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Damen und Herren, aufgepasst:

der neue 'wettbewerb' der 5 wörter beginnt...ja, gleich...und endet am
Einheiztag, 03.10., punkt 24 uhr!.
(verlängerung wg. nichtteilnahmen vorbehalten...Icon_aufsmaul...aber nicht erwünscht!!!)
Ich werde also im verlauf des 04.10. meine/n nachfolger/in bzw. gewinner/in
bekannt geben!
Ok? - Ok.
Die wörter sind...trommeltrommeltrommel:

Quersumme / dominant / abgelaicht / entrümpeln / Habseligkeit

Icon_ugly
Äh, ja. (Fasst Euch so kurz wie möglich, ich bin lyriker! Mrgreen )

Also, ab
Wait
jetzt!

Cowsleep poLet
Ok, dank Adsartha erkenne ich mehr und mehr.
Also, nachtrag:

Zitat:der neue 'wettbewerb' der 5 wörter

Zitat:Quersumme / dominant / abgelaicht / entrümpeln /Habseligkeit
Zitat:endet am
05.10. punkt 24 h!

Alles klar?
Wohlan.

Cowsleep poLet
Darf ich mal eine Zwischenfrage stellen? Ist entrumpeln = entrümpeln?
...Icon_confused...äh, ja!

Sigurd

Zitat:Quersumme / dominant / abgelaicht / entrümpeln / Habseligkeit

Hier eine Kürzestgeschichte von mir (augenzwinkernd gemeint) Ist ja nicht gerade einfach, mit diesen Wörtern etwas zu schreiben, daher ist es ein wenig skurril geraten. Write

"Die Quersumme deiner Gegenwart ist mir zu dominant, da fühl ich mich wie abgelaicht!" Ich sah sie an und erwiderte: "Häh?" Sie lachte ... "Das verstehst du nicht, stimmt´s?" Ich zuckte mit den Schultern. "Bist du besoffen, auf Drogen, schizophren, urlaubsreif oder so was?" Sie sah mich an und lachte wieder ... "Du hast recht", antwortete sie und nahm ihre Habseligkeiten an sich. "Ich muss hier raus und meinen Geist entrümpeln." Damit verließ sie unser gemeinsames Haus und lief zu ihrem Auto. Ich beobachtete sie durch´s Küchenfenster. Was sag ich nur den Kindern, überlegte ich, wenn sie aus der Schule kommen und wissen wollen, wo ihre Mutter ist? Und wie kann ich die Quersumme meiner Gegenwart so reduzieren, dass ich nicht mehr so dominant rüber komme und sie sich wie abgelaicht fühlt? Ich stand vor einem Rätsel.
Monolog eines Überlebenskünstlers
(über Wissenschaft befragt)

Buschige Brauen beschatten Ruinen von Augen.
"Mathematiker und Physiker beschäftigen sich mit vielerlei Unsinn. Quersummen zum Beispiel. Oder molekularen Quanten. Weiß jemand, was das ist? Ich nicht. Wenn man mich fragt, so gibt es duchaus sinnvollere Wege, seine Lebenszeit zu verbringen. Und auch nützlichere. Man denke nur an all die dominanten Probleme unserer Welt - Hunger, Rohstoffmangel, Platzmangel. Dann diese Dürre in, wo war das gleich?"
Schulterzucken
"Naja, eigentlich mangelt es doch an allen Enden und Ecken unseres runden Planeten. Halt Halbrund, eher abgeflacht rund, wie wir dank der Wissenschaft wissen. Abgeflacht. Wenn ich das schon höre!
Die halbgaren Erkenntnisse, irgendwo in kleinen Büros von ebenso kleinen Horizonten abgelaicht. Wie bei den Fischen, Plopp, Plopp, etwas Milch drüber. Fertig ist der nächste Nobelpreis, oder wie sich das schimpft.
Früher hätte man diese Querköpfe zum Arbeiten aufs Feld geschickt. Heute bekommt man für so etwas Forschungsgelder. Das nicht zu knapp.
Und unsereins? Muss sehen wie es mit seinem Hungerlohn klarkommt, aufgelöste Haushalte auf der Straße nach Brauchbarem entrümpeln."
Es folgt ein Schnauben, bevor rissige Finger den Wagen mit den mageren Habseligkeiten zur nächsten Straßenecke, zum nächsten Fundus schieben.
Zitat:Quersumme / dominant / abgelaicht / entrümpeln / Habseligkeit

Manchmal sehe ich einfach zu und staune, während die Welt sich unermüdlich weiterwindet. Das ist meist, wenn ich neben Stefan auf der Dachterrasse hocke und wir schweigend auf die Stadt hinunterstarren. Wenn sich der Tag als verschwimmender Farbenschleier über die spiegelnden Fassaden legt und irgendwo in den Köpfen der Menschen verschwindet, zur Erinnerung wird, während die Fensterquadrate aufflammen.
Wenn Stefan zuhört, obwohl ich nichts erzähle, und so viel versteht, dass ich dann doch anfange zu sprechen.
"Du Stefan", sage ich. "Was ist dahinter?"
Und Stefan, dessen zusammengeklappte Magerheit in seiner Hängematte verschwindet wie darin abgelaicht, beugt sich zu dem Getränkekasten hinunter.
"Auch 'n Bier?", fragt er, obwohl ich nie eines nehme. Aber er fragt eigentlich nicht, sondern denkt nach. Ich beobachte ihn, wie er wiederum seine Bierflasche beobachtet, in der sich die Silberfäden des Abend verspinnen. Und wie immer denke ich, dass ich ihm das eigentlich mal sagen müsste:
Du Stefan, du kannst gut nachdenken. Die Leute, die sagen, du bist ein asozialer Penner, der nichts taugt, haben keine Ahnung. Es ist mir egal, ob du weißt, was eine Quersumme ist - du hast andere Antworten, die wichtiger sind.
"Ich habe meinen Philosophielehrer gefragt", erzähle ich und sehe zu, wie Stefan die Flasche in seinen Händen dreht. "Der hat nur gesagt, es gäbe viele Vorstellungen von dem Leben nach dem Tod und von Erkenntnis. Er hatte keine Antwort."
"Is' 'n Pauker", antwortet Stefan und blinzelt in den Abendhimmel. "Der hat nicht gecheckt, was du meinst, Kleine. Aber ich glaub', ich weiß es."
Er streckt den Arm aus, den ohne Bierflasche, und deutet hinaus. Das Hochhaus, das seinem Fingerzeig im Weg ist, hat keine Bedeutung - Stefan zeigt einfach ins Nichts.
"Dahinter", meint er, "is' 'ne ganze Menge. Glaub' ich. Muss ja. Irgendetwas, was vor all den Beamten und Leuten war, die die Stadt gebaut haben. Vor allem, weißt du?"
"Noch vor den ersten Menschen?"
"Ja klar, Kleine!" Stefan setzt die Bierflasche an die Lippen, lächelt durch das grüne Glas hindurch. "Bevor eben alle Menschen kamen und Tiere ausrotteten und die Natur zerstörten und so."
"Bevor der homo sapiens die dominante Spezies wurde", fasse ich seine Worte stolz in aufgelesene Fremdwörter zusammen.
"Klingt gut. Haste das inner Penne gelernt?"
Ich nicke. "Und aus Büchern."
"Klingt echt verdammt intelligent. Wirklich, Kleine, du bist pfiffig, das solltest du ausnutzen."
Ich verberge mein Gesicht verlegen im flammenden Abendlicht, sehe hinunter und höre, wie Stefan wieder einen großen Schluck nimmt. Und wir schweigen. Wie immer.
"Du Stefan", breche ich erneut die Großstadtstille mit all ihrem Gehupe und Gerede. "Glaubst du wirklich, all das ist noch dahinter? Also, ist es immer noch da?"
Stefan zuckt mit den Achseln.
"Müsste man nachgucken." Er beginnt zu schaukeln, eine hagere Klappgestalt in einem aufgehängten Fetzen ehemals gelben Stoffs. Mit jedem Schwung stößt sein löchriger Schuh gegen den Bierkasten, ein leises Klacken auf dem Plastik.
"Du Stefan, lass uns nachgucken gehen", schlage ich vor. Mein Gesicht badet in dem letzten Schein vor der Dunkelheit und schlägt sich in meinen Gedanken als wunderbare Vision nieder: Auf Reisen, weg von der Stadt - statt darüber eben dahinter. Stefan und ich, wie immer. Mit einem Kasten Bier. Ich lächele.
"Klar, warum nich'?" Stefan nickt ernst. "Wir brauchen nich' viel."
Er weist mit einer ausladenden Geste auf seine Habseligkeiten, die auf der Dachterrasse verstreut liegen. Es ist tatsächlich nicht viel, wenn man im Geist die Terrasse entrümpelt: Das ausgeblichene Portemonnaie, in dem wie durch Zauberhand immer genug Geld für den Getränkemarkt und McDonalds ist, die Sammlung zerkratzter Buttons mit angeberischen Sprüchen, die einen Großteil von Stefans Englischkenntnissen ausmachen, der nietenreiche Ledermantel, auf dem wir mit Kreide schon so oft Tic-Tac-Toe gespielt haben, ...
"Wann gehen wir los?", frage ich.
Stefan schaukelt und nippt an dem Bier, schaukelt und sieht auf die Stadt hinunter, schaukelt und seufzt:
"Wir sind doch schon da."
Hi Trin,
eine seltsame Geschichte über Zwischenmenschlichkeit. Sehr schön eingefangen und beschrieben, vor allem Stefan in seiner Weitsicht. Icon_smile
Gefällt mir sehr, wie du die Wörter umgesetzt hast.

LG
Addi

PS: Ist dir dieser Ausflug spotan aus den Fingern geflossen?
(Vielleicht sollte ich mir für die Wörter auch mal mehr Zeit nehmen.)
Sanyasala Addi,

oh, danke schön - damit hätte ich nicht gerechnet (so viel Lob von dir auf einem so engen Zeitraum! o.O). Es ist mir wirklich spontan aus den Fingern geflossen, wie du gesagt hast. Wahrscheinlich unterbewusst inspiriert durch Libbi, so etwas würde sicher auch zu ihr passen ...

Gruß,
Trin
Zitat:Quersumme / dominant / abgelaicht / entrümpeln / Habseligkeit

So, wie immer zum Aufwärmen erst einmal eine Ein-Satz-Variante:
Die Quersumme meiner entrümpelten Habseligkeiten entspricht dem abgelaichten Gewicht eines dominanten Goldfisches.

Hier nun aber mein richtiger Beitrag. Extra kurz, wie gewünscht.

„Sie behaupten, sie leben in einer Quersumme?“
„Ja. Und sie ist DOMINANT!“
„Wie: dominant?“
„Völlig entrümpelt!“
„Was denn nun? Dominant oder entrümpelt?“
„Beides. Total abgelaicht, die ganze Sache!“
„Abgelaicht?“
„Sagen Sie, verstehen Sie überhaupt ein Wort von dem, was ich sage?“
„Ähm, na ja.“
„Und was habe ich eben gesagt?“
„Abgelaicht?“
„Falsch! Und jetzt packen Sie ihre Habseligkeiten zusammen und verlassen sofort meine Zelle, Herr Doktor!“
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