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Normale Version: Die Geschichte von Blir - Kapitel 3
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Die Geschichte von Blir - Kapitel 3: Met
Prolog Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4

Blir fuhr schweißgebadet hoch.
Keuchend saß er im Bett und versuchte, seine Gedanken zu ordnen.
Der Überfall, der tote Herzog ... war das wirklich alles geschehen? Oder hatte er nur schlecht geträumt?
Nein, das war kein Traum, stellte Blir missmutig fest und wischte sich eine durchnässte Haarsträhne aus dem Gesicht. Als er sich wieder hinlegte, durchfuhr ihn ein stechender Schmerz. Instinktiv fasste er sich mit seiner Hand an den Rücken und fühlte seine heiße und mit kleinen Schürf- und Fleischwunden übersäte Haut.
Der Sonnenbrand und die Wunden, die er sich während des Sturzes und der anschließenden Flucht zugezogen hatte ... auch sie waren kein Traum gewesen.
Mühsam richtete Blir sich auf und warf einen Blick nach draußen. Er sah den Weg, den er gestern unter größter Anstrengung entlanggekommen war. Doch heute gab es keinen Staub und keinen Sand, der ihm in das Gesicht wehen und Tränen in die Augen treiben konnte. Draußen goss es in Strömen und all der Regen, der die letzten Wochen gefehlt und die Welt durch seine Abwesenheit in eine brütend heiße und trockene Einöde verwandelt hatte, schien mit einem Mal auf die Erde niederzuprasseln. Es musste schon die ganze Nacht geschüttet haben, denn der Weg war von mehreren großen Pfützen durchsetzt. Blir ließ seinen Blick über den Weg zu dem Wäldchen schweifen, dessen Bäume im Takt des Windes hin- und herschaukelten. Von dem Wäldchen glitt sein Blick zu der flachen Ebene dahinter, deren eintöniges Erscheinungsbild nur hier und da von einem alleinstehenden Baum oder einem kleinen Busch aufgelockert wurde. Schließlich verbarg ein tiefgrauer Regenschleier das weitere Gelände vor Blirs Blicken. Irgendwo dahinter mussten die steilen Hänge liegen, die das Tal begrenzten und ihm seinen Namen gaben. Und noch weiter nördlich, inmitten des Grenzwaldes, thronte die Burg Nor über dem grünen Meer aus Tannen und Kiefern, Eichen und Eschen. Dort lag der Ort, an dem das Unheil seinen Anfang genommen haben musste. Blir hatte den Grafen Moronons vor Augen, wie er, über seinen Schreibtisch gebeugt, den Angriff auf den Herzog plante. Wie er die Einzelheiten seines Endes skizzierte, seine Hinrichtung vorbereitete. Vor sich hatte der Graf ein Blatt Pergament auf dem Tisch liegen, auf dem er hin und wieder einen vorsichtigen Federstrich wagte. Er arbeitete hochkonzentriert und präzise, als würde er ein Uhrwerk stellen. Plötzlich und ohne Vorwarnung schaute der Graf von seinem Pergament auf und erblickte Blir. Und lächelte. Begann zu lachen, schüttelte sich vor Lachen, und hatte seinen Blick stets fest auf Blir gerichtet.
Erschrocken wich dieser zurück und wandte seinen Blick ab.
Er stolperte zurück, wankte und fiel hart zu Boden.
Sein Rücken rebellierte, brannte, schmerzte. Wie gestochen sprang Blir auf und schrie. Schrie den Schmerz, die Scham und die Trauer der letzten Tage heraus.
Dann stand er einfach da - bemüht, ruhig und gleichmäßig zu atmen.
Bedächtig sog er Luft ein, hielt kurz inne und stieß sie genauso langsam wieder aus.
Plötzlich klopfte es dreimal an der Tür.
„Ja?“
„Was ist passiert?“, fragte Jorn sichtlich besorgt als er die Tür öffnete und den Raum betrat.
„Nichts, es ist alles gut“, erwiderte Blir zögernd.
„Ihr habt geschrien. Seid Ihr sicher, dass alles in Ordnung ist? Habt Ihr Schmerzen?“, fragte Jorn und runzelte die Stirn.
„Ja, ich habe geschrien. Aber nicht wegen der Schmerzen. Es ist alles in Ordnung. Keine Sorge, mir geht es gut. Ich brauche nur ein wenig frische Luft“, sagte Blir stockend, verließ den Raum und ließ einen verwundert und besorgt drein blickenden Jorn zurück.

Blir trat auf die Veranda, setzte sich auf den Holzboden und betrachtete den Regen. Er beobachtete, wie die Tropfen vom Himmel fielen, wie sie hier und da vom Erdboden aufgesaugt wurden und an anderer Stelle große Pfützen bildeten.
Wie die Tropfen auf dem Weg zum nächsten großen Wasserloch in kleinen Rinnsalen den Boden durchzogen.
Er fühlte sich lethargisch und sentimental, wie ein alter Veteran und Held unzähliger Schlachten. Doch Blir hatte seine einzige Schlacht verloren und sich nur mit viel Glück die Chance bewahrt, weitere zu schlagen, während viele Andere den Tod gefunden hatten. Wenn es einen Grund gab, warum er das Ende seines Lebens fürchtete, dann war es die Angst vor einer letzten und ewigen Ruhe.
Ruhe war ihm fremd, Rastlosigkeit sein Lebensmotto.
Ich bin ein Soldat, kein verträumter Denker! Ein Mann der Taten!, dachte er verbittert und schüttelte den Kopf.
Abwarten, verharren, das war nicht seine Welt. Er löste Probleme am liebsten sofort und direkt.
Unter leisem Stöhnen stand Blir auf, warf einen letzten Blick auf den schlammigen Weg und ging ins Haus zurück.
Blir öffnete die Tür und fand Jorn in der Küche vor.
„Trinkt einen Schluck mit mir“, forderte Jorn und deutete auf einen Tonkrug und zwei Tonbecher, die vor ihm auf dem Holztisch standen.
„So früh? Es ist doch noch nicht mal Mittag“, erwiderte Blir verwundert und nahm auf dem Hocker Platz.
„Solche Vorschriften, wie ihr Städter sie pflegt, gibt es auf dem Land nicht. Wir trinken immer dann, wenn uns der Sinn danach steht und ein Krug in Reichweite ist“, antwortete Jorn und setzte ein wohlwollendes Lächeln auf. Ohne Blirs Antwort abzuwarten füllte Jorn die beiden Becher mit der Flüssigkeit aus dem Krug.
„Ihr meint wohl uns Soldaten“, setzte Blir an und begutachtete die klare Flüssigkeit, die in seinem Becher auf ihn wartete, „die Bürger von Kalnion fangen meist abends zu trinken an und torkeln morgens direkt von der Taverne zur Arbeit“.
„Ach, habt Euch nicht so. Nach all den Qualen wird Euch ein wenig Met gut tun, der beste weit und breit. Manche gehen sogar so weit, ihn 'flüssiges Gold' zu nennen“, antwortete Jorn bestimmt und hob seinen Becher an.
Blir zuckte mit den Schultern und tat es seinem Gastgeber gleich.
„Auf den Herzog!“,rief Jorn feierlich und Blir beschlich der Verdacht, dass dies nicht sein erster Becher war.
„Auf den Herzog!“
Scheppernd stießen die Becher aneinander.
Nach kurzem Zögern setzte Blir den Becher an den Mund und nahm einen tiefen Schluck. Schnell floss das flüssige Gold seinen Rachen herab und nach wenigen Augenblicken breitete sich wohlige Wärme in Blirs Kehle aus.
Nach zwei weiteren Schlücken war der Becher leer und ihm wurde langsam bewusst, warum die meisten Menschen so viel vom Alkohol hielten.
„Ah“, sagte Blir zufrieden und stellte den Becher auf den Tisch.
„Tut gut, was?“, fragte sein Gastgeber, der seinen Becher ebenfalls geleert hatte,
„noch einen?“
Noch ehe Blir antworten konnte war sein Becher wieder gefüllt und die beiden stießen ein zweites Mal an.
„Auf die Rache an den Mördern!“, rief Jorn und sah Blir fest in die Augen. Dieser erwiderte den Trinkspruch und erneut erklang ein schepperndes Geräusch, als die beiden Trinkgefäße aneinander stießen und kurz darauf in einem Zug geleert wurden.
„Jorn, ich weiß nicht, wie ich Euch...“, setzte Blir an, bevor Jorn ihn abrupt unterbrach.
„Wie ich dir ... wir sollten dieses Ihr und Euch lassen, findest du nicht auch?“
„Du hast Recht. Nun, wie kann ich dir je danken?“
Jorn schaute auf und lächelte.
„Ich brauche kein Gold, keinen Ruhm. Die Tatsache, dass ich meinem Land helfen konnte, ist Ehre genug“, säuselte er, deutete eine Verbeugung an und ließ erneut sein verschmitztes Lächeln aufblitzen.
„Aber Ehre stillt in dieser Welt leider keinen Hunger. Es muss doch irgendetwas geben, was ich für dich tun kann“, erwiderte Blir und hielt seine Augen fest auf Jorns gerichtet.
Ehre, seit wann spricht ein Bauer von Ehre?, grübelte Blir und fasste sich verwundert an den Kopf, ließ das aber sofort wieder sein, als ihm bewusst wurde, wie lächerlich es aussehen musste. Jorn kratzte sich am Hals, schüttelte ungläubig den Kopf und stand auf. Er rückte den Hocker beiseite und machte ein paar Schritte auf Blir zu. Dann verharrte er plötzlich, stützte sich mit beiden Handflächen auf die Tischplatte und schüttelte erneut den Kopf.
„Nun es gibt da tatsächlich Etwas. Habe lange versucht, diese Entscheidung vor mir herzuschieben. Doch es hat keinen Sinn mehr. Ich wäre ein schlechter Vater, wenn ich seine Wünsche unterdrücken würde“, sagte Jorn und es schien, als würden diese Worte ihn große Überwindung kosten. Zudem war Blir sich sicher, dass der Alkohol seine Zunge gelockert und die Worte aus ihm heraus gekitzelt hatte.
Langsam dämmerte es Blir und er nickte.
„Dein Sohn?“
Jorn erwiderte Blirs Frage mit einem dankbaren Lächeln.
„Ja, mein geliebter Sohn. Er will weg. Will dieses Leben, das Leben seiner Vorväter, nicht leben. Aber … wer kann es ihm auch verübeln? Hätte ich soviel von dem Leben da draußen gewusst, wäre ich wohl auch nicht hier geblieben.“
Jorn setzte sich wieder hin und goss ein weiteres Mal Met nach.
„Nimm ihn mit. Gib ihm die Chance, diese Welt mitzugestalten, jemand zu werden. Bitte“, flehte Jorn.
Blir was diese Situation bekannt. Der einzige Unterschied war der, dass er damals derjenige gewesen war, der etwas gebeichtet hatte. Sein Gegenüber war damals auch kein Fremder, sondern sein Vater gewesen, doch das waren nur Details.
Blir wusste genau, in welcher Lage Jorn sich befand. Genauso musste es seinem Vater damals ergangen sein, als Blir diesem im zarten Alter von dreizehn Jahren seinen Traum, ein Soldat werden zu wollen, gebeichtet hatte. Es hatte Blir unzählige schlaflose Nächte gekostet, bis er sich dazu durchgerungen hatte, seinem Vater von seinen Plänen zu berichten. Da Blirs kleiner Bruder liebend gerne das Leben auf dem Land leben wollte, hatte Blirs Vater schließlich zugestimmt. So war dieser zudem um eine Aufteilung des Landes herumgekommen. Doch Jorn hatte nur einen Sohn und dass er diesem seinen Traum ermöglichen wollte, beeindruckte Blir schwer.
„Sicher. Wenn du willst, nehme ich ihn mit.“
Jorn wirkte erleichtert und froh, diese Angelegenheit geklärt zu haben und seine zuvor so angespannt wirkenden Züge lockerten sich.
„Auf die Zukunft!“ frohlockte er und goss den Met herunter. Zögernd stellte er den Becher wieder ab und seine Miene wurde wieder ernst, verfinsterte sich.
Wahrscheinlich soll ich auch trinken?, mutmaßte Blir und trank seinen Becher unter Jorns wachsamen Blicken aus. Doch seine Miene hellte sich nicht wieder auf, Blir glaubte sogar, sie hätte sich weiter verhärtet.
„Warum sollte ich ihn gehen lassen?“, lallte Jorn plötzlich und ein Hauch von Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit. Blir kannte diesen Zustand von seinen Patrouillen durch das nächtliche Kalnion nur zu gut. Der Alkohol hob die Stimmung urplötzlich an, ließ den Trinker für kurze Zeit in seligem Glück schweben und holte ihn dann, von einem Schluck auf den anderen, auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer den harten Aufprall mit noch mehr Alkohol rechtzeitig abfedern konnte, wurde prompt wieder von Glücksgefühlen übermannt, doch wer nun innehielt und den Krug beiseite stellte, vermochte den Rest des Abends schlecht gelaunt zu sein. Jorn schien soeben abgestürzt zu sein, unfähig, schnell wieder aufzustehen.
„Er wird dir auf ewig dankbar sein, mein Freund“, beschwichtigte Blir ihn und griff nun selbst nach dem Tonkrug, um Jorns Tief schnellstmöglich mit der Macht des Alkohols zu überwinden. Jetzt half nur ausreichend Alkohol und die Hoffnung, dass Jorn bald einschlafen würde.
Jorn antwortete nicht.
Mit der Linken griff Blir nach dem Becher seines Gastgebers und schenkte mit der Rechten nach. Doch nach wenigen Sekunden versiegte der Metstrom. Blir seufzte und beschloss, auf freundliche Worte zu verzichten, da Jorn jetzt eh fast nichts mehr mitbekam und unfreundliche Ausdrücke einfach leichter zu verstehen waren.
„Wo hast du mehr von dem Zeugs?“, fragte Blir ohne ernsthaft eine Antwort zu erwarten. Wie angenommen blieb Jorn stumm, deutete mit seiner rechten Hand aber hinter sich.
Blir folgte Jorns Bewegung und machte ein großes Holzfass aus, das an der Wand hinter ihm stand. Mit großen Schritten wankte Blir dem Fass entgegen und ihm wurde schmerzlich bewusst, wie schwer es ihm fiel, aufrecht und gerade zu gehen.
Blir hob den Deckel des Fasses an und schöpfte mithilfe einer unförmigen Holzkelle Met in den Tonkrug, den er zitternd mit der rechten Hand umklammert hielt.
„Hier, trink“, befahl Blir mit schlotternder Stimme und beugte sich über Jorns Schulter, um nachzufüllen. Widerwillig hob Jorn seinen Tonbecher an und würgte den Inhalt sichtlich angewidert herunter. Mühsam umrundete Blir den Tisch und ließ sich auf seinem Hocker nieder. Der Schemel ächzte unter seinem Gewicht, als Blir auf ihm platz genommen und es sich bequem gemacht hatte. Plötzlich ließ Jorn den Kopf hängen, schreckte überrascht auf, verschränkte die Arme auf der Tischplatte und bettete schließlich seinen Kopf in seiner eigenen Umarmung ein. Blir lächelte schwach, erwog kurz, nach oben zu gehen und seinen Rausch dort auszuschlafen, verscheuchte den Gedanken aber schnell wieder und tat es dann seinem Gastgeber gleich.

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Hab´s tatsächlich geschafft, hier nun Kapitel 3 :D
Den Anfang habe ich schon vor gut einem Monat geschrieben, das Grundgerüst des Dialogs in den letzten Tagen und heute habe ich es komplett überarbeitet und verfeinert.
Bleron heißt jetzt Jorn, da Blir und Bleron wirklich ziemlich ähnlich klingen und vorallem, da sie die einzigen Sprecher in diesem Kapitel sind, ist das mit verschiedenen Anfangsbuchstaben wohl einfacher. Außerdem mag ich den Namen Jorn viel lieber als Bleron Icon_smile
Desweiteren habe ich mit dem Prolog aus der Sicht eines Soldaten des Grafen Níso angefangen, sodass ich den Dialog in Kapitel 1 kürzen kann.
Freue mich jetzt schon auf eure Kommentare und werde mich heute noch selbst ans Kommentieren machen, damit ich dem Geben und Nehmen Prinzip gerecht werde.

Mfg
Jonas
Hallo, Joromir.

So, etwas später als versprochen gibts jetzt meinen Kommentar zu deinem dritten Kapitel.

Zitat:Bett und versuchte, seine
Ich bin mir nicht sicher, ob das Komma da hingehört. Schau es dir vielleicht nochmal genau an. Auf mich wirkt es gerade irgendwie komisch^^

Zitat:Nein, das war kein Traum gewesen. Leider.
Die Stelle würde sich als Gedankengang des Charakters gut machen. So wie er da steht, sagt der Erzähler dem Leser gerade, was Sache ist. Da der Leser das aber weiß, lass lieber Blir über das Geschehniss reflektieren.

Zitat:Als er sich wieder hinlegte, durchfuhr ihn ein stechender Schmerz.
Instinktiv fuhr er

Zitat:Seine Haut.
Etwas überflüssig, wessen Haut soll es sonst sein?
Bau das "seine" lieber in den Satz darüber ein.

Zitat:Sein Sonnenbrand, seine Wunden ... Auch sie waren kein Traum gewesen.
Auch die Zeile bräuchte es eigentlich nicht, der Leser kommt ja praktisch aus dem Kapitel, in dem Blirs Zustand schonmal Thema war. Wenn du es drin haben willst, solltest du es zumindest anders verpacken, indem du z.B. die Zustände nicht beschreibst, sondern es körperzentriert verarbeitest. Seine Haut spannt, juckt, etc.
Sowas in der Art.

Zitat:Draußen regnete es in Strömen und all der Regen, der die letzten Wochen gefehlt und die Welt durch seine Abwesenheit in eine brütend heiße und trockene Einöde verwandelt hatte, schien mit einem Mal auf die Erde niederzuprasseln.
Es musste schon die ganze Nacht geregnet haben

Zitat:großen Pfützen durchsetzt, die mit einer schlammigen Brühe gefüllt waren.
Was mein Verständnis angeht, sind Pfützen die Gesamtheit von Senke und Brühe, aber vor allem die Brühe. Das hier klingt nicht so rund und irgendwie wiederholt.

Zitat:Blir ließ seinen Blick über den mit Pfützen übersäten Weg zu dem Wäldchen schweifen
Den fetten Teil würde ich an deiner Stelle rausstreichen. Wie es da draußen aussieht, hast du ja gerade erst erwähnt.

Zitat:dessen Bäume rhythmisch im Takt
Adverbien-Orgie.
"rhytmisch" und "im Takt" sind meiner Meinung nach recht synonym, du kannst also auf eines von beiden verzichten. Rate mal, welches mir lieber wäre :D

Zitat:Von dem Wäldchen glitt sein Blick zu der flachen Ebene dahinter, deren eintöniges Erscheinungsbild nur hier und da von einem alleinstehenden Baum oder einem kleinen Busch aufgelockert wurde.
Ein bisschen viel Umgebungsgedöns. Ist es relevant zu wissen, wo er genau hinguckt? Wenn es nur um die Erwähnung der Ebene geht --> das sollte der Leser noch im Kopf haben. Und wenn nciht, ist das auch nciht tragisch.

Zitat:Schließlich verbarg ein tiefgrauer Regenschleier das weitere Gelände vor Blirs Blicken.
Ach komm schon, es regnet, das wissen wir inzwischen Icon_wink

Zitat:Irgendwo hinter dem Regenschleier mussten die steilen Hänge liegen, die das Tal begrenzten und ihm seinen Namen gaben.
Und noch weiter nördlich, inmitten des Grenzwaldes, der die Grenze der beiden Fürstentümer Moronon und Ardoln markierte, lag die Burg Nor, der Ausgangspunkt jedweden Übels.
AUch hier etwas viel Exposition. Haben wir nicht auch die Lage der Burg schon erfahren?

Zitat: lag die Burg Nor, der Ausgangspunkt jedweden Übels.
Dort lag der Ort, an dem das Unheil seinen Anfang genommen haben musste.
Auch hier klingt alles recht ähnlich.

Zitat: Blir hatte den Grafen Moronons vor Augen, wie er, über seinen Schreibtisch gebeugt, den Angriff auf den Herzog plante. Wie er die Einzelheiten seines Endes skizzierte, seine Hinrichtung vorbereitete. Vor sich hatte der Graf ein Blatt Pergament auf dem Tisch liegen, auf dem er hin und wieder einen vorsichtigen Federstrich wagte. Er arbeitete hochkonzentriert und präzise, als würde er ein Uhrwerk stellen.
Mal eher eine inhaltliche Frage:
kennt Blir den Grafen eigentlich?
Hm, ich merke gerade, dass die Stelle auch funktionieren würde, wenn das nicht der Fall wäre. Aber jetzt hab ich das Fass mal aufgemacht^^

Zitat:Plötzlich und ohne Vorwarnung schaute der Graf von seinem Pergament auf und erblickte Blir. Und lächelte.
Begann zu lachen, schüttelte sich vor Lachen, und hatte seinen Blick stets fest auf Blir gerichtet.
Erschrocken wich dieser zurück und wandte seinen Blick ab.
Oha, was geht den hier ab?
JETZT bin ich neugierig^^

Zitat:Sein Rücken rebellierte, brannte, schmerzte
Hier könnte man zumindest auf das "schmerzte" verzichten, das "brannte" ist das stärkere Verb. Andererseits mache ich sowas auch gerne, deshalb bin ich mal still^^

Zitat:Wie gestochen sprang Blir auf und schrie
Wie er aufspringt kann der Leser sich schon nach dem letzten Satz selbst vorstellen. Eigentlich müsstest du ihn hier nicht an die Hand nehmen.

Zitat:Vor Schmerz, vor Trauer, vor Scham.
s.o.
Obwohl ich hier sagen würde, dass du es entweder ausführen, oder streichen solltest.

Zitat:Dann stand er da. Stand einfach da, bemüht, ruhig und gleichmäßig zu atmen.
Bedächtig sog er Luft ein, hielt kurz inne und atmete genauso langsam wieder aus.
Wieder Doppelmoppel-Alarm Icon_wink

Zitat:Plötzlich klopfte es dreimal schnell hintereinander an der Tür.
"Plötzlich klopfte es" würde völlig ausreichen.

Zitat:Es ist alles okay.
Oh, oh, Höchststrafe.
Das gibt zehn Schläge auf die FInger, mit meinem noch nicht verfassten Nachschlagewerk "Begriffe die nichts in Mittelalterfantasy zu suchen haben und die zehn Schläge auf die Finger einbringen mit dem noch nicht verfassten ..."

Zitat:und an anderer Stelle große Pfützen bildeten.
Das sind die Pfützen wieder Icon_wink

Zitat:Abwarten, verharren, das war nicht seine Welt.
Pro

Zitat:„So früh? Es ist doch gerade erst 10 …. oder 11?“
Zahlen ausschreiben.
Und meine Standardfrage:
hat er eine Armbanduhr? Icon_wink

Zitat:„Bei uns auf dem Land gibt es solche Vorschriften, wie ihr Städter sie pflegt, nicht.
Etwas verknust. Vorschlag:
"Solche Vorschriften, wie ihr Städter sie pflegt, gibt es auf dem Land nciht."

Zitat:Wir trinken immer dann, wenn uns der Sinn danach steht und ein Krug in Reichweite ist
Der Satz wirkt so ... unnatürlich.
Ich meine:
es muss ja einen Grund geben, warum die Städter sich nicht besaufen. Ein Moralsystem? Religiöse Gebote? Gesetze?
Warum ignorieren die Leute auf dem Land sie dann derart? Sind sie nicht religiös? Und wenn nicht, möchte ich wissen warum (wenn man bedenkt, das im MA die ungebildeten Bauern gerade die Gläubigen waren). Und warum reibt er es einem Städter unter die Nase? Bei jedem der drei angeführten Punkte würde ich mich an seiner Stelle hüten, Blir gegenüber damit zu prahlen, dass sie alle Saufnasen sind.
Außerdem:
irgendwer muss den Landstrich ja beherrschen. Der Graf zu Nor vielleicht? Dann frage ich mich, wie die Bauern damit durchkommen, schließlich wird der Graf wenig erfreut sein, wenn die Männer, die seine Felder bestellen und demnach sein Einkommen erbringen, lieber besoffen rumliegen.
Andererseits war der Umgang mit dem Alkohol im MA auch viel freier – um mal von der anderen Seite da ran zu gehen. Warum haben die Städter dann andere Ansichten?
Ich könnte stundenlang weiter machen^^

Zitat:„Ihr meint wohl uns Soldaten“, setzte Blir an und begutachtete die klare Flüssigkeit, die in seinem Becher auf ihn wartete, „die Bürger von Kalnion fangen meist abends zu trinken an und torkeln morgens direkt von der Taverne zur Arbeit“.
Hm, okay, das mildert das oben etwas.
Aber Soldaten, die nicht trinken? Nicht um sich warm zu halten?

Zitat:„Auf den Herzog!“,rief Jorn feierlich und Blir beschlich der Verdacht, dass dies nicht Jorns erster Becher war.
Pro

Zitat:„Auf den Herzog!“, wiederholte Blir und die beiden Tonbecher stießen scheppernd aneinander.
Wir wissen, dass er es wiederholt. Ich meine, genau das hat er ja gerade getan. Lass doch einfach die Becher gegeneinander scheppern und streich den ersten Teil.

Zitat:„Tut gut, was?“, fragte sein Gastgeber, der seinen Becher ebenfalls geleert hatte,
noch einen?“
,=. und „Noch einen?“

Sooo.
Am Rest habe ich ncihts mehr rum zu meckern.

Tja, was soll ich sagen?
Du hast an sich einen angenehmen Stil, das hat dich gerettet, denn wirklich glücklich bin ich mit diesem Abschnitt nicht.
Klar, die Handlung kommt in Gang, auch, dass Blir nun Jorns Sohn mitnimmt, finde ich sehr interessant, das hat viel Potential.
Was mich stört, sind die massiven Wiederholungen. Ich weiß, bei einer Erstfassung kommt sowas immer wieder vor, das passiert mir selbst auch alles andere als selten. Trotzdem solltest du versuchen, darauf zu achten.
Schau dir am besten auch nochmal Lannas Thread zum Thema Zeichensetzung an, da machst du zwar kaum Fehler, aber gerade beim Ein- und Ausleiten von Dialogen musst du nochmal etwas genauer hinsehen.

Naja, ich bin aber auf jeden Fall weiter dabei, hoffe, dass ich dich nicht entmutigt habe und bin gespannt, was noch so passiert Icon_smile

Mit besten Grüßen,
Saryn
Moin Saryn,
erstmal vielen Dank für deinen Kommentar, die Hoffnung stirbt zuletzt Pro

Zitat:Ich bin mir nicht sicher, ob das Komma da hingehört. Schau es dir vielleicht nochmal genau an. Auf mich wirkt es gerade irgendwie komisch^^

Jetzt wo du es sagst, hört es sich tatsächlich ein bisschen fehlplatziert an ... guck ich mir aber nochmal an. Ich glaube es geht beides, jedenfalls kann man es sinnvoll mit oder ohne Komma sagen, ohne ist aber wohl besser^^

Zitat:Die Stelle würde sich als Gedankengang des Charakters gut machen. So wie er da steht, sagt der Erzähler dem Leser gerade, was Sache ist. Da der Leser das aber weiß, lass lieber Blir über das Geschehniss reflektieren.

Gute Idee, werde das wohl so umsetzen.

Zitat:Etwas überflüssig, wessen Haut soll es sonst sein?
Bau das "seine" lieber in den Satz darüber ein.

Hatte mir das eigentlich so als Stilmittel gedacht, ist aber anscheinend nach hinten losgegangen.

Zitat:Auch die Zeile bräuchte es eigentlich nicht, der Leser kommt ja praktisch aus dem Kapitel, in dem Blirs Zustand schonmal Thema war. Wenn du es drin haben willst, solltest du es zumindest anders verpacken, indem du z.B. die Zustände nicht beschreibst, sondern es körperzentriert verarbeitest. Seine Haut spannt, juckt, etc.
Sowas in der Art.

Stimmt, eigentlich weiß der Leser das schon.
Finde das aber eigentlich ganz gut, um dem Leser noch stärker zu vermitteln, dass Blir zuerst ernsthaft glaubt, es könne sich um einen Traum gehandelt haben. So ála der Tag danach: "Wo hab ich denn das her?"

Zitat:Was mein Verständnis angeht, sind Pfützen die Gesamtheit von Senke und Brühe, aber vor allem die Brühe. Das hier klingt nicht so rund und irgendwie wiederholt.

Die Wortwiederholung wird behoben, die nähere Beschreibung der Pfützen auch. Die Erwähnung der Pfützen bleibt aber, damit Blir auch einen Grund für seine Annahme hat Mrgreen

Zitat:Den fetten Teil würde ich an deiner Stelle rausstreichen. Wie es da draußen aussieht, hast du ja gerade erst erwähnt.

Kann wirklich raus, hast Recht.

Zitat:Adverbien-Orgie.
"rhytmisch" und "im Takt" sind meiner Meinung nach recht synonym, du kannst also auf eines von beiden verzichten. Rate mal, welches mir lieber wäre :D

"rhytmisch" fliegt Mrgreen

Zitat:Ein bisschen viel Umgebungsgedöns. Ist es relevant zu wissen, wo er genau hinguckt? Wenn es nur um die Erwähnung der Ebene geht --> das sollte der Leser noch im Kopf haben. Und wenn nciht, ist das auch nciht tragisch.

Finde diese Beschreibung der Landschaft ganz gut, da im ersten Kapitel ja nur der Teil vom Wäldchen bis zum Haus beschrieben wird. Das ganze dient eigentlich nur diesem Zoom zur Burg Nor, leicht von Herr der Ringe inspiriert, wenn Frodo einen seinen "Saurons Auge"-Anfälle kriegt.

Zitat:Ach komm schon, es regnet, das wissen wir inzwischen

Stimmt, das müsste man mittlerweile wissen, aber der Regenschleier zeigt, warum er nicht weiter sehen kann und das deswegen aus der Erinnerung konstruiert.

Zitat:Auch hier klingt alles recht ähnlich.

Jup, der zweite Satz kann weg.

Zitat:AUch hier etwas viel Exposition. Haben wir nicht auch die Lage der Burg schon erfahren?

Wenn ich die Karte mal online stellen würde, dann ja Icon_cool

Zitat:Mal eher eine inhaltliche Frage:
kennt Blir den Grafen eigentlich?
Hm, ich merke gerade, dass die Stelle auch funktionieren würde, wenn das nicht der Fall wäre. Aber jetzt hab ich das Fass mal aufgemacht^^

Er war ein paar Tage auf seiner Burg zu Gast und ist ihm bestimmt ein paar Mal über den Weg gelaufen. Und dann hat er ihn dann eben bei dem Überfall erkannt. Aber wie du schon geschrieben hast, ist das bei seiner Vision eh egal^^

Zitat:Oha, was geht den hier ab?
JETZT bin ich neugierig^^

Fasse das einfach mal als positive Überraschung auf Pro

Zitat:Hier könnte man zumindest auf das "schmerzte" verzichten, das "brannte" ist das stärkere Verb. Andererseits mache ich sowas auch gerne, deshalb bin ich mal still^^

Denke, dass gerade alle drei Verben hintereinander den Schmerz ausdrucksstark darstellen.

Zitat:Wie er aufspringt kann der Leser sich schon nach dem letzten Satz selbst vorstellen. Eigentlich müsstest du ihn hier nicht an die Hand nehmen.

Hmm, doch du hast Recht. Mal gucken ob ich ein anderes Wort für den Satzanfang finde.

Zitat:s.o.
Obwohl ich hier sagen würde, dass du es entweder ausführen, oder streichen solltest.

Werde das wohl mit dem vorigen Satz verbinden, klingt besser.

Zitat:Wieder Doppelmoppel-Alarm

Doh Ich glaube, soviele Dopplungen habe ich noch nie verbrochen.

Zitat:Oh, oh, Höchststrafe.
Das gibt zehn Schläge auf die FInger, mit meinem noch nicht verfassten Nachschlagewerk "Begriffe die nichts in Mittelalterfantasy zu suchen haben und die zehn Schläge auf die Finger einbringen mit dem noch nicht verfassten ..."

Es ist alles in Ordnung Smiley_emoticons_blush

Zitat:Zahlen ausschreiben.
Und meine Standardfrage:
hat er eine Armbanduhr?

Nö, er rät :D
Habe mir einfach gedacht, dass er als Soldat eine ungefähre Zeitvorstellung hat (Wachablösungen etc.) und die jetzt einfach anwendet.

Zitat:Etwas verknust. Vorschlag:
"Solche Vorschriften, wie ihr Städter sie pflegt, gibt es auf dem Land nciht."

Stimme dir vollkommen zu.

Zitat:Der Satz wirkt so ... unnatürlich.
Ich meine:
es muss ja einen Grund geben, warum die Städter sich nicht besaufen. Ein Moralsystem? Religiöse Gebote? Gesetze?
Warum ignorieren die Leute auf dem Land sie dann derart? Sind sie nicht religiös? Und wenn nicht, möchte ich wissen warum (wenn man bedenkt, das im MA die ungebildeten Bauern gerade die Gläubigen waren). Und warum reibt er es einem Städter unter die Nase? Bei jedem der drei angeführten Punkte würde ich mich an seiner Stelle hüten, Blir gegenüber damit zu prahlen, dass sie alle Saufnasen sind.
Außerdem:
irgendwer muss den Landstrich ja beherrschen. Der Graf zu Nor vielleicht? Dann frage ich mich, wie die Bauern damit durchkommen, schließlich wird der Graf wenig erfreut sein, wenn die Männer, die seine Felder bestellen und demnach sein Einkommen erbringen, lieber besoffen rumliegen.
Andererseits war der Umgang mit dem Alkohol im MA auch viel freier – um mal von der anderen Seite da ran zu gehen. Warum haben die Städter dann andere Ansichten?
Ich könnte stundenlang weiter machen^^

In der Stadt müssen die Menschen den ganzen Tag arbeiten und da dort auch mal ein paar Wachen rumlaufen, die es nicht gerne sehen, wenn die Bevölkerung säuft, anstatt zu arbeiten, verschieben sie es da auf abends/nachts, wie Blir auch erzählt.
Und da Jorn gerade nix zu tun hat oder bei dem Wetter nichts tun will, trinkt er ein wenig. Zum Anderen ja auch, um später auf die Sache mit seinem Sohn zu sprechen zu kommen.

Zitat:Hm, okay, das mildert das oben etwas.
Aber Soldaten, die nicht trinken? Nicht um sich warm zu halten?

Soldaten schon, Blir nicht Mrgreen
Er ist praktisch der einzige Soldate der ganzen Stadt, der dem Bild eines pflichtbewussten Soldaten nahekommt und somit auch trotz seines geringen Alters bereits in die Leibgarde des Herzogs aufgenommen worden.

Zitat:Am Rest habe ich ncihts mehr rum zu meckern.

Rein sprachlich oder war es auch inhaltlich ok?
Hatte da nämlich ehrlich gesagt die meisten Bedenken.

Zitat:Tja, was soll ich sagen?
Du hast an sich einen angenehmen Stil, das hat dich gerettet, denn wirklich glücklich bin ich mit diesem Abschnitt nicht.
Klar, die Handlung kommt in Gang, auch, dass Blir nun Jorns Sohn mitnimmt, finde ich sehr interessant, das hat viel Potential.
Was mich stört, sind die massiven Wiederholungen. Ich weiß, bei einer Erstfassung kommt sowas immer wieder vor, das passiert mir selbst auch alles andere als selten. Trotzdem solltest du versuchen, darauf zu achten.
Schau dir am besten auch nochmal Lannas Thread zum Thema Zeichensetzung an, da machst du zwar kaum Fehler, aber gerade beim Ein- und Ausleiten von Dialogen musst du nochmal etwas genauer hinsehen.

Naja, ich bin aber auf jeden Fall weiter dabei, hoffe, dass ich dich nicht entmutigt habe und bin gespannt, was noch so passiert

Bist du nur wegen den Wiederholungen oder auch wegen dem Inhalt nicht überzeugt?
Die Wiederholungen lassen sich ja einfach beheben, den Inhalt finde ich nämlich ganz gut.
Vielen, vielen Dank für deinen Kommentar, hat mir sehr geholfen Pro

Es verwundert mich allerdings, dass der erste Teil bis zur Trinkszene soviel verkorkster als die Trinkszene ist, da ich den ersten Teil relativ sorgfältig geschrieben habe, während die Trinkszene innerhalb kurzer Zeit runtergeschrieben und danach noch hier und da ausgebessert wurde.
Freut mich aber umso mehr, da so welche "kreativen Erleuchtungen" eh viel angenehmer als so gelegentliche Denkanstöße sind Mrgreen

Freue mich schon darauf, die nächsten Kapitel hochzuladen (natürlich nicht, ohne sie vorher nochmal gründlichst zu überarbeiten), da diese meiner Meinung nach zumindest inhaltlich interessant sind und die Story vorantreiben.

Schöne Grüße und nochmal vielen Dank
Jonas
Hallo Joromir,

endlich komme ich dazu auch den dritten Teil zu lesen. Icon_jump

Zitat: Keuchend saß er in seinem Bett und versuchte, seine Gedanken zu ordnen.

Ich weiss das es manchmal schwierig ist die Wiederholung von seinem/seine zu vermeiden, aber ich glaube hier würde das gut mit „im Bett“ funktionieren.

Zitat: Als er sich wieder hinlegte, durchfuhr ihn ein stechender Schmerz.
Instinktiv fuhr er mit seiner Hand an seinen Rücken und fühlte heiße

Es sind zwar zwei verschiedene Sätze trotzdem ist das „fuhr“ irgendwie doppelt.

Zitat: Sein Sonnenbrand, seine Wunden ... Auch sie waren kein Traum gewesen.

Auch hier hast du wieder das sein/seine oft drin. Vielleicht: Der Sonnenbrand, die Wunden …

Zitat: dessen Bäume rhythmisch im Takt des Windes hin- und her-schaukelten.

Hier ist dir ein Bindestrich zuviel reingerutscht.

Zitat: Und noch weiter nördlich, inmitten des Grenzwaldes, der die Grenze der beiden Fürstentümer Moronon und

Echt? Bildet ein Grenzwald eine Grenze? Icon_wink

Zitat: Dann stand er da. Stand einfach da, bemüht, ruhig und gleichmäßig zu atmen.

Hier stört mich die Wortwiederholung von „Stand da“, aber ich glaube zu erkennen, dass du damit die Szene „bekräftigen“ willst. Vielleicht hilft es, wenn du es noch stärker betonst indem du es umbaust? Vorschlag: „Er stand einfach, bemüht ..“ Hmm, mein Vorschlag gefällt mir selbst nicht so recht. Du könntest das Doppelte auch einfach weglassen, das könnte dann so aussehen: „Dann stand er da - bemüht, ruhig und gleichmäßig zu atmen.“ Icon_confused

Zitat: sagte Blir stockend, verließ den Raum und ließ einen verwundert und besorgt drein blickenden Jorn zurück.

Ah, Jorn ist der, bei dem Blir untergekommen ist. Hmm, ich find die Szene irgendwie interessant, weil Blirs Fantasien, wie er den Grafen beobachtet, so nahtlos in die Wirklichkeit übergehen. Find ich gut gemacht.

Zitat: Er wurde sentimental und lethargisch, das wusste Blir.

So richtig gut passt der Satz irgendwie nicht rein. Blir wirkt so kühl. Vielleicht: „Er fühlte sich sentimental und lethargisch.“ Wobei man das eigentlich auch in den vorherigen Sätzen spüren kann und du das nicht nochmal extra erwähnen musst.

Zitat: „So früh? Es ist doch gerade erst 10 …. oder 11?“,

Die haben Uhren? Icon_shocked

Zitat: Es muss doch irgendetwas geben, was ich für dich tun kann?“, erwiderte Blir und hielt seine Augen fest auf Jorns gerichtet.

Auch wenn der Satz fragend klingt, ist es nunmal keine Frage. Deshalb muss statt dem Fragezeichen ein Punkt hin.

Zitat: Ehre, seit wann spricht ein Bauer von Ehre?, grübelte Blir verwundert und erwartete gespannt Jorns Antwort.

Ich find den Gedanken etwas seltsam. Er ist angetrunken da denkt man doch nicht über sowas nach, oder? Andrerseits kann aber das angetrunken sein, auch die erklärung für merkwürdige Gedanken sein. Mrgreen

Zitat: Bleron heißt jetzt Jorn, da Blir und Bleron wirklich ziemlich ähnlich klingen und vorallem, da sie die einzigen Sprecher in diesem Kapitel sind, ist das mit verschiedenen Anfangsbuchstaben wohl einfacher.

Es ist ja schon länger her, dass ich die ersten Kapitel gelesen habe, mir ist es also nicht augefallen, dass Jorn vorher anders hieß. Aber die Namen waren wirklich ziemlich ähnlich, daher find ich die Umbenennung gut.

Zitat: Desweiteren habe ich mit dem Prolog aus der Sicht eines Soldaten des Grafen Níso angefangen, sodass ich den Dialog in Kapitel 1 kürzen kann.

Prima. Ich denke, dass wird dem ersten Kapitel gut tun.

Zitat: Freue mich jetzt schon auf eure Kommentare und werde mich heute noch selbst ans Kommentieren machen, damit ich dem Geben und Nehmen Prinzip gerecht werde.

Pro

So, es ließ sich gut lesen, wie die vorherigen Kapitel eigentlich auch. Nur solltest du auf Wortwiederholung achten, da sind mir ein paar aufgefallen, besonders mit sein/seine.
Ich habe mich gefreut zu sehen, dass es hier also mit Blir weitergeht. Schade fand ich nur, dass nicht wirklich was passiert ist, außer das Jorn ihm seinen Sohn mitgeben will. Andererseits soll man ja auch nicht zu schnell durch die Geschichte hetzen und ich denke es werden noch mehr Kapitel komme, indenen noch genug passiert. Daher ist das schon in Ordnung so. Icon_wink

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Liebe Grüße,
Lady
Hallo,
ich habe mir deine Geschichte jetzt auch mal durchgelesen und bin jetzt beim dritten Kapitel angekommen. Hat sich bisher recht flüssig lesen lassen Icon_smile.
Ich denke, ich mache es einfach wie alle anderen und zitiere die Stellen, wo ich etwas anmerken will. Ich hab auch wirlich alles genommen, also lass dich nicht von der Menge entmutigen Icon_smile. Auch habe ich mir jetzt nicht die anderen Kommentare durchgelesen, also lass es mir bitte durchgehen, wenn einige Wiederholungen dabei sind Icon_smile

So, dann mal los:

Zitat:Als er sich wieder hinlegte, durchfuhr ihn ein stechender Schmerz.
Instinktiv fuhr er mit seiner Hand an seinen Rücken...

Das ist wirklich nur eine Kleinigkeit. Wie kann er sich an den Rücken fassen, wenn er liegt? Vielleicht irgendwie so: "Instinktiv fuhr er hoch..."

Zitat:Seine Haut.
Sein Sonnenbrand, seine Wunden ... Auch sie waren kein Traum gewesen.

Die Stelle finde ich nicht schlecht, aber das "Seine Haut." würde ich ganz weglassen, das tut sich irgendwie nicht gut. Dann würde ich sagen, du solltest eher schreiben, wie Blir zu den Wunden und dem Sonnenbrand gekommen ist, z. B. so:
"Seine Flucht, sein Sturz..."

Zitat:denn der Weg war von mehreren großen Pfützen durchsetzt, die mit einer schlammigen Brühe gefüllt waren.

Das "durchsetzt" macht sich nicht gut, spontan fällt mir aber auch nichts anderes ein, schau´s dir vielleicht noch mal an Icon_smile. Ist in diesen Pfützen auch noch Wasser drin oder ist da nur diese schlammige Brühe -die sicher nicht ohne Folgen bleibt Icon_wink-? Irgendwie klingt auch das etwas komisch, aber vielleicht ist es auch nur mein Eindruck.

Zitat:den mit Pfützen übersäten Weg

Ich würde da einen Vergleich hineinnehmen, um zu zeigen, dass es sehr viele sind. Zwar fällt mir da jetzt kein passender Vergleich ein (entweder das lässt sich sehr schwer finden oder ich habe gerade einen kleinen Black-out Icon_wink), aber vielleicht etwa so: "den Weg, der durch die Pfützen wie ein (...) aussah".

Zitat:hin- und her-schaukelten.

Der zweite Bindestrich muss weg, also: "hin- und herschaukelten."

Zitat:Von dem Wäldchen glitt sein Blick zu der flachen Ebene dahinter, deren eintöniges Erscheinungsbild nur hier und da von einem alleinstehenden Baum oder einem kleinen Busch aufgelockert wurde.

Finde ich sehr schön! Überhaupt, die ganze Szene, wo einem mal etwa klar, wo man da ist. Gefällt mir!

Zitat:Grenzwaldes, der die Grenze

kleine Wiederholung, vielleicht sagst du einfach "Waldes, der die Grenze" oder ist der Name "Grenzwald" wichtig?

Zitat:Dort lag der Ort, an dem das Unheil seinen Anfang genommen haben musste. Blir hatte den Grafen Moronons vor Augen, wie er, über seinen Schreibtisch gebeugt, den Angriff auf den Herzog plante. Wie er die Einzelheiten seines Endes skizzierte, seine Hinrichtung vorbereitete. Vor sich hatte der Graf ein Blatt Pergament auf dem Tisch liegen, auf dem er hin und wieder einen vorsichtigen Federstrich wagte. Er arbeitete hochkonzentriert und präzise, als würde er ein Uhrwerk stellen.
Plötzlich und ohne Vorwarnung schaute der Graf von seinem Pergament auf und erblickte Blir. Und lächelte.
Begann zu lachen, schüttelte sich vor Lachen, und hatte seinen Blick stets fest auf Blir gerichtet.
Erschrocken wich dieser zurück und wandte seinen Blick ab.

Ziemlich langes Zitat, aber eine Frage? Hat er eine Halluzination, oder was ist das? Kommt etwas seltsam rüber. Noch eine Kleinigkeit! Er richtet den Herzog doch nicht hin, oder? Es ist ja ein Überfall.

Zitat:Er stolperte zurück, wankte und fiel hart zu Boden.

Gefällt mir sehr gut!

Zitat:Sein Rücken rebellierte, brannte, schmerzte.

Kann ein Rücken rebellieren? Das tut doch eigentlich nur der Magen, oder? Ich würde einfach nur "Sein Rücken brannte" schreiben.

Zitat:Wie gestochen sprang Blir auf und schrie. Vor Schmerz, vor Trauer, vor Scham.

Ich würde das etwas ummodellieren, aber das ist nur Geschmackssache. Etwa: "...und schrie. Schrie den Schmerz, die Trauer und die Scham (der letzten Tage) heraus."

Zitat:Dann stand er da. Stand einfach da, bemüht, ruhig und gleichmäßig zu atmen.
Bedächtig sog er Luft ein, hielt kurz inne und atmete genauso langsam wieder aus.

Das klingt komisch! Ich würde es einfach weglassen und Jorn schon während Blir schreit, ins Zimmer kommen lassen.

Zitat:Ich bin ein Soldat, kein verträumter Denker! Ein Mann der Taten!, dachte er verbittert und schüttelte den Kopf.

Verbittert passt meiner Meinung nach da nicht ganz. Er ist ja, denke ich, nur ein bisschen wütend auf sich selbst, weil er sich so gehen lässt. Oder verstehe ich da was falsch?

Zitat:antwortete Jorn bestimmt und hob seinen Becher an.
Blir zuckte mit den Schultern und tat es Jorn gleich.
„Auf den Herzog!“,rief Jorn feierlich und Blir beschlich der Verdacht, dass dies nicht Jorns erster Becher war.
Achtung Wiederholung! Vielleicht eher so: "antwortete Jorn bestimmt (...). Blir zuckte mit den Schultern und tat es ihm/diesem/dem Bauern/dem Mann gleich. "Auf den Herzog!", rief Jorn und Blir beschlich der Verdacht, dass dies nicht sein erster Becher war." Der letzte Satz gefällt mir so auch noch nicht wirklich gut Icon_slash, aber ich glaub an dich Icon_smile. Der Satz gefällt mir aber abgesehen von der Wiederholung wirklich Pro.

Zitat:Schnell floss das flüssige Gold seinen Rachen herab

Steht flüssiges Gold für Met? Ich bin mir nicht sicher, schau lieber noch mal nach! Das, was Jorn davor sagt klingt auch etwas seltsam, aber es hält sich noch in Grenzen und da hat ja schon jemand anderes was gesagt, also lass ich das einfach mal, wie es ist.

Zitat:die beiden Tonbecher stießen scheppernd aneinander.
Ich weiß nicht, ob Tonbecher wirklich scheppern.

Zitat:Nach zwei weiteren Schlücken herrschte gähnende Leere in Blirs Becher.

Gähnende Leere in einem Becher gibt es für mich nicht. Ich würde einfach schreiben: "Nach zwei weiteren Schlücken war der Becher leer."

Zitat:Dieser erwiderte den Trinkspruch und prostete seinem Gegenüber zu.

Das ist ´ne kleine Wiederholung. Schließlich ist "Prost!" auch nur ein (sehr beliebter) Trinkspruch. Ich würde das "prosten" weglassen und den Satz direkt mit dem nächsten verbinden, etwa so: "Dieser erwiderte den Trinkspruch und wieder erklang..." Klingt das gut? *lach* Ist aber auch verdammt schwer, da was Gutes zu finden Icon_wink.

Zitat:„Ich weiß gar nicht, wie ich dir...

Dieser Anfang klingt etwas komisch. Fällt mir jetzt aber auch keine Alternative ein Mrgreen.

Zitat:„Es ist uns Ehre genug, unserem Land dienen zu dürfen“

Warum spricht er in der Mehrzahl? Spielt er jetzt den hohen Herrn? Muss man dann nicht das uns groß schreiben?

Zitat:„Nein, Ehre stillt in dieser Welt leider keinen Hunger.

Das "Nein!" passt irgendwie nicht. Eher: "Aber Ehre stillt in dieser Welt leider keinen Hunger."

Zitat:Dieser kratzte sich am Hals

Vielleicht bin ich da ja etwas übergenau, aber wann kratzt man sich schon an den Hals? Ganz ohne klingt es aber auch komisch. Ich würde mir da irgendwas anderes einfallen lassen.

Zitat:Doch Jorn hatte nur einen Sohn und das er diesem seinen Traum ermöglichen wollte, beeindruckte Blir schwer.
Das hier mit zwei s.

Zitat:von einem Schluck auf den Anderen

Hier Anderen klein schreiben, da es sich ja auf den Schluck bezieht.

So, geschafft! Das hat wirklich Spaß gemacht, so aufmerksam habe ich einen Text noch nie gelesen. In einer Stunde schaffe ich sonst ein Vielfaches von diesem Text. Ich hoffe, du hast durchgehalten Icon_lol. Ich finde deine Geschichte wirklich gut und habe einfach alles hingeschrieben, was ich gefunden habe, hoffentlich hat dich die Last nicht erdrückt. Der betrunkene Zustand ist, finde ich, ziemlich gut geschildert. Freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Teil Icon_cool!
Vielen Dank an euch beide für eure ausführliche Kritik Pro
Ich hoffe, ihr seht es mir nach, wenn ich nicht auf jede einzelne Anmerkung eingehe, vorallem, da sich ja auch einiges wiederholt.

@ LadydesBlauenMondes:
Habe die Wiederholungen jetzt alle nochmal überarbeitet, darauf hatte ja auch schon Saryn hingewiesen und es waren diesmal wirklich überdurchschnittlich viele Icon_slash

Zitat:Echt? Bildet ein Grenzwald eine Grenze? Icon_wink

Hab die unötige Ausführung ersatzlos gestrichen Mrgreen

Zitat:Die haben Uhren? Icon_shocked

Jetzt nicht mehr Mrgreen
Jetzt sagt Blir:„So früh? Es ist doch noch nicht mal Mittag“
Denke, dass das um einiges besser passt.

Zitat:Ich find den Gedanken etwas seltsam. Er ist angetrunken da denkt man doch nicht über sowas nach, oder? Andrerseits kann aber das angetrunken sein, auch die erklärung für merkwürdige Gedanken sein. Mrgreen

Hab den angetrunkenen Zustand an dieser Stelle noch weiter ausgeführt, sodass es klar wird, dass er darauf nur kommt, weil er schon ein wenig angetrunken ist.

Zitat:So, es ließ sich gut lesen, wie die vorherigen Kapitel eigentlich auch. Nur solltest du auf Wortwiederholung achten, da sind mir ein paar aufgefallen, besonders mit sein/seine.
Ich habe mich gefreut zu sehen, dass es hier also mit Blir weitergeht. Schade fand ich nur, dass nicht wirklich was passiert ist, außer das Jorn ihm seinen Sohn mitgeben will. Andererseits soll man ja auch nicht zu schnell durch die Geschichte hetzen und ich denke es werden noch mehr Kapitel komme, indenen noch genug passiert. Daher ist das schon in Ordnung so. Icon_wink

Das freut mich Mrgreen
Werde die Kapitel in Zukunft nicht nur auf verkorkste Formulierungen sondern auch verstärkt auf Wiederholungen überarbeiten, bei den massiven Wiederholungen wäre ich glaube ich im Nachhinein vor meiner eigenen Story zurückgeschreckt Icon_panik
Ich kann dich beruhigen, im Laufe der nächsten Kapitel passiert noch genug, du kannst das hier praktisch als Ruhe vor dem Sturm sehen Mrgreen

@ rex noctis:

Zitat:Hallo,
ich habe mir deine Geschichte jetzt auch mal durchgelesen und bin jetzt beim dritten Kapitel angekommen. Hat sich bisher recht flüssig lesen lassen Icon_smile.
Ich denke, ich mache es einfach wie alle anderen und zitiere die Stellen, wo ich etwas anmerken will. Ich hab auch wirlich alles genommen, also lass dich nicht von der Menge entmutigen Icon_smile. Auch habe ich mir jetzt nicht die anderen Kommentare durchgelesen, also lass es mir bitte durchgehen, wenn einige Wiederholungen dabei sind Icon_smile

Ein neuer Leser Mrgreen

Zitat:Das ist wirklich nur eine Kleinigkeit. Wie kann er sich an den Rücken fassen, wenn er liegt? Vielleicht irgendwie so: "Instinktiv fuhr er hoch..."

Vlt. sollte ich statt "an den Rücken" "unter den Rücken" schreiben Icon_confused

Zitat:Ich würde da einen Vergleich hineinnehmen, um zu zeigen, dass es sehr viele sind. Zwar fällt mir da jetzt kein passender Vergleich ein (entweder das lässt sich sehr schwer finden oder ich habe gerade einen kleinen Black-out Icon_wink), aber vielleicht etwa so: "den Weg, der durch die Pfützen wie ein (...) aussah".

Hab den Part jetzt einfach gestrichen, da er, wie Saryn meinte, eigentlich nur den vorigen Satz wiederholt. Und da das hier nix verstärken oder bekräftigen soll, kann das einfach weg.

Zitat:kleine Wiederholung, vielleicht sagst du einfach "Waldes, der die Grenze" oder ist der Name "Grenzwald" wichtig?

Grenzwald ist hier ein Eigenname, die Ausführung ist aber weg.

Zitat:Ich würde das etwas ummodellieren, aber das ist nur Geschmackssache. Etwa: "...und schrie. Schrie den Schmerz, die Trauer und die Scham (der letzten Tage) heraus."

Hab das "Vor Schmerz, vor Trauer, vor Scham" erstmal markiert, da mir die Stelle auch nicht gut gefällt, ich aber auch keine gute Lösung parat habe. Dein Vorschlag sieht aber schon ganz vielversprechend aus Pro

Zitat:Verbittert passt meiner Meinung nach da nicht ganz. Er ist ja, denke ich, nur ein bisschen wütend auf sich selbst, weil er sich so gehen lässt. Oder verstehe ich da was falsch?

Stimmt, "verbittert" ist da wohl nicht ganz das richtige Wort. Mal schauen ob ich ein besseres finde.

Zitat:Steht flüssiges Gold für Met? Ich bin mir nicht sicher, schau lieber noch mal nach! Das, was Jorn davor sagt klingt auch etwas seltsam, aber es hält sich noch in Grenzen und da hat ja schon jemand anderes was gesagt, also lass ich das einfach mal, wie es ist.

Jup, das ist eine Art "Fachausdruck" für Met, den ich einfach benutzt habe, um eine mehrfache Wiederholung von "Met" zu verwenden. Wenn man weiß, wie Met aussieht, wird einem der Ausdruck auch schnell klar, aber für jemanden, der das nicht weiß, könnte das tatsächlich verwirrend wirken. Vlt. lasse ich Jorn zu Beginn seinen Met lobpreisen und ihn dann auch "flüssiges Gold" sagen.

Zitat:Ich weiß nicht, ob Tonbecher wirklich scheppern.

Doch, hab ich extra getestet, bevor ich es aufgeschrieben habe Mrgreen
Hab´s aber mit bemalten Tonbechern gemacht, weiß nicht, ob es da einen Unterschied zu unbemalten gibt, aber sonst sind die Tonbecher im Text einfach auch bemalt.

Zitat:Warum spricht er in der Mehrzahl? Spielt er jetzt den hohen Herrn? Muss man dann nicht das uns groß schreiben?

Als Begründung für seine plötzlich so gehobene Ausdrucksart nehme ich jetzt einfach mal seinen Alkoholpegel, denke, dass das "säuselte er, deutete eine Verbeugung an und ließ erneut sein verschmitztes Lächeln aufblitzen" das auch ganz gut zeigt.

Zitat:So, geschafft! Das hat wirklich Spaß gemacht, so aufmerksam habe ich einen Text noch nie gelesen. In einer Stunde schaffe ich sonst ein Vielfaches von diesem Text. Ich hoffe, du hast durchgehalten Icon_lol. Ich finde deine Geschichte wirklich gut und habe einfach alles hingeschrieben, was ich gefunden habe, hoffentlich hat dich die Last nicht erdrückt. Der betrunkene Zustand ist, finde ich, ziemlich gut geschildert. Freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Teil Icon_cool!

Vielen Dank für deine Mühe, hoffentlich kann ich mich mal revanchieren, sobald du was reinstellst Mrgreen
Freut mich sehr, dass die Story dir gefällt, der nächste Teil kommt bestimmt! Denke, dass es hier über die Feiertage was Neues geben sollte, habe diese Woche noch eine Klausur, zwischen Weihnachten und Neujahr sollte ich aber Zeit finden.

Das einzige Problem hierbei ist, dass sich mein PC vor ein paar Wochen zerlegt hat, die Google-Recherche ergibt einen Grafikkarten-Crash Icon_panik
Hoffentlich kann ich die Festplatte ausbauen und mithilfe eines Adapters auf meinen Stick übertragen (zumindest der Ordner mit meiner Story), da auf dem PC alle Kapitel, Kapitel- und Storyline-Entwürfe, Karten und erste Sachtexte waren. Und das habe ich leider kurz vorher vom Stick gelöscht Icon_igitt
Zum Glück habe ich Kapitel 1-3 im Internet, Prolog und Kapitel 4 waren auch noch nicht soweit, sodass ich das auch problemlos neu schreiben kann.

Habe jetzt die Vorschläge von euch dreien verarbeitet und editiere die überarbeitete Fassung gleich mal.

Mfg
Jonas
Hallo Joromir,
vielleicht kommt das etwas spät, aber auf jeden Fall hättest du jetzt etwas zum Revanchieren und zwar hier. Ist noch nicht ganz ausgereift, sonst schreibe ich ja auch eher Fantasy...
Tag Joromir,

so langsam gehen mir hier echt die geschichten aus. Plötzlich merk ich, dass es gar nicht so viel gibt in Fanatsy ...

dann wollen wir mal sehen wie es weitergeht

Zitat:schien mit einem Mal auf die Erde niederzuprasseln.
warum schien?

Zitat:fragte Jorn und runzelte seine Stirn.
die

Zitat:und nahm auf dem Hocker platz.
Platz

Zitat:Meinetwegen. Nun, ich weiß gar nicht, wie ich dir je danken kann“
Meinetwegen klingt sehr abfällig. Passt mir nicht

so fertig.
Sprachlich würde ich sagen, ist es der stärkste Teil. Findet wohl eine positive entwicklung statt. Im Gegensatz zu den Vorgänger Kapiteln sind mir weniger Wiederholungen aufgefallen. Besonders kapitel 2 hat mich fast wahnsinnig gemacht. Und im GG zu Kapitel 1 wirkt das alles hier ausgereifter.
Dennoch lässt sich noch einiges machen. Du konzentrierst dich stark auf jede Bewegug der Peronen und jeden Gesichtsausdruck, vergisst aber die Umgebung und atmosphäre. Das Problem hab ich allerdings auch oft. Aber es sind jene Details die einen Text vollständig und lesenswert machen. Sprich deine "Kamera" - ich denke gern in Film - bleibt imemr uaf die 2 Charaktere Gerichtet, immer auf die Gesichter. aber was ist mit den Händen, den Füßen oder den inneren Gefühlswelt (schwer für eine Kamera ich weiß) .. .das sind nur Tipps, weil wie gesagt, ich stoße auch immer wieder an Grenzen.
Was du auch noch versuchen kannst, ist weniger Schritt für Schritt zu erzählen. Sprich:

Zitat:Nach kurzem Zögern setzte Blir den Becher an den Mund und nahm einen tiefen Schluck. Schnell floss das flüssige Gold seinen Rachen herab und nach wenigen Augenblicken breitete sich wohlige Wärme in Blirs Kehle aus.
Wie flüssiges Feuer lief der Brandtwein seinen Rachen hinab, als er Jorns Erwartung nachgab. Fast geschmacklos der Alkohol und betäubte seine Zunge. Dieses Teufelszeug war schlimmer als alles andere, was er jemals getrunken hatte. In seiner Stadt gab es nur ...

Nur so als Beispiel. Sachen wie Geruch und Geschmack sind ebenso wichtig. Außerdem kannst du solche Ausflüge nutzen um 1. über die Lebensweise und Geschichte des charakters zu erzählen und 2. umgehst du Wiederholungen, weil nicht ununterbrochen jemand lacht, das Gesicht verzieht und einen weiteren Schluck nimmt.


Inhaltlich ist es interessant, denn der neue Wegbegleiter wird sicher nicht unwichtig sein. Verglichen zum rest passiert aber am wenigsten.
etzt wo ich darüber nachdenke, solltest du Blir auch Gedanken haben lassen, über das mitnehmen des Jungen. Da er mal mitgenommen wurde, fühlt er sich vllt verpflichtet, den jungen als genugtuung mitzunehmen. Was hat er jetzt vor und warum ist der Junge vllt nützlich oder wird er doch ein Klotz am Bein sein?
insgesamt passiert ja aber offensichtlich nicht viel. das Kapitel reiht sich aber gut in den rest ein, denke ich.

Soviel von mir, ich hoffe etwas geholfen zu haben
Und weiter gehts :D

Zitat:warum schien?

Gute Frage^^
Hört sich für mich irgendwie logischer an, wenn ich das nicht also konkrete Tatsache sondern als Eindruck schreibe, geht aber eigentlich auch genauso gut ohne "schien".

Zitat:Meinetwegen klingt sehr abfällig. Passt mir nicht

Hast Recht, ist raus.

Zitat:Dennoch lässt sich noch einiges machen. Du konzentrierst dich stark auf jede Bewegug der Peronen und jeden Gesichtsausdruck, vergisst aber die Umgebung und atmosphäre. Das Problem hab ich allerdings auch oft. Aber es sind jene Details die einen Text vollständig und lesenswert machen. Sprich deine "Kamera" - ich denke gern in Film - bleibt imemr uaf die 2 Charaktere Gerichtet, immer auf die Gesichter. aber was ist mit den Händen, den Füßen oder den inneren Gefühlswelt (schwer für eine Kamera ich weiß) .. .das sind nur Tipps, weil wie gesagt, ich stoße auch immer wieder an Grenzen.
Was du auch noch versuchen kannst, ist weniger Schritt für Schritt zu erzählen. Sprich:

Genau das kann ich noch nicht so gut, hoffe aber, dass das besser wird, wenn ich mich in Zukunft öfter daran versuche. Hier fehlt mir meist eine Art "Weitblick".

Zitat:Nur so als Beispiel. Sachen wie Geruch und Geschmack sind ebenso wichtig. Außerdem kannst du solche Ausflüge nutzen um 1. über die Lebensweise und Geschichte des charakters zu erzählen und 2. umgehst du Wiederholungen, weil nicht ununterbrochen jemand lacht, das Gesicht verzieht und einen weiteren Schluck nimmt.

Jo, hier kann ich noch intensiver sowas nutzen, im Ansatz habe ich das ja schon mMn ganz gut verwendet, als Blir die Wirkung von Alkohol erläutert, da geht er ja auf den Alltag in Kalnion ein.

Zitat:Inhaltlich ist es interessant, denn der neue Wegbegleiter wird sicher nicht unwichtig sein. Verglichen zum rest passiert aber am wenigsten.
etzt wo ich darüber nachdenke, solltest du Blir auch Gedanken haben lassen, über das mitnehmen des Jungen. Da er mal mitgenommen wurde, fühlt er sich vllt verpflichtet, den jungen als genugtuung mitzunehmen. Was hat er jetzt vor und warum ist der Junge vllt nützlich oder wird er doch ein Klotz am Bein sein?
insgesamt passiert ja aber offensichtlich nicht viel. das Kapitel reiht sich aber gut in den rest ein, denke ich.

Soviel von mir, ich hoffe etwas geholfen zu haben

Sehr gute Idee das mit den Gedanken von Blir zu dem Jungen, ist eigentlich so offensichtlich, hab da aber überhaupt nicht dran gedacht. Kann ich denke ich sehr gut einbauen, sollte nicht so schwer werden, genau die Fragen zu diskutieren, die du aufgeschrieben hast.
Wegen dem nichts-passiert: Stimmt, aber allmählich baut sich überall was auf, sodass es dann in den nächsten Kapiteln immer handlungsintensiver wird Mrgreen
Hast mir mal wieder sehr viel geholfen, danke dafür Pro

MfG
Jonas
Hi Jonas!

Ich lass dir gar nicht groß Zeit, Widerspruch einzulegen, sondern mache einfach mal weiter.
»Met« klingt nach einem guten Kapitel! Ich bin gespannt Icon_smile

Zitat: und fühlte seine heiße und mit kleinen Schürf- und Fleischwunden übersäte Haut.
»Fleischwunde« klingt nach einer etwas schlimmeren Wunde (zumindest eine tiefe Wunde) und wenn der Körper davon »übersät« ist, klingt das nach verbluten, mMn. Vielleicht eher »Schnittwunden«?

Zitat: Der Sonnenbrand und die Wunden, die er sich während des Sturzes und der anschließenden Flucht zugezogen hatte ... auch sie waren kein Traum gewesen.
Sonnenbrand und Wunden beschreibst du ja vorher in Blirs Handlung sehr schön, da ist die Wiederholung hier überflüssig. Um die Aussage von am Anfang »Das war kein Traum« noch zu steigern, könntest du hier zum Beispiel die Schlussfolgerung ziehen: »Der Sturz und seine anschließende Flucht … es war wirklich geschehen.« oder sowas, dass sich die Traum-Aussage nicht wiederholt, sondern noch gefestigt wird.

Anders als im Kapitel 2 bringst du hier die Beschreibung mMn schön atmosphärisch rein, verbindest Blirs Handeln mit dem Ausblick, so dass der Leser auch ein schönes Bild bekommt.
Nun dazu der nächste Tipp: Denk auch an andere Sinneseindrücke. Mir selbst passiert es auch oft, dass ich mich auf die visuelle Wahrnehmung beschränke, aber eine Szene wirkt viel echter und näher, wenn auch Geräusche beschrieben werden (hier zum Beispiel das Prasseln von Regen, vielleicht in der Ferne Donnergrollen), Gerüche und Haptik … ähm... *wort such* Tastsinn. Die Luft könnte drückend feucht sein und Blir den Schweiß aus allen Poren treiben, oder durch eine Ritze in der Wand dringt angenehme Kühle.
Wie immer gilt: Nicht alles muss überall umgesetzt werden, aber vor allem bei längeren optischen Beschreibungen kann es auch auflockern, an die anderen Sinne zu denken.

Zitat: Blir ließ seinen Blick über den Weg zu dem Wäldchen schweifen, dessen Bäume im Takt des Windes hin- und herschaukelten. Von dem Wäldchen glitt sein Blick zu der flachen Ebene dahinter, deren eintöniges Erscheinungsbild nur hier und da von einem alleinstehenden Baum oder einem kleinen Busch aufgelockert wurde. Schließlich verbarg ein tiefgrauer Regenschleier das weitere Gelände vor Blirs Blicken.
Wenn du direkt am Anfang erwähnst, dass Blir seinen Blick schweifen lässt, kannst du ruhig die gesamte Landschaft beschreiben, ohne zwischendurch auf Blirs Blicke zurückzugreifen.
Blir ließ seinen Blick über den Weg zu dem Wäldchen schweifen, dessen Bäume im Takt des Windes hin- und herschaukelten. Die dahinterliegende Ebene dagegen wurde in ihrem eintönigen Erscheinungsbild / in ihrer Eintönigkeit nur von vereinzeltem Buschwerk aufgelockert. Alles andere blieb im tiefgrauen Regenschleier verborgen.
(Nur als Beispiel)
Wobei mir grad beim Schreiben auffällt, dass Blir dafür, dass es mitten in der Nacht und am Regnen ist, verdammt weit sieht. Wenn draußen nirgendwo Licht ist, sieht man bei so einem Wetter normalerweise keine zehn Meter. Wobei … ist überhaupt Nacht? *lach* Ich war davon ausgegangen, weil es so oft nacht ist, wenn Leute hochschrecken …
Da könntest du am Anfang der Beschreibung noch einen Hinweis einbinden, sowas wie:
… und warf einen Blick nach draußen in den anbrechenden / frühen Morgen / die Morgendämmerung … oder wenn es schon Mittag ist eben ein Hinweis in diese Richtung

Zitat: Blir hatte den Grafen Moronons vor Augen, wie er, über seinen Schreibtisch gebeugt, den Angriff auf den Herzog plante. [...]
Erschrocken wich dieser zurück und wandte seinen Blick ab.

Der Abschnitt ist sehr interessant! Mit den ersten Sätzen dachte ich noch, dass Blir sich das eben so vorstellt, aber allmählich wurde dann klar, dass er tatsächlich dieses Bild sieht. Spannend, dass der Graf auch Blir sieht, zumal wir ja wissen, dass er mit einer Hellseherin befreundet ist. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Ob der Graf wirklich irgendeine Art Verbindung zu Blir hat? Oder vielleicht bildet sich Blir das auch nur ein?
Netter kleiner Haken zwischendurch, um für Spannung zu sorgen.

Das ist schon merkwürdig: Der erste Abschnitt hier klingt ganz anders als das Kapitel davor, viel näher und dichter, lebendiger. Wir sind direkt bei Blir – wohingegen Graf Niso in seinem Kapitel fremd blieb. Es liest sich so, als könntest du dich viel besser in Blirs Perspektive zurechtfinden. Versuch doch, dem Grafen ebensoviel Leben einzuhauchen wie Blir Icon_smile

Zitat: Unter leisem Stöhnen stand Blir auf, warf einen letzten Blick auf den schlammigen Weg und ging ins Haus zurück.
Blir öffnete die Tür und fand Jorn in der Küche vor.

Mag jetzt wie Kleinkrittelei klingen, aber wenn er ins Haus geht, ist da das Türenöffnen schon mitinbegriffen. Sowas findet sich bei dir öfter, deshalb weise ich extra drauf hin. Je mehr Schreiberfahrung du sammelst, umso eher fallen dir solche Stellen selbst auf, bzw. kommen gar nicht erst zustande. Wenn du das Öffnen der Tür hier weglässt, vermeidest du auch eine Doppelung von Blir:
... und ging zurück ins Haus. In der Küche fand er Jorn vor.

Zitat: „Trinkt einen Schluck mit mir“, forderte Jorn und deutete auf einen Tonkrug und zwei Tonbecher, die vor ihm auf dem Holztisch standen.
„So früh?

*lach* Ich dachte zuerst: »Ja, wieso soll man nicht zum Frühstück schon was trinken dürfen, komische Sitten ...« bis mir bewusst wurde, dass in dem Krug vermutlich Alkohol ist Mrgreen (ich trinke selbst kaum Alkohol, vielleicht liegts daran Icon_wink ).

Zitat: „Solche Vorschriften, wie ihr Städter sie pflegt, gibt es auf dem Land nicht. Wir trinken immer dann, wenn uns der Sinn danach steht und ein Krug in Reichweite ist“,[...]
„Ihr meint wohl uns Soldaten [...], die Bürger von Kalnion fangen meist abends zu trinken an und torkeln morgens direkt von der Taverne zur Arbeit“.

Hier wird mir nicht ganz klar, wer jetzt wen meint. Jorn sagt, die Städter haben Vorschriften, also dass sie nicht schon am Morgen trinken. Soweit klar.
Aber was meint Blir dann damit, dass Jorn die Soldaten meint? Heißt das, die Vorschriften, morgens nicht zu trinken, gelten nur für die Soldaten? Weil die Städter selbst morgens wohl schon trinken? Aber was ist das für eine Stadt, wo »die Bürger« (also vermutlich ein Großteil der Einwohner) besoffen zur Arbeit gehen? Also dass es in einer bestimmten Berufsgruppe so üblich ist, kann ich verstehen, aber so allgemein »die Bürger«?
Ist Blirs Heimatstadt wirklich eine Ansammlung von Säufern? Und würde er das einem Fremden so auf die Nase binden? Wär mir ja eher peinlich Icon_ugly

Zitat: dass dies nicht sein erster Becher war.
„Auf den Herzog!“
Scheppernd stießen die Becher aneinander.
Nach kurzem Zögern setzte Blir den Becher an den Mund und nahm einen tiefen Schluck. Schnell floss das flüssige Gold seinen Rachen herab und nach wenigen Augenblicken breitete sich wohlige Wärme in Blirs Kehle aus.
Nach zwei weiteren Schlücken war der Becher leer und ihm wurde langsam bewusst, warum die meisten Menschen so viel vom Alkohol hielten.
„Ah“, sagte Blir zufrieden und stellte den Becher auf den Tisch.
„Tut gut, was?“, fragte sein Gastgeber, der seinen Becher ebenfalls geleert hatte,
„noch einen?“
Noch ehe Blir antworten konnte war sein Becher wieder gefüllt und die beiden stießen ein zweites Mal an.

»Schlucken«
Hier wird viel gebechert Icon_wink
Bei dir kommen die Wortwiederholungen oft daher, dass du manche Handlungen sehr präzise beschreibst. Er nimmt den Becher, er hebt den Becher, er leert den Becher, er stellt den Becher ab … usw.
Wenn es wirklich wichtige Handlungen sind, sollte man sie natürlich schon beschreiben, aber bei selbstverständlichen Dingen ergänzt der Leser die fehlenden Details normalerweise automatisch. Der Abschnitt könnte mit ein paar weniger Bechern so aussehen:

»Auf den Herzog!«
Sie prosteten einander zu, doch Blir zögerte kurz, bevor er einen tiefen Schluck nahm. Schnell floss das flüssige Gold seinen Rachen herab und nach wenigen Augenblicken breitete sich wohlige Wärme in seiner Kehle aus.
Nach zwei weiteren Schlucken stellte er den leeren Becher wieder vor sich auf den Tisch. Langsam wurde ihm bewusst, warum die meisten Menschen so viel vom Alkohol hielten.
„Ah“, sagte Blir zufrieden.
„Tut gut, was?“, fragte sein Gastgeber, der sich bereits nachschenkte. „Noch einen?“
Noch ehe Blir antworten konnte war auch sein Becher wieder gefüllt und die beiden stießen ein zweites Mal an.


Allerdings hab ich auch ein Problem mit dem »Scheppernd«, denn eben waren die Becher noch aus Ton; »scheppern« verbinde ich eher mit Metall, das zu Boden fällt oder sowas.

Zitat: Ehre, seit wann spricht ein Bauer von Ehre?, grübelte Blir
Jorn ist mir in diesem Kapitel allgemein eher suspekt. Welcher Bauer sitzt schon Vormittags am Tisch und trinkt auf den Herzog und auf Rache und so. Der führt entweder was im Schilde oder ist ein Geheimagent des herzöglichen Spionagenetzwerks *gespür für sowas hab* Mrgreen

Zitat: „Nimm ihn mit. Gib ihm die Chance, diese Welt mitzugestalten, jemand zu werden. Bitte“, flehte Jorn.
Blir was diese Situation bekannt. Der einzige Unterschied war der, dass er damals derjenige gewesen war, der etwas gebeichtet hatte. Sein Gegenüber war damals auch kein Fremder, sondern sein Vater gewesen, doch das waren nur Details.

In dieser aktuellen Situation ist das »gebeichtet« mMn fehl am Platz. Jorn hat ja nichts gebeichtet, im Sinne von »ich hab ein Geheimnis verraten / jemanden enttäuscht«, sondern er erzählt ja bisher nur. Kurz darauf greifst du das »beichten« wieder auf, wenn Blir an sein eigenes »Geständnis« zurückdenkt, da passt das Wort dann auch. Deshalb würd ich es hier weglassen, da du die ganze Erklärung in Blirs Erinnerung ja schön zeigst.

Zitat: „Sicher. Wenn du willst, nehme ich ihn mit.“
Achtung, jetzt kommt wieder Lanna, die das Fantasy-Mittelalter entromantisiert … wovon will er den Bub den ernähren? Hat er eine Wohnung, in der der Junge unterkommen kann? Hat er so gute Beziehungen, dass er für eine Ausbildung sorgen kann? Will er nicht zuerst mal gucken, was der Junge überhaupt kann, bevor er zusagt, ihn mitzunehmen?
Es wäre sicher vernünftiger, wenn er sich erstmal umhört, sobald er zurück in der Stadt ist – zumal er ja durch die Ermordung des Herzogs auch sicher noch andere Sorgen an der Backe hat – und dann den Jungen nachholt, wenn sich was ergibt.

Zitat: „Warum sollte ich ihn gehen lassen?“, lallte Jorn plötzlich und ein Hauch von Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit.
Hm … nur dadurch, dass du eine psychologisch angehauchte Erklärung nachschiebst, wird Jorns plötzlicher Stimmungsumschwung nicht glaubhafter. Ich selbst bin, wie erwähnt, kein regelmäßiger Trinker, ab und zu mal (das heißt, vielleicht einmal im Vierteljahr) ein bisschen Met mit Freunden. Ich selbst habe solche Stimmungsschwankungen nach dem 3. Glas, wobei es bei mir immer in die positive Richtung geht *lach*. Nun stell ich mir Jorn vor – ein gutes Stück schwerer als ich und an den Konsum von Alkohol gewöhnt. Mit Blir hat er jetzt 3 oder 4 Gläser getrunken, wobei der Met nicht so stark sein kann, wenn Blir als Nie-Trinker noch keine Auswirkungen spürt.
Das heißt, Jorn muss am frühen Vormittag schon … keine Ahnung … 6 oder mehr Becher Met getrunken haben. Damit hab ich 2 Probleme:
1. Wenn der Met so super lecker ist, wird er ja auch nicht ganz billig sein. Vermute ich. Daher ist es verwunderlich, dass ein einfacher Bauer sich solche Mengen leisten kann.
2. Säuft der jeden Morgen so viel? Und wenn ja: Wie kann er dann noch ordentlich seine Arbeit verrichten?

Nun könnte es ja sein, dass Jorn nur trinkt, weil Blir da ist. Wenn das so ist, hab ich natürlich nix gesagt. Aber das Verhalten der beiden – also Jorns Verhalten und Blirs Nachdenken – deutet eher in die Richtung, dass Jorn regelmäßig trinkt.

Zitat: Blir kannte diesen Zustand von seinen Patrouillen durch das nächtliche Kalnion nur zu gut. Der Alkohol hob die Stimmung urplötzlich an, ließ den Trinker für kurze Zeit in seligem Glück schweben und holte ihn dann, von einem Schluck auf den anderen, auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer den harten Aufprall mit noch mehr Alkohol rechtzeitig abfedern konnte, wurde prompt wieder von Glücksgefühlen übermannt, doch wer nun innehielt und den Krug beiseite stellte, vermochte den Rest des Abends schlecht gelaunt zu sein. Jorn schien soeben abgestürzt zu sein, unfähig, schnell wieder aufzustehen.
Ist natürlich Geschmackssache, aber mir klingt dieser Absatz zu altklug, zu sehr nach einem Treffen Anonymer Alkoholiker Icon_wink Mir würde ausreichen, wenn Blir denkt, dass es wohl am Alkohol liegt, aber diese genaue Beschreibung ist mMn überflüssig. Die Leser wissen ohnehin – entweder aus Erfahrungen, mindestens aber aus Film / Buch und/oder Erzählungen – dass Betrunkene zu Gefühlsschwankungen neigen.

Und überhaupt: Was ist Blir denn für ein Soldat, wenn er noch nie gesoffen hat? Mrgreen

Zitat: und griff nun selbst nach dem Tonkrug, um Jorns Tief schnellstmöglich mit der Macht des Alkohols zu überwinden. Jetzt half nur ausreichend Alkohol und die Hoffnung, dass Jorn bald einschlafen würde.
Icon_lol
»Ich hab kein Problem mit Alkohol. Nur ohne.« … musste ich jetzt irgendwie dran denken *lach*

Zitat: da Jorn jetzt eh fast nichts mehr mitbekam und unfreundliche Ausdrücke einfach leichter zu verstehen waren.
„Wo hast du mehr von dem Zeugs?“, fragte Blir ohne ernsthaft eine Antwort zu erwarten.

Hö? Wenn man unfreundlich mit Besoffenen spricht, verstehen sie einen eher? Klingt komisch. Ich meine, dass Blir auf Höflichkeit verzichtet, weil Jorn sich nach seinem Schlaf sowieso an nichts erinnern wird, leuchtet mir ein, aber warum man direkt unfreundlich sein muss und warum er überhaupt mit Jorn redet, wenn er glaubt, dass der nix mehr mitbekommt … hm …
»Zeugs« klingt nicht schön (finde ich – vielleicht weil meine Ordner aufm PC immer so heißen, wenn ich alles mögliche Zeugs reinkopiere *lach*); eher »Zeug« ohne das S.
Aber er könnte doch auch einfach fragen:
»Wo hast du den Met (gelagert)?« …

Zitat: Mit großen Schritten wankte Blir dem Fass entgegen und ihm wurde schmerzlich bewusst, wie schwer es ihm fiel, aufrecht und gerade zu gehen.
Ah, bei ihm wirkt es also auch Icon_smile Würde ich aber schon beim Sprechen eventuell anmerken oder allgemein zwischendurch, dass sein Kopf schwerer wird, oder seine Gedanken träge, seine Zunge schwer … Alkohol spürt man ja normalerweise direkt, nicht erst nach ein paar Minuten Einwirkzeit (zumindest geht’s mir so)

Ja, also mit der Sauferei hast du mich – wie vielleicht schon erahnt – nicht so wirklich überzeugt. Das geht viel zu schnell. Nach drei Bechern Met ist man doch noch nicht voll. Gut, auf nüchternen Magen hab ich keine Erfahrung, aber es wirkt für einen ausgewachsenen Mann sehr, sehr wenig. Zumindest zu wenig, als dass man aufm Tisch schläft, wenn man grad erst aufgestanden ist.
Und wie ein Bauer, der schon Vormittags im Vollrausch ist, seine Familie ernähren will, bleibt auch schleierhaft.

Nun weiß ich nicht, ob es wichtig für den Fortlauf der Geschichte ist, dass die beiden da pennen, aber aus dem Gefühl raus würde ich die Sauferei auf den Abend verlegen, wenn sie nach getanem Tagwerk zusammensitzen, gemütlich trinken, dann kommt die Rede auf den Sohn, sie trinken noch ein bisschen, Blir merkt allmählich, dass die Zunge schwer wird, trinkt aber trotzdem weiter, merkt, dass es am Alkohol liegt und merkt, dass Jorn – seit sie vom Sohn reden – das Zeug regelrecht runterstürzt, bis dann beide selig im Rausch schlafen.

Stilistisch ist Kapitel 3 allerdings wieder weit besser als Kapitel 2. Viel lebendiger und dichter. Die Personen gelingen dir weit besser und auch das Drumherum stimmt Pro

Liebe Grüße
Lanna
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