Literatopia

Normale Version: Print-Medien, Kindle, iPad oder etwas anderes?
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Hallo zusammen,
was mich - und vielleicht auch euch Icon_wink - interessieren würde, wäre, wie ihr es mit dem Lesen haltet, also: Lest ihr Print-Medien oder eBook-Reader. Und: Welche(n) eBook-Reader verwendet ihr, falls ihr einen benutzt? Warum?
Ich habe zu Weihnachten ein Kindle geschenkt gekriegt und seitdem mache ich - wie vermutlich die meisten mit einem eBook-Reader - so ne Mischform. Das Lesen auf dem Kindle ist wirklich als würde man in einem Buch lesen; der einzige Nachteil besteht dabei darin, das man eine externe Lichtquelle benötigt. Allerdings ist es sonst für jemanden wie mich, der eher mehr als weniger liest wirklich praktisch, weil die Bücher im Aus- und Inland geladen werden können und innerhalb von 15 Sekunden auf dem Kindle sind. Ich habe mir bisher u. a. die ersten drei Bände von "Das Lied von Eis und Feuer" (auf deutsch) geholt. Als gedrucktes Buch kosten sie alle jeweils 15,00 €, für das Kindle kostet der erste Band 12 €, der zweite und dritte jeweils 10€. Ich schätze mal, ich habe in einem Jahr die bezahlten 100€ wieder reingeholt. Icon_smile Auch die Batterie hält wirklich sehr lange.
Gedruckte Bücher werde ich dabei selbstverständlich weiter. Denn die sind für Radtouren etc. wohl besser geeignet, da man sie auch, wenn sie mal schmutzig geworden sind, noch gut lesen kann, während ein elektronisches Lesegerät da vielleicht auch leicht mal kaputt gehen kann. Außerdem geht manchmal natürlich nichts über das Gefühl, ein festes Buch in den Händen zu halten oder in einem Real Life-Buchladen rumzuschmökern. Icon_smile Zudem werde ich als Print-Medien begonnene Reihen auf jeden Fall auch gedruckt zu Ende führen, was zumindest bei den "Sturmlicht-Chroniken" ziemlich viel werden sollte. Icon_wink
Zeitungen werde ich keine auf dem Kindle abonnieren, da meine Eltern die SZ als Abonnement haben, somit brauche ich da keine andere...
Jetzt hoffe ich, dass wenigstens ein paar hier bis zum Ende vorgedrungen sind. Icon_ugly
Wie haltet ihr´s denn so?

LG,
rex
Hey rex,

ich verwende keinen eBook-Reader, weil mir eBooks im Vergleich zu dem, was ich bekomme, zu teuer sind. So ein richtiges Buch ist einfach viel schöner als eine PDF-Datei oder Ähnliches! Icon_smile

Anthologien etc. würde ich schon als eBooks lesen, aber Romane eher nicht. Am Bildschirm lesen ist dauerhaft einfach deutlich anstrengender, auch auf einem eBook-Reader. Der ist natürlich besser als der PC-Monitor und die heutigen Bildschirme sind eh besser als die alten Röhren, aber trotzdem ist es einfach angenehmer, 200 Seiten am Stück in einem echten Buch aus Papier zu lesen Icon_wink ...

Noch dazu haben Bücher auch eine gewisse Dekofunktion bei mir. Ich freue mich einfach, wenn ich meine Lieblingsbücher gut sichtbar ins Regal platzieren kann. eBooks kommen daher für mich nur in Frage, wenn es um Kurzgeschichten etc. geht ... Ich bin eigentlich ein Technik-Junkie, aber beim Buch recht altmodisch Mrgreen ...

Zudem haben elektronische Geräte ja auch gewisse Nachteile bei häufigem Transport, sie sind oft wasserempfindlich (wenn da im Rucksack mal was ausläuft, ohman) und die Stromkosten muss man ja auch mit einrechnen. Die sind sicher nicht superhoch und im Vergleich zum Buch kommt es sicher trotzdem günstiger, dennoch kriegt man bei einem gedruckten Buch einfach mehr meiner Meinung nach. Ich schätze schön gebundene Bücher mit tollem, griffigem Cover usw. ...

Ich denke aber, dass das eBooks vor allem für neue Autoren sehr interessant sein kann - und man kann seine Bücher leichter selbst publizieren. Wobei natürlich dann das Problem entsteht, dass es wenige Schätze zwischen viel Mist geben wird.

Viele Grüße

- Zack
Moin.

Ich habe keinen E-Book-Reader. Ich lese lieber "analog", da geht es mir wie Zack. Die Sache mit der Deko-Funktion kann ich gut nachvollziehen (auch wenn mein Bücherregal in der Hinsicht unterbesetzt ist). Größtes Manko ist meines Erachtens die Beständigkeit. Du kannst in eine Bibliothek gehen und ein dreihundert Jahre altes Buch in den Lesesaal bestellen (unter den entsprechenden Auflagen, versteht sich). Meinetwegen in ausgewählten Einrichtungen auch tausendjährige Handschriften. Gut präpariert ist das Buch etwas für die Ewigkeit. Ich hatte im Sommer einige Kirchenbücher aus dem 16. Jhd. in der Hand, und eine Original-Handschrift aus dem 11. Jhd. ... *back-to-topic-schwärm*
Hingegen: Versuch' mal, heute ein läppische 20 Jahre altes elektronisches Dokument zu lesen. Die Formate gibt es vielfach nicht mehr. D.h., die Programme, die sie öffnen können. Wenn du denn ein Gerät findest, das die Speichermedien noch abspielen kann (oder hast du noch ein Laufwerk für 5,25"-Disketten wie bei meinem ersten, von meiner Patentante übernommenen DOS-Rechner mitte der 90er?). Klar, in der Hinsicht hat sich einiges getan. Aber wie lange hält sich PDF noch? Oder epub?

Zur besseren Lesbarkeit: Ich hätte immer genauso geurteilt wie du, Zack - aber neulich habe ich von einer Leseverständnis-Studie gehört (ohne Quelle, aber aus verlässlicher Quelle), die valide durchgeführt worden sein soll und ergeben hat, dass das Leseverständnis beim Buch im Vergleich zu E-Book-Readern und Tablet-PCs am niedrigsten war. Bei der jüngeren Generation lagen Tabs und E-Book-Reader wohl mehr oder weniger gleichauf, bei der älteren Kohorte lagen die Tabs vor den E-Book-Readern und den abgeschlagenen Büchern. Woran das allerdings lag, weiß ich nicht.

Für Romane kommt mir - auch aus Zacks Kosten-Argument: E-Books sind zu teuer - kein E-Book-Reader ins Haus, ein Tab schon gar nicht. Die Dinger sind mir im Vergleich zu einem Laptop nicht funktional genug, und dafür gebe ich keine 300€ aus. Für Fachliteratur könnte ich mir einen E-Book-Reader (aus genannten Gründen kein Tab) hingegen besser vorstellen. Gerade eine Suchfunktion hat ja echt etwas für sich.

Liebe Grüße!
Lehrling

/edit: Da vergeht ein Jahr, und schon entdecke ich ein günstiges e-Paper-Angebot und nenne mich iPad-Mini-Eigentümer. Nach den großen Tönen steigt mir gerade etwas die virtuelle Röte ins Gesicht ...
Bücher müssen aus Papier sein und ich muss die Seiten beim Umblättern in den Fingern haben. Lieber schneide ich mich mal an einer Seite und hab mitunter etwas Druckerschwärze an den Händen, aber mir kommt KEIN E-BOOK-READER ins Haus!!![...]!!! niemals, niemals, niemals!

mal 'ne Leseprobe am Bildschirm lesen, okay. Aber selbst das Betaleseprojekt, das ich letztes Jahr (klingt voll lange her, dabei ist es das gar nicht) angefangen habe, hab ich mir ausgedruckt.

E-Books. Pah. Icon_igitt
Hallo zusammen,

auch ich benutze keine Kindle und bin erklärter Gegner davon, Buchstaben auf Bildschirme zu bannen, zumindest wenns ums Lesen eines Romanes geht. Allerdings hab ich seit zwei Wochen einen "Kindle-Account" für meinen PC, den man sich ganz unkompliziert laden kann. Ein paar Ebooks sind da schon drauf, besonders kürzere, die manche Autoren selbst vertreiben. Da macht es Sinn, finde ich. Wenn ein Autor eine Kurzgeschichte verkaufen will, einer, der gut ist und sich selbst lektorieren kann, ja warum nicht? Das eröffnet schon neue Möglichkeiten was die Dinge im kleinen betrifft, weil der Autor für so etwas ja selten einen Verlag findet. Freilich und verständlich. In diesem Punkt also mag ich die Ebooks inzwischen. Ein "Roman" allerdings wird nicht gekauft. Nicht um 10 Euro. Sprechen wir über einen Vergleich von 5 statt 15, dann vielleicht, denn das ist in der Tat ein größerer Unterschied. Top-Bücher von Top-Autoren können aber gar nie, nie, nie, keine 10 Euro für Kindle wert sein. Sowas muss gedruckt werden, allein schon aus Prinzip. Mrgreen

Wenn wir schon dabei sind, heute gibts ein Angebot von Amazon! Arne Dahl gratis zum Load auf den Kindle. - Tja, so wird halt Werbung gemacht. Das Geschäft schläft nicht und es scheint genügend "Sponsoren" zu geben, die versuches es in diesem Bereich endlich wach zu rütteln: http://www.amazon.de/gp/product/B006ISIB...Q8PKDCC74S

Liebe Grüße,
Sternchen
Ich halte es hier wie der Lehrling: Beim Lesen bleibe ich altmodisch, da benutze ich lieber Bücher. Da ich in der Softwareentwicklung arbeite, sitze ich eh schon 8-9 Stunden täglich vor einem (oder mehreren) Bildschirmen, da muss es beim Lesen nicht auch noch einer sein. Ich hab zwar auch schon Bücher am PC gelesen, allerdings war das nur weil ich die Bücher nicht gedruckt bekommen hab.
Ausserdem kommt auch noch das Argument mit dem Bücherregal: Ein volles Bücherregal sieht einfach nach etwas aus (Meine "kleine Bibliothek" tut es zumindest). Wohingegen du noch so viele EBooks haben kannst, das Regal bleibt dann leer.

Die Sache mit den Datenformaten kommt dann auch noch. Das mag ja heute super gehen, aber sagen wir 20 Jahren wird das dann schon anders ausschauen. Dazu wird wahrscheinlich noch die DRM Problematik kommen (Abgelaufene Berechtigungen, DRM Provider gibts nicht mehr, Reader geht kaputt - neuer Reader kann altes DRM format nicht mehr,...).

Und falls ich mal einen Fehlkauf gemacht haben sollte, kann ich ein gutes altes Buch wesentlich leichter weiterverkaufen/weitergeben als ein ebook (siehe die aktuellen Diskussionen ob man erworbene MP3s weiterverkaufen darf oder nicht).

Was Fachliteratur betrifft, so hab ich auch während des Studiums die benötigten Papers ausgedruckt (falls möglich). Die angesprochene Suchfunktion hat zwar was (zum schnellen Nachlesen von zuvor gelesenem hab ich nicht extra den Ausdruck wieder hervorgezogen, das ging auch schnell im pdf reader), allerdings kann man am Bildschirm ziemlich schlecht (bzw. nur aufwendig) Notizen machen. Ich hab da lieber auf meinen Ausdruck gekritzelt.
@Federlehrling: Was bedeutet denn in dem Zusammenhang "Leseverständnis"???
Soweit ich das verstanden habe ging es um das Aufnehmen von Informationen aus dem Text. Die Leute haben mehr kapiert/behalten, wenn es aus einer elektronischen Kiste kam Icon_ugly
Wie's scheint, muss ich wohl mal eine Lanze für Ebooks und E-Reader brechen ^^
Ja, ich geb es zu, ich besitze ein Kindle. (diesem Thread hier zu urteilen bin damit wohl eine Minderheit im Forum)

Klar, ein Buch gewinnt im 1 zu 1 Vergleich mit einem Ebook.
Aber trotzdem gibt es gewisse Vorzüge bei elektronischen Bücher, aufgrund deren ich mir auch ein Kindle gekauft habe und ich hab es seither nie bereut.

Der grösste Vorteil für mich ist, es ist extrem platzsparend.
Klar, es ist schön wenn man ein Regal voll toller Bücher hat. Aber für Vielleser, die es unter euch bestimmt auch gibt, führt das viele Bücherkaufen irgendwann zwangsweise zu einem Platzproblem. (ausser man lebt in einer Villa mit praktisch unendlich Platz^^)
Ist bei mir aber leider nicht der Fall ^^

In meinem ohnehin viel zu kleinen Bücherregal will ich nur Bücher stehen haben, die mir wirklich sehr sehr gut gefallen haben.
Mehr Qualität anstatt Quantität also sozusagen.
Und für alle anderen Bücher ist ein Kindle perfekt. Falls mir ein Buch, das ich auf dem Kindle gelesen habe, unglaublich gut gefallen hat, kann ich es dann immer noch als Hardcover kaufen um in mein Regal zu stellen.

Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität.
Ich kann auf meinem Kindle mehrere tausend Bücher mit mir nehmen.
Ist vor allem gut, wenn man in die Ferien oder sonstwohin geht und keinen Platz für viele Bücher im Koffer hat.

Klar, es gibt auch Nachteile.
Aber der auch hier erwähnte "E-Reader tun den Augen nicht gut"-Nachteil kann ich wirklich nicht bestätigen.
Für mich ist ein E-Book genau so angenehm zu lesen wie ein richtiges Buch. Egal wie lange ich lese. (Klar, auf einem Ipad könnte ich keine fünf Minuten lesen, aber Kindle hat ja keinen herkömmlichen beleuchteten Bildschirm sondern ein Bildschirm mit E-Ink.)

Grösster Nachteil für mich ist, dass ein Ebook einfach nicht so schön anzusehen ist wie ein richtiges Buch, mit einem schönen, farbigen Cover usw.
Zudem ist die Übersicht bei einem richtigen Buch auch viel besser als bei einem E-Book, das ja keine Seitenzahlen hat, sondern nur eine Prozentzahl die angibt, wie weit man im Buch ist.

Aber wie gesagt, ich habe echt Freude an meinem Kindle.
So mittlerweile haben sich Kindle und Co wohl schon etabliert, dass es nicht ganz so unberechtigt ist, dieses Thema wieder aufzuwärmen und nachzufragen, wie jetzt die Stimmung so ist?

Vor zwei Jahren war ich auch eine erklärte Gegnerin vor Ereadern. Ich hab darin den Anfang vom Ende des Buches als Gegenstand gesehen, so wie ich der Meinung bin, dass die Mp3Files die CDs langsam verdrängen werden.

Dann bin ich aber auf das Projekt Gutenberg gestoßen und habe meine Meinung aus pragmatischen Gründen revidiert. Tonnen von klassischen Werken gratis? Man muss nur eine einfache Rechnung anstellen: was im Reclam Verlag im Schnitt 5 Euro kostet, ist als ebook gratis. Bei 20 Büchern hat man den Einkaufspreis vom Standardkindle wieder drinnen. Das war für mich das ausschlaggebende Argument mir einen Kindle zuzulegen.

Anders verhält es sich aber mit Neuerscheinungen, deren Verfasser noch leben und wo das Urheberrecht noch nicht abgelaufen ist. Diese lege ich mir dann als "richtiges" Buch zu, damit es seinen Platz ins Bücherregal findet. Es ist zwar Haarspalterei, aber irgendwo weigere ich mich für eine Datei, was ein ebook ja schlussendlich ist, Geld zu zahlen. Obwohl Mp3tracks ja nichts anderes sind, sehe ich da aber wiederum kein Problem, dafür zu zahlen.

Was man auch nicht außer Acht beim Vergleich von Buch und ebook lassen sollte, ist die Herstellung. Ich kenne mich mit den technischen Verbrauchsdaten bei digitaler Verarbeitung nicht aus, aber ich denke doch, dass die Herstellung eines Buches ein ziemlicher Luxus der Industriestaaten ist und auf Dauer gesehen ein erhebliches Problem für die Umwelt wird, was Rodung und Co betrifft.

Wir werden ja nicht umsonst das "dunkle Zeitalter" genannt, in dem eine Reihe von Datenträgern ausprobiert wird, von denen die Hälfte nicht erhalten bleiben wird. Mal schauen, ob Bücher sich gegen ebooks durchsetzen können.



p.s.: ich hoffe, ich hab mich jetzt nicht wiederholt, irgendwie habe ich gerade ein dejavu-Erlebnis xD
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