Literatopia

Normale Version: Timur Vermes: Er ist wieder da
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Moin.

Ich Treib mich ja sonst nicht so viel hier im Bücherregal herum. Aber ehrlich: Dieses Buch brennt mir unter den Nägeln. Ich lese gerade Er ist wieder da von Timur Vermes.
Aber eins nach dem anderen.

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Hardcover, 396 Seiten
€ 19,33 [D] | € 19,90 [A] | CHF 27,90
ISBN: 978-3-8479-0517-2

Klappentext:
Frühjahr 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons.
Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.

So viel zu den Formalia.
Ich weiß wirklich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Ich habe jetzt gute 100 Seiten gelesen, mich bisher köstlich amüsiert - und irgendwie im nächsten Moment dafür geschämt. Dieses Buch ist womöglich die böseste, schwärzeste Satire, die mir je untergekommen ist. Durch und durch schräg, gerade auch die Stolpersteine, die sich nach sechsundsechzig Jahren Schlaf in der Welt von heute so auftun, aber auch die Dummheit unserer Gesellschaft, ihre Auswüchse, alles glasklar und stets mit Blick für's Demagogische analysiert.
Aber geht das denn an, Humoriges mit einem Ich-Erzähler namens Adolf Hitler?
Schaut ruhig mal in die Leseprobe. Ich bin gespannt, was ihr von diesem Werk haltet.

Grüße!
Lehrling
Ich fand's auch gut. Ich schäme mich jetzt mehr dafür, dass ich mich nicht wirklich darüber schäme, gelacht zu haben. Hinter all dem Witz steckt schlussendlich auch eine Botschaft, die dennoch nicht so nervig in den Vordergrund gestellt wird, wie ja oft geschehen bei ähnlichen Büchern.
Zwischendurch - und da weiß man wirklich nicht, was man davon halten soll - neigte ich ein wenig dazu zu vergessen, dass dieser Mann zig Millionen Menschen umgebracht hat. Und ihn für seine Taktik zu bewundern. Aber das klingt mit Ende des Buches wieder ab, spätestens zu dem Zeitpunkt auf den letzten Seiten, wo er wieder seine eigene Partei gründet. Hier greift der Zynismus schließlich besonders deutlich durch, denke ich. Das ist aber auch gut so.
Lehrling, hast du das Buch zu Ende gelesen? Wie fandest du es?
Ich kenne das Buch nicht, aber es klingt sehr interessant, gerade weil es solche Reaktionen bei euch hervorruft. Ich denke, ich werde es mir bei Gelegenheit mal anschauen, wenn ich wieder im Buchladen stehe, und dann auch noch meinen Eindruck schildern. Aber eines muss ich noch loswerden: Das Coverdesign. Ist. Genial.
Ja, das dachte ich mir auch schon. Das war einer der Gründe, warum ich mir das Buch gekauft habe.
Moin.

Nein, zuletzt ist es bei mir etwas liegen geblieben, obwohl ich's zunächst beinahe nicht aus der Hand gelegt habe. Sollte es beizeiten mal fertiglesen ...

Aber gut, danke für deine Einschätzung! Deckt sich so weit mit meiner - also Respekt an Herrn Vermes Icon_wink