Literatopia

Normale Version: Das MAGISCHE UNIVERSUM - Der Sternenpirat
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Savoi verehrte Fantasyleser,
im folgenden möchte ich die ersten zwei Kapitel meiner "Das Magische Universum" - Trilogie vorstellen.

von: Chr. Sternenfeuer
Titel: Das Magische Universum
Untertitel: Der Sternenpirat




Posthum danke ich Frank Grabietz, dessen Begeisterung und Überzeugung für diesen Roman eine große Motivation für mich gewesen sind. Mögest du deine Aurelia in den jenseitigen Gefilden finden, lieber Frank.



* Schöpfers Traum *

Am Anfang Weite nur –
Geist fasst alles wie im Traum.
Angefüllt mit Seelensplitter –
verteilt Ewigkeit sie über Zeit und Raum.

Ein Schritt voran –
der Sterne Meer heller wird und dicht.
Stäubchen ballen sich und schau –
Planeten schimmern unter der Sonnen Licht.

Ein Schritt voran –
Zeit drängt empor wie wirbelnd Schaum.
Sterne scheinen ewig – und doch,
sind sie vergänglich – in Schöpfers Traum.

Ein Schritt voran –
zueinander finden Stoff und Geist
und folgen Schöpfers Plan –
der unbekannte Zukunft heißt.

Ein Schritt voran –
im Großen wie im Kleinen,
folgt alles einem Ziel
finden und vereinen.

Ein Schritt zurück –
im Kleinen find man wieder –
was im Großen ist zu seh’n.
Wo ist Anfang, wo das Ende –
wird man Schöpfers Traum je versteh’n?





PRÄLUDIUM



ZEIT: GEGENWART PLUS 500 JAHRE
KOORDINATE: SYSTEM MAGICA – JOY – ALURIEN

Sensationeller Fund!
Wie der Lor’san-Chronikle erfahren hat, wurden in den kürzlich geöffneten Geheimarchiven von Alurien über fünfhundert Jahre alte Chroniken entdeckt. In dieser Bibliothek des Wissens, die verborgen in einer jetzt erst zugänglich gewordenen Zwitterdimension liegt, spürte Sha’mir el Ko’hor, ein Nachfahre des legendären Ghurkameisters Shak el Ko’hor, auch genannt ›Der Löwe von Lor’san‹, diese Aufzeichnungen auf.
Sie stammen aus den Jahren 1759 – 1772 alurischer Zeitrechnung und umfassen die damaligen Ereignisse, die zur Entmachtung der berüchtigten Tempelsekte Die Heiligen der letzten Tage führten.
Bei den Dokumenten fanden sich zahlreiche persönliche Logbücher, Aufzeichnungen und Anmerkungen des sagenumwobenen Kapitän Stern, die, so nehmen Gelehrte an, bewusst an den Finder dieser Unterlagen gerichtet sind. Da Kapitän Stern bei dem Volk der Ghurka auch nach über fünfhundert Jahren noch eine überaus hohe Wertschätzung genießt, sollen hier, zum leichteren Verständnis in romanhafter Form, die gefundenen und überarbeiteten Berichte wiedergegeben werden.
Fa’dur el Prado, Berichterstatter des Lor’san-Chronikle auf Alurien, Fuxina. Anno 2283 alurischer Zeitrechnung …
Vorwort von Kapitän Stern, gerichtet an den Finder der verborgenen Dokumente. Datiert August anno 1772.
»Mein Name ist Hieronymus Stern, Kapitän der Freibeuterfregatte Sternenteufel. Bevor ich dieses Universum verlasse und damit dem Ersuchen der Ma’hudi nachgebe, möchte ich den Historikern, die den Spuren der Geschichte so ergeben folgen, die Geschehnisse dieser Zeit aus meiner Sicht schildern.
Wir schreiben das Jahr 1772 alurischer Zeitrechnung, als ich diese Berichte mit großartiger Unterstützung meiner geliebten Gefährtin, Aurelia von Lethos, niederschreibe. Denn ohne ihre Hilfe hätte ich diese Aufzeichnungen nie begonnen.
Ich bin in der Geschichte, die in diesen Chroniken geschrieben steht, einer der Hauptakteure – und hier, verehrte wissensdurstige Leser, gebe ich euch vorab einen kleinen Überblick über Aufbau und Hintergrund des Magischen Universum sowie um die Zusammenhänge, wie sie sich nach meinem heutigen Wissen ergeben. Denn ich vermute, dass in ein paar hundert Jahren viele dieser Erkenntnisse verloren gegangen sein könnten.
Wir schrieben das Jahr anno 1759 alurischer Zeitrechnung, als die Probleme begannen oder zumindest in ihre entscheidende Phase traten. Es tauchten unerklärliche Fragen auf, die ich nur mit Hilfe der Ma’hudi lösen konnte und unser Universum hatte in diesem Konflikt eine wichtige Rolle zu spielen.
Es scheint ein Paralleluniversum zu dem Euren zu sein, in dem, wenn auch nur teilweise, sehr abweichende Naturgesetze herrschen. Leider war mir damals noch nicht klar, in welcher Beziehung unsere Universen zueinander standen. Jedoch muss es eine magische Verbindung geben, darum richtet sich mein Bericht sowohl an die Völker des Magischen Universums als auch an euren daneben existierenden Kosmos.
Ihr kennt Technik, Maschinen und dieses seltsame Etwas, dass ihr Elektrizität nennt. Diese ist uns vollkommen unbekannt, wir nutzen anstelle dessen praktizierte Magie.
Magier, Zauberer und Alchemisten waren bei uns anerkannte Berufe, bei denen es natürlich, wie bei euch auch, gute und schlechte Adepten gab.
Die bewohnten Welten befanden sich in einem der herrlichen Spiralarme unserer Milchstraße. Diese Region wurde allgemein der Arm genannt und umfasst eine riesige Zahl an Sonnensystemen. Es gab jede Menge bewohnter Planeten, doch nicht auf allen leben Menschen oder deren entfernte Abkömmlinge.
Reger Handel herrschte zwischen den weit auseinanderliegenden Sternsystemen und ein wenig profitierte ich davon, derweil der Beruf des Piraten natürlich das Ausrauben von Handelsschiffen beinhaltet.
Die hauptsächlich vorherrschenden Regierungsformen waren in der Regel Monarchien, Theokratien, Händlervereinigungen, despotische oder tyrannische Systeme als auch viele Mischarten davon. Reine Demokratien waren eher selten anzutreffen, dazu noch vereinzelt lupenreine Anarchien, den ursprünglichsten jedoch auch gewalttätigsten unter allen Arten menschlichen Miteinanders.
Technisch und gesellschaftlich gesehen befanden wir uns ungefähr auf einem Stand, der dem des ausgehenden 18. Jahrhunderts eurer Parallelerde entsprach. Leibeigenschaft, Sklaverei und Ausbeutung der Natur entsprachen durchaus euren alten und auch neuen Gepflogenheiten, denn es galt das Recht des Stärkeren.
In der Regel waren im hiesigen Arm die Berufsstände in Gilden zusammengefasst und diese achteten sehr darauf, dass ihre traditionellen Rechte nicht beschnitten wurden. Fremde Rassen verkehrten mehr oder weniger problemlos mit uns Menschen. Sie bewohnten teilweise sogar dieselben Planeten und lebten zumeist harmonisch mit ihnen zusammen.
Schiffsfahrten durch das Meer der Sterne, die erst Handel untereinander erlaubten, wurden mithilfe des magischen Sternenstaubs ermöglicht.
In eine schützende Lebensblase gehüllt, segelten Schiffe unterschiedlichster Bauart wie Galeonen, Klipper und Fregatten, von Stern zu Stern und wasserten mithilfe von Flairmagie auf den Ozeanen der unterschiedlichsten Planeten, um ihre Fracht umzuschlagen und neue Ladung aufzunehmen.
Auf Joy im System Magica war ich zu der Zeit oft anzutreffen. Ich hatte hier einen Hehler, Magnus der Faun genannt, der mir meine Beute zu fairen Preisen abnahm. Obendrein hatte er hin und wieder ein interessantes magisches Artefakt für mich im Angebot.
Zusätzlich fanden in Fuxina, der Hauptstadt von Alurien, alle drei Jahre die Meisterschaften der JIXX-Spiele statt, an denen ich gelegentlich teilnahm.
Und hier, geneigter Leser, hatte sich damals Merkwürdiges ereignet. Eine Schamanin, aus dem Volk der Pangäer, sprach mich an und berichtete von seltsamen Ereignissen.
Unheil, sagte sie, drohe der Welt der Spiele. Dunkle Mächte, verborgen unter dem Deckmantel einer Tempelsekte, genannt Die Heiligen der letzten Tage, planten angeblich die Übernahme von Joy.
Sie wollten die Herrschaft über die Spiele erlangen und Einfluss gewinnen über die unzähligen JIXX-Spieler, die allein wegen dieser Spiele, von allen möglichen Welten kommend, nach Alurien reisten, nein … förmlich pilgerten, denn die Meisterkrone des JIXX genoss überall im Arm allerhöchstes Ansehen und war mit wertvollen Privilegien ausgestattet.
Eine Zauberin namens Murania brachte den Stein ins Rollen und dann suchten wir Verbündete im Kampf gegen diese heimtückischen Rotröcke, wie die Angehörigen des Tempels auch genannt wurden. Außerdem suchte ich, zusammen mit meiner Gefährtin, der wunderbaren Aurelia, nach deren verschollenen Tochter Mylinda und es mehrten sich die Hinweise, dass der Tempel auch hierbei seine Finger im Spiel hatte …
Begleitet uns bei dieser abenteuerlichen Suche. Sie führt in die Tiefen der Unterwelt Aluriens, bis hin zu weit entfernten Sternensystemen …
Kommt mit mir ins System Mephisto, zum Planeten Elixier, wo es das Wasser des Lebens gibt und nach Tandor im System Pandora, wo das Geheimnis der Orca verborgen ruht …
Lernt den bösartigen Widersacher kennen, diesen unheimlichen Mann mit der Maske, der nicht nur die Vernichtung meiner Person plant, sondern die Herrschaft über die Tempelsekte Die Heiligen der letzten Tage anstrebt …
Erlebt die gefahrvolle Suche nach Mylinda, um mitzuerleben, wie der Tempel sich ihrer bemächtigten will, um sie als Preis für die Hilfe finsterer Mächte zu opfern …
Lernt die düsteren Katakomben kennen und fürchtet Klumpfuß, den Folterknecht des Widersachers …
Schließlich gibt es da noch das rätselhafte Phantom. Ein verfluchter Geist aus der Vergangenheit, der mehr über die Geschichte Aluriens weiß als jeder Lebende unter uns. Sein Wissen über die Lemurer verhelfen uns wahrscheinlich zum Erfolg über die Rotröcke und den dunklen Mächten, die hinter ihnen stehen … Irgendwann müssen wir noch das große Rätsel der She’ek und Ma’hudi lösen. Auch das Wirken göttlicher Inkarnationen, die ganze Universen als Schachbrett für ihre unergründlichen Pläne nutzen, bedarf der Aufklärung. Denn wir wollen nicht einfache und unwissende Bauern in ihrem großen Spiel sein. Daher, liebe Leser, ist die Geschichte dieser Chronik mit dem vorliegenden Bericht noch nicht beendet.«

P.S.: »Bevor ich es vergesse, Freunde. Achtet auf die verborgene Botschaft im Text. Sie wird dem, der sie zu lesen versteht, wichtige Information übermitteln.«


* Strom der Zeit *

Zeit – beginnst mit kleinem Schritt,
Schöpfers Atem steht jetzt still.
Nimm mich auf deiner Reise mit,
wenn du kannst und er ist will.
Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – langsam beginnst zu perlen,
schäumtest hoch zu ew’gem Lauf.
Zeit – deine Richtung kannst nicht wählen,
nur voran – Universums Berg hinauf.
Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – der Sterne Schlaf ist lang und fest, nur du kennst ihre endlos Zahl. Dem Leben bautest du ein Nest, schafftest Vielfalt – hattest die Qual der Wahl. Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – dein Schritt nun schneller, du fließt jetzt breit und tief. Das Licht um dich wird immer heller, weil das Leben nach Erschaffung rief. Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – dein Strom nun unendlich wird, kein Ende ist zu wähnen. Aus dem kleinen perlen – Anfang ward und Ewigkeit – ich mag es ahnen. Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – du darfst nicht fehlen, denn es ist kein Leben ohne Tod. Alles muss weiter streben und suchen – wo Existenz sich lohnt. Zeit – ich kann dich nicht sehen …

Zeit – ein Gehilfe der Schöpfung bist, im Werden und Vergehen. Ohne dich kein Fortschritt möglich ist, unsichtbar und doch – Zeit, nun vermag ich dich zu sehen.




VORSPIEL

ZEIT: VERGANGENHEIT – GEGENWART – ZUKUNFT = EWIGKEIT
KOORDINATE:OLYMPUS – INTERMITTIERENDE ZWITTER-DIMENSION

Interessiert musterte die Schicksalsgöttin Atrophos den Lebensfaden, den sie soeben locker in der Hand hielt. Sie erkannte mit ihren feinen Sinnen intuitiv die großen schicksalsschweren Zusammenhänge, die sich in der seltsamen Struktur dieses Faden verbargen. Nachdenklich betrachtete sie den seidig glänzenden Stoff, der aus dem Nichts der Ewigkeit gesponnen war und vom sagenumwobenen Baum des Schicksals stammte. Lange sann sie vor sich hin und langsam dämmerte es ihr. Nämlich die Erkenntnis, dass sie diesen Faden eigentlich nicht in ihren Händen hätte halten sollen. Mit einer im wahrsten Sinne des Wortes fadenscheinigen Bitte um einen Besuch bei ihm, dem großen Gegenspieler, wollte der Vater der Lüge sie am heutigen Tag von ihrer Arbeit fernhalten.
War eine Schicksalsgöttin verhindert, übernahm in der Regel eine ihrer beiden Schwestern die Arbeit. Leider nicht mit der gewohnten Gründlichkeit, die ihr selbst bei der eigenen Tätigkeit zur Selbstverständlichkeit geworden war. Sie war die Älteste und Mächtigste unter den drei Nornen und schlussendlich ging es um die Schicksale intelligenter Lebewesen. Und das war etwas so Bedeutungsvolles, dass man es nicht oberflächlich erledigen durfte. Da sie keine Lust verspürt hatte, dem Fürst der Lüge gefällig zu sein und sie zudem einer inneren Eingebung nachgeben wollte, entschied sie sie sich kurzfristig gegen diesen Besuch. Ihrer jüngeren Schwester Lachesis wäre auf Grund geringerer Erfahrung bei diesem Aspekt der Arbeit wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches an dem Faden aufgefallen. Denn es war, musste Atrophos ehrlicherweise zugestehen, in der Tat wirklich sehr schwer festzustellen, was an dem Gewebe nicht in Ordnung war. Die Bedeutung des Faden zu erkennen, erforderte einen intensiven Einblick in das Leben dieser Person. Erst im Zusammenhang mit anderen Beziehungsfäden offenbarte sich der teuflisch schlaue Plan sowie das Muster, das dahinter verborgen lag.
Für solche, weit in die Zukunft reichende als auch ausgeklügelte Machenschaften, kam nur einer infrage, der Fürst der Lüge höchstpersönlich. Tief atmete Atrophos ein und gedachte der Zufallsgöttin Tyche mit einem warmen Gedanken. Endlich kam sie zu einer Entscheidung und nahm geistigen Kontakt zu einem der Wächter der Ewigkeit auf und bat um Erlaubnis für einen Eingriff in das Schicksalsgefüge des Schöpferplans. Im Bruchteil eines Augenblicks übermittelte sie dem Wächter des Schicksals ihre Absicht und beendete dann die Verbindung. Die Antwort ließ diesmal erstaunlich lange auf sich warten. Doch nach einiger Zeit, die der Schicksalsgöttin wie eine Ewigkeit vorkam, meldete sich mit einem leisen Klopfzeichen der Wächter in ihrem Geist. Eindeutig erkennbar an seinem individuellen Signum, das nicht einmal der Fürst der Lüge zu fälschen imstande war, wie sie vermutete. Und es niemals, dessen war sich Atrophos so gut wie sicher, auch nicht versuchen würde, denn hinter den Wächtern stand der Schöpfer selbst.
›Deinem Ersuchen wird stattgegeben, Atrophos. Du kannst die erforderlichen Maßnahmen einleiten und wirst dich persönlich darum kümmern, dass alles im Sinne des großen Plans umgesetzt wird. Wir raten dir daher, dich selbst zu inkarnieren, damit du zeit- und ortsnah die notwendigen Dinge in die Wege leiten kannst. Übergib deine laufenden Arbeiten einer von uns legitimierten Kopie deiner Selbst, die wir dir unverzüglich schicken. Deren Aufgabe ist selbstverständlich, wie du sicher weißt, befristet bis zum Augenblick deiner Rückkehr. Die She’ek dürfen keinesfalls die Herrschaft über das Magische Universum erlangen. Zu viel Schaden würde im Plan des Schicksals angerichtet, sollten sie mit ihrem Vorhaben erfolgreich sein. Es wird vom Schöpfer selbst nicht hingenommen, wenn sein Alter Ego versucht, den She’ek Zutritt in ein Universum zu verschaffen, in dem sie im großen Plan nicht vorgesehen sind.‹
Atrophos frohlockte innerlich, denn endlich bekam sie die erhoffte Genehmigung für ihr Vorhaben und konnte dem großen Gegenspieler damit eine empfindliche Niederlage beibringen. Dafür war sie nur allzu gern bereit, als körperliche Inkarnation eine oder auch mehrere menschliche Zeitspannen auf besagtem Planeten zu verbringen. Es gab ihr Gelegenheit, die Geschehnisse vor Ort zu beeinflussen und im Sinne des großen Plans zu lenken.
Sofort ging sie ans Werk und informierte ihre beiden Schwestern, die ihre Aufgaben weiterführen würden, bis eine Kopie ihrer Selbst, von den Wächtern der Ewigkeit erschaffen, als Ersatz eintraf. Nachdem sie nochmals gründlich über ihren Plan nachgedacht hatte, setzte sie sich mit Chronos, dem Gott der Zeit, in Verbindung, denn er musste ihr bei ihrem Vorhaben Unterstützung leisten. Sie hatte zu dem sympathischen Chronos ein gutes, sogar inniges Verhältnis und er würde ihre Bitte nicht abschlagen, zumal sie praktisch im Auftrag der Wächter handelte. Der geistige Kontakt erfolgte schnell und hatte augenblicklich eine warme und herzliche Vertraulichkeit.
›Was kann ich für meine teuerste Freundin tun, meine liebe Atrophos?‹ erkundigte sich die warme Geiststimme von Chronos.
Sanft streichelte Atrophos mit ihrem mentalen Fühler über das Bewusstsein ihres vertrauten Kollegen und gelegentlichen Lieb-habers.
›Fühle dich umarmt, Chronos! Du kannst mir helfen, unserem gemeinsamen Widersacher eine Niederlage beizubringen. Ich habe bereits die Erlaubnis der Wächter erhalten, eine Änderung im Schicksalsgewebe vornehmen zu dürfen. Mein lieber Chronos, unser geschätzter Freund Mephisto plant eine große Sache. Mit unerfreulichen Folgen für den Ablauf des vorgesehenen Schicksalsplanes. Nur durch Zufall bin ich darauf aufmerksam geworden. Nun, tatsächlich ist meine Freundin Tyche wohl schuld daran, dass aus der Einladung Mephistos nichts geworden ist. Wenn mir die Bedeutung dieses Fadens entgangen wäre, würden wir das Magische Universum mit großer Wahrscheinlichkeit an die She’ek verlieren und das darf nicht geschehen, dieses hat mir der Wächter ausdrücklich bestätigt. Nun, da wir von diesem hinterhältigen Plan erfahren haben und der Faden noch nicht zu Ende gesponnen ist, bleibt noch Gelegenheit, diese Katastrophe zu verhindern. Wirst du mir helfen?‹
Die Antwort vom Gott der Zeit kam ohne Verzögerung und ließ durch eine zart angedeutete Vibration bereits auf eine gewisse Vorfreude schließen.
›Aber sicher doch, meine Liebe, wie könnte ich dir diese Bitte abschlagen. Vor allem, wenn es darum geht, unserem alten Freund einen Denkzettel zu verpassen. Ihm einen seiner hinterlistigen Pläne zunichte zu machen, ist doch immer ein Vergnügen für mich. Sag mir, was ich machen soll und betrachte es als erledigt. Und – was ich noch sagen wollte, meine Liebe. Lass dich bei Gelegenheit wieder bei mir sehen. Es wäre doch endlich einmal an der Zeit, uns intensiv und ausgiebig miteinander auszutauschen. Ich habe dich ja seit Ewigkeiten nicht mehr leibhaftig gesehen, Ato, geschweige denn umarmt.‹
Die Schicksalsgöttin musste über seine Gedanken schmunzeln, denn Zeit und Ewigkeit waren ihm anvertraut. Doch konnte er, in gewissen vorgegebenen Grenzen, über diese schöpferischen Elemente nach Belieben verfügen und daher war diese Aussage zumindest zweideutig zu verstehen. Sie lächelte still in sich hinein. Dieser Chronos, er konnte es nicht lassen, der alte und ewig junge Satyr versuchte stets, sie oder einer ihrer Schwestern zu becircen. Obwohl sie alle bereits ein mehr oder weniger intimes Verhältnis zu ihm unterhielten. Das blieb bei dem engen Kontakt, den sie naturgemäß miteinander hatten, einfach nicht aus. Außerdem fand sie ihn als Mann durchaus sehr attraktiv und andere Gelegenheiten, sich angenehmen Sinnesfreuden hinzugeben, waren in der Abgeschiedenheit ihrer außerdimensionalen Existenzblase bei Weitem nicht so reizvoll und interessant. Jedoch musste sie Nachsicht walten lassen. Obwohl er der Gott der Zeit war, entgingen ihm solche Dinge oft in der Hektik seiner Arbeit. Er wusste manchmal einfach nicht mehr, mit wem er gerade ein Verhältnis unterhielt oder wie oft oder wie lange …
Eindringlich erklärte sie Chronos ihr Anliegen und dieser wieherte förmlich vor Vergnügen
›So sei es, Atrophos. Lassen wir deinen Plan geschehen‹. Und mit diesen Gedanken hob er seine Uhr und ließ den Sand der Zeit rückwärts fließen …



ZEIT:VERGANGENHEIT KOORDINATE:SYSTEM MAGICA

Hell und feurig strahlte der mächtige Stern und sandte seine Lichtboten in das Universum hinaus. Fünf mehr oder weniger große Planeten umkreisten ihr Muttergestirn in unterschiedlichen Abständen. Und viele Milliarden Meilen von der Sonne Magica entfernt bildete eine formlose wolkige Schale aus Eis und Gesteinsbrocken die Grenze des Systems zum offenen Sternenmeer.
Hier, gefangen in der Dunkelheit und Einsamkeit am Rande des Nichts, bewegten sich die Frühgeburten aus der Entstehungszeit des Muttergestirns auf ihren ewig gleichen Bahnen und drehten sich dabei taumelnd um ihre Achse. Sie vollendeten ihren Reigen um das ferne Zentrum in tausenden von Jahren. Hin und wieder stießen sie mit kleineren oder größeren Geschwisterbrocken zusammen, um dann, gezogen von der filigranen Schwerkraft der fernen Mutter, mit zunehmender Geschwindigkeit in den inneren Lebenskreis einzudringen. Kein intelligentes Wesen konnte erahnen, was für Auswirkungen dieses Geschehen, weit ab der bewohnten Welten, haben mochte. Wirklich keins …?
Fern vom Muttergestirn verschob sich in der Wolke aus Geröll und erstarrten Gasen ein Energiequant um den Bruchteil einer Winzigkeit, was zur Folge hatte, dass sich die Bahn eines kleineren Gesteinsbrockens veränderte. Er war ein Winzling unter Millionen anderer Mitglieder seiner Familie aus Eis, Stein und Erz und hatte nur die Größe einer kleinen Hütte.
Jetzt trieb er langsam auf einen mächtigen Felsen von fast tausend Yard Durchmesser zu und stieß ihn sanft an. Von diesem Hauch einer Berührung geküsst, verließ der Berg aus Stein in den nächsten tausend Umläufen seine Jahrmillionen alte Bahn. Er nahm Kurs auf das ferne Zentrum und strebte unaufhaltsam diesem entlegenen Licht entgegen.
Es sollten viele Zeitalter vergehen, in denen der fliegende Berg mehrmals das helle Licht umkreiste, bis sich der uralte Felsen mit hoher Geschwindigkeit einer der inneren Welten näherte.
Eines kommenden Tages lag, wie es die Schicksalsgöttin Atrophos geplant hatte, der Planet Joy direkt auf seinem Kurs und würde die Verschmelzung des Kindes aus Gestein und Erz mit seinem Muttergestirn verhindern.


* Himmels Hammer *

Dunkel ist mein Reich – und fern,
nur eisig Kälte spürt das eh’ern Herz.
Die Mutter nur ein fremder Stern,
es friert mich, den Berg aus Stein und Erz.

Als stummer Wächter meine Bahn ich zieh
und doch verstoßen bin für alle Zeit.
Ab und an ein Bruder flieht,
ich muss bleiben – bis in alle Ewigkeit.

Wärme würde mir die Mutter geben
und mein kaltes Herz erwecken.
Lasst mich – lasst mich zu ihr streben,
um ihre wahre Liebe zu entdecken.
Ein Stoß mich zart berührt –
sanft verspür ich der Mutter Ruf.
Ihr Licht – das mich führt,
zu ihr – die mich gebar und schuf.

Lang, lang – wird die Reise sein,
doch was zählen schon die Jahre.
Irgendwann fühl ich der Mutter Schein,
werd ihre Liebe spür’n – die Wahre.

Eine Runde um die Mutter noch,
dann wird sie mich umarmen.
Ich eile immer schneller – und doch,
es kennt das Schicksal kein Erbarmen.

Ein Geschwisterkind mir den Weg versperrt,
es will der Mutter Wärme nur für sich.
Ich kämpfe – hab verzweifelt mich gewehrt,
umsonst – es ist stärker denn als ich.

Voller Zorn brüll ich nun auf,
stürz mich aufs Geschwisterkind.
Immer schneller wird mein Lauf
und schlag ein – wie der Blitz geschwind.

Das Licht wird hell und immer heller;
ich wühl mich tief in seines Leibes Kammer.
Schmerz wird heiß und immer greller,
aus und vorbei, er ist Amboss – ich der Hammer


Noch war kein intelligentes Leben auf Joy vorhanden, denn die Zeit der Lemurer oder Menschen war noch nicht gekommen. Deren Existenz lag noch Millionen von Jahren in ferner Zukunft und näherte sich der kommenden Gegenwart nur langsam, Schritt für Schritt.
Doch der Kontinent, welcher dereinst Alurien heißen sollte, hatte sich bereits aus heißer Magma gebildet. Ebenso erhoben sich unzählige Inseln aus dem weiten grünblauen Meer, in dem sich reiches und vielfältiges Leben entwickelte. Üppige Vegetation hatte sich über den ganzen Planeten ausgebreitet und dichte Wälder bedeckten das grüne Land, über das unzähliges Getier auf Suche nach Nahrung umherzog.
Alles schien im Einklang mit der Natur, bis eines Tages der Himmel über den fruchtbaren Savannen aufglühte und ein grelles Licht innerhalb weniger Sekunden wie eine feurige Lanze durch die Atmosphäre stieß. Wie ein titanischer Hammerschlag traf der glühende Felsbrocken auf den nördlichen Rand Aluriens. Er bohrte sich dabei tief in den Leib des jungen Kontinents, wo er mit sonnengleicher Urgewalt explodierte, um dabei im Umkreis von tausend Meilen und mehr alles Leben zu vernichten.
Nichts vermochte der kolossalen Druckwelle standzuhalten und gigantische Flutwellen jagten berghoch um die Welt, so mächtig, dass sie noch auf der anderen Seite Aluriens selbst die großen Inseln überfluteten. Gleichzeitig schoss eine gewaltige Feuersäule in die Höhe und riss Abermillionen Tonnen von Wasser und pulverisierten Gesteins in die Atmosphäre. In den folgenden zwei Jahren verfinsterte sich der Himmel, bis die unermüdlich herniederströmenden Regenfälle den größten Teil des Staubes wieder aus der Gashülle filterten.
In dieser Zeit der Agonie starben viele der Arten aus und es dauerte lange, bis sich die Überlebenden von diesem Ereignis erholten. Das Klima Joys kühlte sich in dieser Phase der Dunkelheit merklich ab und es sollte Jahrzehnte dauern, bis die Sonne Magica ihr Kind wieder ausreichend erwärmte.
Der Einschlag setzte Wälder und Savannen in Brand, wobei er den Boden bis in mehrere Fuß Tiefe sterilisierte. Zugleich hinterließ er einen gewaltigen Krater von über zwanzig Meilen Durchmesser. Die nachfolgenden Gesteinsbrocken schlugen eine zusätzliche, lang gestreckte Kerbe in die umliegende Hügelkette und schufen dabei eine enge Schlucht, die als natürlicher Kanal eine Verbindung zum alurischen Meer öffnete. Dieses Ereignis sollte sich in späteren Zeitaltern noch als sehr nützlich erweisen. In diesen, von Himmelskräften geschaffenen See, ergoss sich der Ozean und verdampfte noch tagelang in der Gluthölle, die am Grund des Einschlagkraters herrschte.
Die Unmengen an Wasserfluten kühlten letztendlich das Feuer und brachten die Lava zum Erstarren. In kurzer Zeit füllte sich die klaffende Wunde, wodurch sich ein ansehnliches Gewässer von ungewöhnlicher Tiefe bildete, der zudem außerordentlich rein und klar das Licht der Sonne Magica spiegelte. Der metallische Kern des steinernen Riesen ruhte unversehrt im Untergrund, bis irgendwann, in hundert Jahrtausenden oder später – neugierige Lemurer oder Menschen kamen.
Sie würden forschen und suchen, um dann zu erkennen, dass diese Katastrophe der Vorzeit einen wahren Schatz hinterließ, nämlich Obsidianerz in reinster Form. Es war das wertvollste Mineral nach dem kostbaren Sternenstaub, den das Magische Universum zu bieten hatte.
Mit Genugtuung nahm die Schicksalsgöttin das kosmische Wirken zur Kenntnis und war sich sicher, dass der finstere Widersacher keine Ahnung davon hatte. Er würde nicht vermuten, dass bei diesem Geschehen göttliche Kräfte der Gegenseite im Spiel waren, die damit seinen Plan zunichte machen konnten …


ZEIT: GEGENWART
KOORDINATE:JOY

… ungefähr fünf Millionen Jahre nach dieser kosmischen Katastrophe brachte die Sonne Magica die eine Hälfte des Planeten zum Leuchten. Kadmos und Jaspar, die sich gegenseitig umkreisenden Zwillingsmonde von Joy, versanken langsam hinter dem Horizont und spendeten dabei der dunklen Seite der Welt ihr silbern und bläulich schimmerndes Licht.
In den tiefdunklen Wäldern Aluriens regte sich im beginnenden Morgen langsam erwachendes Leben während sich die Tagschläfer verkrochen, um nun ihrerseits in sicheren Verstecken auf die nächste Nacht zu warten. Unheimliche Wesen begrüßten nun den neuen Tag und machten sich bereit, ihren Teil des Tages mit jagen oder gejagt werden zu verbringen. Nicht jedes Tier würde die kommende Nacht erleben. So ist das Gesetz der Natur, dass nur die Glücklichen und Gerissenen, die Vorsichtigen und Wachsamen, den ständigen Kampf ums Dasein überstehen. So lange, wie Glück und Vorsicht andauerten.
In Fuxina, der Hauptstadt Aluriens, kehrten die letzten unverdrossenen Teilnehmer des nächtlichen Spiels in ihre Herbergen zurück, um ihren wohlverdienten Schlaf zu halten. Unterdessen erwachten bereits die ersten Einwohner aus ihren Wonne- oder Albträumen, um sich auf ihr kommendes Tagwerk vorzubereiten. Nichts deutete darauf hin, dass dieser Tag anders werden würde als die vorherigen. Jedoch lag eine deutlich spürbare Spannung in der Luft, ein Knistern wie vor einem gewaltigen Gewitter.
Auf dem geräumigen Marktplatz hatte sich wie fast immer ein ansehnliches Häuflein müde wirkender Spieler eingefunden. Lebhaft diskutierten sie bereits die Ereignisse der letzten Nacht während sie ganz nebenbei ihre täglichen Besorgungen erledigten. Der Basar belebte sich, doch erst in den Abendstunden würde er vor Geschäftigkeit brummen. Tagsüber versorgten sich die Besucher des Marktes mit den Notwendigkeiten, die ein Alltag so mit sich bringt. Denn ein hungriger Magen verlangt nach Nahrung, also musste frisches Brot, Gemüse, Fleisch und Fisch herbeigeschafft werden. Gewürze durften nicht fehlen und natürlich nicht das kräftige dunkle Bier, für das Alurien im ganzen bewohnten Arm bekannt war und das zu jeder Tageszeit getrunken wurde.
Die ersten Händler hatten in den frühen Morgenstunden ihre Stände aufgebaut oder besetzt und breiteten ihr vielfältiges Angebot an Waren aus. Unzählige Düfte erfüllten rasch die Luft, um menschliche und fremde Nasen schnell an die Grenze ihrer Unterscheidungsfähigkeit zu bringen. Über offenen Feuern drehten sich mächtige Bratspieße, auf denen aufgesteckte kleine Büffelmufftis in der Hitze langsam garten. An anderen Ständen glänzten Obst und Gemüse in kräftigen Farben und verleiteten den hungrig Suchenden zum Verweilen und Probieren. Ansehnliche und hässliche Marktweiber priesen ihre Ware und versuchten gleichzeitig, die der Konkurrenz schlecht zu reden. Der zunehmende Lärm von unzähligen schreienden Händlern, keifenden Marktfrauen sowie den immer anwesenden und herumjohlenden Bettelkindern machte es fast unmöglich, ein normales Gespräch zu führen.
Im Zentrum des Basars reckte ein titanischer Drachenbaum seinen Stamm fast fünfhundert Fuß in den Himmel wobei er sein Astwerk wie einen riesigen Baldachin über einen großen Teil des Marktes spreizte. Damit gewährte er den darunterliegenden Ständen Schutz vor Regen und Sonnenlicht.
Es hieß, er sei schon mindestens tausendfünfhundert Jahre alt, gepflanzt von einem der Gründer Fuxinas. Er hatte sich zu einem wahren Giganten entwickelt und wegen der Größe seinen passenden Namen bekommen – Großer Drache oder auch Big Giant. Diesen Namen verdiente der Baum wahrhaftig. Er, der mehr von der Geschichte Fuxinas zu berichten wüsste als jedes andere noch existierende Lebewesen dieses Planeten.
Langsam näherte sich von der westlichen Seite der Stadtmauer herkommend eine männliche Gestalt der Seitengasse, die zum Monolithen führte, der auch DasOrakel genannt wurde. Sie war von kräftiger Statur und mochte vielleicht sechseinviertel Fuß groß sein. Auf dem Kopf trug sie einen dunklen Dreispitz, wie er bei Piraten gewöhnlich anzutreffen war. Unter einer leicht ver-blichenen dunklen Weste war ein blaufarbenes Hemd zu sehen, dessen obere Knöpfe fehlten, wodurch es eine reichlich behaarte Brust offenbarte. Sowohl ihr Kopf- als auch Brustbewuchs schien nicht mehr dunkel zu sein, denn etliche silberne Fäden durchzogen das Haupthaar und gaben ihr das Aussehen einer silbern schimmernden Löwenmähne.
Daraus konnte ein Betrachter schließen, dass diese Person nicht mehr in ihren jungen Jahren stand und doch wirkte sie seltsam zeitlos. Ein objektiver Beobachter würde diesen Mann, denn um einen solchen handelte es sich offensichtlich, um die fünfzig Jahre schätzen, wohl eher darüber als darunter. Die Haut wirkte wettergegerbt als ob sie zu viel Sonnenlicht ausgesetzt worden war und somit die typische Farbe der Sternenfahrer aufwies. Die derbe braune Hose saß straff am sehnigen Körper und wurde von einem breiten Gürtel um die immer noch schmalen Hüften gehalten. Seine Beine steckten in halbhohen weichen Lederstiefeln, die unterhalb der Knie in umgeklappte Stulpen endeten, welche an der Innenseite keilförmig eingekerbt waren. Der auffällige Gürtel war aus einem unbekannten Leder gefertigt und mit etlichen kupferfarbenen Metallplättchen verziert, wobei die Schnalle selbst aus reinem Silber zu bestehen schien. Seitlich des Gürtels befand sich eine Dolchscheide. Nach Farbe und Maserung war sie aus seltenem Orcaholz und gut einen Fuß lang. Aus ihr ragte der auffällige Knauf einer Waffe, auf dem ständig die rechte Hand des Mannes ruhte. Es schien eine alte Gewohnheit in diesem Verhalten zu liegen. So als ob der lange Dolch, fast schon ein Kurzschwert, zusätzliche Sicherheit gab. Auch möglich, dass er aus langer Erfahrung heraus einfach darauf vorbereitet sein wollte, auf eine Gefahr augenblicklich reagieren zu können. Denn sein Blick schweifte ständig wachsam umher und betrachtete das Treiben um sich her-um mit dem milden Verständnis eines erfahrenen Reisenden. Seine Hände waren groß und kräftig, ohne jedoch prankenhaft zu wirken. Deutliche Schwielen zeichneten sich in den Handflächen ab, die den Eindruck vermittelten als könnten sie kraftvoll zupacken und eine Waffe sicher führen. Dennoch wirkten die langen Finger durchaus feinnervig, so als verständen sie es ebenso mit filigraneren Dingen umzugehen, als Dolch oder Schwert zu halten. Über seiner linken Schulter hing an einem breiten Riemen eine braune Ledertasche, die augenscheinlich aus der gleichen Haut wie der Gürtel gefertigt war und gut gefüllt zu sein schien. Auffällig an ihm war nicht nur seine halblange Mähne, in der auffällig silberne Strähnen schimmerten, sondern die schwarze Augenkappe, die sein rechtes Auge abdeckte während das linke Auge einen tiefen Braunton offenbarte.
Sein Gesicht war, abgesehen von der Abdeckung des Auges, durchaus ansehnlich und wurde von einem dunklen Dreitagebart bedeckt. Der länglich geformte Kopf passte gut zu der kräftigen jedoch nicht allzu großen Nase. Darunter befand sich ein mittelgroßer Mund, der von samtweichen Lippen umrandet wurde, die so mancher Lady Herzklopfen verursacht haben dürfte. Ab und an verzog er sein Gesicht zu einem Lächeln und ließ dabei zwei Reihen leicht bräunlich verfärbter Zähne erkennen. Möglicherweise war er Anhänger dieser süchtig machenden Räucherstäbchen, die neuerdings immer beliebter in Fuxina wurden. Seine ungeschmückten Ohren, etwas ungewöhnlich für einen Sternenfahrer, schmiegten sich dicht an den Kopf und wurden vom Dreispitz teilweise leicht verdeckt. Alles in allem wirkte sein Gesichtsausdruck offen, fast freundlich. Nur leichte Neugier und oberflächliches Interesse am Treiben um sich herum waren dem einäugigen Blick zu entnehmen. Ab und zu nickte er grüßend zu einem Bekannten oder hübschen Marktweib hinüber ohne seinen Schritt zu verlangsamen. Insgesamt machte der Mann einen sehr selbstbewussten Eindruck und schien jemand zu sein, der wusste, wer er war und was er wollte. Niemand, der auf Händel aus war, würde sich diesen Mann zum Streit aussuchen. Dieses Gefühl vermittelte seine markante Erscheinung eindrucksvoll.
Er mochte auf der Suche nach einer bestimmten Person sein. Immer wieder wanderte sein prüfender Blick umher und nahm die Gestalten, die um ihn herum hin und her eilten, in Augenschein. Doch ohne den Gesuchten ausfindig zu machen, näherte sich Piratenkapitän Hieronymus Stern, denn um diesen Mann handelte es sich, seinem tatsächlichem Ziel, dem mystischen Kubus. Dieses Viertel der Stadt, dem er nun zustrebte, wurde vom hoch aufragenden Turm der Spiele beherrscht, der sich groß und wuchtig über einhundertfünfzig Fuß in die Höhe reckte. Trotzdem stand er nur am Rande eines großen Platzes, obwohl er der zentrale Punkt von ganz Fuxina war. Auf der freien Fläche vor dem Turm drängte sich eine immer größer werdende Schar neugieriger Menschen und Angehörige anderer Rassen um einen uralten Monolithen. Dieser, von unbekannten Erbauern hinterlassene Kubus, zeigte auf seinen vier glatten Seitenwänden aktuelle und vergangene Ereignisse in den vier gängigen Schriften der bewohnten Welten. Er war ein quadratischer Würfel von dreißig mal dreißig Fuß und augenscheinlich ein massiver Block aus einem einzigen Fels, obwohl das Material aus dem der Monolith bestand, in Alurien unbekannt war.
Außer wichtigen Vorkommnissen aus allen Regionen des Spiral-arms, teilweise sogar Mitteilungen, die nicht einmal aus diesem zu stammen schien, wurden vor allem die Abläufe und Resultate des JIXX-Spiels ausführlich angezeigt. Es gab im unteren Bereich des Monolithen auf allen Seiten eine mannshohe Fläche, auf der jeder Teilnehmer und Bewohner Fuxinas seine eigenen Mitteilungen hinterlassen konnte. Dazu brauchte er sich nur vor die Wand des Würfels zu stellen und auf eine unbekannte, vermutlich magische Weise wurden seine Gedanken auf den Monolithen übertragen, immer in der richtigen Schrift und ohne jeglichen Fehler. Nicht jeder Wunsch nach Veröffentlichung wurde angenommen und die Kriterien, nach denen das Orakel entschied, entzogen sich bisher allen Untersuchungen der Gelehrten. Wurden Nachrichten nach einiger Zeit nicht mehr gelesen, erlosch die Mitteilung nach und nach auf unerklärliche Weise. Es war als ob dem Würfel ein eigenes Bewusstsein innewohnte, denn die Schriften in größerer Höhe des Orakels waren so angepasst, dass sie vom Boden aus bequem und ohne Sehhilfe gelesen werden konnten. Sie wurden jedoch immer kleiner je tiefer die Zeilen lagen. Auf der Oberseite des Kubus fand man nur eine stilisierte Flasche in den felsigen Boden eingeritzt. Weise und Gelehrte stritten seit Generationen über die Bedeutung dieses Zeichens.
Doch dies war im Augenblick für Hieronymus Stern von untergeordneter Bedeutung. Er hatte eine Nachricht durch ein Botenwiesel erhalten und suchte nun nach dem Auftraggeber, denn die Botschaft war unklar gehalten und hatte nur seine Neugier geweckt. Sein Schiff, die Fregatte Sternenteufel, lag bereits seit einigen Wochen im Geheimen Hafen, weil er und einige seiner Mannschaft Teilnehmer an den JIXX-Spielen von Joy waren. Und dieses Ereignis zog alle drei Jahre Tausende von JIXX-Süchtigen in seinen Bann und somit nach Fuxina. Die Stadt platzte wie immer bei diesem Ereignis aus allen Nähten und Stern war froh, dass sich seine Unterkunft an Bord des Schiffes befand. Die Spiele hatten bereits begonnen und die Neugierigen um ihn herum studierten die aktuellen Resultate. Nicht wenige fluchten erbärmlich, weil ihre Favoriten unterlegen waren. Andere jubelten überschwänglich, hatten sie doch auf den Sieger gesetzt. Viele, eigentlich die meisten, der anwesenden Leser hatten Wetten abgeschlossen und nicht wenige verspielten dabei Hab und Gut.
Hieronymus Stern hatte heute Wettkampfpause und suchte auf der grünlich schimmernden Fläche nach einer Nachricht, die an ihn gerichtet war. Ja, dort stand eine Mitteilung und sie konnte nur für ihn bestimmt sein, denn im Text verborgen war das Erkennungswort, das ihm das Botenwiesel überbracht hatte. ›Heute Abend, zur Stunde der Eule, treffen wir uns an vereinbarter Stelle. Bringt mit, um das ich euch gebeten hatte und lasst zurück, was ihr mitbringen wolltet.‹ Hieronymus Stern runzelte die Stirn und dachte nach. In der Tat, er hatte vorgehabt, seine Gefährtin Aurelia zu dieser Zusammenkunft mitzunehmen. Doch anscheinend sollte er stattdessen seine Waffenmeisterin Gysell Sadori mitbringen. Nun gut, für dieses Treffen würde er darauf eingehen, denn die Andeutungen waren hinreichend genug, um sein Interesse zu wecken.
›Wer weiß‹, dachte er voller Hoffnung, ›vielleicht knüpfen sich einige lukrative Aufträge an dieses Treffen.‹
Außerdem war die Absenderin der Botschaft keine Unbekannte, wenn er sie auch noch nie getroffen hatte. Nun, da er um die Stunde wusste, blieb ihm noch ausreichend Zeit, sich um einige wichtige Dinge in der Stadt zu kümmern. Auch ein Piratenkapitän hat schließlich geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen und so machte sich Stern auf den Weg ins Händlerviertel, wo er ein vielversprechendes Gespräch mit Magnus, dem Faun, zu führen gedachte. Der alte Gauner war sein wichtigster Abnehmer für Beute aller Art in Fuxina und zahlte anständige Preise. Er war unbestritten auch der größte Hehler von ganz Alurien und dazu ein gewiefter Halunke. Der gerissene Magnus war Angehöriger der Diebesgilde und zahlte enorme Mitgliedsbeiträge, mit denen er sich den Schutz der Gilde sicherte. Die Herrschenden versorgte er mit kleinen Präsenten und Aufmerksamkeiten. Daher ließen sie ihn Ruhe seine Geschäfte machen, solange er ihren eigenen Interessen nicht in die Quere kam. Wechselseitige Beziehungen zu aller Nutzen war auch hier das Geheimnis des Erfolges. Ein Beispiel, dem sich auch Hieronymus Stern zutiefst verpflichtet fühlte.



* Sternfahrers Lied *

Zu den Sternen zieht es mich – himmelwärts,
in die endlos schwarze Nacht.
Mir wird so leicht, so leicht ums Herz,
sehe ich der Sonnen farbig Pracht.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Meine Augen spiegeln der Sterne Licht
und spür Sehnsucht in tiefstem Grund.
Zurück zur Erde will ich nicht,
Aufbruch – denn es ist der Sterne Stund.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Dass unendlich Meer der Sterne leuchtet,
in ew’ger Ruh und Pracht.
Sieh nur – in allen Farben funkelt,
was mich so glücklich macht.
Sag Himmel – wo ist dein End …


Unendlichkeit der Weiten
und Leben überall.
Will der Planeten Tanz begleiten
und Sterne sehen ohne Zahl.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Träume quellen hoch im Überfluss,
geboren in der Seele tiefsten Raum.
Hier bin ich auf ewiglich -
eins mit Schöpfers Weltentraum.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Der Sternenraum ist Heimat mir,
umfasst mich doch für alle Zeiten.
Getrieben von der Sonnen Wind,
will ich immer weiter gleiten.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Es gibt kein Halten und kein zagen,
ich würd es immer wieder tun.
Sternenwind wird mich weiter tragen,
mag das Ziel auch verborgen ruh’n.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Am Ende werd ich glücklich sein,
egal, wie lang es dauern mag.
Ewigkeit – vielleicht ein schöner Schein,
doch dem Schöpfer nur ein einzig Tag.
Sag Himmel – wo ist dein End …

Jede Reise hat ein Ziel,
auch wenn wir es nicht sehn.
Ich bin daheim vom großen Spiel
und alles – kann ich nun verstehn.
Und weiß – der Himmel hat kein End.



DER PIRAT

ZEIT:GEGENWART
KOORDINATE: FUXINA

Hieronymus Stern war der Einladung der Pangäerin zu einem Treffen nachgekommen und so versammelten sich zu nächtlicher Zeit, genau zur Stunde der Eule, fünf Menschen um ein knisterndes Lagerfeuer, das der Barde Bentus Clovis zuvor entfacht hatte. Haya Moon’dan oder Mondlicht, wie sie meist genannt wurde, war nur in Begleitung ihres Gefährten gekommen während Stern seine Waffenmeisterin Gysell Sadori und den Schiffsmedicus Doc Jalinka Merith im Gefolge hatte.
Die Fee war eine außergewöhnliche Person. Von Gestalt hoch gewachsen, reichte sie fast an Sterns Größe heran. Sie war eine faszinierende Frau und in Punkto weiblicher Schönheit und Ausstrahlung seiner eigenen Gefährtin durchaus ebenbürtig. Ihre langen silbernen Haare fielen offen bis zur Hüfte herab und umschmeichelten den schlanken Körper. Aus einem fein geschnittenen elfengleichen Gesicht blitzten ein Paar tiefblauer Augen mit einem kobaltfarbenen Schimmer, wie Stern sie noch nie gesehen hatte. Ihre alabasterfarbene Haut bildete einen wunderbaren Kontrast zu dem schlichten Kleid, das sie trug. Ein langes, bis zu den Knöcheln reichendes, fast weißes ärmelloses Gewand umspielte ihren weiblichen Körper mit unerhört luftiger Leichtigkeit. Es schmiegte sich verführerisch und faltenlos um ihre Kurven und betonte dabei mehr als es verhüllte.
Dazu passend ein schwarzes gürtelartiges breites Band, das sich um die schlanke Taille wand und mit auffälligen runenhaften Stickereien verziert war. Die zierlichen Füße steckten in Sandalen, deren Riemen unterhalb des Gewandes verschwanden und die Waden bis auf halbe Kniehöhe umschlangen.
Sie hatte Temperament und hielt es auch nicht zurück während sie mit rauchiger Stimme eine unglaubliche Geschichte vortrug. Heftig gestikulierte sie beim Reden mit allen Gliedmaßen und legte die schmale Hand mit den langen Fingern immer wieder vertraulich auf den Arm von Hieronymus Stern. Dabei fiel ihm sogleich ein großer breiter Ring auf, der am Mittelfinger ihrer linken Hand steckte. Er bestand aus einem matt silbern schimmernden Material, doch es handelte sich nicht um Silber. Stern vermutete, dass der Ring aus dem überaus seltenen Obsidianmetall gearbeitet war, was den Reif überaus selten und sehr kostbar machte. Die ungewöhnliche Formgebung unterstrich seinen Eindruck nachdrücklich. Das Schmuckstück ähnelte einem Baum mit langen fadenartigen Ästen, an denen, kaum sichtbar, fein ziselierte Blätter von winzigen grünen Juwelen dargestellt wurden. Dazwischen waren mehrfarbige, nur um eine Winzigkeit größere Steine eingearbeitet, die wie Früchte eines Baumes wirkten.
Eigenartigerweise glaubte er, darin ein Muster zu erkennen, das ihm seltsam vertraut vorkam. Tief in seinem Unterbewusstsein regten sich verschollene Erinnerungen an eine ferne Zeit aus seiner Vergangenheit. Doch bevor dergleichen an die Oberfläche seines bewussten Denkens gelangten konnte, holte ihn die Stimme der Pangäerin aus seiner Gedankenversunkenheit zurück. Immer noch betrachtete Hieronymus Stern gebannt den Ring und überhörte dabei fast ihre Worte.
»Hört ihr mir überhaupt zu, Kapitän?«, schalt Mondlicht den abwesend erscheinenden Piraten.
»Bei Neptun, ich bin ganz Ohr und bekomme alles mit – seid unbesorgt«, lächelte Stern verlegen und legte die Stirn in nachdenkliche Falten, um damit den Anschein angestrengter Aufmerksamkeit zu erwecken.
»Ich befürchtete schon, dass Murania mir einen falschen Rat gab als sie mir empfahl, euch um Hilfe und Unterstützung zu bitten. Schließlich geht es um die Rettung Aluriens, wenn nicht von ganz Joy. Da kann ich keine Tagträumer brauchen, sondern nur kampf-erprobte Männer und Frauen, die weder Tod noch Teufel oder, wie in eurem Fall, den Klabautermann fürchten.«
Beruhigend legte ihr Begleiter Clovis seinen Arm um sie und machte mit dieser Geste klar, dass sie beide zusammengehörten. Auch der Barde zählte zu den hochgewachsenen Männern seines Volkes und war mit Sicherheit noch ein wenig größer als Hieronymus Stern.
Schlanker und zierlicher gebaut, wirkte er in seiner ganzen Erscheinung sehnig und ausdauernd. Weniger wie ein Liedermacher, sondern mehr wie ein einheimischer Waldläufer. Eine freche grüne Kappe, geschmückt mit einer farbenprächtigen Feder, saß nachlässig auf seinem schmalen Kopf, der von üppigen dunkelbraunen Haaren bedeckt war. Hervorstechend prägte eine wohlgeformte Adlernase das Gesicht. Zwei etwas größer geratene spitz zulaufende Ohren, die zudem eng am Schädel anlagen, lenkten ein wenig vom großen Mund mit den perlweißen Zähnen ab. Ebenfalls auffällig waren seine Augen, die ebenso tiefblau wie die seiner Gefährtin waren. Mit ihnen blickte er im Moment freundlich, dennoch bestimmt auf seine Begleiterin.
Bentus Clovis trug schlichte Waldläuferkleidung. Dazu ein grünes Hemd sowie eine ebenso gefärbte Hose. Leichte Wildlederschuhe vervollständigten seine zweckmäßige Kleidung. Umso mehr fiel die Laute des Barden auf. Ein wundervolles Instrument, das aus einem unbekannten Holz und fein gearbeitetem Metall hergestellt war. Es wirkte etwas abgegriffen, war jedoch hervorragend gepflegt. Auf ihr vermochte der Barde die herrlichsten Töne zu spielen und mit seiner unnachahmlich sanften Stimme zu begleiten, wie er seinen Zuhörern bereits unter Beweis gestellt hatte.
»Bleib ruhig, Haya. Der Rat der Zauberin Murania war sicher richtig und sobald wir Kapitän Stern von unserem Anliegen überzeugt haben, wird er uns sicher die Hilfe gewähren, die wir benötigen.«
Zustimmend nickte Gysell Sadori, Waffenmeisterin des Sternenteufel und warf ihr langes brünettes Haar mit einer entzückenden Kopfbewegung nach hinten. In ihrer Erscheinung brauchte sie sich nicht hinter der Pangäerin zu verstecken, war sie doch mit ihren dreißig Jahren noch ziemlich jung, jedoch schon sehr erfahren und kampferprobt. Ihre schwarzen Augen bildeten einen wunderbaren Kontrast zu der tief gebräunten Haut. Man sah ihr an, dass sie lange Fahrten im Sternenmeer unternommen hatte. Die vollen Lippen lagen unter einer kleinen Nase während zwei Grübchen ihrem Gesicht einen schelmischen Ausdruck verliehen.
Die zierlichen Ohren, an denen zwei sternförmige Anhänger baumelten, trugen noch ihren Teil dazu bei. Ihr schlanker und wohlproportionierter Körper steckte in einer braungrün gefleckten Kampfuniform, die auch Angehörige der Mördergilde bevorzugten. Um den schlanken Hals schlang sich ein roter Seidenschal, der sich vorteilhaft von der wild gemusterten Tarnjacke abhob. Als Fußbekleidung zog sie anscheinend leichte Mokassins vor, wie sie die hiesigen Waldläufer gern trugen und nicht die schweren ledernen Stiefel, die normalerweise zu dieser Uniform gehörten. An dem breiten Gürtel, der um ihre schlanke Taille geschnallt war, hing der typische Entersäbel der Piraten, welcher in einem Futteral aus Kuduleder vor Regen geschützt war.
Widrige Lebensumstände hatten ihr zu einem Platz auf dem Sternenteufel verholfen und dafür war sie Kapitän Stern unendlich dankbar. Auch dafür, dass er ihr so viel Vertrauen entgegenbrachte und sie zur Waffenmeisterin des Sternenteufel ernannte, eine der wichtigsten Positionen auf dem Piratenschiff. Ihre Herkunft um-gab ein dunkles Geheimnis, das sie dem Kapitän und seiner Gefährtin Aurelia anvertraut hatte.
Sie gehörte inzwischen, nach nur wenigen Jahren auf dem Sternenteufel, zu den engsten Vertrauten von Kapitän Stern. Für kein Gold dieser Welt würde sie das Schiff verlassen wollen, das ihr Heimat und Familie in einem geworden war.
»Ich bin auch der Meinung, dass wir uns das Gesagte erst einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen, danach wird der Käpt’n schon wissen, was zu tun ist«, unterstützte sie mit ihrer angenehmen Altstimme ihren Kapitän. »Oder was meint ihr, Jalinka?«, wandte sie sich an den bisher stumm gebliebenen Schiffsmedicus Doc Merith, von der Mannschaft auch respektvoll Skalpell genannt.
»In der Tat sind das unglaubliche Neuigkeiten, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Einfach unvorstellbar, dass sich dies alles unbemerkt vor den Augen der Wächter der Gilde abgespielt haben soll. Das verstehe ich nicht ganz. Sie haben doch ihre Spione überall und hören sonst die Flöhe husten«, stellte sie trocken fest und traf mit dieser Aussage einmal mehr ins Schwarze.
Die sechzigjährige Frau mit dem gelehrt wirkenden Aussehen war eine logische Denkerin. Es war nicht ihre Art, lange um den heißen Brei herumzureden, sondern sagte klar, was sie dachte. Sie war von mittelgroßer Statur, etwas stabiler gebaut und vermittelte den Typ einer fürsorglich mütterlichen Frau, was ihre kurzen grauen Haare noch betonten. Mund und Ohren waren wie bei ihrem Volk nicht unüblich ein wenig groß geraten. Hierzu passte auch die nicht gerade kleine Nase, die ein wenig spitz nach vorn ragte. Der rundliche Kopf saß auf einem kurzen, schon leicht faltigen Hals. Der Medicus war bereits auf eine Sehhilfe angewiesen und trug ein sehenswertes Spektrakel. Dieses Ungetüm hatte sie von einem hiesigen Uhrmacher in Fuxina, der zusätzlich noch ein Spektrakelgeschäft betrieb, zu einem sündhaften teuren Preis erstanden. Unbestritten brachte es die blassblauen Augen gut zu Geltung, denn es verlieh ihrem Blick etwas Scharfes und Durchbohrendes, was manche ihrer Gesprächspartner als sehr unangenehm empfanden.
Gewöhnlich kleidete sie sich schlicht und trug nur ein weißes weit geschnittenes Kostüm, worauf deutlich das Symbol der Heilkundigen angebracht war, damit für jeden ihr angesehener Stand ersichtlich war. Zum heutigen Landgang hatte sie ausnahmsweise unauffällige Kleidung angezogen und sich in eine einfache blaue Matrosenhose aus festem Drillstoff gezwängt. Dazu hatte sie eine schlichte Bluse der gleichen Farbe gewählt. Einfache Schuhe aus robustem Kuduleder machten die schlichte Aufmachung komplett. Im Hüftgürtel aus Büffelmufftileder steckte ein kleiner Dolch in einer kurzen Scheide aus Drachenbaumholz. Doch das Wichtigste ihres Berufsstandes befand sich in einem kleinen Rucksack neben ihr, ohne den sie nie das Schiff verließ. Sie stammte von Greenland und die Bewohner dieser Welt waren in der medizinischen Kunst den meisten Welten weit voraus, denn bereits ihre Vorfahren übten den Beruf der Heilkunde aus.
Unglückliche Lebensumstände führten die lebenslustige und erfahrene Frau von ihrem Heimatplaneten fort. Nach Jahren im Dienst eines Handelsmagnaten war sie bei der Eroberung der Galeone, auf der sie ihre schlecht bezahlte Arbeit verrichtete, von Kapitän Stern vor die Wahl gestellt worden. Entweder als Schiffsmedicus bei ihm anzuheuern oder sich auf einer nahe gelegenen Welt aussetzen zu lassen. Weil ihr der Piratenkapitän respektvoll sowie höflich entgegentrat und ihr dazu weitgehend freie Hand einräumte, entschied sie sich für Leben und Arbeiten an Bord des Sternenteufels. Bis heute hatte sie ihre Entscheidung nicht bereut, denn das dunkle Geheimnis, das sie in sich verbarg, war auf diesem Schiff gut gehütet.
Hieronymus Stern nickte zustimmend.
»Wie immer habt ihr den richtigen Rat, Doc. Ich werde einige Erkundigungen einziehen und mich umhören. Schließlich habe ich gute Verbindungen in Fuxina, die ich zu nutzen gedenke. MayLi wird mit Sicherheit etwas wissen, auch wenn es sich nur um Gerüchte handeln sollte. Wir wissen ja, so manche Zunge löst sich in ihrem Haus der Freude und plaudert über Dinge, die sie woanders nie ausgesprochen hätte. Ich werde sie noch heute Nacht aufsuchen, denn wenn es stimmt, was Mondlicht und der Barde uns mitgeteilt haben, wird es nicht mehr lange dauern, bis die Rotröcke zuschlagen. Die JIXX-Spiele dauern nur noch wenige Tage und wenn sie zu Ende sind, werden diese Darq ihre üblen Pläne in die Tat umsetzen. Vorher werden sie sich hüten, weil jetzt die ganzen Spieler und Besucher aus allen Regionen des Arms hier versammelt sind.«
Die beiden Pangäer blickten hoffnungsvoll auf und nickten dann zustimmend. »Ja, ich stimme euch zu, Kapitän. Nutzt eure Kontakte, vielleicht könnt ihr noch mehr in Erfahrung bringen als das, was wir bereits von Murania gehört haben.« Moon’dan er-hob sich und zog ihren Gefährten Clovis mit empor.
»Das Wichtigste habe ich euch mitgeteilt und ich bin guter Dinge, was die weitere Entwicklung betrifft. Wir werden sicherlich Unterstützung bekommen. Auch von einigen Einwohnern Fuxinas und vielen Spielern, die diese Welt nicht kampflos aufgeben wollen. Nur müssen wir vorsichtig sein und dürfen niemanden einweihen, dessen wir uns nicht ganz sicher sind, denn Augen und Ohren dieser Bande sind überall anzutreffen. Man weiß nie, wer gerade am Nebentisch lauscht. Wir sollten uns morgen nochmals treffen, um weitere Informationen auszutauschen und einen vorläufigen Plan zu entwerfen. Seid ihr damit einverstanden, Kapitän?«
Hieronymus Stern hatte sich ebenfalls erhoben und überdachte dabei kurz das Gesagte, bevor er antwortete.
»Ja, so sollten wir es machen. Wir werden uns morgen in eurer Hütte treffen, Mondlicht. Den genauen Zeitpunkt kann ein Botenwiesel überbringen, weil ich nicht genau sagen kann bis wann ich meine Erkundigungen abgeschlossen habe.«
»Gut, ich werde eure Nachricht abwarten, Kapitän. Habt viel Erfolg und bis morgen.« Mit diesen Worten verabschiedete sich Mondlicht von Stern, nickte den beiden Frauen zu und verließ mit ihrem Gefährten das nur noch schwach glimmende Lagerfeuer. Mit gemischten Gefühlen blickte Stern der davonschreitenden Pangäerin Moon’dan, genannt Mondlicht, hinterher. Der leichtfüßige Barde Bentus Clovis glitt geschmeidig neben ihr dahin.
Die zauberhaften Lautenklänge und das Flackern des Lagerfeuers hatten das ihrige zu der mystischen Stimmung beigetragen, die sie immer noch gefangen hielt. Der Bericht hatte ihn und seine beiden Begleiter in den Bann gezogen, denn die Fee hatte schier Unglaubliches erzählt.
Von der geheimnisvollen Zauberin Murania hatte sie erfahren, dass der Welt Aluriens Unheil drohte. Eine finstere Macht plante die Herrschaft über den gesamten Planeten Joy an sich zu reißen, um das JIXX-Spiel für ihre Zwecke zu missbrauchen. Am Ende ihrer Geschichte gab sie Mondlicht den Auftrag, sich mit Piratenkapitän Stern, dem Besitzer der Viermastfregatte Sternenteufel, in Verbindung zu setzen und ihn um Hilfe und Unterstützung zu bitten.
Stern war es rätselhaft, was die Zauberin damit meinte. Doch jetzt beschlich ihn eine leise Ahnung, worum es sich hierbei handeln könnte. Nun, er hatte zugesagt, die Angelegenheit zu überdenken, um sich dann erneut mit ihr zu treffen. Die Fee wohnte außerhalb der Stadt in einer Hütte, die auf einer Waldlichtung gelegen unter dem Schutz eines großen Drachenbaums stand. Es war bekannt, dass eine Baumdyrade, die dort seit Urzeiten als seine Hüterin lebte, den Baum als Behausung nutzte und sich in seinem dichten Laubwerk den Blicken Fremder entzog. Zwischen den alten Bäumen und dem geheimnisvollen Volk der Dyraden herrschte eine Art Symbiose, dessen Ursprung sich im Dunkel der Geschichte verlor.
»Ich habe noch etwas in der Stadt zu erledigen«, bemerkte Doc Merith nachdenklich. »Wenn es euch recht ist, Käpt’n, werde ich erst morgen früh zurück an Bord sein.«
»Erledigt eure Geschäfte, Doc oder was immer ihr zu tun habt. Haltet dabei Augen und Ohren offen. Es liegt eine ungewohnte Spannung in der Luft. Ich spüre da unterschwellige Strömungen von Unruhe, die sich nicht auf den Wettkampf der Spiele zurückführen lassen, also bleibt wachsam.«
Mit einem Kopfnicken verabschiedete sich Jalinka Merith und strebte auf dem ausgetretenen Pfad der Stadt entgegen. Schweigend hatte die Waffenmeisterin des Sternenteufel den Abschied ihrer Schiffskameradin verfolgt und wandte sich an ihren Kapitän.
»Ihr wisst ja, Käpt’n, dass ich die Nähe von Flair spüren kann. Ist euch auch aufgefallen, dass es vorhin eine starke Präsenz magischer Kraft gegeben hat? Ich glaube, dass diese Mondlicht eine mächtige Zauberin ist. Bei dem Barden bin ich mir nicht ganz sicher. Möglicherweise ist er ebenfalls der Magie kundig.« »Ja, ihr habt recht, Gysell. Ich spürte es ebenfalls«, bemerkte Stern nachdenklich. »Das Flair ist groß und mächtig in ihr, ich konnte es fühlen.«
Für den Bruchteil einer Sekunde schimmerte um seine Augenkappe ein dunkelrotes mattes Glühen auf. Ein regenbogenfarbiges Irrlicht umflackerte für einen Wimpernschlag seine hohe kräftige Gestalt. Gysell Sadori blinzelte überrascht und war sich nicht sicher, ob dieses Licht vom Kapitän ausgegangen oder nur ein letzter Widerschein des verlöschenden Lagerfeuers gewesen war. Sie unterließ es, ihn darauf anzusprechen, denn sie wollte sich nicht seinem ironischen Spott aussetzen, für den er bisweilen gefürchtet wurde.
»Ich werde zum Schiff zurückkehren. Es ist spät und morgen wird einiges zu tun sein. So wie es aussieht, sollten wir unsere Waffen überprüfen und bereit für den Einsatz halten.«
»Ja, macht das, Gysell. Richtet Aurelia aus, dass ich noch unterwegs bin und nicht genau weiß, wann ich wieder da sein werde, es könnte also spät werden.«
Mit einem freundlichen Gruß verabschiedete sich Stern von seiner Waffenmeisterin und eilte den gleichen Pfad entlang, den vor einigen Augenblicken auch Doc Merith beschritten hatte. Er wollte sein ehemaliges Mannschaftsmitglied MayLi aufsuchen. Sie unterhielt das beste und auch teuerste Freudenhaus der Stadt. In ihrem Etablissement trafen sich nur die gehobenen Mitglieder der Gesellschaft. Wenn es Gerüchte oder Hinweise gab, so hoffte Stern, würde er hier rasch fündig werden.
MayLi war ihm auch nach ihrem Weggang in Treue verbunden und würde ihm jede Unterstützung zukommen lassen, zu der sie in der Lage war. Anschließend musste er eilig zum Schiff zurück, um einige der Gedanken, die ihm während des Berichts der Fee durch den Kopf gegangen waren, ausführlich mit Aurelia zu besprechen. Er schüttelte bekümmert den Kopf, die Nacht würde lang und sein Schlaf kurz werden.


* Lied an die Liebe *

Liebe braucht der Worte nicht,
sie ist fühlen im Herzen pur.
Erstrahlt so hell mit Glanz und Licht,
spürst du ihre Nähe nur.

Verbunden durch der Seele Band –
sie in uns’rem Herzen ruht.
Das Schicksal webt es mit zarter Hand,
sind wir zusammen – ist alles gut.

Mag dich nimmer missen,
muss fühlen deines Herzens Schlag.
Bist mir Trost und Ruhekissen,
weilst du fern – ich es nicht ertrag.

Der Liebe Lust dem Alltag weicht,
verkümmert ist die Leidenschaft.
Wehmut nun – die uns erreicht
und Erinnerung nur – an Freud und Kraft.

Die Haare grau, der Atem schneller,
Zeiten sind vorbeigebraust.
Das Haupt wird licht und immer heller,
Schicksal – du hast uns arg gezaust.

Das Leben gräbt dir Falten ins Gesicht –
Runzeln erzählen wohl Geschichten.
Doch deine Liebe ist ein Gedicht –
unsere Chronik wird es einst berichten.

Im Jenseits wir uns wieder sehn,
wo im neuen Kleid die Liebe wohnt.
Von Anbeginn wart vorgesehn,
das Einigkeit der Herzen lohnt.



ZWISCHENSPIEL AURELIA

ZEIT: GEGENWART MINUS DREI JAHRE
KOORDINATE:RIVA – SHAN’HOR

Die große Galeone stampfte förmlich durch die aufgewühlte See während der Sturmwind heftig die Segel blähte und so mächtig an den Vertäuungen zerrte, dass die Masten bedrohlich knarrten. Immer wieder krängte das überladene Schiff gefährlich zur Seite, wobei es Gefahr lief, zu kentern.
»Refft die Segel, wenn euch euer Leben lieb ist«, brüllte die Stimme des ersten Offiziers über den Sturm hinweg. Der in einer roten Uniform gekleidete Mann wandte seinen kantigen Kopf und blickte kurz zum Steuermann. Zu zweit versuchten sie das große Steuerrad zu bändigen, um den Bug der Galeone auf die anrollenden Wellenberge zu richten. Unterdessen kämpften sich die Matrosen in den Wanten nach oben. Verzweifelt versuchten sie, in den kleinen Momenten in denen der Sturm innehielt, die Segel zu bergen, bevor er mit neuer Kraft in seinem Wüten fortfuhr. Eine unerwartet heftige Böe erwischte einen von ihnen als er auf durchnässtem Tauwerk ausrutschte. Bevor seine rudernden Arme neuen Halt fanden, stürzte er mit einem unhörbaren Schrei in die Tiefe und verschwand kopfüber in der tosenden See und tauchte nicht mehr auf.
Valderan de’Soto, seines Zeichens erster Offizier der Heiligen Kuh, biss die Zähne zusammen und fluchte still in sich hinein. Sein hartes Gesicht mit den stechend blauen Augen verzog keine Miene. Verluste an Menschenleben kalkulierte ein adeliger Offizier der Tempelsekte kühl mit ein. Die einfachen Matrosen waren für ihn nur simple Schachfiguren, einfach Bauern ohne großen Wert. Nützlich nur, wenn man sie für die Zwecke des Tempels einsetzen konnte, doch ansonsten ohne Bedeutung.
Jetzt jedoch wurde jeder Mann gebraucht, um die Galeone unter Kontrolle zu bekommen, daher galt es, verflucht sei Neptun, auf das Leben der Besatzung Rücksicht zu nehmen. Heftig trieb Valderan de’Soto die Männer an und endlich gelang es, die Segel soweit zu reffen, dass die Gefahr des Kenterns gebannt war. Ihm schien, dass die Gewalt des Sturms abflaute und das Schlimmste wohl überstanden war. Mit Geschick, Glück und Neptuns Hilfe würden sie diesen unerwarteten Orkan hinter sich lassen und den sicheren Hafen erreichen.
Ein Knarren zeigte ihm, dass sich die Tür der Kapitänsmesse öffnete und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Gestalt des Kapitäns, der sich mühsam gegen den immer noch heftigen Wind den Aufgang zum Vordeck hoch kämpfte. Mürrisch grüßte de’Soto die vermummte Schiffsführerin und schluckte seinen tief sitzenden Groll hinunter, denn eigentlich hatte er sich das Kommando über die Heilige Kuh erhofft. Doch im letzten Moment hatte sich Fürst Ramoris höchstpersönlich für seine Ex-Gemahlin Aurelia von Lethos entschieden.
Sie sollte die Galeone als Kapitä

pendlbäuerin

Hallo,
so viel Mühe gehört belohnt und darum habe ich ein wenig geschmökert. Wie gesagt, bleibe ich lieber im realen Bereich.

Du schreibst sehr stilsicher und ohne Rechtschreibfehler, zumindest ist mir im ersten "Durchgang" nichts aufgefallen.
Damit du auch merkst, dass ich wirklich gelesen habe und nicht nur flüchtig, obwohl man versucht ist, bei der Menge an Lesestoff, lasse ich ein paar Anmerkungen hier.

Reger Handel herrschte zwischen den weit auseinanderliegenden Sternsystemen

Hier habe ich das 1.x angehalten. Weil ich gerne Sternensysteme gelesen hätte.

Die hauptsächlich vorherrschenden Regierungsformen waren in der Regel Monarchien, Theokratien, Händlervereinigungen, despotische oder tyrannische Systeme als auch viele Mischarten davon.

Ich bin nicht sicher, rein gefühlsmäßig würde ich nach tyrannische Systeme ein Komm setzen.

Unheil, sagte sie, drohe der Welt der Spiele. Dunkle Mächte, verborgen unter dem Deckmantel einer Tempelsekte, genannt Die Heiligen der letzten Tage, planten angeblich die Übernahme von Joy.


mitten im Satz seht ein Artikel mit Großbuchstaben. "Die Heiligen der letzten Tage"

Lernt den bösartigen Widersacher kennen, diesen unheimlichen Mann mit der Maske, der nicht nur die Vernichtung meiner Person plant, sondern die Herrschaft über die Tempelsekte Die Heiligen der letzten Tage anstrebt …

"Die Heiligen der letzten Tage" - eh schon wissen Icon_smile

lg Pendlbäuerin
Scheint ein Eigenname zu sein, da passt das eigentlich, obwohl es vielleicht nicht falsch wäre das Ganze der Kenntlichkeit wegen in Anführungszeichen zu setzen (eh wie du es getan hast^^).