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Normale Version: DIE BLUTKRISTALLKRIEGE - Buch 1 (Prolog Teil 1)
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Seiten: 1 2
ACHTUNG! Das ist nur mehr die veraltete Version meiner Geschichte! Die aktuelle Version mit zahlreichen Änderungen findet Ihr in der Rubrik Science-Fiction-Fortsetzungen unter dem Titel: DIE VERLORENEN GÖTTER


EDIT : 10.12.2015 Grund: Einarbeitung der neuen Vorschläge
EDIT : 14.12.2015 Grund: Einfügen der drei Anfangszeilen über Ort, Zeit, und Handlung zum Zweck der besseren Übersicht in der Fortsetzungsgeschichte
EDIT : 15.12.2015 Grund: neue Formulierungen im Text und Covervorschlag
EDIT : 27.12.2015 Grund: Korrektur und neues Titelbild
EDIT : 5.1.2016 Grund: Neuformulierung der Anfangsszene mit der Mutter und den kleinen Kindern
EDIT : 6.1.2016 Grund: Neuformulierung der Inhaltsangabe oder Einleitung
EDIT : 22.1.2016 Grund: Hinweis auf die aktuelle Version

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Ich zeige Euch hier einmal den ersten Ausschnitt eines Werkes, an dem ich seit drei Jahren arbeite, und das immer noch lange nicht fertig ist.
Es ist eine epische Geschichte über das Leben an sich. Und es geht dabei um unsere eigene Welt, die Erde. Die Story beginnt über 5000 Jahre in der Vergangenheit. Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich die alten Götter gerade von der Erde zurückziehen wollen.
Doch dann passieren entscheidende Dinge, welche das Leben der Menschen bis auf den heutigen Tag formen.
Es geht um Magie, Zauberer, Götter, Dämonen, Drachen, fremde und bekannte Menschenvölker, sowie Existenzen, von denen wir nicht einmal ahnen, dass sie bis auf den heutigen Tag immer noch unter uns weilen!
Doch ich beginne mal einfach, und freue mich schon jetzt auf Reaktionen, welcher Art auch immer...


DIE BLUTKRISTALLKRIEGE

BUCH 1

Ein Volk auf der Flucht - und ein Mythos wird geboren

Über all Dein Wissen vergiss nicht die Phantasie -
denn Wissen ist begrenzt !
(Albert Einstein)


INHALTSANGABE :


Ein Sturm zieht auf.
5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ist die ganze Welt im Wandel.

Die alten Götter, welche die Menschen in die Zivilisation geführt haben, stehen vor neuen Herausforderungen, denn ein mächtiger alter Feind aus den Tiefen des Raumes taucht auf,
und der Kampf um die Vorherrschaft der Mächtigen in der Galaxis beginnt von Neuem!

Zum Brennpunkt der aktuellen Geschehnisse wird dabei ein kleiner unbedeutender Planet im galaktischen Randbereich, auf dem es zum entscheidenden Zusammentreffen der neuen Kontrahenten kommt.
Hier, auf dem Planeten der Menschen, ist gerade die Epoche der neuen Stadtstaaten angebrochen.
Aber es ist keine friedliche Zeit, denn zwischen den einzelnen Menschenvölkern toben ständige lokale Kriege um Macht, Einfluss und Land.

Doch während die Rasse der Götter versucht, die bisherige Ordnung aufrecht zu halten, ist die Saat der Zerstörung bereits gelegt. Und als ein Verräter aus den eigenen Reihen das Unheil in Gang setzt, müssen die Berater der Menschheit ohnmächtig zur Kenntnis nehmen, dass diesmal ihr endgültiger Untergang droht.

Die Rettung aus all dem Chaos könnte jedoch gerade in der Hand einer vertriebenen menschlichen Königin liegen, die zufällig ein beschädigtes göttliches Artefakt in ihren Besitz bringen kann, das niemals für die Hände der Menschen geschaffen wurde.

Sie beginnt inmitten des erbarmungslosen Kampfes der Mächtigen einen Exodus, der sie und ihr Volk weit über die Grenzen aller bekannten Länder hinaus bringen wird. Und entgegen aller Wahrscheinlichkeiten könnte sie dabei jenen Ort erreichen, zu dem selbst die alten Götter niemals Zutritt gehabt haben.

Damit beginnt ein beispielloses Abenteuer, dessen Auswirkungen durch alle Epochen hindurch bis in unsere Zeit hinein reichen – und sogar noch darüber hinaus!

Die Blutkristallerzählung zeigt den Aufbruch der Menschheit aus einer völlig neuen Perspektive, denn die Geschichte der Menschheit ist eine nähere Betrachtung wert.




PROLOG:

Ort: Bergland im heutigen Iran
Zeit: 3123 vor Christus
Handlung: Beginn der Waffenruhe während des Angriffes auf Aratta durch die vereinte Armee von Uruk


Unsere Welt vor über 5000 Jahren...

Gleich einem wütenden Gott der Unterwelt raste das flammende Geschoss über die Stadtmauer hinweg, und krachte in eine bereits beschädigte Steinwand eines der Häuser. Kinder schrien sofort erschreckt auf. Die ohnehin bereits gelockerten Holzbalken der Dachkonstruktion wurden durch den Einschlag endgültig aus ihrer Verankerung gerissen, und stürzten nun zusammen mit den ölgetränkten brennenden Teilen der Strohkugel ins Innere der Ruine. Für die Menschen in der Stadt wurde die Situation immer schlimmer, denn der einzige Bereich in der Stadtmitte, der nicht in Reichweite der rundum aufgestellten Katapulte der Feinde lag, war bereits nach dem tagelangen Bombardement völlig überfüllt. Selbst im zentralen Palast der Könige war beim besten Willen kein Platz mehr für zusätzliche Menschen.
Eine Mutter hatte sich mit ihren zwei kleinen Buben genau hier in dieser zwar bereits beschädigten, aber dennoch recht stabil aussehenden Gebäuderuine in Sicherheit gedacht, doch nun wurde das vermeintlich sichere Versteck plötzlich zur Todesfalle.
Die Frau reagierte schnell und geistesgegenwärtig, denn sie zog ihre beiden kleinen Buben sofort zur Türöffnung, doch die Dachbalken kamen schneller herab als gedacht. Geschickt schubste sie ihre Kinder durch die fallenden Bauteile nach draußen, weil die gesamte Dachkonstruktion nach Innen zu stürzen drohte. Sie selbst kam nicht mehr durch, weil immer mehr Schutt von oben herab kam.
„Lauft, Kinder!“
Die Kleinen stolperten verwirrt und panisch vor Angst nach draußen.
„Mama!“
Die Frau schrie noch kurz um Hilfe, bevor sie sich vor den fallenden Balken zurückziehen musste, denn sie wusste in vielen umliegenden Ruinen Menschen, die sich genau wie sie vor dem Bombardement versteckten. Ihre Kinder brauchten Schutz, während sie nach einem anderen Ausweg aus der nun einsturzgefährdeten Ruine suchen musste.
Ständig regneten Trümmerteile in den Raum hinein, und versperrten der Frau damit den Weg in die Freiheit. So schnell wie möglich stolperte sie in eine rückwärtige Wandnische, um nicht begraben zu werden. Gerade noch rechtzeitig, denn nun krachte das ganze Dach durch die bereits durch einen vorherigen Treffer beschädigte Zwischendecke nach unten.
Einige Balken und Bretter brannten noch dazu, und beißender Rauch vermischte sich sofort mit der aufsteigenden Staubwolke. Von irgendwo draußen hörte sie ihre Kinder verzweifelt rufen:
„Mama! Mama!“
Hoffentlich blieben die Kinder auf Abstand. Wo waren nur die Nachbarn? Durch all den Rauch und das Prasseln von auflodernden Flammen schrie sie hinaus:
„Bleibt draußen, Kinder! Ich komme schon!“ Sie hatte Angst davor, dass ihre Kinder auch auf der Straße durch einstürzende Wände begraben werden könnten. Gehetzt sah sie sich um. Die restlichen Wände schienen stehen zu bleiben. Zumindest für den Augenblick noch. Sie hatte den teilweisen Einsturz des Gebäudes wie durch ein Wunder überlebt. Jetzt musste sie aber irgendwie hinaus.
Da fiel ihr eine kleine Fensteröffnung im angrenzenden Raum ein, durch die sie sich eventuell zwängen könnte. Sofort stieg sie über den Schuttberg in Richtung der Durchgangsöffnung zum Nebenraum, der einmal eine Kochstelle mit stabilen Kamin gewesen war. In der Hektik rutschte sie auf schief liegenden Steinplatten aus und schabte sich die Haut des rechten Beines auf. Blut lief ihr hinunter bis zu den Zehen, doch sie konnte darauf jetzt keine Rücksicht nehmen.
„Mama!“
Ein Hustenanfall verhinderte eine erneute Antwort von ihr. Die Mischung aus Staub und Rauch reizte ihre Atemwege. Bei allen Göttern, wieso musste es jetzt auch noch brennen? Die brennbaren Stoffe des Geschosses hatten das trockene Holz des Gebäudes entzündet, und jetzt lag dieses Holz unten im Innenraum zwischen all den anderen Trümmern.
Die Türöffnung zum Nebenraum war dank der Schutzgötter immer noch passierbar. Dahinter war es merklich düsterer, denn es gab nur die kleine Öffnung in der Außenwand, vor der eine Decke hing.
Durch die Mischung aus Staub und Rauch zeichnete sich als verwaschener etwas hellerer Fleck die Öffnung ab. Ihre Augen begannen zu tränen. Auch hier lagen Steine und Holzstücke überall verstreut, doch dieser Raum war bereits durch einen vorhergehenden Einschlag verwüstet worden. Der gesamte erste Stock war durch die Decke gebrochen, doch der Weg zum Fenster müsste zu schaffen sein.
„Hallo, sind Sie noch dort drinnen?“
Eine männliche Stimme von draußen. Sie war nicht mehr alleine! Den Göttern sei Dank.
„Ja, ich komme!“
Über ihr rumorte es verdächtig.
„Mama! Schnell! Mama!“
Bloß kein weiterer Einsturz jetzt.
Die männliche Stimme versuchte vergeblich ihre Kinder zu beruhigen: „Zurück, Kinder. Eure Mama kommt schon. Nimm sie mir ab!“ Offensichtlich waren mehrere Erwachsene auf der Straße. Gut so!
Sie nahm all ihre Kräfte zusammen, ignorierte das schmerzende Bein, und kletterte so schnell wie möglich über den Schutt auf dem Boden, doch plötzlich krachte einer der lockeren Deckenbalken hinunter, genau auf sie! Der Länge nach fiel sie auf die kantigen Steine unter ihr und schrie dabei auf. Eine Schmerzwelle zuckte durch ihren Körper. Die Kinder mussten sie gehört haben, denn sie schrien sofort hysterisch auf: „Mama! Mama!“
„Beeilen Sie sich! Das ganze Haus wird einstürzen!“
Davon war sie mittlerweile überzeugt, doch sie konnte sich nicht mehr frei bewegen!
Ein Blick zurück bestätigte ihre Befürchtung. Der massive Holzbalken lag quer über ihre Beine und hatte sie eingeklemmt. Ihr schmutziges Kleid färbte sich durch ihr Blut immer mehr rot.
Mit der Kraft der Verzweiflung versuchte sie ihre Beine unter dem Balken hervorzuziehen. Dabei mobilisierte sie ungeahnte Kräfte. Und tatsächlich konnte sie ihre Beine irgendwie herausreißen. Sofort versuchte sie aufzustehen, doch sie knickte gleich wieder ein.
Nein, nein nein, kein Beinbruch jetzt! Mit den Händen zog sie sich in Richtung der Wandöffnung, die ihr nun fast unerreichbar hoch erschien. Da knackte es ober ihr. Und gleich noch einmal. Trotz der Schmerzen zwang sie sich, auf die Beine zu kommen. Taumelnd und wankend kam sie so zwei Schritte vorwärts. Wieso war der Raum plötzlich so groß?
Der Rest des Zwischenstockwerkes wölbte sich nach unten und gab schließlich nach. Zahllose Trümmer regneten auf die hilflose Frau herab. Ein großer Stein traf sie an der Schulter. Ein Weiterer verletzte sie an der Hüfte. Wieder fiel sie auf den Boden.
„Mama ...!“
„Das Haus stützt ein!“
Sie konnte nicht mehr weiter. Ein letzter Gedanke galt noch ihren Kindern. Waren sie sicher? Was würde aus ihnen werden...
„Ich hab Euch lieb!“, schrie sie in ihrer Verzweiflung hinaus. Dann kam eine wahre Steinlawine auf sie herab.
Sie spürte einen heftigen Schlag auf ihren Rücken. Das Atmen fiel ihr schwer. Der nächste Treffer auf den Kopf löschte ihr Bewusstsein aus. Der Rest des Hauses stürzte in sich zusammen, und die Frau wurde unter dem rauchendem Haufen begraben.
Starke Arme zogen die verzweifelten Kinder aus der Gefahrenzone. Ein Weinkrampf schüttelte die beiden kleinen Körper. Einige Erwachsene nahmen die zu ihrer verschütteten Mama drängenden kleinen Buben auf und schoben sie weiter fort von der einstürzenden Ruine.
Eine raue männliche Stimme erscholl: „Götter, wann hört dieser Wahnsinn endlich auf! Los, dort hinein mit Euch!“
Die Kinder wurden von starken Händen gepackt und in irgend eine Öffnung weitergeschoben, wo andere Erwachsene sie abnahmen. Willenlos ließen sie alles mit sich geschehen. Sie verstanden die Welt nicht mehr. Wo war bloß ihre Mama? Hatten die Götter sie jetzt zu sich geholt? Die beiden Buben hielten sich fest umklammert und schluchzten, während sie von Erwachsenen in irgendein unterirdisches Versteck gebracht wurden.

Die zufällig vorbei gekommenen Männer blickten nach oben und sahen wie eine weitere Wolke aus Staub und Rauch in den nächtlichen Himmel aufstieg, die den zunehmenden Mond über der Stadt weiter verdunkelte. Von der einst so stolzen Königsresidenz war nur mehr ein Skelett ihrer selbst übrig. Die verzweifelten Menschen in der Stadt hatten diesen ständigen Angriffen durch die vor der Stadtmauer aufgestellten Kriegsmaschinen nichts mehr entgegenzustellen. Aufgabe des Trupps war es die Straßen nach Überlebenden abzusuchen, doch meist fanden sie nur Leichen. Wenigstens waren die beiden Kinder nun in relativer Sicherheit.
Wenigstens ein kleiner Erfolg in diesen dunklen Stunden der Allianz.
Der Klang der feindlichen Signalhörner ersetzte das Geräusch der einstürzenden Wände des zuletzt getroffenen Gebäudes. In dieser Art organisierten sich die gnadenlosen Belagerer, welche die Stadt bereits vor einer Woche blitzartig eingeschlossen und sie seither bombardiert hatten.
Und trotz all des Leides schöpften die gepeinigten Menschen bei Ertönen dieses durchdringenden Signals wieder ein klein wenig Hoffnung, denn die Nachricht einer ausgehandelten Feuerpause um Mitternacht hatte vorhin die Runde gemacht. Nun schien es tatsächlich soweit zu sein.
Die Menschen richteten ihre Blicke in den bewölkten Nachthimmel, und suchten nach Anzeichen eines weiteren anfliegenden Brockens, der wieder in ihre Häuser krachen würde, doch es kam nichts mehr dergleichen.
Die übermächtige Belagerungsarmee vor den Toren schien damit Wort zu halten. Feuerpause für einen vollen Tag als Bedenkzeit zur verlangten Kapitulation für die Bewohner der Stadt, die nun eher einem großen Friedhof glich.
Ein einziger Rundblick reichte aus um festzustellen, dass der Konflikt bereits verloren war. Praktisch alle Straßen und Gassen waren von Trümmern und Leichen übersät. Der Friedhof vor den Stadtmauern war unerreichbar geworden. Und die wenigen noch einsatzbereiten Soldaten reichten kaum mehr dafür aus, die Stadtmauern zu bemannen.
Wenn jetzt der letzte Sturmangriff mit Leitern erfolgen würde, wäre das Ende der Stadt mit all ihren noch verbliebenen Bewohnern besiegelt, denn die wenigen aktiven Verteidiger würden dabei einfach überrannt werden.
Das Königreich von Aratta hatte dem Sturm der Herrscher von Uruk nichts mehr entgegenzusetzen.

Das wusste man auch im Beratungsraum der königlichen Residenz, die wegen ihrer zentralen Lage auf einem Hügel im Stadtzentrum außerhalb der Reichweite der feindlichen Katapulte war. Der gesamte Hügel war von den Flüchtlingen aus der Stadt besetzt, die sich hier in Sicherheit glaubten. Auch die unteren Räume der Residenz waren für die Stadtbewohner geöffnet worden.
Die geballte Faust der Königin krachte gerade mit voller Wucht auf den Beratungstisch.
„Nein, diese Bedingungen sind völlig inakzeptabel! Umsiedlung! Tributzahlungen? Darüber brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, denn das wäre gleichbedeutend mit dem Ende unserer Eigenständigkeit! Die wollen uns zu Sklaven und Marionetten ihres verfluchten Reiches machen!“
Die Stimmung hinter den erleuchteten Rundbogenfenstern des Palastes hatte einen Tiefpunkt erreicht, und aufgrund von tagelangem Schlafmangel reagierten auch alle Anwesenden äußerst gereizt. Der Stadtrat tagte seit Tagen permanent, um die Verteidigung der Stadt zu koordinieren. Eben waren die neuesten Entwicklungen zur Sprache gekommen. Vor allem die deutlichen Kapitulationsbedingungen der durch einen Boten überbrachten Tontafel der Aggressoren hatte zu einer hitzigen Debatte geführt, während der alle versammelten Stadträte schließlich sogar aufgestanden waren.
Demnach würden die Urukiden den Beschuss um Mitternacht einstellen. Dafür verlangten sie bis zum Abend des nächsten Tages die Einwilligung zu folgenden Forderungen:
- Öffnen der Stadttore.
- Übergabe aller Waffen.
- bedingungslose Anerkennung des Himmelskönigs von Uruk.
- Eingliederung von allen Städten der arattidischen Allianz in das göttliche Reich von Uruk.
- Absetzung der arattidischen Herrscherkaste.
- Umsiedlung der Hälfte aller Männer im kampffähigen Alter.
- Tributzahlungen in noch festzulegender Höhe.

Amaara Dasheeta, die Königin der ersten Arattidenallianz, war außer sich. Ihrem Titel nach war sie eine Inkaara, und damit als legitime Thronfolgerin und oberste Sonnenpriesterin weltliches und geistiges Oberhaupt sowohl für ihr eigenes Volk, als auch für die angrenzenden Kleinreiche ihrer Völkerallianz.
Sie war trotz ihrer zierlichen Gestalt eine starke und eindrucksvolle Persönlichkeit, nicht nur weil sie von jungen Jahren an gründlich in Nahkampftechniken unterwiesen worden war. Ihr Vater hatte immer sehr viel wert darauf gelegt. Nie hatte er sie spüren lassen, dass er vielleicht lieber einen Sohn als Thronerben gehabt hätte. Stets war sie für Gerechtigkeit eingetreten, und auch dem weit verbreitetem Sklavenhandel hatte sie immer eine klare Absage erteilt. Selbst unterprivilegierte Angehörige von Minderheiten durften frei entscheiden was sie arbeiten wollten. Das war bei weitem nicht selbstverständlich in dieser Zeit. Ihr Beliebtheitsgrad beim Volk war dementsprechend hoch.
Sie trug ihre blonden Haare nach Art des Volkes als rückwärtig geflochtenen Zopf. Viele Mitglieder ihres Volkes zeichneten sich durch eine helle Haarfarbe und einen helleren Hautton aus, und damit unterschieden sich schon rein äußerlich sowohl von den Völkern im Osten, als auch von den Bewohnern der westlichen Tiefebene der zwei Flüsse. Auf ihrem Kopf trug sie eine zierliche goldene Krone, und auch ihre grünlich schillernde Robe war reichlich mit Goldmustern bestickt. Außerdem trug sie einen aus wertvollen Goldfäden gesponnenen Umhang, unter dem sie stets zwei Nahkampfwaffen mit sich führte.
Betreten schwiegen all jene, die gerade noch wild durcheinander geredet hatten. Die heftige Debatte vorhin war ausgebrochen, als die Königin den Inhalt der letzten Tontafel erwähnt hatte, die ein Bote vorhin von der Stadtmauer gebracht hatte. Danach war nicht nur eine weitere Verstärkung der Urukiden eingetroffen, sondern sie hatten darin auch ihre Bedingungen für eine Kapitulation diktiert. Ihre Lage war zunehmend hoffnungslos. Sie waren den zahlenmäßig stark überlegenen Angreifern praktisch ausgeliefert.
Während die Belagerer vor den Toren der Stadt beständig weiter mit Männern und Material beliefert wurden, konnten sie selbst offensichtlich mit keinerlei Hilfe von außerhalb rechnen.
Einer der militärischen Berater der Königin versuchte die wesentlichen Punkte dieser Besprechung auf seinen weichen Tontafeln festzuhalten. Hektisch kritzelte er seine gekreuzten Linien in das weiche Material. Innerlich atmete er jetzt auf, denn dank der plötzlichen Gesprächspause konnte er in relativer Ruhe seinen Bericht weiter verfassen, ohne ständig auf alle möglichen Zwischenrufe hören zu müssen. Seine Tafeln waren stets eine wichtige Stütze für die Königin, die erst dadurch im Nachhinein die Möglichkeit erhielt bestimmte Punkte näher zu überdenken, die sonst während den Diskussionen einfach untergegangen wären.
Endlich ließ auch der Schreiber kurz seine Hand sinken und sah sich in der schweigsamen Runde um. Alle Personen starrten die Königin an, deren Faust immer noch wie eingefroren auf der Tischplatte lag.
Bei einem kurzen Blick durch die Fensteröffnung erkannte der Kenner der Gestirne einige der Sternkonstellationen, die zwischen den vorbeiziehenden Wolken immer wieder zu sehen waren. Unwillkürlich dachte er an Intikamaana, den hellsten Stern des Nachthimmels, der noch für weitere fünf Wochen unsichtbar bleiben würde.
Nach moderner Kalenderrechnung wäre jetzt der Frühsommer des Jahres 3123 vor Christus angebrochen. Doch hier in dieser Zeit hatte gerade die zweite Jahreszeit im elften Jahr der Regentschaft von Inkaara Amaara Dasheeta begonnen.
In fünf Wochen wäre das wichtige Neujahrsfest gefeiert worden, denn dann würde die kleine Schwester der Sonne als hellster Stern des Nachthimmels wieder erblühen, nachdem sie 70 Tage lang geschlafen hatte. Ihr Wiedererscheinen nach der Phase der Unsichtbarkeit wurde mit dem Beginn eines neuen Jahres der Herrschenden gleichgesetzt.
Doch höchstwahrscheinlich konnte dieses Fest, und damit auch der neue Jahresbeginn nicht mehr gefeiert werden, denn das selbstständige Weiterbestehen des arattidischen Königreiches der Berge schien plötzlich trotz aller Erfolge in Frage gestellt zu sein.
Der steinerne Sitz der Arattiden-Könige im Zentrum der Stadt war immer der große Stolz ihres Volkes gewesen, denn während selbst im hochmodernen Königreich von Uruk die meisten Gebäude und Paläste noch aus Lehmziegeln erbaut waren, besaßen die Handwerker von Aratta den Ruf wahre Meister der Steine zu sein. Sie hatten die gesamte Königsresidenz ausschließlich aus exakt geschnittenen und geschliffenen Steinen erbaut. Ein revolutionärer Einfall zu dieser Zeit, denn Stein machte die Gebäude weitaus stabiler. Und alles, was sie für ihre Arbeiten dazu brauchten, waren Seile und scharfkantiger Sand als Schleifmittel. In den Steinbrüchen der Umgebung lag der wahre Reichtum von Aratta. Dazu kamen die unerschöpflichen Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen in den Bergen, und die zentrale Lage als Handelsknotenpunkt zwischen Ost und West.
Selbst ins weit entfernte Uruk waren bereits geschnittene und geschliffene Steine geliefert worden. Doch nun wollten sich die Urukiden offensichtlich alles holen.
Der Blick des Schreibers kehrte wieder in den Versammlungsraum der Könige zurück, und kreuzte sich kurz mit dem der Königin, die alle Anwesenden der Reihe nach ansah.

Ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Vergeblich hatte sie bisher auf Unterstützung durch ihre Allianzpartner gehofft. Doch es war nicht auszuschließen, dass sie aufgrund der massiven Bedrohung dazu einfach nicht in der Lage waren zu helfen. So versuchte sie nicht ihren doch eher schwachen Verbündeten die Schuld an der gegenwärtigen Lage zu geben, sondern machte sich selber Vorwürfe. Ihre eigene Unfähigkeit, stärker als ihre Feinde zu werden, hatte sie in diese Situation erst gebracht. Sie hatte es leider nicht geschafft, ihre Armee soweit aufzustocken, wie es nötig gewesen wäre. Vielleicht hätte doch die angebotene Unterstützung der Indushitenvölker des Ostens annehmen sollen, anstatt ausschließlich auf die Völker der engeren Umgebung zu bauen. Im Nachhinein war man immer klüger. Aufgrund der fehlenden militärischen Stärke waren sie ein viel zu leichtes Ziel für Eroberungsfeldzüge geworden.
Langsam zog die Königin ihre Faust wieder zurück, während sie ihren Blick auf die einzigen Gäste von außerhalb richtete, die hier in der Beratungsrunde anwesend waren. Es waren zwei Männer, welche die Bergstädte schon lange mit den begehrten Waren aus jenem Tiefland versorgten, aus dem auch die Belagerer kamen. Von diesen Männern hatte die Königin auch immer wieder wichtige Gerüchte und Erzählungen aus den Städten der Ebene gehört. Damit waren sie im Laufe der Zeit zu einer unverzichtbaren Informationsquelle geworden, auf die die Inkaara nicht mehr verzichten wollte, denn sie verfügten über ausgezeichnete Verbindungen zu sehr vielen mächtigen und einflussreichen Personen anderer Städte. Dazu zählte auch die mächtige Stadt Uruk selbst, die seit mehreren Jahren der gesamten Region ihren Stempel aufdrückte.
Der ältere von den beiden hörte auf den Namen Nuh-Ach. Er war ein einflussreicher und wohlhabender Händler aus der Stadt Akkad, der während des Überfalles gerade mit seinem Sohn Utna'a mitsamt Kamelkarawane in Aratta zu Besuch gewesen war. Er hatte vorhin zur hitzigen Diskussion massiv beigetragen, als er den Vorschlag gemacht hatte, sich doch den Urukiden einfach zu ergeben, wie es seine eigene Stadt bereits getan hatte um einen Vernichtungskrieg zu entgehen. Doch damit hatten sie natürlich ihre einstige Selbstständigkeit verloren. Auch Kämpfer aus Akkad standen vermutlich vor den Toren der Stadt, und hatten am tagelangen Bombardement mitgewirkt.
Gerade als die Königin den alten Händler zurechtweisen wollte, dass er als Gast nur der Höflichkeit wegen hier an diesem Tisch saß und eigentlich kein Mitspracherecht hatte, wurde sie von einem schabenden Geräusch neben sich abgelenkt, das nur wegen der plötzlichen Stille im Raum überhaupt zu hören war.
Sie wandte den Kopf und sah im Kerzenschein blitzende gewaltige Zähne in einem riesigen und weit aufgerissenem Maul.
Zu jener Zeit war es unter Königen und Herrschern üblich, sich von klein auf einen abgerichteten Kampflöwen zu halten, der immer bereit war seinen Herren oder auch seine Herrin zu verteidigen.
„Ruhig Kazeem! Gut, alles gut.“
Kazeem war der Löwe von Königin Dasheeta. Gemütlich lag er auf dem Holzboden, und hatte sich auch durch die heftige Debatte nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Königin hatte ihren Löwen stets unter Kontrolle. Das wussten auch die königlichen Wächter, die entlang der Wände verteilt standen, und mit ihren gefährlich aussehenden Doppelspitzenspeeren jederzeit ihre Königin verteidigen würden.
Auf den Zuruf der Königin hin ließ er sein Kiefer wieder zuklappen, und auch sein mächtiges Haupt zurück auf seine Vorderpranken sinken, um erneut seine scheinbar entspannte Position einzunehmen.
Doch seine zur Schau gestellte Trägheit konnte leicht darüber hinweg täuschen, dass die Großkatze so gut wie immer dazu bereit war, sich auf einen kurzen Zuruf seiner Herrin sofort auf jemanden zu stürzen, der ihr gefährlich werden konnte. Ein gut abgerichteter Kampflöwe durfte niemals unterschätzt werden.
Alle warteten darauf, dass die Königin wieder das Wort ergriff. Schließlich setzte sich einer der jungen Gruppenführer der arattidischen Armee, und trank demonstrativ einen Schluck Wasser, um die anderen zu motivieren sich ebenfalls wieder zu setzen.
Und auch der ebenfalls anwesende Sohn des akkadischen Händlers schloss sich ihm an, während sein Vater noch zusammen mit anderen Anwesenden weiterhin stehen blieben.
Die Königin hatte keine Ahnung ob die Urukiden von den anwesenden Händlern in der Stadt wussten. Doch wenn sie es wussten, so nahmen sie keine Rücksicht darauf. Warum auch? Sie waren nicht die einzigen Händler mit guten Verbindungen. Sie hatte gelernt auf die Vorschläge Nuh-Ach's zu hören, aber sie hatte auch gelernt niemandem ohne Wenn und Aber voll zu vertrauen.

Königin Dasheeta blickte in die Runde. Es war nun knapp nach Mitternacht, und das Bombardement war so wie auf der Tontafel angekündigt eingestellt worden. Endlich einmal eine kurze Atempause. Lange und ereignisreiche Tage lagen hinter ihnen, und vermutlich hatten bereits alle mit Müdigkeit zu kämpfen.
Bis morgen Abend würden die Urukiden vor der Stadt auf ihre Kapitulation, oder andersartige Antwort warten. Eine große Wahl würde sie dabei nicht haben.
Ein wenig ausgeruhter würde sich leichter weiter diskutieren lassen über die nächsten Schritte.
Dennoch blieben ihre Augen noch an den Gästen aus Akkad hängen.
„Meine Herren, ich weiß, das sie ein Ende der Kämpfe herbeisehnen wie wir alle. Aber ich bin eine Inkaara, und eine Inkaara beugt sich niemals!“
Nuh-Ach nickte ihr zu: „Verzeiht mir, und wenn ich Euch mit unüberlegter Wortwahl erzürnt haben sollte, so tut mir das ausgesprochen leid, Eure Erhabenheit. Ich möchte Euch in keiner Weise zu etwas drängen.
Aber dennoch möchte ich Euch sagen, dass mir die Bedingungen der Urukiden angesichts der geforderten Kapitulation nicht neu sind, denn ich kenne sie bereits aus meiner eigenen Vergangenheit. Auch Akkad, meine Heimatstadt, wollte sich zunächst nicht beugen, aber seit wir die Waffen abgegeben und uns in das Urukidenreich eingefügt haben, erblüht unsere Stadt wieder wie früher. Und heute sieht die akkadische Bevölkerung die Urukiden nicht mehr als Besatzer, sondern als Freunde an, die uns in Notzeiten auch beistehen würden.
Es ist die Zeit, Eure Erhabenheit, die manches in anderes Licht rückt. Meiner Erfahrung nach geht die Welt niemals unter, sondern es gibt immer einen Weg der weiterführt.
Auch wenn man manchmal dafür einen Schritt zurück gehen muss.“
Die Königin hatte den Ausführungen Nuh-Achs ohne ihn zu unterbrechen zugehört. Sie hatte ihn als intelligenten und umsichtigen Mann kennen und schätzen gelernt, und jedes mal wenn sich ihre Wege kreuzten, tauschten sie auch Gedanken aus. Er erinnerte sie an ihren Vater, der leider schon so früh gegangen war und eine Leere hinterlassen hatte, die sie seither vergeblich zu füllen versuchte.
„Und was, ehrenwerter Nuh-Ach, geschah mit den Leuten der alten Führung von Akkad?“
Absichtlich hatte sie nicht nur nach dem Schicksal des alten akkadischen Königs gefragt, denn sie wusste bereits, dass er die Übernahme der Stadt durch die Urukiden seinerzeit nicht überlebt hatte.
Nuh-Achs Blick wurde finster, aber er wurde einer Antwort enthoben, denn in diesem Moment erklang das Geräusch sich nähernder Schritte draußen auf dem Gang. Es war das Geräusch vieler Männer in festem Schuhwerk. Eindeutig Soldaten. Kein Vergleich mit den leisen Geräuschen der sonst so verbreiteten weichen Ledersandalen. Die Wache vor der Türe sagte etwas, doch schon mitten im Satz wurde das mächtige Doppeltor aufgerissen und ein Mann in voller Rüstung stürzte in den Raum hinein, gefolgt von weiteren Männern in Kampfmontur.

Das Doppeltor schwang auf und die Elitekämpfer des Arattidenreiches betraten den Raum, angeführt von einem weißhaarigen Mann, der jedoch keineswegs alt wirkte. Der Anführer an der Spitze seines Trupps war besonders breitschultrig, und seine Erscheinung war einschüchternd.
Bronzene Helme und Rüstungen glitzerten im Kerzenschein. Jeder Kämpfer trug mehrere Nahkampfwaffen sowie einen Sonnenschild, welcher das Wappen von Aratta trug, das sofort jedem Gegner klar machte woher diese Männer kamen.
Die Königin war sofort erleichtert, diese Männer zu sehen, denn sie hatte bereits auf ihre Rückkehr gewartet.
Der Kämpfer mit dem weißen Haar stand bereits seit über 10 Jahren in den Diensten der Arattiden, zu denen er einst übergelaufen war. Schon unter Königin Dasheetas Vater hatte er hier gedient. Mittlerweile war er der oberste Heerführer der arattidischen Streitkräfte. Vor den Mauern der Stadt stand sein früheres Volk, denn zuvor war er dort ein urukidischer Heerführer gewesen, der sich geweigert hatte sinnlose Tötungen an Zivilisten durchzuführen, und daher in Ungnade gefallen war.
Vor zwei Tagen hatte ihn die Königin durch die versteckten Höhlen im Untergrund zur Allianzstadt Kashak geschickt, um endlich Unterstützung zu holen. Die Inkaara blickte ihm nun erwartungsvoll entgegen. Hatte er die erhoffte Unterstützung mitbringen können?

Utna'a, der junge akkadische Sohn des Händlers, hatte die eintretenden Männer keine Sekunde aus den Augen gelassen. Sie wirkten irgendwie bedrohlich. Und die Tatsache, dass sie so ohne Ankündigung einfach eintreten konnten sagte ihm auch, dass sie über eine gewisse von der Königin tolerierte Macht verfügen mussten, zumindest der Anführer der Gruppe.
Er hatte noch nie die arattidische Kernkampftruppe aus der Nähe gesehen. Und an den Weißhaarigen würde er sich auch bestimmt erinnern. Er beugte sich ein wenig zu seinem Vater, von dem er wusste, dass er fast so etwas wie ein Berater der Königin war, und fragte leise:
„Wer ist das? Kennst Du diesen Mann, Vater? “
Nuh-Ach antwortete genauso leise.
„Das ist Taarokot Akaatem, seit zwei Jahren oberster Heerführer der Arattiden. Man nennt ihn den Silberlöwen, weil er einmal nur mit einem Dolch bewaffnet einen dieser riesigen seltenen Berglöwen getötet hat. Der Name ist irgendwie an ihm hängen geblieben.
Und er ist kein Arattide sondern war früher bei der urukidischen Armee. Königin Dasheeta hält viel von ihm, sonst wäre er als Überläufer auch niemals soweit aufgestiegen.“

Die verantwortlichen Leute der Stadt schienen die Spannung zu spüren die plötzlich in der Luft lag, denn wortlos räumten sie ihre Plätze, wichen zur Seite hin aus und machten somit Platz für die Krieger der Königin.
Der Silberlöwe kam erst kurz vor dem Beratungstisch zum Stehen, knapp dahinter gruppierten sich seine Männer. Es war eine beeindruckende Phalanx aus rot und braun gekleideten Männern, die immer noch ihre Helme trugen, und sich somitan ihrem charismatischen Anführer orientierten.
Taarokot Akaatem hielt Blickkontakt zu seiner Königin, der er seine starke Position verdankte.
Er wusste, dass sie auf seinen Bericht wartete, doch zunächst musste er etwas klären.
Anstatt seine Königin über das Ergebnis seiner jüngsten Unternehmung zu informieren hob er seine rechte Hand und zeigte auf die beiden Händler.
„Was haben diese Akkadier hier zu suchen?“

Königin Dasheeta wusste wie empfindlich der Silberlöwe manchmal auf die falschen Worte reagieren konnte, deshalb versuchte sie eine Situation zu entspannen, bevor diese irgendwie eskalieren konnte. Die Kunst einer Königin lag immer im Finden der richtigen Worte, um möglichst viele verschiedene Leute auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören, auch wenn ihre Mentalitäten bisweilen eine gute Zusammenarbeit eher erschwerten.
Leider war sie darin nicht immer so erfolgreich wie sie sich das wünschen würde.
„Das ist Nuh-Ach mit seinem Sohn Utna'a-Tap...“
Respektlos unterbrach der Heerführer seine Königin. Das war etwas, dass sich nur sehr wenige Untertanen erlauben durften.
„Ich weiß wer diese Männer sind, Königin. Das ändert nichts daran das sie hier im engsten Beraterkreis als Fremde nichts zu suchen haben. Sollten sie mir nicht augenblicklich aus den Augen gehen, lasse ich sie hinaus werfen!“
Der Blick des alten akkadischen Händlers wurde noch finsterer als er ohnehin schon war, als er darauf erwiderte: „Wir sind auf Einladung Eurer Königin hier. Und wenn ich mich recht entsinne, seid Ihr ebenso ein Fremder. Noch dazu ein Urukide. Und trotzdem befindet Ihr Euch hier in diesem Raum auf Geheiß der Königin, genau wie wir.“
Bei diesen Worten stockte allen Anwesenden der Atem. Der Händler hatte zweifellos die Wahrheit gesprochen, aber waren das auch die richtigen Worte gewesen?
Die Zeit schien einzufrieren und sich dabei unendlich zu dehnen. Niemand wagte sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, während gleichzeitig alle gespannt auf die Antwort des Silberlöwen warteten. Der Akkadier hatte ihn mit diesen Worten herausgefordert. Das war allen klar.
Und plötzlich war das sonst kaum hörbare Knistern der brennenden Kerzen so deutlich wie Trommelschläge zu vernehmen, die einen gnadenlosen Höhepunkt ankündigten.
Der weißhaarige Heerführer ließ unter lautem Getöse seinen Schild auf den Boden fallen und griff langsam – viel zu langsam wie es schien – nach seinem mächtigen Schwert mit der geschwungenen und beidseitig geschärften Schlangenklinge, und zog es mit einem schabendem Geräusch aus seiner Schwertscheide heraus.
Währenddessen ließ er den Händler, der es gewagt hatte ihn vor allen Anwesenden derart anzugreifen, keinen Sekundenbruchteil aus den Augen.
Dann setzte sich der Silberlöwe langsam in Bewegung. Schritt um Schritt kam er auf Nuh-Ach zu. Dabei senkte er die Schwertklinge soweit, dass die Spitze gerade in Höhe des Gesichtes verharrte.
Während der Heerführer beständig näher kam und niemand Anstalten machte einzugreifen, sprang der Sohn des Händlers auf. Aber nicht um sich vor seinen Vater zu stellen, sondern um sich hinter ihm zu verstecken, wie es schien.
Der alte Händler hingegen bewegte sich nicht und starrte ihm ebenso direkt entgegen.
Kurz bevor die Schwertspitze das Gesicht des Händlers berührte blieb der Silberlöwe stehen.
Sein Blick war finster, grimmig und entschlossen, aber dennoch konnte er keine Spur von Angst im Gesicht seines Gegenübers erkennen.
Entweder war der Akkadier mutiger als er zuerst gedacht hatte, oder aber nur dümmer.
Schließlich sagte der Silberlöwe zu dem Händler im Flüsterton, aber dennoch gut für alle hörbar:
„Seid vorsichtig, alter Mann.
Meine Laune ist schlecht, und mein Schwert dürstet nach Blut.
Ihr habt hier keine Stimme, und die Tatsache Eurer bloßen Existenz habt Ihr nur mir zu verdanken, denn ich habe mich seinerzeit geweigert Euch Akkadier alle abzuschlachten wie Schafe, als Strafe für Eure Starrköpfigkeit.“
Beide Männer starrten sich an. Dann antwortete der Händler im gleichen Tonfall,
„Nur zu, wenn Ihr jetzt nachholen wollt was Ihr damals verabsäumt habt, Urukide.“
Im letzten Wort schwang Verachtung mit. Schließlich waren es vor zehn Jahren die Urukiden gewesen, die Akkad angegriffen, nach langem Kampf erobert und in ihr Reich eingegliedert hatten.
Genau wie es die Urukiden jetzt mit Aratta vorhatten zu tun.
Natürlich war Taarokot Akaatem längst kein echter Urukide mehr. Seit er sich damals dafür entschieden hatte zu den Arattiden überzulaufen. Und seit damals hatte er versucht die Armee der Arattiden zu stärken. Letztlich wie man jetzt sah, waren seine Anstrengungen genau wie die der Königin vergeblich gewesen.
Taarokot Akaatem sog scharf die Luft ein. Es war schwer vorherzusehen wie er auf die provozierende Antwort des akkadischen Händlers reagieren würde. Das Schwert jedenfalls blieb drohend auf Gesichtshöhe. Da platzte der Königin der Kragen.
„Sofort aufhören damit! Alle beide. Taarokot, steckt Euer Schwert weg. Ich dulde nicht, dass ein Gast an meinem Tisch mit einer Waffe bedroht wird!
Und Ihr, Nuh-Ach, redet ab jetzt nur mehr wenn ich Euch dazu auffordere. Ihr seid Gast hier und steht unter meinem Schutz. Und hier werden keine alten Wunden aufgerissen. Wir haben bei allen Göttern genug andere Sorgen!
Habt Ihr das verstanden? Antwortet!“
Hallo El Lobo,

mein erster Eindruck: Der Text liest sich flüssig und farbenfroh, ich kann mir alles gut vorstellen. Die Eingangsszene mit den Kindern macht sofort die Brutalität des Zeitalters deutlich, an den Steinmauern und Geschossen erahnt man den technischen Stand. Dramatik, Emotion ... okay, ich lese weiter!

Auch der Rat in der Residenz ist lebendig beschrieben. Der Wechsel der Zeitformen ist zunächst seltsam, aber eigentlich sehr interessant. Du bist erst ganz normal im Präteritum, startest dann mit dem Schlag auf den Tisch in die Ratsdiskussion und damit ins Perfekt, um die Minute davor zu erklären. Nett zu lesen, eine gute Abwechslung zur gewohnten "Einheitszeitform". Kurz gestutzt hab ich zwar, war dann aber positiv überrascht.

Der Vorschlag, sich einfach zu ergeben, schien mir auf den ersten Blick so sinnvoll, wie der Händler ihn bestimmt gemeint hat. Aber hey, wenn die Königin selbst dann ziemlich sicher hingerichtet wird, kann sie dem natürlich nicht zustimmen - egal, wie gut es dem Rest ihres Volkes dann eines Tages gehen könnte.
Mrgreen
Da fällt mir auch nur noch Flucht ein. Damit schließt sich der Kreis zum Klappentext, das heißt, jetzt geht die Geschichte richtig los.
Icon_smile

Ach ja, noch was: Der Titel.
"Blutkristallkriege" klingt für mich irgendwie so reißerisch. Das sind gleich drei Buzzwords in einem. Ist es ein Arbeitstitel, oder bleibt es dabei?
Den Untertitel "Ein Volk auf der Flucht - und ein Mythos wird geboren" würde ich eventuell halbieren. "Ein Volk auf der Flucht" ist perfekt, ein wirklich treffender Titel. Aber der Zusatz "ein Mythos wird geboren" klingt schon etwas nach "Star Wars", als wenn es gezwungen gigantisch wirken soll. Deshalb würde ich das streichen und die Leser selbst entscheiden lassen, ob die Geschichte der Welt am Ende ein kultverdächtiger Mythos oder einfach eine gute Story ist.

Jetzt noch die coconische Rechtschreibprüfung. Ein paar Vertipper, die mir beiläufig auffielen:

Zitat:Während die Belagerer vor den Toren der Stadt beständig weiter mit Männer und Material beliefert wurden

Das N: "mit Männern"

Zitat:ich weiß das sie ein Ende der Kämpfe herbeisehnen

Aber dennoch möchte ich Euch sagen, das mir die Bedingungen

denn sie wusste bereits das er die Übernahme der Stadt

Und die Tatsache das sie so ohne Ankündigung einfach eintreten konnten sagte ihm auch, das sie über eine gewisse von der Königin tolerierte Macht verfügen mussten

zu seinem Vater, von dem er wusste das er fast so etwas wie ein Berater der Königin war

Er wusste das sie auf seinen Bericht wartete

Das war etwas das sich nur sehr wenige Untertanen erlauben durften.

Dabei senkte er die Schwertklinge soweit das die Spitze gerade in Höhe des Gesichtes verharrte.

Der Heerführer war nicht überrascht zu sehen, das er sich hinter ihm versteckte.

dulde nicht das ein Gast an meinem Tisch mit einer Waffe bedroht wird!

Jeweils ", dass" mit Komma und Doppel-S.

Viele Grüße und bis zum nächsten Kapitel
coco
Der Krieger stürzt sich sogleich ins Gefecht, wie es aussieht. Dann will ich mal dein erster Gegner sein.


First read:
Liest sich besonders Anfangs wie ein Film, die Kamera folgt erst dem Geschoss, zeigt dann das Schicksal der Mutter und ihrer Kinder und zoomt dann erst raus um das sich legende Chaos zu zeigen, bevor sie sich zum Kriegsrat begibt.
Der Rat besteht aus Zuschauern und drei Akteuren. Wollte das erst kritisieren, dann fiel mir ein, dass mein eigenes erstes Kapitel gewissermaßen das gleiche mit nur zwei Akteuren macht :D
Von der Ära her muss ich an Slaintes Texte denken, kannst dich da ja mal auf die Suche nach machen. (Edit: lol, da warst du schneller als erwartet, sehe gerade, dass du ihn schon gefunden hast.)
Der Silberlöwe wirkt etwas komisch und auch einige Formulierungen finde ich ungeschickt, ansonsten aber ein solider Einstieg.
Persönlich hat mich die Erwähnung meiner Lieblings-Doppelsonne erwähnt, deren weißer Zwerg auch heute noch bunt auf uns herunterfunkelt Icon_smile




Second read:

Zitat:Doch die Frau stolperte über einen Stein.

Mein erster Gedanke war "muss das sein?"
In meinen Augen ist das sehr cheesy. Ich weiß, die Charaktere sind im Endeffekt unwichtig, aber das sieht für mich nach Mühe aus, die sich jemand nicht gegeben hat. Alles ist in Bewegung, überall fliegen Splitter, lass doch einen solchen das Bein der Frau finden. Nachdem das jüngere Kind "ins Freie" rennt, befinden wir uns in einem Gebäude. Ich finde es unwahrscheinlich, dass irgendjemand, egal in welcher Epoche, eine Stolperfalle dieser tödlichen Sorte in seinem Zuhause toleriert.



Zitat:Nichts mehr würde so sein wie früher.

Den Satz hasse ich ja generell. Ist hier auch nicht nötig, der Leser merkt auch nach nur einem Absatz schon, dass die Welt der beiden Jungs gerade gewaltsam umgekrempelt wird.


Wenn ich Uruk lese, muss ich unwillkürlich an Bartimäus denken^^


Zitat:„Nein, diese Bedingungen sind völlig inakzeptabel! Darüber brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, denn das wäre gleichbedeutend mit dem Ende unseres Volkes!“

An der Stelle würde ich mich noch nicht sonderlich daran stören, dass ich den Inhalt der Bedingungen nicht kenne. Spätestens ab dem Einwand des Händlers (der ja gewissermaßen vor diesem Ausbruch der Königin kam...), würde mich allerdings wirklich interessieren, wie diese Bedingungen aussehen.


Zitat:hatte mit ihrer rechten Faust so kräftig auf den Beratungstisch in ihrer königlichen Residenz geschlagen, dass einige der eben noch erhitzt streitenden Versammelten schon befürchteten, ihre Zinnkrüge mit frischem Quellwasser würden umkippen.

Der Satz ist schwer zu interpretieren. Entweder sind die Anwesenden komplett verstrahlt und sorgen sich kurz vor dem Untergang noch um Innenraumkosmetik, oder du willst damit zeigen, dass wir in der Wüste leben und selbst in der größten Notlage noch die Furcht vor Wassermangel besteht. Oder aber der Quelle entspringt ganz besonders geiles Wasser^^


Zitat:denn sie war natürlich auch eine gute Kämpferin.

Irrelevant und unpassend. Zumindest zu diesem Zeitpunkt. Mal ganz davon abgesehen, dass es sich anhört wie ein Teenager, der seinen imaginären Freund mit allen Superkräften ausstattet, die ihm einfallen. Ich habe das auch lang und oft mit meinen Charakteren gemacht, bis ich meine alten Texte selbst unlesbar fand...
Mag sein, dass sie eine gute Kämpferin ist, aber hier passt es nicht in den Satz und trägt auch noch nichts zur Story bei.


Der Perspektivenwechsel auf den protokollführenden ist meiner Ansicht nach gut gelungen, der Sprung zurück ebenfalls. Dazwischen stört mich jedoch eine Stelle:

Zitat:Nach moderner Kalenderrechnung wäre jetzt der Frühsommer des Jahres 3123 vor Christus angebrochen. Doch hier in dieser Zeit hatte gerade die zweite Jahreszeit im elften Jahr der Regentschaft von Inkaara Amaara Dasheeta begonnen.
In fünf Wochen wäre das wichtige Neujahrsfest gefeiert worden, denn dann würde die kleine Schwester der Sonne wieder am Nachthimmel erblühen, nachdem sie 70 Tage lange geschlafen hatte. Heute war dieser Stern als Sirius bekannt, als Hauptstern im Sternbild des großen Hundes. Sein Wiedererscheinen nach der Phase der Unsichtbarkeit wurde mit dem Beginn eines neuen Jahres der Herrschenden gleichgesetzt.

Ich mag keine allwissenden Erzähler, die plötzlich anfangen über andere Zeiten und Geschehnisse zu reden. Du vollziehst einen angenehmen Perspektivenwechsel auf den Schreiber, durch dessen Augen wir für diesen Abschnitt die Geschichte sehen und wirfst das dann über den Haufen, indem du aus der Perspektivensicht komplett ausbrichst und abschweifst. Bleib doch beim Wissen und den Gedanken des Schreibers, dann stört auch nicht, dass das Fest für die Szene keine wirkliche Rolle spielt. Dass es hier um Sirius B geht ist den meisten sowieso egal und für Fans des Sterns ließe sich das bestimmt auch mit den Worten des Charakters gut genug beschreiben, um zu erkennen um welchen Stern es geht.


Zitat:Dazu zählte auch die mächtige Stadt Uruk selbst, die seit mehreren Jahren der gesamten Region ihren Stempel aufdrückte, indem sie ein Reich nach dem anderen erobert hatte.

Mach doch nach "aufdrückte" einen Punkt und lass den Rest weg. Das macht den Satz in meinen Augen viel stärker und impliziert auch, dass politischer und finanzieller Druck auf den Rest der Gegend ausgeübt wird. Wenn dir dann das konkret kriegerische Vorgehen fehlt, kannst du ja "der gesamten Region mit Angriffen wie diesen..." oder eine Formulierung deiner Wahl nehmen, aber der Teil nach dem letzten Komma schwächt für mich den Satz sehr ab.
Wir sehen ja gerade, wie Uruk vorgeht. Es ist, als würde sich der Erzähler mit dem letzten Satz zu den Kindern hinunterbeugen und ihnen nochmal zu erklären, wie Uruk agiert, weil ein paar es bestimmt immer noch nicht verstanden haben. Und selbst wenn jemand die Information hier noch nicht aufgenommen hat, wird Akkads Schicksal ja später auch noch erwähnt.


Zitat:Gerade als die Königin den alten Händler zurechtweisen wollte, dass er als Gast nur der Höflichkeit wegen hier an diesem Tisch saß und eigentlich kein Mitspracherecht hatte, wurde sie von einem schabenden Geräusch neben sich abgelenkt, das nur wegen der plötzlichen Stille im Raum überhaupt zu hören war.

Hier steigt der Spannungsbogen und plumpst dann ungeschickt wieder zu Boden, weil der Löwe nichts tut und nur kurz erwähnt werden wollte. Nettes Detail, hier aber wieder irgendwie fehl am Platz.


Zitat:„Und was, ehrenwerter Nuh-Ach, geschah mit den Leuten der alten Führung von Akkad?“
Absichtlich hatte sie nicht nach dem Schicksal des alten akkadischen Königs gefragt, denn sie wusste bereits das er die Übernahme der Stadt durch die Urukiden seinerzeit nicht überlebt hatte.

Auch beim zweiten und mehrmaligen Lesen denke ich hier nur "doch, das hat sie."
Sie spricht hier für mich eindeutig vom König, auch wenn der nicht explizit erwähnt wird.


Erneut ein Perspektivenwechsel, diesmal zum Sohn des Händlers. Hier auch wieder recht gut gelungen, der Übergang auf den Silberlöwen ist in meinen Augen aber ungeschickt.

Zitat: Er wusste das sie auf seinen Bericht wartete, doch zunächst musste er etwas klären.

Hier sind wir definitiv in seinen Gedanken.

Zitat:Königin Dasheeta wusste wie empfindlich der Silberlöwe manchmal auf die falschen Worte reagieren konnte, deshalb versuchte sie eine Situation zu entspannen, bevor diese irgendwie eskalieren konnte.

Jetzt aber plötzlich im Kopf der Königin.

Zitat:Aber nicht um sich vor seinen Vater zu stellen. Der Heerführer war nicht überrascht zu sehen, das er sich hinter ihm versteckte.
Der alte Händler hingegen bewegte sich nicht und starrte ihm ebenso direkt entgegen.

Jetzt wird wieder erklärt, wie der Silberlöwe denkt.

Ich fühle mich immer irgendwo verloren, wenn ich in jedermanns Kopf hineinsehen kann. Ich folge einer Szene gern durch die Augen eines Charakters, dessen Gedanken alles bewerten. Wie gesagt finde ich die ersten paar Perspektivenwechsel ganz in Ordnung, wenn wir innerhalb des Absatzes klar abgetrennt einem Charakter folgen und obendrein wie beim Protokollschreiber einen deutlichen Übergang am Anfang und am Ende des Wechsels haben.
So sprunghaft wie am Ende des Textes finde ich es dann sehr unangenehm und es macht irgendwie auch den Wert der Leistung kaputt, den ich dem ersten Wechsel oben zuschreibe.


Zitat:Und plötzlich war das sonst kaum hörbare Knistern der brennenden Kerzen so deutlich wie Trommelschläge zu vernehmen, die einen gnadenlosen Höhepunkt ankündigten.
Und genau das schien nun zu kommen.

Wieder schwächt der zweite Satz den vorherigen ab und nimmt den Schwung aus der Szene. Ich schlage ersatzloses Streichen vor.


Zitat:Freilich
Zitat:Schwert runter

Ungeschickte Wortwahl für Setting und Charaktere.


Die Szene wirkt sowieso albern. Da ist der Silberlöwe ein Ausgestoßener, weil er keine Unschuldigen abschlachtet, speziell in Akkad und dann will er einen akkadisischen Händler, der obendrein Recht hat, im Ratsaal kaltblütig töten? Natürlich kauft ihm das der Alte nicht ab.




Fazit:

Als Einstieg in das Setting erfüllt das Kapitel seinen Zweck, wir sehen, dass es Stadtstaaten gibt, dass Uruk vorherrscht, aber keinen Vernichtungskrieg führt und lernen auch einige Charaktere kennen. Magie kommt noch keine vor, deren Existenz in deiner Geschichte ist nur aus der Zusammenfassung oben zu entnehmen, die hier für mich nicht zählt.
Je nachdem wie selten oder üblich Magie hier ist, fände ich es ganz gut, wenn zumindest bei der Beschreibung der Uruk-Belagerung erwähnt würde, dass Magier auf deren Seite stehen oder so ähnlich. Man kann da aus einem einzigen Nebensatz ganz gut raushören, wie verwunderlich oder alltäglich deren Existenz ist.

Generell machst du hier einen Fehler, den ich nur allzu gut von mir selbst kenne: Du hast eine große Welt erschaffen und kannst es nicht erwarten, allen davon zu erzählen. Egal ob Sommerfest, Sternenkonstellation oder Kampflöwe, es muss so viel wie möglich schon ins erste Kapitel.
Muss es nicht, du hast Zeit.

Wirklich gestört hat mich eigentlich nur, dass wir überhaupt nichts über den Inhalt der Kapitulationsvorgabe erfahren und dass der Silberlöwe sich in meinen Augen zum Affen macht, ansonsten machst du bis jetzt Lust auf mehr.
Ich danke Dir für die schnelle Antwort, Coco.
Die vielen falschen "das" sind peinlich, da muss ich unbedingt mehr darauf achten. Und natürlich wird das auch korrigiert Icon_smile Nochmal vielen Dank für die Entdeckungen!
Das mit der wechselnden Zeitform hast Du richtig erkannt. Für die Erzählform nehme ich die Vergangenheit, während das Geschehen selbst in der Gegenwart geschildert wird, weil wir es eben direkt miterleben - so die Überlegung dazu.

Zitat:"Blutkristallkriege" klingt für mich irgendwie so reißerisch. Das sind gleich drei Buzzwords in einem. Ist es ein Arbeitstitel, oder bleibt es dabei?

Eigentlich habe ich mich für diesen Titel entschieden, weil es im Laufe der Story zu mehreren kriegerischen Konflikten kommen wird. Was ein Blutkristall genau ist, warum er von den Menschen so bezeichnet wird, warum wir sie auf vielen alten Abbildungen sehen ohne sie identifizieren zu können, und welche Rolle er als verlorenes Artefakt der Götter spielen wird, seht ihr dann in Kapitel 1. Ich will da gar nicht viel vorgreifen.

Zitat:Den Untertitel "Ein Volk auf der Flucht - und ein Mythos wird geboren" würde ich eventuell halbieren.
Der zweite Teil des Untertitels spielt auf die Flutkatastrophe an, die wir aus dem Alten Testament kennen. Ich möchte hier keine Bibelgeschichte machen, aber einige Ereignisse werden sich dennoch bestimmten alten Überlieferungen zuordnen lassen.
Außerdem habe ich ein Titelbild gezeichnet, zu dem dieser Untertitel auch sehr gut dazu passt.
Aber für Vorschläge bin ich immer offen, und es gibt auch keine Tabus dafür.
Alles was ich höre, lasse ich mir genau durch den Kopf gehen. Und ich bin auch sehr dankbar dafür Icon_smile

Übrigens, welches Programm verwendet Ihr so, um Schreibfehler zu entdecken?

Hallo SirJasonCrage,

So stürzen wir uns mal ins Gefecht Icon_smile

Ja, Slaintes Text ist mir bereits bei einer ersten Umschau ins Auge gesprungen Icon_smile

Dein erster Eindruck einer Filmszene wundert mich nicht, ist doch die ursprüngliche Idee meiner Story eher einem Drehbuch für Film oder Game ähnlich. Erst nach und nach ist daraus die Idee für ein richtiges Buch entstanden(eigentlich sind sogar vier geplant). Ich visualisiere auch meine Texte gerne, sei es in Gedanken oder Skizzen.

Zitat:Nachdem das jüngere Kind "ins Freie" rennt, befinden wir uns in einem Gebäude. Ich finde es unwahrscheinlich, dass irgendjemand, egal in welcher Epoche, eine Stolperfalle dieser tödlichen Sorte in seinem Zuhause toleriert.
Eigentlich war hier bereits ein Mauerstein gemeint, der gerade vorhin hinunter gefallen ist. Könnte man vielleicht unmissverständlicher schreiben.

Zitat:würde mich allerdings wirklich interessieren, wie diese Bedingungen aussehen.
Die Kapitulationsbedingungen werden bei einem kurzen Ausflug in das feindliche Lager erwähnt, aber ich könnte sie auch schon früher einflechten. Ein Punkt für Dich.

Zitat:oder du willst damit zeigen, dass wir in der Wüste leben und selbst in der größten Notlage noch die Furcht vor Wassermangel besteht. Oder aber der Quelle entspringt ganz besonders geiles Wasser
Nachdem Deine Kritik an diesem einen Satz nicht die erste war, werde ich hier wohl umarbeiten.
Ich hatte nur eine Szene im Kopf, bei der sich das Wasser in den Bechern kräuselt, während nach dem Ausbruch der Königin eine plötzliche Ruhe eingekehrt ist.

Zitat:denn sie war natürlich auch eine gute Kämpferin.
Das muss nicht unbedingt hier stehen, und wird entfernt. Erst später wird es wichtig, denn es ist keine Zeitepoche, in der eine zerbrechliche rosa gewandete zerbrechliche Barbiepuppe Königin in einem Märchenschloss sein kann Icon_smile

Zitat:Nach moderner Kalenderrechnung wäre jetzt der Frühsommer des Jahres 3123 vor Christus angebrochen.
Ich wollte die genaue Zeit einfach irgendwo dazwischen erwähnen, eben weil es eine tatsächliche Tontafel über dieses Datum gibt, und es auch für die Story relevant ist.

Zitat:Heute war dieser Stern als Sirius bekannt, als Hauptstern im Sternbild des großen Hundes.
Diese Information könnte weg gelassen werden. Das stimmt.

Zitat:, indem sie ein Reich nach dem anderen erobert hatte.
Gut beobachtet. Wird weggelassen Icon_smile

Zitat:Absichtlich hatte sie nicht NUR nach dem Schicksal des alten akkadischen Königs gefragt
Hier werde ich wohl ein Wort einfügen...

Zitat:Und genau das schien nun zu kommen.
Zitat:
Ich schlage ersatzloses Streichen vor.
Ersatzloses Streichen genehmigt Icon_smile

Zitat:Die Szene wirkt sowieso albern. Da ist der Silberlöwe ein Ausgestoßener, weil er keine Unschuldigen abschlachtet, speziell in Akkad
Hier wird in alten Wunden gewühlt, wobei beide emotional sehr betroffen sind. wenn die Emotionen hochgehen, wird nicht immer streng logisch vorgegangen.

Vielen Dank für die genaue Aufarbeitung. ich werde mich morgen drüber machen, und die Vorschläge noch einmal durchgehen.

Übrigens kommt die Magie erst kurze Zeit später zu den Menschen. Wir erleben den Anfang mit.
Ups, schon 2 Uhr in der Früh. Ich wünsche eine Gute Nacht...
Hallo El Lobo,

heute ist weihnachtlicher Kommentiertag und Du bist der Erste, den es trifft Icon_smile Nicht zuletzt hat mich natürlich neugierig gemacht, dass Du Deine Geschichte in Mesopotamien angesiedelt hast und ich bin gespannt, was ich da zu lesen kriege.
Vorweg sei gesagt, ich bin eher ein schwieriger Leser. Meine Anmerkungen sind niemals persönlich gemeint - nimm davon mit, was Du gebrauchen kannst und vergiss den Rest. Alles ist nur meine Meinung und meine Sichtweise - damit Du für Dich mehr Klarheit bekommst, wie Du es machen willst.

Los geht's:
Zunächst mal finde ich es seltsam, dass ein Prolog eine Einleitung braucht. Was ist denn der Prolog, wenn nicht eine Einleitung in eine Geschichte?
Das Ganze könnte wie ein Klappentext wirken, wenn es nicht viel zu lang wäre. Und Du nimmst inhaltlich viel zu viel vorweg.
Brich den Inhalt Deiner Geschichte herunter auf einen einzigen Satz.
Das funktioniert und ist eine sehr gute Übung, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Satz ist besser, je kürzer Du ihn hinkriegst.
Dann erweitere Deinen Satz zu einem Gebilde, das so aussieht:
Situation:
Charakter:
Ziel:
Gegner:
Katastrophe:
Für jede dieser Rubriken schreibe wiederum einen oder höchstens zwei Sätze. Das Ganze fügst Du sprachlich zusammen und schon hast Du einen Klappentext, der sich nur auf das Wesentliche beschränkt und sehr klar und verständlich ausdrückt, was Deine Geschichte beinhaltet. Und dann ist man entweder gespannt und hat Lust auf mehr, oder man sagt, nee, ist nicht meins. Als Beispiel hier mal die vorläufige Version von meiner Geschichte (das hier ist nur ein Weg, um das zu machen, sicher gibt es andere, aber für mich hat es so gut funktioniert):
Situation: Die mächtige Priesterschaft von Nibru hat einen neuen Herrscher über das Land Ki Engi bestimmt und diesen damit beauftragt, die abtrünnigen Stadtstaaten Lagash und Kish unter die Vorherrschaft Nibrus zu zwingen.
Charakter: Der frisch gewählte Omenpriester Nergal Etir bekommt den Auftrag, am Hofe des Palastes von Kish zu spionieren und
Ziel: den Sturz des Königs mit Hilfe seiner Wahrsagekunst einzuleiten.

Gegner: Als der neiderfüllte Beschwörungspriester Tirhu versucht, ihn zu töten und seine verbotene Liebe zu der Hohepriesterin Uqnitum aufzufliegen droht,
Katastrophe: wird Nergal Etirs Familie zum unfreiwilligen Werkzeug im Machtkampf des Vasallen Sharru Kin Lubani von Agadé und der Priesterschaft von Nibru. Voller Verzweiflung stiehlt er die Schicksalstafel des höchsten Gottes Enlil und stürzt das Land damit in eine schreckliche Katastrophe.

Als Kritik an meinem eigenen Block füge ich hinzu, dass dort zuviele Namen auftauchen, mit denen der Leser nix anfangen kann. Das muss in der Endfassung geändert werden.
Dieser Block hilft Dir selbst auch dabei, in einer komplexen Handlungsstruktur den roten Faden nicht zu verlieren.

Übrigens hat mich Deine Einleitung an die Wochenhefte von Perry Rhodan erinnert - ich hab fast 2000 Hefte davon gelesen. Aber da war eine solche Einleitung sinnvoll, weil sie das Vergangene aus den Heften, die schon erschienen waren zusammengefasst hat. Du schreibst von Anfang an - da würde ich das so nicht machen.
Inhaltlich stören mich die Begriffe "echte Götter", "falsche Götter", alte Götter" - das hat mich zunächst mal verwirrt - welche Götter denn nun? Wer sind die und was wollen die? Ja, nach nochmaligem Lesen begreift man es schon, aber da solltest Du eine klare Begrifflichkeit und Struktur finden, denn nicht jeder ist bereit, das zweimal zu lesen.

Zitat:Sich an jenen Kriegern zu rächen, die ihr Königreich ohne jeden
Grund angegriffen, ...
Wen meinst Du jetzt mit Kriegern? Sie ist doch von Göttern angegriffen worden, die ihre Götter vertreiben wollen? Da merkst Du meine komplette Verwirrung der unklaren Begrifflichkeiten wegen. Ich sehe hier drei Parteien: Die Menschengötter, die Ausserirdischen ( nenn sie ruhig Superintelligenzen) und die Menschen.

Zitat:Unsere Welt vor über 5000 Jahren...
Würde ich so nicht schreiben. Warum nicht:
Mesopotamien, 5000 Jahre v.u.Z.

Zitat:Gleich einem wütenden Gott der Unterwelt raste das flammende Geschoss über die Stadtmauer hinweg, und krachte in eine bereits beschädigte Steinwand eines der Häuser.
"bereits beschädigte Steinwand" würde ich streichen. Vielleicht einfach:
... die Wand eines Hauses.
Jetzt würde mich mal interessieren, wo das genau passiert. Im südlichen Msopotamien gab es nämlich keine Steinhäuser, nur Ziegelbauten und Schilfhäuser Icon_smile
Zitat:Sie war am Balken abgerutscht und hatte sich den Knöchel verletzt.
Wieso ist sie am Balken abgerutscht? Der kam doch von oben. Mach es einfacher: Sie stolperte und verletzte sich den Knöchel.
Zitat:Polternde Geräusche ließen sie nach oben blicken. Die Wand brach gerade zusammen, und ein Regen aus Steinen kam herab. Sie hatte keine Zeit mehr!
Zunächst mal sackt sie doch auf den Boden, weil sie nicht mehr auftreten kann. Erst dann schaut sie nach oben, durch das Poltern aufgeschreckt. Das sie keine Zeit mehr haben, ist offensichtlich und kann hier gestrichen werden.
Ich würde niemals ... brach gerade zusammen ... schreiben, das "gerade" stört ungemein, es reicht "brach zusammen" - ich bin ja unmittelbar im Geschehen und weiss, dass es jetzt passiert. Icon_wink
Zitat:Mit einem letzten Blick auf ihre geliebten Kinder rief sie so laut sie konnte: „Lauft! Rettet Euch!“
Hier würde ich das Drama noch steigern: Anstelle von "rief sie laut" ...
... schrie sie: Lauft! ...
Die nächsten Sätze sind mir zuviel beschrieben. Spannender wäre es, diese ganze Szene aus der Perspektive eines der Kinder darzustellen - das würde den ganzen Schrecken und die Katastrophe viel greifbarer machen.
Vor dem nächsten Block hast Du eine überflüssige Leerzeile.
Aber was ist das jetzt? Plötzlich rückt das Geschehen in eine totale Distanz, hat nichts mehr mit der Frau und den Kindern zu tun. Damit ist die ganze Szene komplett sinnlos.
Dann springst Du plötzlich in den Kriegsraum - seltsamer Begriff - und lässt jemanden sprechen, von dem man nicht weiß, wer, ich erfahre so nebenbei, dass es der Herrscher von Uruk ist, der angreift, aber es gibt absolut keinen persönlichen Bezug, das Ganze bleibt farblos und oberflächlich. Ich als Leser frage mich hier, warum soll es mich kümmern, ob da eine Stadt gegen die andere Krieg führt - das passiert zu jeder Zeit und überall auf der Welt. Das ist grausam, aber ich kann es nicht verhindern. Was mich berührt und anspricht, sind persönliche Schicksale. Von Menschen, die ich erfahren kann. Die in einem persönlichen Konflikt stecken mit sich widerstreitenden Gefühlen.
Der nächste Abschnitt berichtet über eine Königin, die betroffen ist und offensichtlich ein Problem hat, da sie natürlich ja als Oberste ihres Volkes das Volk zu beschützen hat. Aber Du zeigst mir die Königin nicht, Du beschreibst sie:
Zitat:Die Königin der Arattiden war eine starke und eindrucksvolle Persönlichkeit.
Das kann jeder behaupten. Wenn ich dann der Meinung bin, das ist falsch, wird die Figur unglaubwürdig. Zeig mir in ihren Handlungen, dass sie so ist, dann glaube ich es als Leser und Du musst das nicht mit einem einzigen Wort erwähnen. Spannende Charas ergeben sich aus ihren Konflikten, die sie zur Handlung zwingen. Wenn sie stark und eindrucksvoll ist, wird sie anders handeln, als wenn sie schwach und blass ist. Das Bild für den Leser setzt sich erst nach und nach zusammen, er lernt den Chara Stück für Stück im Laufe der Geschichte kennen und entwickelt seine Sympathien dafür oder dagegen.
Amaara Dasheeta und die Bezeichnung Inkaara erinnern mich doch sehr an die Khaleesi von Game of Thrones. Da ich diese Figur absolut nicht mag, hat Deine Inkaara es ein wenig schwerer bei mir Icon_wink Aber ich gebe mir Mühe.
Vom Faustschlag Deiner Königin auf den Tisch bis zum betretenen Schweigen ihres Rates schiebst Du einen endlosen Beschreibungsblock ein, der die Handlung komplett auseinanderreißt. Überlege Dir, ob Du diese Beschreibungen überhaupt brauchst, und wenn ja, an welcher Stelle sie besser eingebaut werden können. Ideal ist immer der Punkt, an dem der Leser neugierig wird - dann liest er auch Beschreibungen gern. Ich selbst habe große Probleme damit und werde es sicher niemals perfekt hinbekommen, aber zumindest muss es gelingen, Spannung zu erzeugen und aufrecht zu erhalten.
Zitat: ... sondern sie hatten darin auch ihre Bedingungen für eine Kapitulation diktiert. Ihre Lage war zunehmend hoffnungslos. Sie waren den zahlenmäßig stark überlegenen Angreifern praktisch ausgeliefert.
Während die Belagerer vor den Toren der Stadt beständig weiter mit Männern und Material beliefert wurden, konnten sie selbst offensichtlich mit keinerlei Hilfe von außerhalb rechnen.
Der erste Satz erzählt mir, was ich schon weiß, ist also überflüssig. Der Rest ist wieder nicht gezeigt, sondern erzählt und ich kann es als Leser glauben oder auch nicht. Natürlich kann man einen Handlungsteil auch mal erzählen, aber hier muss Spannung ersteinmal aufkommen und ich muss die Haupt-Charas kennenlernen, mit denen ich es zu tun habe.
G. Martin hat das in Game of Thrones super gelöst. In "Die Herren von Winterfels" treffen im ersten Kapitel alle wichtigen Charas aufeinander, bevor sie in alle Winde zerstreut werden und die Katastrophe beginnt genau hier mit der Berufung von Ned als rechte Hand des Königs und einer falschen Entscheidung, die Ned und eigentlich eher noch Cathelyn treffen.
Auch die Passage mit dem Schreiber wirkt hier wie aus dem Zusammenhang gerissen und interessiert mich hier noch gar nicht. Du willst mir hier etwas beibringen, so wirkt es, aber es ist in dieser Szene nicht Handlungsrelevant.
Zitat:Nach moderner Kalenderrechnung wäre jetzt der Frühsommer des Jahres 3123 vor Christus angebrochen. Doch hier in dieser Zeit hatte gerade die zweite Jahreszeit im elften Jahr der Regentschaft von Inkaara Amaara Dasheeta begonnen.
??? Ich denke, wir sind 5000 v.u.Z.? Das hier ist ein Datum fast 2000 Jahre später. Hast Du eine Vorstellung davon, was in 2000 Jahren Menschheitsgeschichte alles passiert? Das Reich von Akkad existierte nur ca. 250 Jahre. Von ca. 2300 bis 2050 - und das sind nur sehr ungenaue Schätzungen, weil man es einfach nicht genauer bestimmen kann.
Insgesamt finde ich den Satz überflüssig. Streich den ersten und lass die Infos des zweiten Satzes irgendwo winfließen, wo es die Handlung nicht stört sondern ergänzt.
Zitat:Doch höchstwahrscheinlich konnte dieses Fest, und damit auch der neue Jahresbeginn nicht mehr gefeiert werden, denn das selbstständige Weiterbestehen des arattidischen Königreiches der Berge schien plötzlich trotz aller Erfolge in Frage gestellt zu sein.
Das ist offensichtlich und doppelte Info.
Der nächste Block mit dem Arattidenthron ist wieder Erzählung, die mich nicht in den Handlungsfluss zurückfinden lässt. Langsam vergesse ich als Leser jetzt, was weiter oben schon stand und muss zurückspringen, um mich da reinzufinden.
Zitat:Ein revolutionärer Einfall zu dieser Zeit, denn Stein machte die Gebäude weitaus stabiler. Und alles, was sie für ihre Arbeiten dazu brauchten, waren Seile und scharfkantiger Sand als Schleifmittel. In den Steinbrüchen der Umgebung lag der wahre Reichtum von Aratta. Dazu kamen die unerschöpflichen Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen in den Bergen, und die zentrale Lage als Handelsknotenpunkt zwischen Ost und West.
Belehrung des Erzählers, die eher an ein Geschichtsbuch erinnert als an einen Roman.
Zitat:So versuchte sie nicht ihren doch eher schwachen Verbündeten die Schuld an der gegenwärtigen Lage zu geben, sondern machte sich selber Vorwürfe. Ihre eigene Unfähigkeit, stärker als ihre Feinde zu werden, hatte sie in diese Situation erst gebracht. Sie hatte es nicht geschafft, ihre Armee soweit aufzustocken, wie es nötig gewesen wäre.
Damit waren sie ein viel zu leichtes Ziel für Eroberungsfeldzüge geworden.
Und das ist das Aus für Deine Königin bei mir.
Sie ist nicht stark. Sie ist unfähig. Sie macht sich Vorwürfe.
Zitat:Langsam zog die Königin ihre Faust wieder zurück, ...
Jetzt erst kehrst Du zur Handlung zurück. Und es folgt wieder nur Beschreibung Icon_nosmile

An dieser Stelle werde ich nicht weiter kommentieren. Mir ist das einfach viel zu viel unnötiger Text, Deine Figuren bleiben eindimensional und das wenige an Handlung, das man wahrscheinlich in ungefähr fünf Sätzen zusammenschreiben könnte, überzeugt mich leider nicht. Das gehört alles nicht in einen Prolog. Das ist viel zu lang für einen Prolog. Lies den Prolog von Game of Thrones - Martin zeigt seine Figuren in einem spannenden Konflikt, bringt mir ihre Eigenheiten durch ihre Handlungen und Gedanken nahe und bindet das auch noch in ein Umfeld ein, dass klar und deutlich vor Augen steht - ganz ohne extra Beschreibung.
Deine Story selbst hat nichts mit dem historischen Mesopotamien tun - Du hättest auch eine eigene Fantasywelt nehmen können - das wäre sogar glaubwürdiger. Ich habe übrigens vorher schon in Dein 1. Kapitel reingelesen und das bestärkt mich in dieser Meinung.

Die Kritik klingt jetzt ziemlich hart, aber das letzte, was ich will, ist, dass Du den Spaß an Deiner Geschichte verlierst. Du hast hier eine Menge Phantasie entwickelt, die ich sehr wichtig und positiv finde. Nur die Umsetzung überzeugt mich eben nicht. Aber natürlich ist es Deine Geschichte und Du musst für Dich herausfinden, was Du ändern und was Du lassen willst.
Ich hoffe, ich konnte mit meiner Sicht ein wenig dazu beitragen, Deinen Weg zu finden. cookie

Liebe Grüße von slainte music
Danke, slainte, für Deinen langen Kommentar. So etwas liebe ich, denn je ausführlicher jemand schreibt, desto besser kann ich mich in seine Gedankenwelt einklinken.
Und persönlich nehme ich Kritik niemals, denn wir bleiben hier professionell(wie im Beruf) Icon_smile

So, zunächst einmal bin ich ebenso wahrscheinlich von der Perry Rhodan Heftreihe geprägt wie Du, denn auch ich habe bestimmt an die 2000 Einzelexemplare gelesen, und habe auch noch einige davon nach all der langen Zeit. Ich liebe lange Romanreihen überhaupt, und kenne auch noch andere. Daher kann ich auch mit Kurzgeschichten eher wenig anfangen.

Aber nun zu Deinen Gedanken:

Meine Einleitung soll in Wirklichkeit der Text am Buchrücken sein. Und der Prolog nennt sich deshalb Prolog, weil er ein wenig vorgreift auf das Geschehen im ersten Kapitel. Man könnte ihn natürlich auch als erstes Kapitel ansehen. Der Prolog ist wie ein Filmvorspann.
Und echten Klappentext habe ich noch gar keinen entworfen.

Zitat:Sie ist doch von Göttern angegriffen worden, die ihre Götter vertreiben wollen?
Es greifen bei mir eher keine Götter direkt an. Sie benutzen vor allem Menschen für ihre Zwecke. Daher auch der Untertitel im ersten Kapitel:und Menschen werden zu Schachfiguren
Tatsächlich sind bei dem Angriff auf Aratta überhaupt keine Götter beteiligt. Es ist ein reiner Völkerkonflikt. Warum das so ist, und wo die Götter plötzlich abgeblieben sind, davon berichtet Kapitel 1, welches ja zehn Jahre vor dem Prolog spielt, und den legendären Krieg der Götter beschreibt, in dem die Götter gemeinsam mit den Menschen in den Krieg ziehen.

Zitat: Im südlichen Msopotamien gab es nämlich keine Steinhäuser, nur Ziegelbauten und Schilfhäuser

Dieser Satz kann nur deswegen hier stehen, weil Du zu schnell den Prolog überflogen hast, bzw. die Informationen nicht erkannt hast.
Wir befinden uns hier gar nicht im südlichen Mesopotamien, sondern im Bergland des heutigen Iran, wo es auch tatsächliche Ausgrabungen mit dem Ziel von Aratta gibt, welches antike Schilderungen nach dort gelegen haben muss. Dort beginnt in meiner Geschichte der Steinabbau. Und die ersten geschnittenen Steine wurden auch bereits in das weit entfernte Uruk geliefert, dass natürlich noch hauptsächlich aus Lehmgebäuden besteht. Wird auch genau so beschrieben im Roman.

Zitat:"bereits beschädigte Steinwand" würde ich streichen.
Aratta hat ja bereits ein tagelanges Bombardement hinter sich, daher sind fast alle Gebäude bereits schwer beschädigt...

Zitat:Wieso ist sie am Balken abgerutscht?
Das Gebäude ist bereits eine beschädigte Ruine, da kann so etwas leicht herumliegen.

Zitat:Ganze bleibt farblos und oberflächlich.
Hier musste ich schmunzeln Icon_smile Farblos und oberflächlich ist hier sicher nichts, doch alles der Reihe nach. Wie gesagt, der Prolog ist nur ein kurzer Vorgriff. Alle Fragen werden bereits in Kapitel eins ausführlich beantwortet, denn dort beginnt die Geschichte ja erst. Und zwar 10 Jahre vor den Geschehnissen von Aratta.

Zitat:ich erfahre so nebenbei, dass es der Herrscher von Uruk ist, der angreift
Auch das leider falsch, slainte. Der gegenwärtige Herrscher von Uruk ist hier gerade der noch viel zu junge Königssohn, den wir als Gilgamesh aus der Überlieferung kennen. Das spielt hier während des Angriffes aber keine Rolle. Das wäre eindeutig ein zuviel an Erklärungen. Sein Vater hat einen gewagten Einsatz beim Krieg um Uruk, zehn Jahr zuvor. Siehe wieder Kapitel eins, dem eigentlichen Beginn.

Zitat:Amaara Dasheeta und die Bezeichnung Inkaara erinnern mich doch sehr an die Khaleesi von Game of Thrones. Da ich diese Figur absolut nicht mag, hat Deine Inkaara es ein wenig schwerer bei mir Icon_wink Aber ich gebe mir Mühe.
Hier gibt es tatsächlich Ähnlichkeiten, obwohl ich die Khaleesi erst kennengelernt hatte, als ich meinen Königincharakter schon fertig hatte. Ich beschäftige mich ja mit der Geschichte schon fast vier Jahre. Das hier ist die vierte und vorläufige Endfassung, die ich mit Euch gemeinsam gestalten möchte.
Und der Begriff Inkaara hat mit einem Volk zu tun, dass wir heute aus einem ganz anderen Land kennen...
Amaara Dasheeta wird erst in Kapitel zwei so richtig aktiv, weil das die Fortsetzung des Prologes dann ist.

Zitat:??? Ich denke, wir sind 5000 v.u.Z.?
Du vergisst in einer oberflächlich angestellten Rechnung leider, dass wir heute das Jahr 2015 nach Christus schreiben! Der Überfall auf Aratta passiert im Jahre 3123 vor Christus! Somit sind wir sogar über 5100 Jahre von den Geschehnissen in Aratta entfernt. Der Reiz von historischen Romanen liegt in der genauen Betrachtung von unterschiedlichen Zeitrechnungen. Ein Denkfehler führt hier sofort in völlig falsche Zeitepochen.
3123 Jahre vor Christus plus 2015 Jahre nach Christus = 5138 Jahre Zeitdifferenz!
So lange ist das schon her...

Zitat:Sie ist nicht stark. Sie ist unfähig. Sie macht sich Vorwürfe.
Hier meinst Du Die Königin des unterlegenen Aratta. Es ist leicht, immer aus der Position des Überlegenen heraus agieren zu können, richtig interessant wird es hingegen erst, wenn man auf der Verliererseite startet, mit dem Ziel zu gewinnen. Genau das sind die richtig großen Themen von Geschichten, in der Fiktion genau wie im echten Leben.

Zitat:Die Kritik klingt jetzt ziemlich hart,
Ich finde Deine Kritik überhaupt nicht hart, sie zeugt eben nur davon, dass Du Dich nicht richtig eingelesen hast, und daher oberflächlich in der Kritik bleibst Icon_smile
Und ich hoffe das klingt jetzt nicht zu hart, aber das ist nur zu offensichtlich für mich. Bedenke, dies hier ist eben keine Kurzgeschichte, sondern etwas viel tiefgründigeres. Nur wer bereit ist, sich tatsächlich mit den Rätseln der vergangenen Welt zu beschäftigen, kann hier alles für sich herausholen. Von ein paar Sätzen weg alles zu beurteilen ist leicht möglich, doch nicht objektiv.
In dem Sinne hoffe ich auf Deine Antwort, denn es ist mir immer eine besondere Freude, mit jemandem zu diskutieren, der sich ebenfalls mit der menschlichen Geschichte beschäftigt. Und wenn die Gedankenwege verschieden sind - umso besser Icon_smile

Dank Deiner wertvollen Kritik habe ich mich dazu entschlossen, bei jeder Fortsetzung am Anfang drei Zeilen über Ort, Zeit und Handlung der jeweiligen Geschehnisse einzufügen. Ich hoffe das dient der Übersicht, denn man kann natürlich nicht erwarten, das bei einer so langen Fortsetzungs-Geschichte jeder Leser sofort den ganzen Handlungsrahmen erkennt.

lg El Lobo
So, dann komme ich auch mal vorbei geschneit. Ich habe den Prolog und das erste Kapitel schon gelesen. Einiges gefällt mir, anderes gefällt mir wiederum nicht.

Überblicksmäßig sehe ich folgende Probleme:
- die Beschreibung von Emotionen
- die Trennung in wichtige und unwichtige Hintergrundfakten beim Worldbuilding
- allgemeine Logikprobleme

Ich werde alle hier mal der Reihe nach ansprechen. Fangen wir einfach mal von vorne an:

Ich finde eigentlich rein konzeptionell sehr gut, wie der Prolog startet. Eine menschliche Tragödie ist ein guter Einstieg, um das Grauen des Krieges zu verdeutlichen und sofort Sympathie für die belagerte Stadt zu wecken.

ABER. In dem Absatz kommt ehrlich gesagt wenig Mitleid für die kleine Familie auf, weil die Emotionen der Beteiligten kaum beschrieben werden, und wenn, dann nur oberflächlich. Du schreibst zum Beispiel:

Zitat:Hastig wollte sich die Frau wieder erheben, doch ein brennender Schmerz ließ sie hinunter auf ihr Bein blicken. Sie war am Balken abgerutscht und hatte sich den Knöchel verletzt. Polternde Geräusche ließen sie nach oben blicken. Die Wand brach gerade zusammen, und ein Regen aus Steinen kam herab. [...] Sie sah noch wie ihr Sohn sich umdrehte und hoffentlich auch aus der Gefahrenzone entkam.

Das ist eine sehr gefasste, rationale Beschreibung dafür, dass sie mit ihren Kindern in einem einstürzenden Haus ist und gerade um ihr Überleben kämpft. Zudem führt der Adrenalinstoß bei einem derartigen Ereignis dazu, dass leichte Verletzungen einfach ignoriert werden. Die Frau würde mit einem simpel gezerrten oder gebrochenen Knöcheln in Todesangst weiterlaufen, es sei denn, sie wird schon teilweise verschüttet. Genauso rational reagiert der Junge - ich meine, das ist seine MUTTER, die da im einstürzenden Haus liegt, und wenn sie nicht bewusstlos oder halb tot und verschüttet wäre, würde er vermutlich bei ihr bleiben, sie mit sich ziehen und ganz nebenbei Rotz und Wasser heulen. Nichts davon kommt aber in diesem Text rüber. Schlimmer noch, es geht weiter mit:

Zitat:Die Kinder hatten es gerade noch geschafft. Fassungslos mussten sie mitansehen wie ihre geliebte Mutter unter der zusammenbrechenden Steinruine begraben wurde.

Die zwei Buben hielten genau wie alle anderen Menschen verängstigt und erschöpft ihren Atem an. Ihre Blicke suchten den bewölkten Nachthimmel nach Anzeichen eines weiteren Brockens ab, der wieder in ihre Häuser krachen würde, doch es kam nichts mehr dergleichen.

Das klingt absolut klinisch und dem Emotionsspektrum eines Kindes überhaupt nicht angemessen, zumal den Kindern vermutlich weder bekannt noch wichtig wäre, dass das Bombardement gerade geendet hat - sie haben gerade ihre MUTTER verloren, der wichtigste Bezugspunkt in ihrem jungen Leben.

Zitat:Eine weitere Wolke aus Staub und Rauch stieg in den nächtlichen Himmel auf, und verdunkelte den zunehmenden Mond über der Stadt, die einst eine stolze Königsresidenz gewesen war.

Das wäre eigentlich eine prima Gelegenheit gewesen, Aufbau und Aussehen der Stadt einzubringen und gleichzeitig eine kurze Übersicht über das Ausmaß der Zerstörung zu geben.

Zitat:Ein einziger Rundblick reichte aus um festzustellen, dass der Konflikt bereits verloren war. Praktisch alle Straßen und Gassen waren von Trümmern und Leichen übersät.
Stammen die Leichen alle aus dem einen Bombardement? Weil dann frage ich mich, wie lange es gedauert hat und wie viele Felsbrocken über die Mauer geschleudert wurden, und wie es kommt dass dann noch Leute am Leben sind, die sich freuen können. Leichen lässt man sonst nämlich nicht einfach in den Straßen liegen, die schiere Anzahl erscheint hier too much.

Zitat:Wenn jetzt der letzte Sturmangriff mit Leitern erfolgen würde, wäre das Ende der Stadt mit all ihren noch verbliebenen Bewohnern besiegelt, denn die wenigen aktiven Verteidiger würden dabei einfach überrannt werden.

Der letzte Satzteil ergibt sich eigentlich von selbst, den kannst du weglassen. "Wenn jetzt der letzte Sturmangriff mit Leitern erfolgen würde, wäre das Ende der Stadt mit all ihren noch verbliebenen Bewohnern besiegelt."

Zitat:Das wusste man auch im Kriegsraum der königlichen Residenz, die wegen ihrer zentralen Lage auf einem Hügel außerhalb der Reichweite der feindlichen Katapulte war.

Erstens würde ich hier einen komplett neuen Absatz machen, und zweitens klingt Kriegsraum verdächtig wie ein Hobbyraum. Vllt. lieber Ratssaal?

Zitat:Die Stimmung hinter den erleuchteten Rundbogenfenstern des Palastes war getrübt, und doch auch gleichzeitig aufgrund von allgemeinem Schlafmangel äußerst gereizt.

"und doch auch gleichzeitig aufgrund" liest sich furchtbar, und "getrübte Stimmung" klingt eher so als wäre der Kuchen angebrannt und nicht, als würde man gerade in Grund und Boden gebombt. Außerdem erwähnst du erst, wie die Stimmung ist und dann, wer eigentlich überhaupt gemeint ist, was ich von der Reihenfolge her ungünstig finde. Wie wäre es mit:

Zitat:Hinter den erleuchteten Rundbogenfenstern des Palastes tagte der Kriegsrat seit Tagen permanent, um die Verteidigung der Stadt zu koordinieren. Die Stimmung war am Tiefpunkt, und der Schlafmangel führte bei allen Beteiligten zu äußerster Reizbarkeit.

Zitat:„Nein, diese Bedingungen sind völlig inakzeptabel! Darüber brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, denn das wäre gleichbedeutend mit dem Ende unseres Volkes!“

Eventuell würde es hier Sinn machen, die Wut der Königin weiter zu verdeutlichen, indem man schon einen oder zwei Punkte anführt, die ihr aus der Liste der Kapitulationsbedingungen besonders aufstoßen. Das macht ihre Wut von Anfang an konkreter und nachvollziehbarer.

Außerdem, nein, so wie ich die Bedingungen sehe, wäre das nicht das Ende ihres Volkes, sondern das Ende ihrer Autonomität. Es ist ein Unterschied, ob die Kapitulation beinhaltet alle abzuschlachten, oder doch eher, sich zu unterwerfen und wirtschaftlich abhängig zu werden.

Die Liste der Kapitulationsbedingungen würde ich unbedingt entweder

a) fancy aufbereiten als durchnumerierte Liste und offizielles Schreiben
ODER
b) Fließtext, der die Bedingungen sinnvoll zusammenfasst.

So wie sie jetzt ist liest sich das eher wie eine Einkaufsliste, zumal Punkte wie
- Öffnen der Stadttore.
- Übergabe aller Waffen.

völlig konkret sind, während

- Tributzahlungen in noch festzulegender Höhe.

völlig schwammig ist.

Ansonsten sprichst du hier vom

Zitat: Absetzung der arattidischen Herrscherkaste.

aber das wird später mit keinem Wort mehr erwähnt, es geht später ausschließlich um die Königin und ihren bevorstehenden Tod. Zudem ist eine Kaste ein sehr spezielles soziales Konstrukt, passt es hier wirklich?

Zitat:Amaara Dasheeta, die Königin der ersten Arattidenallianz, war während der erregten Diskussion um die nächsten Schritte erzürnt aufgesprungen und hatte mit ihrer rechten Faust so kräftig auf den Beratungstisch in ihrer königlichen Residenz geschlagen, dass die Getränke in den Zinnkrügen in heftige Bewegung gerieten, was sehr gut im Licht der unzähligen Kerzen zu erkennen war.

Dieser Satz ist einfach all over the place. Erst einmal ist ein Schlag auf den Tisch nur dann wirkungsvoll, wenn wir wissen, zu welcher Aussage er dazu gehört. Sollte es sich um den vorherigen handeln, den wir als wörtliche Rede lesen durften, ist er vom Textaufbau viel zu weit weg.

Dann hast du einen konkreten, nachvollziehbaren Ausdruck von Wut und baust ihn dann derartig mit sinnlosen Informationen zu, dass die ganze Prägnanz des Augenblicks schwindet. Die Königin haut gerade wütend mit der Faust auf den Tisch!!! Wen interessiert denn, worum sich die Diskussion gerade konkret dreht (das kann in einen späteren Nebensatz), ob sie mit links oder rechts zuschlägt, was in den Krügen ist oder ob man erkennen kann, wie die Suppe drin rumschwappt? Außerdem WISSEN wir, dass sie in der königlichen Residenz ist, auf welchen Tisch sollte sie sonst schlagen? Auf den Spieltisch ihrer minderjährigen Großcousine Brunhilde? Außerdem wäre gut zu wissen, wie die Anwesenden konkret darauf reagieren.

Zitat:„Nein, diese Bedingungen sind völlig inakzeptabel! Darüber brauchen wir nicht weiter zu diskutieren, denn das wäre gleichbedeutend mit dem Ende unseres Volkes!“
Amaara Dasheeta, die Königin der ersten Arattidenallianz, war während der erregten Diskussion erzürnt aufgesprungen und hatte ihre Faust so heftig auf den Beratungstisch geschmettert, dass die Tischplatte bebte. Ihre Berater, bisher eingeschläfert vom trüben Schein der Kerzen, zuckten heftig zurück.

Zitat:Die Königin der Arattiden war eine starke und eindrucksvolle Persönlichkeit. Sie trug ihre langen blonden Haare als rückwärtigen geflochtenen Zopf. Viele Mitglieder ihres Volkes zeichneten sich durch eine blonde Haarfarbe und einen helleren Hautton aus, und unterschieden sich dadurch rein äußerlich sowohl von den Völkern im Osten, als auch von den Bewohnern der westlichen Tiefebene der zwei Flüsse. Auf ihrem Kopf trug sie eine zierliche goldene Krone, und auch ihre grünlich schillernde Robe war reichlich mit Goldmustern bestickt. Außerdem trug sie einen aus Goldfäden gesponnenen Umhang, unter dem sie stets zwei Nahkampfwaffen mit sich führte.

Wenn du die Königin hier als stark und eindrucksvoll bezeichnen willst, solltest du auch starke und eindrucksvolle Adjektive wählen und beschreiben, welchen Eindruck sie auf andere macht. Wirkt sie gütig, weise, erfahren? Ist sie groß, muskulös und durch ihre Statur einschüchternd? Ist ihr Haar besonders lang und kräftig, hat sie mächtige Magie? Wie sind ihre Waffen beschaffen, sind sie etwas Besonderes? Das wäre wichtiger, als zu erklären, dass ihre Haarfarbe im Grunde völlig gewöhnlich ist, was eher den Eindruck erweckt, dass sie nicht so stark und eindrucksvoll sein kann.

Zitat:Einer der militärischen Berater der Königin versuchte die wesentlichen Punkte dieser Besprechung auf seinen weichen Tontafeln festzuhalten. Hektisch kritzelte er seine gekreuzten Linien in das weiche Material. Innerlich atmete er jetzt auf, denn dank der plötzlichen Gesprächspause konnte er in relativer Ruhe seinen Bericht weiter verfassen, ohne ständig auf alle möglichen Zwischenrufe hören zu müssen. Seine Tafeln waren stets eine wichtige Stütze für die Königin, die erst dadurch im Nachhinein die Möglichkeit erhielt bestimmte Punkte näher zu überdenken, die sonst während den Diskussionen einfach untergegangen wären.

Das ist zwar schön, aber für die Debatte gerade so gar nicht relevant. Was haben wir jetzt akut davon, dass uns der Schreiber hier so vorgestellt wird? Erfüllt er einen Zweck für den Plot? Nein. Gibt er uns wichtige Informationen, ohne die wir den Handlungsverlauf überhaupt nicht verstehen würden? Nein.

Mein Tipp - lass den Schreiber raus, der interessiert nicht. All die Infos, die er erklärt, kannst du gekürzt der Königin unterschieben - sie ist wütend, und ihr ist bewusst, wie wertvoll und wichtig ihr Königreich ist, darüber kann sie ausgiebig entweder still oder auch laut monologisieren. Ein "Gottverdammt, wir sind eine wunderbare Nation, wir dürfen nicht untergehen, fuck yeah Arattiden 4 ever!"-Ausbruch wäre spannender und würde sie uns näher bringen.

Zitat:So versuchte sie nicht ihren doch eher schwachen Verbündeten die Schuld an der gegenwärtigen Lage zu geben, sondern machte sich selber Vorwürfe. Ihre eigene Unfähigkeit, stärker als ihre Feinde zu werden, hatte sie in diese Situation erst gebracht. Sie hatte es nicht geschafft, ihre Armee soweit aufzustocken, wie es nötig gewesen wäre.

Um mal einer anderen Kritik zu widersprechen, ich finde nicht, dass sie das schwach macht. Sie betrachtet realistisch, dass ihre Bemühungen die Armee zu verstärken nicht effektiv genug war. Es wäre nur wichtig, dass sie das auch begründen kann, um nicht unfähig dazustehen. Schwach und unfähig sind imo zwei Dinge - schwach wäre, den Kopf in den Sand zu stecken und nichts zu tun oder die Bedrohung wegzudiskutieren. Unfähig wäre, die simpelsten Aufgaben nicht gebacken zu kriegen. Sie kann hier ruhig begründen, warum der Aufbau der Armee einfach nicht schnell genug ging, dafür gibt es genug plausible Gründe.

Die Kampfkatze empfinde ich an der Stelle auch nicht als gute Idee. Es ist in Ordnung, wenn sie mit herum liegt, aber sie in die Handlung eingreifen zu lassen ist wieder nur eine Verzögerung. Übrigens wäre es super eine verdammt riesige Kampfkatze zu erwähnen, wenn es darum geht, wie beeindruckend und stark die Königin ist. An der Stelle wäre nämlich die Erwähnung, dass sie ein fucking riesiges Raubtier neben sich liegen hat, das sie abwesend streichelnd wie einen kleinen Wauwau, ziemlich einschüchternd und Respekt gebietend. Wenn sie ihr Haustier wiederum zurechtweisen muss, wenn es wahllos knurrt, erscheint das nur als hätte sie das Tier nicht unter Kontrolle.

Zitat:Schließlich setzte sich einer der jungen Gruppenführer der arattidischen Armee, und trank demonstrativ einen Schluck Wasser.
Und auch der ebenfalls anwesende Sohn des akkadischen Händlers schloss sich ihm an.
Sein Vater und andere Anwesende blieben stehen.

Wenn man demonstrativ Wasser trinkt, sollte man schon wissen, was man damit demonstrieren will. Ich kann hier auch demonstrativ Lambada tanzen, aber was das soll weiß trotzdem niemand. Solche Sätze sind irrelevant, wenn überhaupt nicht klar wird, was das Aufstehen oder hinsetzen der Leute für eine Relevanz hat. Wenn jemand demonstrativ die Arme verschränkt, zeigt er Abwehr, wenn jemand demonstrativ aus dem Raum rennt, hat er die Schnauze voll. Wenn jemand demonstrativ Wasser trinkt... war er sehr durstig?

Zitat:Nuh-Achs Blick wurde finster, aber er wurde einer Antwort enthoben, denn in diesem Moment erklang das Geräusch sich nähernder Schritte draußen auf dem Gang. Es war das Geräusch vieler Männer in festem Schuhwerk.

Bei solchen Sätzen frage ich mich immer: Statt was? Viele Männer mit festem Schuhwerk sind keine Besonderheit, wenn nicht normalerweise wenige Männer in Socken durch den Gang laufen, aber wenn, dann wüssten wir das nicht. Du machst hier etwas besonderes aus der tatsache, dass es viele Männer in festen Schuhen sind ohne uns zu erklären, warum es etwas besonderes ist. Oder du willst einfach nur andeuten, dass sehr viele Männer kommen, aber dann interessiert mich ihr Schuhwerk nicht.

Zitat:Das Doppeltor schwang auf und gab die Elitekämpfer des Arattidenreiches frei.

Um jemand freizugeben, muss er vorher eingesperrt gewesen sein.

Zitat:Das Doppeltor schwang auf und die Elitekämpfer des Arattidenreiches traten hindurch.

Zitat:In Wirklichkeit hieß der Kämpfer mit dem weißen Haar Taarokot Akaatem, doch alle nannten ihn nur den Silberlöwen.
Er stand bereits seit über 10 Jahren in den Diensten der Arattiden, zu denen er einst übergelaufen war. Schon unter Königin Dasheetas Vater hatte er hier gedient. Mittlerweile war er der oberste Heerführer der arattidischen Streitkräfte. Vor den Mauern der Stadt stand sein früheres Volk, denn zuvor war er dort ein urukidischer Heerführer gewesen, der sich geweigert hatte sinnlose Tötungen an Zivilisten durchzuführen, und daher in Ungnade gefallen war.

Zitat:„Wer ist das? Kennst Du diesen Mann, Vater? “
Nuh-Ach antwortete genauso leise.
„Das ist Taarokot Akaatem, seit zwei Jahren oberster Heerführer der Arattiden. Man nennt ihn den Silberlöwen, weil er einmal nur mit einem Dolch bewaffnet einen dieser riesigen seltenen Berglöwen getötet hat. Der Name ist irgendwie an ihm hängen geblieben.

Hier hast du die Erklärung unnötig doppelt gemoppelt. Jede Variante an sich ist legitim, aber die Narration muss uns nicht zweimal erklären, wer Taarokot ist.

Zitat:Die verantwortlichen Leute der Stadt schienen die Spannung zu spüren die plötzlich in der Luft lag, denn wortlos räumten sie ihre Plätze, wichen zur Seite hin aus und machten somit Platz für die Krieger der Königin.

Das impliziert, dass sie vorher im Raum standen, obwohl einige Absätze davor noch alle an einem Tisch saßen oder standen und sich explizit setzten. Was denn nun?

Zitat:Der Silberlöwe kam erst ganz knapp vor dem Beratungstisch zum Stehen, knapp dahinter gruppierten sich seine Männer

Zweimal knapp.

Zitat:Es war eine beeindruckende Phalanx aus rot gekleideten Männern in bronzenen Teilrüstungen. Sie trugen immer noch ihre Helme und orientierten sich damit an ihrem charismatischen Anführer.

Auch deren Erscheinung hast du schonmal beschrieben, als sie herein gekommen sind, kombiniere das lieber zu einer Beschreibung. Ihre Formation wiederum ist neu, da sie sich eben erst so postiert haben und passt.

Taarokots Auftreten ist hier sehr prägnant, das gefällt mir gut. Er ist ein guter Kontrast zum Händler.

Zitat:Der weißhaarige Heerführer ließ unter lautem Getöse seinen Schild auf den Boden fallen und griff langsam – viel zu langsam wie es schien – nach seinem mächtigen Schwert mit der geschwungenen und beidseitig geschärften Schlangenklinge, und zog es mit einem schabendem Geräusch aus seiner Hülle heraus.

Diese "Hülle" nennt man eine Schwertscheide Icon_wink

Zitat:Während der gesamten Aktion ließ er keinen Sekundenbruchteil den Händler aus den Augen, der es gewagt hatte ihn vor allen Anwesenden derart anzugreifen.

Besser: Währenddessen ließ er den Händler keinen Sekundenbruchteil aus den Augen. "Diese Aktion" klingt als würde er irgendetwas Ulkiges tun, zum Beispiel seinen Namen tanzen.

Die Konfrontation könnte man etwas eindampfen, um die Spannung zu stärken, aber die Szene ist gut.

Zitat:Sofort aufhören damit! Alle beide. Taarokot, hinunter mit dem Schwert.

In dem Falle eher "Steck das Schwert weg" oder "Lass das Schwert fallen", hinunter passt hier nicht.

Fazit: Die Handlung ist bis hierhin auf jeden Fall gut gestrickt und der reine Aufbau der Spannung, der Konflikte und des Kapitels passen. Alle Charaktere sind bisher prägnant und unterscheidbar. Das größte Problem sind wirklich Logiklücken in den Detailbeschreibungen und die allgemeine Formulierung. Es ist oft zu viel beschrieben oder es werden Details beschrieben, die die Handlung nicht weiter bringen. Und wie gesagt, der Einstieg ist von der emotionalen Reaktion weder mitreißend noch einfühlsam.

Den Rest des Prologs kommentiere ich dann heute Abend.

lg Pain
Hallo El Lobo,

na, das ist auch eine Art und Weise, mit Kritik umzugehen, aber leider nehme ich mir dafür dann keine Zeit mehr. Ich habe gestern mehr als drei Stunden damit verbracht, Deinen 1. Teil des Prologs aufzuarbeiten und ich lasse mir nicht unterstellen, dass meine Kommentare oberflächlich sind.
Du hast recht, ich habe mich mit der Zeitrechnung vertan, ich habe irgendwie im Kopf gehabt, dass Du 5000 v.Chr. geschrieben hast, sorry.
Zitat:Aber nun zu Deinen Gedanken:

Meine Einleitung soll in Wirklichkeit der Text am Buchrücken sein. Und der Prolog nennt sich deshalb Prolog, weil er ein wenig vorgreift auf das Geschehen im ersten Kapitel. Man könnte ihn natürlich auch als erstes Kapitel ansehen. Der Prolog ist wie ein Filmvorspann.
Und echten Klappentext habe ich noch gar keinen entworfen.
Nenne es Klappentext oder Buchrücken, inhaltlich wird es dadurch nicht besser.
Zitat: Im südlichen Mesopotamien gab es nämlich keine Steinhäuser, nur Ziegelbauten und Schilfhäuser

Dieser Satz kann nur deswegen hier stehen, weil Du zu schnell den Prolog überflogen hast, bzw. die Informationen nicht erkannt hast.
Nein, sondern weil ich von Anfang an zeilenweise kommentiert habe, ohne zunächst den gesamten Text zu lesen. Es wurde mir später schon klar, als Arratta erwähnt wurde, aber ich habe das nicht extra nochmal geändert. Das war ja auch eine Frage und keine Kritik.

Zitat:Wie gesagt, der Prolog ist nur ein kurzer Vorgriff. Alle Fragen werden bereits in Kapitel eins ausführlich beantwortet, denn dort beginnt die Geschichte ja erst. Und zwar 10 Jahre vor den Geschehnissen von Aratta.
Dein kurzer Vorgriff ist ungeheuer lang. Indem Du überhaupt nicht auf wesentliche Punkte meiner Kritik eingehst, wie z.B. die durch unendlich überfrachteten Infodump auseinandergerissene Handlung, die Möglichkeit, Dinge zu zeigen, anstatt sie zu erzählen, die unwichtigen Einschübe, die nichts mit der aktuellen Handlung zu tun haben, zeigst Du mir, dass Du nicht bereit dazu bist.
Tut mir leid, ich rede den Leuten nicht nach dem Mund.
Ich wünsche Dir viel Spaß weiterhin beim Schreiben.

slainte
Hallo slainte,

Jeder kann sich mit den Zeiten irren, aber damit hast Du mich auf die Idee mit den jeweiligen drei Anfangszeilen gebracht, und dafür danke ich Dir sehr.

Zitat:Tut mir leid, ich rede den Leuten nicht nach dem Mund.
Ja, mir tut Deine Einstellung dann auch leid. Es wird immer wieder Leute geben, die sich nicht selber kritisieren oder berichtigen lassen wollen, aber das sehr gerne mit anderen tun. Nur ein ständiger gemeinsamer Dialog kann für beide Seiten wirklich zielführend sein.

Zitat:Ich habe gestern mehr als drei Stunden damit verbracht, Deinen 1. Teil des Prologs aufzuarbeiten
Das lasse ich dann mal so stehen...

Ich wünsche Dir auch weiterhin viel Spaß beim Schreiben.
lg El Lobo



Hallo Pain,

Zitat:So, dann komme ich auch mal vorbei geschneit.

Darüber freue ich mich aber sehr, Pain Icon_smile

Zitat:Stammen die Leichen alle aus dem einen Bombardement?
Das Bombardement dauert schon Tage lang an. Zeit um Leichen zu entfernen kann man sich kaum dabei nehmen.
Und Du hast recht, auf die Emotionen könnte ich noch genauer eingehen. Das war vielleicht wirklich zu schnell beschrieben und werde ich daher überarbeiten. Danke für den Input Icon_smile

Zitat:und zweitens klingt Kriegsraum verdächtig wie ein Hobbyraum. Vllt. lieber Ratssaal?
Auch das ein guter Einwand. Jetzt da es so genau erwähnt wird, gefällt mir auch der Ausdruck Kriegsraum nicht mehr, da genau betrachtet diese Stadt noch keinen anderen Großkonflikt gehabt hat, und auch nicht kriegerisch veranlagt ist...

Den Unterschied zwischen schwach und unfähig muss ich wirklich besser herausarbeiten. Die Königin darf auf keinen Fall unfähig wirken. Da gebe ich Dir vollkommen recht Icon_smile

Du hast hier sehr konzentriert mitgedacht. Damit kann ich etwas anfangen. Ich werde mich sofort über Deine konkreten Vorschläge hermachen Icon_smile
Danke und bis später.

El Lobo
Zitat:Das Bombardement dauert schon Tage lang an. Zeit um Leichen zu entfernen kann man sich kaum dabei nehmen.

Hm, aber wäre das nicht im Interesse der Überlebenden? Es gibt zwei Gründe weswegen ich das anzweifle, der erste natürlich, dass die Angehörigen der Leichen nicht zulassen würden, das diese einfach auf der Straße liegen bleiben - das ist kein würdiges Begräbnis und da ist auch keine Chance zu trauern, wenn die Leiche einfach liegen bleibt.

Dann ist da natürlich noch das nicht unerhebliche Problem der Seuchenkontrolle - Leichen sind ein enormes Gesundheitsrisiko. Es läge zumindest im Interesse der Leute, die Leichen auf Haufen zu sammeln oder zu verbrennen. Wenn ich richtig verstanden habe, befinden wir uns auch in einem warmen Klima, entsprechend würde die Verwesung vermutlich schnell voran schreiten.

Zudem denke ich, dass du dich dem Thema zusammen mit einem Ausbau der Situation in der Innenstadt so widmen könntest, dass man ein gutes Bild davon kriegt, wie die Lage für die Mehrheit der Zivilisten aussieht. Beim Lesen fand ich es sehr schade, dass davon so gar kein Bild entsteht - die Leute sind natürlich froh über den kurzen Waffenstillstand, aber wie geht es ihnen sonst?

Zitat:Auch das ein guter Einwand. Jetzt da es so genau erwähnt wird, gefällt mir auch der Ausdruck Kriegsraum nicht mehr, da genau betrachtet diese Stadt noch keinen anderen Großkonflikt gehabt hat, und auch nicht kriegerisch veranlagt ist...
Jap, das fiel mir auch auf. Natürlich könnte er einfach prinzipiell da sein, um Stärke zu demonstrieren, aber selbst dann wäre "Halle des Krieges" oder eine ähnliche Bezeichnung vermutlich passender.

lg Pain
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