Literatopia

Normale Version: Wie beginne ich eine Geschichte? Planlos zum Ziel...
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Viele von Euch haben sich diese so wichtige Frage sicherlich bereits gestellt, vielleicht sogar schon mehrfach.
Ich habe zwar noch kein Buch veröffentlicht, und daher auch noch keinen bekannten Namen, aber ich schreibe schon sehr viele Jahre. Erst waren es Kurzgeschichten, dann immer längere, und jetzt ist gerade meine Längste dran Icon_smile

So, lange Rede kurzer Sinn : Es gibt jede Menge Erklärungen darüber, warum diese oder jene Methode besser sein sollte. Das Internet ist voll von scheinbar sicheren Methoden, um zu einer guten Story zu gelangen.

Doch ich wage zu behaupten, dass es all diesen Methoden an einem wesentlichen Faktor fehlt: Der Freiheit!
Immer wieder lese ich das alles mit einer guten Planung beginnt, doch ich sage Euch: Das ist Quatsch! Wozu sich selber in ein Korsett zwängen?
Klar, viele Autoren kommen mit einer guten Planung zu einer Geschichte. Das ist sicher möglich. Doch wer vor dieser langen und detaillierten Planungsarbeit zurück schreckt, kann das auch einfach weglassen!
Probiert einmal meine Methode, ich nenne sie einmal El Lobo- oder einfach Discovery-Methode:
Alles was Ihr dafür braucht ist eine ungefähre Vorstellung davon, in welcher Zeit und an welchem Ort Eure Geschichte spielen soll. Ihr braucht Euch nicht einmal den Kopf über die einzelnen Protagonisten zerbrechen. Eine einzige Person reicht schon. Ihre Persönlichkeit erarbeitet ihr beim Schreiben so nebenher.
Spielt einfach diese Person. Werft sie in ein Geschehen, das Euch gefällt, stellt Euch vor, Ihr seid diese Person, und lebt danach! Fertig ist die Planung, und es geht schon los ans Schreiben.
Seid ihr Mann, Frau, Kind, Fantasywesen? Denkt Euch Eure Fähigkeiten aus. Spielt mit verschiedenen Möglichkeiten. Ob ihr kräftig seid, könnt ihr Euch überlegen, wenn ihr Kraft braucht. Ob und wie ihr kämpfen könnt ergibt sich aus einer spontanen Kampfszene, bei der ihr Euch einen Gegner überlegen könnt.
Nicht vorher, erst genau bei dieser Szene!
Wenn Ihr Euch so langsam und spielerisch Eure eigene Welt erschließt, dann erschafft ihr ohne vorher viel zu überlegen eine neue faszinierende Geschichte einfach so nebenher aus dem Handgelenk.
Notiert Euch während des Schreibens der Geschichte die Namen und Orte auf, die Euch einfallen. Planung während des Schreibens! Wenn sie Euch nicht mehr gefallen, ändert Ihr sie einfach später wieder. Erlebt mit Eurer Person oder Euren Personen die Geschichte hautnah. Dazu braucht man nur ein wenig Vorstellungsvermögen.
Und jetzt schreibt einfach mal so ein paar Seiten. Dann lest Euch die Seiten wieder durch, und ändert was Euch daran nicht gefällt.
Auf diese Art können Szenarien und Abenteuer entstehen, an die man vorher nicht einmal denken könnte, eben weil sie sich erst aus den Aktionen der Protagonisten ergeben.
Am Anfang weiß ich nie genau worüber ich schreibe, doch mit jeder Seite ergibt sich ein genaueres Bild. Und mit jeder Überarbeitung konkretisiert sich das Bild und das Abenteuer ganz von selbst.
Und das wichtigste an dieser Methode : Sie macht ungeheuren Spaß! Diese Art umgeht das Planungsstadium am Beginn zur Gänze.
Man kann schwer etwas planen, von dem man keine Ahnung hat. Aber wenn man sich einfach in eine Figur hineinversetzt, und versucht mit deren Augen die Umgebung zu sehen, dann ergibt sich praktisch alles von selbst Icon_smile
Jahrelang ausprobiert, immer wieder das gleiche Vergnügen.
Daher mein Rat :
Planung nein Danke!
Einfach Schreiben ja Bitte
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Und die Inhaltsangabe kommt erst viel später dran, wenn man weiß worum es geht. Und wahrscheinlich muss man sie auch noch mehrmals ändern. Das ist das schöne daran : Es gibt kein Planungskorsett, nach dem man sich zu richten hat!

Was denkt Ihr davon? Ein kompletter Spinner, oder doch nachahmenswert? Icon_smile Icon_smile
Machen wir Amateure das nicht (fast) alle so? Geschichten entstehen beim Tagträumen und irgendwann schreibt man die ersten paar Seiten auf. Dann träumt man weiter, bis man den nächsten Abschnitt aufschreibt. Zumindest ging ich bisher davon aus, dass die meisten Amateure auch so schreiben.

Klar kann man eine Geschichte am Reißbrett zuende planen und dann erst ausformulieren, so wie man auch Sachbücher oder Fachartikel schreibt. Wenn man ein mainstream-kompatibles "Konsumprodukt" konstruieren und später verkaufen will, ist das sicher ein effizientes Produktionsverfahren. Oder wenn die Geschichte im Kopf schon vor dem Schreiben viel zu komplex geworden ist, um sie noch sequentiell zu notieren. Oder wenn man ein Rätsel aufbaut, das bis zum Schluss logisch schlüssig sein muss.

Für mich persönlich würde das jedoch in reine Arbeit ausarten. Das Gerüst aufzubauen wäre noch spannend. Bis ich den Inhalt komplett kenne. Das Ausformulieren wäre dann langweilig. Deshalb schreibe ich längere Geschichten folgendermaßen:

  1. Grundidee und erste Szenen im Kopf wachsen lassen. Auf "verbalen Moment" warten, erste Szene runterschreiben.
  2. Irgendwas völlig anderes machen, die nächsten Szenen entstehen von alleine im Hinterkopf.
  3. Abends die Handlungsstränge in Stichworten notieren.
  4. Falls Sprachzentrum im Kopf gerade hyperaktiv, die eine oder andere Szene aus dem Stichwort-Skript runterschreiben.
  5. Weiter bei (2), bis alle Handlungsfäden zusammen passen.
  6. Die bisher gesammelten Fäden und Szenen mit Fließtext verketten.
  7. Weiter bei (2)
Das heißt, ich führe immer mehrere Textdateien:
  1. das Stichwort-Skript mit dem bisher grob geplanten Handlungsablauf
  2. den vorerst fertigen Text
  3. für jeden Protagonisten eine Datei mit seinen bisher notierten Szenen und Roh-Dialogen.

Wenn im Stichwort-Skript alle Zeilen grau abgeblendet (für "bereits in Fließtext aufgegangen") sind, steckt die Geschichte entweder in einer Sackgasse oder ist fertig.

Dieses Vorgehen macht mir riesigen Spaß, besteht vor allem aus Tagträumerei und erlaubt trotzdem eine gewisse Komplexität. Denn soweit ich gerade vorausplane, sammle ich die Szenen asynchron und bringe sie erst in eine Reihenfolge, wenn ich einen chronologisch lückenlosen Block zusammen habe. Dabei muss ich nicht das Ende kennen, solange ich noch mittendrin schreibe.
Somit bin ich schon nicht der Einzige, der ohne das Ende zu kennen einfach darauf los schreibt Icon_smile
Nun ja, "drauf los" wäre wieder was anderes. Eine Grundidee was ungefähr passieren soll, und ob bzw. auf welche Themen aus der Realität dabei verfremdet eingedroschen werden soll, steht von vornherein grob im Raum. Auch wenn sich natürlich im Lauf der Geschichte alles noch ändern kann.

Ganz ohne Thema drauf los zu schreiben, habe ich zwar mal versucht. Dabei kam dann eher ein Tagebuch meiner Fantasiekreatur heraus, jedoch keine spannende Geschichte mit auch nur ansatzweisem "roten Faden". Hat auch Spaß gemacht, wollte nur leider niemand zuende lesen.
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Hallo El Lobo,

für Laien, die ihre Geschichten einfach aufschreiben wollen und aus Spaß an der Sache schreiben, mag deine Methode gut sein. Und sie wird tausendfach genauso praktiziert, meistens untermauert von dem Argument, dass man beim Schreiben Freiheit bräuchte.

Für einen Laien funktioniert das gut und wenn man mit der Story am Ende glücklich ist, passt ja alles.

Aber: Wenn man eine in sich logische, gute und vor allem lange Story schreiben will, funktioniert das selten. Dann muss man schon ein wahnsinnig gutes Gedächtnis haben und die Planungsarbeit quasi automatisch nebenbei machen. So Leute gibts, aber die meisten werden Notizen brauchen.

Wer ernsthaft eine Geschichte für andere schreiben möchte, muss planen. Man muss sich Gedanken über die Charaktere und ihre Handlungsweisen machen und man muss überlegen, welche Fragen sich der Leser stellen könnte und diese Fragen beantworten.

Wenn sie Euch nicht mehr gefallen, ändert Ihr sie einfach später wieder.

Jup, funktioniert für Laien. Für einen richtigen Autor aber nicht, das kostet viel zu viel Zeit. Wenn man sich anfangs zu wenige Gedanken gemacht hat, dann muss man viel ändern und irgendwann steckt man fest und kommt mit dem Überarbeiten nicht mehr nach.

Man muss eine Story nicht von Anfang bis Ende komplett durchplanen, aber es sollte klar sein, wo der Protagonist anfangs steht und was aus ihm werden soll - und wie er von A nach B kommt. Das kann sich dann während dem Schreiben ändern, klar, aber man schreibt einfach ganz anders, wenn man ungefähr weiß, wo die Reise hingeht. Die ersten Kapitel kann man gerne mal drauflosschreiben, aber dann sollte man sich Gedanken machen, was man aus dem macht, was nun vorhanden ist. 500 Seiten schreiben sich nicht mal eben mit der Einstellung "ich schau mal, was kommt". Fast alle, die so schreiben, stecken irgendwann fest.

Insofern: Bei der Wahl der Methode kommt es darauf an, ob du einfach für dich schreiben willst, oder ob du für andere schreiben willst.

Grüßle

- Zack
Hallo zusammen.

Ein Gruß aus dem stillen Abseits ...

@El Lobo:
Anfangs war es bei mir nur eine kleine Geschichte, mit humoristischen Spitzen, handschriftlich geschrieben auf einige kleine Postkarten, was eine unbequeme Grenze darstellte. Mit einem Abstand von beinahe 8 Jahren würde ich es so nicht mehr schreiben.

Daraus entwickelte sich eine Vorgeschichte. Und ein Nachfolger mit Begleitgeschichtchen. Allesamt ungeplant, ja. Aber wenn eine Idee im Raume steht und diese sich dann weiterentwickelt, warum nicht? (Das war allerdings nicht der Grund dafür, sondern meine Unfähigkeit bestimmte Dinge angemessen zu beschreiben.)

Nach dem letzten Teil 2010 wollte ich aufhören, weil das Jahr scheiße war. Weil ich nicht mehr wollte - obwohl es Ideen für weitere Dinge gab.

Und irgendwann nahm es Überhand. Was dann folgte, nun ja ...Sagen wir mal, harte Arbeit. Inhaltlich durch verschiedene Themengebiete, wobei ich für mich feststellen muss, dass ich niemals mehr über über die dunklen Seiten der Geschichte/der Menschheit schreiben möchte.

Zu Deiner für Dich getätigten Feststellung:
Ja, am Anfang war die Idee. Aber ohne einen Plan, wie die verschiedenen Bilder zusammengefügt werden sollten (oder müssten) geht es nicht. Und bei dem ganzen Dingen, das ich da gerade produziere, gilt uneingeschränkt das, was Zack sagte. Allerdings mit der Ergänzung, dass ich versuche alles im Kopf zu behalten. (Was schwer genug ist. Wann ist was und wer wo?)

Allerdings muss ich gestehen, dass einige Dinger spontan entstanden sind und sich - gottlob - perfekt einfügen. Auch hinsichtlich des Endes, das ich bereits seit Jahren kenne.

LGD.
Ich hab so angefangen und schreibe gerade vier Kapitel neu.

Mir wurden die Worte schon aus dem Mund genommen, aber es kommt darauf an, für wen man schreibt. Wer für sich selbst schreibt, kann das einfach drauflos machen.

"Entfalten" kann sich eine Geschichte ja auch, ohne niedergeschrieben zu werden.
Ich wundere mich immer wieder selbst darüber, wie schnell ich aus "der Char liest ein Buch über zwei Glaubenskrieger" ein ganzes Setting für eine neue Geschichte um diese Glaubenskrieger in Form von Notizen (!) niederschreiben konnte.


Zumal ich deine "Korsett" Formulierung und die Lobpreisung der "Freiheit" nicht nachvollziehen kann. Gerade weil ein Drauflos-Text nicht an die Zukunft denkt, baut er ein Korsett für das weitere Geschehen auf, das enger ist als es jede Planung sein könnte. Jeder spätere Idee muss sich an das anpassen, was bereits geschrieben wurde.

Um bildlich zu bleiben, schreibt sich der Drauflos-Schreiber mit dem sehr wohl unglaublich freien Anfang eine Grenze, innnerhalb der er alles weitere in eine immer enger werdende Spirale bekommen muss.
Die Planung dagegen ist eher ein Gerüst ist, an dem die Fantasie entlang wachsen und Gedeihen kann, während immer wieder kleine Abschnitte ein blühendes Ende finden.

Wildes Wuchern zerstört sich selbst, je länger man es zulässt.
Hallo Zack,

Zitat:Wer ernsthaft eine Geschichte für andere schreiben möchte, muss planen.
Das steht außer Frage, Zack.
Aber mein Ansatz dazu wäre: Planen ja, aber erst während des Schreibens!

Zitat:Dann muss man schon ein wahnsinnig gutes Gedächtnis haben
Und gutes Gedächtnis braucht man auch keines, denn wenn ein Name oder ein Ort neu hinzukommt, dann muss der sofort in deinem Verzeichnis landen!!!
Ich habe ohne Planung begonnen, aber das Exposee sowie die Planung, die erst während des Schreibens entstanden sind, ist mittlerweile schon so lange wie ein ganzer Roman, weil ich dort so vieles interessante unterbringe, an das ich am Anfang ohne einmal zu beginnen gar nicht gedacht hätte... Icon_smile

Nicht einmal den richtigen Titel habe ich noch, obwohl ich mich bereits drei jahre mit dem Projekt beschäftige, und auch bereits so lange daran schreibe Icon_smile

Und Du hast recht - es kostet Zeit und benötigt viele Überarbeitungen. Aber wie ich sage : Der Weg ist das Ziel. Es stört mich zum Beispiel nicht, wenn ich für mein projekt zehn jahre brauche. Auch die doppelte Zeit wäre immer noch akzeptabel, denn das Schreiben ist ein erfüllendes Hobby, und da spielt Zeit eben keine Rolle.
Wenn die Geschichte fertig ist, ist sie fertig. Mich einem Zeitkonzept zu unterwerfen kommt ohnehin nicht in Frage.
Doch ich weiß, das in der heutigen Zeit zu viele Menschen anders denken. Alles muss möglichst schnell gehen. Ich plädiere einmal für die schöpferische Kraft der Langsamkeit Icon_smile

Hallo Dreadnoughts,
auch Du hast recht damit
Zitat:Aber ohne einen Plan, wie die verschiedenen Bilder zusammengefügt werden sollten (oder müssten) geht es nicht.
Aber ich habe ja nur über den spontanen Beginn zum Schreiben einer Geschichte gesprochen.
Mittlerweile gehe auch ich nach einem geplanten Konzept vor, doch es hat sich eben erst beim Schreiben an sich als Nebenprodukt ergeben...

Hallo SirJasonCrage,

Zitat:Zumal ich deine "Korsett" Formulierung und die Lobpreisung der "Freiheit" nicht nachvollziehen kann.
Wie gerade gesagt, das hat sich NUR ausschließlich auf den Storybeginn bezogen, vor dem viele in der Bekanntschaft immer zurück geschreckt sind, weil sie nichts planen wollen, von dem sie nicht von vorn herein überzeugt waren.
Daher mein Ansatz : Schreibt zuerst, und überzeugt Euch damit selbst. Die Planung kann erst später erfolgen, und kommt dann ohnehin automatisch Icon_smile Icon_smile Icon_smile
(07-01-2016, 20:32)El Lobo schrieb: [ -> ]Daher mein Ansatz : Schreibt zuerst, und überzeugt Euch damit selbst. Die Planung kann erst später erfolgen

Das kann aber nur für ein kleines Anfangsstück gelten. Denn ich finde nichts frustrierender, als guten Text wieder wegwerfen zu müssen, weil sich die Storyline rückwirkend geändert hat.

Deshalb bevorzuge ich meine Stichwort-Skripte. In so einem Outline kann ich die Szenen herumschieben und neu verketten. So handhabe ich die Geschichte quasi als Baumstruktur: Die Knoten sind einzelne Szenen, die Kanten sind die Übergänge dazwischen.
Wenn sich etwas mittelmäßig Schweres ändert, bleiben die Knotentexte (Szenen) größtenteils gleich, nur die Kantentexte (Übergänge) ändern sich. Der endgültige Fließtext ist dann eine Frage des Baumdurchlaufs.

Gruß aus "Datenstrukturen für Einsteiger"
coco
Hallo zusammen,

wir hatten hier schonmal ein ähnliches Thema, da ging es aber darum wie man den Überblick behält, während man planlos drauf los schreibt. Icon_wink

Ich versuche mal zu erklären, wie ich so vorgehe, und über meine Erfahrungen mit den verschiedenen Methoden zu berichten. Icon_smile

Für mich persönlich würde ich bei diesem Thema ganz gerne nicht zwischen Amateur- und Profischreiber unterscheiden, sondern zwischen Kurzgeschichten und Romanen. Aus einem recht einfachen Grund: Bei Kurzgeschichten (sagen wir mal bei 4-6 Seiten) ist es wesentlich leichter den Überlick zu behalten, was schon passiert ist und was passieren muss damit sie funktioniert. Bei Romanen muss man sich für diesen Überlick Notizen machen und je nach Thematik schon wissen, wo man hinsteuert. Bei einem Krimi zum Beispiel, wo man hinweise streuen will, sind die schwierig nachträglich einzubauen. Icon_wink

Als ich begonnen habe zu Schreiben, bin ich, wie es El-Lobo beschrieben hat nach der Discovery-Methode vorgegangen. Ich hatte eine Grundidee was passieren soll und dann auch schnell ein paar Charas mit denen ich losgezogen bin. Das hat auch für einige Kapitel gut funktioniert, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mir irgendwie alles aus dem Ruder gelaufen ist. Ideen kamen nicht mehr so, wie sie es sollten, ich merkte das ich keine Ahnung vom Hintergrund hatte und irgendwann haben die Kapitel einfach nicht mehr zusammengepasst.
Also habe ich mich erstmal anderen Ideen zugewandt und habe Kurzgeschichten geschrieben. Das hat ganz wunderbar geklappt, ich hatte Ideen, Charas und hab die dann einfach munter runter geschrieben. Mal mit mehr, mal mit weniger Notizen dazu und mit mal mehr und mal weniger Überarbeitungsaufwand. Icon_smile

Aktuell ist jetzt eine längere Kurzgeschichte entstanden. Mein Mondalphabet, so um die 20 Seiten. Plötzlich war da dieser Chara in meinem Kopf und ich wusste grob, was er so tut. Ich habe mich auf das Abenteur mit ihm eingelassen und habe immer mal wieder, so wie ich Lust und Laune hatte, Szenen mit ihm geschrieben. Dadurch sind gefühlte tausend Textinseln und Abschnitte entstanden für die ich einige Monate gebraucht habe, um sie einigermaßen in eine Reihenfolge zu bringen. Teilweise musste ich noch einige zusätzliche Szenen einfügen, weil sonst einfach Informationen fehlten und auch Szenen umschreiben. Gefühlt hatte ich damit mehr Aufwand, als wenn ich vorher grob einen Plan gehabt hätte. Ob das funktioniert letzten Endes hat wird sich zeigen, denn ich habe gerade erst begonnen sie hier ins Forum zu stellen. Icon_wink

Rückblickend muss ich sagen: Vorab Planung ist (für mich!) besser!
Ich persönlich finde Planung auch nicht einschränkend. Erstens weil ich nur grob plane, was so passieren soll und zweitens, weil ich nach der Discovery-Methode einfach nicht in die Pötte komme, weil ich dann nach jedem Abschnitt warte das mich die Muse küsst. Klar, ist es egal, ob ich nun 10 Monate daran schreibe, oder 2 Jahre, aber irgendwie habe ich dann doch das Bedürfnis mal was fertig zu bekommen. An meinem aktuellen Roman schreibe ich auch schon Ewigkeiten, aber nicht ganz so unstrukturiert. Ich habe meine Charas grob umrissen und weiss wo ich mit ihnen hinwill. Alles dazwischen ist noch offen. So kann jederzeit spontane Ideen einflechten.

Ich glaube letzten Endes ist nicht entscheidend ob man hobbymäßig schreibt, oder nicht, sondern wie es einem persönlich so liegt. Ich finde auch, dass wenn ich es (mehr oder weniger) am Stück schreibe, dann liest es sich flüssiger und "mehr aus einem Guss", als bei meinem Textinsel-Hobbing. Icon_wink

Grüße Lady
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