Literatopia

Normale Version: Motivationsprojekt das 13. Anmelde- und Plauderthread
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Bin noch ~250 Worte von meinem Pensum entfernt, werde jetzt aber erstmal was essen.

Wie das so oft ist, wenn das MoPro los geht, habe ich eine Frage für alle Beteiligten:

Haben eure Geschichten für gewöhnlich ein Thema? Damit meine ich nicht die Handlung, sondern - sagen wir es mal so - das, wonach ein Deutsch-LK suchen würde. Vielleicht erzählt ihr eine Geschichte über Drachenjäger, in Wirklichkeit geht es aber um eine soziokulturelle Betrachtung der Haltung unterschiedlich Priviligierter gegenüber deskriptiven Richtlinien zum Umweltschutz. Oder um Sex. Oder um Gewaltenteilung. Oder Glauben.
Wenn eure Geschichten unterliegende Themen haben:
Entstehen die im Laufe der Geschichte?
Habt ihr sie von Anfang an im Auge?

Oder ist das für euch alles einfach nur pseudointelektuelles Geschwafel von Menschen mit Lederflicken an den Ellenbogen ihrer Tweed-Jacken?
Wollte eigentlich mit einer Stunde Verspätung jetzt loslegen ... und hab Saryns Fragen entdeckt Icon_ugly  Muss ich natürlich erst drauf antworten (und nicht etwas, um mich vorm Schreiben zu drücken! Was denkt ihr von mir?)


Zitat:Haben eure Geschichten für gewöhnlich ein Thema?
Nö.
Ich würd es zwar vermutlich schaffen, in jede meiner Geschichten nachträglich irgendwas reinzuinterpretieren (darin bin ich gut Mrgreen ), aber mit Absicht mach ich mir nie Gedanken drum.
Meistens weiß ich ja nichtmal, wo mich meine Handlung hinführen wird.
Bei Kumen-Esh hab ich zwar ein paar "tiefgründigere" Themen drin - Rassismus, Vorurteile, Abhängigkeit, Genozid - aber es sind alles nur Randschauplätze, die nicht bewusst irgendwie aufbereitet wurden.
Also in der Theorie finde ich sowas schon spannend, aber in der Praxis bin ich einfach zu planlos und unstrukturiert in meiner Vorgehensweise, als dass ich mich mit Dingen wie Thema, Prämisse oder so auseinandersetzen könnte.
Beim Lesen achte ich auch nie auf sowas, aber ich glaube, es ist leichter, fokussiert zu schreiben, wenn man einem bestimmten Thema folgt, und im gleichen Zug wird es leichter zu lesen, weil eben der rote Faden nicht so ausfasert. (Eine Befürchtung, die ich für Kumen hab. Zu viel Chaos in den Nebenschauplätzen und so)


Ja, schaut so aus, als müsste ich jetzt wirklich schreiben gehen. Ohne eine Lösung für mein Problem zu haben. Icon_rolleyes  Ich brauch einen Konflikt für das Kapitel, aber je länger ich über ihn nachdenke, umso mehr an den Haaren herbeigezogen kommt er mir vor. Hätt ich mal gut ein Thema, an dem ich anknüpfen könnte Icon_ugly 


@all
Wart ihr schon fleißig? Icon_aufsmaul

Nachtrag:
Worüber man sich bei SciFi Gedanken machen muss! ... "Hat mein Raumanzug eigentlich seperate Handschuhe - oder muss man das Teil halb ausziehen, um die Finger nackig zu machen?" Nein, ich werde jetzt nicht Stundenlang im Internet nach einer Lösung suchen. *Pfui Lanna! Mach seperate Handschuhe und gut ist. Sofort!*
Smiley_frown  Nichts an diesem Kapitel will funktionieren! In meinem Kopf klang das alles so gut, aber jetzt hab ich erkannt, dass die Motivation von Person A Schwachsinn ist, die von Person B ist maximal halb gar und mein ganzer, schöner Konflikt ist flöten gegangen. Wo nehm ich jetzt nur einen neuen her Smiley_frown
Fettich. 1115 Wörter/Worte/Wasauchimmer.

Hat eigentlich ganz gut geklappt. Mal sehen, was ich von all dem halte, wenn es an die Überarbeitung geht.

Bis morgen mal, bin jetzt nicht mehr so gesprächig.

Hoffe, ihr habt alle alles geschafft Write
Melde mich zur Nachtschicht. Wobei ich nicht glaube, dass jetzt noch viel dabei rum kommt. Bin einfach total müde.
@Saryn
In "Die Löwen von Akkad" stecken soviele Themen drin, dass ich mich nicht für eins entscheiden kann. Zunächst wollte ich es schreiben, um den Leuten in Erinnerung zu rufen, dass es vor unseren großen Weltreligionen noch ganz andere gab und es durchaus nicht normal war, an einen einzigen Gott zu glauben. Die hätten sich totgelacht, früher, denn wie soll ein einziger Gott denn die ganze Arbeit schaffen.
Dann hätte ich gern die Botschaft rübergebracht: Menschen erschaffen Götter, nicht Götter Menschen. Aber dann müsste ich eine andere Geschichte schreiben, als ich es jetzt tue.
Da wäre noch der handfeste Genderkonflikt, der so alt ist wie die Welt: Vor tausenden von Jahren sind ganz bewusst die Göttinnen abgewertet worden und mussten zugunsten ihrer männlichen Gegenstücke viele ihrer Domänen abgeben. Plötzlich hatten sie alle Ehemänner und Söhne an der Seite. Diesen Konflikt möchte ich durch die Göttin NinShubur und den Gott Enlil zeigen. Außerdem wurde den Frauen zu dieser Zeit verboten, mehrere Ehemänner zu haben, während die Männer aber mehrere Frauen haben durften. Ich schreibe über eine Zeit, in denen die Rechte der Frauen massiv beschnitten wurden.
Dann wären da noch die Themen der Flucht und Vertreibung, der Verschleppung von Menschen und die Zwangsbesiedlung - eine Siedlungspolitik, wie sie heute noch genauso betrieben wird -  von Israel z.B. Brandaktuelle Themen.
Und es gibt auch eine Prämisse, wobei es eigentlich gleich mehrere geben könnte, aber ich habe mich für "Ein Reich, das sich auf Gewalt gründet, wird untergehen" entschieden.

Bei dem anderen Band gibt es alles das nicht. Das Wandernde Volk handelt vom Auszug der Kimbern und Teutonen 102 v.u.Z. und dem Terror, den sie verbreitet haben. Es gibt eine Verbindung zu den Löwen von Akkad - irgendwas hat mich geritten und ich wollte diese Kulturen unbedingt miteinander verbinden, weil unser kulturelles Erbe eben nicht nur auf Römer, Griechen oder Ägypter zurückzuführen ist sondern seinen Ursprung im Zweistromland hat - zumindestens lässt es sich bis dahin zurückverfolgen.
Wie ist das denn bei Deinen Geschichten?

@Lanna
Ohje, Du Arme, sowas kenne ich gut. Das motiviert nicht gerade. Aber vielleicht läuft es morgen besser - mir kommen die besten Ideen immer im Bett.
Hab meine 700 Wörter nicht vollbekommen, aber knapp 430 sind mehr als ich am Anfang erwartet habe.
Der Ansatz meiner möglichen Lösung gefällt mir im Moment so gar nicht und ich hoffe tatsächlich, dass mir nachher im Bett (so um fünf Uhr morgens, nach stundenlangem Rumwälzen) ein Geistesblitz kommt. Glaube aber eher nicht dran Icon_slash
So, wenn ich schon mal bei den Eltern Netz habe, kann ich auch mal updaten...

Sitze hier an den Kapiteln, die ich neu schreiben will und komm auf keinen grünen Zweig, wie ich die Reihenfolge der Ereignisse trotz der Änderungen, die ich schon vornehmen musste immernoch hinbekommen soll -.-

Stattdessen hab ich ne kleine Nebenstory weiter geschrieben, die eine Generation vor meiner eigentlichen Geschichte spielt, nur so um den Krieg besser kennenzulernen, über den meine Figuren so oft reden.



Zitat:Haben eure Geschichten für gewöhnlich ein Thema?


Tatsächlich versuche ich das in meine Geschichte mit rein zu bringen. Ein Charakter sagt es sogar direkt mal: "Es ist leicher, einen guten Menschen mächtig zu machen, als einem mächtigen Menschen Mitgefühl und Hilfsbereitschaft beizubringen."
Das kommt immer wieder vor, der eine erzieht seine Söhne zu tugendhaften Vorbildern, bevor er ihnen beibringt, ihre Waffen und Fähigkeiten geschickt zu nutzen, der andere wird schon mit starken Fähigkeiten geboren und nutzt sie nur impulsiv und eigennützig usw.

Das Thema entstand tatsächlich im Lauf der Geschichte, als ich das Leben des o.g. Vaters beschrieben habe. Mir ist dann schnell aufgefallen, dass ich das anders herum auch auf meine Gandalf-ähnliche unsterbliche Figur übertragen kann, die immer mal wieder Leute mächtig macht, damit sie ihm gegen "das Böse" helfen, nur um dann später zu merken, dass er gegen zwei seiner ehemaligen Schützlinge gleich eine neue Heldentruppe aufstellen muss.
Hi Jason, schön dass Du was von Dir hören lässt.

Zitat:Sitze hier an den Kapiteln, die ich neu schreiben will und komm auf keinen grünen Zweig, wie ich die Reihenfolge der Ereignisse trotz der Änderungen, die ich schon vornehmen musste immernoch hinbekommen soll -.-

Vielleicht hast Du zuviel geändert? Mit der Reihenfolge der Szenen habe ich auch total Probleme. Habe soviele Details ausgearbeitet, dass ich den Blick für das Ganze verliere. Mir hat geholfen, wieder zurückzugehen und die Story in zwei Sätzen zusammenzufassen und dann für jeden Handlungsstrang einen Absatz zu verfassen, der nur das Wesentliche beinhaltet.

Jetzt habe ich gerade eine gute Idee für einen der Handlungsstränge und muss das gleich umsetzen. Vielleicht schaffe ich mein Pensum heute doch noch.
So, nachdem ich ein neues Kapitel gestartet habe, muss ich jetzt erstmal drüber schlafen, bevor da nur Unsinn zusammenkommt. Die Gefahr besteht, dass die Kapitel über Angriffe und Verteidigung alle viel zu ähnlich werden Icon_confused . Ich muss die Unterschiede der Hauptleute und die Taktiken besser rausarbeiten. Jetzt wird aber erstmal geschlafen. Bis morgen music
Auf in einen neuen Tag. Muss mal schauen, wann ich heute mein Pensum schaffe, muss noch aufräumen, den Keller machen und bin zu meinen Eltern zum Mittag eingeladen. Ohne Auto bedeutet letzteres, Bahn zu fahren, ich sollte also zwischen zwanzig Minuten und dreieinhalb Stunden zur veranschlagten Reisezeit hinzurechnen Icon_ugly 

@Lanna:
Zitat:Bei Kumen-Esh hab ich zwar ein paar "tiefgründigere" Themen drin - Rassismus, Vorurteile, Abhängigkeit, Genozid - aber es sind alles nur Randschauplätze, die nicht bewusst irgendwie aufbereitet wurden.
Würde sagen, das zählt auch. Finde ja, ein Thema sollte eine Geschichte unterstützen, nicht überwältigen. In dem Moment, in dem man predigt, läuft schon etwas falsch.

Zitat:Also in der Theorie finde ich sowas schon spannend, aber in der Praxis bin ich einfach zu planlos und unstrukturiert in meiner Vorgehensweise, als dass ich mich mit Dingen wie Thema, Prämisse oder so auseinandersetzen könnte
Ich denke, daher sind Themen auch oft etwas, das in der Überarbeitung stärker hervortritt.

Zitat:Beim Lesen achte ich auch nie auf sowas, aber ich glaube, es ist leichter, fokussiert zu schreiben, wenn man einem bestimmten Thema folgt, und im gleichen Zug wird es leichter zu lesen, weil eben der rote Faden nicht so ausfasert. (Eine Befürchtung, die ich für Kumen hab. Zu viel Chaos in den Nebenschauplätzen und so)
Jo, frag mich mal. Ich bin im Nachhinein so unzufrieden mit "Die Stadt", gerade weil es einfach auf gefühlten sieben Hochzeiten wie jemand mit Hörschaden und Schüttelfrost tanzt. Aber hey: ist alles eine Lernerfahrung Icon_lachtot

Zitat:"Hat mein Raumanzug eigentlich seperate Handschuhe - oder muss man das Teil halb ausziehen, um die Finger nackig zu machen?" Nein, ich werde jetzt nicht Stundenlang im Internet nach einer Lösung suchen. *Pfui Lanna! Mach seperate Handschuhe und gut ist. Sofort!*
Keine Ahnung, wie relevant die Frage jetzt noch ist, aber soweit ich weiß, haben Raumanzüge seperate Handschuhe. Allein schon, damit es im Bedarfsfall möglich ist (in einer Atmosphäre), sie auszuziehen und Helmschlösser etc alleine bedienen zu können, falls notwendig.

Zitat: [Bild: smiley_frown.gif]  Nichts an diesem Kapitel will funktionieren! In meinem Kopf klang das alles so gut, aber jetzt hab ich erkannt, dass die Motivation von Person A Schwachsinn ist, die von Person B ist maximal halb gar und mein ganzer, schöner Konflikt ist flöten gegangen. Wo nehm ich jetzt nur einen neuen her [Bild: smiley_frown.gif] 
Uff, Kopf hoch, an den Punkt kommt jeder Mal und er ist ätzend. wallbash

@ slainte:
Zitat:In "Die Löwen von Akkad" stecken soviele Themen drin, dass ich mich nicht für eins entscheiden kann.
Gerade längere Texte tendieren zu mehr als einem Thema, denke ich. Sapkowski schreibt über Rassismus, Krieg und Polen im zweiten Weltkrieg (in einer magischen Mittelalterwelt). "Das Lied von Eis und Feuer" betrachtet implizite und explizite Sozialverträge und die Dynamiken von Macht, sowie Geschlechterrollen etc. Lovecraft betrachtet die Welt durch die Linse der alles relativiereden Wissenschaft und was das neue Weltbild am Anfang des 20. Jhd für die Selbstwahrnehmung des Menschen bedeutet - und lebt seinen inherenten Rassismus aus. Icon_ugly

Zitat:Wie ist das denn bei Deinen Geschichten?
Nicht jede Geschichte hat ein Thema, aber die, die eines haben, gefallen mir deutlich besser. Wenn ich im Prozess des Schreibens merke, dass es um mehr geht als nur den Plot, bin ich in der Regel stärker motiviert, die Geschichte zum Abschluss zu bringen und das Thema herauszuarbeiten. Wie Lanna sagte, hilft es der Struktur und dem Fokus, weshalb ich denke, dass es vor allen in Kurzgeschichten eine gute Sache ist. Längere Texte tendieren mMn eher von selbst dazu, von irgendwas zu handeln.
"Die Maschine", an der ich aktuell arbeite, wollte ich schon länger schreiben, aber mein Interesse war nie ausreichend motivierend hoch, als es einfach nur eine faux-lovecraftsche Horrorgeschichte war, wie jetzt, wo ich bemerkt habe, dass es neben allem auch um Inspiration und Kreativität geht und was das Ausbleiben für Künstler bedeuten kann. (Für jemanden, der in den letzten drei Monaten zu frustriert war um irgendwas zu schreiben, eine interessante Frage Icon_lol ). Eine andere Kurzgeschichte, die ihren Platz in einer ebook-Anthologie für diesen Sommer gefunden hat, handelt von gefallenen Königen und hat ein lupenreines Actionfinale, aber unter all dem geht es um Diskriminierung und traditionelle Stigmata.
Das sind alles Sachen, die sich im Laufe des Schreibens offenbaren.
Bei längeren Texten habe ich vorher idR schon eine ungefähre Idee, womit ich mich gerne beschäftigen möchte, auch wenn da noch viel Entwicklung während des Schreibens stattfindet. Sollte ich jemals das nötige Selbstvertrauen finden, meine "Zeit der Dornen" zu schreiben, weiß ich schon jetzt, dass es neben Morden, Krieg, Politik und Magie um so furztrockenes wie die Perspektivität von Geschichte und die Rolle von subjektiver Geschichtslesung zur Identitätsbildung gehen wird.

@Thread:
So. Jetzt tue ich mal so als wolle ich die Zeit noch nutzen, bevor ich los muss und mach schon mal Scrivener auf. Dann schaue ich ein wenig auf das offene Dokument und mach dann doch was anderes Icon_ugly
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