Literatopia

Normale Version: Kurzgeschichte vs. Roman
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Hallo zusammen,
 
ich merke gerade, dass ich hier etwas ausufernd geworden bin und vielleicht auch etwas wirr, aber ich hoffe, dass lädt euch auch zum Plaudern ein.
 
Es ist eine Frage die mich schon länger beschäftigt: Wo sind all die guten Kurzgeschichten hin? Noch vor ein paar Jahren, als ich begann mich intensiv im Internet umzusehen und Geschichten zu lesen, gab es noch einen schier unendlichen Fundus an Kurzgeschichten, an Schreibforen und Plattformen dafür. So ist mein subjektiver Eindruck.
Wenn ich mir heute unser Forum so anschaue – insbesondere natürliche meine Fantasy-Rubrik - habe ich den Eindruck, dass fast ausschließlich im Fortsetzungsbereich gepostet wird.
Da drängt sich mir doch die Frage auf: Sind Kurzgeshichten allgemein aus der Mode gekommen? Insbesondere wenn man den Buchmarkt beobachtet, sieht man schon, dass es kaum Anthologien gibt. Was ich persönlich irgendwie schade finde.
 
Dabei müsste man doch denken, dass es einfacher ist eine Kurzgeschichte zu schreiben, nur eine handvoll Seiten, anstatt gleich einen ganzen Roman mit Hunderten. (Was wir ja auch Newbies immer raten) Andererseits habe ich schon in diversen Autoreninterviews gelesen, dass es für manche schwierig ist, alles relevante auf ein paar Seiten zu komprimieren. Das man auf den Punkt beschreiben muss, nicht zu ausufernd sein kann.
 
Wie ist das bei euch? Kommt es euch –mit euerer Erfahrung, die ihr inzwischen habt –tatsächlicher schwieriger vor eine Kurzgeschichte zu schreiben?
 
Oder fällt es euch leichter hunderte von Seiten an Romanstoff zu schreiben, ellenlange Planungen und Recherchen durchzuführen, Kapitel an Kapitel zu Reihen?
 
Oder ist es nicht vielmehr so, dass man auch für Kurzgeschichten ein gewisses Maß Durchhaltevermögen braucht, ähnlich wie für einen Roman? Aber natürlich –ebenso wie einen Roman – Zeit in die Planung und Recherchen stecken muss?
 
Plaudert mal ein bisschen: Lieber Kurzgeschichten oder lieber Roman? Was fällt euch leichter? Was macht mehr Spaß?

Liebe Grüße,
Lady
Hallo Lady,

es gibt schon noch viele Kurzgeschichten und auch viele schöne Anthologien, aber ja, sie sind weniger geworden, weil es Liebhaberstücke einer kleinen Leserschaft sind ... die meisten Leute kaufen keine Anthologien, insofern beschäftigen sich große Verlage kaum noch damit. Und viele Kleinverlage machen weniger Anthologien, weil sie auf den Büchern sitzen bleiben.

Die Schreibforen sind auch weniger geworden und durch die Urheberrechtslage und Ideenklau sind die Leute wohl eher abgeneigt, ihre Werke irgendwo zu posten. Viele Foren sind auch intern inzwischen, sprich man hat von außen keinen Zugriff und sieht gar nicht, was da für Kurzgeschichten zu finden sind.

Kurzgeschichten schreiben ist sicher erst einmal leichter als einen Roman. Aber gute Kurzgeschichten sind oftmals schwerer zu schreiben bzw. man muss ein besonderes Talent dafür haben, auf wenigen Seiten Welt und Charaktere gut rüberzubringen. Sehr gute Kurzgeschichten sind ein wahres Kunststück ...

Ich schreibe derzeit auch nur längere Sachen, einfach weil sich meine Ideen momentan nicht für Kurzgeschichten eignen. Ich mag aber beides. Es kommt einfach auf die Idee an und meist hängt es davon ab, ob eher eine Message im Vordergrund steht (dann eher Kurzgeschichte) oder ob sich mir ein Charakter mit seiner Geschichte aufdrängt (eher für Roman geeignet).

Ich habe mit den Jahren gemerkt, wie verdammt schwer es ist, eine gute Kurzgeschichte zu schreiben und wie viel Arbeit man reinstecken muss - und mit den Ergebnissen war ich zunehmend unzufriedener. Daher tobe ich mich lieber bei längeren Projekten aus ...

Viele Grüße

- Zack
Das sehe ich genauso. Oft ist das, was man hierzulande als Roman kaufen kann, eine etwas verlängerte Kurzgeschichte. Es scheint keinen richtigen Markt für jene zu geben! 

Weil die Menschen auch immer weniger Geld für Bücher ausgeben wollen. Als wäre das "nichts richtiges", wenn man sich einen Kurzgeschichtenband kauft und keinen Roman. Sinnlos. !