Es ist: 22-11-2019, 13:12
Es ist: 22-11-2019, 13:12 Hallo, Gast! (Registrieren)


Unendlichkeit (überarbeitet)
Beitrag #1 |

Unendlichkeit (überarbeitet)
Hier nun die überarbeitete Version. Ich hoffe der Mittelteil ist nun dramatischer und ich konnte die Stimmung der Geschichte erhalten.

Unendlichkeit

Nebelverhangen liegt das Watt vor ihm.
Das Meer hat sich zurückgezogen, zeigt der Welt ein Mosaik aus Wasser und Matsch. Die Gezeiten haben ihre Abdrücke im Sand hinterlassen, Muster auf den Meeresboden gemalt.
Er sitzt am grünen Strand, lauscht dem Plätschern der letzten Wellen und schmeckt den salzigen Wind auf seinen Lippen. Im Priel paddeln, Seite an Seite, ein paar Enten und über ihm kreischt eine weiße Möwe. Er genießt diesen friedlichen Augenblick der Ruhe, doch dann gibt der Nebel den Blick auf die Vergangenheit frei und mit der Erinnerung kommt auch das Meer zurück.

Friedlich rollen die Wellen an den Strand, tragen stolz ihre Schaumkronen. Auf dem Wasser fährt ein kleines Boot mit weißem Segel. An Bord sind Vater und Sohn - beide werden sie getrieben von der Sehnsucht nach dem Meer. Die Sonne scheint und hinterlässt glitzernde Spuren auf den Wellen. Yannik hat gerade seinen siebten Geburtstag gefeiert. Sein Vater Ole hatte ihm an diesem Tag versprochen, mit dem Boot einen Ausflug zu machen und heute ist es endlich soweit. Die Augen des kleinen Jungen funkeln mit den Lichtreflexen auf dem Wasser um die Wette und seine Wangen leuchten in einem sanften Rot.
Yannik und Ole haben das Gefühl, als könnten sie an jenen unerreichbaren Punkt gelangen, an dem der Himmel das Meer berührt. Sie haben die Realität an Land zurückgelassen und glauben, dass sie ihr mit ihrem Boot davonfahren können.
Glückselig liegen Vater und Sohn in der Sonne. Zufrieden lauscht Ole dem unendlichen Lied des Meeres. Eine Sinfonie aus dem Plätschern der Wellen, dem Säuseln des Windes und den Rufen der Möwen.
Sorgenfrei und ohne Gedanken an Gefahren schlafen die Segler ein. Doch während sich die beiden im Reich der Träume befinden, verdunkelt sich der Himmel, graue Wolken ziehen herauf und bringen stürmische Windböen mit sich. Yannik und Ole erwachen und sehen die Welt um sich herum untergehen. Bedrohlich türmen sich dunkle Wolken am Himmel, dicke Regentropfen fallen hinab. Der Sturm braust ihnen schneidend ins Gesicht und bringt feine salzige Wassertropfen mit sich, die ihnen die Sicht nehmen. Das Boot wird zum Spielzeug der tosenden Gewalten, wird hin und her geworfen, knarrt und ächzt unter der Last des Wassers.
Seine beiden Passagiere geben schnell auf, ihm ihren Willen aufzwingen zu wollen. Ole und Yannik ringen mit den Elementen um ihr Leben. Das Kind hält sich mit klammen Fingern am eisernen Schiffsgeländer fest, doch seine Kräfte reichen nicht aus. Sein Vater versucht ihn zu erreichen, kämpft mit langsamen Schritten gegen den Sturm an, doch er findet kaum Halt auf den rutschigen Planken.
Plötzlich greift sich eine Woge wie eine kalte, eiserne Faust den kleinen Jungen und zieht ihn mit sich. Er fällt in die stürmische, unbarmherzige See, paddelt mit seinen dünnen Armen um sein Leben, schreit nach seinem Vater, doch die Göttin des Meeres hat beschlossen, ihn zu sich zu holen. Immer wieder taucht Yannik auf, kann Luft holen, doch schon im nächsten Moment zerrt ihn die nächste Woge mit sich. Einen Atemzug später ist er endgültig in der dunklen Unendlichkeit versunken.
Nachdem Ole sich mit einem langen Seil gesichert hat, springt er sofort hinterher. Die Wogen peitschen in sein Gesicht, Salz brennt in seinen Augen, sodass er nur blind umherschwimmen kann. Aber er ist den Kräften der Fluten nicht gewachsen. Verzweifelt ruft er immer wieder den Namen seines Sohnes, doch der Wind trägt die Worte mit sich fort. Mit letzten Kräften zieht Ole sich zurück auf sein Boot. Yannik war noch nicht ertrunken, davon war er überzeugt. Er durfte einfach nicht tot sein. Also rief er abermals den Namen seines Sohnes in die offene See hinaus, ließ seine Stimme vom Wind davontragen und hoffte, dass er erhört werden würde. Ole schrie so lange, bis sein Hals rau und kaum noch ein Laut aus seiner Kehle zu hören war.
Dann wartet er. Versucht zwischen den tosenden Wellen etwas zu erkennen, doch vergeblich. Er sieht nichts, nur das stetig wogende Meer, und er hört nichts, bis auf den unbarmherzig tosenden Sturm. Stundenlang steht er an der Reling und wartet, hält Ausschau. Und wie aus dem Nichts tauchen die Fragen in seinem Kopf auf. War er schuld daran, dass Yannik fort war? Hätte er besser auf ihn aufpassen sollen? War er ein schlechter Vater? Die Antwort bahnt sich ihren Weg durch sein Gedankenlabyrinth und Tränen vermischen sich mit dem salzigen Meerwasser auf seinen Wangen. Dann verlassen ihn seine Kräfte und er bricht unter der Last der Trauer wie tot auf den Planken zusammen.

Als er erwacht, ist der Sturm vorbei. Das Meer schaukelt das Boot liebevoll hin und her. Er öffnet die Augen, sieht in den blauen Himmel und erkennt, dass er allein ist. Allein umgeben von Blau. Der Farbe der Unendlichkeit. Unendlich ist der Himmel über ihm, unendlich breitet sich die Weite des Meeres vor ihm aus. Und unendlich ist seine Trauer.
Dann kommt die Erinnerung zurück, an die vergangene Nacht und an das verlorene Leben seines Kindes. Und mit der Erinnerung kommt der Nebel. Der Nebel, der sich um seinen Verstand legt, seine Seele einhüllt und sein Herz vor dem Schmerz bewahrt.

Nach einer Nacht kehrt er alleine nach Hause zurück. An einem Tag, an dem die Welt im Nebel versinkt. Sie ist grau, genau wie seine Seele.
Manchmal sitzt er alleine am Strand, aber nur dann, wenn sich die Wellen in die Unendlichkeit zurückgezogen haben und das Watt nebelverhangen vor ihm liegt.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Unendlichkeit
Servus Lady,

schön, dass ich mal eine Geschichte von dir (auch noch als erster) kommentieren darf.

Der Anfang ist super. Besonders gefällt mir die Stelle
Zitat:Die Gezeiten haben ihre Abdrücke im Sand hinterlassen, Muster auf den Meeresboden gemalt.
Die Stimmung ist wunderbar, man fühlt sich vom Meer hin- und hergeschaukelt.
Das Problem dabei ist, dass auch während der wirklich gefährlichen Momente, wenn der Sturm kommt und das Wasser sein zerstörerisches Werk tut, kein richtiges Gefahren-Gefühl aufkommen will. Ich gebe dir an den Stellen entsprechende Hinweise.Icon_fies

Zitat:lauscht dem Plätschern der letzten Wellen ...
Die Namen deiner Prots weisen geographisch nach Norden. Dort zieht sich das Meer (so kenne ich es aus Norddeutschland und Dänemark) sehr weit zurück, so dass man das Plätschern der Wellen nicht mehr hören kann. Kein großes Problem, aber mir ist's halt aufgefallen.

Zitat:Im Priel paddeln, Seite an Seite, ein paar Enten ...
Ich würde das "Seite an Seite" ohne Komma hinter die "Enten" setzen.

Zitat:Die Sonne scheint und hinterlässt ...
Das scheint und kannst du mMn streichen, da das vorausgesetzt werden kann.

Du hast viele Sätze mit und verbunden, z. B. hier
Zitat:mit dem Boot einen Ausflug zu machen und heute ist es endlich soweit.
Dadurch bekommt der Text einen eintönigen Rhythmus. Schau halt noch einmal drüber, vielleicht kannst du's nachempfinden.

Zitat:Sie haben die Realität an Land zurückgelassen und wissen, dass sie ihr mit ihrem Boot davonfahren können
Ich vermeide Fremdwörter nach Möglichkeit. Was hältst du von "Wirklichkeit"? Das wissen scheint mir zu fest, glauben wäre da besser, oder?

Zitat:stürmische Windböen
Das ist mir nicht gefährlich genug, klingt eher wie ein Wetterbericht. Lass es doch richtig krachen, z. B. mit sowas wie "wild heulende Windböen". Auch im weiteren Text bleibst du zu harmlos. Statt "sehen die Welt um sich herum untergehen." käme "blicken in eine undurchdringliche Schwärze, die nur von den kurz hintereinander zuckenden Blitzen unterbrochen wird." (Die Blitze brauchst du, damit der Vater später noch was erkennen kann). In diesem Absatz muss es richtig dramatisch zugehen, die Gefahr muss spürbar werden.

Am Ende des Absatze lässt du Yannik drei Mal hintereinander versinken.
Zitat:und zieht es mit sich in die unendlichen Tiefen
...
Zitat:einen Atemzug später ist er in der dunklen Unendlichkeit versunken
...
Zitat:und dann für immer in seinem nassen Grab versinkt
Da solltest du ein bisschen reduzieren.

Drei Zeitfehler sind mir aufgefallen.
Zitat:Göttin des Meeres hatte
hat
...
Zitat:mit einem langen Seil gesichert hatte
hat
...
Zitat:ihren Weg durch sein Gedankenlabyrinth gebahnt hatten
haben

Zitat:Tausend Fragen schwirren durch seinen Kopf, doch keine bleibt lange genug, um sie zu beantworten [...] Nachdem die Antworten ...
Das widerspricht sich mMn.

Zitat:Allein umgeben von Blau. Der Farbe der Unendlichkeit
hier Komma nach Blau und klein weiter.

Zitat:Und unendlich ist die die Trauer in ihm
Hier sollte es ein bisschen persönlicher zugehen: Und unendlich ist seine Trauer.

Zitat:Sie ist grau, genau wie seine Seele
Kürzer ist besser. Sie ist grau wie seine Seele.

Der Schluss ist Spitze. Man sieht ihn wieder da hocken, wie am Anfang und seinen Gedanken nachhängen, traurig, ein bisschen verzweifelt.

Versuche doch mal, den Mittelteil so zu gestalten, dass sich die Dramatik langsam bis zum Unerträglichen steigert, um dann wieder in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zurück zu fallen.

Gern gelesen.

Liebe Grüße


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Unendlichkeit
hallo porter,

wie schön, dass du zu einer meiner geschichten gefunden hast.

Zitat:Der Anfang ist super.

das ist doch schonmal gut. denn wenn der anfang nicht gefällt, könnte das daran hindern nicht weiter zu lesen.

Zitat:Die Namen deiner Prots weisen geographisch nach Norden. Dort zieht sich das Meer (so kenne ich es aus Norddeutschland und Dänemark) sehr weit zurück, so dass man das Plätschern der Wellen nicht mehr hören kann. Kein großes Problem, aber mir ist's halt aufgefallen.

du hast recht. ich hab die geschichte bei einem urlaub an der nordsee geschrieben. ja, dass wasser zieht sich bei ebbe sehr weit zurück da hast du recht, aber manchmal bleiben doch etwas größre "pfützen" zurück die dann doch plätschern können. vllt ist "Plätschern der letzten Wellen" nicht der richtige ausdruck. ich werde beim überarbeiten darüber nachdenken.

Zitat:Dadurch bekommt der Text einen eintönigen Rhythmus. Schau halt noch einmal drüber, vielleicht kannst du's nachempfinden.

ja, der rhythmus ist mir auch aufgefallen und ich fand ich eigentlich ganz gut. mal sehen, wie der bei anderen lesern ankommt. oder hat es dich sehr gestört?

Zitat:Ich vermeide Fremdwörter nach Möglichkeit. Was hältst du von "Wirklichkeit"? Das wissen scheint mir zu fest, glauben wäre da besser, oder?

das wort "realität" muss leider hier bleiben. das ist einer der sätze der mir spontan eingefallen ist und einer meiner lieblingssätze, der muss so bleiben. aber deinen vorschlag zu dem "glauben" nehme ich gerne an. Icon_wink

Zitat:In diesem Absatz muss es richtig dramatisch zugehen, die Gefahr muss spürbar werden.

okay, ich werde schauen, wie ich das dramatischer machen kann.

Zitat:Am Ende des Absatze lässt du Yannik drei Mal hintereinander versinken.

oje, der arme. ist mir gar nicht aufgefallen. ich werd's überarbeiten.

Zitat:
Zitat:Zitat:
Allein umgeben von Blau. Der Farbe der Unendlichkeit

hier Komma nach Blau und klein weiter.

warum? ich hätte aber gerne eine etwas längere pause nachdem "blau" vllt mit einem spiegelstrich?
Zitat:Der Schluss ist Spitze. Man sieht ihn wieder da hocken, wie am Anfang und seinen Gedanken nachhängen, traurig, ein bisschen verzweifelt.

auch hier danke. da zeigt sich mal wieder deutlich, dass ich den anfang und das ende in einem durch geschrieben habe und den mitteteil dann eingefügt hatte.
die fehler zu denen ich jetzt nichts geschrieben habe, werde ich wahrscheinlich genauso übernehmen.

porter, vielen dank für deinen sehr hilfreichen kommentar. ich werde die geschichte bald überarbeiten und werde sehen, dass ich den mittelteil dramatischer mache. es freut mich, dass du es aber gern gelesen hast und das dir anfang und ende gut gefallen haben. Icon_smile

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Unendlichkeit
Hallo Lady,

ich habe deinen Namen oft unter meinen Geschichten gelesen, aber umgekehrt ist glaube ich noch nicht viel gekommen.

Der Einstieg ist schön. Sofort kommen meine Erinnerungen an die Nordsee hoch, die hier zwar nicht unbedingt gemeint sein muss, aber da freue ich mich gleich noch mehr auf meinen Urlaub.

Der Inhalt ist leider nicht so erfreulich wie meine Gedanken. Eine vergnügte Bootsfahrt wird zur letzten für Vater und Sohn, vor allem für den Sohn. Er findet im Sturm seinen Tod in den Wellen, denn der Vater kann ihm nicht mehr helfen. Eine traurige Geschichte.

Du hast schöne Worte gefunden um das zu beschreiben, aber mir fehlt hier etwas Gefühl und Details. Er wirkt alles nur erzählt nicht so richtig wie eine Erinnerung, die Oles Leben verändert hat. Ist vielleicht nur mein Eindruck, aber es ist mir nicht dramatisch genug. Du hättest ruhig etwas dicker auftragen können. Den Kampf gegen die Wellen noch weiter beschreiben können und mehr auf die Gefühle, Todesangst, Verlustangst, Trauer eingehen können und was damit zusammen hängt. Tränen, starre Blicke, Entsetzen. Ich denke, du weißt, was ich meine.

Liebe Grüße

Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Unendlichkeit
Hallo Lady

Schön, dich hier zu treffen. Leider muss ich deine Geschichte ein wenig kritisieren. Ich fand, dass das Ende abzusehen war, was ich nicht weiter schlimm finde, aber die Umsetzung gefällt mir nicht so toll. Du klebst ein wenig zu sehr an den Namen, wo du auch Synonyme verwenden könntest. Wenn ich mich recht erinnere, war das auch eine kleine Schwäche von dir bei verlorene-werke.

Zitat:Nebelverhangen liegt das Watt vor ihm. Das Meer hat sich zurückgezogen, zeigt der Welt ein Mosaik aus Wasser und Matsch.
"Matsch" gefällt mir hier nicht so sehr. "Schlamm" würde mM nach besser kommen.

Zitat:Die Augen des kleinen Jungen funkeln mit den Lichtreflexen auf dem Wasser um die Wette und seine Wangen leuchten in einem sanften Rot.
Das ist schön

Zitat:Glückselig liegen Vater und Sohn in der Sonne.
Der Vater kann nicht allzu erfahren sein, sonst hätte er nicht geschlafen.

Zitat:Seine beiden Passagiere geben schnell auf, ihm ihren Willen aufzwingen zu wollen.
Also ich glaube, ein Mensch kämpft in so einer Situation ums nackte Überleben, weil der Überlebenswille so stark ist. Schon aus Instinkt, weißt du?

Zitat:Ole, der selbst mit den Fluten um sein Leben ringt
Der Vater könnte aktiver sein, vll versuchen, unter Einsatz seines Lebens seinen Sohn zu retten. Das ist, denke ich, realistischer

Zitat:Nach einer Nacht kehrt er alleine nach Hause zurück. An einem Tag, an dem die Welt im Nebel versinkt.
Als Mutter hätte ich den umgebracht

Also, ich finde deine Geschichte nicht schlecht, aber überarbeitungswürdig. Da sind einige Parts, die ich persönlich etwas unglaubwürdig finde. Auch der schnelle Wetterwechsel. So von Sonnenschein und Regen und wieder zurück.
Ich weiß nämlich, dass du es besser kannst und das solltest du auch zeigen.

Viele liebe Grüße Persephone


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Unendlichkeit
hallo ihr zwei,

es ist schön euch beide unter meiner geschichte zu finden. Icon_smile

@shaddowlino:

Zitat:Der Einstieg ist schön. Sofort kommen meine Erinnerungen an die Nordsee hoch, die hier zwar nicht unbedingt gemeint sein muss, aber da freue ich mich gleich noch mehr auf meinen Urlaub.

ja, die nordsee hat vorbild für diese geschichte gestanden. ich hab sie in meinem urlaub dort geschrieben. eigentlich müsste ich zum überarbeiten auch dort sein, aber das meer ist soweit weg. *seufz*

Zitat:Er wirkt alles nur erzählt nicht so richtig wie eine Erinnerung, die Oles Leben verändert hat.

da muss ich dir wohl recht geben. ich werde die geschichte gleich rausnehmen und am wochenende überarbeiten.

trotzdem vielen dank für deinen kommentar, der zwar ziemlich kritisch ausgefallen ist, mir aber natürlich weiterhilft. Icon_smile

@persi:

Zitat:Du klebst ein wenig zu sehr an den Namen, wo du auch Synonyme verwenden könntest. Wenn ich mich recht erinnere, war das auch eine kleine Schwäche von dir bei verlorene-werke.

richtig, das ist ein typisches problem von mir. auch hier drauf werd ich beim überarbeiten achten, also danke für den hinweis.

Zitat:Der Vater kann nicht allzu erfahren sein, sonst hätte er nicht geschlafen.

hab ich irgendwo geschrieben das er erfahren ist? sie haben sich eben vom schönen wetter täuschen lassen, vergessen jede gefahr.

Zitat:
Zitat:Seine beiden Passagiere geben schnell auf, ihm ihren Willen aufzwingen zu wollen.
Also ich glaube, ein Mensch kämpft in so einer Situation ums nackte Überleben, weil der Überlebenswille so stark ist. Schon aus Instinkt, weißt du?

ich versteh schon was du meinst. aber ich hatte das eher darauf bezogen, dass sie zuerst noch versucht haben, das boot in eine bestimmte richtung zu lenken und als sie merken, dass das nicht geht, versuchen sie einfach nur noch zu überleben.

Zitat:
Zitat:Ole, der selbst mit den Fluten um sein Leben ringt
Der Vater könnte aktiver sein, vll versuchen, unter Einsatz seines Lebens seinen Sohn zu retten. Das ist, denke ich, realistischer

macht er doch. gleich nimmt er sich ein seil, springt rein und versucht ihn zu retten. an dieser stelle muss er drauf achten nicht selbst rein zu fallen. ich werd mal schauen ob ich es einbauen kann, dass er an dieser stelle versucht zu yannik zu gelangen.

Zitat:Auch der schnelle Wetterwechsel. So von Sonnenschein und Regen und wieder zurück.

am meer gibt es durchaus schnelle wetterwechsel, weil die wolken durch den wind schnell vorangetrieben werden. so ist jedenfalls meine erfahrung. beim ersten wetterwechsel sind sie eingeschlafen und wir wissen nicht, wie lange sie geschlafen haben, ich denke da hat der sturm schon genug zeit aufzukommen. am ende bricht er dann ohnmächtig zusammen, wie lange er so da liegt ist auch nicht gesagt, ich denke auch hier hat der sturm genug zeit zu verschwinden.

Zitat:Ich weiß nämlich, dass du es besser kannst und das solltest du auch zeigen.

danke. das ist aufmunternd.

also vielen dank an euch beiden für eure hilfreichen kommentare. ich werde die geschichte jetzt rausnehmen und am wochenende überarbeiten.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Unendlichkeit
Hallo Lady,

freue mich sehr, etwas Neues von dir zu entdecken. *hüpf*

Zitat:Nebelverhangen liegt das Watt vor ihm. Das Meer hat sich zurückgezogen, zeigt der Welt ein Mosaik aus Wasser und Matsch. Die Gezeiten haben ihre Abdrücke im Sand hinterlassen, Muster auf den Meeresboden gemalt.
schöne Bilder und ein seht stimmungsvoller Anfang. Mir kommt es vor, als hätte ich es schon einmal gelesen. Mal sehen, genau erinnern kann ich mich noch nicht.

Zitat: Er sitzt am grünen Strand, lauscht dem Plätschern der letzten Wellen und schmeckt den salzigen Wind auf seinen Lippen.
Wir wissen ja noch nicht, wer "er" ist, deshalb würde ich vorschlagen, dass du hier mit einer Gestalt anfängst.
*Eine zierliche/dünne/schlaksige/etc. Gestalt sitzt am grünen Strand, ...

Zitat:Er genießt diesen friedlichen Augenblick der Ruhe, doch dann gibt der Nebel den Blick auf die Vergangenheit frei und mit der Erinnerung kommt auch das Meer zurück.
Schön, wie du Erinnerung und Gezeiten mischst.

Zitat:An Bord sind zwei Menschen, Vater und Sohn.
"zwei Menschen" kommt mir hier nicht so schön vor. Ich glaub ohne Menschen geht es auch, denn wer sollte auch sonst an Bord sitzen?
*An Bord sind Vater und Sohn.
*An Bord, Vater und Sohn - beide getrieben von der Sehnsucht nach dem Meer.

Zitat:Die Augen des kleinen Jungen funkeln mit den Lichtreflexen auf dem Wasser um die Wette und seine Wangen leuchten in einem sanften Rot.
Toll - schön das du die Leidenschaft da mit hinein nimmst. Oft genügt es machen ja einfach zu schreiben, dass er das Meer schön findet und dann war es das. Manchen gefällt diese knappe Art. Ich find es richtig schön, dass du Erzählung in Gefühl verwandelst.

Zitat:Unendlich ist der Himmel über ihm, unendlich breitet sich die Weite des Meeres vor ihm aus. Und unendlich ist die Trauer in ihm.
schön gemacht!

Also eine kleine Geschichte über das Meer und die Sehnsucht. Ich kann mich erinnern sie schon einmal gelesen zu haben, auf VeWe. - Manchmal dämmerts auch mir. *lach*
Sehnsucht ist das herausragende Thema deines Textes. Es beginnt damit und hört damit auf. Er das Streben, dem Meer nahe zu sein und dann der schmerzliche Wunsch, bzw. die Sehnsucht, nach dem Sohn, wenn das Watt vor einem liegt.
Eine traurige Geschichte, die du im erzählenden Stil geschrieben hast. Ich finde sie hat dadurch einiges an Dramatik verloren. Wenn du es direkt beschrieben hättest, glaub ich, dass vieles noch besser zur Geltung gekommen wäre. Insgesamt war es aber eine schöne Geschichte. Ich bin nicht der Meinung, meiner zwei Vorkommentatoren, dass es an Details gefehlt hat, denn du hast sehr schöne verwendet und das hat mir gefallen. Da waren die Schaumkronen, die Tränen, die sich mit dem salzigen Wasser auf der Haut mischen - wie gesagt wirklich schön und gemacht. Das waren die Träger der Stimmung, die auch trotz der Erzählweise klar bei mir angekommen ist. Das natürlich noch mehr gegangen wäre, ist sicherlich wahr. Ich glaube aber im Grunde hat waren nicht fehlende Details der Stolperstein, sondern die "Erzählung" an sich. Hautnah miterleben wäre gerade hier sicherlich sehr lesenswert gewesen.

Trotzdem gefallen und gerne gelesen,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Unendlichkeit
hi sternchen,

da bist du gerade noch so reingerutscht. Icon_smile

Zitat:schöne Bilder und ein seht stimmungsvoller Anfang. Mir kommt es vor, als hätte ich es schon einmal gelesen. Mal sehen, genau erinnern kann ich mich noch nicht.

ja, du hast sie schonmal gelesen. stichwort: "der erste satz ist der schwierigste" Mrgreen

Zitat:
Zitat:An Bord sind zwei Menschen, Vater und Sohn.
"zwei Menschen" kommt mir hier nicht so schön vor. Ich glaub ohne Menschen geht es auch, denn wer sollte auch sonst an Bord sitzen?

danke für die vorschläge. mit dem satz hatte ich ehrlich gesagt auch probleme.

Zitat:Ich bin nicht der Meinung, meiner zwei Vorkommentatoren, dass es an Details gefehlt hat, denn du hast sehr schöne verwendet und das hat mir gefallen.

boah, jetzt stürzt du mich aber in komplikationen. aber danke für das lob. Icon_smile

vielen dank, mein sternchen für deinen wunderbaren kommentar, der mich richtig zuversichtlich gestimmt hat, dass ich es schaffen kann noch ein bisschen mehr aus der geschichte herauszuholen. :icon_danke_ATDE:

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: Unendlichkeit (überarbeitet)
Hallo Lady


Ich glaube, ich kenne diese Geschichte von dir bereits, oder? *g* Aber als ich den Anfang überflogen habe, hat er mich sosehr gefesselt - auch wenn er mir bekannt vorkam - dass ich doch noch meinen Kommentar hier drunter setzen wollte.
Sprachlich hat mich deine Geschichte hier voll überzeugt. Wunderschöner Anfang, das Bild des Nebels über dem Meer und über den Gedanken, der sich dann lüftet, gefällt mir sehr gut, treffend. Schöner, melancholischer Schluss. Und auch im Mittelteil hast du schöne Bilder und Sätze drin.
Für meinen Geschmack war der Mittelteil vielleicht ein bisschen kurz - weil es sehr beschreibend klingt, weil du keine wörtliche Rede drin hast, weil es auf mich irgendwie wirkt wie eine kurze Zusammenfassung der geschehnisse.
Andererseits, hab ich mir dann gesagt, sitzt der kerl jua im sand und es ist ja wirklich eine kurze zusammenfassung der vergangenheit in sienem Kopf. Also erinnerung. Und es ist ja wirklich sehr realistisch, dass man sich nicht an jedes wort erinnert, das gesagt wurde, sondern eher an die ähm --- gesamtsituation *g* Und die Atmosphäre .. dieser weltuntergang, und zuerst diese fdriedliche, schöne welt auf dem boot, das kommt gut rüber.
Auch die Trauer des mannes kommt am schluss schön rüber.
Also eine wirklich schöne Geschichte, die ich gerne (nochmal) gelesen habe.
LG
Senf


Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: Unendlichkeit (überarbeitet)
hi senf,

Zitat:Ich glaube, ich kenne diese Geschichte von dir bereits, oder? *g* Aber als ich den Anfang überflogen habe, hat er mich sosehr gefesselt - auch wenn er mir bekannt vorkam - dass ich doch noch meinen Kommentar hier drunter setzen wollte.

ich denke auch, dass du die geschichte schon gelesen hast. umso toller find ichs da natürlich, dass der anfang dich auch ein zweitesmal fesseln konnte. *g*

war ja klar, dass dir der anfang und das ende am besten gefallen haben, dass ging noch mehr so. irgendwie ist der mittelteil mein sorgenkind.*seufz* aber deine gedanken dazu, dass es ja nur erinnerungen sind und man sich da nicht alles so ganz genau erinnert find ich sehr ... zutreffend. Icon_smile

aber das wichtigste die atmosphäre und die trauer sind bei angekommen und genau das wollte ich ja.

also vielen dank für das (nochmalige) lesen und kommentieren, es hat mich gefreut deinen positiven eindruck zu lesen.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2019 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme