Es ist: 13-11-2019, 15:43
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Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Beitrag #1 |

Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
zurück zu Teil 1

Als die Dämmerung hereinbrach, kam Louise wütend zu Hause an. Während sie ihren Mantel auszog und sich auf das Sofa setzte, überkam sie der Gefühlssturz. Plötzlich verlor sie die Kontrolle über ihre Empfindungen. Sie hatten sich zu einem unkontrollierbaren Ozean in ihrem Inneren aufgestaut, wallten unerwartet wie Wogen in ihr auf, umspülten ihre Seele und brachen schließlich als Tränen aus ihr heraus. Erst als diese versiegten, ging sie in die Küche, um Tee zu kochen. Doch als sie an den Wasserhahn trat, entschied sie sich für Kaffee. Die Maschine gluckste und gluckerte. Bräunliches Wasser tropfte in die Kanne. Louise dachte an Stephen. Eine Freundin hatte sie damals mit in „Henrys Eck“ genommen. Sie wollte den Auftritt der Jazz-Band erleben und musste Louise dazu überreden, sie zu begleiten. Schließlich hatte sie Louise einfach an dem großen Tisch, in der Mitte des Raumes, sitzen lassen. Irgendwann war Stephen aufgetaucht und hatte sich so ungezwungen zu ihr gesetzt, dass sie ihn einfach anlächeln musste. Der Abend ging viel zu schnell vorüber, aber sie hatten schon ein weiteres Treffen vereinbart. Stephen hatte zu dieser Zeit gerade seine Ausbildung in der Bank beendet und dort eine feste Anstellung erhalten. Sie kannten sich gerade zwei Jahre, als Stephen ihr den Heiratsantrag machte. Kurz nach der Hochzeit wurde sie schwanger und gab ihre Stelle im Büro einer Firma auf. Sie waren beide überglücklich, als Tommi an einem sonnigen Augusttag in ihr Leben kam. Stolz beobachteten sie wie er heranwuchs, seine Zähne bekam, die ersten Schritte lief und alleine vom Kindergarten nach Hause kam.
Die Kaffeekanne war noch nicht ganz voll, als sie ins Wohnzimmer ging, um ihren Sohn anzurufen. Tommi freute sich, als er die Stimme seiner Mutter hörte, aber noch mehr freute er sich, dass er bei seiner Oma übernachten durfte. Louise wich der besorgten Nachfrage ihrer Mutter aus und sagte, dass sie und Stephen einfach etwas Zeit für sich brauchten.
Sie schenkte sich Kaffee ein. Er schmeckte bitter. Aber das machte ihr nichts aus. Nach dem zweiten Schluck hatte sie beschlossen darauf zu warten, dass Stephen nach Hause kam. Die Kaffeetasse stand halbleer auf dem niedrigen Wohnzimmertisch. Louise saß auf der Couch, draußen in der Dunkelheit funkelten die Sterne. Im Wohnzimmer hatte sie kein Licht gemacht, sondern nur die Lampe in der Küche brennen lassen, deren Schein das angrenzende Zimmer schwach erhellte. Ihr Blick fiel auf die Titelseite einer Zeitschrift. Eine zufriedenwirkende Familie, die sich anscheinend über ihre neue Küche freute, strahlte ihr entgegen. Erneuter Gefühlssturz. Abermals wurden ihre Wangen feucht. Als sie sich wieder gefasst hatte, setzte sie sich auf den Teppich, vor dem Sofa, auf dem immer noch die Legosteine verstreut waren. Daneben stand der Kunststoffeimer, indem die restlichen Plastikstückchen lagen. Vorsichtig setzte sie einen roten Stein auf einen gelben, griff nach einem weiteren und dachte daran wie Tommi im Sommer eingeschult worden war. Stephen und sie waren so stolz, als ihr Sohn zahnlückig, mit einer Schultüte im Arm, zwischen den anderen Kindern stand und ihnen zuwinkte. Ein paar Wochen danach rief ihr Chef an und fragte sie, ob sie wieder arbeiten wolle. Eine ihrer ehemaligen Kolleginnen war schwanger geworden und er musste die Stelle wieder besetzen. Louise nahm das Angebot an. Dann wurde ihr sogar die Möglichkeit geboten an einem Wochenendseminar teilzunehmen, damit sie sich weiterbilden konnte. Natürlich hatte sie mit Stephen darüber gesprochen und er hatte sie dabei unterstützt, freute sich sogar, Zeit allein mit seinem Sohn verbringen zu können. Doch dann häuften sich die Seminare. Beinahe jedes Wochenende war Louise unterwegs und hoffte, dass es nur vorübergehend so war. Bis heute Nachmittag hatte sie geglaubt, dass Stephen das akzeptieren würde. Er hatte mit ihr darüber reden wollen, dass wusste sie. Aber damals nahm sie an, er wollte sie dazu überreden wieder daheim zu bleiben.
Stück für Stück baute sie den rot-gelben Turm wieder ab und legte die Plastiksteine zurück in den Eimer. Sie überlegte, wie sie mit Stephen reden konnte. Dann fiel ihr Blick auf den Wohnzimmerschrank und ihre gemeinsamen Erinnerungen.

Der Wecker klingelte. Henry ärgerte sich. Er hatte Stephen nicht dazu bringen können, nach Hause zu gehen. Deshalb hatte er ihn in eines seiner Pensionszimmer einquartiert, welche er seit Jahren nicht mehr vermietete. Jetzt musste Henry auch noch pünktlich aufstehen, um seinem Gast wenigstens ein annehmbares Frühstück bieten zu können. Also zog er sich an. Acht Uhr. Sonntagmorgen. Seine Kellnerin hatte frei, denn eigentlich öffnete er seine Kneipe erst zur Mittagszeit und er hätte länger schlafen können. Aber er wollte Stephen endlich los werden und hatte sich überlegt, dass dieser wohl erst nach dem Frühstück gehen würde.
Henry füllte den Kaffee in ein kleines Porzellankännchen, als sein Gast die Treppe hinabstieg. Wie Henry erwartet hatte, setzte er sich an den Nischentisch. Der Wirt brachte ihm das Frühstück. Ein Brötchen, etwas Marmelade, eine Scheibe Wurst und ein Kännchen Kaffee. Henry war stolz auf sich. Gerade hatte er für sich selbst Kaffee eingeschenkt, als wieder die junge Rothaarige an seine Tür klopfte.
„Ist er hier?“, fragte sie und vergaß dabei die Begrüßung.
„Ja, ich habe ihn in eines der Pensionszimmer bringen können.“ Etwas leiser fügte er hinzu: „Er sieht nicht gut aus.“
„Vielen Dank, Henry.“ Die Erleichterung darüber, dass Stephen in einem Zimmer hatte schlafen können, war in ihrer Stimme nicht zu überhören.
„Kein Problem.“ Er bat sie hinein und ließ die beiden allein, froh endlich seinen Kaffee trinken zu können.

Stephen saß genauso da wie am Abend zuvor. Der einzige Unterschied war, dass er die Finger um eine halbvolle Kaffeetasse geschlungen hatte. Sein Essen hatte er nicht angerührt. Louise schloss ein letztes Mal die Finger fester um die Tüte, welche sie mitgebracht hatte, dann ging sie auf ihren Mann zu, gab ihm einen Kuss auf die Wange und sagte so fröhlich wie sie konnte:
„Guten Morgen, Schatz. Hast du gut geschlafen? Tommi war sehr glücklich, dass er bei seiner Oma übernachten durfte.“
„Louise.“ Seine Stimme war nur ein heiseres Flüstern. Sie setzte sich ihm gegenüber an den Tisch, dann griff sie in die Tüte.
„Schau mal. Ich habe dir etwas mitgebracht.“ Louise erschrak darüber, dass sie mit ihrem Mann wie mit einem Kind sprach, spürte den nächsten Gefühlssturz in sich aufwallen und zögerte einige Sekunden. Doch dann sah sie, dass der Schatten um seine Augen noch eine Nuance dunkler geworden war und ihre Entschlossenheit wurde umso stärker. Sie legte einige Fotos auf den Tisch.
„Das hier ist unser erster gemeinsamer Urlaub. Weißt du noch? Wir waren eine Woche in Paris und es hat fünf Tage lang geregnet.“ Louise schaute ihren Mann an. Sein Blick lag regungslos auf dem Foto.
Paris. Grau in Grau. Vor dem Eiffelturm ein junges Pärchen. Die Frau lächelt in die Kamera, während er ihr einen Kuss auf die Wange gibt.
„Eine Woche nachdem wir wieder zu Hause waren, hast du mir den Heiratsantrag gemacht.“
Ein Lächeln huschte über Stephens Gesicht, aber so kurz, dass Louise glaubte sie hätte es sich nur eingebildet. Sie zeigte ihm das nächste Foto.
Eine kleine Kirche. Davor ein Hochzeitspaar. Die Braut in einem weißen Kleid, das rote Haar unter dem Schleier hochgesteckt. Der Bräutigam hält seine Frau am Arm, um ihr über eine Stufe zu helfen.
„Beinahe wäre ich die kleine Stufe vor der Kirche hinaufgefallen, wenn du mir nicht geholfen hättest. Ich bin es nicht gewohnt Kleider zu tragen.“ Louise sah Stephen an. Seine Augen ruhten auf dem Bild. Sie wertete es als gutes Zeichen und schob das nächste Foto in sein Blickfeld.
Grüner Strand. Ein Mann in einem gelben Strandkorb. Auf der Deichkrone einige Schafe. Seitlich die Wellen der Nordsee. Der Mann hat die Beine ausgestreckt und scheint die Augen geschlossen zu haben.
„Ach ja“, begann Louise, in der Hoffnung, dass Stephen etwas sagen würde.
„Das war unser erster Urlaub mit Tommi. Kurz vorher haben wir seinen dritten Geburtstag gefeiert. War das an dem Tag, als er dich so erschreckte, dass du aufgesprungen bist? Ich glaube, das war, weil er dir ganz aufgeregt ein schwarzes Schaf zeigen wollte.“ Sie sah ihn an, noch immer hoffend, dass er etwas sagen würde.

Plötzlich ist alles anders, vieles hat sich verändert. Tommi wird immer größer, Louise ist ständig unterwegs. Nicht so wie du. Auf dich kann ich mich verlassen. Du bist immer da. Aber jetzt fällt mir auf, dass du dich auch verändert hast. Seit Louise sich zu uns an den Tisch gesetzt hat, schaust du mich vorwurfsvoll an. Ich habe das ganze Wochenende mit dir verbracht und doch spüre ich, dass ich dir nie genügen werde. Viel mehr Zeit müsste ich mit dir verbringen, damit du zufrieden bist. Als wir uns gestern nach langer Zeit wiedersahen, war ich glücklich. Doch jetzt sehe ich die vergangenen Erinnerungen vor mir auf dem Tisch und weiß nicht mehr, was ich fühlen soll. Louise hat meine Gefühle gestürzt. Die Realität scheint über mir zusammenzubrechen. Die Erinnerungen toben. Kämpfen miteinander, verschieben sich, überlagern sich gegenseitig. Zwei Bilder, zwei Frauen. Doppeltes Flammenhaar.
Ich schließe die Augen, öffne sie wieder und sehe nur noch Louise.


„Nein. Das war später. Das war der Tag, an dem er mir den kleinen Stein geschenkt hat. Der, der noch immer auf meinem Nachttisch liegt.“ Stephen schaute seine Frau an. Seine Augen leuchteten. Louise lächelte und zeigte ihm dann das letzte Foto.
Goldenes Meer. Der Himmel bemalt mit leuchtenden Feuerfarben. Die Sonne, ein glutroter Feuerball, nur noch zur Hälfte zu sehen. Nur als schwarze Umrisse zu erkennen, ein Pärchen auf einer Bank, die Arme umeinander gelegt und in den Sonnenuntergang schauend.
„Das war an unserem letzten Abend dort. Du wolltest unbedingt einen Sonnenuntergang am Meer erleben. Also haben wir Tommi bei unseren Vermietern gelassen und uns auf den Weg gemacht. Zufällig kam noch ein einsamer Spaziergänger vorbei, der das Foto von uns machen konnte.“
„Ein wunderschöner Abend.“ Louise wusste nicht, was sie sonst hätte sagen sollen. Stephen hatte seinen Stuhl verlassen und sich neben seine Frau gesetzt. Er legte ihr den Arm um die Schultern und zog sie an sich. Erneuter Gefühlssturz. Doch diesmal waren es Tränen der Freude.

Gerade wollte sich Henry seine zweite Tasse Kaffee einschenken, als er sah, dass die beiden an der Theke standen. Er war froh seinen Übernachtungsgast los zu sein. Die junge Frau gab ihm ein ordentliches Trinkgeld dafür, dass er sich so nett um ihren Mann gekümmert hatte. Henry nahm es dankend entgegen. Nachdem sie die Kneipe verlassen hatten, räumte er den Nischentisch ab. Als er die leeren Teller und die Tasse auf das Tablett stellte, fiel sein Blick auf das Bild, welches sein merkwürdiger Gast stundenlang angestarrt hatte. Es war ein billiger Kunstdruck, der ihm irgendwann einmal geschenkt worden war. Er glaubte sich zu erinnern, dass das Bild mit dem rothaarigen Mädchen „Junges Mädchen mit Strohhut“ hieß und von Renoir war. Aber sicher war er sich nicht und ihm war es auch egal.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Hi meine Lady!^^
Das ist der zweite Teil! *freu* Da mach ich mich doch direkt mal an das Kommi! Icon_wink

Zitat:Während der Dämmerung war Louise wütend zu Hause angekommen.
Der Satz klingt nicht so schön ... das "während der Dämmerung" gefällt mir nicht und die Zeitform ist auch irgendwie unglücklich (finde ich) eher: "Als die Dämmerung hereinbrach kam Louise wütend zu Hause an."? Mrgreen

Zitat:Dann überkam sie der Gefühlssturz
ist "Gefühlssturz" ein existirendes Wort? Ich kenne es nicht, aber ich finde es ist eine total schöne Metapher ... aber als Metapher würde ich es anders ein bauen:
"Dann stürzte plötzlich alles auf sie ein, all die aufgestauten Gedanken, all die aufgestauten Gefühle. Gefühlssturz." oder so Icon_wink verstehst du was ich meine?

Zitat:Erst als sie diese versiegten ging
das "sie" muss weg^^

Zitat:sie in die Küche und wollte Tee kochen
klingt ein bisschen Umgangssprachlich ... "um Tee zu kochen"? ^^

Zitat:Bräunliches Wasser tropfte in die Kanne und Louise dachte an Stephen.
hm ... ich glaub "und" ist nicht ganz passend, besser "während" es passiert ja gleichzeitig Icon_wink

Der Anfang ist noch ein bisschen holprig ...schau da noch mal drüber Icon_wink

Zitat: Er schmeckte bitter. Aber das machte ihr nichts aus.
vom Bauchgefühl her, würde ich die beiden Sätze mit einem Komma zusammenfassen^^

Wird jetzt viel flüssiger!^^

Zitat:Sie hatte beschlossen darauf zu warten, dass Stephen nach Hause kam.
Das steht da so ein bisschen haltlos/ unverbunden ... ich fänds besser, wenn da z.B. ein "irgendwann" vorstände ... Icon_smile
nach diesem Satz würde ich einen Absatz machen (zumindest eine neue Zeile beginnen) denn jetzt kommt ja ein Zeitsprung und dann liest sich der besser raus ...

Zitat:Louise saß auf der Couch, draußen in der Dunkelheit der Nacht funkelten die Sterne.
die Nacht kannst du streichen, die stört ein bisschen, es ist ja klar das es Nacht ist, wenn in der Dunkelheit Sterne funkeln Icon_wink sonst eine sehr schöne Stelle!

Zitat:Erneuter Gefühlssturz.
Du könntest mir auch verraten, was sie fühlt ... "Gefühlssturz" ist zwar ansich ein total melancholisch-sschönes Wort, aber da fehlt die Ergänzung, die Emotion Icon_wink ich sehe Louise nur von Außen bisher ... aber du schreibst doch nicht als allwissender Erzähler oder ...^^

Zitat:Vorsichtig setzte sie einen roten Stein auf einen Gelben, griff nach einem weiteren und dachte daran wie Tommi im Sommer eingeschult worden war.
Schön!

Zitat:als ihr Sohn zahnlückig, mit einer Schultüte im Arm, zwischen den anderen Kindern stand und ihnen zuwinkte.
süß^^

Zitat:Sie überlegte, wie sie mit Stephen reden konnte. Dann fiel ihr Blick auf den Wohnzimmerschrank und ihre gemeinsamen Erinnerungen.
Du hast am Anfang erwähnt, das sie wütend ist ... dann solltest du auch irgendwann erwähnen, das der Zorn nachlässt, oder verraucht, oder so ... denn sonst bleibe ich wieder außen vor und frage mich warum sie jetzt überlegt wie sie mit Stephen reden kann ... auch wenn man das ein wenig aus ihrem "Spiel" mit den Legosteinen ablesen konnte (das fand ich echt schön^^), fehlt da noch etwas ...

Zitat:Jetzt musste Henry auch noch pünktlich aufstehen, um seinem Gast wenigstens ein annehmbares Frühstück bieten zu können.
*ggg*

Zitat:Henry war stolz auf sich.
Icon_lol

Zitat:fragte sie und vergaß dabei die Begrüßung.
schön ausgedrückt finde ich!

Zitat:Louise schloss noch einmal die Finger fester um die Tüte
das "noch einmal" passt meiner Meinung nicht ganz, denn es ist für mich als Leser ja das erste Mal, das sie die Finger um die Tüte schließt ...^^

Zitat:Tommi war sehr glücklich bei seiner Oma schlafen zu dürfen.“
diese Aussage wirkt etwas zu "gestelzt" ich glaub so redet Louise nicht ... ehr "Tommi war sehr glücklich darüber, dass er bei seiner Oma schlafen dürfte" noch besser übernachten dürfte, dann hast du "schlafen" nicht so direkt hintereinander Icon_wink

Echt schöne Erinnerungen ... Icon_smile

Zitat:Das war unser erster Urlaub mit Tommi. Kurz vorher haben wir seinen dritten Geburtstag gefeiert. War das an dem Tag, als er dich so erschreckte, dass du aufgesprungen bist? Ich glaube, dass war, weil er dir ganz aufgeregt ein schwarzes Schaf zeigen wollte.“
„Nein. Das war später. Das war der Tag, an dem er mir den kleinen Stein geschenkt hat. Der, der noch immer meinem Nachttisch liegt.“
ich mag es nicht besonders, wenn Dialog-aussagen direkt hinter einander kommen, ich finde da muss noch ein Satz zwischen, irgendeine Handlung, hier z.B. "Hoffnungsvoll sah sie ihn an" oder so^^ dann ist es auch einfacher, die Aussagen zuzuordnen^^

Zitat:Er legte ihr den Arm um die Schultern und zog sie an sich.
Hm ... das ging aber schnell ...

Hm ... bitte nicht böse sein Icon_nosmile aber das Ende gefällt mir irgendwie nicht ... ich finde das der zweite Teil abfällt im Hinblick auf den ersten ... mir fehlt der Blick in die Gefühle ... ich bleibe irgendwie auf Distanz gehalten ... und am Ende geht es einfach viel zu schnell, für das, was du im ersten Teil alles angedeutet hast ... und warum schreibst du am Ende nicht aus der Sicht von Stephen? Dann wäre ich als Leser wieder viel mehr drin ... außerdem wäre es echt interessant zu erfahren, wie genau er sich jetzt von dem Bild losreist ...

nicht böse seinIcon_nosmile (fühlt sich mies)

Gaaanz liebe Grüße von deinem Wanderer!

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Beitrag #3 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
hallo mein wanderer,

wie schön, dass du es wieder geschafft hast, der erste unter meiner geschichte zu sein. na dann will ich mal sehen, was du so dazu zu sagen hast. Icon_wink

Zitat:ist "Gefühlssturz" ein existirendes Wort? Ich kenne es nicht, aber ich finde es ist eine total schöne Metapher ... aber als Metapher würde ich es anders ein bauen:

ich hab keine ahnung ob das wort existiert. es ist mir irgendwann einfach mal so eingefallen. hmm, dein einbauversuch gefällt mir irgendwie.

Zitat:Der Anfang ist noch ein bisschen holprig ...schau da noch mal drüber

wird gemacht. deinen vorschlag zum ersten satz find ich übrigens auch ganz gut, da hab ich echt lange dran rumgefummelt, an dieser blöden dämmerung. Icon_rolleyes

Zitat:Du hast am Anfang erwähnt, das sie wütend ist ... dann solltest du auch irgendwann erwähnen, das der Zorn nachlässt, oder verraucht, oder so ... denn sonst bleibe ich wieder außen vor und frage mich warum sie jetzt überlegt wie sie mit Stephen reden kann ... auch wenn man das ein wenig aus ihrem "Spiel" mit den Legosteinen ablesen konnte (das fand ich echt schön^^), fehlt da noch etwas ...

diesen "emotionenumschwung" wollte ich eigentlich mit dem gefühlssturz ausdrücken. schließlich hat sie sich nach dem nach hause kommen richtig "ausgeheult" und ist dann wieder "frei" für andere emotionen. schön, dass du das mit den legosteinen magst. ^^

Zitat:
Zitat:Louise schloss noch einmal die Finger fester um die Tüte
das "noch einmal" passt meiner Meinung nicht ganz, denn es ist für mich als Leser ja das erste Mal, das sie die Finger um die Tüte schließt ...^^

das "noch einmal" ist eigentlich anders gemeint, als: "noch einmal bevor ..."

Zitat:und warum schreibst du am Ende nicht aus der Sicht von Stephen? Dann wäre ich als Leser wieder viel mehr drin ... außerdem wäre es echt interessant zu erfahren, wie genau er sich jetzt von dem Bild losreist ...

ich hatte erst noch so einen abschnitt in planung. aber irgendwie bin ich da nicht so richtig reingekommen und hab ihn dann weggelassen. ich weiss auch nicht so genau warum. aber wenn du jetzt sagst, dass es anscheinend wichtig ist, werd ich mich mal drum kümmern, ob ich das nicht doch noch hingriege.

Zitat:nicht böse sein Icon_nosmile (fühlt sich mies)

mach dir keine gedanken, meinem wanderer kann ich doch gar nicht böse sein. Icon_bussi vllt kann ich dich ja doch noch von der geschichte überzeugen, wenn ich noch den "stephen-gedanken-abschnitt" eingebaut habe. Icon_wink

dein kommentar gefällt mir trotzdem sehr gut. über deine textlichen anmerkungen werde ich auf jedenfall nachdenken, du hast genau die abschnitte gefunden mit denen ich mich schwer getan habe. ich hoffe die dann noch etwas flüssiger hingriegen zu können.

vielen dank das du dich so intensiv mit meiner geschichte beschäftigt hast.

ganz liebe grüße von
deiner Lady

edit: ich habe noch einen abschnitt über stephens gedanken eingebaut. ich hoffe so ist seine reaktion jetzt verständlicher. ^^

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Beitrag #4 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Huhu meine Lady!^^

Und da bin ich direkt wieder, nach dem du die Geschichte so schnell überarbeitet hast Icon_wink

Zitat:Sie hatten sich zu einem unkontrollierbaren Ozean in ihrem Inneren aufgestaut, wallten unerwartet wie Wogen in ihr auf, umspülten ihre Seele und brachen schließlich als Tränen aus ihr heraus.
sehr schön^^ viel besser Icon_wink

Zitat:Plötzlich ist alles anders, vieles hat sich verändert. Tommi wird immer größer, Louise ist ständig unterwegs. Nicht so wie du. Auf dich kann ich mich verlassen. Du bist immer da.
das gefällt mir gut, da knüpfst du wieder an, am ersten Text^^

aber der kleine Abschnitt erscheint mir immer noch ein bisschen zu ... wenig ... ich meine, im letzten Text war er so versunken in das Bild, hat kaum reagiert auf Lousie, hat stattdessen an ihr vorbei geguckt ... es ist verständlich das schöne Erinnerungen ihn "zurückholen", aber es müsste von meinem Gefühl her einfach länger dauern, da müsste ein innerer Kampf toben ... verstehst du was ich meine? Hier kommt es so plötzlich, so von jetzt auf gleich ...
beschreib hier seine Gefühl eindringlicher (so wie oben bei Louise jetz mit dem Ozean^^)

Es hilft aber auf jeden Fall schon mal sehr, überhaupt etwas aus seiner Perspektive zu erfahren!
(Jetzt bin ich schon wieder so am rumkritisierenIcon_nosmile sorry will dir ja helfen ... *zögerlich und ganz lieb guck*)

Gaaanz liebe Grüße von deinem Wanderer!

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Beitrag #5 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
hi mein wanderer,

mensch, du bist ja schnell. dein zweiter stern steht dir übrigens sehr gut. Icon_smile

Zitat:es ist verständlich das schöne Erinnerungen ihn "zurückholen", aber es müsste von meinem Gefühl her einfach länger dauern, da müsste ein innerer Kampf toben ... verstehst du was ich meine? Hier kommt es so plötzlich, so von jetzt auf gleich ...

okay. immerhin hab ich jetzt schon den teil mit louise einigermaßen verbessert. ich hab mir schon gedacht, dass stephens teil noch zu wenig ist, da werd ich mir nochmal gedanken machen. jetzt bin ich in seinem denken wenigstens wieder einigermaßen drin. Icon_smile

Zitat:(Jetzt bin ich schon wieder so am rumkritisieren sorry will dir ja helfen ... *zögerlich und ganz lieb guck*)

dein rumkritisiere ist hilft mir wirklich, danke dafür. Icon_bussi außerdem freu ich mich grad, dass dir das mit dem ozean gefällt. spontane ideen sind eben doch die besten. Icon_smile

lg von deiner
Lady

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Beitrag #6 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Hallo Lady,

so, da bin ich wieder.
Nun habe ich die Geschichte zu Ende gelesen und es gibt Dinge, die mir sehr gut, aber auch Dinge, die mir weniger gut gefallen haben.
Dieser lange Teil, wo Louise sich zurückerinnert, war mir persönlich zu lang bzw. vielleicht zu geballt. Im ersten Teil hast du die Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart besser halten können.
Vielleicht könntest du die Passage aufteilen und zwischen Louise, wie sie im Wohnzimmer sitzt bzw. sich einen Kaffee kocht, und den Gedanken an früher abwechseln?

Der "Gefühlssturz" konnte mich leider nicht überzeugen. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen, er wirkt mir zu überladen. Da aber deine Geschichte so heißt, wirst du ihn sicher behalten, das ist auch okay - persönlicher Geschmack halt. Icon_smile

Die Szene, als sie Stephen die Fotos aus ihrem gemeinsamen Leben zeigt, fand ich dagegen total schön und sehr lebendig geschildert. Man merkt förmlich, wie die beiden wieder ein Stück zusammenwachsen, während sie sich die Bilder anschauen.

Und das Ende - sehr gelungen. Darauf wäre ich niemals gekommen, es hat mir gut gefallen.

Insgesamt eine schöne Geschichte mit einem Happy End (Gott sei Dank Mrgreen ), die, wie ich es sagen kann, nun viel besser ist als dein Wettbewerbsbeitrag, der zwar nicht schlecht war, aber mit der verbesserten Version nicht mithalten kann.

Zum Text (leider waren in diesem Teil mehr Fehler drin ...):

Zitat:Als die Dämmerung hereinbrach kam Louise wütend zu Hause an.
Komma nach "hereinbrach".

Zitat:Während sie ihren Mantel auszog und sich auf das Sofa setzte überkam sie der Gefühlssturz.
Komma nach "setzte".

Zitat:Erst als diese versiegten ging sie in die Küche um Tee zu kochen.
Komma nach "versiegten" und nach "Küche".

Zitat:Sie wollte den Auftritt der Jazz-Band erleben und musste Louise dazu überreden sie zu begleiten.
Komma nach "überreden".

Zitat:Stephen war irgendwann plötzlich aufgetaucht und hatte sich so ungezwungen zu ihr gesetzt, dass sie ihn einfach anlächeln musste.
Vorschlag: "Irgendwann war Stephen aufgetaucht ..."

Zitat:Sie waren beide überglücklich, als Tommi an einem sonnigen Augusttag in ihr Leben fiel.
Fiel? Das ist eine komische Formulierung. Icon_wink
"in ihr Leben kam" oder "ihr Leben vervollständigte" oder "geboren wurde"

Zitat:Stolz beobachteten sie wie er heranwuchs, seine Zähne bekam, die ersten Schritte lief und alleine vom Kindergarten nach Hause kam.
Was?! Ich kenne keine Eltern, die ihr Kind schon vom Kindergarten allein nach Hause gehen lassen. Frühestens Vorschule. Bei mir war es sogar erst in der zweiten Klasse und ich war kein Einzelfall.

Zitat:Eine zufriedenwirkende Familie, die sich anscheinend über ihre neue Küche freute, strahlte ihr entgegen. Erneuter Gefühlssturz. Abermals wurden ihre Wangen feucht.
zufrieden wirkende
Hier würde (persönliche Meinung) die Szene viel besser wirken ohne den Satz mit dem Gefühlssturz.

Zitat:Daneben stand der Kunststoffeimer indem die restlichen Plastikstückchen lagen.
Kunststoffeimer, in dem die ...

Zitat:Vorsichtig setzte sie einen roten Stein auf einen Gelben, griff nach einem weiteren und dachte daran wie Tommi im Sommer eingeschult worden war.
gelben

Zitat:Stephen und sie waren so stolz, als ihr Sohn zahnlückig, mit einer Schultüte im Arm, zwischen den anderen Kindern stand und ihnen zuwinkte. Ein paar Wochen danach rief ihr Chef an und fragte sie, ob sie wieder arbeiten wolle. Eine ihrer ehemaligen Kolleginnen war schwanger geworden und er musste die Stelle wieder besetzen. Louise nahm das Angebot an. Dann wurde ihr sogar die Möglichkeit geboten an einem Wochenendseminar teilzunehmen, damit sie sich weiterbilden konnte. Natürlich hatte sie mit Stephen darüber gesprochen und er hatte sie dabei unterstützt, freute sich sogar, Zeit allein mit seinem Sohn verbringen zu können. Doch dann häuften sich die Seminare. Beinahe jedes Wochenende war Louise unterwegs und hoffte, dass es nur vorübergehend so war.
Eigentlich müsste die gesamte Passage im Plusquamperfekt stehen, also in der Vorvergangenheit.
Zitat:Aber damals nahm sie an, er wollte sie dazu überreden wieder daheim zu bleiben.
Der Satz auch.

Zitat:Er hatte Stephen nicht dazu bringen können nach Hause zu gehen.
können, ...

Zitat:Henry füllte den Kaffee in ein kleines Prozellankännchen, als sein Gast die Treppe hinabstieg.
Porzellan...

Zitat:Wie Henry erwartet hatte setzte er sich an den Nischentisch.
hatte, ...

Zitat:„Vielen Dank, Henry.“ Die Erleichterung darüber, dass Stephen in einem Zimmer hatte schlafen können, war in ihrer Stimme nicht zu überhören.
Und woher kennt sie seinen Namen?

Zitat:Stephen saß genauso da, wie am Abend zuvor.
Komma weg.

Zitat:Sie setzte sich wieder, ihm gegenüber an den Tisch, dann griff sie in die Tüte.
Kein Komma nach "wieder".
Warum überhaupt wieder?

Zitat:„Schau mal. Ich habe dir Etwas mitgebracht.“

etwas

Zitat:Grüner Strand. Ein Mann in einem gelben Strandkorb. Auf der Deichkrone einige Schafe. Seitlich die Wellen der Nordsee. Der Mann hat die Beine ausgestreckt und schien die Augen geschlossen zu haben.
Hast du da die Farben verwechselt? Icon_confused
scheint

Zitat:Ich glaube, dass war, weil er dir ganz aufgeregt ein schwarzes Schaf zeigen wollte.“

das

Zitat:Als wir uns gestern, nach langer Zeit, wiedersahen war ich glücklich.
Die beiden Kommas weg, dafür eins nach "wiedersahen".

Zitat:Doch jetzt sehe ich die vergangenen Erinnerungen vor mir auf dem Tisch und weiss nicht mehr was ich fühlen soll.
weiß
Komma nach "mehr"

Zitat:Die Erinnerungen toben. Kämpfen miteinader, verschieben sich, überlagern sich gegenseitig.
miteinander
Schöne Formulierung!

Zitat:Zwei Bilder, zwei Frauen. Doppeltes Flammenhaar.
Und die hier finde ich auch sehr schön.

Zitat:Goldenes Meer. Der Himmel bemalt mit leuchtenden Feuerfarben. Die Sonne, ein glutroter Feuerball nur noch zur Hälfte zu sehen. Nur als schwarze Umrisse zu erkennen, ein Pärchen auf einer Bank, die Arme umeinander gelegt und in den Sonnenuntergang schauend.
Und die auch. *g*
Komma nach "Feuerball".

Zitat:Also haben wir Tommi bei unseren Vermietern gelassen und haben uns auf den Weg gemacht.
Das zweite "haben" kannst du streichen.

Zitat:Louise wusste nicht was sie sonst hätte sagen sollen.

wusste nicht, was ...

Ich wünsche dir einen schönen Abend,

Lilly


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Beitrag #7 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
hi lilly,

prima, dass du es so schnell auch zum zweiten teil geschafft hast.

Zitat:Dieser lange Teil, wo Louise sich zurückerinnert, war mir persönlich zu lang bzw. vielleicht zu geballt. [...] Vielleicht könntest du die Passage aufteilen und zwischen Louise, wie sie im Wohnzimmer sitzt bzw. sich einen Kaffee kocht, und den Gedanken an früher abwechseln?

hmm, ich verstehe, was du meinst. da muss ich mir mal gedanken drüber machen.

Zitat:Der "Gefühlssturz" konnte mich leider nicht überzeugen. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen, er wirkt mir zu überladen. Da aber deine Geschichte so heißt, wirst du ihn sicher behalten, das ist auch okay - persönlicher Geschmack halt.

gefühlssturz gehört zu den wörtern, die mir immer mal wieder spontan einfallen. irgendwie hat es dann auch den weg in die geschichte geschafft und war mein roter faden beim schreiben. schade, dass es dich nicht überzeugen konnte. wird aber wahrscheinlich wirklich geschmackssache sein. Icon_wink

Zitat:Die Szene, als sie Stephen die Fotos aus ihrem gemeinsamen Leben zeigt, fand ich dagegen total schön und sehr lebendig geschildert. Man merkt förmlich, wie die beiden wieder ein Stück zusammenwachsen, während sie sich die Bilder anschauen.

da bin ich jetzt aber erleichtert, dass dir das hingegen wieder gefallen hat. das ist ja eine der wichtigsten szenen. Icon_smile

Zitat:Und das Ende - sehr gelungen. Darauf wäre ich niemals gekommen, es hat mir gut gefallen.

ich hab doch gesagt, dass du überrascht sein wirst. Icon_smile

Zitat:Insgesamt eine schöne Geschichte mit einem Happy End (Gott sei Dank Mrgreen), die, wie ich es sagen kann, nun viel besser ist als dein Wettbewerbsbeitrag, der zwar nicht schlecht war, aber mit der verbesserten Version nicht mithalten kann.

Mrgreen Smiley_emoticons_blush Icon_jump ich freu mich gerade ganz wahnsinnig das dir das ende gefällt. ich hatte schon angst, dass es irgendwie zu kitschig wird. aber ich weiss nicht was ich sonst mit den zwei gemacht hätte. du hast natürlich völlig recht, die erste version kann da gar nicht mithalten. hier hab ich der geschichte einfach mehr raum geben können um sich so zu zeigen, wie ich es eigentlich wollte.

Zitat:
Zitat:Stolz beobachteten sie wie er heranwuchs, seine Zähne bekam, die ersten Schritte lief und alleine vom Kindergarten nach Hause kam.
Was?! Ich kenne keine Eltern, die ihr Kind schon vom Kindergarten allein nach Hause gehen lassen. Frühestens Vorschule. Bei mir war es sogar erst in der zweiten Klasse und ich war kein Einzelfall.

ich wohne in einem kleinen dorf, da dürfen die kinder -soweit ich mich erinner- ab dem zweiten kindergartenjahr alleine heimgehen. das sind die sog. "alleingeher". aber auf jeden fall dürfen die das. wird wohl von der umgebung abhängig sein.

Zitat:
Zitat:„Vielen Dank, Henry.“ Die Erleichterung darüber, dass Stephen in einem Zimmer hatte schlafen können, war in ihrer Stimme nicht zu überhören.
Und woher kennt sie seinen Namen?

na von früher. stephen und sie haben sich da doch kennengelernt, also kennt sie henry auch.

Zitat:
Zitat:Sie setzte sich wieder, ihm gegenüber an den Tisch, dann griff sie in die Tüte.
Kein Komma nach "wieder".
Warum überhaupt wieder?

sie hat am tag vorher auch da gesessen. aber ich glaub, ich streich das wieder einfach, dann gefällt mir der satz besser. Icon_smile

Zitat:
Zitat:Grüner Strand. Ein Mann in einem gelben Strandkorb. Auf der Deichkrone einige Schafe. Seitlich die Wellen der Nordsee. Der Mann hat die Beine ausgestreckt und schien die Augen geschlossen zu haben.
Hast du da die Farben verwechselt?

Mrgreen nee, stimmt schon alles so. der strand ist kein sandstrand, sondern aus gras. der deich ist mit gras bewachsen und reicht fast bis zum wasser, da kommt nur ein schmaler teerweg dazwischen und kein sand mehr. ich muss euch dazu irgendwann mal ein urlaubsbild zeigen, die frage kam jedesmal, wenn ich die formulierung benutzt habe. Icon_smile

auch hier danke ich dir wieder sehr für deinen kommentar. deine angemerkte kritik kann ich durchaus nachvollziehen, mal schauen wie ich die erinnerungen am anfang umbauen kann.
die kommata werden natürlich sobald wie möglich versetzt. vielen dank fürs raussuchen. Icon_bussi

so, ich freu mich jetzt noch ein bisschen, dass es dir alles in allem doch gut gefallen hat und wünsche dir noch einen schönen abend.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #8 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Hallo Lady,

jetzt zu Teil 2. (ich hatte natürlich gleich beides zusammen gelesen, weil ich viel zu ungeduldig bin Icon_wink aber bin jetzt erst zum kommentieren gekommen.)

Auch der gefällt mir wirklich gut. Louises Erinnerungen, die zeigen, dass es mal anders war, dass Stephan eigentlich anders ist. Vergangenes, das den Personen noch etwas mehr tiefe gibt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich sie gerne noch etwas ausführlicher gehabt aber lieber auf bestimmte Momente bezogen wie z. B. auf die Fotos, aber ist mein persönliche Geschmack, der aber vermutlich den Rahmen gesprengt hätte.

Aber wirklich schön fand ich die Szene, wo sie ihm die Fotos zeigt und ihn damit zurück holt. Gemeinsame Erinnerungen an eine schöne Zeit, in der sie wirklich glücklich waren. Vielleicht hätten sie sich das alles erspart wenn sie einfach mal miteinander geredet hätten, wenn Louise Stephan zugehört hätte. Ich denke, dass die beiden das wieder hinbekommen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Trotz der vielen, wirklich schönen Beschreibungen und Gedanken von Stephan zu dem Bild, fehlt mir noch etwas seine Bindung dazu. Verkörpert sie seine Traumfrau? Warum hat er sich ausgerechnet zu ihr geflüchtet?

Was ich auch schön gefunden hätte, wäre ein Blick in die Vergangenheit von ihm gewesen. Warum hat er sie angesprochen? Wegen der Verkörperung des Bildes?

Eins ist mir auch aufgefallen. Das Wort Gefühlssturz kommt mir in dem Teil viel zu häufig vor, ohne dass ich wirklich verstehe, was du mir damit sagen willst. Ich hätte es schöner gefunden, wenn du diesem Gefühlssturz beschrieben hättest.

Am zweiten Teil hatte ich doch etwas mehr auszusetzen, kann aber abschließend dennoch nichts anderes sagen, als dass mir diese eigentlich doch alltägliche Situation, die du in diese Geschichte gepackt hast, gut gefallen hat. Durch den Bezug zum Bild wurde sie etwas Besonderes.

Liebe Grüße

Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
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Beitrag #9 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
hallo shaddowlino,

schön, dass du dir zeit genommen hast, dann auch noch einen kommentar zu schreiben, wo du es eh schon gelesen hattest. Icon_smile

Zitat:Vergangenes, das den Personen noch etwas mehr tiefe gibt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich sie gerne noch etwas ausführlicher gehabt aber lieber auf bestimmte Momente bezogen wie z. B. auf die Fotos, aber ist mein persönliche Geschmack, der aber vermutlich den Rahmen gesprengt hätte.

die vergangenheit der beiden war mir wichtig darzustellen, was anscheinend ganz gut geklappt hat. du hast recht, da könnte man noch viel mehr zu erzählen, aber darum geht es in dieser geschichte ja nicht und es würde tatsächlich den rahmen sprengen. Icon_wink

Zitat:Aber wirklich schön fand ich die Szene, wo sie ihm die Fotos zeigt und ihn damit zurück holt. Gemeinsame Erinnerungen an eine schöne Zeit, in der sie wirklich glücklich waren. Vielleicht hätten sie sich das alles erspart wenn sie einfach mal miteinander geredet hätten, wenn Louise Stephan zugehört hätte. Ich denke, dass die beiden das wieder hinbekommen.

das freut mich, dass du diese szene mochtest. um die hab ich fast am meisten gebangt, dass sie zu unrealistisch oder zu kitschig wirken könnte, aber wenn du sie mochtest scheint sie doch funktioniert zu haben. Icon_smile
na klar wäre ihnen das alles erspart geblieben, wenn sie miteinander geredet hätten, wenn louise stephen von anfang an zugehört hätte, aber dann gäbe es keinen plot für meine geschichte. Icon_smile

Zitat:Trotz der vielen, wirklich schönen Beschreibungen und Gedanken von Stephan zu dem Bild, fehlt mir noch etwas seine Bindung dazu. Verkörpert sie seine Traumfrau? Warum hat er sich ausgerechnet zu ihr geflüchtet?

seine bindung zu dem bild besteht eigentlich darin, dass das mädchen auf dem bild louise sehr ähnlich sieht. es ist derselbe frauentyp. er ist eigentlich aus zufall dahin gekommen, er hat sich eben zufällig an diesen tisch gesetzt und da hängt eben genau das bild.

Zitat:Was ich auch schön gefunden hätte, wäre ein Blick in die Vergangenheit von ihm gewesen. Warum hat er sie angesprochen? Wegen der Verkörperung des Bildes?

seinen blick in die vergangenheit gibt es schon im ersten teil. er sieht louise, sie sieht dem bild ähnlich und er spricht sie einfach an. da gibt es eigentlich auch nichts besonderes zu erzählen. ganz einfach liebe auf den ersten blick. Icon_wink

Zitat:Eins ist mir auch aufgefallen. Das Wort Gefühlssturz kommt mir in dem Teil viel zu häufig vor, ohne dass ich wirklich verstehe, was du mir damit sagen willst. Ich hätte es schöner gefunden, wenn du diesem Gefühlssturz beschrieben hättest.

das ist lilly auch schon aufgefallen. nun, gefühlssturz bedeutet einfach nur, dass sich die gefühle von einem moment auf den nächsten verändern. entweder in einen plötzlichen tränenausbruch, oder in plötzliche freude darüber, dass stephen wieder reagiert. ich werde mal schauen, ob ich da noch etwas umbauen kann.

Zitat:Am zweiten Teil hatte ich doch etwas mehr auszusetzen, kann aber abschließend dennoch nichts anderes sagen, als dass mir diese eigentlich doch alltägliche Situation, die du in diese Geschichte gepackt hast, gut gefallen hat. Durch den Bezug zum Bild wurde sie etwas Besonderes.

ja, am zweiten teil, muss ich noch ein bisschen basteln. es freut mich aber, dass es dir insgesamt doch gut gefallen hat. ganz besonders deshalb, weil dir ja die erste version nicht so sehr zugesagt hat. aber hier konnte ich endlich meine ursprüngliche idee mit dem bild umsetzen, was tatsächlich das ganze interssant macht.

also, shaddowlino, vielen dank für deinen kommentar. deine kritikpunkte kann ich nachvollziehen und werde mal schauen, inwiefern ich da noch was umändern kann. vielen dank für die hinweise.
es freut auch bei deinem kommentar zu sehen, dass die überarbeitung funktioniert hat.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #10 |

RE: Gefühlszerrissen-Gefühlssturz (2/2)
Hallo Lady, 

Man sieht, Persi ist ausgeschlafen und kann fröhlich kommentieren. Was soll man acuh sonst auf der zwölf Stunden Schicht machen?  Icon_smile 

Zitat:Plötzlich verlor sie die Kontrolle über ihre Empfindungen. Sie hatten sich zu einem unkontrollierbaren Ozean in ihrem Inneren aufgestaut, wallten unerwartet wie Wogen in ihr auf, umspülten ihre Seele und brachen schließlich als Tränen aus ihr heraus. 

Tolles Bild. Das ist ohnehin eine Stärke von dir. In gewaltigen Bildern zu schreiben
Zitat:Die Kaffeekanne war noch nicht ganz voll, als sie ins Wohnzimmer ging, um ihren Sohn anzurufen.
Mit anrufen verbinde ich zwingend ein Telefon. Ich nehme mal an, Tommi ist noch recht klein, also sieht sie vielleicht einfach nach ihm. Ah, er schläft bei Oma. Dann ruft sie wohl eher ihre Mutter an und Tommi darf auch mit Mama reden.
Zitat:Seine Kellnerin hatte frei, denn eigentlich öffnete er seine Kneipe erst zur Mittagszeit und er hätte länger schlafen können.
Hat er die neu eingestellt? Im ersten Teil hatte er keine.
Zitat:Er glaubte sich zu erinnern, dass das Bild mit dem rothaarigen Mädchen „Junges Mädchen mit Strohhut“ hieß und von Renoir war. Aber sicher war er sich nicht und ihm war es auch egal.
Ich dachte mir schon, dass es keine reale Geliebte ist und er nur einen inneren Monolog führt.  Icon_cuinlove

War sehr spannend und schön zu lesen. Ich freu mich über das absolut nicht kitschige Happy Ende.

LG Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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