Es ist: 01-12-2020, 16:30
Es ist: 01-12-2020, 16:30 Hallo, Gast! (Registrieren)


Recherche?
Beitrag #1 |

Recherche?
Hallo Leute, die Ihr -mehr oder minder- in der Realität schreibt!

Hab mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: woher nehmt Ihr den Hintergrund Eurer Geschichten? Schreibt Ihr nur über Dinge, die Ihr so oder ähnlich erlebt habt, oder taucht Ihr auch mal in Unbekanntes ab? Fremde Länder, Protagonisten mit Berufen die Ihr nicht ausübt, geschichtliche Zusammenhänge, technische Details, die Liste ist unendlich. Wie recherchiert Ihr? Internet, Fragen bei Freunden die vielleicht Erfahrung in dem Gebiet haben, nehmt Ihr Kontakt mit offiziellen Stellen auf,...?

Bin gespannt!
Icon_jump t.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

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Beitrag #2 |

RE: Recherche?
hallo talblick,

gute Frage, mit der ich mich seit gestern wieder beschäftige. Habe mir ein Projekt ausgesucht, dass zwar mythologischen Ursprungs ist und somit auch felxible bei den details, allerdings hinter historischen Hintergrund.
am schlimmsten finde ich die technischen beschreibungen. ZB über die technik der Schiffe, die richtigen namen für spezielle Gegenstände.

Kielsau, war so ein wort, bei dem ich erstmal weitersuchen musste, was das eigentlich bedeutet. Das ist finde ich das größte Problem: ich suche im internet, denn da findet man doch einiges, und stoße auf den richtigen artikel. in diesem artikel sind 5 Worte die ich nicht kenne, also suche ich nach diesen Wörtern. jedes davon spaltet sich in weitere und so löse ich eine lawine an offenen fragen aus.
auf diese art komme ich nie zum ende.

somit muss man an gewissen stellen mut zur lücke haben oder eine unmengen an zeit reinstecken. ich recherchiere nur ungern. das ist das praktische an fantasy, da muss man es nicht. zudem packe ich meine geschichten in die gegenwart, auf diese art muss ich eigentlich nichts mehr machen.

jetzt wo ich das schreibe merke ich, wie faul ich bin Mrgreen

wie hältst du es denn?

gruß


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Beitrag #3 |

RE: Recherche?
Ich sehe und halte das ähnlich wie jeronimus.
Recherchen sind wichtig, um die Glaubhaftigkeit zu wahren. Man sollte aber auch wissen wann Schluss ist. Nicht jedes wissenschaftliche Detail und jeder Fachbegriff sollte eingearbeitet werden. Wenn, dann wäre eine kleine Erklärung (Bei Kielsau z.B. wie sie/es (?) aussieht und wo sie/es (?) bei dem Schiff liegt) nicht schlecht.

Wäre ja irgendwie blöd, wenn der Leser dann an der betreffenden Stelle hängt, die Stirn runzelt und erstmal nachsehen muss, von welchen Dingen man da redet. :icon_buch:

Cowsleep
Shoutbox-Kuh

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Beitrag #4 |

RE: Recherche?
hi ihr,

ich glaube genau diese recherchen sind es die mich davon abhalten einen historischen roman zu schreiben.

ich denke man kann aber auch einige dinge einfach umgehen. wenn es tatsächlich etwas ist von dem man keine ahnung hat und das themengebiet zu groß ist. z.b. in einem krimi die obduktion. wenn man nicht grade mediziner ist, ist das unmöglich zu beschreiben. muss man ja auch nicht, man kann ja auch einfach den kommissar fragmentartig den fertigen bericht lesen lassen. Icon_wink

es gibt aber trotzdem immer mal wieder so kleinigkeiten die recherchierscht werden wollen. ich hatte z.b. schonmal probleme mit einem baum der im garten eines prot stand. ich hab das internet befragt. wenn es sich z.b. nur um eine blume gehandelt hätte (bei den drecksdingern muss man nämlich manchmal wissen wie und wann die blühen) hätte ich meine mutter oder meine großeltern befragt. die haben nämlich ahnung von so sachen.Icon_smile

die geschichte für die ich bisher am meisten recherchirschen musste ist meine venedig geschichte. da musste ich zusätzlich noch so einiges über die damaligen karnevalskostüme rausgriegen. da ich zu der zeit zufällig in italien in urlaub war, war die namensgebung der figuren (ja, da muss man auch drauf achten) recht einfach. die kostüme hab ich mir trotzdem im internet gesucht und die italienischen worte im reiseführer. leider hab ich die geo-epoche ausgabe über venedig erst zu spät geschenkt bekommen. :icon_buch:

jeronimus schrieb:ich recherchiere nur ungern. das ist das praktische an fantasy, da muss man es nicht.

das sagst du so einfach dahin. ich arbeite im moment auch an einem etwas längeren fantasy projekt. ich hab mich schon mit bogenschießen auseinander gesetzt, mit mittelalterlichen bauweisen von häusern, mit skorpionen und die türschlösser warten auch noch auf mich.*seufz* bogenschießen war schnell gemacht, damit beschäftigt sich nämlich mein kleiner bruder. da durfte ich dann auch mal schießen. der pfeil ist zwar nur ein meter geflogen, aber ich weiss nun wie sich das anfühlt und kann meinen prot viel authentischer schießen lassen.

recherche ist unglaublich wichtig. die leser merken sofort, wenn man keine ahnung hat von dem was man schreibt. manchmal bin ich sogar so durcheinander vom schreiben, dass ich meine mutter schon gefragt hab: "kann es im frühlings morgens sonnig sein und nachmittags regnen?" Icon_irre

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #5 |

RE: Recherche?
hallo zusammen,

ui, was für ein schönes thema *hände reib* Icon_wink!

Ich bevorzuge das Internet, nehme aber auch gerne ein Lexikon oder Buch zur HandIcon_smile Bäume und Pflanzen finde ich da sehr wichtig zum Beispiel: Welche Jahreszeit, wo, wie siehen sie aus, Merkmale, medizinische Anwendungen? Oh, auch ein schönes Thema: Kräuterkunde *lach*

Einmal musste ich sogar recherchieren, wie ein Kuhstall aufgebaut ist. Man, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was es alles für verschiedene Gatter gibt, da habe ich mich durchgewühlt *g*

So, das wars auch schon

lg
bianca

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
Biancas kleine Werke

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Beitrag #6 |

RE: Recherche?
Hey

Recherche ist bei mir so 'ne Sache.
Ich finde sie wirklich total wichtig, weil es reicht, wenn du einen einzigen Leser hast, der von dem Thema, über das du schreibst, wirklich Ahnung hat, und schon fliegt auf, dass du völlig uninformiert und ein absoluter Laie bist. Deswegen bemühe ich mich schon um Recherche, egal in welchem Genre. Für eines meiner Fantasyprojekte habe ich mich zum Beispiel darüber informieren müssen, wie viele Kilometer/Meilen man am Tag mit einem Pferd, einem Wagen und zu Fuß zurücklegen kann.

Man müsste ja eigentlich denken, bei Geschichten, die in unserer Zeit angesiedelt sind, gibt es nicht so viel zu recherchieren, weil man sich ja auskennt - es sei denn, man schreibt wirklich über ein sehr spezielles Thema wie eben zum Beispiel über eine Obduktion wie Lady gesagt hat.
Ich hab aber gemerkt, dass das doch nicht so einfach ist. Mein jetziges Projekt ist vollkommen realistisch, aber trotzdem habe ich schon so einiges recherchiert und werde auch noch einiges recherchieren müssen: Welcher Wirbel muss gebrochen sein, um einen Menschen von der Hüfte aus zu lähmen? Was für Nebenerscheinungen gibt es? Kann er noch Gefühl in den Beinen haben, obwohl sie nicht beweglich sind? Demnächst muss ich mich dann noch genauer mit Fotografie, Motorrädern und Therapiemöglichkeiten bei verletzungsbedingten Lähmungen beschäftigen, und das ist doch relativ aufwändig.

Aber am schwierigsten zu recherchieren finde ich Historisches, weil man da wirklich alles vorgegeben hat: die Kleidung, die Architektur, die Inneneinrichtung, die sozialen Strukturen, die Währung, die politischen Verhältnisse, die führenden Persönlichkeiten eines Staates, zeitgemäße Namen, Justizsysteme (...) Deswegen kann ich mich zu so was immer nicht aufraffen, obwohl ich total gern einmal was Historisches schreiben möchte.

Aber nur über Dinge zu schreiben, von denen man wirklich Ahnung hat und für die man nichts recherchieren muss, fände ich langweilig. Außerdem schränkt das die eigene Freiheit extrem ein, weil man einfach kaum eine Idee umsetzen kann, die einem kommt. Dann doch lieber ein bisschen Recherchearbeit und dafür mehr Möglichkeiten Icon_wink

Naira

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam)

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Beitrag #7 |

RE: Recherche?
Bei geschichtlichen Recherchen muss man immer noch darauf achten, dass es auch Leute gab, die sich nicht unbedingt am neuesten modischen Trend orientiert haben.


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Beitrag #8 |

RE: Recherche?
Hi!

Also ich schreibe teils aus selbst erlebten, teil auch aus Dingen, die ich recherchiert hab. Dafür nutze ich Bücher als Nachschlagewerke und surf durch das Internet nach Informationen.

Selbsterlebtes nutze ich dann, wenn ich Charaktere darstellen will oder Erinnerungen von Erlebnissen mit einfließen lassen will.

Recherche ist dann bei Orten, Berufen, Geschichtliches, aber auch Fragen die aufgeworfen werden. Beispiel, ich such ein spezielles Wappen. Dann suche ich nach Wappen und lese über sie.
Das setzt sich ganz unterschiedlich zusammen. Icon_wink

LG
Leony


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Beitrag #9 |

RE: Recherche?
Hallo,

das ist wirklich mal ein interessantes Thema! Recherche ... puh ... Ich glaube, zu Recherche pflege ich eine Beziehung, die man als Hassliebe bezeichnen kann. Auf der einen Seite kann sie manchmal sehr zeitaufwendig sein (ich habe mal für einen historischen Fantasyroman recherchiert, hatte Lastwagenladungen von Büchern aus der Bibliothek daheim rumliegen, Adresslisten von Schauplätzen, die ich alle der Reihe nach besucht habe, Computerausdrucke, und und und ...). Das ist natürlich viel Arbeit. Aber ich denke, man sollte nicht zwanghaft versuchen, alle Wissenslücken zu füllen - ich würde mich auch einfach in meiner Erzählung zu eingeschränkt fühlen, wenn ich, vor allem in Bezug auf historische Geschichten, eine strenge Vorgabe hätte. Ein bisschen Fantasie kann man immer spielen lassen - man ist schließlich kein Sachbuchautor, sondern jemand, der eine Geschichte erzählen möchte.

Aber Recherchieren kann auch hilfreich sein, nicht nur in Bezug auf strenge Fakten. Erst vor kurzem hatte ich so einen Fall, dass ich Informationen für künstlich geschaffenen Regen brauchte (das geht wirklich, ich hätt´s selbst kaum geglaubt). Dabei bin ich nicht nur auf Tatsachen gestoßen, sondern habe auch jede Menge Inspiration in der Geschichte gefunden, die diese ganzen Erfindungen umgab. Man kann unglaublich viel Stoff aus einem Fachgebiet schöpfen, wenn man ausreichend recherchiert. Das Leben schreibt nun mal die besten Geschichten, denke ich, und man sollte nie aufhören, vom Meister zu lernen.

Für die Recherche verwende ich hauptsächlich das Internet, wenn ich die Information schnell brauche - in Bezug auf Kleinigkeiten - oder pilgere in die Bibliothek, wenn es fundamental eine Rolle spielt, wie z.B. bei genanntem historischen Roman. In dem Fall traue ich dem Internet nur bedingt, erst kürzlich sind mir ein paar schwere inhaltliche Widersprüche auf einer Webseite aufgefallen. Ohne Namen zu nennen, zitiere ich inhaltsgemäß: "Sie hatte keine Kinder[fünf Absätze später] Sie schickte ihre vier Kinder fort."

Später stellte sich heraus, dass es sechs Kinder waren. Icon_jump



Liebe Grüße,

Melanie

Worüber man nicht schweigen kann,
darüber muss man sprechen,
denn die Grenzen der Sprache
sind die Grenzen der Welt,

Ludwig Wittgenstein


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Beitrag #10 |

RE: Recherche?
Boshuda,

Mein Shortbread braucht noch zehn Minuten:-) die erste Anlaufstelle ist erstmal das eigene Bücherregal. Habe ich ein Buch darüber, kann ich gleich nachschlagen. Dann gibts ne Menge, was im Netz steht und was auch nicht.
Als es um Pferde ging habe ich meine Schwester eingespannt. Als es um Kräuter ging habe ich eine Bekannte gefragt, die auf jedem Wikingerevent geht und sich für Homöopathie interressiert. Als es um Wikinger und Waffen ging, habe ich nen Kumpel gefragt, der hat mir gleich 5 Bücher mitgebracht.
Dann habe ich über Mythen, Religionen, Rüstungen, Mittelalterliche Märkte,
Schwertkunst, etc im Netz gesucht.
Darüber hinaus hat sich meine Buchhändlerrin gefreut, weil ich einige Bücher bestellt habe. Dazu kommen Erfahrunge aus meinem eigenen Leben.
Recherche ist das wichtigste überhaupt. Wenn ich gehäßig wäre könnte ich auch sagen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten bzw.
die Tastatur in Ruhe lassen. Schaut mal hinten in die Bücher rein, da stehen oft zwei oder mehr Seiten, wo die Autoren recherchiert haben.
Und das ist auch gut so, wenn die Leser merken, das man keine Ahnung hat von was man da schreibt, dann merken die das auch. Geraden bei Fantasy, kann es nicht schaden etwas darüber zu wissen, wie die Leute sich überhaupt anziehen und was für eine Regierungsform vorherrscht.
Pferde können auch nicht 1000 Kilometer in zehn Stunde überwinden aber
wie weit kommen sie denn überhaupt?
Das und weiteres zu klären finde ich schon sehr wichtig. Denn oft sind es auch nur die kleinen Details die ein eigentlich gutes Buch zu einem Lacher machen.

Ciao
malublub

"...Die meisten Menschen reden ohne was zu sagen..."


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