Es ist: 20-10-2021, 23:10
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Grenzsteine (350. Jahr d. 1. Epoche)
Beitrag #1 |

Grenzsteine (350. Jahr d. 1. Epoche)
Was lange waehrt, soll ja bekanntlich gut werden.
Ich bin da etwas zwiegespalten und harre daher interessiert euren Meinungen.

LG
Addi



Grenzsteine

350. Jahr der ersten Epoche

Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss lautlos Wurzeln und Unterwuchs, bis es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu treten. Er war zwar in den kargen Ebenen Gandal' hars aufgewachsen, doch sein Gefühl sagte ihm, dass hier etwas Seltsames vor sich ging. Etwas, von dem man lieber abends bei einem guten Bier in der warmen Schenke zu hören bekam, als es selbst zu erleben.
Mit angespannter Miene schaute er sich um, suchte in den Schatten nach einer Begründung für das mulmige Gefühl in seiner Magengegend, das seit Einbruch der Dämmerung nicht mehr hatte weichen wollen.
Sein Kopf ruckte herum. War da nicht gerade etwas zwischen den Bäumen entlang gehuscht?
Nervös zuckte seine freie Hand zu dem kleinen Messer an seiner Hüfte. “Meister Turêl?”, rief er leise über seine Schulter, und als er keine Antwort erhielt, noch einmal drängender - Augen und Klinge dabei allerdings auf die kleine Baumgruppe geheftet, in der er glaubte, vor wenigen Sekunden etwas gesehen zu haben.
Doch weder dort noch hinter ihm rührte sich etwas, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als nach einem letzten hastigen Rundumblick selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
Leise fluchend kämpfte er sich voran, zerkratzte sich ein ums andere Mal die schützend vor das Gesicht gehobenen Arme. Dann endlich sah er den roten Mantel Turêls zwischen den Zweigen zu seiner Linken aufblitzen, und er atmete erleichtert auf.
„Meister. Endlich!”
Der Angesprochene hob irritiert den Blick, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach.
„Nicht so ungestüm, Junge. Hab ein bisschen mehr Respekt vor der Natur“, wies Turêl ihn sanft zurecht, bevor er sich wieder über die Pflanze beugte, die er im Licht seiner Öllampe untersucht hatte. Melchiah betrachtete die seltsam anmutende Blume in der knochigen Hand seines Meisters interessiert, glich diese doch ungemein einer leuchtenden Haarbürste.
Einen Moment lang ruhten seine Augen fasziniert auf dem unwirklichen Mantel aus rotem Licht, ehe er sich erschrocken des Grundes für seine Anwesenheit bewusst wurde.
„Meister Turêl“, wandte er sich so eindringlich wie möglich an den tief in seine Notizen versunkenen Gelehrten, „sollten wir uns nicht besser auf den Rückweg machen? Die Sonne ist bereits fast verschwunden, Nebel zieht auf und wer weiß, was nachts durch diese Wälder streift ...“ Bei den letzten Worten hob er unwillkürlich den Blick, um die herankriechende Dunkelheit zu durchforsten.
„Ach, Melchiah.“ Sein Meister seufzte mit einem nachsichtigen Lächeln auf den faltigen Lippen, ließ aber zu seiner Erleichterung die Pflanze in einem der voluminösen Schulterbeutel verschwinden. Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser, die Turêl von einem Wanderer aus dem Norden auf dem Markt von Endrome erstanden hatte, einige Notizbücher, deren vormals leere Seiten sich in den letzten Tagen mit den Zeichnungen der merkwürdigsten Pflanzen und Tiere gefüllt hatten und eine diverse Anzahl von Wissenssammlungen anderer Naturgelehrter.
„Die Landvermesser sind auch schon vor geraumer Weile abgezogen”, versuchte Melchiah seine Ängste zu rechtfertigen, doch sein Meister beachtete ihn nicht weiter, drückte ihm nur den Beutel mit den Büchern in die Hände und schlüpfte durch die Hecke in genau die Richtung, aus der er selbst gerade gekommen war.
Melchiah beeilte sich dem roten Mantel zu folgen – zu unbehaglich wurde ihm dieser große, dunkle Wald von Augenblick zu Augenblick. Und dazu dann noch dieser beängstigende Nebel ...
Ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken.
Vielleicht hatte seine Mutter doch Recht gehabt mit all ihren Bedenken? Zu wild und unerforscht war die Halbinsel westlich des neu gegründeten Staates Kohn’kan - doch gerade das hatte ihn ja so gereizt. All die vielen unentdeckten Arten, die nur darauf warteten von ihm und seinem Meister gefunden, beschrieben und benannt zu werden, um sie anschließend der wissenschaftlichen Welt vorzustellen.
Vor lauter Aufregung hatte er nicht weiter nachgedacht, als Turêl ihn gefragt hatte, sondern nur das Abenteuer und den Ruhm gesehen. Und nun stolperte er im Nirgendwo durch das dichteste Dickicht, die schweren Bücher seines Meisters über der Schulter, während um ihn herum die silberweißen Schwaden immer höher und höher wogten. Mittlerweile konnte er kaum noch seines Meisters Mantel sehen, obwohl dieser nur wenige Meter voraus lief. Wenn das so weiter ging, dann würden sie ernste Schwierigkeiten bekommen, aus diesem unheimlichen Wald heraus zu finden.
“Meister, wartet!” Die beiden Worte, obwohl nur leise ausgestoßen, schienend so fehl am Platz, so störend wie ein betrunkener Soldat bei der Morgenmesse.
Melchiah blieb abrupt stehen. Wann war es so still geworden? Beunruhigt hob er seinen Blick, suchte in den mächtigen Kronen nach den Schatten der Vögel, dessen Gesang und Geschnatter die Gruppe aus Gelehrten den ganzen Tag über begleitet hatte.
Vergebens.
“Es ist so ruhig. Nicht einmal das Zirpen einer Zikade ist zu hören”, murmelte er, als er die Präsenz seines Meisters neben sich fühlte.
“Ja”, war alles, was dieser entgegnete. Die Stimme Turêls war dunkel vor Sorge. “Ich denke, wir sollten nicht länger als nötig hier verweilen. Halte dich dicht bei mir, Junge!”
Melchiah nickte und hastete allsbald erneut durch den Wald - das Rot des Mantels wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig im Auge behaltend.
Schweiß legte sich auf seine klamme Haut, das Herz hämmerte laut in seiner Brust, und er wagte kaum zu atmen. Immer mehr schien sich der Nebel um sie herum zu verdichten, sie geradezu einzukreisen.
Das liegt nur daran, weil wir uns der Landenge und damit dem Meer nähern, versuchte er sich einzureden. Sein überreizter Verstand jedoch wollte ihm menschenähnliche Formen suggerieren, Jäger, die lautlos im Nebel hin und her huschten.
Melchiah schüttelte über sich selbst den Kopf. Wo blieb sein akademisch geschulter Verstand?
Dieser Nebel war weder mysteriös noch unerklärlich, lediglich eine für diese Regionl typische Wettererscheinung. Und das Gefühl, beobachtet zu werden, war ebenso ein Produkt seiner Angst wie der schnelle Schlag seines Herzens. Wir sind so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.
“Melchiah”, hörte er seinen Meister unvermittelt flüstern, so eindringlich und scharf, dass seine Hand reflexartig den Beutel fallen ließ, um die beruhigende Glätte des Messergriffs zu suchen. “Sieh!”
Der Aufforderung Turêls hätte es nicht bedurft, denn das seltsame blaue Licht, nur wenige Meter zu ihrer Rechten aufgeflackert, war unmöglich zu übersehen gewesen.
„Meister ...“, hauchte Melchiah gebannt, “was war das?”
Der Gelehrte schüttelte nur den Kopf, scheinbar ebenso ratlos, doch anders als bei seinem Novizen stand neben der Anspannung auch Wissenshunger auf den alten Zügen.
“Lasst uns einen Bogen darum machen”, bat Melchiah so leise wie möglich. Im nächsten Moment keuchte er auf, denn direkt vor Meister Turêl schoben sich die wogenden Nebelmassen zusammen, ballten sich. Ein kurzes Aufbäumen, dann stoben die silbernen Ströme auseinander - in ihrem ehemaligen Zentrum ein blaues Leuchten zurücklassend.
Sich ungläubig über die Augen fahrend versuchte Melchiah zu begreifen, was er da gerade mitangesehen hatte - noch mitansah, denn inmitten des Lichtes stand jemand!
Er schluckte, gebannt die unwirkliche Erscheinung anstarrend, die gerade so unvermittelt aus dem Nebel getreten war. Sie schien geradezu in dem Licht zu baden, und es dauerte einen Moment, bis sein Verstand erfasst hatte, dass das Leuchten nicht einer künstlichen Quelle entsprang, sondern direkt aus der Haut der Frau heraus zu sickern schien. Ebenso blau, nur ungemein intensiver, glommen auch ihre Augen, deren wacher Blick auf Turêl ruhte.
„Seid gegrüßt“, meinte dieser schließlich, als er sich gefangen hatte und überraschte Melchiah, indem er sich nach der ungewöhnlich ehrerbietig klingenden Begrüßung auch noch verbeugte. „Es ist eine lange Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal die Ehre hatte, jemandem Eurer Rasse zu begegnen, werte Elbin.“
Elbin?
Nun da sein Meister es ausgesprochen hatte, bemerkte auch Melchiah die feinen, unmenschlichen Glieder und Gesichtszüge.
Die Angst, die seinen Körper gerdezu gelähmt hatte, begann, sich zu legen. Neugierig geworden wanderte sein Blick zu den spitzen Ohren, die, ebenso wie die Zöpfe und Handgelenke der Elbin, mit filigranem Silber und darin eingewobenen kleinen Federn geschmückt waren. Dabei fiel ihm auf, dass die schwarzen Haare an beiden Seiten abrasiert worden waren; blauschwarze Wirbel zogen sich dort über die Haut, und er fragte sich, ob es damit eine besondere Bewandtnis auf sich hatte.
Vielleicht ein Symbol ihres Ranges?
Die Überlegung rutschte in den Hintergrund, da er sich unvermittelt mit der scharfen Aufmerksamkeit der Elbin konfrontiert sah. Röte kroch in seine Wangen, und er beeilte sich, den Blick zu senken, um dann seines Meisters Beispiel zu folgen.
Als er sich wieder aufrichtete, weilten die ausdrucksstarken Augen wieder bei Turêl, welcher trotz seiner Bemühungen, auf den Zehenspitzen zu stehen, nicht mal an das Kinn der Elbin heranreichte.
„Mensch“, hörte er die Hohe in diesem Moment erwidern und war verblüfft daruber, wie stolz, zurechtweisend und mild deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. „Dies ist Gath'ai gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unser Reich?“
„Euer Reich?“, wiederholte Turêl; Melchiah konnte deutlich sehen wie verwirrt sein Meister über das gerade Gehörte war. „Bitte verzeiht, aber uns war nicht bewusst, dass dieses Gebiet bereits bewohnt ist“, fuhr sein Meister entschuldigend fort. „Mein Name ist Turêl, und dies ist mein Lehrling Melchiah. Wir sind Teil einer Expedition aus Gandal' har, die die Grenzen dieses Landes vermessen und eine Übersicht über den Bestand einheimischer Tier- und Pflanzenarten erstellen soll.“
Die Elbin hob fragend eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen, was Meister Turêl dazu veranlasste, nun kurz die neuen Machtverhältnisse im Süden Athalems zu erläutern. Er war gerade dabei, über die Neugründung Kohn'kans zu berichten, da hob die Elbin ihre Hand und gebot ihm, inne zuhalten.
„Die Kriege und Belange Eures Volkes kümmern uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Mensch. Waltet daher ganz nach Eurem Gutdünken – außerhalb unserer Grenzen.“
„Aber ...“, setzte Meister Turêl an, wohl um erneut auf ihren Auftrag hinzuweisen, doch ein weiteres Mal unterbrach ihn die Elbin mit einer schlichten Geste.
Ihre Stimme war sanft aber bestimmt als sie sprach. „Mensch, Euresgleichen ist hier nicht willkommen, weder heute noch in ferner Zukunft. Da Ihr Euch allerdings unserer Ansprüche nicht bewusst gewesen seid, lassen wir Euer Eindringen und Euer lebensverachtendes Verhalten ungestraft – für dieses Mal. Doch, solltet Ihr oder ein anderer Eurer Rasse erneut diese Wälder betreten, werden wir nicht untätig bleiben.“
Sie wandte leicht den Kopf zur Seite, und des Nebels wogender Leib enthüllte für einen kurzen Moment weitere Schattengestalten, die regungslos in Dunkelheit standen.
Melchiah wich erschrocken zurück, suchte die Nähe Turêls.
“Es gibt keinen Grund, uns zu drohen”, wandte sich dieser beschwichtigend an die Elbin.
Diese lächelte weich, ja nahezu nachsichtig. “Dies ist keine Drohung, Turêl. Geht nun, kehrt zurück zu Eurem Volke und überbringt ihnen meine Worte!“
Noch während sie sprach, geriet erneut Bewegung in den Nebel. Ein Pfad tat sich auf.
“Wartet!”
Melchiah, der das erneute Wirken der Naturmagie mit aufgerissenen Augen verfolgt hatte, fuhr herum, als er die Stimme seines Meisters vernahm - gerade noch rechtzeitig, um Zeuge zu werden, wie sich die wogenden Fluten um die Elbin legten, ihren Körper umschmiegten und schließlich zur Gänze verschluckten.

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Ein schmaler Pfad der Zerstörung wand sich durch das Gras, eine schlammstarrende Narbe im satten Grün der Ebenen, geschlagen von vierhundert im Gleichschritt stampfenden Füßen.
Das gleichmäßige dumpfe Dröhnen seiner Kameraden, das leise Geklirr ihrer Waffen und Rüstungen, vermittelte Atsuko normalerweise ein Gefühl von Geborgenheit. Das 9. Manipel war sein Zuhause, fast jeder Soldat ein Freund und manch einer sogar so nah wie ein Bruder.
Heute jedoch hatte eine seltsame Unruhe von ihm Besitz ergriffen. Eine Unruhe, die immer stärker wurde, je näher sie dem grünen Ungetüm in der Ferne kamen. Ihm war, als würde der Wald nur auf sie warten - ein schlafender Riese, dessen Geheimnisse wahrscheinlich so alt waren, wie die Kronen seines Leibes zahlreich.
Unter geheimnisvollem Wispern wiegten sich diese in der Mittagssonne, fast wie ein entferntes Winken. Eine Einladung, die ihn – wenn auch noch so harmlos scheinend – schaudern ließ.
Für seinen Geschmack viel zu schnell erreichten sie den Saum, traten sie in den Schatten der mächtigen Kronen. Dem entschwundenen Licht folgte schnell die Wärme, so dass er irgendwann fröstelnd seinen Umhang um sich schlang. Sein Waffenbruder Dumah, wie immer als schweigsamer Schatten zu seiner Rechten, schüttelte darüber nur amüsiert den Kopf.
Unter der Führung Koens kämpften sie sich durch das Unterholz, brachen Zweige mit ihren schweren Stiefeln und zerschlugen ganze Äste, wenn der Weg zu unbegehbar wurde.
Das Krachen und Bersten fuhr wie ein Orkan durch die Ruhe des Waldes, weckte den Riesen – falls dieser denn je geschlafen hatte.
Atsuko schauderte erneut. Er war einfach nicht für den Wald geschaffen. Schon gar nicht für diesen, in dem seit einiger Zeit seltsame Dinge vorgehen sollten. Nicht, dass er etwas auf die Gerüchte der Knechte und Barden gab; er bevorzugte einfach nur die freie Sicht, wollte wissen, was um ihn herum vor sich ging. Das war alles.
„Weißt du, Dumah“, wandte er sich schließlich unbehaglich an seinen Waffenbruder, „ich verstehe wirklich nicht, warum wir auf der Suche nach irgendwelchen Möchtegernabenteurern durch diesen Wald stapfen müssen, wo wir doch eigentlich im Süden sein sollten, um Köpfe zu spalten.“
Unzufrieden mit dem Auftrag, der sie in diese unheimliche Gegend geführt hatte, zertrampelte er eine Ansammlung weißer Pilze.
Dumah, ebenfalls ein Sohn der weiten Ebenen Iqann' kans, brummte zustimmend.
„Ich sage dir, wäre nicht der Sohn irgendeines Landgrafen unter der Schutzgarde gewesen, würde nicht der geringste Hahn nach der Gruppe krähen.”
„Ich habe ja gehört ...“ Raita, ein kleiner Soldat, der schon seit Anbeginn der Ausbildung in Noato immer ihre Nähe gesucht hatte, war unbemerkt zu ihnen getreten. „... dass in diesen Wäldern unheimliche Elben leben sollen. Vruah hat mir erzählt, er hätte mit einem Soldaten aus Gandal' har gesprochen, dessen Gruppe nachts einer ganzen Armee in die Arme gelaufen sein will. Angeblich glühten ihre Augen in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
„Pft, so ein Unsinn“, murmelte Dumah und spuckte aus.
Auch Atsuko schüttelte den Kopf. „Du glaubst aber auch alles“, meinte er abfällig zu Raita. Im nächsten Moment stöhnte er auf, weil er mit der Nase gegen den dornenbewehrten Schulterharnisch Dumahs gestoßen war.
„Verdammt“, brummte er verärgert zwischen seine Finger hindurch, „was soll das?!“
Sein Waffenbruder antwortete nicht, deutete lediglich nach vorn. Und dann sah auch Atsuko, was ihn und mittlerweile auch alle anderen auf der Lichtung zum Innehalten veranlasst hatte.
“Scheiße!”
Ein paar Meter entfernt fiel einer der Soldaten auf die Knie. Würggeräusche erklangen.
Wenn es um den Anblick der Toten ging, trennte sich recht schnell der Frischling vom erfahrenen Kämpfer.
“Okay, Leute, genug gestarrt! Holt sie runter!”
Koens Befehl brachte Leben in die Soldaten. Leiche um Leiche wurde von den Bäumen geschnitten - eine dreckige und zugleich auch stinkende Angelegenheit, denn der Verwesungsprozess war bereits im vollen Gange, Maden und Gewürm bei der Arbeit.
Sie wühlten sich durch die Augenhöhlen und nisteten in den klaffenden Wunden, die sich quer über die Kehlen aller Toten zogen.
„Damit hat sich unsere Rettungsmission dann wohl erledigt“, hörte Atsuko Raita in seinem Rücken lakonisch murmeln, während sie einen der toten Gardesoldaten auf den Boden ablegten. Er wollte herumfahren, um den kleinen Wicht einmal ordentlich zusammen zu stauchen, aber der Ausdruck in Dumahs Augen hielt ihn zurück.
Sein Waffenbruder hatte Recht. Raita war die Aufregung wirklich nicht wert.
„Aber, nun ja, wenigstens ging es schn...“
Als Raita mit einem Keuchen abbrach, wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf erschrocken aufzuspringen.
In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte diesem die Luft zu atmen, bis er schließlich mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
Atsuko verfolgte den Todeskampf wie versteinert, konnte den Bick nicht von den so entsetzlich verzerrten Zügen losreißen.
Erst Dumahs Hand an seinem Arm, heftig schüttelnd, durchbrach seine Erstarrung und der um ihn herum aufgewallte Lärm drang in sein Bewusstsein.
„Was zum ...“, stieß er hervor, ungläubig das Chaos betrachtend, zu dem die bis eben so stille Lichtung in den letzten Sekunden verkommen war.
Ungefähr die Hälfte seiner Kameraden wand sich bereits schreiend am Boden. Ihre von Pfeilen gespickten Körper zuckten im letzten Todeskampf, während der Rest versuchte, eine ordentliche Kampfformation aufzubauen.
Aber wie sich wehren gegen einen Feind, der überall und zugleich nirgends zu sein schien?
„Crèaaa!“
Der unmenschliche Schrei, geboren aus einer ebensolchen Kehle, fuhr Atsuko durch Mark und Bein, lähmte ihn erneut, und bevor er sich versah, zerstob das Blätterwerk zu seinen Füßen. Ein Regen aus Pflanzenteilen und Erdklumpen prasselte auf ihn hernieder – dahinter erneut der schrille Schrei und eine Furie mit kalt funkelnden Augen.
Wie flüssiger Bernstein, schoss es Atsuko abstruserweise durch den Kopf, während er über den Pfeilschaft hinweg dem dunklen Kalkül der Iriden begegnete. Ein letztes Lodern, dann lösten sich auch schon die Finger.
Der Pfeil, nun plötzlich seiner Fesseln befreit, schnellte surrend von der Sehne - und brach mit einem dumpfen Knacken am Holz von Dumahs Schild.
Laut gewordene Frustration erhob sich in den Himmel.
Atsuko, endlich aus seiner Erstarrung erwacht, wollte sein Schwert ziehen, es der braunhaarigen Furie, die gerade nach einem weiteren Pfeil griff, in den Leib rammen. Aber Dumahs panisch verzerrte Stimme – so noch nie vernommen – , hinderte ihn daran, zumindest letzteres Vorhaben auszuführen.
Schwert und Schild bereit fuhr er herum, um seinem Waffenbruder zu Hilfe zu eilen, der, am Boden liegend, von einer weiteren dieser Furien mit einem Dolch bedrängt wurde.
Sein Schild fuhr empor, zerschmetterte nicht nur Schulter und Oberarm der Frau, sondern schleuderte sie auch noch mehrere Meter weit durch die Luft.
Zeit für Zufriedenheit blieb jedoch nicht, denn schon zischte ein weiterer der silbernen Pfeile nur knapp an seinem rechten Ohr vorbei.
“Weg hier!” Dumah, inzwischen wieder aufgerappelt und bewaffnet, packte ihn am Arm und riss ihn mit sich.
Kurz bevor sie in das dichte Unterholz eintauchten, warf Atsuko noch einen Blick zurück und erfasste ein Bild, das sich für immer in seine Seele einbrennen sollte: Seine Brüder und Schwestern, fast alle von Pfeilen gespickt, dazwischen hochgewachsene Gestalten in Dunkelblau, die mit ihren Dolchen vollendeten, was sie mit ihren Bögen begonnen hatten, und - am deutlichsten – im Zentrum sie. Die braunhaarige Furie, die wie ein Dämon der Erde entstiegen war und ihn nun, den Bogen elegant geschultert, befremdlich gelassen nachblickte.
Ihre langen mit Federn geschmückten Zöpfe verfingen sich im Wind und tanzten Funken, dann schlug das Grün über ihm zusammen.
Wie Peitschen schlugen ihm die Zweige entgegen und machten ihn fast blind für die Wurzeln und Gräser am Boden, die sich wie absichtlich auf ihren Weg zu legen oder um ihre Beine zu schlingen versuchten.
Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte. Zu groß war die Furcht vor diesen Walddämonen, zu stark der instinktive Trieb zur Flucht. Lautstark hämmernd jagte sein Herz das Blut in jeden Winkel des Körpers, versuchte, die Muskeln zur Höchstleistung zu bringen, trotzdem schien es ihm nicht schnell genug zu gehen. Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal' har nichts mehr zu sehen.
Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf Koen, seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selbst und darauf, dass er nicht in der Lage gewesen war, seine Kameraden zu retten.
All dies und noch viel mehr schoss ihm durch den Kopf, während er der hoch gewachsenen Gestalt seines Waffenbruders hinterher rannte - das Ende des Waldes bereits vor Augen.
Dass der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, hatte er nicht bemerkt, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seiner Hüfte vorbei gejagt war.
Kaum aus dem Wald heraus, begann Dumah jedoch zu taumeln. Er fiel auf die Knie, keuchte schwer und spuckte Blut. Als Atsuko ihn erreichte, war das Herz in seiner Brust bereits aus dem Takt geraten. Blut, durch die Flucht aus dem Körper getrieben, wurde knapp – und so starb Dumah wie er gelebt hatte, mit wenigen Worten und umgeben von dem Menschen, der ihm am meisten bedeutet hatte.

Atsuko Mikr'al selbst überlebte als einer von 36 Soldaten. Er vergaß nie die Ereignisse dieses Tages und träumte jede Nacht von der Walddämonin mit den Bernsteinaugen. Seine offiziellen Begehren, die Wälder der westlichen Halbinsel mit militärischer Präsenz zu überrennen, wurden jedoch von Gandal'kan und Iqann'kan abgelehnt – zu groß waren die erlittenen Verluste nach dem Krieg gegen die Südländer. Zu groß die Angst der Soldaten vor den alten Bäumen und dem ihnen innewohnenden steten Geflüster. Versuche, das Gebiet niederzubrennen, scheiterten ebenso, und so begannen die Herrscher der Provinzen schließlich, den Worten des Gelehrten Turêl glauben zu schenken. Sie zogen sich zurück, verfolgten hilflos, wie sich die Pflanzen immer dichter und dichter verwoben – zwischen den hölzernen Fingern das Schimmern der Toten bleiche Knochen.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: Grenzsteine
Hiho Adsartha!

Da ich mich gerade ohnehin hier in Athalem herumtreibe und bereits jetzt Gefallen an der Welt finde, setz ich mich auch direkt mal an deine Geschichte. Erstmal meine zwei Cent, kleinere und größere, was mir eben so auffällt. Vielleicht laber ich zwischendrin ein bisschen vom Thema weg, dafür schonmal im Voraus Entschuldigung *lach*

Zitat: „Er war zwar in den kargen Ebenen Gandal' hars aufgewachsen“
Da ist ein Leerzeichen zuviel, nach dem Apostroph; eventuell auch nicht, weil du es den ganzen Text über machst; im Athalem-Verzeichnis steht es aber ohne.

Zitat: „Etwas, von dem man lieber abends bei einem guten Bier in der warmen Schenke zu hören bekam, als es selbst zu erleben.“
Gefällt mir gut! Noch einen Tick schöner fände ich persönlich es, wenn das distanzierte „man“ durch „er“ ersetzt werden würde.

Zitat: „Nervös zuckte seine freie Hand zu dem kleinen Messer an seiner Hüfte“
Liegt wahrscheinlich an mir, aber für mich ist ein kleines Messer vielleicht maximal eine Hand lang. Und warum jemand soetwas mit sich herumträgt, noch dazu am Gürtel, erschließt sich mir nicht. Beim Weiterlesen wird das natürlich etwas logischer, weil ich vermute, dass er es benutzt, um Pflanzen zu schneiden? Aber trägt er es dann wirklich an seiner Hüfte? Das wirkt so kampfbereit.

Zitat: „zerkratzte sich ein ums andere Mal die schützend vor das Gesicht gehobenen Arme.“
Hat er nichts Langärmeliges an? Nebel klingt für mich immer nach kalt und feucht, da würde ich mich bissl wärmer anziehen *lächel*

Zitat: „glich diese doch ungemeineiner leuchtenden Haarbürste.“
Da fehlt ein Leerzeichen

Zitat: „ehe er sich erschrocken des Grundes für seine Anwesenheit bewusst wurde.“
Klingt für meinen Geschmack zu umständlich in diesem Kontext. Vielleicht einfach: „ehe er sich erschrocken an die Geräusche / seine Beobachtung / das Huschen in der Dunkelheit erinnerte“

Zitat: „wandte er sich so eindringlich wie mölgich
„möglich“

Zitat: „„Die Landvermesser sind auch schon seit einer ganzen Weile verschwunden““
Falls es nicht so gemeint ist, dass die Landvermesser auf unerklärliche Weise plötzlich verschwunden sind, wäre mein Vorschlag: „sind schon vor einer ganzen Weile abgezogen / gegangen.“; so war mein erster Gedanke (vor allem mit der unheimlichen Umgebung im Hinterkopf), dass sie tatsächlich irgendwie vom Erdboden verschwunden sind.

Zitat: „in genau die Richtung aus der er selbst gerade gekommen war.“
Komme zwischen „Richtung, aus“

Zitat: „murmelte er, als er die Präsenz seines Meisters neben sich fühlte.“
Ist das irgendwie eine übernatürliche Begabung von Melchiah?

Zitat: „das Rot des Meisters Mantels wie ein wanderndes Leuchtfeuer “
„des Meisters Mantel“ klingt mMn seltsam; da du inzwischen mehrfach erwähnt hast, dass der rote Mantel zum Meister gehört, würde hier auch reichen: „das Rot des Mantels“; der Vergleich mit dem Leuchtfeuer gefällt mir.

Zitat: „Der Aufforderung Turêls hätte es nicht bedurft, denn das seltsame blaue Licht, nur wenige Meter zu ihrer Rechten aufgeflackert, war unmöglich zu übersehen gewesen.“
Und trotzdem sieht Melchiah es ja offenbar nicht, erst als sein Meister ihn darauf hinweist. Vielleicht erwähnst du das Licht erst und dann sagt der Meister was?

Zitat: „„Seid gegrüßt“, meinte dieser schließlich, [...] nach der ungewöhnlich ehrerbietig klingenden Begrüßung “
„meinte“ ist für mich kein Wort, dass ich irgendwie mit „ehrerbietig“ in Zusammenhang kriege. Das erste, was mir einfallen würde, wäre „hauchte“, wobei das eigentlich zu schwach ist. Hm ... schwierig. Aber „meinte“ ist einfach so nichtssagend.

Zitat: „jemandem eurer Rasse zu begegnen, werte Elbin.“
„Eurer“ groß

Zitat: „Die Angst, die seinen Körper gerdezu gelähmt hatte, begann, sich zu legen.“
„begann“ versuche ich immer so gut wie möglich zu vermeiden; hier würde es „gelähmt hatte, legte sich (allmählich)“ genauso tun.

Zitat: „Röte kroch in seine Wangen, und beeilte sich, den Blick zu senken, um dann seines Meisters Vorbild zu folgen. “
„und er beeilte sich“; der letzte Teil des Satzes klingt merkwürdig, obwohl ich nicht genau weiß, woran das liegt. Ein Vorbild ist für mich eher eine Person, kein Verhalten.

Zitat: „wiederholte Turêl, Melchiah konnte deutlich sehen wie verwirrt “
statt dem Komma würde ich eher einen Punkt machen

Zitat: „Wir sind Teil einer Expedition aus Gandal' har, die die Grenzen dieses Landes vermessen und eine Übersicht über den Bestand einheimischer Tier- und Pflanzenarten erstellen soll“
Da das „soll“ so weit weg vom ersten Verb (vermessen) steht, liest man es schnell ohne Zusammenhang und dadurch grammatikalisch falsch. Vorschlag wäre: „die die Grenzen dieses Landes vermisst (denn das tun sie ja bereits) und eine Übersicht ... erstellen soll (denn die Übersicht wird erst erstellt, wenn die Pflanzen alle bekannt sind)

Zitat: „Ihre Stimme war sanft aber bestimmt als sie sprach. “
Komma zwischen „sanft aber“ und „bestimmt als“

Zitat: „uresgleichen ist hier nicht Willkommen, weder heute“
„willkommen“ klein

Zitat: „geschlagen von 400 im Gleichschritt stampfenden Füßen “
übersichtliche Zahlen im Fließtext sollten ausgeschrieben werden, „vierhundert“

Zitat: „die – wenn auh noch so harmlos scheinend – ihn schaudern ließ. “
„auch“; außerdem würde ich die Unterteilung etwas verschieben: „die ihn – wenn auch noch so harmlos scheinend – schaudern ließ.“

Zitat: „sein Waffenbruder, wie immer als schweigsamer Schatten zu seiner Rechten“
Hat es einen Grund, warum der Waffenbruder hier noch keinen Namen bekommt? Dadurch wirkt die Aussage sehr distanziert, als wäre der Waffenbruder nur einer unter fielen. „sein Waffenbruder Dumah“

Zitat: „weckte den Riesen – falls dieses denn je geschlafen hatte. “
„dieser“

Zitat: „Schon gar nicht für diesen, in denen seit einiger Zeit seltsame Dinge vorgehen sollten.“
„dem“

Zitat: „würde nicht der kleine Hahn nach der Gruppe krähen. “
ist das eine Redewendung? Klingt seltsam, vielleicht „würde nicht der kleinste Hahn“?

Zitat: „„Ich habe ja gehört“, Raita, ein kleiner Soldat, “
Das Komma nach der wörtlichen Rede ist falsch, weil kein sagen-Verb folgt; zwei Möglichkeiten:
„Ich habe ja gehört ...“ Raita, ein kleiner [...] zu ihnen getreten. „... dass in diesen Wäldern“
„Ich habe ja gehört, dass in diesen Wäldern unheimliche Elben leben sollen.“ Raita, ein kleiner ...“

Zitat: „weil er mit der Nase gegen den dornenbewehrten Schulterharnisch Dumahs gestoßen war. “
Ich dachte, sein Waffenbruder wäre an seiner rechten Seite, also neben ihm?

Zitat: „raubte diesem die Luft zu atmen “
klingt gedoppelt; ich würde entweder „raubte diesem die Luft“ oder „raubte diesem den Atem“

Zitat: „der um ihn herum aufgewallten Lärm drang in sein Bewusstsein. “
entweder „aufgewallte“ oder „aufwallende“

Zitat: „ungläubig das Chaos betrachtend zu dem die bis eben so stille Lichtung“
Komma zwischen „betrachtend zu“

Zitat: „Ihre von Pfeilen gespickte Körper zuckten im letzten Todeskampf “
„gespickten“, bin mir aber nicht hundert Prozent sicher

Zitat: „und brach mit einem dumpfen Krack durch das Holz von Dumahs Schild. “
Geschmackssache, mir gefällt Lautsprache prinzipiell nicht, das „Krack“ könnte man auch mit „dumpfen Knacken“ umschreiben

Zitat: „zerschmetterte nicht nur Schulter und Oberarm der Frau, sondern schleuderte sie auch noch mehrere Meter weit durch die Luft. “
Ich hab sowas noch nie ausprobiert *lach* aber mein erster Gedanke war, dass es ziemlich viel Kraft braucht, Schulter und Oberarm zu „zerschmettern“ und die Frau noch so weit wegzustoßen. Das Zerschmettern setzt ja schon voraus, dass dem Schild ein gewisser Widerstand entgegengebracht wird. Widerstand bedeutet allerdings, abfangen der Wucht, so dass sie nicht so weit fliegen kann. Aber wie gesagt, ich spreche nicht aus Erfahrung

Zitat: „ dazwischen hochgewachsene Gestalten in dunkelblau
„Dunkelblau“; bin mir ziemlich, aber nicht ganz sicher

Zitat: „verfingen sich im Wind und tanzten Funken, “
Funken tanzen? Kann ich mir nichts drunter vorstellen

Zitat: „die sich wie absichtlich auf ihren Weg zu legen oder um ihre Beine zu schlingen versuchten. “
„absichtlich versuchten“ ist gedoppelt. Wenn man etwas versucht, passiert das immer absichtlich; „die versuchten, sich auf ihren Weg zu legen oder um ihre Beine zu schlingen“

Zitat: „fluchte auf Koen, seinen unfähigen Komandanten
„Kommandanten“

Zitat: „und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er nicht in der Lage gewesen war, seine Kameraden zu retten. “
„selbst“, selber ist umgangssprachlich. Seine Flucherei kann ich übrigens hier nicht mehr nachvollziehen. Ich meine, er rennt grad um sein Leben, irgendwelche grausamen Dämonen hinter ihm her; dass er auf die Armee und seinen Vater flucht, ist okay, aber auf sich selbst? Wie hätte er seine Kameraden denn retten wollen? Es lässt ihn in seiner Überlebensangst (triebhaftes Fliehen) sehr rational wirken

Zitat: „während er hinter der hoch gewachsenen Gestalt seines Waffenbruders hinterher rannte“
eins von beiden ist zuviel *zwinker*

Zitat: Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer “
„Dass“

Zitat: „zwischen den hölzernen Fingern das Schimmern der Toten bleiche Knochen. “
„toten“

Allgemeines:

Du benutzt relativ viele Partizip-Konstruktionen, die ich zwar nicht durchweg verteufel, aber in größeren Mengen trotzdem ungewohnt zu lesen finde. Vieles könnte man auch in einem normalen Nebensatz einfließen lassen. Ist natürlich Geschmackssache *lächel*
Ein weiteres Problem (was mit den Paritzipien zusammenhängt) hab ich damit, dass du viele Handlungen in Beschreibungen packst und ihnen damit die Energie nimmst. Zum Beispiel „Dumah, inzwischen wieder aufgerappelt und bewaffnet, packte ihn am Arm und riss ihn mit sich.“; Mir würde besser gefallen „Dumah rappelte sich hastig auf. Seine Finger suchten den Schwertgriff und schlossen sich darum. Ebenso energisch packte er Atsuko am Arm und riss ihn mit sich.“ Also mehr der Beschreibungen wirklich in Handlung packen; im Grunde eigentlich das, was du auch bei mir bemängelt hast *lach*

Vom Grundgerüst her fand ich die Geschichte schön. Erst die beiden Gelehrten, die an friedlicher Erforschung interessiert sind, und die Warnung der Elben akzeptieren. Dann die Soldaten, die Gewalt mit Gewalt kontern wollen. Zum Teil bleibt mir das aber alles fremd, weil ich mich nicht so recht in die Welt einfinden kann. Ich merke, dass mir einiges an Hintergrundwissen fehlt, wofür du natürlich nichts kannst. Allerdings bleiben mir auch die Figuren irgendwie fremd.
Am Anfang zum Beispiel kann ich Melchiahs Angst vor dem Wald nicht nachvollziehen, oder warum er sich so vor dem Nebel fürchtet. Erst beim Auftauchen der Elben fühle ich wie er, dass da was merkwürdiges im Gang ist.

Der Soldat, Atsuko, bleibt die ganze Zeit über sehr blass. Er ist ein Soldat, der in einen angeblich unheimlichen Wald zieht (was ich aber wieder nicht nachvollziehen kann, also warum der Wald so unheimlich ist); sie finden Leichen (die Szene fand ich ganz anschaulich, hätte sie aber noch mehr mit Sinneseindrücken intensiviert: Surren von dicken Fliegen, süßlicher Gestank, die steifen, kalten Körper); plötzlich tauchen die Elben auf und Atsuko muss fliehen. Aber zu diesem Zeitpunkt ist er mit immer noch egal, ob er stirbt oder nicht, seine Angst wird nicht greifbar.
Beispiel: „Aber Dumahs panisch verzerrte Stimme – so noch nie vernommen – , hinderte ihn daran, zumindest letzteres Vorhaben auszuführen.“
das ist so kühl formuliert, so von außen beobachtet. Geh doch näher an Atsuko heran, lass den Leser erleben, was er erlebt:
„Dumahs verzerrte Stimme hielt ihn zurück. Panik ließ seine Worte abgehackt klingen, gehetzt / Der panische Schrei ließ ihn herumwirbeln, seinem Waffenbruder zu Hilfe eilen.“
Für mich ist das Leseerlebnis viel intensiver, wenn ich höre, was die Hauptperson hört, spüre, sehe, fühle, was auch immer da passiert.

Du gibst deinen Hauptpersonen viele Gefühle und Gedanken vor, ohne sie dem Leser begreiflich zu machen. Direkt am Anfang zum Beispiel, tust du den ganzen Grund für Melchias Angst mit einem Satz ab: „War da nicht gerade etwas zwischen den Bäumen entlang gehuscht?“
Lass den Leser doch miterleben, wie Melchiahs mit sich hadert, wie er sich einredet, dass da bestimmt nichts war und dann aber ein Rascheln hört. Hat er sich vielleicht doch nicht getäuscht? Sind da Augen zwischen den Bäumen? Es muss ein Tier gewesen sein. Aber was wenn nicht? Wenn er jetzt zu seinem Meister rennt, wirkt er wie ein Feigling, aber das ist besser, als allein hier in der Dunkelheit zu stehen. (Wo mir die Frage in den Sinn kommt, warum er überhaupt da alleine rumsteht und seinen Meister nicht begleitet oder sonst irgendwas sinnvolles tut?)
Natürlich sollte sich dies Haderei nicht zu lange ziehen, aber zumindest ein bisschen was von Melchiahs (und dann auch von Atsukos) Innenwelt sollte dem Leser offenbart werden, um eine Verbindung zu den beiden aufbauen zu können.

So, ich hoffe, ich konnte meine Meckerei ausreichend begründen, damit du auch was damit anfangen kannst *lächel* Die Idee sagt mir schon zu und ich denke, mit etwas mehr Athalem-Erfahrung wäre es mir leichter gefallen, in die Welt hineinzufinden. Aber dein Schreibstil hat meinen Geschmack leider kaum getroffen (Begründung siehe Anmerkungen)
Wenn ich Zeit finde, les ich auch mal in was von dir außerhalb Athalems rein *zwinker*

Liebe Grüße,
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Grenzsteine
Hello Lanna!

Nach einer laengeren Zeit der Abwesenheit bin ich nun fuer Erste zurueck und habe auch gleich den ein oder anderen Kommentar fuer dich mitgebracht. Icon_wink
Bevor ich auf deine Anmerkungen eingehe, allerdings ein kleines Danke fuer das Aufscheuchen der Fehlerchen.

Zitat: Zitat: „Er war zwar in den kargen Ebenen Gandal' hars aufgewachsen“
Da ist ein Leerzeichen zuviel, nach dem Apostroph; eventuell auch nicht, weil du es den ganzen Text über machst; im Athalem-Verzeichnis steht es aber ohne.

-- Hm, das ist mir so noch nicht aufgefallen, aber insgesamt wird bei den Athalem Namen gerne gespart, was die Leerzeichen angeht. Ich hingegen setze diese und gerne auch instinktiv. Ich finde auch, dass es hier um einiges schoener aussieht. Von daher lasse ich den Fehler einfach mal stehen und hoffe, auf die Milde der Obrigkeit. Icon_wink


Zitat: Zitat: „Etwas, von dem man lieber abends bei einem guten Bier in der warmen Schenke zu hören bekam, als es selbst zu erleben.“
Gefällt mir gut! Noch einen Tick schöner fände ich persönlich es, wenn das distanzierte „man“ durch „er“ ersetzt werden würde.
-- So unterschiedlich koennen Geschmaecker sein, denn mir gefaellt es mit dem 'man'besser. Sorry.

Zitat: Zitat: „Nervös zuckte seine freie Hand zu dem kleinen Messer an seiner Hüfte“
Liegt wahrscheinlich an mir, aber für mich ist ein kleines Messer vielleicht maximal eine Hand lang. Und warum jemand soetwas mit sich herumträgt, noch dazu am Gürtel, erschließt sich mir nicht. Beim Weiterlesen wird das natürlich etwas logischer, weil ich vermute, dass er es benutzt, um Pflanzen zu schneiden? Aber trägt er es dann wirklich an seiner Hüfte? Das wirkt so kampfbereit.
-- Hm, ich habe mir das so gedacht, dass er das Pflanzenmesser einfach waehrend des Tages im Hueftguertel verstaut hat, damit er es schnell griffbereit hat, wenn er es braucht. Und da die Vegetation im Elbenwald ja recht einzigartig ist, braucht er es halt auch oft, weshalb es im Gepaeck verstaut umstaendlich waere.

Zitat: Zitat: „zerkratzte sich ein ums andere Mal die schützend vor das Gesicht gehobenen Arme.“
Hat er nichts Langärmeliges an? Nebel klingt für mich immer nach kalt und feucht, da würde ich mich bissl wärmer anziehen *lächel*
-- Joah, der Nebel kam ja erst am Abend. Tagsueber wars vielleicht waermer und zudem ist er ein Jungspund, die frieren doch nie. Nicht wie wir Maedels. Icon_smile

Zitat:
Zitat: „„Die Landvermesser sind auch schon seit einer ganzen Weile verschwunden““
Falls es nicht so gemeint ist, dass die Landvermesser auf unerklärliche Weise plötzlich verschwunden sind, wäre mein Vorschlag: „sind schon vor einer ganzen Weile abgezogen / gegangen.“; so war mein erster Gedanke (vor allem mit der unheimlichen Umgebung im Hinterkopf), dass sie tatsächlich irgendwie vom Erdboden verschwunden sind.
-- Ich finde, dass man umgangsprachlich auch verschwunden sagen kann. Es ist aber trotzdem geaendert, da es eine Wortwiederholung war.

Zitat:
Zitat: „murmelte er, als er die Präsenz seines Meisters neben sich fühlte.“
Ist das irgendwie eine übernatürliche Begabung von Melchiah?
-- Noe, kennst du das nicht, wenn man jemanden neben sich spuert, ohne sich umdrehen zu muessen?

Zitat:Zitat: „Der Aufforderung Turêls hätte es nicht bedurft, denn das seltsame blaue Licht, nur wenige Meter zu ihrer Rechten aufgeflackert, war unmöglich zu übersehen gewesen.“
Und trotzdem sieht Melchiah es ja offenbar nicht, erst als sein Meister ihn darauf hinweist. Vielleicht erwähnst du das Licht erst und dann sagt der Meister was?
-- Ich denke nicht, dass ich wirklich jedes Funzelchen aufschreiben muss, damit der Leser die Handlung versteht. Hier wird einfach rueckwirkend klar gemacht, dass Melchiah ein Licht gesehen hat.

Zitat:
Zitat: „„Seid gegrüßt“, meinte dieser schließlich, [...] nach der ungewöhnlich ehrerbietig klingenden Begrüßung “
„meinte“ ist für mich kein Wort, dass ich irgendwie mit „ehrerbietig“ in Zusammenhang kriege. Das erste, was mir einfallen würde, wäre „hauchte“, wobei das eigentlich zu schwach ist. Hm ... schwierig. Aber „meinte“ ist einfach so nichtssagend.
-- meinte ist fuer mich einfach ein Ersatzwort fuer sagte – da das ehrerbieitig da steht muss meines Erachtens kein beschreibenderes Wort hin.

Zitat:Zitat: „Die Angst, die seinen Körper gerdezu gelähmt hatte, begann, sich zu legen.“
„begann“ versuche ich immer so gut wie möglich zu vermeiden; hier würde es „gelähmt hatte, legte sich (allmählich)“ genauso tun.
-- Joah, und so wie es da steht, ist es aber aucch nicht verkehrt.

Zitat: Zitat: „Wir sind Teil einer Expedition aus Gandal' har, die die Grenzen dieses Landes vermessen und eine Übersicht über den Bestand einheimischer Tier- und Pflanzenarten erstellen soll“
Da das „soll“ so weit weg vom ersten Verb (vermessen) steht, liest man es schnell ohne Zusammenhang und dadurch grammatikalisch falsch. Vorschlag wäre: „die die Grenzen dieses Landes vermisst (denn das tun sie ja bereits) und eine Übersicht ... erstellen soll (denn die Übersicht wird erst erstellt, wenn die Pflanzen alle bekannt sind)
-- Wohl wahr, aber das soll hier in diesem Fall darauf hinweisen, dass sie sich dort auf Befehl aufhalten, quasi als Entschuldigung. Die Obrigkeit hat ihnen gesagt, sie SOLLEN vermessen und erstellen.

Zitat: Zitat: „sein Waffenbruder, wie immer als schweigsamer Schatten zu seiner Rechten“
Hat es einen Grund, warum der Waffenbruder hier noch keinen Namen bekommt? Dadurch wirkt die Aussage sehr distanziert, als wäre der Waffenbruder nur einer unter fielen. „sein Waffenbruder Dumah“
-- Der Grund war, dass ich dachte, wenn dort ein Name steht, koennte man denken, dass er mehrere Brueder hat, aber da auch ich ein Verfechter der fruehen Namensnennung bin, habe ich ihn jetzt ergaenzt.

Zitat: Zitat: „würde nicht der kleine Hahn nach der Gruppe krähen. “
ist das eine Redewendung? Klingt seltsam, vielleicht „würde nicht der kleinste Hahn“?
-- ist geaendert, und ja, es ist eine Redewendung gedacht.


Zitat: Zitat: „weil er mit der Nase gegen den dornenbewehrten Schulterharnisch Dumahs gestoßen war. “
Ich dachte, sein Waffenbruder wäre an seiner rechten Seite, also neben ihm?
-- War er, waehrend des Gespraechs mit Raita ist er aber offensichtlich etwas in Fuehrung gegangen.

Zitat: Zitat: „raubte diesem die Luft zu atmen “
klingt gedoppelt; ich würde entweder „raubte diesem die Luft“ oder „raubte diesem den Atem“
-- Die Luft zum atmen rauben, ist, so dachte ich, eine bekannte Redewendung.

Zitat: Zitat: „Ihre von Pfeilen gespickte Körper zuckten im letzten Todeskampf “
„gespickten“, bin mir aber nicht hundert Prozent sicher
-- gespickten ist richtig, danke.

Zitat: Zitat: „zerschmetterte nicht nur Schulter und Oberarm der Frau, sondern schleuderte sie auch noch mehrere Meter weit durch die Luft. “
Ich hab sowas noch nie ausprobiert *lach* aber mein erster Gedanke war, dass es ziemlich viel Kraft braucht, Schulter und Oberarm zu „zerschmettern“ und die Frau noch so weit wegzustoßen. Das Zerschmettern setzt ja schon voraus, dass dem Schild ein gewisser Widerstand entgegengebracht wird. Widerstand bedeutet allerdings, abfangen der Wucht, so dass sie nicht so weit fliegen kann. Aber wie gesagt, ich spreche nicht aus Erfahrung

-- In meiner Vorstellung sind die Elben aufgrund ihrer Feingliedrigkeit ziemlich leicht, und Melchiah hat aus der Drehung recht viel Schwung. Da die Elbin nun aber nicht elastisch ist, bricht sie sich einiges. Ausprobiert habe ich das auch noch nicht. Ob ich da wohl Freiwillige fuer faend?

Zitat: Zitat: „zwischen den hölzernen Fingern das Schimmern der Toten bleiche Knochen. “
„toten“
-- Nein, das ist schon richtig, denn es sind nicht tote, bleiche Knochen gemeint, sondern die bleichen Knochen der Toten. Icon_wink

Zitat:
Du benutzt relativ viele Partizip-Konstruktionen, die ich zwar nicht durchweg verteufel, aber in größeren Mengen trotzdem ungewohnt zu lesen finde. Vieles könnte man auch in einem normalen Nebensatz einfließen lassen. Ist natürlich Geschmackssache *lächel*
-- Oder eine Stilfrage. Icon_wink

Zitat: Ein weiteres Problem (was mit den Paritzipien zusammenhängt) hab ich damit, dass du viele Handlungen in Beschreibungen packst und ihnen damit die Energie nimmst. Zum Beispiel „Dumah, inzwischen wieder aufgerappelt und bewaffnet, packte ihn am Arm und riss ihn mit sich.“; Mir würde besser gefallen „Dumah rappelte sich hastig auf. Seine Finger suchten den Schwertgriff und schlossen sich darum. Ebenso energisch packte er Atsuko am Arm und riss ihn mit sich.“ Also mehr der Beschreibungen wirklich in Handlung packen; im Grunde eigentlich das, was du auch bei mir bemängelt hast *lach*
-- Ich kann um ehrlich zu sein keine Uebereinstimmungen in unseren beiden Stilen sehen. Beschreibend arbeite ich hier zumeist, wenn es um Nebenchraras geht, weil eine Variante wie die deine in meinen Augen ein Perspektivbruch waere. Der zweite Teil der Geschichte wird aus Sicht Atsukos erzaehlt, es ist fuer mich daher klar, dass seine Wahrnehmung die Handlung diktiert und das Erzaehlte limitiert. Aus diesem Grund schreibe ich nicht, wie er aufsteht und die Hand sich um das Schwert schliesst, denn all dies sieht mein Prot nicht. Fuer ihn ist eine Luecke zw. dem Fall und dem stehenden Freund, der nach ihn packt. Hm ist das irgendwie nachvollziehbar, was ich hier schreibe?

Was die Forderung nach mehr Anschaulichkeit angeht in der Szene mit den Toten, so find ich es so wie es ist schon viel, ich schreibe hier ja eine Fantasykurzgeschichte und keinen Krimi oder Thriller. Icon_wink

Zitat: Du gibst deinen Hauptpersonen viele Gefühle und Gedanken vor, ohne sie dem Leser begreiflich zu machen. Direkt am Anfang zum Beispiel, tust du den ganzen Grund für Melchias Angst mit einem Satz ab: „War da nicht gerade etwas zwischen den Bäumen entlang gehuscht?“
-- Hm, der Mann steht nahezu allein in einem fremden, unheimlichen Wald. Was brauch es da noch?

Zitat: Lass den Leser doch miterleben, wie Melchiahs mit sich hadert, wie er sich einredet, dass da bestimmt nichts war und dann aber ein Rascheln hört. Hat er sich vielleicht doch nicht getäuscht? Sind da Augen zwischen den Bäumen? Es muss ein Tier gewesen sein. Aber was wenn nicht? Wenn er jetzt zu seinem Meister rennt, wirkt er wie ein Feigling, aber das ist besser, als allein hier in der Dunkelheit zu stehen.

-- Ich glaube, du gehst hier mit ganz anderen stilist. Ansaetzen ran. Ich will die Geschichte erzaehlen, du hingegen scheinst mehr an der Person und ihre Gedanken interessiert zu sein. Fuer mich stand nie zur Frage, dass Melchiah hadert. Er hat Schiss, sein Hadern und seine Angst zeigen sich im Verhalten und Koerpersprache. Das spuert man deutlich, warum soll ich da noch einen Gedankendialog und irgendwelche Augen erfinden?

Zitat: (Wo mir die Frage in den Sinn kommt, warum er überhaupt da alleine rumsteht und seinen Meister nicht begleitet oder sonst irgendwas sinnvolles tut?)
-- Da die Vorgeschichte fehlt, weiss man nicht, ob er auch Pflanzen geflueckt hat oder auf Klo war. In Kurzgeschichte muss man auch nicht alles wissen oder erzaehlen, sie sind ja nur Auszuege.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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